KielKontrovers

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Archive for the ‘Großraum Kiel’ Category

Demo für ein Autofreies Kiel #autofrei #THRKiel

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Für Autofahrer*innen ist es das selbstverständlichste der Welt: Man kann überall uneingeschränkt hinfahren und auch parken. Die maximale Einschränkung sind Einbahnstraßen und weniger als eine Hand voll Fußgängerzonen in einer Großstadt wie Kiel. Die Norm ist die Vorfahrt für den Autoverkehr. Es gibt einige Themen, die uns schon seit Jahrzehnten begleiten:

Früher ging es mal um den Sauren Regen. auch damals wurden Maßnahmen wie Tempolimits diskutiert. Oder Verkehrslärm in Städten, der Flächenverbrauch des Autoverkehrs. Und dann in den letzten 20-30 Jahren immer mehr das Thema des Klimaschutzes und CO² in der Atmosphäre sowie Feinstaub und Stickoxide.

Klar: Die Welt ist bisher nicht untergegangen. Nicht zuletzt aber, weil die Politik dann doch hier und da reagiert hat:

30er-Zonen in Städten, Katalysatorpflicht in Autos, Umweltzonen in Städten. So ist dann irgendwann unter der CDU auch das erste Bundesumweltministerium in Deutschland entstanden. Nicht weil Herr Kohl so ein Ökofreund war, sondern weil es ordentlichen Druck von der Straße gab und er damit den Grünen etwas Wind aus den Segeln nehmen wollte. Es ist immer wieder so, dass die Politik lieber dann handelt, wenn es gar nicht anders geht.

Und bis heute wird nicht richtig zur Kenntnis genommen, dass das Auto Ursache für die meisten Umweltprobleme ist. Der Flächenverbrauch ist enorm, es lärmt und pustet Schadstoffe und Kohlendioxid in die Luft.

Für den Freitag, den 26.4. ist eine Demo in Kiel angesetzt, die sich um 14 Uhr am Bahnhofsvorplatz sammelt und dann irgendwann über den Theodor-Heuss-Ring zieht. Eine der am meisten belasteten Straßen in Deutschland. Viele Organisationen (wie auch ADFC,BUND, VCD, AStA) haben einen Aufruf von TKKG mit unterzeichnet für ein Autofreies Kiel!

Kritik gab es an dieser Route – man könne ja auch woanders demonstrieren, wo man vielleicht mehr Fußgänger*innen behindert und weniger Autofahrer*innen. Da muss man schon mal fragen, welchen Sinn das machen würde? Das ist die gleiche Logik der Stadt, die eine Vollsperrung des Radverkehrs auf dem Theodor-Heuss-Ring für unproblematisch hält, aber gleichzeitig das Wegnehmen einer Autospur für die Luftfilter als unverhältnismäßig ablehnte. Gleichzeitig liest man jetzt, dass eben eine ganze Spur über Monate wegen Reparaturen weg fällt. Daraus lernen wir: Ist es FÜR das Auto ist alles machbar, ist es gegen RAD und FUSSGÄNGER*INNEN ist auch alles denkbar. Aber ist es GEGEN AUTOS, so ist das inakzeptabel und unverhältnismäßig.

Weil eben aus Sicht von Politik und Verwaltung immer noch Verkehr mit Autoverkehr gleichgesetzt wird. ÖPNV ist für die drei „A“s: Arme, Alte, Arbeitslose und Fahrräder für Hippies oder Kampfradler. Und zu Fuß geht man ja nur zum nächsten Parkplatz. Einkaufen ohne Auto? Geht nicht!

Es ist zwar nicht so, dass man gar nichts für andere Verkehrsträger tun würde, aber das wird dennoch mehr unter „nice to have“ abgehakt – sprich: Wenn wir dann am Ende noch Geld über haben, gibts auch mal ne Veloroute für die Ökospinner. Und dann klopfen wir uns als Stadt aber auch gleich mächtig auf die Schultern. Sucht man in Kiel nach „Veloroute“ so findet man eigentlich nur die „Veloroute 10“ – Kiels ganzer Stolz, Kiels Feigenblatt für eine verfehlte Verkehrspolitik: Die Fahrradfahrer*innen sollen mal nicht meckern: Wer von hasse nach Projensdorf will hat ja immerhin EINE Fahrradstrecke. Mehr kann man schließlich nicht verlangen, oder? Fahrradstraße am Vinetaplatz? Moment mal, dass ist keine ausgewiesene Veloroute, was haben Räder da zu suchen?

Verkehrspolitik ist eher für Besserverdienende, die aus Kiel wegziehen nach Schönberg , um dort in einem neu gebauten Einfamilienhaus zu wohnen, weit weg von den Abgasen und der Hektik der Großstadt. es gibt ja den Theodor-Heuss-Ring und da kommt man auch ganz fix in die Wik oder nach Holtenau. Ach da wohnen noch Menschen? Ja die Häuser können wir ja abreißen und sie können auch aufs Land ziehen! Schließlich ist die Stadt ja nicht für Menschen gemacht, sondern für den Verkehr, also fürs Auto?

Aber wir haben 2019 und wir sollten uns nicht mehr runter handeln lassen auf ein paar neu asphaltierte Radwege. Uns steht eine Klimakatastrophe bevor. jedes Jahr werden unzählige Menschen durch das Auto getötet. Lärm und Abgase machen uns krank. Und wenn wir in der Logik des Ausbaus der Autoinfrastruktur bleiben, so nimmt uns das Auto in der Stadt vor allem immer mehr Lebensraum weg. Es kann nur zwei Wege geben: Mehr Autos oder weniger Autos. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir sofort in die Richtung: Weniger Platz fürs Auto und mehr für die Menschen gehen müssen. Das heißt dann aber: Mehr Tempolimits, weniger Parkplätze, weniger Autostraßen, schmalere Autostraßen, breitere Gehwege (acht Meter ist eine gute Breite!) und Radwege- Jede Straße sollte mit Rädern befahrbar sein und nicht nur eine Hand voll gut ausgebauter Velorouten (die heute viel zu oft als Argument gegen einen fahrradfreundlichen Ausbau einer Straße ins Feld geführt werden).

Forschungsergebnisse zeigen, dass die Verdrängung des Autos zu einer Belebung von Straßen führt. Aus Autoraum wird Lebensraum. Aber leider hat sich das bundesweit und auch in Kiel in den letzten Jahren zu wenig bewegt. Und der Impuls wird nicht von den Autofahrer*innen kommen! Manche sagen: Erst mal muss der ÖPNV ausgebaut werden! Das sind aber die Gleichen, die seit Jahrzehnten den Ausbau einer Stadtregionalbahn oder Stadtbahn behindert haben. Oder gar eine grundsätzliche Optimierung des Busverkehrs. Die KVG wickelt heute den Verkehr vom Prinzip noch genau so ab, wie vor 40 Jahren. Nur das die Fahrgastzahlen gestiegen sind, aber der ÖPNV-Anteil dennoch nicht ausreichend. Eine Fokussierung auf kürzere Fahrzeiten von A nach B ist z.B. bei den Zielen nicht erkennbar. Man verliert sich im Kleinklein und hält an ein paar Prinzipien fest, die man nicht mehr hinterfragt. Von modernen Nahverkehr ist man in Kiel daher genau so weit weg wie von modernem Radverkehr.

Mit Harmonie ist das Ganze nicht lösbar. Zwar will fast jede Partei die Verkehrswende. Aber offenbar meist ohne, dass sich etwas ändert. wie das gehen soll sagt keiner. Man will niemandem weh tun. Man will auch keine großen Einschnitte. Fehlen nur noch die Drive-In-Wahlkabinen.

So bleibt Kiel Verkehrspolitik uninspiriert und unambitioniert. Ja, natürlich geht es noch schlechter in anderen Städten. Aber was soll das für ein Argument sein? Wir müssen uns doch Ziele setzen, an denen wir uns orientieren und auch mal ein dickes Brett bohren. Selbst wenn es nicht immer gelingt etwas zu bewegen. Und daher finde ich diese Demo gut – und denke auch, dass sie keine Ausnahme bleiben darf, sondern das wir so etwas häufiger brauchen als Aufschrei gegen eine menschenverachtende Verkehrspolitik!

Die Reaktionen zeigen, wie tabuisiert die Diskussion über Verkehr ist. Und für wie unangreifbar viele die Rolle des Autos halten. Aber wer den Wandel will darf keine Tabus akzeptiere und muss auf jeden Fall die Rolle des Autos an jeder Stelle hinterfragen. Nur so kommen wir weiter. Und am THR ist das Stickoxid-Problem immer noch nicht gelöst: Im Gegenteil: Die Kieler Politik sorgt dafür, dass Abgase nun auch an weiteren Stellen die Grenzwerte überschreiten könnten. Und zwar dort, wo noch mehr Menschen sich im freien bewegen, wie z.B. am Ziegelteich/Holstenstraße.

KielKontrovers unterstützt diese Demo und ruft auch dazu auf daran teilzunehmen!

Written by tlow

25. April 2019 at 07:15

#Bürgerbeteiligung in Kiel

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Written by tlow

25. August 2018 at 18:32

Was ist Provinzialität? #MakeKielGreatAgain ?

Ulf Kämpfer in der City Hall von San Francisco

Ulf Kämpfer in der City Hall von San Francisco

Die Stadt Kiel möchte auch gerne einen Platz an der Sonne bei den großen Städten der Welt. Es lässt sich aber nicht verbergen, das Kiel keine echte Großstadt ist. Die Partnerschaft mit San Francisco, und der Ausbau der “Außenpolitik”, die Olympiabewerbung gemeinsam mit Hamburg 2016:

Die Träume Kiels sind groß, die Bereitschaft vor Ort effektiv etwas zu verbessern aber um so geringer. Trotz Weltstadtanspruch meint man zum Beispiel den öffentlichen Verkehr auch in Zukunft  nur mit Bussen und Fördeschiffen abwickeln zu können. Man will zwar das Fahrrad fördern, aber abgesichterte Radwege “Protected Bike Lanes” sind nicht drin. Man will zwar mehr Kultur, aber ist nicht bereit dafür adäquate Gelder bereit zu stellen .

Anstatt die Probleme zu finden die Stadt und der Zeit hat ist man auf der Suche nach einer neuen Stellung in der Welt.

Provinzialität wird vielleicht hier um so deutlicher, wenn sich Oberbürgermeister in San Francisco bewegen, um auch ein wenig Sonne und Ruhm abzubekommen:

Und was gibt es Bittereres, wenn man tatsächlich Begriffe wie „Silicon Förde“ ernst meint? Vielleicht ist eben dieses Nachholbedürfnis typisch deutsch. Sei es nun, dass man meinte bei den Kolonien zu kurz gekommen zu sein, oder Mit Schiffen und U-Booten der Seemacht England etwas entgegensetzen zu müssen. Oder seien es nach dem Zweiten Weltkrieg Italienurlaube und dann darüber hinaus.

Ungefähr gleich teuer wie die vergangene Olympiabewerbung war es ja, ein kleines Raumfahrzeug auf den Mond zu bringen. Wenn es nur um Aufmerksamkeit, respektive Beachtung ginge, so wäre damit wahrscheinlich mehr gewonnen.

Vielleicht geht es eher um ein: „Make Kiel Great Again„? Diese Großmannssucht wird nicht das Ergebnis haben, groß zu sein. Große Städte sind nicht deswegen so groß oder so bedeutend, weil sie immer danach gestrebt haben, groß zu wirken. Neben dem puren  Zufall waren es besondere Bedingungen oder auch besonders schlaue Entwicklungen, die dazu führten. Z.B. eine mutige Politik. Nicht eine Politik der großen Konzertsäle oder der tollen, teuren Science Center. Sondern z.B. das Städte besonders lebenswert sind. Das KünstlerInnen und Kreativität nicht nur auf dem Papier hoch gelobt werden, sondern das sich die Wertschätzung auch in realen Ausgaben niederschlägt.

Kiel will alles, aber dafür umsonst. Das ist ja fast schon wieder charmant und erinnert an den Ausruf „Alles für alle und zwar umsonst“. Nur das in dem Falle eher die Reichen reicher werden und von Großprojekten profitieren, die aus verschiedenen Töpfen finanziert wurden.  Alle profitieren dann, wenn Politik aus vielen Kleinigkeiten insgesamt in eine Richtung geht, die das Gemeinwohl in den Vordergrund steht und nicht die Selbstüberhöhung. Kiel braucht keine potemkinschen Dörfer und keinen Schein, in dem sich nur Wenige sonnen können werden!

 

 

 

 

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Written by tlow

11. Dezember 2016 at 18:57

Etikettenschwindel beim Kieler #Foodsharing

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Da der offizielle Verein keinen großen Wirbel machen wollte, hatte ich auch nichts darüber veröffentlicht, aber nun ist es öffentlich: Eine der Hautpinitiatorinnen von Foodsharing in Kiel hat, nachdem sie als Hauptverantwortliche geschasst wurde eine Alternative aufgebaut, die sich „Foodsharing Schleswig-Holstein e.V.“ nennt. Und das obwohl der Name eine eingetragene Marke ist. Zudem steckt hinter der Registernummer ein ganz anderer Verein. Auf Facebook findet man den Hinweis:

Der Verein mit der Registernummer: VR 5256 KI verweist auf einen Verein namens “Kinderwald-Gesellschaft für Waldpädagogik e.V.”.

Ich habe eigentlich alle „Foodsaver“ immer nur als engagierte Menschen kennengelernt und kann aus dem persönlichen Kontakt nichts Negative über eine Person sagen bis zu dem Zeitpunkt als es zur Spaltung kam. Da sind dann Aussagen gekommen, die eindeutig falsch waren und mit der Neugründung eines fast gleichnamigen Vereins hat die eine Seite sich auf eine Ebene begeben, die sehr kontraproduktiv ist.

Da beide Gruppen in Kiel aktiv sind daher hier mein eindeutiger Hinweis sich an den offiziellen Verein zu halten, der aus meiner Sicht sehr viel seriöser aufgetreten ist. Sicher wäre es besser, man müsste in der Öffentlichkeit nicht darüber berichten, aber da der Verein eben öffentlich aktiv ist und es sowohl für zukünftige Foodsaver aber auch Betrieb wichtig erscheint die richtige Wahl des Vereins zu treffen, habe ich mir gedacht, dass Thema auch mal in diesem Lokalblog anzusprechen.

Written by tlow

8. Juli 2015 at 17:11

Wieviel wäre euch die KN online wert?

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Die Kieler Nachrichten (KN) ist ein viel geschmähtes Blatt. In manchen Generationen und Bereichen der Bevölkerung ist sie vollkommen unbekannt und ungenutzt.  Das KN ePaper Vollabo kostet derzeit 19,50. bei 2 Ausgaben wie im August käme man damit auf 72 ¢ pro Ausgabe. Das Papierabo kostet 32,10 €.

Zum Vergleich: Die TAZ kostet pro Ausgabe im Abo im August rund 48 ¢. Oder rund 13 € im Monat. Mal Zeit im Zeitalter des Onlinejournalismus mal nachzufragen, was Leser dieses Blogs eigentlich bereit wären, für die KN abzudrücken.

 

Ich persönlich durchblicke ja den Dschungel der Angebote gar nicht. Z.B.: Gibt es einen inhaltlichen Unterschied zwischen ePaper und Onlineausgabe. Ich lese da z.B.:“Aktuelles aus Kiel und dem Umland aus erster Hand erfahren! Mit dem Online-Abonnement der Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung haben Sie vollen Zugriff auf News, Bilder und Hintergründe zu Themen, die die Region bewegen. “ D.h. da steht nichts drin, was nicht direkt die eigene Region betrifft?

Ich hatte mal ein Digitalzusatzabo über Verwandtschaft, was mir aber ohne Begründung gekündigt wurde. Seitdem habe ichs nicht mehr versucht. Ohne Zweifel spielt die KN in Kiel nach wie vor eine wichtige Rolle. Sie stellt aber auch einen Flaschenhals zur Öffentlichkeit dar. Dies liegt sicher auch daran, dass selbst die, die darunter leiden, dass ihre Pressemitteilung nur im Papierkorb der KN landen keine eigene Internet-Öffentlichkeitspolitik betreiben. Online erfährt man ja quasi auch nichts, was nicht bereits in der KN steht. Auch die Möglichkeiten Hintergrundinformationen zu liefern, werden weder von der Stadt, den Parteien oder Vereinen auch nur ansatzweise genutzt. Insofern ist die Monopolstellung der KN auch kein Wunder und deren inhaltlichen Schwächen auch darin begründet, dass es keine Alternativen gibt, die innerhalb der KN wirklich eine Bewegung provozieren würde.
Also was es sie euch wert oder was haltet ihr von der KN?

Written by tlow

24. August 2014 at 19:40

Veröffentlicht in Großraum Kiel, Medien, Umfrage

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Blogidee

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Durch viele Gespräche kam mir neulich die Idee, dass wir vielleicht ein neues Blog in der Region brauchen. Und zwar ein wenig so ausgerichtet wie Indymedia (Web/ Wikipedia) mit dem Unterschied, dass es einen definierten Autorenkreis gibt, der aber bei bedarf erweitert werden kann. Im Kern steht ein Redaktionskollektiv, dass über die Zukunft des Blogs entscheidet. Es besteht primär aus Autor*innen, aber nicht nur. Es legt auch fest, nach welchen Maßgaben Artikel veröffentlicht und freigeschaltet wird. Dabei sollten die Auto*innen ggf. recht viel Freiheiten haben. Auch sollte es möglich sein, dass verschiedene Autoren unterschiedliche Perspektiven einbringen, die sich ggf, auch mal widersprechen können.

Von der Zusammensetzung dachte ich dabei primär an engagierte Aktivist*innen, die in einem Thema drinstecken und in der Lage sind etwas darüber zu schreiben. Und auch uptodate sind.

Welches Problem soll das lösen?

Zum einen soll es eine höhere Reichweite in der Bevölkerung erreichen, als z.B. dieses Blog, dass doch primär ein Meinungsblog ist. Es sollen mehr Themen abgedeckt werden. Landespolitik soll Thema sein, wenn es Sinn macht. Ansonsten würde ich vorschlagen, dass der Schwerpunkt zunächst im Großraum Kiel angelegt ist. Bei dem Redaktionskollektiv wäre ich dafür, dass es keine Parteimitglieder gibt. Parteimitglieder können lediglich Gastbeiträge schreiben, die dann entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Das soll eine direkte oder indirekte Beeinflussung durch Parteien reduzieren. Von der Finanzierung her würde ich sagen sollte man sich aus Spenden finanzieren. Die Finanzen dienen einerseits der Finanzierung des Hostings und auch der Bezahlung der technischen Administration. Der Rest ergibt eine Vergütung für die Autoren: Dabei soll eine gleiche Bezahlung angestrebt werden. Ich denke dabei also daran, dass bei geringen Finanzen, die Vergütung auch eher symbolisch ist und bei mehr Finanzen entsprechend steigt.

Primär wäre das Blog als Konkurrenz zur Kieler Nachrichten angelegt. Momentan nicht im Sinne einer Auflage, sondern um inhaltlich eine echte Alternative zu bieten. Das kann ich als Einzelperson nicht leisten und will ich auch gar nicht. Auch  soll das Projekt langfristig angelegt werden.

In Abgrenzung zum Landesblog sieht es so aus, dass das Landesblog eher landes, bundes- oder europaweite Themen zum Inhalt hat. Die Autor*innen sind auch fast ausschließlich Parteipolitiker*innen. Auch gibt es dort die Schwerpunkte Netzwelt,Datenschutz, Bildung, Netzpolitik, wohingegen ich mir als Schwerpunkt eher die konkrete Kommunalpolitik vor Ort vorstelle. Ich würde mich auch wünschen, dass Artikel in dem neuen Blog auch teilweise kooperativ entstehen oder mehrere Leute an einem Thema arbeiten.

Mögliche Themen wären also z.B. Bauprojekte, Rassismus, Fracking, Verkehrsprojekte, Stadtentwicklung, Wahlen, Korruption, Skandale, andere Medien, Wirtschaft, Energiepolitik,… dagegen würde ich „Internetthemen nicht als zentral ansehen, wobei die natürlich auch vorkommen dürfen. Die Sichtweise soll dabei eher von unten sein, also weniger die Sichtweise der Politiker und Gesetzgebungsverfahren, sondern die des örtlichen Widerstands gegen Projekte. Sichtweisen, die z.B. in der KN nicht stattfinden, weil sie nicht der Redaktionslinie entsprechen. Dabei kann man durchaus auch Meinungen dokumentieren, die nicht der eigenen entsprechen.  Und letzteres wäre auch primär der Unterschied für mich zur Arbeit bei KielKontrovers, wo ich mich zwar oft um eine neutrale Sicht bemühe, aber dennoch meine Meinung immer ganz deutlich mache.

Ich suche also einige Leute, die Lust auf so ein Projekt haben. Die Lust haben so was auszuprobieren. Ihr müsst keine Journalisten sein, spricht aber nix dagegen wenn ihr es seid. Altersmäßig solls auch keine Grenzen geben. Ihr solltet aber bereit sein in einem Kollektiv tätig zu sein, dass gemeinsam über Leitlinien entscheidet. Für den Gründungsprozess würde ich vorschlagen sich viel Zeit zu lassen, damit man nicht in der Gründung etwas Wesentliches falsch macht. Wünschen würde ich mir, dass Inhalte vor allem anderen stehen. Weil es eben ein Defizit an guten und kritischen Inhalten in Schleswig-Holstein gibt. Und um das noch mal klarer zu schreiben: Kollektiv bedeutet keinen Chefredakteur, der anderen was vorschreibt. Regional eingegrenzt müsste das ganze kaum sein. Theoretisch können auch Hamburger Sachen mit rein.

Und eben: Es könnten Gastbeiträge rein. Da könnte der Kreis viel größer sein, als das Redaktionskollektiv.

Wer Lust hat, kann mir ne Mail an redaktion@kielkontrovers.com schreiben. Dann könnte man sich in ein paar Wochen mal treffen – wir tauschen Kontakte aus und schauen, ob man zusammenkommt oder nicht. Namensideen habe ich noch keine.

 

 

Written by tlow

17. Mai 2014 at 19:16

Veröffentlicht in Großraum Kiel, Land, Persönliches

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Videos zu #Fracking in Schleswig-Holstein #prasdorf

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NDR Beitrag zu PRD Energy (2013):

 

Bergedorfer wehren sich gegen Fracking (2013)

Die Gemeinde Prasdorf hat bisher auf meine Anfrage am 8. April nicht geantwortet, in der ich um eine Stellungnahme gebeten habe. Das ist sehr schade, denn man könnte jetzt vielleicht noch das Fracking verhindern. Aber ohne öffentliche Aufmerksamkeit geht es nicht. Aber offenbar hatte Prasdorf bereits 2013 eine Resolution verabschiedet. Hätte man mir auch antworten können.

Nicht mitbekommen habe ich, dass es bereits eine Aktionsgruppe gegen Fracking im Großraum Kiel gibt: „ Großraum Kiel – Postfossil -Aktionsgemeinschaft „Stoppt Fracking im Großraum Kiel – für eine postfossile Zukunft!“. So richtig rund läuft es beim Widerstand gegen Fracking also noch nicht. Denn auf der Seite von Posfossil war bisher von der Demo am 17. Mai noch nichts zu lesen. Da müssen wohl erst noch ein paar Leute zusammenfinden. Aber aller Anfang ist schwer.

 

Hier das Bewilligungsfeld „Prasdorf“:

prasdorf_fracking

Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein (PDF)

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