KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

#COVID19 Ist Kiel und Schleswig-Holstein auf eine Krise vorbereitet? Nope

with 11 comments

So tritt die Stadt Kiel via Twitter dem aktuellen Virusfall entgegen:

Gerwin Stöcken, Gesundheitsdezernent der Stadt Kiel kommentiert zum Stand in Kiel in einer Pressemitteilung vom 26. Februar:

„Die Landeshauptstadt Kiel ist vorbereitet auf eine mögliche weitere Ausbreitung des Coronavirus. Bisher gibt es in Kiel weder einen Verdachtsfall noch einen bestätigten COVID-19-Fall. Unabhängig davon ist die Einhaltung üblicher Hygienemaßnahmen äußerst sinnvoll, denn sie helfen, die weitere Verbreitung von Krankheiten zu reduzieren.“

Gerwin Stöcken, Quelle

Die Handlungsempfehlungen sind: Allgemeine Hygienemaßnahmen und im Verdachtsfall den eigenen Hausarzt anrufen.

Im schlimmsten Fall einer explosionsartigen Ausbreitung. Wie gut ist Deutschland vorbereitet? Es gibt in sieben Großstädten Sonderisolierstationen mit zusammen 60 Betten in ganz Deutschland!

Das mit der allgemeinen Hygiene ist zweischneidig. Gerade rund um das Thema „Hände Waschen“. Es ist sicher sinnvoll, Hände regelmäßig zu waschen, aber wie es aussieht wird das Coronavirus eher durch Töpfcheninfektion (Husten/Niesen) übertragen, ob sie auch durch direkten Kontakt (Schmierinfektion) übertragen werden, ist bisher nicht belegt.

Chinesische Forscher schließen aufgrund von quantitativen Analysen von RT-PCR-Untersuchungen des Nasenrachenraums, dass das Virus wie Influenza auch durch Aerosole übertragbar ist

Quelle: Wikipedia

Die Übertragungszeit liegt im Schnitt bei 5 Tagen, kann aber vielleicht auch bis zu 24 Tage dauern. Das bedeutet natürlich, dass Menschen relativ lange symptomfrei durch die Gegend laufen und mit anderen interagieren. Es ist dadurch schwer nachzuvollziehen wer mit wem über so einen langen Zeitraum Kontakt hatte.

In Kiel wurden in den letzten Jahren immer wieder Stationen am UKSH und dem Städtischen Krankenhaus geschlossen, weil es nicht ausreichend Personal für den Betrieb gab. Erst im Januar gab es von ver.di organisiert zu dem Thema einen Streik.

Also ganz unabhängig von irgendwelchen Epidemien oder Pandemien ist unser Gesundheitssystem seit Jahrzehnten in einer tiefen Krise. Auch Notaufnahmen sind überlastet. Bisher schon mit teilweise auch harmlosen Fällen. Lange Wartezeiten vorprogrammiert. Das würde natürlich in einem Krisenfall nicht besser. Wir müssen davon ausgehen, dass wir in einem Notfall nicht sofort die adäquate Behandlung bekommen können, die nötig wäre. Und das alleine aufgrund des Personalmangels. Sollte dann noch Personal zum Verdachtsfall werden und teilweise wochenlang nicht arbeiten können, würde sich die Krise noch weiter verstärken.

Intensivstation auf der USNS Comfort

Gerade bei COVID-19 soll es bei schweren Verläufen immer wieder zu schwerer Atemnot kommen und zur Notwendigkeit invasiver Beatmung. Wenn es da eine gute Versorgung gibt, sind die Überlebenschancen gut. Aber wie es aussieht fehlte diese dann eben meist bei den vielen Toten in China. Dieser Flaschenhals existiert in Deutschland und somit auch in Kiel genau so.

In der Berichterstattung wird immer über das Ansteckungsrisiko gesprochen, über Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen und viel zu wenig darüber, welche Vorbereitungen für einen Krisenfall nötig wären. Stattdessen wird versichert, dass man gut vorbereitet wäre. Es ist zwar verständlich, dass Menschen sich über ihr persönliches Risiko sorgen. Wichtiger wäre aber zu überlegen was passiert, wenn wirklich viele Menschen gleichzeitig betroffen wären.

Die Antwort ist wohl auch eher: Lasst uns hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt, denn die Politik hat seit Jahrzehnten die Medizin kaputt gespart. Es gibt keine Maßnahmen, die hier schnell Abhilfe schaffen würden. Daher müsste man im Vorfeld schon schnell bereit sein drastische Maßnahmen umzusetzen. Denn wenn das Kind erst mal in den Brunnen gefallen ist, wären viele Kieler*innen nicht zu retten. Diese Wahrheit muss man auch mal aussprechen. Die bisherige Propaganda verleitet die Leute eher dazu irrational zu reagieren oder in Panik zu verfallen.

Klar kann auch jeder Einzelne etwas tun durch Verhaltensänderung. Aber die Möglichkeiten sind auch begrenzt. Und solange in Kiel kein konkreter Fall auftritt, sollte man auch nicht überreagieren. In 99% der Fälle lassen Symptome auf eine normale Erkältung zurückführen. In dem Fall von höherem Fieber ist auch bei einer Grippe Vorsicht geboten und es könnte sich auch um eine Infektion mit COVID-19 handeln. Wie ja schon oben beschrieben, bewegen sich in Deutschland seit zwei Wochen vermutlich viele, die Überträger sind und bei denen sich noch keine Symptome zeigen. Ich denke hierbei ist der allgemeine epidemiologische Aspekt wichtiger als Ratschläge für die Bevölkerung.

Was wird passieren?

Das wiederum wäre Kaffeesatzleserei. Man kann denke ich sicher davon ausgehen, dass es mehrere Fälle in Schleswig-Holstein geben wird. Als Groß- und Landeshauptstadt wird sicher auch Kiel bald seinen ersten Fall haben. Ab dem Zeitpunkt kann man nur hoffen, dass er früh erkannt und aufgefangen wird. Das ist dann auch wen wenig Pech oder Glück. So wie in NRW, wo es ausgerechnet eine Kindergärtner*innen-Ehepaar traf.

Fazit: Ist Kiel gut vorbereitet?

Leider Nein.

Written by tlow

29. Februar 2020 um 10:20

Veröffentlicht in Gesundheit

Tagged with , , ,

11 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Lieber Thilo,

    ich mag Deine Artikel ja recht gern, aber für einen lt. Robert-Koch-Institut „geringes bis mäßiges“ Risiko machst Du zu viel Wind um die Sache. Erinnere Dich mal bitte an die viralen „Bedrohungen“ der letzten 20 Jahre. Todesfälle waren überwiegend mit einem Co-Faktor verbunden. Ich würde ganz einfach zu einem gesunden Lebenswandel raten, um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, bevor wir uns alle verrückt machen.

    Ich bin ja mit vielem nicht zufrieden hier im Norden, aber die überwiegende Gelassenheit imponiert mir. Wir sind alle nicht aus Zucker, wir sind aus Kiel.

    Cheers

    Bastian

    Liken

    Basti

    29. Februar 2020 at 21:26

    • Ich glaube dieses mal ist es anders.

      Liken

      tlow

      29. Februar 2020 at 21:27

      • Zum Glauben empfehle ich als Ort der Wahl die Kirche. Wenn sogar schon der Mainstream-Teil der Medizin, vertreten durch das Robert-Koch-Institut, zum Besten gibt, dass die letztendlichen Auswirkungen des Virus überschaubar sind, ist doch alles gesagt. Der große Nebenschauplatz ist jedoch die Hysteriewelle, die durch die Medien und Social Networks geistert und exponentiell ansteigt. Es sind simple sozialpsychologische Versuche, die belegen, dass manchmal Hysterie kränker macht als der eigentliche Stein des Anstoßes. Also: Weitermachen, Haltung bewahren und alles wird gut.

        Liken

        Basti

        29. Februar 2020 at 21:45

        • Ich sehe das eher eine große Welle der Verharmlosung im Mainstream. Nach dem Motto, wer brav die Hände wäscht, dem passiert nichts.

          Liken

          tlow

          29. Februar 2020 at 21:56

        • Ich glaube ich hatte Recht.

          Liken

          tlow

          7. Mai 2020 at 08:51

          • Wenn das Dein größtes Problem sein sollte, Du könntest einmal nicht Recht gehabt haben in einer solchen Situation, dann wünsche ich Dir eine gute Besserung. Ich glaube ebenfalls, Recht gehabt zu haben … aber darum geht es mir nicht. Man muss doch auch mal auf die harten Fakten eingehen und sein Ego zurückstellen. Ich gehe davon aus, dass Du genug Fakten kennst, die Deine Haltung plausibel erscheinen lassen. Und Du darfst mir dasselbe zutrauen. Das wäre der klassische Fall für eine gepflegte Podiumsdiskussion. Ich werde Dich berücksichtigen, wenn ich eine solche planen sollte. Also erstmal: thumbs up! Wachsam bleiben.

            Liken

            Basti

            7. Mai 2020 at 11:34

          • Nein, mein persönlicher Ehrgeiz ist halt, hier keinen Blödsinn zu schreiben und ich nehme Kritik auch sehr ernst. Insofern als ich Artikel und Kommentar noch mal las, habe ich das Ganze aus meiner Sicht doch eher zu vorsichtig eingeschätzt.

            Liken

            tlow

            8. Mai 2020 at 21:46

  2. Das Werk wird zwar kontrovers gesehen, ist trotzdem eine Empfehlung: https://www.amazon.de/Virus-Wahn-Schweinegrippe-Medizin-Industrie-Allgemeinheit-Milliarden-Profite/dp/3891891474/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=viruswahn&qid=1583009263&sr=8-1 … Außerdem ist der Co-Autor Dr. Claus Köhnlein ein Kind der Stadt.

    Liken

    Basti

    29. Februar 2020 at 21:53

  3. Ich möchte Thilo recht geben. Mit Hände waschen ist es diesmal nicht getan. Das Gesundheitssystem ist seit vielen Jahren komplett überlastet. Es gibt kaum noch Krankenpflegepersonal, das Kranke begleiten und pflegen kann. Ich bin seit 25 Jahren Krankenschwester und wir werden Jahr für Jahr immer weniger. Personal wird reduziert. Gleichzeitig steigen die Fallzahlen der Patienten.
    Auf einer Station, die früher 16 Patienten hatte, liegen auf einmal 22. Dafür hat man Aufenthaltsräume in Patientenzimmer umgewandelt. So kann man noch mehr kranke Menschen auf engem Raum zusammenpferchen. Es gibt keine Rückzugsmöglichkeiten mehr für Patienten und ihre Angehörigen. Die Schwere der Erkrankungen hat zugenommen.
    Manchmal kommt mir das Ganze vor wie in der Massentierhaltung. Viele Lebewesen auf engem Raum. Aggressionen und Krankheiten entstehen aufgrund der Enge des Zusammenlebens. Nicht genug Personal, um sich adäquat zu kümmern. Unzureichende Hygiene.
    Ein überfordertes System.

    Und in so eine Situation knallt Covid-19.

    Da darf kein einziger in der Pflege mehr krank werden, alle Kräfte werden gebraucht. Wir schleppen uns schon seit Jahren krank zur Arbeit, weil die Station zusammenbricht, wenn 1 oder 2 Leute fehlen. Aber jetzt? Sollen wir wirklich arbeiten gehen, wenn der Verdacht auf Corona bei uns besteht? Was tun wir den uns anvertrauten Patienten dann an, falls unsere Erkältung schlimmere Auswirkungen hat als normalerweise? Wer versorgt dann noch die Kranken, wenn wir im Krankheitsfall wirklich zu Hause bleiben (müssen)?
    Wer? Niemand.

    Liken

    nami

    1. März 2020 at 23:04

  4. […] das ganze für ungefährlich hielt und signalisierte, dass man sich keine Gedanken machen sollte, dachte ich, dass wir in Kiel nicht an #COVID19 vorbei schrammen werden. Erst am 17. März, als es bereits zu spät war und schon Maßnahmen der Länder ergriffen wurden, […]

    Liken

  5. […] mussten ja alle schnell lernen und uns umstellen. Zuvor hatte ich auch bereits festgestellt, dass Kiel, anders als propagiert, nicht gut vorbereitet schien. Keine Institution in Deutschland […]

    Liken


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: