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#COVID19de Reagieren die Regierungen in Deutschland abermals zu langsam? #CoronaKiel

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Wie schon im Dezember/Januar reagieren die Bundesregierung und die Landesregierung wieder zu langsam. Ich habe schon am 29. Mai darauf hingewiesen, dass Zahl Aktiven Fälle wieder anstiegen. Die Kurve der Abnahme flachte immer weiter ab. Zunächst hatte ich die verspätete und mangelhafte Reaktion Deutschlands kritisiert, insbesondere die falsch Informationspolitik des RKI. Dann die zu starken Maßnahmen, dann die zu späte Reduzierung. Und dann die Tendenz bildlich gesprochen alle Wasserhähne voll aufzudrehen und auch im Tourismus durchzustarten.

Ich bin ja gar kein Experte, aber ich meine verstanden zu haben, dass es nie um eine gute Geschichte der Politik oder Medien gehen darf, die man verkaufen will. Wir brauchen Maßnahmen, die aufgehoben werden, wenn sie nichts nützen oder unnötige geworden sind oder zu streng waren. Und wir brauchen Maßnahmen, die sofort ohne Verzögerung umgesetzt werden ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten von Politker:innen. Wenn etwas nötig ist, muss es unmittelbar umgesetzt werden. Und es ist wahnsinnig wichtig, um die Pandemie zu steuern, dass Maßnahmen asynchron ergriffen werden.

Das heißt wir hätten spätestens im Dezember/Januar die ersten Maßnahmen ergreifen müssen vor der Krise.Um überhaupt wirkungsvoll das Auftreten und Anwachsen der Zahlen zu verhindern, noch bevor der Virus nach Deutschland kam. Aber damals war uns der Karneval in NRW oder Fasching in Bayern wichtiger. Und die Großveranstaltungen und Umsätze im Fußball. Das hat uns mehrere tausend Tote gekostet.

Dann hat man die Gefahr erkannt und auch die richtigen Maßnahmen ergriffen bis zum 17. März. Aber als man bereits sah, dass die Maßnahmen wirkten, hat man den Fehler gemacht die Maßnahmen um ein vielfaches zu verschärfen und damit eine Sekundärproblematik aufzuwerfen durch mangelnde Bewegung der Bevölkerung, verschobene Therapien, Provokation von Folgeerkrankungen uvm. . Und man ließ diese Maßnahmen eines Lockdowns viel zu lange wirken, obwohl diese offenbar keinen großen Nutzen brachten. Gleichzeitig fing man erst Ende April damit an, Fluggäste bei der Einreise zu kontrollieren.

Die letzten Wochen nun flachte sich die Kurve der Senkung der Aktiven Fälle immer weiter ab und am 11. Juni gab es erstmals wieder mehr Fälle. Für jeden mit offenen Augen war zu erkennen, dass eine Trendumkehr erkennbar war. Doch anstatt frühzeitig gegenzusteuern wurden täglich weitere Lockerungen angekündigt und umgesetzt, ohne Rücksicht auf deren mögliche Folgen. Man hat also AKTIV daran gearbeitet eine zweite Welle von COVID19 in Europa zu etablieren, inklusive offenen Tourismus. In Berlin als Millionenstadt und Zentrum Deutschland steigen die Zahlen schon länger wieder, aber man hat selbst unter diesem Eindruck weiter gelockert. Vielleicht weil man immer noch das Märchen glaubt, dass die Masken uns alle schützen werden, egal was um uns herum passiert? Wir erinnern uns: Vorher hat man uns das Gegenteil erzählt: Das niemand eine Maske niemals tragen muss, weil die eh nie helfen. Und jetzt behauptet man die CoronaWarnApp würde uns alle retten!? Ich gebe zu, ich habe sie sofort installiert, weil ich sie für total sinnvoll halte und auch datenschutzrechtlich für ausgewogen. Sie sagt mir soeben: Niedriges Risko – bisher keine Risiko-Begegnungen. Das ist erfreulich und hoffentlich bleibt es so, für möglichst Viele!

Aber heute wird es erstmals mehr als 645 Neuinfektionen geben. Bisher hatten wir das Glück, dass die Neuinfizierten immer unter dem Wert der Genesenen blieben.

Update 18.6.: Es wurden dann viel mehr: 1.797 Neuinfizierte!

Quelle: Worldometer

Ich bin der Überzeugung, dass uns am besten folgende Maßnahmen helfen:

  1. Am wichtigsten, dass GROSSVERANSTALTUNGEN verboten bleiben, solange das Infektionsgeschehen so variabel und bedrohlich ist.
  2. Jede Art von Unterbringung muss überprüft werden. Ob Pflegebedürftige, Asylbewerber:innen, Arbeiter:innen: Der Staat hat eine Fürsorgepflicht und darf nicht wegschauen. Ob Besuchsregeln oder beengte Wohnverhältnisse oder schlechte Hygienenbedingungen: Da muss sich sofort gekümmert werden und die Betroffenen müssen im Mittelpunkt stehen.
  3. Jeder Art von Zusammenkünften, ob in Schule, KITA, o.a., insbesondere alles was Pflicht ist, muss vorsichtig umgesetzt werden. Natürlich Maskenpflicht in Schulen und erhöhte Hygiene. Da brauchts vielleicht auch mehr Investitionen, um Infratruktur auf den Stand von 2020 zu bringen.
  4. Die Rückverfolgung sollte klappen. Da ist die CoronaWarnApp der richtige Schritt. Aber die Leute sollten bei Gefahr oder Infektion auch gut betreut und nicht im Stich gelassen werden wie in der Vergangenheit oft geschehen.
  5. Große Bewegungen der Leute insbesondere durch Tourismus müssen nach Möglichkeit auf ein Minimumm reduziert werden. Wir können uns da jetzt kein Durchstarten leisten. Das was da gerade passiert ist Wahnsinn! Weil dadurch dort wo wenige Fälle sind wieder neue entstehen und man die Entwicklung nicht mehr lokal begrenzen kann !!!

Zudem: Weltweit sind die Fälle jeweils ungebrochen gestiegen seit Beginn der Pandemie.

Quelle: Worldometer:https://www.worldometers.info/coronavirus/worldwide-graphs/#active-cases

Wer im Ausland Urlaub macht, gefährdet sowohl die Menschen dort, als auch als Heimkehrer:in später im eigenen Land (nicht nur) die Freunde und Angehörigen!

Das ZDF meldet gerade in heute, dass die Neuinfektionen extrem gering sind und bezieht sich da auf die Zahlen von gestern. Ein Blick auf heute hätte bis jetzt eine Verdreifachung gezeigt.

Zu einem Medikament: Zunächst hatte das RKI uns „versprochen“, dass es in wenigen Wochen ein Medikament geben würde. Nun heißt es, frühestens Anfang nächsten Jahres. Eine weitere Desinformation. Und keine Sicherheit darüber, dass es wirken wird, oder sicher sein wird bei der Einnahme! Und was Impfungen angeht: Wir wissen auch nicht, ob es jemals wirksame Impfungen geben wird. Diese ganzen Spekulationen helfen uns nicht weiter!

In China ist man viel vorsichtiger und konsequenter bei neuen Maßnahmen, obwohl das Land weniger Neuinfektionen hat als wir bei der rd. 16fachen Größe!

Written by tlow

17. Juni 2020 at 18:44

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Und täglich grüßt die #Reproduktionszahl

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Ich bin ja kein Wissenschaftsjournalist, aber es ist schon verblüffend wie viel Aufmerksamkeit die Reproduktionszahl „R“ nach wie vor bekommt.

Zum einen sagt das Robert Koch-Institut (RKI) mittlerweile selber, dass dieser Wert alleine betrachtet „nicht hilfreich„.

Dutzende Artikel sind von verschiedensten Journalisten erschienen um uns endlich ein für alle mal zu erklären, was R ist und warum sie so wichtig ist. Doch alle die ich gelesen habe sind an der selbst gesteckten Aufgabe gescheitert. Peinlich für den Journalismus!

Es hilft bereits ein Blick in den Artikel zur Basisreproduktionszahl in der Wikipedia, um es zu überblicken:

Quelle: Wikipedia

Nun kann man vermutlich verschiedenste Methoden anwenden, um diese drei Variablen: K, q, D zu errechnen.

Die sicherste scheint mir dabei D, die mittlere Dauer der Infektiosität zu sein, da man dies ja direkt an allen Patient:innen feststellen kann und einen Durchschnitt bilden.

K, die Anzahl der Kontakte ist aus meiner Einschätzung zur Zeit sehr schwierig festzuhalten. Es stellt sich da auch die Frage: Was ist ein Kontakt? Ist es bereits eine Begegnung auf der Straße im Vorübergehen? Oder ist es mindestens fünf Minuten im Abstand unter 1,50 Meter im Freien?

q, die Wahrscheinlichkeit der Infektion bei Kontakt. Das hängt auch von vielen Faktoren ab: Welchen Beruf hat jemand, Pflegeberuf oder Homeoffice? Wie lange dauern die Kontakte im Schnitt an? Ändert sich die Länge abhängig von Maßnahmen?

Ich gehe davon aus, dass wir wissen wie viele Kontakte der Durchschnittsdeutsche unter normalen Umständen pro Tag hat. Und über Umfragen kann man sicher auch untersuchen wie sich das Verhalten während der Krise verändert, auch abhängig von Maßnahmen. Die Wahrscheinlichkeit der Infektion basiert sicher einerseits auf dem neuesten Forschungsstand der Infektiosität und andererseits eine Einschätzung darüber wie sich das Verhalten der Menschen ändert.

Da besonders die Kombination aus K und q schwer abzuschätzen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Werte tatsächlich eher abgeleitet werden und daher nicht direkt die Variablen sind, die in die Berechnung einfließen. Abgeleitet zB aus den gemeldeten Zahlen der Neuinfektionen. Allerdings taucht für mich dann das Problem auf, dass R nicht wirklich ein von den aktuell gemeldeten Zahlen unabhängiger errechneter Wert ist. Die Frage ist dann, welchen Mehrwert er uns jeweils bringt? Wie aktuell ist R?

Zudem ist es so, dass wenn wir statt auf R auf die Unterschiede bei den Neuinfektionen schauen wir eine Abnahme um 0,96 pro Tag seit dem 11. April bis heute haben. Dadurch gibt es heute statt 65.181 nur noch 18.710 Fälle also mehr als 46.000 weniger Infizierte in nur vier Wochen! Das würde bedeuten, dass es bereits in zwei Wochen keine Infizierten mehr in Deutschland geben könnte. Ehrlich gesagt ist mir dann egal, welchen aktuellen R-Wert wir dann haben, wenn es danach kein Corona mehr gibt.

Aber natürlich wird es so nicht sein, denn es gibt viele Heime und Unterbringungen, wo sich das Virus weiter vermehren kann. Und die Besuchsbedingungen wurden in vielen Bundesländern jüngst erst gelockert. Und ob Amazon oder Fleischindustrie oder andere Ausbeuter: irgendwo gibt es immer Bedingungen oder Umgehungen von Hygienestandards, die Ansteckungen begünstigen.

Und natürlich gibt es da noch die Dunkelziffern. Aber für mich gilt es vor allem den Satz im Kopf zu behalten „Der Virus kennt kein R“. Es ist vollkommen egal was wir uns ausrechnen, wenn es sich dann hinterher nicht in realen Zahlen niederschlägt!

Kanzleramtsminister Helge Braun warnte am 4. April: „„Die Zeit mit den höchsten Infektionszahlen liegt noch vor uns“ – Ich weiß nicht, wie er das meinte und es wurde auch seitens der Medien nie hinterfragt. Wir haben seitdem keine Rekordneuinfektionen, aber natürlich sind bisher insgesamt mehr Leute infiziert worden. Weniger können es aber ja eh nicht werden. Seine Aussage muss sich daher auf Neuinfektionen bezogen haben. Boy, was he wrong!

Im übrigen warten wir immer noch auf die versprochenen Medikamente: Edne Februar stellte Herr Wieler in Aussicht, dass es bereits in wenigen Wochen Medikamente auf dem Markt geben würde. „Wenige Wochen“ habe ich mal als unter 10 Wochen gewertet. Die zehnte Woche ist mit dem heutigen Montag angebrochen. Und damit auch das „Versprechen“. Es wird vermutlich bald „Remdesivir“ auf dem Markt geben, aber das scheint lediglich die Krankenhausaufenthalte von Betroffenen zu reduzieren und wie viel es wirklich an Leben rettet bleibt abzuwarten.

Written by tlow

11. Mai 2020 at 09:32

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Corona-Chronik Teil II #COVID19de #Pflegeheime

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Photo by Bich Tran on Pexels.com

Heute knapp vier Wochen später will ich das Wichtigste wieder zusammenfassen. Sehr hilfreich dabei ist mir der Wikipedia-Artikel mit Zusammenfassungen der Zeitabläufe. Ich filtere dabei danach, was mir wichtig erscheint. Denn ich finde ein Blog sollte immer eine einzigartige Perspektive einnehmen um den Chor der Stimmen zu ergänzen und nicht einfach bereits gesagtes wiederzukäuen. Die Perspektive ist etwas schleswig-holsteinisch, aber die Regeln und Maßnahmen dürften vielerorts ähnlich gewesen sein.

Im Rahmen meiner Kritik am #RKI und der Reaktion in Deutschland hatte ich am 21. März eine kleine Chronik bis zum 17.März geführt.

  • Corona Chronik Teil II ab 17. März

  • Am 17. März 2020 änderte das RKI die „Risikobewertung zu COVID-19“ für Deutschland zu „hoch„

    Es gibt jetzt 9.367 Fälle laut JHU (Johns Hopkins University) und noch offiziell KEINE Zahl für Genesene. Die Wachstumsrate der Aktiven Fälle ist bei rund 1,3. In Schleswig-Holstein 127 Fälle. Ab dem 16.3.-18.3. gab es die Schulschließungen in allen 16 Bundesländern. In den kommenden Wochen wurde versucht das Lernen auch über eLearning online zu ermöglichen. Etwas früher begannen auch die Schließungen für Kindertageseinrichtungen. Die Flughäfen in Deutschland blieben geöffnet, es gab keine Fiebermessungen oder Nachverfolgungen. Bayern verkündete bereits am 16.3. den Katastrophenfall für das Bundesland.

  • Am 22. März werden zwischen Bund und Ländern die Kontaktbeschränkungen beschlossen.

    Aber bereits am 21. März sinkt die Wachstumsrate deutlich von 1,3 auf 1,12. Die Kontaktbeschränkungen beinhalten für alle Bundesländer die Begrenzung der in der Öffentlichkeit tolerierten Treffen auf maximal drei Personen. In Schleswig-Holstein wird wenig später ein Bußgeldkatalog verabschiedet, nach dem eine Mißachtung mit 150-500 € geahndet werden kann. Es wurde später auch klargestellt, dass dies auch für private Treffen gilt. Also wenn ein Pärchen zwei Gäste einlädt, ist dies bereits illegal. Seit dem 20. März, also lediglich fünf Tage nach den ersten Maßnahmen sinken die Wachstumsraten in den Wochen langsam bis zum 29. März auf 1,08 (also 8 Prozent) bei den Gesamtfällen oder 1,04 (also 4 Prozent) bei den Aktiven Fällen. Es gibt kein abruptes Abfallen, so dass es schwer fällt eine singuläre Maßnahmen zu identifizieren. Man sagt in der Öffentlichkeit, dass Effekte erst nach 14-21 Tagen sichtbar wären. Demnach wäre eigentlich der 20. März noch kein Effekt der Maßnahmen vom 15. März gewesen. Aber immerhin: Die Inkubationszeit beträgt im Schnitt fünf Tage. Insofern könnte es ein sehr früher Effekt sein. Aber danach findet man nicht wieder einen größeren, auffälligen Bruch in der Kurve. Dennoch wird seitdem vor allem der Erfolg der Kontaktsperre betont.

  • Am 20. April werden verschärfte Bedingungen für Flugreisende angekündigt

    Maskenpflicht und Fiebermessen. Zuvor haben Fluggäste sich wochenlange gewundert, dass sie als Rückkehrer:innen weder befragt noch bei ihnen Fieber gewesen wurden, wie es sonst weltweit (und meiste seit Anfang Januar) üblich ist. Währenddessen wird langsam deutlich, dass Infektionen in Pflegeheimen keine Einzelfälle geblieben sind, sondern statt der Ausnahmen eher die Regel werden. In Niedersachsen sind es aktuell 40 Prozent der Neuinfektionen. Und in Schleswig-Holstein propagiert der Ministerpräsident Günther gleichzeitig gelockerte Bedingungen für Besucher:innen von Pflegeheimen, obwohl dies gerade hier gefährlich erscheint. In Niedersachsen ist COVID19 in mindestens 80 Heimen ausgebrochen und auf die Bundesrepublik hochgerechnet, scheinen es bundesweit mehrere Hundert zu sein.

  • Am 21. April bekannt, dass aktuell deutlich mehr als 14.000 Menschen in Heimen (Bewohner:innen und Pflegerkäfte) mit Corona infiziert sind

    Am gleichen Tag sind die Zahl der Infizierten unter die Marke von 50.000. Der NDR berichtet, dass laut RKI wohl deutlich mehr als die 14.000 betroffen sind, da bei 41% der Meldungen Angaben dazu fehlen, ob jemand in einem Heim wohnt oder arbeitet.

Man könnte noch viel mehr Punkte nennen. Aber die öffentliche Debatte rankte sich um die Pole Verschärfung der Maßnahmen auf der einen Seite und Lockerung auf der anderen Seite. Zwar wurden meistens die Maßnahmen verschärft, doch die Bundeskanzlerin verschärfte den Tonfall noch einmal durch ihre Beschwerde über #Öffnungsdiskussionsorgien.

Pflegeheime

Der Bereich Pflegeheime wurde noch bislang zu wenig berücksichtigt. Ich habe hier nur eine sehr lückenhafte und veraltete Liste:

BundeslandFälle
SH
SN41
HE
BB
MV
BE
HB8
HH28
TH
NI:80
RP
NW:130
BY:189
BW:60
SL6
ST
Summe:542

Dies entspricht sechs von 16 Bundesländern. Wenn man den Schnitt auf alle Bundesländer überträgt käme man auf > 1.000 betroffene Heime bundesweit, aber teilweise noch mit dem Stand März. Insofern gehe ich davon aus, dass inzwischen ca. 2.000 Heime betroffen sind und entsprechend jeweils dort Pflegekräfte und Bewohner:innen. Ein Durchschnittsheim soll 100 Bewohner:innen und 42 Pflegekräfte haben. Also 142 und wenn davon nur die Hälfte betroffen sind, so sind es rund 70 Menschen. Dann kommen wir tatsächlich auf 14.000 Fälle aber ALLEINE für Pflege- und Altenheime. Das wären rund 1/3 aller aktuellen Fälle. Vielleicht sind auch etwas mehr oder weniger.

Written by tlow

21. April 2020 at 08:11

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#COVID19de Wehrlose Politik? #Exitstrategie

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Die Corona-Pandemie nahm ihren Anfang zwar schon Ende 2019, doch kam diese erst so richtig erst Mitte März in Deutschland zum Tragen. Am 15. März vereinbarten Bundesregierung und Bundesländer umfassende Schließungen und Einschränkung in Deutschland. Trotz der Andeutung eines sinkenden Wachstums der Neuinfizierten beschloss man am 22. März dann eine weitere Verschärfung der Maßnahmen mit Grundrechtseinschränkungen wie der Kontaktsperre als Sonderform einer Ausgangssperre.

Am Montag, den 30. März stieg die Zahl der aktiven Fälle um lediglich um 57 Personen (nach Zahlen der Johns Hopkins University). Obwohl diese Zahl letztendlich die Allesentscheidende ist, weil zum Beispiel daraus sich Engpässe in Intensivstationen ergeben. Wenn ungefähr 5 Prozent der Infizierten zu kritischen Fällen werden so darf die Zahl der aktiven Fälle einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Bzw. wird es teilweise auch wichtig sein, Fälle regional umzuverteilen, weil es lokal früher zu einem Überschreiten der Kapazitätsgrenze kommen kann.

Hier eine Tabelle der Aktiven Fälle von #COVID19 in Deutschland. In der rechten äußeren Spalt sieht man das Wachstum zum jeweiligen Vortag in Prozent:

DatumAktive FälleWachstum
16.3.7.18824,92 %
17.3.9.27429,02 %
18.3.12.19431,49 %
19.3.15.16124,33 %
20.3.19.60029,28 %
21.3.22.07112,61 %
22.3.24.51311,06 %
23.3.29.54216,18 %
24.3.33.5703,73 %
25.3.36.23313,63 %
26.3.43.8627,93 %
27.3.48.78121,06 %
28.3.52.68311,21 %
29.3.52.7408,00 %
30.3.52.9010,11 %

Wir sehen also, dass das Wachstum an Aktiven Fällen am 30. März zum Stillstand gekommen ist. Und das trotz Nachmeldungen vom Wochenende und obwohl die Ansteckungen dann vermutlich schon bis zu 2-3 Wochen her sind.

Nun kennen wir alle nicht die Zukunft. Es kann immer wieder hier und da aufbrechen und neuen Fälle, wie in den Pflegeheimen dazu kommen. Aber ich denke man darf diese Zahlen nicht einfach ignorieren. Vergessen wir dabei nicht, dass es lediglich diese Zahlen waren, die zu den beschlossenen Maßnahmen führten. Wir können nicht einfach nur bei steigenden Zahlen und Prognosen handeln, aber im Gegenzug gar nicht reagieren, wenn sie sinken.

Ich glaube schon, dass es örtlich immer wieder zu einem Steigen der Zahlen kommen kann. Daher sagt man ja auch, dass ein Erhöhen der Testrate hilft, die Quellen einzugrenzen. Es sind dann manchmal wirklich nur Einzelne, die das Virus weiterverbreiten. Aber wenn jeder Fall geschlossen ist, der aktiv war, kann es ja niemand mehr geben, der es überträgt. Außer von außen. In Südkorea sind die meisten Neuinfektionen Leute von Flughäfen. Die wiederum sind in Deutschland die einzigen Hubs, die noch auf sind. Warum eigentlich?

Die „starken Männer“ wollen sich gegenseitig in der Härte der Maßnahmen übertreffen. Kein Zurückweichen, Durchhalteparolen. Niemand will jetzt als Schwächling dastehen. Darunter leiden vor allem die wirtschaftlich Schwächeren, Frauen, Obdachlose, Migrant*innen, kleine Selbständige, … . Die Großen halten einfach den Atem an, aber müssen auch mit Einbußen rechnen. Das können die Kleinen nicht. Viele werden daran wirtschaftlich/finanziell zerbrechen. Und die Hilfen vom Staat werden zu spät kommen und nicht ausreichen. Der Staat muss schließlich auch das Geld zusammenhalten. Er kann zwar viel versprechen in Bund oder Land, aber einhalten muss man es ja nicht? Offenbar war es der Widerspruch, der einen Thomas Schäfer beschäftigte, bevor er diesem dummen Suizid beging. Denn es gibt ja immer noch einen Ausweg und einen Neuanfang.

Momentan erlebe ich die Bundes- und Landespolitik allerdings als nicht handelnd, sondern bloß reagierend. „Nur auf Sicht“: aus irgend einem Grund wird Ostern immer als Stichtag genannt. Aber ich erkläre es mal anders aus meiner eigenen Erfahrung:

Als ich 2013 einen Bioladen eröffnete, waren wir mit dem Renovierung im Verzug: Wir wollten Anfang August öffnen, aber es dauerte. Ich drang dann sehr darauf es endlich zu machen, denn: Angenommen jeder Tag bringt Einnahmen von nur 400 Euro (nicht Gewinn), dann bedeutet eine Verzögerung von zwei Wochen bereits entgangene Einnahmen von 4.800 €. Die kommen auch nicht wieder, weil Leute anderweitig einkaufen. Das einzige was bleibt sind die Ausgaben wie Miete und die Schulden die bedient werden müssen. So wurde es bei uns dann doch der 21. August.

Und das stellt euch jetzt mal deutschlandweit vor und für alleine nur jede Gastronomie, außer denjenigen, die liefern können! Jede Stunde und jeder Tag ist Wahnsinn! Deshalb sollten irgend welche Fristen gar nicht interessieren. Ob nun Ostern oder einige Tage vorher. Nur wer ignorant ist, hält in diesem dramatischen Fall aus formalen Gründen an einem Datum fest.

Dabei ist nicht ein mal gesagt, ob die verschärften Maßnahmen vom 22.3. wirken. Sicher ist es gut, wenn keine großen Partys mehr veranstaltet werden, aber sich kurz zu dritt draußen unterhalten mit 250 € bestrafen? Das hat nichts mehr mit Gesundheitsschutz zu tun.

Und es fehlt eben ein überzeugendes Konzept oder eine Vorstellung abseits von Durchhalteparolen und der Betonung, dass wir alle zusammenhalten müssen. Der aktuelle Schaden kann Leben und Familie auf Jahrzehnte gefährden. Und der Staat kann es nicht auffangen. Weder kann er Anträge so schnell bearbeiten, noch wie schon deutlich wird die Summen, die nachgefragt werden aufbringen. Das ganze hat mehr mit der Bundestagswahl und politischer Konkurrenz zutun, als mit Gesundheitsschutz. Hier will sich niemand vorwerfen lassen, er hätte zu wenig gemacht. Lieber lässt man ein paar Millionen Menschen fallen, die nicht für die Parteien spenden.

Wo bleibt ein überzeugender Ansatz? Es gibt sicher Landkreise und Kommunen, die besonders stark betroffen sind. Aber deshalb ein ganzes Land einzusperren und in den Ausnahmezustand zu versetzen ist verrückt!

Written by tlow

1. April 2020 at 10:07

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Update zu geschlossenen Räumen #CoronaKiel

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Nach der aktuelle Allgemeinverfügung gilt folgendes als geschlossen:

Bars, Shisha-Bars, Kneipen, Café’s (ohne Speisenzubereitung), Clubs, Diskotheken und sonstige Tanzangebote, Theater, Konzerthäuser, Kinos, Museen und Büchereien, unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft oder von Eigentumsverhältnissen, Fitness-Studios, Schwimmbäder, sonstige Sport- und Freizeiteinrichtungen (z. B. Freizeit- und Tierparks, Jugendzentren, Campingplätze), Saunen, alle Angebote in Volkshochschulen, in Musikschulen, in sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen, Zusammenkünfte in Sportvereinen,
Spielhallen, Spielbanken, Spielcafé’s, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Prostitutionsbetriebe und ähnliche Erotikangebote (einschließlich Sex-Kinos).
Messen, Ausstellungen, Spezialmärkte, Jahrmärkte, Volksfeste.

Quelle: Stadt Kiel

Written by tlow

17. März 2020 at 11:59

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