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Archive for the ‘Bildung’ Category

Bildungspolitik überbewertet

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Es ist schon erstaunlich, wie in der politischen Debatte immer wieder die Wichtigkeit von guter Bildung betont wird. Zum einen die schulische Bildung, aber auch die Hochschulbildung.

Fast alle politischen Kräfte meinen, dass Bildung das wichtigste Thema ist und hier am wenigsten gespart werden sollte. Im Gegenteil.

Die Logik dahinter ist die, dass Bildung Chancen auch für benachteiligte  Bevölkerungsanteile bietet. Vergessen wird dabei allerdings, dass Bildungschancen auch und besonders damit zusammenhängen wie die Einkommenssituation in einer Familie vorherrschen.

Die Politik ist Fan von Bildung, weil zum einen die Politikerkaste oft von Elitenbildung profitiert – und selber oft den Weg über Hochschulen eingeschlagen haben.  Zum anderen verspricht man sich Einspareffekte, weil Bildung als Kernhindernis für den Arbeitsplatzerwerb angesehen wird.

Im Hintergrund dieser Argumentation ist aber auch der Glaube zu erkennen, dass bei ausreichender Bildung jede/r seinen Arbeitsplatz finden wird. Also zum Teil eine Negierung eines strukturellen Problems. Bildung ist der Ort, an dem Politik meint am meisten Handlungspotential zu haben – und daher wird sich auf dieses Thema konzentriert.

Zu Unrecht, wie ich meine. Denn ich denke das Kernkompetenzen im bestehenden Bildungsangeboten gut vermittelt werden können. Bildung ist auch ein Lieblingsthema der Wirtschaft – Thema Fachkräftemangel. Man kommt hier m.E.also mehr ökonomischen Zwängen nach, als dass man wirklich beim Thema Bildung der Masse der Bevölkerung eine bessere Perspektive bieten würde wenn man gerade hier massiv investiert.

Written by tlow

3. Mai 2012 at 09:02

Sehr geehrte Studenten/ -innen

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Written by tlow

17. Februar 2012 at 00:58

BarCamp in Kiel 2011

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Nach drei Jahren kam es im letzten Jahr erstmalig zu einem Barcamp in Kiel. Letztes Jahr hatte ich die Idee zwar mit angeschoben, mich aber frühzeitig aus der Organisation verabschiedet wegen Unstimmigkeiten mit den MitorganisatorInnen. Dieses Jahr soll es am 19. und 20. August wieder so weit sein. Inzwischen sind BarCamps nicht mehr so spannend, sondern im Mainstream angekommen, wie nicht zu Anfang. Es wird zunehmend schwer gegen eine Konsummentalität anzukämpfen. Ein guter Vortrag ist z.B. nicht Sinn eines BarCamps. Es sollte da eher darum gehen sich  auf verschiedenen Ebenen auszutauschen. Kompetenzen zusammenwerfen. Und eben gerade Monologe und die Frontal-Situation klassischer Vorträge aufzulösen. Die Rollentrennung zwischen ZuhörerInnen und Vortragende sollten sich auflösen. Alle an einem BarCamp Beteiligten sollten eine Kompetenz mitbringen, die sie auch in den Ring werfen. Was nicht ausschließt, dass da vorne nicht jemand mal 20 Minuten am Stück redet. Aber eigentlich wird das eher immer langweilig sein und vertane Zeit – jedenfalls im Sinne eines BarCamps, wie es mal gedacht war.

Ich würde daher sagen, dass jedeR zu einem Barcamp etwas mitbringen sollte. Ob nun materiell oder imateriell. Also entweder eine Bereitschaft zu helfen, ein Wissen das man auch in Diskussionen einbringt, eine Tüte Chips oder was auch immer.

Was leider bei vielen BarCamps eingesetzt hat ist eine starke Kommerzialisierung. BarCamps auch als Werbeplattform. Ebenso wie bei Webmontagen. Da muss man sich dann irgendwelche Werbebotschaften anhören zu irgendwelche Produkten. ich selbst habe mich seit einigen Jahren vermehrt von dem Kommerziellen entfernt, insbesondere nach der Aufgabe meines Gewerbescheins.

Dennoch werde ich mich auf diesem BarCamp mal tummeln um mal so zu hören was sich in Kiel so tut. Und auch um zu schauen, ob sich die Möglichkeit ergibt Erfahrungen auszutauschen. Via Internet findet leider wenig spannendes an Debatten statt. Aber das ist nicht ein reines Onlineproblem. Jede Art von Treff unterliegt bestimmten Zeitbeschränkungen und Regeln. Durch Microblogging und Facebook verändern sich derzeit auch die Regeln im Internet. Wobei es da zum einen zu einer Trennung nach Alter und nach Einstellung zu Datenschutz und Privatsphäre gibt. Einigem so wie ich, lehnen Facebook aus Prinzip ab und sehen bei Google+ erstmals einen Dienst eines der Großen im Internet der viel Kritik berücksichtigt und benutzbar zu versprechen scheint.

Aber dennoch tummeln sich bei Facebook Millionen Menschen aktiv. Wobei ich die 600 Millionen mal ganz frech in Frage stelle. Ich selbst habe auch mehrere Twitter-Accounts für verschiedene Zwecke. Wenn man dann noch bedenkt, dass es für manche Leute Sinn macht viele „Freunde“ bei Facebook zu haben und sich Accounts mit ausgedachten Namen auch prima zum Spammen lohnen würde ich die Zahl mal um 10 teilen – wären 60 Millionen User weltweit und rund 2 Millionen in Deutschland. Muss man noch die abziehen, die Facebook nicht wirklich nutzen.

Mir macht so ein Monster wirklich Angst. nicht nur der Datendiebstahl, sondern auch der Fakt, dass es ein Unternehmen gibt, dass alle Beziehungen von so vielen Menschen in einer Datenbank hat und bekanntlich nicht sonderlich gut ist beim Schützen der Daten. Die größte Gefahr liegt im Weiterverkauf der Daten zu Werbe- und anderen Zwecken.

Ich glaube mittlerweile bilden sich verschiedene Klassen von Usern heraus. Stell den Leuten 20 Fragen zu ihrer Nutzung und Einschätzung des Internets und Du kannst Gruppen bilden. Da gibt es dann verschiedene Schnittpunkte. Da habe ich dann Gemeinsamkeiten mit Rentnern in meiner Skepsis zu Facebook. Wobei ich selbst seit Ende der 80iger Jahre Onlinebanking benutze.  Das einzige mal, wo mir mal etwas zugestoßen ist, war letztes Jahr als ich am Arndtplatz bei der Commerzbank Opfer einer Skimming-Attacke wurde. Und das war somit nicht im Internet, sondern im realen Leben!

Andere aber stehen mit beiden Beinen mitten in Facebook und haben da oft jeden Versuch aufgegeben dort ihre Privatsphäre zu schützen. Ich denke die Realität bestimmt uns auch selbst. Wer in Facebook aktiv ist, könnte nicht ruhig schlafen, wenn er jeden Tag  darüber nachdenken würde, was für Gefahren drohen.

Genau wie ich, der ich ja auch unter realem Namen blogge mit Impressum und Adresse. Damit sind auch Missbrauchsmöglichkeiten verbunden. Aber die gibt es halt immer. Dagegen wäre ich mich aktiv und aggressiv gegen jegliche Brief-Werbung und lasse den Eintrag meiner Adresse in Werbedatenbanken nach Datenschutzrecht entfernen, wenn ich davon erfahre. Auch habe ich natürlich bei der Stadt Kiel festgelegt, dass meine Adresse für alle möglichen Zwecke, wie Wahlwerbung, nicht herausgegeben werden darf.

Andere wiederum würden nie unter eigener Adresse etwas veröffentlichen, wehren sich aber nicht gegen den Handel mit ihrer Adresse.

Ich denke es gibt da kein richtig oder falsch. Jeder schätzt Risiken verschieden ein. Das hat auch viel damit zu tun, wie man aufgewachsen ist und erzogen wurde. und mit dem Lebensgefühl. Genau so gibt es auch verschiedene Nutzungen von sozialen Medien wie Twitter und Blogs. Ich selbst nutze meine Blogs interaktiver als Twitter. mit geht es nicht wirklich darum ein weiteres soziales Netzwerk online aufzubauen oder virtuelle Freunde zu gewinnen. Mir gehts meist im Internet um Information oder um einen virtuellen Dialog. Das Internet frisst schon eh zu viel Zeit von mir – Twitter ausreichend zu pflegen wäre mir viel zu zeitaufwendig und zu unergiebig.

Kieler Verschwörungsunion

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Die CDU Kiel berichtet von einem „Vortrag“ des Ratsherren Stefan Ehmke (CDU). Ehmke hat herausgefunden, dass es eine „Klimaverschwörung gibt“. Aus dem Artikel:

„Menschengemachter Klimawandel – Fiktion oder Tatsache?“ – diese Frage stellte Ratsherr Stephan Ehmke im Rahmen eines Vortrages bei der Kieler Seniorenunion am 15. Juni 2011.
Allgemeine Meinung ist, es gebe einen Konsens der Wissenschaft darüber, dass der Klimawandel durch menschliches Handeln verursacht wird – insbesondere durch den industriellen Ausstoß des „Klimakillers“ CO2.

Dass dem nicht so ist, stellte der Referent unter anderem anhand eines Klima kritischen Filmbeitrages dar. Deutlich wurde, es gibt in der Tat namhafte und renommierte Wissenschaftler, die hierzu fundierte kritische Fragen stellen, ohne dass sie ausreichend in der öffentlichen Diskussion Berücksichtigung finden würden. Ist CO2 wirklich nachweislich für einen „Treibhauseffekt“ verantwortlich, der die Erdtemperatur ansteigen lässt.? Kann der Mensch wirklich nachweislich das Klima verlässlich bestimmen, Voraussagen und durch eigenes Handeln beeinflussen? Ohne für eine Seite Partei zu ergreifen, plädierte Ehmke dafür, die Debatte auf der Grundlage eines sauberen wissenschaftlichen Ethos objektiv und ohne ideologische Scheuklappen zu führen, um zu verantwortbaren politischen Entscheidungen zu gelangen.

Bravo Herr Ehmke, sie gehören nun auch, oder vielleicht ohne das Wissen der Kieler Bevölkerung schon länger, zum erlauchten Kreis der Klimaverschwörer. Wir wissen nicht, welchen der unzähligen Verschwörungsfilme Herr Ehmke ausgesucht hatte, um seine Senioren zu beeindrucken. Das ändert aber nichts an den Fakten. Dazu nur kurz: Es gibt kein einziges wissenschaftliches Institut, dass die menschgemachte Klimaerwärmung bezweifelt. Was es gibt ist, die natürlichen Zweifel der Wissenschaftler, die nichts als bewiesen ansehen, bevor es das wirklich ist. Und es gibt eine Vielzahl an Studien und wissenschaftlichen Daten, wovon nicht alle den Faktor CO2 zu belegen scheinen. Nichtsdesdotrotz gibt es keine bessere These, die eine breitere Unterstützung fände und einen Sinn ergäbe.
Ehmke sagt:

 „Die Klimadebatte kann nur erfolgreich geführt und zu einem ausgewogenen Ziel führen, wenn alle Meinungen berücksichtigt werden!“
Das ist exakt die Position derjenigen in den USA, die meinen man müsse der bewiesenen Evolutionstheorie noch die christlich/biblischen  Erklärungsmodelle vertreten. Das lustige dabei ist dass Herr Ehmke der schulpolitische Sprecher der Kieler CDU-Ratsfraktion ist. Plädiert  die Kieler CDU also auch dafür alle möglichen Verschwörungstheorien in den Lehrplan Kieler Schulen aufzunehmen.
Das Herr Ehmke (als Mitglied der „Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft) eine rechte Socke ist, ist ja schon länger, sogar bundesweit, bekannt. Das so jemand nachwievor schulpolitischer Sprecher einer im Rat vertretenen Fraktion ist, ist für sich genommen schon ein Skandal. Was sollen eigentlich SchülerInnen denken, die sich mit Kommunalpolitik befassen und mal auf die Suche gehen, was denn die tollen Vertreter so an Positionen vertreten?
Eins wissen wir aber dadurch: Mit der Wahrheit nimmt es die CDU nicht so genau. Bei einer Partei, die einen Guttenberg hervorgebracht hat mag dies auch wenig verwundern.

Kultur zum Standortfaktor degradiert

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Durch einen Beitrag im Landesblog Schleswig-Holstein bin ich auf die Kulturpolitischen Thesen von Kultusminister Ekkehard Klug gestoßen.

Hier ein Zitat:

III. Kultur als Standortfaktor weiter entwickeln
Kunst und Kultur sind ein Wirtschaftsfaktor und gleichzeitig für die Wirtschaft ein gewichtiger Standortfaktor; das ist einer der Gründe dafür, dass sich Wirtschaftsbetriebe als Sponsoren oder Mäzene von Kultur engagieren. Kulturelle Substanz und kulturelles Erbe sind Grundlage regionaler Identität. Sie fördern Markenbildung und helfen, das Land dauerhaft attraktiv zu halten und z.B. Fachkräfte zu gewinnen. Der Tourismus hat für Schleswig-Holstein als eine der beliebtesten Urlaubsdestinationen innerhalb Deutschlands eine hohe Bedeutung. Die besondere Verbindung von Natur- und Kulturlandschaften wird durch attraktive Kulturstätten und Angebote ergänzt.

Auf deutsch heisst das wohl, dass Kunst nur noch Werkzeug im Standortwettbewerb sein soll. mehr als sie bisher schon ist.“Es geht um Tourismus“. Das wird den Herrn Stadelmann von der SPD aber freuen, dass die Landesregierung in die gleiche Kerbe hat, wie er. Es ist mal wieder egal, was man wählt. Du kriegst doch überall die gleiche Politik. Da kann man nur allen ernstzunehmenden Künstlern raten, dass Land fluchtartig zu verlassen, bevor sie ebenfalls vereinnahmt werden. Das obige Programm wird nichts anderes zur Folge haben, als eine Verarmung der Kulturlandschaft. Bezeichnenderweise führt gerade diese Marketingfixierung dazu, dass Kultur austauschbar und beliebig und langfristig uninteressanter wird. Insbesondere bedeutet das auch, dass mehr Geld in ÖPP-Projekte fließen wird – also weniger Geld an KünstlerInnen und mehr an Unternehmen, die sich in dem Bereich engagieren. Denn in der Kulturwirtschaft soll auch Geld verdient werden. Das mit den Mäzenen erfüllt dabei nur eine Feigenblattfunktion.

SPD: „Wir können uns gut vorstellen, dass die Gebäude an einen Privatinvestor verkauft und vom UKSH zurückgemietet werden.“

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In einer Pressemitteilung verlautbart die Jürgen Weber für die SPD, dass das UKSH teilprivatisiert werden könnte:

…Offensichtlich gibt es etliche Interessenten, die nicht an einer Privatisierung, sondern am Asset-Modell interessiert sind – dieses Interesse sollten wir nutzen! Wir können uns gut vorstellen, dass die Gebäude an einen Privatinvestor verkauft und vom UKSH zurückgemietet werden. …

Warum bei einem Verkauf der Gebäude Herr Weber dennoch meint: „Die SPD lehnt die Privatisierung des UKSH und die Aufgabe des Standortes Lübeck sowie der Uni Lübeck ab! “ . Denn es handelt sich beim Asset-Modell um nichts anderes als eine Teilprivatisierung.

Written by tlow

4. Mai 2011 at 07:25

1. MiniMedienkompetenzMesse 19.2.

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Inkompetenz in Sachen Medien beim Vermitteln eines Termins beweist die MiniMedienkompetenzmesse. Beinahe hätte ich sie nicht gefunden, wäre ich nicht zufällig im ALLRIS darüber gestolpert:

Seltsamer weise hat man den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Kiel nicht einmal angesprochen, obwohl wir da sicher als privater Verein die meiste Erfahrung und Kompetenz einbringen könnten.  Naja vielleicht ist ja noch ein Plätzchen für uns frei?

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