KielKontrovers

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Schnelle Entwicklung bei Organisationen?

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Photo by SpaceX on Pexels.com

Das, was man gerade sieht bei SpaceX, das sie große Fortschritte machen, auf verschiedenen Ebenen und das sie hemmungslos testen und ausprobieren hat mich angeregt ein wenig darüber zu philosophieren, in wie weit Organisationen, gerade im Bereich Umweltschutz und soziale Entwicklung nicht auch immer noch zu konservativ sind in ihrem Verhalten. Das Beste was sie tun sind ist ihre Ziele zu definieren und zu entscheiden, welche Aktionen effektiv sind und welche Wirkung sie erzielen. Ich denke GUTE ZIELE sind dabei durchaus unverzichtbar. Eine Firma wie SpaceX hat klare und gute Ziele. Allerdings bedeutet das nicht, das alles was sie tun wohlüberlegt ist. Stichwort Wirkung.

Ich habe das jetzt seit einigen Wochen etwas intensiver verfolgt, was da in den USA passiert, aber für die, die dem nicht so folgen:

SpaceX entwickelt zB ein Gefährt, was zB auf den Mond fliegen soll und/oder auch auf den Mars. Dazu hat man zunächst etwas entwickelt, was sie den „Starhopper“ nannte und es flog

Aber das verwarf man wieder und konzentrierte sich auf das Starship. Und sort gibt es Seriennummer 1,2,3,4,5 . Die Nummer 4 explodierte:

Aber SN5 machte alles richtig diese Woche:

Ich möchte vorschlagen dieses Beispiel mit den Raketen auf andere Bereiche zu übertragen. Bei der Software gab es Vorläufer von Methoden wie u.a.

Die grundsätzliche Idee ist es, Dinge in der Entwicklung auszuprobieren und danach auszuwerten oder zu testen, ob sie sich bewährt haben!

Für SpaceX würde ich sagen, dass sie dadurch durchaus schnell und günstig voran kommen. Ich glaube, dass das durchaus auch für Organisationen möglich ist.

Damit meine ich, dass man zwar als Organisation seine Ziele klar haben sollte. Aber man sollte eventuell nicht immer unbedingt lange überlegen, wie man ein Ziel erreicht, sondern so etwas eine Testrakete oder Testballon starten und versuchen auszuwerten, was die Wirkung war.

In Kiel sehe ich da durchaus Ansätze mit den Popup-Bikelanes 2019. Um es zu erläutern: Die Idee, die umgesetzt wird ist, das auf einer bestehenden Straße eine Autospur gesperrt wird und den Radler:innen zur Verfügung gestellt wird. Man macht das einfach mal und schaut was passiert. Gab es Staus? Gab es andere Probleme? Was sagten die Radler:innen und die Autofahrer:innen und Anwohner:innen? Ausprobieren und Auswerten! Es gibt diverse Aktionsideeen. Gerade bei Ehrenamtlichen gehts auch darum, wie die Aktivist:innen die Idee aufnahmen: Hat es Spaß gemacht? Es geht nicht nur darum, ob es einen tollen Presseartikel gab. Wie war der Aufwand? Gibt es Finanzen und Zeit und Lust es noch ein mal durchzuführen?

Und bei manchen Ideen gibt es auch die Möglichkeit verschiedene Varianten in kurzer Zeit durchzuführen und ggf. schnell aus Fehlern zu lernen. Infostände müssen nicht immer gleich aussehen. Man kann Module zusammensetzen und schauen, wie sie funktionieren. Am Ende auswerten? Wie hat es funktioniert? Was hat gefehlt? Was hat genervt?

Das ist dann also eine Mischung aus klaren Zielen und herumexperimentieren! Bei den Experimenten ist die Wirkung nicht sicher – und evt. auch keine gute Vorbereitung! Dazu muss man sich von Traditionen verabschieden. zB liebgewonnene Verhaltensweisen oder Materialien! Lasst sie mal zu hause! Oder mal andere Formen ausprobieren der Agitation. Etwas weglassen oder hinzufügen und schauen wie es funktioniert!

Mittlerweile mache ich Infostände seit ca. 10 Jahren und habe schon Vieles ausprobiert.Generell ist meine Erfahrung. man kann so vieles tun und es ist auch nicht schwer. Die meisten Leute haben zu viel Respekt vor Aktionen. Und es wird zu wenig und zu schlecht kommuniziert. Manchmal jage ich mehrere Monate oder mehrere Jahre hinter einer simplen Information hinterher. Und das führt natürlich zu Verzögerungen und Fehlentscheidungen. Aus Respekt gebe ich hier keine Beispiele. Aber es ist schon frustrierend. Aus meiner Sicht hätte man schon mit 1-2 Organisation schon längst Berge versetzen können, wenn man sich nicht primär selber im Wege stehen würde und zu viel Angst hätte einfach mal zu handeln. Es ist oft gar nicht der Staat, der etwas verbietet oder blockiert, sondern die Mistreiter die sagen:

  • Das können wir nicht tun
  • Das haben wir noch nie so gemacht
  • Das wird nie genehmigt
  • Da kommt sowieso keiner
  • Das können wir immer noch mal machen
  • Das kann nicht funktionieren
  • Was passiert, wenn wir das machen?
  • Das ist doch nur Arbeit!

Das Progressivste ist dann meist etwas in der eigenen Stadt zu tun, was in zig anderen Städten schon funktioniert hat. Das ist schon ganz gut, aber es wäre doch sehr, sehr viel mehr möglich!

Man muss einfach mal den Mut haben, etwas auszuprobieren! Warum macht man das Ganze sonst? Ich empfinde den Widerstand gegen Neues oft als viel anstrengender als die Aktionen selbst.

Written by Thilo

7. August 2020 um 21:57

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