KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel & Schleswig-Holstein seit 2009

#KiWo & #Klimanotstand & #Umweltschutz @KiWoOnline

with 2 comments

Das ist die erste Kieler Woche nach dem der #Klimanotstand beschlossen wurde. CDU und OB Kämpfer versuchen zu relativieren: So ernst hätte man das ja nicht gemeint, es gäbe keinen Notstand. Das wäre ein Übersetzungsfehler. Und Ähnliches. Now what?

Als Leseempfehlung der Artikel in der KN zum Thema Kieler-Woche-Feuerwerke wo verschiedene Parteien zu Wort kommen. Es ist fast wie ein kleiner Kosmos als Kopie größerer Debatten.

Weitere Leseempfehlung die bisherigen Maßnahmen seit 2018 und was ab 2020 geplant ist.

Hier mal einige meiner Gedanken zum Thema einer Grünen Kieler Woche:

Verkehr

Das Problem fängt mit der Anreise an. Auf den Seiten der Kieler Woche wird das Thema nicht sehr hervorgehoben. Das es ein Kieler Woche-Ticket der KVG (kostet 21 €) gibt auch nicht. Zur Bahn gibt lediglich einen Link zu bahn.de

Immerhin findet man ein paar Worte zum Verkehrskonzept:

„Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Kieler Woche mit Bus, Bahn und Fahrrad anzusteuern. Das Konzept der Fahrradparkplätze aus dem vergangenen Jahr wird dafür ausgebaut.“

– warum es dann immer noch keine ausreichende Möglichkeit gibt mit dem Fahrrad vom Ost- aufs Westufer zu fahren bleibt sehr fraglich. Die Klappbrücke ist ja defakto für den Fahrradverkehr ǵesperrt. Aber auch der Umweg um die Hörn.

Während der Kieler Woche ist das Radfahren verboten im Fußgängerbereich Kiellinie, am Germaniahafen, am Willy-Brandt-Ufer, am Bahnhofskai und auf der Hörnbrücke sowie auf dem Rathausplatz.

Es bleibt quasi nur die Gablenzbrücke. Es ist einfacher vom Ostufer mit dem Auto nach Westen zu fahren. Denn um Parkplätze macht man sich viele Gedanken und bewirbt diese auch:

Los, parkt in der Innenstadt!

Da kommt man zu dieser Seite. Von einer Stadt, die in der Klimakreise ein Programm „Parken Plus“ aufbaut hat das Wesentlich noch nicht verstanden. Auch die Seite Kiel Sailing City beschreibt genau, wie man mit dem Auto rein kommt, aber nicht mit der Bahn. Eine „Anreise mit dem Fahrrad“ gibt es gar nicht als Kategorie und der eine Satz zu Fuß sagt auch alles über Prioritäten! Zum Fahrrad könnte man z.B. gerne fürs Umland und Nachbarstädte einen Flyer aufsetzen, der dazu ermutigt von Plön mit dem Fahrrad zur Kieler Woche zu fahren. Ist das nicht auch gerade im Sommer eher naheliegend?

Ich habe aber gefunden, dass die Bahn eine eigene Seite zur Kieler Woche hat, die aber nicht von der Kieler Woche oder der Stadt Kiel verlinkt wird. Warum eigentlich nicht? Dabei auch so wichtige Infos wie zum Schleswig-Holstein-Ticket verlinkt, was für viele Tagesausflügler wohl ein gutes Angebot ist.

Eine Idee wäre auch zur Kieler Woche das Kieler Woche Ticket mit einem City-Ticket oder Innenstadt-Maut zu kombinieren. D.h. wer während der Kieler Woche reinkommen will, MUSS ein Kieler-Woche Ticket für 21 € kaufen. Rund um das Rathaus habe ich so viele Autos gesehen die rumgefahren sind und geparkt haben… das muss nicht sein. Von mir aus soll man für die Altstadt auch kostenlose Tickets ausgeben. In der Altstadt wohnen eh nur 654 Leute (Quelle: Wikipedia). Die Kieler Woche leidet nicht an einem Besucher*innenmangel. Und die Kieler Woche kann die Chance nutzen, um während der Woche neue Verkehrskonzepte auszuprobieren. Es ist vielleicht eh sicherer wenn keine Autos einfahren dürfen bei so Großevents.

Pfandbecher

Sehr gut finde ich, dass die Stadt dieses Jahr den Kraftakt mit der Einführung eines Pfandbechers wagt. An fast allen Ständen sieht man das Symbol und kleine Plakate, die alles erklären. 2 Euro soll er kosten. den muss man nicht behalten, aber man kann am irgend wo ein Getränk kaufen und dann weiterziehen und wo anders abgeben. Und das immer wieder! Ich persönlich würde mir auch ein Plastik- und Pappbecher-Verbot wünschen. Also entweder Glas oder der Kieler Woche-Becher (evt. in mehreren Größen). Keine Kaffee-Stände mehr die Espresso mit Wegwerfbechern rausgeben. Wozu? Es wird nichts fehlen! Aber wie gesagt: Da will ich nicht meckern, denn der Weg ist richtig.

Feuerwerk(e)

Wie schon oben beschrieben. Wie waren jetzt die Haltungen diese abzuschaffen:

  • Linke OB-Kandidat Thoroe möchte nur eins zum Abschluss
  • „Die Partei“ will 2
  • GRÜNE wollens kritisch hinterfragen aber nicht sofort verbieten
  • SPD meint es werden weniger werden
  • CDU will den Menschen nicht die Freude nehmen
  • FDP findet Feuerwerke eine gute Tradition und hat den Climate Emergency Plan nachgelesen. Da wird deren Abschaffung nicht gefordert
  • Der SSW findet das Thema unwichtig

Vielleicht kann man dazu mal Zahlen rausgeben? Ich weiß nur, dass der Feinstaub zu Sylvester gewaltig ist. Ich fände jetzt auch ein Abschlussfeuerwerk nicht so schlimm. Aber wenns nicht pyrotechnisch wäre, sondern eine Lightshow?

Schiffsverkehr

Was kommt alles zusätzlich extra zur Kieler Woche an Schiffen? Zusatzfahrten passen auf absehbare Zeit nicht zum Klimanotstand. Wie sieht Kiels Plan für einen nachhaltigen Tourismus aus? Fracking-Öl LNG aus den USA passt da ebenso wenig wie GtL. Dabei ist man ja mit dem Segeln ja schon mal als Segelwettbewerb traditionell ganz gut von der Ausrichtung.

Random Stuff

Sachen, die man auch überlegen könnte:

  • Schwenkgrills u.ä. verbrennen massenhaft Kohle, auch wenn gar nicht so viel gegessen wird. Feinstaub und CO2. Verbieten?
  • Zigarrenstand an der Hörn? Verzichtbar
  • Wie siehts denn mit der Ökobilanz von Getränken und Essen aus? Industriebier an jeder Ecke.
  • Wieso gar kein Goldeimer-System auf der Kieler Woche. Kieler Startup in Kiel beim Kiels größtem Fest? Vielleicht wären sie mit der ganzen Kieler Woche überfordert. Aber irgend wo wäre schon gut!

Wer will kann ja mal weitere Sachen auflisten, die euch einfallen als Kommentar hier oder auf Twitter:

2 Antworten

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  1. Tja und das nenne ich: zu lange gepennt. Hätte man sich auf eine RegioTram geeinigt gehabt, hätten Besucher aus ECK oder Gettorf, bequem mit der RegioTram zur Holtenauer fahren können bis zur Altstadt oder wo auch immer. Allerdings sind 21 Euro ein bisschen happig und so gewinnt man kaum neue Kunden für die Bahn. Geschweige denn Familien. So, soll der Klimanotstand bekämpft werden? Wie auch der Landstrom, Jahre zu spät kam und Günther liess sich in der KN feiern und nur an einem Terminal würde solch eine Anlage gebaut.

    Liken

    allexm78

    25. Juni 2019 at 08:40

  2. Gerade nach dem Dieselskandal und dem Klimanotstand, kann ich es noch viel weniger nachvollziehen, wie die Landeshauptstadt Kiel, war es 2008, (?), zur Umweltschutzhauptstadt werden konnte. Nach dem ich mir die Bedingen durchgelesen habe, hatte Kiel eigentlich nichts erfüllt. Es gab keine Pläne um Einfluss auf die Kreuzfahrer zu-nehmen, es wurden damals neue Dieselbusse beschafft. Die Schienentrassen von Kiel nach ECK, Rendsburg und Plön sehen noch so aus wie aus den Jahren 1871-1918. Falls, die SFK Flotte erneuert werden soll, auch nur zum Teil, geschieht dies nicht aus eigener Überlegung heraus, sondern aufgrund einer EU Regelung. Sofern ich das dann Richtig verstanden habe. Viel später als in Hamburg, kam in Kiel dann das StattAuto Kiel Projekt, Hamburg hatte solche Projekte schon früher, und E-Ladesäulen kamen auch viel später. Eine Tankstation für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, die die Stadt und das Land hätten einrichten können, für ihre Busse und Dienstfahrzeuge gibt es viel weniger. Am Theodor-Heuss-Ring und Umgebung stehen Mess-stationen, am ganzen Hafengebiet kein einziges. Unser lieber MP Günther, (den ich immer weniger leiden kann, wegen seiner zu häufigen Wortmeldung in die Bundespolitik, obwohl er noch nicht all-zulange MP war und ist), lässt sich via KN feiern, als man, einige Jahre später als Oslo, eine Landstromanlage nutzte. Wie häufig wird sie genutzt? Dazu trägt Frau Merkels unpräzise Politik im Allgemeinen und ihre unpräzise Energiewende, zu-ungunsten des Stromkunden bei. Wenn es um einen 2 gleisigen Ausbau von bestehenden Bahnstrecken geht, zb von Kiel nach ECK, gerade jetzt, wenn man die alte Levensauer Hochbrücke neu baut, mauert man. Als die B 76 von Gettorf nach Kiel 4 spurig werden sollte, gab es auch Diskussionen, aber es wurde dann der 4 spurige Abschnitt neu gebaut, auch auf einer, zum Teil, neu angelegten Trasse. Das heutige Schienennetz, würde kaum bis kein zusätzliches Schienenangebot, wie eine RegioTram verkraften. Kiel hat ein Seilbahngesetz oder Verordnung, aber man nutzte nach 2008 die Chance nicht. Nun wird wohl München die 1. Stadt mit einer Seilbantrasse werden. Gäbe es ab kommenden Montag keine Fahrzeuge mehr, und alle würden auf diesen ÖPNV umsteigen, gäbe es Chaos. Aber es wurden Milliarden in die unnötige HSH Nordbank investiert. Anstatt in ein zukunft-fähigeres Verkehrsnetz. In Hamburg wird 1 Milliarde Euro, für nur 1 U-Bahnlinie ausgeben, für eine SRB Kiel, bekommt die Landeshauptstadt und ehem. Umweltschutzstadt, bekommt man nicht mal 500 Millionen Euro zusammen. Über die Stadtbahn wird weiter diskutiert, wann sie kommen könnte, darüber wird geschwiegen. Ich bin Konservativer, aber verstehe die heutige Art der gesamten Politik nicht. Es ist alles auf Konsum und kurzfristigkeit ausgelegt und nicht auf Nachhaltigkeit und langfristigkeit. Es werden, vorerst nur zum Test, Autobahnabschnitte elektrifiziert oder Jahre zuvor sollten Gigaliner die Strasse befahren. Wo, bleibt bei der Geschichte, die Bahn, die 60% des LKW Fernverkehrs aufnehmen könnte?

    Liken

    allexm78

    30. Juni 2019 at 10:56


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