KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Archive for the ‘Allgemein’ Category

#Hörnbad fällt bei Nutzer*innen durch – #Katzheide

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Es ist ja schon länger bekannt, dass es einige Kritik am neu errichteten Hörnbad gibt. Sogar von offizieller Seite und allen Rathausfraktionen. Hier z.B. eine Übersicht der Artikel in den Kieler Nachrichten zum Thema:
http://www.kn-online.de/all/thema/hoernbad

Neu für mich war ein Zufallsfund – und zwar der Vergleich des Hörnbades mit anderen Bädern was die Google-Rezensionen angeht:

eine Rezension des Hörnbades

Im Vergleich dazu das viel gescholtene Freibad Katzheide am selben Tag:

Wie sieht es sonst aus? Die Konkurrenz in Neumünster: Note 4,2, Eckernförde: Note 4,1.

Interessant vor allem der direkte Vergleich zwischen Katzheide und dem Hörnbad. Weil das Hörnbad 28 Millionen Euro (inklusive Erschließung) gekostet hat, trotz der Zusage mit 17 Millionen deutlich billiger zu sein als die Alternative des Erhaltes bestehender Bäder. Die Lessinghalle konnte nicht gerettet werden, aber Katzheide schon. Man kann nur sagen: Derzeit muss man heilfroh sein, dass es Katzheide noch gibt. Bedauerlich, dass jetzt schon die Alternative der Schwimhalle Gaarden weggefallen ist, die immerhin mit 3,7 noch etwas besser bewertet wurde als das erst 2018 neu eröffnete Bad.

Man wollte einen großen Wurf machen und hat nun mit vielen Millionen weniger als nur eine halbgute Lösung erreicht. Verantwortlich sind dabei unter anderem mehrere Bürgermeister und Oberbürgermeister, der Sportdezernenten, die Fraktionen von CDU, FDP, SPD, GRÜNEN, SSW und die Kieler Bäder GmbH.

Was musste man sich als Kritiker alles anhören – weil die Politiker es ja immer besser wissen. Natürlich wird das alles wunderbar mit dem neuen Bad. Ich habe dann irgend wann auch nicht mehr viel geschrieben. Die Entscheidungen wurden entgegen jeder Vernunft getroffen noch aus einem Geist der Sparpolitik heraus. 2009 hat der Kampf um den Erhalt Katzheides angefangen und 2019 hat Kiel immer noch kein voll funktionsfähiges Zentralbad. Ich habe dazu in vergangenen Jahren sehr viel geschrieben. Es hat sich leider vieles bewahrheitet und dabei ist der Fakt, dass Katzheide noch existiert und dieses Jahr saniert wird noch der größte Lichtblick. Wäre es nach der Stadt Kiel gegangen, wäre Katzheide längst weg.

Written by tlow

11. April 2019 at 10:41

Nach dem #Superasphalt der nächste Scherz: Absauganlage

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Damals wurde mit viel Aufwand ein „Superasphalt“ aufgetragen, der angeblich Stickoxide fressen sollte.

Nun berichtet die KN über den Antrag der CDU, die Wirksamkeit eines Luftfilters im Mittelstreifen zu überprüfen. Dazu wird auf eine „Studie“ verwiesen, die das angeblich belegt. Wer diese :

allerding liest merkt, dass es sich nicht um gemessene Werte handelt, sondern lediglich um errechnete, theoretische Werte. Also wie bereits beim „Superasphalt“, der keinerlei Wirkung hatte.

Zitat:

Ziel der Simulation war es, eine Situation zu betrachten, bei der hohe Schadstoffkonzentrationen auftreten.

Ich denke die Zeiten für lustige Ideen, die man mal ausprobieren könnte sind lange vorbei. Die Bürger*innen haben es verdient, dass es ernsthafte Versuche gibt, die Schadstoffe zu reduzieren. Wie z.B. mit Tempolimits auf 30 km/, die bewährt sind. Und mit partiellen und weiträumigeren Fahrverboten.

In Stuttgart, wo die Simulation angesetzt ist, ist diese Studie zumindest online kein Thema. Das hatte mich am Anfang der Recherche bereits verwirrt. Ich finde es faszinierend, welchen Ideen nachgegangen wird. Und man umgeht effektive Methoden wie einen heißen Brei. Und Schuld wird überall gesucht. Wir hätten das Problem aber z.b. auch ohne Diesel und Betrugssoftware. Auch der Tausch gegen sauberere Diesel würde keine ausreichende Bereinigung erbringen.

Und auch eine Stadtbahn, sollte sie denn irgend wann mal kommen, wird uns jetzt keine Lösung bringen. Wir suchen jetzt nach Lösungen für die aktuelle Situation bei den Stickoxiden. Und die Uhr tickt!

Written by tlow

20. November 2018 at 16:53

#GaardenerBrücke: Wenn schon denn schon?

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Ein Kernproblem der Kieler Fahrradinfrastruktur ist, dass es keine vernünftige Ost/West-Verbindung gibt.

Die Gaardener Brücke ist nach wie vor nicht fertiggestellt. Und bisher ist es auch eine gemischte Rad/Fußbrücke.

map

Ich mache jetzt mal einen sehr weitreichenden Vorschlag. Und zwar eine Fahrradbrücke vom Ostufer über die Förde bis zum Sophienblatt. An sich auch interessant zwar für Fußgänger, aber ich glaube wichtiger und besser wäre eine reine Fahrradbrücke. Wo man am Ostufer anfängt? Leider ist die Kante neben der Jugendherberge auch recht hoch gelegen (d.h. man muss erst ein mal die Johannesstraße hochradeln), aber wenn dadurch dann der Übergang auf das Westufer erleichtert ist, ist das vielleicht hinnehmbar.

Denn die bisherige Planung sieht für Fahrradfahrer*innen auch keine Lösung für den Bahnhofsvorplatz bzw. „Platz der Kieler Matrosen“ vor. Aber als zentrale Verbindung braucht es dringend einer schnellen Lösung. Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass Radfahrer*innen im Bereich Bahnhof sich nur irgendwie durchwurschteln. Das kostet wertvolle Minuten. Das die Landeshautpstadt hier seit Jahrzehnten nur mit den Schultern zuckt und keine Wege anbietet ist ein mittlerer Skandal.

Wie dann genau die Zu- und Abgänge gestaltet werden können, müsste man sich im Detail ansehen. Aber es gibt ein gutes Vorbild in Kopenhagen („Cykeslangen„), die ebenfalls für die Fahrradverbindungen einen Quantensprung gebracht hat. In Kiel sollte sie etwas höher gelegen sein, damit alle Schiffe drunter passen.

Written by tlow

6. Oktober 2018 at 09:07

Die Angst der dt. Autokonzerne vor Deutschland

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Es ist schon lustig anzusehen, was es für Ankündigungen der deutschen Autobauer für neuen Elektroautos gibt. Hier mal eine kurze Übersicht:

Mercedes-Benz EQC 400 als SUV wurde am 4. September in Schweden vorgestellt. Preis bisher unbekannt. Soll ab 2019 auf den Markt kommen. Ob das in Deutschland sein wird, habe ich nicht gefunden.

Audi e-tron all-electric. Soll ebenfalls 2019  auf den Markt kommen. Aber zunächst  nur in Norwegen.

BMW iX3. Soll 2020 auf den Markt kommen. U.a. in Norwegen.

Porsche Mission E („Taycan“). Soll 2019 auf den Markt kommen. Mal wieder in Norwegen.

Schon seltsam, oder? Vier deutsche Automobilhersteller, aber es sind eher die ausländischen Marken, die sich früher auf den deutschen Markt trauen.  Wann es überhaupt dann die Modelle in DE geben wird, steht also quasi noch etwas in den Sternen. Was steckt hinter dieser Angst?

Interessanter Nebenaspekt: Man argumentiert immer wieder die deutsche Autoindustrie benötige, dass es auf Autobahnen kein Tempolimit gäbe. Aber warum testen die Autobauer dann lieber in Skandinavien und veröffentlichen ihre Fahrzeuge auch lieber dort wo es Tempolimits gibt?

Written by tlow

11. September 2018 at 22:07

#Bürgerbeteiligung in Kiel

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Written by tlow

25. August 2018 at 18:32

Planschen im Meer? #rvkiel

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In der gestrigen Ratsversammlung wurden verschiedene Anträge gestellt, um etwa einen Stadtstrand oder ein Schwimmen auf Pontons zu ermöglichen. Plötzlich viel offenbar vielen Fraktionen ein, dass Kiel am Meer liegt. Hallelujah!

Bei der Bürgerbeteiligung zu Katzheide war es Ausgangspunkt der Vorschläge, dass Katzheide verkleinert und in den Sportpark integriert würde. Alle Bürger*innen und Jugendlichen lehnten dies ab. Niemand wollte eine Verkleinerung. Aber oh wunder, in der Zusammenfassung wurde dieser Vorschlag dann wieder eine Kernforderung. So kann man sich dann Bürgerbeteiligung auch sparen.

Eine zusätzliche Schwimmmöglichkeit in der Förde. Warum nicht? Aber es ist schon seltsam, wie sich die Fraktionen da an Engagement überschlugen, wohingegen bei Katzheide mir noch „Keine müde Mark mehr reinstecken“ im Ohr klingt. Bei dem diesjährigen Sommer, wäre ein geschlossenes Katzheide eine Katastrophe gewesen. Aber man hat wenig getan. Z.B. keine Gastronomie/Kiosk für die Besucher*innen. Und auch wieder eine späte Eröffnung. Man tut das Minimum.

Was die Förde angeht, so sollte man besser strategisch weg davon kommen, immer mehr Kreuzfahrer anzulocken. Meiner Einschätzung nach lassen die sowieso kaum Geld in Kiel. Sie sind zwar formal Gäste in Kiel, aber Kreuzfahrtschiffe erlauben es auch, das Schiff nicht verlassen zu müssen. Und Kiel ist eben nicht Venedig. Die Schiffe sind eine Belastung für das weltweite Klima und nehmen viel Platz ein. Dadurch ist die Entwicklung der Innenförde langfristig behindert. Für Kiel aber im Endeffekt weenig Positives.

Written by tlow

24. August 2018 at 08:05

Hitze = #Klimawandel

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Machen wir uns nichts vor: Die derzeitige lang anhaltende Wetterlage ist Teil des Klimawandels. Es gibt noch Menschen, die den menschgemachten Klimawandel leugnen – halten wir uns mit denen nicht auf.

In Gaarden sorgte das Freibad Katzheide, wie natürlich vielerorts auch Strände und andere Freibäder, für erhoffte Erleichterung. Man denke sich nur aus, wie der Sommer gewesen wäre in Gaarden, hätte es Katzheide nicht mehr gegeben! Und die politische Stimmung war so: Der sportpolitische Sprecher der CDU brachte es 2015 auf den Punkt: „Wenns nach ihm ginge, kommt da keine müde Mark mehr rein“.

Abgesehen von Katzheide gibt es weitere offene Fragen, die die Stadt Kiel derzeit nicht beantworten kann:

  • Welche Folgen des Klimawandels werden Kiel direkt betreffen?
  • Wie bereitet sich  Kiel auf den Klimawandel vor?

Wir reden hier über Dürreperioden, aber auch steigende Meeresspiegel. Die Stadt weigerte sich meine Anfragen an die Ratsversammlung als Einwohner*innenanfrage weiterzugeben, weil ich sie nicht ausgedruckt und unterschrieben hatte. Das wäre nicht die Schriftform. In Berlin jedoch gilt es als Schriftform. Unabhängig von der Form und der Weigerung der Stadt konkret Digitalisierung umzusetzen : Die Stadt muss sich mit solche Fragen auf allen Ebenen beschäftigen, aber steckt den Kopf in den Sand. Und bisher gibt es auch keine Partei oder Opposition, die hier Druck machen würde.

Die Pläne der Stadt beschäftigen sich nur abstrakt mit dem Klimawandel, nicht mit den Folgen. Ich hoffe, das die aktuelle Hitzewelle an viele Stellen ein Aufwachen bedeute, auch wenn wir die nächsten 20 Jahre so oder so eine Verschlechterung erleben werden. Wir können so nicht weiter machen. Auf vielen Ebenen brauchen wir einen klaren Wandel um 180 Grad. Und es darf nicht nur um schöne Worte gehen!

Written by tlow

8. August 2018 at 20:41

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