KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

Das Parkproblem lösen #Mobilitätswende #Parken

with 3 comments

Parken ist in den Städten ein großes Problem. Darin sind sich Autofahrer:innen und Fußgänger:innen sogar einig. Hier einige Ideen, um das Problem zu lösen:

Das Wichtigste wäre sich zu entschließen, das Parken zu begrenzen und auch abzubauen.

Es braucht eine konkrete Zahl, die man abbauen will! Es gibt seitens der Stadt alleine 9.500 offizielle Parkplätze in Parkhäusern und auf Plätzen. Wie viele gibt es wohl insgesamt? Einige Zigtausend sicher (ergänze, sobald ich Zahl habe) (Schätzung: In Hamburg sind 5% der Stadtfläche Parkplätze. In Kiel wären das rund 6 Quadratkilometer. Bei 10 Quadratmeter pro Parkplatz könnten das 600.000 Parkplätze sein. Ich gehe aber davon aus, dass bei der Fläche auch Zufahrten und Zwischenräume mitgerechnet werden. Aber es gibt 110.000 Autos in Kiel und man sagt, jedes Auto bräuchte drei Parkplätze. Gehen wir also vielleicht von 180.0000 Parkplätzen in ganz Kiel aus. In Amsterdam will man 11.200 Parkplätze in 6 Jahren abbauen. Amsterdam hat 432.000 öffentliche Parkplätze. Das sind also 2,6%. Auf Kiel übertragen wären das also 4.680 Parkplätze bis 2025 oder 780 pro Jahr! Das ist eine Größe, mit der man dann rechnen kann. Man kann das planen und sich darauf einstellen.

Querparken vs. Längsparken

Wie kann man Parkflächen und Parkplätze abbauen? Die Erkenntnis hatte ich selbst erst letztes Jahr durch einen Vortrag zum Thema: Obwohl Querparken weniger Fahrbahnbreite einnimmt, bedeutet es aber, dass es um so mehr Fahrbahntiefe einnimmt. Und auch, dass mehr Fahrzeuge pro Kilometer Straße Platz haben. Effektiv aber gibt man damit mehr Straßenraum oder Freiraum an das Auto als beim Längsparken. Hier als Beispiele von Streetmix:

Querparken bedeutet mehr Platznutzung durch Autos in der Breite https://streetmix.net/kielkontrovers/2/querparken

In dem Beispiel oben bleiben für Fußgänger:innen zB nur 1,10 Meter über und kein Platz für zusätzliche Elemente. Für einen Querstellplatz werden 5 Meter Breite/Tiefe berücksichtigt.

Längsparken spart Platz https://streetmix.net/kielkontrovers/1/langsparken

Im zweiten Fall des Längsparken haben wir plötzlich zwei Gehwege, bei denen viel mehr Menschen gleichzeitig Platz haben (beide rd. 4,50 Meter!) für Bewegung und Abstand. Hinterher haben die Fußgänger:innen mehr als das Vierfache an Platz! Gerade heute während der Corona-Krise merkt man schmerzlich wie sehr das fehlt. Ein Parkstreifen für das Längsparken benötigt zB 2,10 Meter. Bei Querparken hingegen 5 Meter.

Die obige Straße ist 24 Meter breit. Beim Querparken ist die Aufteilung in Prozent der Straße so: Parken: 42% Fahrstreifen: 45%, Fußwege: 9%.Beim Längsparken: Fußwege: 38%, Fahrstreifen: 45% Parken: 17%

Selbstverständlich sind auch andere Straßenquerschnitte möglich. Es zeigt aber vor allem wie raumgreifend Autos sind.

Bei einer Häuserblocklänge von 50 Metern verbleiben 40 Meter für das Parken. Beim Längsparken werden 6,70 Meter für einen Parkplatz reserviert. Also finden mindestens 5 Autos Platz. Beim Querparken sind es rund 20. Durch eine Umstellung reduzieren wir also die Anzahl der Parkplätze auf ein Viertel (25%).

Vorher hätten Autos (5×40 ) 200 Quadratmeter an Platz, danach (2,10×5) 10,50 Meter (=19%). Das heißt wir gewinnen relativ mehr Freiflächen durch eine Umstellung des Parkens, als wir an Menge an Parkplätzen verlieren. Also es finden zwar nur noch 1/4 der Autos Platz, ihr Platzbedarf sinkt aber auf weniger als 1/5. Das nennt man einen No-Brainer. Es gibt zu dieser Umstellung gar keine Alternative in Städten mit zunehmend knappen Räumen und steigenden Quadratmeterpreisen.

Nun kann man also beide Maßnahmen verknüpfen: Die Zielstellung Parkplätze zu reduzieren und vom Querparken auf Längsparken umzustellen. Angenommen wir wollen 780 Parkplätze im ersten Jahr reduzieren. Wie viele Querparkplätze müssten wir dann umwandeln? Ich denke das Vierfache, also 3.120.

Alleine rund um den Schrevenpark https://goo.gl/maps/STvyFuz8bg1PqdSo8 schätze ich die Zahl der Querparkplätze auf 500 und sie nehmen viel Platz für Fußgänger:innen weg:

Straßenquerschnitt Schrevenpark Höhe Goethestraße 9 https://streetmix.net/kielkontrovers/3/goethestrasse-9

Es gäbe sicher noch viele Möglichkeiten zur Einsparung und Raumgewinnung. ZB am Wilhelmplatz mehr Raum für Fußgänger:innen und Radfahrenden. Dort ist für Fußgänger oft gar kein Platz, außer sich zwischen Autos hindurchzuschlängeln.

Written by tlow

22. April 2020 um 18:25

Veröffentlicht in Stadtentwicklung, Umwelt, Verkehr

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3 Antworten

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  1. Die Zahlen sind leider sogar noch höher, zu oft wird mE nur auf die PKW geguckt. Immer häufiger stehen aber auch Anhänger (insbesondere Wohnwagen) und Wohnmobile in den Straßen. Hier die Zahlen (Stand 2018):

    – 110.156 PKW + 10.004 Nutzfahrzeuge + 10.758 Anhänger (auch Wohnmobile) sowie 8.190 Krafträder

    Und zum Vergleich die Zahlen von 2010

    – 97.966 PKW + 8.558 Nutzfahrzeuge + 8.846 Anhänger sowie 7.650 Krafträder

    Die Abschlusszahlen von 2019 liegen noch nicht vor – die Anzahl der PKW wird aber weiter gestiegen sein. Das bedeutet auch, dass in acht Jahren rund 12.000 zusätzliche PKW dazu gekommen sind und die stehen sicher nicht alle auf privaten Parkflächen …

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    Max Dregelies

    22. April 2020 at 19:49

    • Naja warten wir mal ab wegen 2020 und Autos. Entweder es gibt ein Kaufprogramm der Regierung, oder die autoindustrie wird nicht jehr das sein, was sie vorher war.

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      tlow

      22. April 2020 at 21:21

  2. Ich, hätte nichts dagegen, wenn man das Parken einschränkt. Aber für solch eine Politik, müsste Kiel, erstmal, den Hebel umstellen. Und ein anderes Verkehrsmittel stärken. Wie, will man aber ein anderes Verkehrsmittel stärken, wenn man sich erst darüber Unterhalten muss, ob man eine Tram, mit oder ohne Schiene haben möchte? Und eines, muss man wissen: Eine Stadt, gänzlich ohne Autos, wird es nie geben! Das, ist genauso illusorisch, als wenn mir jemand heute erzählt, das unsere Fregatten, Zerstörern weit überlegen sind und diese Bundeswehr, bei allen Waffensystemen 70% Einsatzfähigkeit besitzt oder mehr und die BW, uns Bürger, jederzeit ohne Probleme schützen könne. Wer so etwas erzählt, begeht, grobfahrlässige Lügen. Man hätte auch längst, den reinen Bus ÖPNV favorisieren können. In dem der Bus ÖPNV eigene Fahrspuren erhält. Selbst das, geschah nicht konsequent. Erst, mit einem anständigem ÖPNV, kann der Mensch umsteigen. Wenn, er denn möchte. Man könnte aber auch Firmen „locken“ mit finanziellen Anreizen, auf Autofahrten, innerhalb der Stadt zu verzichten. Vor allem, wenn man eh in der Stadt wohnt, und das Auto, bis zu 8 Stunden, auf der Arbeit lässt, da man es nur für den Arbeitsweg nutzt. Oder, wenn Kieler/ innen, ihre Jugendlichen Kinder, zur Sportschule, in die Wrangelstrasse vorfahren. Muss, das sein? Oder, einige Jugendliche Schwächen die Schule, weil der ÖPNV streikte, obwohl, innerhalb Kiels, alles gut erreichbar wäre. Eltern, hätten sich zusammenschließen können und jeder bringt die Kinder mal zur Schule. Was ich sagen möchte. Machen wir es so, wie es die DDR machen musste. Nicht, aus Überzeugung. Sie machte aus einer Not, eine Tugend. Zuerst, kamen die ÖPNV Anschlüsse, in neue Wohnviertel. Da, es in der DDR noch weniger PKWS gab. Aber eben aus anderen Gründen. So, konnten die Arbeiter, mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren. Heute, müsste bei jeder Entscheidung, der ÖPNV Vorrang genießen. Es kann, wahrlich, nicht sein, das ich mit dem PKW, schneller von der Holtenauer Straße aus, in Gettorf bin, als wenn ich mit dem Bus zum Hbf fahre. Und mit dem Zug, weiter nach Gettorf. Gettorf, liegt nur 15 Km entfernt von Kiel. Fahrzeit mit dem ÖPNV ca 30min plus, mit Verspätung. Fahrzeit, mit dem PKW, mit beschriebener Strecke, via 76: 15-20 min, bis zur Holtenauer. Jetzt, wird die Alte Levensauer Brücke, neu gebaut und wieder nur eingleisig, statt die Brücke, für 2 Gleistrassen auszulegen. Wenn wir diesen Hebel nicht umstellen, können wir uns nur bedingt darüber Unterhalten, weniger Parkflächen haben zu wollen. Wenn man es machen wollte, wäre vielleicht auch eine Obergrenze, für PKW Zulassungen notwendig. Ähnlich, wie man es bei der BW, mit seinen Waffensystemen machte. Aber bei der Bundesehr, war es unsinnig! Da die Bundeswehr, ja unsere Freiheit und Demokratie schützen sollte. Während der überhand, genommene PKW Verkehr, manche Städte regelrecht, verstopft.

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    Kielee78

    24. April 2020 at 09:56


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