KielKontrovers

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#Maskenpflicht in SH #CoronaKiel

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Ab diesem Mittwoch, 29. April müssen alle Schleswig-Holsteiner bei Einkäufen und im Nahverkehr Schutzmasken tragen. Die Maskenpflicht. Gültig mindestens bis zum 31. Mai.

[Verordnung im Wortlaut]

Diese Maßnahme ist aus verschiedenen Gründen kritikwürdig:

  • Auch ohne Maskenpflicht sind die Ansteckungen zurückgegangen
  • In vielen Ländern, die erfolgreich das Virus bekämpft haben gibt es keine solche Maskenpflicht!
  • Viele tragen sowieso bereits eine Maske
  • Es ist nicht zu erwarten, dass die Masken einen positiven Effekt auf die Ansteckungszahlen haben
  • Menschen mit Masken halten oft Abstände nicht mehr ein
  • Ausgenommen ausgerechnet das Verkaufspersonal, also diejenigen, die am meisten Kundenkontakt haben. Auf Ischgl bezogen wäre das so, dass der einzige Superspreader keine Maske hätte tragen müssen, aber alle anderen, die sich bei ihm angesteckt haben. Es müsste genau umgekehrt sein
  • Und ausgenommen sind ausgerechnet die Schulen. Das heißt dort, wo das Infektionsrisiko besonders hoch ist, wegen der Menge an Menschen und auch weil Schüler:innen oft weniger Abstand einhalten und sie sich den ganzen Tag in geschlossenen Räumen aufhalten müssen.
  • Es gibt weitere mögliche Ausnahmen, wenn das Tragen von Masken aus psychologischen oder medizinischen Gründen nicht empfehlenswert ist. Praktikabel ist das aber wohl kaum: Denn zum einen müsste sich jetzt jeder mit einem Problem um einen Nachweis irgend einer Art bemühen. Und zum anderen gibt es einen sozialen und Rechtfertigungsdruck. Die Leute müssen sich dann entscheiden, welche Einschränkung gerade psychologisch schwerer wirkt.
  • Es ist an Bedeckungen fast alles erlaubt. Das ergibt so auch gar keinen Sinn. Wenn etwas nicht wirkt, sollte man es auch nicht nutzen müssen.
  • Es gibt immer noch eine Maskenknappheit insbesondere für entsprechendes Personal in Kliniken. Denen Masken wegzunehmen für ein durchschaubares politisches Manöver ist absolut unverantwortlich.

Ich hätte es genau umgekehrt gemacht:

  • Keine generelle Maskenpflicht, außer:
  • Beim Verkaufspersonal, in Krankenhäusern, öffentlicher Dienst mit Publikumsverkehr, Pflegeheimen und Ähnlichem
  • In Schulen

Zumindest hätte ich aber darauf verzichtet, Menschen über 60 dieses Pflicht aufzubürden. Am meisten verbreitet ist #COVID19 in der Altersgruppe zwischen 35 und 59. Bei Ü60 geht es eher darum diese vor Infektionen zu schützen. Das heißt aber auch, dass diese selber sich nicht auf die Art schützen können. Gerade weil es ab diesem Alter vermehrt Probleme geben kann mit dem Atmen wäre hier eine Ausnahme sehr zu begrüßen.

Die Maßnahmen der Politik sind seit Wochen kaum noch nachvollziehbar. Es gibt einen Wettbewerb der Verschärfungen und ein Ende ist nicht in Sicht. Gleichzeitig gibt es wieder kaum nachvollziehbare Lockerungen oder Diskussionen darüber wie bei Pflegeheimen, wo man eher erwarten würde, dass man nachbessern müsste. Die Härte der Politik soll deren Nichthandeln und Unfähigkeit nur verdecken. Andere Staaten haben bereits im Dezember oder Januar gehandelt. Hier handeln wir immer nur spät und dann unangemessen statt frühzeitig und zielgerichtet. Debatten wie um die Absage der Kieler Woche wiederum werden wochenlang hinausgezögert. Alles scheint eher dem Motto zu folgen: Lieber alle Menschen überall einschränken als auf Großveranstaltungen zu verzichten oder an neuralgischen Punkten mit hohem Infektionsrisiko zu handeln. Es wirkt auf mich nicht so, als wolle man Infektionen effektiv stoppen, sondern eher den Menschen das Gefühl geben man würde „richtig“ etwas zur Ausbreitungsbekämpfung tun. Warum dann nicht im Januar die Aufforderung Masken zu tragen? Oder warum erst im APRIL eine Kontrolle von Fluggästen?

Written by tlow

26. April 2020 um 09:10

Veröffentlicht in Gesundheit

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2 Antworten

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  1. „Keine generelle Maskenpflicht, außer:
    Beim Verkaufspersonal, in Krankenhäusern, öffentlicher Dienst mit Publikumsverkehr, Pflegeheimen und Ähnlichem
    In Schulen“.
    Sehe ich ähnlich. Ansonsten finde ich das Krisenmanagement gut. Keine einfachen Zeiten. Klar kann man sich Fragen ob die Eröffnung eines Flughafens oder verkaufsoffene Sonntage und wie hier im Beitrag die genannte Maskenpflicht sinnvoll sind, aber in der Gesamtsumme lief es doch eigentlich gut. Gerechte Lösungen zu finden, die das Gemeinschaftswohl ebenso wie indviduelle Bedürfnisse gleichermaßen gerecht werden, halte ich für einen schwierigen Drahtseilakt. Und man fährt auf Sicht. Mir fehlt bei dem ganzen Gegenwind (generell gesehen) das Benennen dessen was gut läuft.

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    Xeniana

    26. April 2020 at 09:24

    • Du darfst nicht vergessen, dass wir bald 6.000 Tote haben mit steigender Tendenz. Andere Länder, die früher betroffen waren, haben zB „nur“ Hunderte. Gut laufen sehe ich anders.

      Liken

      tlow

      26. April 2020 at 19:37


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