KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Forderungen des Kieler #Mobilitätsrat #KielAutofrei

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Seit einiger Zeit gibt es wohl den „Mobilitätsrat Kiel“:

Der Mobilitätsrat Kiel ist ein Bündnis aus Initiativen und Verbänden, die in Kiel für die Mobilitätswende und eine lebenswerte Stadt eintreten. Mobilität in Kiel und dem Umland muss nachhaltig, klimaneutral und sozial gerecht werden, um damit den notwendigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Bei Maßnahmen im Bereich Mobilität müssen immer Mensch und Umwelt im Vordergrund stehen.

Quelle: ADFC-SH

Die Forderungen unterscheiden sich etwas von der Bürgerinitiative Klimanotstand. Heute wurden einige per Pressemitteilung verbreitet:

Die fünf Forderungen des Mobilitätsrates für 2019

  • Zur Erhöhung des Radverkehrs bedarf es sicherer Infrastruktur, auf der alle Menschen gerne fahren wollen und können. Auf vierspurigen Straßen sollen schnellstmöglich gesicherte Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) durch das Aufstellen von Warnbaken und Pollern auf jeweils einer Fahrbahn pro Richtung eingerichtet werden.
  • Klimaschutz im Verkehrsbereich bedeutet, das Auto stehen zu lassen. Deshalb fordert der Mobilitätsrat die Landeshauptstadt Kiel auf, mindestens einen Sonntag im Monat autofrei zu machen. Die Kiellinie als beliebtes Ausfugsziel soll dauerhaft autofrei werden.
  • Durch kostenlose (öffentliche) Parkplätze wird die klimaschädliche Mobilität mit dem Auto gefördert. Deshalb müssen Parkgebühren im gesamten Stadtgebiet in angemessener Höhe erhoben werden. Darüber hinaus sind in allen Stadtteilen (wettergeschützte) Abstellanlagen für Fahrräder zu schaffen.- Wer auf den ÖPNV umsteigen möchte, findet in Kiel insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende ein lückenhaftes ÖPNV-Angebot vor. Daher bedarf es eines deutlichen Ausbaus des ÖPNV-Angebotes sowohl werktags als auch insbesondere in den Abendstunden und an Wochenenden. Für die Fördeschifffahrt bedarf es einer vorzeitigen Beschaffung der ohnehin geplanten neuen Fördefähren. Hinsichtlich der Tarife erwarten wir von der Landeshauptstadt Kiel, dass künftig für alle größeren Veranstaltungen Kombi-Tickets angeboten werden.
  • Viel zu häufig werden Fuß- und Radwege in Kiel zugeparkt. Darunter leiden besonders mobilitätseingeschränkte Personen, Eltern mit Kinderwägen und Radfahrer*innen. Wer sich klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewegt, darf nicht behindert oder gefährdet werden. Die Verwaltung, besonders der Kommunale Ordnungsdienst, muss falsch parkende PKW auf Fuß- und Radwegen konsequent abschleppen und umsetzen

Als Kritik dazu sehe ich hier falsche Prioritäten:

  1. Es gibt keine Forderungen zum Schutz vor Überschreitungen bei den Stickoxiden und damit dem wichtigsten Verkehrsthema in Kiel
  2. Als eine Hauptforderung einen Autofreien Sonntag in Kiel ist zwar ganz nett, sollte aber keine Priorität darstellen
  3. Es fehlt eine Vorstellung zur Anbindung der A21
  4. keine Erwähnung der Stadtbahn?
  5. Die Forderungen sind nicht wirklich griffig und zu detailreich (ähnlich wie bei der BI Klimanotstand)

Insbesondere der Theodor-Heuß-Ring ist für Kiel derzeit aus meiner Sicht der transformierende Konfliktpunkt schlechthin in Kiel, zu dem Verkehrs- und Umweltverbände Alternativlösungen vorschlagen müssen. Ansonsten entsteht der Eindruck, dass tatsächlich die Vorschläge von Stadt und Land alternativlos sind. Hier besteht zudem der dringenste Handlungsbedarf. In den kommenden Wochen werden aber wohl viele Verbände ihre Vorschläge beim Land zur Stellungnahme einreichen.

Kiel hat viele Defizite. Manche sind schnell zu beseitigen, einige brauchen länger.Eine Unterscheidung zwischen Lang- und Kurzfrist-Zielen ist wichtig. Z.B.: was soll 2019 noch passieren, was 2020, was bis 2025?

Zum Beispiel einigte sich das Fahrradforum in Kiel darauf statt erst 2035 bereits 2025 einen Radverkehrsanteil von 25 Prozent (derzeit 19%) zu haben. Warum nicht das fordern, oder darüber hinaus gehen? Ehrgeizige Ziele würden bedeuten, dass man effektive Maßnahmen für jedes Jahr haben müsste. Also in diesem Fall die nächsten sechs Jahre sechs Prozent oder mehr? Würde bedeuten 2020 mindestens einen Prozent mehr Radverkehr. Das ist nicht zu ambitioniert, aber es wäre eine selbst gewählte Mindestanforderungen. Kiel hatte bereits 2008 ein mal 21 Prozent Radverkehrsanteil. Wenn Kiel das wieder erreicht, so hat man in den letzten 11 Jahren leider keinen Zugewinn. Erst bei 22 Prozent fängt es wieder an einen Gewinn darzustellen.

Kiel baut heute noch viele Straßen optimiert für Autos. Es gibt immer noch Kreuzungen und Straßen, wie am Kleinen Kuhberg in der Innenstadt, bei dem der Übergang für Fußgänger verboten ist. Wie kann so etwas sein im Jahr 2019?

Written by tlow

15. Juni 2019 um 18:47

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