KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel & Schleswig-Holstein seit 2009

Archive for Juni 20th, 2019

#Wasserstoff vs #Batterie // #Elektromobilität

leave a comment »

Der Elektroantrieb ist ja bekanntlich gar keine junge Erfindung, sondern am Anfang des Automobils durchaus eine Nasenlänge voraus:

Diesel/Benzin und Elektro also schon länger in Konkurrenz. Als Antrieb ist derzeit auch der Wasserstoff bzw. die Brennstoffzelle eine Konkurrenz.

Erstaunlicher weise gibt es immer noch viele Menschen, die den Wasserstoff mit Brennstoffzelle als für DIE TEchnik der Zukunft halten.

Tankstelle explodiert

Viele haben noch nicht mitbekommen, dass in Norwegen eine Wasserstofftankstelle explodiert ist (Status):

Im Zuge dessen gab es bereits Verkaufsstops und auch Wasserstofftankstellen in Deutschland und Österreich wurden geschlossen. Man muss jetzt aber wirklich in frage stellen: Wenn 2019 immer noch Tankstellen explodieren können: Wie reif ist dann die Technik für ein globales Netz an Tankstellen? Alleine dieses Ereignis könnte auch schon das Ende der Wasserstoff-Technik bedeuten. Wir müssen ja davon ausgehen, dass diese Firmen ALLES getan haben, um eine Explosion von Wasserstoff zu verhindern. Das es dennoch passiert heisst, dass die Technik immer noch nicht 100% sicher ist.

Davon abgesehen gibt es kaum Tankstellen: 2018 waren es knapp 45. Beim Elektroauto gibt es zum einen auch die Möglichkeit privat oder zuhause zu laden und darüber hinaus auch auf immer mehr Parkplätzen. Es soll bereits mehr als 15.000 Ladesäulen geben.

Teure Fahrzeuge

Die Fahrzeug-Nachfrage ist bisher gering. Marktanteil: 0,0006 Prozent. Das hat seine Gründe.

Teure Energie

Nicht nur die Fahrzeuge sind teurer, sondern auch die Kosten pro Kilometer.

Energieumwandlung ist ineffizient

Es gibt bereits Elektroautos, die über zusätzliche Solarzellen verfügen sollen, damit die Sonnenenergie direkt über Batterien und den Elektromotor in kinetische Energie umgeandelt werden kann. Beim Wasserstoff braucht es Anlagen, die Wasserstoff sicher generieren. Der Wasserstoff muss dann gekühlt/verflüssigt und in Tankwagen umgefällt werden, um dann auf die Wasserstofftankstellen verteilt zu werden. Alles das kostet zusätzliche Energie.

Den Rest überlasse ich mal dem Youtuber Joe Scott, der das in einem Video mal ganz gut zusammenfasst:

Written by tlow

20. Juni 2019 at 18:23

Eine #Seilbahn in Kiel?

leave a comment »

Seilbahn-Grenoble.JPG
Von Jörg Sancho Pernas – Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Seit einiger Zeit wird die Idee einer Seilbahn immer wieder als Alternative zu einer Stadtbahn ins Spiel gebracht. Zeit für einen vergleich der Systeme. Das derzeitige Bussystem ist an einer Kapazitätsgrenze. sicher braucht es auch eine professionelle und moderne Überarbeitung der Linie und Fahrpläne nach neusten Gesichtspunkten. Dennoch stößt man an Grenzen mit Bussystemen. Ein neues System muss also besser sein als das reine Bussystem:

  • Bus-Kapazität maximum ca. 4.000 Fahrgäste pro Richtung pro Stunde (ein Niederflur-Gelenkbus hat 49 Sitz- und 126 Stehplätze: 126 – gesamt: 175 Fahrgäste)
  • Stadtbahn-Kapazität maximum ca. 40.000 Fahrgäste pro Richtung pro Stunde
  • Seilbahn-Kapazität maximum ca. 4.000 Fahrgäste pro Richtung pro Stunde

Hier ein Artikel, der vor allem die Vorteile hervorhebt. Dort steht unter anderem:

Die geringere Transportkapazität einer Seilbahn wird durch geringere Investitionskosten und Betriebskosten wettgemacht. 

Aber die oben genannten Zahlen belegen bereits, dass eine Seilbahn was die Kapazität angeht keine Alternative zu einer Stadtbahn werden kann.

Ich würde da gerne als Alternativgedanken ins Spiel bringen, ob Seilbahnen nicht eher als Alternative für die Fördefähren dienen können. Vorteil: Seilbahnen brauchen keinen Diesel. Elektroantriebe sind bei Schiffen auch möglich, aber noch nicht so leistungsfähig und marktreif.

Ein neues Schiff kostet alleine 3,9 Millionen Euro. Die neuen Schiffe werden mit GtL betrieben, die besonders viel Methan und ist besonders (klimaschädlich) Die Stadt Kiel feiert sich dafür als Klimahelden:

 „Das ist ein weiterer Mosaikstein für Kiel auf dem Weg zur Luftreinhaltung und mehr Klimaschutz“, so Kämpfer.

Dabei ist die Kapazität einer Seilbahn-Linie deutlich höher als die eines Fährschiffs. Zudem haben Fährschiffe eine Saison, die von Mitte Mai bis Anfang September geht. Danach ist bisher der Verkehr eingeschränkt.

Mein Vorschlag wäre also die Idee Seilbahn eher als Ergänzung durchzurechnen. Gerade für Strecken wie Laboe-Strande wäre es sicher eine attraktive und schnelle Alternative (ca. 5 Minuten Fahrzeit statt 15 Minuten)

Ansonsten sollte man das aber derzeit nicht als Alternative zu einer Stadtbahn diskutieren, denn das kann sie nicht sein. Genau so wenig wie manch‘ andere Konzepte.

Written by tlow

20. Juni 2019 at 15:38

Veröffentlicht in Stadtentwicklung, Umwelt, Verkehr

Tagged with ,

%d Bloggern gefällt das: