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Corona-Chronik Teil II #COVID19de #Pflegeheime

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Photo by Bich Tran on Pexels.com

Heute knapp vier Wochen später will ich das Wichtigste wieder zusammenfassen. Sehr hilfreich dabei ist mir der Wikipedia-Artikel mit Zusammenfassungen der Zeitabläufe. Ich filtere dabei danach, was mir wichtig erscheint. Denn ich finde ein Blog sollte immer eine einzigartige Perspektive einnehmen um den Chor der Stimmen zu ergänzen und nicht einfach bereits gesagtes wiederzukäuen. Die Perspektive ist etwas schleswig-holsteinisch, aber die Regeln und Maßnahmen dürften vielerorts ähnlich gewesen sein.

Im Rahmen meiner Kritik am #RKI und der Reaktion in Deutschland hatte ich am 21. März eine kleine Chronik bis zum 17.März geführt.

  • Corona Chronik Teil II ab 17. März

  • Am 17. März 2020 änderte das RKI die „Risikobewertung zu COVID-19“ für Deutschland zu „hoch„

    Es gibt jetzt 9.367 Fälle laut JHU (Johns Hopkins University) und noch offiziell KEINE Zahl für Genesene. Die Wachstumsrate der Aktiven Fälle ist bei rund 1,3. In Schleswig-Holstein 127 Fälle. Ab dem 16.3.-18.3. gab es die Schulschließungen in allen 16 Bundesländern. In den kommenden Wochen wurde versucht das Lernen auch über eLearning online zu ermöglichen. Etwas früher begannen auch die Schließungen für Kindertageseinrichtungen. Die Flughäfen in Deutschland blieben geöffnet, es gab keine Fiebermessungen oder Nachverfolgungen. Bayern verkündete bereits am 16.3. den Katastrophenfall für das Bundesland.

  • Am 22. März werden zwischen Bund und Ländern die Kontaktbeschränkungen beschlossen.

    Aber bereits am 21. März sinkt die Wachstumsrate deutlich von 1,3 auf 1,12. Die Kontaktbeschränkungen beinhalten für alle Bundesländer die Begrenzung der in der Öffentlichkeit tolerierten Treffen auf maximal drei Personen. In Schleswig-Holstein wird wenig später ein Bußgeldkatalog verabschiedet, nach dem eine Mißachtung mit 150-500 € geahndet werden kann. Es wurde später auch klargestellt, dass dies auch für private Treffen gilt. Also wenn ein Pärchen zwei Gäste einlädt, ist dies bereits illegal. Seit dem 20. März, also lediglich fünf Tage nach den ersten Maßnahmen sinken die Wachstumsraten in den Wochen langsam bis zum 29. März auf 1,08 (also 8 Prozent) bei den Gesamtfällen oder 1,04 (also 4 Prozent) bei den Aktiven Fällen. Es gibt kein abruptes Abfallen, so dass es schwer fällt eine singuläre Maßnahmen zu identifizieren. Man sagt in der Öffentlichkeit, dass Effekte erst nach 14-21 Tagen sichtbar wären. Demnach wäre eigentlich der 20. März noch kein Effekt der Maßnahmen vom 15. März gewesen. Aber immerhin: Die Inkubationszeit beträgt im Schnitt fünf Tage. Insofern könnte es ein sehr früher Effekt sein. Aber danach findet man nicht wieder einen größeren, auffälligen Bruch in der Kurve. Dennoch wird seitdem vor allem der Erfolg der Kontaktsperre betont.

  • Am 20. April werden verschärfte Bedingungen für Flugreisende angekündigt

    Maskenpflicht und Fiebermessen. Zuvor haben Fluggäste sich wochenlange gewundert, dass sie als Rückkehrer:innen weder befragt noch bei ihnen Fieber gewesen wurden, wie es sonst weltweit (und meiste seit Anfang Januar) üblich ist. Währenddessen wird langsam deutlich, dass Infektionen in Pflegeheimen keine Einzelfälle geblieben sind, sondern statt der Ausnahmen eher die Regel werden. In Niedersachsen sind es aktuell 40 Prozent der Neuinfektionen. Und in Schleswig-Holstein propagiert der Ministerpräsident Günther gleichzeitig gelockerte Bedingungen für Besucher:innen von Pflegeheimen, obwohl dies gerade hier gefährlich erscheint. In Niedersachsen ist COVID19 in mindestens 80 Heimen ausgebrochen und auf die Bundesrepublik hochgerechnet, scheinen es bundesweit mehrere Hundert zu sein.

  • Am 21. April bekannt, dass aktuell deutlich mehr als 14.000 Menschen in Heimen (Bewohner:innen und Pflegerkäfte) mit Corona infiziert sind

    Am gleichen Tag sind die Zahl der Infizierten unter die Marke von 50.000. Der NDR berichtet, dass laut RKI wohl deutlich mehr als die 14.000 betroffen sind, da bei 41% der Meldungen Angaben dazu fehlen, ob jemand in einem Heim wohnt oder arbeitet.

Man könnte noch viel mehr Punkte nennen. Aber die öffentliche Debatte rankte sich um die Pole Verschärfung der Maßnahmen auf der einen Seite und Lockerung auf der anderen Seite. Zwar wurden meistens die Maßnahmen verschärft, doch die Bundeskanzlerin verschärfte den Tonfall noch einmal durch ihre Beschwerde über #Öffnungsdiskussionsorgien.

Pflegeheime

Der Bereich Pflegeheime wurde noch bislang zu wenig berücksichtigt. Ich habe hier nur eine sehr lückenhafte und veraltete Liste:

BundeslandFälle
SH
SN41
HE
BB
MV
BE
HB8
HH28
TH
NI:80
RP
NW:130
BY:189
BW:60
SL6
ST
Summe:542

Dies entspricht sechs von 16 Bundesländern. Wenn man den Schnitt auf alle Bundesländer überträgt käme man auf > 1.000 betroffene Heime bundesweit, aber teilweise noch mit dem Stand März. Insofern gehe ich davon aus, dass inzwischen ca. 2.000 Heime betroffen sind und entsprechend jeweils dort Pflegekräfte und Bewohner:innen. Ein Durchschnittsheim soll 100 Bewohner:innen und 42 Pflegekräfte haben. Also 142 und wenn davon nur die Hälfte betroffen sind, so sind es rund 70 Menschen. Dann kommen wir tatsächlich auf 14.000 Fälle aber ALLEINE für Pflege- und Altenheime. Das wären rund 1/3 aller aktuellen Fälle. Vielleicht sind auch etwas mehr oder weniger.

Written by tlow

21. April 2020 um 08:11

Veröffentlicht in Allgemein

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