KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Land gibt im Kampf gegen #NOx auf #LRPKiel #THRKiel #Klimanotstand

with 3 comments

Seit gestern ist der neue Luftreinhalteplan (als PDF) für Kiel online. Hier eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und Vorschläge:

  1. Das Ziel 2019 die Werte unter 40 Mikrogramm NOx am Theodor-Heu-Ring zu erreichen um ab September Fahrverbote zu vermeiden wird aufgegeben.
  2. Stattdessen wird lediglich diskutiert, dass man vielleicht 2021 das Ziel mit Luftreinigungsanlagen erzielen könnte (vorausgesetzt ihre Wirksamkeit wird nachgewiesen).
  3. 2020 setzt man darauf, dass eine Baustelle die Werte ausreichend senkt.

Die Deutsche Umwelthilfe sagte dazu laut NDR-Bericht:

„Die im Plan enthaltenen Maßnahmen, die Sperrung einer Fahrspur für Dieselfahrzeuge oder eben Absauganlagen, sind absolut absurd und nicht wirksam.“

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig sah es als zumutbar an ab September Fahrverbote einzuführen:

Zur Herstellung der Verhältnismäßigkeit dürfen Euro-5-Fahrzeuge jedenfalls nicht vor dem 1. September 2019 (mithin also vier Jahre nach Einführung der Abgasnorm Euro 6) mit Verkehrsverboten belegt werden.

Dort wird auch mit Unwahrheiten operiert. So wird auch behauptet, dass die Südspange Gaarden eine Verkehrsentlastung bringen wird.

Größere Verkehrsinfrastrukturprojekte wie zum Beispiel die Südspange, die zu einer Minderung oder Vermeidung der NOx Belastung am Theodor-Heuss-Ring führen würden, können aufgrund der Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten in keiner Weise zur kurzfristigen Einhaltung der Grenzwerte beitragen.

Dazu noch mal der Hinweis von @BieBeKoppelKiel:

Seite Quelle ist die Drucksache 0277/2016 im Ratsinformationssystem (Beschlussvorlage des Tiefbauamtes). Ich habe mir die Zahlen der Prgnosen aus 2016 selbst noch ein mal anders angesehen aus diesem PDF:

Da ich die Zahlen (Prognosen für 2025) von Bielenbergkoppel.de so auf die Schnelle nicht nachvollziehen konnte, habe ich meine eigenen Berechnungen vorgenommen und NUR den für den Luftreinhalteplan entscheidenden Bereich am Theodor-Heuß-Ring mit verschiedenen Planfällen, die dort genannt werden verglichen. Ich komme aber (anders) zum Gleichen Ergebnis:

VariantenTHR Kfz/24hSteigerung
Verkehrszahlen 201395070
keine Änderung (Plan 0+)133100140,00 %
B404 + Südspange (Plan 1)132700139,58 %
Mit Südspange (Plan 2)135250142,26 %
A21 o. Südspange (Plan 3)131950138,79 %

Wir können darin erkennen, dass die geringste Steigerung des Verkehrs und somit von Stickoxiden und CO2 im Fall 3 ohne Südspange und lediglich dem Anschluss der A21 erfolgen würde. Die reine Südspangen-Lösungen würde zur höchsten Belastung führen.

Wie kann man da in dem Luftreinhalteplan (LRP) also von einer möglichen Senkung der Schadstoffe sprechen?

Und obwohl es beim LRP primär um Stickoxide geht, müsste man politisch sinnvoller weise immer weitere Faktoren wie eben Kohlendioxide und Feinstaub mitdiskutieren. Und auch, dass die Grenzwerte in einigen Jahren gesenkt werden. So ist heute schon absehbar, dass bei einer Senkung der Feinstaub-Grenzwerte selbst bei 100% Elektromobilität das Problem bleibt, denn dieser entsteht mehrheitlich aus Reifenabrieb.

Unter dem Strich: Der neue LRP-Entwurf ist handwerklich schlecht und enthält Fehler bzw. Falschaussagen. Zudem hat vor wenigen Wochen die Stadt Kiel erst den Klimanotstand ausgerufen. Was bedeutet das denn für die Klima- und Verkehrspolitik? An dieser Stelle wäre mal die Möglichkeit mit einer Klatsche mehrere Fliegen zu erwischen!

Written by tlow

2. Juni 2019 um 09:16

3 Antworten

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  1. Die Kieler Parteien, haben keine Antworten gefunden, wie man gegen einen solchen möglichen Klimanotstand vorgehen könnte. Und wenn es Antworten gab, plante man zu großspurig, anstatt erst einmal „klein“ anzufangen. Zuerst hätte es eine Kieler Stadtbahn geben müssen, (die dann ohne weiteres in das Umland erweitert hätt werden können), mit dem Plan, sämtliche Stadtteile bis XY, anfahren zu können. Zudem, hätte es einen Beschluss geben müssen, das Wohnareale oder Stadtviertel nicht ohne Schienen ÖPNV Anschluss gebaut werden dürfen.
    Weiterhin müssten solche Schienen ÖPNV Systeme gänzlich anders in der Instandhaltung finanziert werden. Dies geschieht zu kompliziert. Deswegen geben manche Städte vorhandene Bahntrassen auf. Es müsste dafür einen eigenen Topf geben.
    Neu gebaute Häuser müssen entweder begrünt sein oder „grüne“ Wände nachweisen.
    Ganz ohne Fahrzeuge wird es selbst in 100 Jahren nicht gehen und stellen wir uns Stand Heute, ein Auto-freies Kiel vor. Der reine Bus ÖPNV und die Regionalbahn im aktuellem Zustand, würde zusammenbrechen.
    Man hätte auch schon längst alle Regionalbahnstrecken von Kiel nach ECK, nach Rendsburg oder nach Plön/ Lübeck, 2 gleisig ausbauen können. Eine 2 gleisige Bahntrasse, ließe zu jederzeit das Treffen 2er Züge auf offener Strecke zu. Somit, könnte man Fahrpläne effizienter gestalten und die Regionalbahntrassen könnten dann eine Stadtregionalbahn Kiel, aufnehmen. Aber eingleisig, wird das schwierig werden.
    Der Theodor-Heuss-Ring stammt aus den 1970er Jahren, so würde man heute nicht mehr bauen. Da auch der Theodor-Heuss-Ring, der Untergrund, irgendwann, komplett erneuert werden muss, wie an der Bundesstraße 76 nach Schwentinental, wäre es nicht verkehrt, den Theodor-Heuss-Ring ab 2020-2030 in eine Großbaustelle zu verwandeln. Mit dem Ziel, das der Theodor-Heuss-Ring samt die Friesenbrücke tiefer-gelegt wird und die Brücke unter die Bahntrassen kommt. Die neue Straße bekäme 6 Fahrspuren und bekommt ein Dach oben drauf, wie in Hamburg an der Autobahn A7.
    Wenn man nicht weiß, wie man das Finanzieren soll…Eine weitere Idee. Die A210 wird vom Autobahnkreuz Kiel-West bis zum Schützenwall verlängert und weiter bis Schwentinental. So, könnte die B76/ Theodor-Heuss-Ring zur Autobahn umgewandelt werden.
    Weiterhin, könnte man vom Arbeitsamt aus, von der südl. Bahnhofstraße, eine neue Verbindungsstraße unter die Bahntrasse legen, die Direkt zum Barkauer Kreuz führt und zur B404.
    Zeitgleich, sollte eine Ostuferentlastungsstraße gebaut werden, samt neuer Brücke über die Schwentine, die ja auch „bröckelt“. Diese neue Brücke nach Neumühlen-Dietrichsdorf sollte dann auch gleich so gebaut werden, das dort ebenso 2 Bahngleise gelegt werden können um NEumühlen-Dietrichsdorf anfahren zu können. Mit edr Möglcihkeit, Mönkeberg anzusteuern.
    Die lange SPD Vorherrschaft in der Kieler Ratsversammlung, wurde halbwegs verpennt. Weil man keine Antworten geben konnte.
    Innenhöfe wurden bebaut und verdichtet. Dann bekamen manche Wohnviertel mit dem Regenwasser probleme. Hmm, warum wohl!?. Eine zunehmende verdichtung, sorgt dafür, das das nicht mitwachsende Kanalisationsnetz den Massen nicht gerecht wird.
    Ein notwendiges Übel, wäre eine QUerungsmöglichkeit der Kieler Förde mit einer Brücke und oder einem Tunnel. Hätte man die ganzen GElder für ein Schienenprojekt für Kiel genutzt und für eine Querung der Kieler Förde, wäre alles finanzierbar gewesen.
    Man hat aber falsche Prioritäten gesetzt. Nun, hat man den Salat! Obwohl die SPD zusammen mit den achso umweltfreundlichen Grünen, jahre-lang die Mehrheit in Kiel stellten.
    Man könnte aber auch viele Straßen pföastern, die heute geteert sind. GEpflasterte Straßen, heitzen sich nicht derart auf, wie eine geteerte Fläche.
    Und das, sage ich als Konservativer Anhänger. Leider, stehe ich b´mit dem CDU OB Kandidaten alleine da, scheinbar.

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    allexm78

    5. Juni 2019 at 12:19

    • Zusatz: Hätte man die ganzen Gelder, die man für die Rettun gder Landesbank HSH ausgegeben hat, für die Querung der Kieler Förde genutzt und für ein Schienenprojekt, wäre alles finanzierbar gewesen.
      Aber, man wollte nicht. Eine brücke, wie auch ein Schienenprojekt, wäre für die Stadtnachhaltiger und gewinn-bringender als die Rettung der HSH Nordbank. Jetzt, sind die Gelder quasie doppelt verloren. Unter anderem dank, eines inkompetenten Aufsichtsrates!

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      allexm78

      5. Juni 2019 at 12:36

  2. […] Die Stadt Kiel hat darauf bisher keine Antwort und die Landesregierung hat mit dem Luftreinhalteplan nichts wirklich Fassbares […]

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