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#Frackingverbot im #Landeswasserrecht von Schleswig Holstein nicht „offensichtlich verfassungswidrig

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Pressemitteilungen des BBU und der Volksinitiative
zum Schutz des Wassers vom 02.10.2019
(Bonn, Kiel, 02.10.2019)

Am 2. September startete in Schleswig-Holsteinein breites Bündnis das Volksbegehren zum Schutz des Wassers – das erste
Volksbegehren in Schleswig-Holstein seit 10 Jahren. Ziel ist ein besserer Schutz des Wassers vor den Risiken der Gas- und Ölförderung, sowie mehr Transparenz durch Aufdeckung von Gefahren. Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) unterstützt das Volksbegehren und ruft die Bevölkerung von dazu auf,
mit einer Unterschrift das Volksbegehren zu unterstützen. Beteiligen können sich alle Personen ab 16 Jahre. Formulare liegen in
Schleswig-Holstein in allen Ämtern und Rathäusern aus und können auch imInternet ausgedruckt werden: http://vi-wasser.de

Am Dienstag (1. Oktober) fand jetzt die mündliche Verhandlung zum Antrag der Volksinitiative für ein Frackingverbot im Landeswasserrecht von
Schleswig-Holstein vor dem Landesverfassungsgericht in Schleswig statt.
In einem umfangreichen Programm wurden zahlreiche Rechtsfragen diskutiert und die Komplexität der Frage der Zulässigkeit dieser
Gesetzesinitiative der Volksinitiative aufgezeigt. Die Entscheidung will
das Verfassungsgericht am 06.12.2019 um 12 Uhr verkünden.

Ausführliche Informationen: https://vi-wasser.de,
https://www.keinco2endlager.de

Weitere Informationen aus anderen Umweltbereichen sowie Terminhinweise
aus der Umweltschutzbewegung:
https://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm

+++++ +++++ +++++

Folgend der vollständige Text einer Pressemitteilung der Volksinitiative
zum Schutz des Wassers vom 2. Oktober 2019, die nach dem Gerichtstermin
veröffentlicht wurde:

In einem umfangreichen Programm wurden zahlreiche Rechtsfragen
diskutiert und die Komplexität der Frage der Zulässigkeit dieser
Gesetzesinitiative der Volksinitiative aufgezeigt. Die Entscheidung will
das Verfassungsgericht am 06.12.2019 um 12 Uhr verkünden.

„Dieses Verfahren zeigt, dass ein Frackingverbot im Landeswasserrecht
keineswegs „offensichtlich verfassungswidrig“ ist, wie von
Landesregierung und Jamaika-Koalition behauptet wird. Vielmehr handelt
es sich um eine hochkomplexe Fragestellung, die verfassungsrechtlich
geklärt gehört,“ sagt Dr. Reinhard Knof, Vertrauensperson der
Volksinitiative.

Zu dem vorgestern vorgelegten Änderungsantrag der Jamaika-Koalition zum
geplanten Wasserrechtsmodernisierungsgesetz erklärt Dr. Patrick Breyer
(Piratenpartei), Vertrauensperson der Volksinitiative zum Schutz des
Wassers: „Auf Druck unseres Volksbegehrens will die Jamaika-Koalition jetzt einige unserer Forderungen zur Unternehmenshaftung und zum Wasserschutz umsetzen – gut so. Dass dadurch ‚Fracking in
Schleswig-Holstein verboten werden‘ solle, wie gestern per
Pressemitteilung verbreitet wurde, entspricht aber nicht den Tatsachen.“

Bisher blockiert die Koalition nicht nur das von unserer Volksinitiative
geforderte gesetzliche Fracking-Verbot und zwingt die Volksinitiative,
gegen Landtag und Landesregierung vor das Landesverfassungsgericht zu
ziehen. Die jetzt in den Landtag eingebrachten Gesetzesinitiativen der
Volksinitiative standen Anfang des Jahres schon einmal auf der
Tagesordnung und wurden damals entgegen anders lautender Versprechen
ohne Begründung wieder abgesetzt.Ebenso verhindert die Koalition zum
Schutz vermeintlicher ‚Geschäftsgeheimnisse‘ die Aufdeckung von
Gefahren, selbst wo Gesundheitsgefahren für Bevölkerung, Feuerwehren,
Rettungsdienst und Katastrophenschutz oder Korruption drohen. Eine
Umsetzung eines Teils der Gesetzesvorhaben der Volksinitiative scheint
nur durch den Druck des vor einem Monat gestarteten Volksbegehrens
möglich zu werden, ist aber noch nicht beschlossen.

Daher sind alle Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner
aufgefordert, gegen diese Politik aufzubegehren und das Volksbegehren
zum Schutz des Wassers nach Kräften zu unterstützen! Die Unterschriften
können in Rathäusern und Ämtern https://www.rathausfinder.de/1204/search/
geleistet werden. Das Formular kann auch aus dem Internet
https://vi-wasser.de/files/Unterschriftenbogen.pdf heruntergeladen, ausgedruckt, unterschrieben und an die dort angegebene Adresse geschickt werden. 80.000 Unterschriften werden benötigt. Seien Sie dabei und unterstützen Sie Wasserschutz und Transparenz.

Written by tlow

2. Oktober 2019 at 16:49

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Chaos bei den Parteien nach #Europawahl 2019

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Was ist los bei den Parteien? Die SPD bei 12%in Umfragen, Frau Nahles von beiden Parteiposten zurückgetreten. Die CDU auf historischem Tief und die GRÜNEN bei neuen Höhen.

Viele verstehen die Welt nicht mehr. Meine Analyse wäre aber die, dass Die Wähler*innen schon länger die Parteien nicht mehr verstehen – und umgekehrt. Oder eher so: Die Entfremdung kommt eher von der mangelnden Identifikation und einem grassierenden Vertrauensverlust.

Früher war es so, dass Menschen durchaus Umwelt wichtig fand. Wichtiger aber war ihnen ihre Rente, ihr Arbeitsplatz, ihre Sicherheit. Heute haben viele erkannt, dass vieles auch am Klima hängt. Er gestern habe ich erfahren, dass es in ein paar Jahrzehnten das bisherige Dänemark nicht mehr geben wird. Vielleicht dann auch Kiel nicht mehr. Oder zumindest nicht mehr in der heutigen Form.

Der Erfolg der GRÜNEN scheint oberflächlich zu bedeuten, dass ihre Partei mehr zu grundsätzliche Stimmung bekommt. Allerdings ist eher zu vermuten, dass die Zustimmung, wie ja immer bei Wahlen, nur geliehen wurde. Die GRÜNEN stellen halt eine der wenigen Parteien dar, die überhaupt ansatzweise glaubhaft an einer Klimawende arbeiten wollen. In der Realpolitik war und ist das bei ihnen allerdings oft nicht ausreichend. Die Geduld der Menschen ist aber am Ende. man will jetzt Ergebnisse sehen. Sicher

Wir können uns ansehen wie wenig drei Parteien in die Zukunft blicken bei dieser Pressekonferenz:

a

Diese PK macht deutlich, wie wenig sich die Realpolitik der Parteien inklusive der GRÜNEN unterscheiden. Und wie rückwärtsgewandt sie ist.

Die Parteien sind handlungsunfähig. Derzeit wird es halt mehr von SPD und CDU wahrgenommen. Auch weniger von der FDP, weil sie auch an weniger Regierungen beteiligt ist. Was Klima angeht kann man aber sagen, dass sich auch nach der Europawahl inhaltlich nichts verbessert hat. CDU und SPD machen auch ganz klar, dass sie die Stimmen der Wähler*innen nicht brauchen und wollen. Wichtiger scheint die Zustimmung der Autoindustrie oder der Energieversorger. Wie auch in Kiel mit den Luftschadstoffen – wo es nur darum zu gehen scheint, dass das Messgerät nicht misst, was wirklich produziert wird.

Sie haben sich allesamt selbst in diese Sackgasse manövriert, in dem man es über Jahrzehnte verpasst hat wichtige Entscheidungen zu fällen. Und selbst Maßnahmen, die eher Geld bringen als kosten wie ein Tempolimit werden öffentlich nicht ein mal diskutiert.

CDU und SPD haben überraschender weise sehr ähnliche Probleme trotz unterschiedlicher Traditionen. In der SPD gibt es Kritik daran, dass Frau Nahles herausgemobbt wurde. Und es wird wichtig, wie wichtig die Einheit in der Partei ist und jetzt Ruhe rein kommt. Gleichzeitig will man an Inhalten arbeiten. Aber da ist dann wirklich die Frage an welchen Inhalten? Neben dem Klima steht als großes Thema ja noch die Agenda 2010 im Raum, die die Parteivorsitzende ein mal kurz hinterfragt hat unter dem Motto „Sozialstaat 2025„. Dabei sollte es aber primär darum gehen das Arbeitslosengeld zu verlängern. Nur wenige Sanktionen wurden hinterfragt. Im Wesentlichen bedienen die Vorschläge einen Teil des Wähler*innenklientels: Qualifizierte und Ältere, die durchaus eine längere Erwerbsbiografie haben. Für Menschen im Prekariat verspricht es keine Verbesserungen – wobei die am meisten unter Hartz IV leiden. In dem System werden jährlich zig Milliarden umgeschaufelt. Profiteure sind dabei primär die Sozialfirmen. Es sind Beschäftigungs- und Qualifikationsprogramme, die bei näherem Hinschauen oft nicht viel Sinn ergeben. Manche Arbeitslose machen ihr siebtes Bewerbungstraining, bei denen man ihnen jedes mal etwas Anderes erzählt und sie alles zuvor vergessen sollen. Nach dem Sinn fragt keiner, denn alle außer den Arbeitslosen profitieren. Man bekommt die Arbeitslosen teilweise aus den Statistiken, was die Politik freut – dann die Maßnahmenanbieter, die Kommunen können mit Finanzspritzen dem Arbeitsamt manche Projekte realisieren und müssen oft nur einen Teil des Lohnes finanzieren. Das sind Milliarden an Geldern aus der Arbeitslosenversicherung, die Beschäftigte und Arbeitgeber*innen gemeinsam zahlen müssen. Diese Armutsindustrie und Beschäftigungsprogramme werden selbst zu einem Wirtschaftsfaktor. Aber sie funktionieren nur mit einem repressiven System. Wer nicht an dessen Abschaffung arbeiten möchte kann sich nicht als sozial oder progressiv bezeichnen. Davon abgesehen habe ich von dieser Initative dann auch nichts weiter gehört. Keine Gesetzesentwürfe, gar nichts.

Letzte Woche gründete sich dann die „Wahre SPD“ innerhalb der SPD, die einen Linksruck (Rot/Rot/Grün) verhindern will. Wo man doch erst mit Schröder die Mitte erobert hatte, will man diese auch nicht mehr aufgeben. Die Appelle zur Einigkeit der SPD scheinen aber darauf hinzudeuten, dass eine Spaltung oder Parteineugründung nicht unwahrscheinlich ist. Egal in welche Richtung die SPD marschieren wird. Ein Teil der Mitglieder wird nicht folgen.

Bei der CDU ganz ähnliche Probleme: Eine große Minderheit in der CDU ist so konservativ, dass sie immer noch Einwanderung, Klimaschutz und Ähnliches ablehnen. Zwischen Werteunion und „progressiveren“ Kräften gibt es Machtkämpfe, die unter Merkel einigermaßen befriedet waren. Unter AKK brechen diese nun vermehrt auf, bzw. brodelte es schon länger. Auch hier steht die Einigkeit der Partei in frage.

Es gibt für beide ehemalige „Volksparteien“ keinen goldenen Mittelweg. Und dazu kommt ähnlich wie in den USA auch: Die Überzeugungen der eigenen Mitglieder muss nicht mit den neuen Mehrheiten unter den Wähler*innen übereinstimmen. Viele ehemalige SPD/CDU-Wähler*innen sind schon länger im Herzen grün. Nicht primär GRÜN im Sinne einer Partei, aber Klimaschutz, Atomausstieg, Kohleausstieg,… viele Themen der GRÜNEN sind jetzt Mainstream und bei der Europawahl haben sicher viele Jugendliche am Frühstückstisch Diskussionen mit ihren Eltern losgetreten und diese überzeugt.

Das heißt abseits der konservativen Parteimitglieder in SPD/CDU sind auch in diesen Parteien längst eine Mehrheit für eine Verkehrswende oder das Ende des Braunkohleabbaus. Und sehen den Klimaschutz nicht als „Nice to have“, sondern als Kernaufgabe von Politik. Bei den Führungsfiguren von CDU und SPD gibt es da fast niemanden, der so redet. Es gilt weiter Business as usual. Beide Parteien denken sich, dass es das Beste wäre, wenn sie sich nicht für eine Richtung entscheiden. Davon abgesehen gehts ja auch um Parteienfinanzierung. Die Parteitage werden auch von großen Firmen gesponsort. Eine unabhängige Politik im Interesse der Bevölkerung findet quasi nicht statt. Und in die Kerbe haut auch die AfD. Jede/r kann sehen, dass nicht alles koscher abläuft in der Politik oder in den Medien. Der einzige Weg da heraus ist aber eine saubere Politik, wie sie Organisationen wie abgeordnetenwatch.de oder Transparency International propagieren. Da hat man aber auch eher das Gefühl Der Bundestag will jede Entwicklung Richtung mehr Transparenz verhindern

Ich würde prophezeien, dass das eigentliche Hauen und Stechen bald erst richtig los geht. Ich finds eher bedenklich ruhig bei CDU und SPD, insbesondere bei der SPD nach dem Nahles-Rücktritt. Denn mit 12% geht es bald um die Fünfprozent-Hürde und das blanke Überleben. Die Befürworter der Großen Koalition haben immer gesagt, wenn die SPD nicht in die GroKo einwilligen würden, ginge es weiter bergab. Nun ging es aber für die SPD bergab und für die GRÜNEN bergauf. Und die CDU konnte nicht profitieren, weil sie auch zu wenig für das Klima tat. Beide Parteien sind im jetzigen Zustand absolut reformunfähig. Nicht zuletzt auch, weil die Mitglieder selbst lange Zeit keinen Wandel wollten. Man hat dann in der SPD doch lieber die Nahles und die GroKo gewählt. Die Seilschaften funktionieren und die Reihen stehen fest geschlossen. An der Wahlurne hilft das aber rein gar nichts.

Written by tlow

10. Juni 2019 at 10:25

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Kiel ruft #Klimanotstand aus

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Beschlossen am 16. Mai:

Antrag:

Die Ratsversammlung schließt sich der Resolution zur Ausrufung des Climate Emergency an. Die Eindämmung des Klimawandels und seiner Folgen hat für uns Priorität. Die Landeshauptstadt Kiel unterstützt zudem ausdrücklich das Engagement allderjenigen, die sich für den Klimaschutz einsetzen.

Die Landeshauptstadt Kiel sieht im menschenverursachten Klimawandel eine der größten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts. Kiel ist bereits seit 1995 Klimaschutzstadt. 2016 haben wir mit der Erarbeitung des Masterprogramms „100% Klimaschutz“ begonnen und uns ein Jahr später zum Ziel bekannt, bis 2050 klimaneutral zu sein. Das Gaskraftwerk, die Green IT des ABK, der BLUE PORT sowie der Landstromanschluss für Kreuzfahrer oder die Veloroute 10 sind erste stärke Zeichen, dass Kiel es ernst meint.

Die mehr als 250 vorgeschlagenen Maßnahmen im Masterplan Klimaschutz wollen wir weiterhin zügig umsetzen. Zudem werden die Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) auf aktuelle Entwicklungen geprüft und berücksichtigt. Ziel ist es, als Teil der Weltgemeinschaft zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens mit den verfügbaren kommunalen Einflussmöglichkeiten beizutragen.

Daher werden wir prüfen, wie wir unser Ziel, klimaneutral zu werden, früher erreichen können. Die Verwaltung wird gebeten, Maßnahmen aus dem Masterprogramm Klimaschutz oder dem Green City-Plan vorzuschlagen, die vorgezogen werden können und diese bis zur Ratsversammlung im Juni 2019 in einer Geschäftlichen Mitteilung aufzuzählen.

Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische Frage, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf die sozialen und wirtschaftlichen Fragen in Kiel. Daher werden wir soziale, ökologische und ökonomische Belange klug miteinander verzahnen. Das heißt für uns sicherzustellen, dass die Maßnahmen nicht diejenigen treffen, die finanziell schlechter gestellt sind. Die Energie- und Verkehrswende werden nur gelingen, wenn sie sozial ausgewogen gestaltet werden.

Das heißt für uns auch, die wirtschaftliche Innovationskraft der Klimapolitik zu nutzen, um zusammen mit den Unternehmen und mit Unterstützung der vier Hochschulen neue Wachstumsmärkte zu erschließen.
Kiel ist zudem Hafenstadt und Tourismusstandort. Diesem Umstand werden
wir Rechnung tragen und Klimaschutz sowie heimische Wirtschaft
miteinander vereinbaren.

Zuletzt kann auch die Digitalisierung auf vielen Ebenen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Bei allen Handlungen und Beschlüssen der Landeshauptstadt Kiel und der Selbstverwaltung werden wir die Auswirkung auf das Klima berücksichtigen. Ziel ist es, bei allen Maßnahmen die Auswirkung auf das Klima so gering wie möglich zu halten bzw. Maßnahmen mit höherer Klimafreundlichkeit zu fördern. Diesen Grundsatz werden wir auf die städtischen Beteiligungen übertragen.

Die Landeshauptstadt Kiel fordert daneben die Bundes- und Landesregierung auf, ihr Engagement im Klimaschutz zu verstärken. Daneben müssen Bund und Land die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, die den Kommunen die Möglichkeit geben, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel einzudämmen.

Begründung:

2018 und 2019 haben Städte
wie Basel, Bern, Vancouver, London und Konstanz den Klimanotstand
ausgerufen, um auf die Dringlichkeit der Klimaproblematik und die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Klima aufmerksam zu machen. Großbritannien ist der erste Staat, der ebenfalls einen Climate Emergency erklärt hat. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

In Kiel ist „Klimaschutzstadt“ eines der fünf Strategischen Ziele. Es gibt zahlreiche Pläne wie zum Beispiel den „Masterplan 100 % Klimaschutz“. Die Umsetzung der darin beschriebenen Maßnahmen muss deutlich beschleunigt werden. Kiel muss sich deutlich stärker zu einer strikten Klimapolitik bekennen und alle in ihrer Macht stehenden Veränderungen anstoßen und umsetzen.

gez. Ratsfrau Gesa Langfeldt    f.d.R. SPD-Ratsfraktion

gez. Ratsmitglied Jessica Kordouni   f.d.R. Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

gez. Ratsherr Dr. Ingmar Soll    f.d.R. FDP-Ratsfraktion

gez. Ratsherr Ove Schröter    f.d.R. Die FRAKTION


Written by tlow

16. Mai 2019 at 20:23

Veröffentlicht in Allgemein, Rathaus, Umwelt

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#Hörnbad fällt bei Nutzer*innen durch – #Katzheide

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Es ist ja schon länger bekannt, dass es einige Kritik am neu errichteten Hörnbad gibt. Sogar von offizieller Seite und allen Rathausfraktionen. Hier z.B. eine Übersicht der Artikel in den Kieler Nachrichten zum Thema:
http://www.kn-online.de/all/thema/hoernbad

Neu für mich war ein Zufallsfund – und zwar der Vergleich des Hörnbades mit anderen Bädern was die Google-Rezensionen angeht:

eine Rezension des Hörnbades

Im Vergleich dazu das viel gescholtene Freibad Katzheide am selben Tag:

Wie sieht es sonst aus? Die Konkurrenz in Neumünster: Note 4,2, Eckernförde: Note 4,1.

Interessant vor allem der direkte Vergleich zwischen Katzheide und dem Hörnbad. Weil das Hörnbad 28 Millionen Euro (inklusive Erschließung) gekostet hat, trotz der Zusage mit 17 Millionen deutlich billiger zu sein als die Alternative des Erhaltes bestehender Bäder. Die Lessinghalle konnte nicht gerettet werden, aber Katzheide schon. Man kann nur sagen: Derzeit muss man heilfroh sein, dass es Katzheide noch gibt. Bedauerlich, dass jetzt schon die Alternative der Schwimhalle Gaarden weggefallen ist, die immerhin mit 3,7 noch etwas besser bewertet wurde als das erst 2018 neu eröffnete Bad.

Man wollte einen großen Wurf machen und hat nun mit vielen Millionen weniger als nur eine halbgute Lösung erreicht. Verantwortlich sind dabei unter anderem mehrere Bürgermeister und Oberbürgermeister, der Sportdezernenten, die Fraktionen von CDU, FDP, SPD, GRÜNEN, SSW und die Kieler Bäder GmbH.

Was musste man sich als Kritiker alles anhören – weil die Politiker es ja immer besser wissen. Natürlich wird das alles wunderbar mit dem neuen Bad. Ich habe dann irgend wann auch nicht mehr viel geschrieben. Die Entscheidungen wurden entgegen jeder Vernunft getroffen noch aus einem Geist der Sparpolitik heraus. 2009 hat der Kampf um den Erhalt Katzheides angefangen und 2019 hat Kiel immer noch kein voll funktionsfähiges Zentralbad. Ich habe dazu in vergangenen Jahren sehr viel geschrieben. Es hat sich leider vieles bewahrheitet und dabei ist der Fakt, dass Katzheide noch existiert und dieses Jahr saniert wird noch der größte Lichtblick. Wäre es nach der Stadt Kiel gegangen, wäre Katzheide längst weg.

Written by tlow

11. April 2019 at 10:41

Nach dem #Superasphalt der nächste Scherz: Absauganlage

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Damals wurde mit viel Aufwand ein „Superasphalt“ aufgetragen, der angeblich Stickoxide fressen sollte.

Nun berichtet die KN über den Antrag der CDU, die Wirksamkeit eines Luftfilters im Mittelstreifen zu überprüfen. Dazu wird auf eine „Studie“ verwiesen, die das angeblich belegt. Wer diese :

allerding liest merkt, dass es sich nicht um gemessene Werte handelt, sondern lediglich um errechnete, theoretische Werte. Also wie bereits beim „Superasphalt“, der keinerlei Wirkung hatte.

Zitat:

Ziel der Simulation war es, eine Situation zu betrachten, bei der hohe Schadstoffkonzentrationen auftreten.

Ich denke die Zeiten für lustige Ideen, die man mal ausprobieren könnte sind lange vorbei. Die Bürger*innen haben es verdient, dass es ernsthafte Versuche gibt, die Schadstoffe zu reduzieren. Wie z.B. mit Tempolimits auf 30 km/, die bewährt sind. Und mit partiellen und weiträumigeren Fahrverboten.

In Stuttgart, wo die Simulation angesetzt ist, ist diese Studie zumindest online kein Thema. Das hatte mich am Anfang der Recherche bereits verwirrt. Ich finde es faszinierend, welchen Ideen nachgegangen wird. Und man umgeht effektive Methoden wie einen heißen Brei. Und Schuld wird überall gesucht. Wir hätten das Problem aber z.b. auch ohne Diesel und Betrugssoftware. Auch der Tausch gegen sauberere Diesel würde keine ausreichende Bereinigung erbringen.

Und auch eine Stadtbahn, sollte sie denn irgend wann mal kommen, wird uns jetzt keine Lösung bringen. Wir suchen jetzt nach Lösungen für die aktuelle Situation bei den Stickoxiden. Und die Uhr tickt!

Written by tlow

20. November 2018 at 16:53

#GaardenerBrücke: Wenn schon denn schon?

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Ein Kernproblem der Kieler Fahrradinfrastruktur ist, dass es keine vernünftige Ost/West-Verbindung gibt.

Die Gaardener Brücke ist nach wie vor nicht fertiggestellt. Und bisher ist es auch eine gemischte Rad/Fußbrücke.

map

Ich mache jetzt mal einen sehr weitreichenden Vorschlag. Und zwar eine Fahrradbrücke vom Ostufer über die Förde bis zum Sophienblatt. An sich auch interessant zwar für Fußgänger, aber ich glaube wichtiger und besser wäre eine reine Fahrradbrücke. Wo man am Ostufer anfängt? Leider ist die Kante neben der Jugendherberge auch recht hoch gelegen (d.h. man muss erst ein mal die Johannesstraße hochradeln), aber wenn dadurch dann der Übergang auf das Westufer erleichtert ist, ist das vielleicht hinnehmbar.

Denn die bisherige Planung sieht für Fahrradfahrer*innen auch keine Lösung für den Bahnhofsvorplatz bzw. „Platz der Kieler Matrosen“ vor. Aber als zentrale Verbindung braucht es dringend einer schnellen Lösung. Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass Radfahrer*innen im Bereich Bahnhof sich nur irgendwie durchwurschteln. Das kostet wertvolle Minuten. Das die Landeshautpstadt hier seit Jahrzehnten nur mit den Schultern zuckt und keine Wege anbietet ist ein mittlerer Skandal.

Wie dann genau die Zu- und Abgänge gestaltet werden können, müsste man sich im Detail ansehen. Aber es gibt ein gutes Vorbild in Kopenhagen („Cykeslangen„), die ebenfalls für die Fahrradverbindungen einen Quantensprung gebracht hat. In Kiel sollte sie etwas höher gelegen sein, damit alle Schiffe drunter passen.

Written by tlow

6. Oktober 2018 at 09:07

Die Angst der dt. Autokonzerne vor Deutschland

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Es ist schon lustig anzusehen, was es für Ankündigungen der deutschen Autobauer für neuen Elektroautos gibt. Hier mal eine kurze Übersicht:

Mercedes-Benz EQC 400 als SUV wurde am 4. September in Schweden vorgestellt. Preis bisher unbekannt. Soll ab 2019 auf den Markt kommen. Ob das in Deutschland sein wird, habe ich nicht gefunden.

Audi e-tron all-electric. Soll ebenfalls 2019  auf den Markt kommen. Aber zunächst  nur in Norwegen.

BMW iX3. Soll 2020 auf den Markt kommen. U.a. in Norwegen.

Porsche Mission E („Taycan“). Soll 2019 auf den Markt kommen. Mal wieder in Norwegen.

Schon seltsam, oder? Vier deutsche Automobilhersteller, aber es sind eher die ausländischen Marken, die sich früher auf den deutschen Markt trauen.  Wann es überhaupt dann die Modelle in DE geben wird, steht also quasi noch etwas in den Sternen. Was steckt hinter dieser Angst?

Interessanter Nebenaspekt: Man argumentiert immer wieder die deutsche Autoindustrie benötige, dass es auf Autobahnen kein Tempolimit gäbe. Aber warum testen die Autobauer dann lieber in Skandinavien und veröffentlichen ihre Fahrzeuge auch lieber dort wo es Tempolimits gibt?

Written by tlow

11. September 2018 at 22:07

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