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Archive for the ‘Medien’ Category

Regulierte Demokratie #AKK #ReZo

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In der Spiegel-Affäre 1962 ging es darum, dass Franz-Josef Strauß Ermittlungen wegen Landesverrats angezettelt hatte, weil er sich wie man heute sagen würde von „Whistleblowern“ bedroht fühlte.

Einen ähnlichen Fall gab es 2015 im Falle von netzpolitik.org und ihre Veröffentlichungen zum Bundesamt für Verfassungsschutz.

Die Politik mag es einfach nicht, wenn man hinter die Kulissen schaut. Oder auch überhaupt Kritik. Da gabs auch den Fall in dem Kanzler Schröder sich rechtlich gegen die Behauptung wehrte, er hätte gefärbte Haare.

Jetzt also die CDU und AKK, die der Meinung sind das einerseits eine Fundamentalkritik wie vom Youtuber ReZo vor einer Wahl nicht zulässig ist. Sprich: Sie slebst dürfen das schon wie mit der Rote Socken-Kampagne. Und natürlich behält man sich vor unliebigen Organisationen wie ATTAC oder DUH die Finanzierugsmöglichkeiten zu entziehen. Das man dabei auch gerne mal die verfassungsgemäße Trennung der Organe überschreitet ist keine Fußnote und wird leider seitens der etablierten Presse viel zu wenig kritisiert.

Im Zuge dessen, dass sich 70 Youtuber*innen vor der Wahl gegen CDU/CSU und SPD ausgesprochen haben führte AKK zu dem Vergleich, dass es doch ganz klar problematisch wäre, wenn 70 Zeitungsredaktionen das Gleiche getan hätten. Dass dies dann zu einer politischen Debatte führen würde. Ja würde es. Aber wenn sie das tun würden, hätten sie dafür vermutlich eben so einen guten Grund? Was würde die CDU dann machen? Ihnen den Mund verbieten? Was ist das für ein verfassungsfeindliches Demokratieverständnis?

es gibt da übrigens auch Journalist*innen, die da jetzt nach Regeln und Diskussion schreiben, wie Matthias Reiche vom MDR.

Wenn das Weltbild und das Politikverständnis immer mehr vom Internet bestimmt wird, wo sich jeder seine eigene mediale Nische einrichten und sich individuell mit Informationen versorgen kann, birgt das möglicherweise neue Risiken für die Demokratie, weshalb man wieder bei der Frage ist, ob es dann nicht vielleicht doch Regeln bräuchte

Welche Regeln? Welche Debatte? Dieses faschistische Statement eines demokratische Journalisten ist erschreckend. Es wird hier kaum darum gehen ein paar kleinere Anpassungen an Mediengesetzen zu machen. Es kann hier nur um Zensur im großen Stil gehen. Wie auch schon bei den Uploadfiltern und anderen ähnlichen Themen. Mit großen Schritten bewegt sich unsere Demokratie auf eine dunkle Zukunft zu, wie wir sie z.B. besonders in Ungarn, aber auch in Polen und Russland beobachten können. Nun geht es drum: Wollen wir diese Zukunft oder müssen wir eher wie ReZo verschärfter und deutlicher werden, um die Demokratie noch zu retten, bevor es zu spät ist?

Written by tlow

29. Mai 2019 at 16:08

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Tweets und Bob

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Zur Zeit wird ja fleißig diskutiert, ob Twitter böse ist oder nicht und ob Politiker da aktiv werden sollen. Die Argumente dagegen benennen vor allem, dass es ja mit Zeitungen, Radio und Fernsehen genug klassische Medien gäbe. Manche Politiker zogen sich angeblich aus Facebook und Twitter zurück. War ist dagegen aber eher, dass sie sich noch auf der Facebook-Tochter Instagram aufhalten.

Es wird also deutlich, dass der vorgetäuschte Rückzug lediglich ein PR-Gag eines Politikers war, während er weiter in den restlichen Medien weiter die eigene Selbstdarstellung vorantreibt. Vielleicht hat ihm auch jemand gesagt, dass Instagram in Zukunft wichtiger ist, weil es mehr von jüngeren Mitgliedern genutzt wird?

Als langjähriger Twitter-User habe ich eine andere Sichtweise auf eben dieses Netzwerk. Ich hatte da auch schon die eine oder andere Auseinandersetzung, aber doch eher selten. Und zur Not kann man auch mal jemanden blockieren oder stummschalten, wenns zu sehr nervt. Am besten ist aber selber einen Gang runterschalten. Aber für Politiker im Dauer-Wahlkampfmodus ist das wohl schlecht vorstellbar. Da ist es doch sehr viel einfacher dem Medium die Schuld zu geben und damit sämtliche User in einen Topf zu werfen. Und gleichzeitig sich damit von jeder Eigenverantwortung frei zu machen. Da hat dann angeblich auch ein Team das falsche Wahlkampfvideo hochgeladen. Wie bequem. In den USA ist Twitter schon lange quasi zum Referenzmedium geworden. Viele Journalisten geben ihre Kontaktdaten statt via Mailadresse z.B. über ihr Twitter-Kürzel an, damit man mitverfolgen kann, was sie schreiben und machen – und um ihnen entweder öffentlich oder über Direktnachricht etwas mitteilen oder sie fragen zu können. Kein 100%-Ersatz für Email, aber immerhin eine einfache und schnelle Möglichkeit.

Auch bei Tageszeitungen in Deutschland hat sich das (sogar bei @kn_online) etabliert. Eine Frage zum Artikel eines Redakteurs und man kann das gleich direkt fragen. Dafür das geantwortet wird, gibts natürlich keine Garantie! So entsteht zwischen Journalistinnen, Politikerinnen, Bloggerinnen, Organisationen, Wissenschaftlerinnen und einfachen Bürgerinnen ein Dialog, wenn es richtig gemacht wird. Manche nutzen es nach wie vor als Einbahnstraße nur zum Senden und manche halten sich zu sehr mit Kleinigkeiten auf. Über den Umgang mit den Medium kann man viel über die Persönlichkeit und Kompetenz des Gegenübers erfahren. Ernstzunehmende Politikerinnen nutzen m.E. auch Twitter und können damit auch souverän umgehen. Facebook sehe ich da schon anders. Der Dialog dort ist doch recht einseitig und es wird zu sehr als Selbstdarstellungsplattform genutzt Eine Suche nach Diskussionen oder Themen gibt es effektiv eigentlich nicht. Die Leute bewegen sich auf verschiedenen Seiten oder Gruppen und verlassen da ihre Blase nicht.

Es wäre auch ein fataler Rückschritt, wenn man propagieren würde sich nur auf klassischen Medien zu bewegen. Vielleicht ist das derzeit ein kleiner Backlash der Social Media-Verweigerer? Und was den direkten Kontakt angeht zu Politikerinnen so war ich da bisher immer enttäuscht: Entweder findet es nicht statt oder sie erzählen Dir, was sie meinen Du gerne hören würdest, oder man wird zugetextet. Da fehlt dann die Begrenzung auf 280 Zeichen. Subjektiv das Schlimmste sind aber die Fernsehtalkshows, wo sie dann alle meist nur aneinander vorbeireden. Wer schaut sich das an? Was kommt dabei raus? Zwar wollen sie alle aufs Podium, aber eine gesellschaftlich relevante Debatte gibt es da am wenigsten. Wenn sich Parteien und Politikerinnen dort wohler fühlen als auf Twitter offenbaren sie in meinen Augen lediglich ihre Rückwärtsgewandheit und totale medial Inkompetenz. Vielleicht können sie da ja ihre Sprüchlein unwidersprochen ablassen und ein paar Dumme überzeugen. Aber absehbar sind solche Formen doch ein Auslaufmodell ohne Perspektive.

Ein Social-Media-Account taugt wenig um mal kurz vor einer Wahl oder als Einbahnstraße Statements abzulassen. Dazu gehört schon mehr. Aber Politikerinnen haben ja kompetente Teams, die dabei helfen könnten.

Written by tlow

12. Januar 2019 at 10:30

Veröffentlicht in Medien

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#Chemnitz ist nicht überall

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Ein Deutsch-Kubaner starb in Chemnitz durch ein Messer. Die Hintergründe sind nach wie vor unbekannt. Und die scheinen auch die meisten Politiker und Kommentatoren nicht zu interessieren.

Nazis vereinnahmen nun dieses Opfer, dass offenbar durchaus gegen Pegida aktiv war. Gleichzeitig gibt es Jagdszenen in Chemnitz, die vermutlich durchaus Menschen betreffen, die wie das Opfer aussehen. Es ist absurd.

Gleichzeitig eine Mischung aus Nazis, Pegida-Anhängern und Wutbürgern auf den Straßen. Der Hitlergruß wird dabei auf Demonstrationen durchaus hingenommen von den anderen Teilnehmern und er Polizei.

Dann wird zwar zum einen nach „Meinungsfreiheit“ von rechts gefordert oder nach „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Aber am Ende wird die Pressefreiheit der Journalisten eingeschränkt. Es wird gespalten, das Recht missachtet und die Freiheit unterdrückt.

Manche versuchen in der Ursachenforschung herauszustellen, dass das Kernproblem wäre, dass Probleme der Bürger*innen in Ostdeutschland zu wenig ernst genommen wurden und Kritik und Verallgemeinerung von Links die Leute der AfD und den Rechten zugetrieben hätten.

Da sind doch viele Fehlschlüsse enthalten. Es wird damit auch offene Gewalt gegen Menschen gerechtfertigt. Aus Befindlichkeiten werden zunächst berechtigte Kritik und daraus dann Verständnis für Proteste und einen rechten Mob, der eben kein Problem mit rechtsextremen Ansichten hat, eher mit demokratischen Prinzipien.

Es ist eher das Gegenteil: Zu wenig wurde auch von Ostdeutschen in den vergangenen Jahren ein Bekenntnis zu Menschenrechten erwartet. Stattdessen wurde eben versucht Befindlichkeiten zu ergründen. Verständnis für Xenophobie geäußert. Dabei dann aber die Perspektive der Asylbewerber oder Migrant*innen ausgeblendet. Wie dann auch jetzt wieder im Bürgerdialog. Während Ministerpräsident Kretschmer die Bürgerdialog suchte, mussten Menschen mit dunklerer Hautfarbe zuhause bleiben aus Angst vor Übergriffen. Also wer wird seitens des Staates und Pegida als Teil der Bevölkerung anerkannt? Ganz selbstverständlich wird zwischen „Wir“ und „Die“ getrennt. Einer der Gründe, warum die NSU sich in Deutschland so gut unbeeinträchtigt morden konnte.

Darstellungen wie: Es wäre ein bundesweites Problem oder  nicht alle Chemnitzer sind rechtsradikal helfen da nicht weiter. Natürlich ist dem so. Aber im Gegenzug schafft man es kaum zu erklären, dass nicht jeder Asylbewerber für diejenigen mithaftet, die Straftaten begehen.

Ich glaube also das im Gegenteil die Medien, vor allem in Ostdeutschland, kritischer über Meinungen in der Bevölkerung berichten müssen. Befindlichkeiten gegenüber den Fremden dürfen nicht ungefiltert durchgewunken werden, Da wird zu oft nach dem Mund berichtet. Und viel zu wenig problematisiert!

Written by tlow

1. September 2018 at 01:45

Veröffentlicht in Deutschland, Medien, Rechtsradikalismus

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Mit Rechten reden? #dunjahayali

Dunja Hayali hat der Rechtsaußen-Zeitung ein Interview gegeben und muss sich jetzt öffentlich viel Kritik anhören.Dabei scheint sie einem viel verbreiteten Irrtum zu unterliegen, den sie früher schon in durchaus unfreiwillig komischen Interviews mit Pegida demonstrierte:

 

Generell habe ich nichts einzuwenden, wenn Journalisten das Gespräch suchen in journalistischer Neugier und um etwas zu erfahren. Die Annahme aber, dass es bei rechtsradikalen Thesen um Inhalte ginge, die man diskutieren kann ist absurd und naiv.

Kennzeichen von Bewegungen wie Pegida, Parteien wie der AfD oder Zeitungen wie der Jungen Freiheit ist ja gerade, dass sie eine bestimmte Zielsetzung verfolgen, die nicht zuletzt durch Hass geprägt ist. Sie lehnen die Gesellschaft als Ganzes ab, insbesondere Progressive, Migrant*innen, Frauen und vieles mehr.

Die Aufgabe ist demgegenüber nicht den Dialog mit Verschwörungstheorien oder Frauenhassern zu suchen, sondern die Intentionen zu identifizieren und diese abzugrenzen von ernst gemeinten oder ernst zu  nehmenden Thesen. Man kann durchaus Ängste in der Bevölkerung anerkennen, ohne mit Pegida zu diskutieren. Denn Letzteres setzt voraus, dass eine ernsthafte Diskussion möglich ist.

Zu oft verwechseln in unseren modernen Demokratien Menschen die grundsätzliche Meinungs- und Pressefreiheit mit der Tatsache, dass jeder Idiot jederzeit sagen kann, was er will, oder dass jeder sich mit jedem Idioten unterhalten muss. Das ist nicht Meinungsfreiheit, das ist Dummheit.  Das ist weder immer notwendig nicht zielführend. Meinungsfreiheit ist lediglich ein Freiheitsrecht, dass grundsätzlich die Freiheit bedeutet in der Öffentlichkeit seine Meinung zu äußern. Es bedeutet nicht, dass Journalisten verpflichtet wären jede geistige Ausdünstung mit Mikrofonen aufzufangen.

Es gibt so viele Thesen und kluge politische Leute, deren Thesen noch nie in der breiteren medialen Landschaft diskutiert oder wahrgenommen würden. Thesen, die sich durchaus lohnen würde zu diskutieren. Zugegeben sind das Thesen, die vielleicht keine 20% der Bevölkerung teilen, oder dafür auf die Straße gehen würden.

Aber auch das ist eine kritikwürdige Entwicklungen: Das Journalist*innenen und auch Politiker*innen dann versuchen zuzuhören , wenn sie ein neues Massenphänomen wittern. Anstatt das sie selber nach interessanten, diskussionswürdigen Ansätzen suchen. Das tun sie vermutlich deshalb nicht, weil es weniger öffentliche Aufmerksamkeit verspricht. Und wenn ein Gabriel mit Pegida spricht, so denkt er doch vielleicht auch, dass der eine oder andere Pegida-Anhänger den Sigmar plötzlich sympathischer findet.

Ich finde es kritikwürdig, wenn man deswegen über Rechtsradikale berichtet oder ihnen Interviews gibt, WEIL ihre Thesen in  manchen Teilen der Bevölkerung attraktiv sind. Und damit offenbar für manche Journalist*innen erst relevant?

Ob nun Junge Freiheit oder Ken FM: Manche Kanäle sollte man nicht bedienen, weil man damit auch deren andere Inhalte aufwertet

Written by tlow

24. März 2017 at 09:01

#ULD: #OVGSH verhandelt in Sachen #Facebook-Fanpages

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Am Donnerstag, den 4. September 2014, findet vor dem
Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht (OVG) die mündliche
Verhandlung der Berufung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz
Schleswig-Holstein (ULD) gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts (VG)
Schleswig vom 9. Oktober 2013 wegen des Betreibens einer
Facebook-Fanpage (Az. 4 LB 20/13) statt. Hintergrund ist eine Verfügung
des ULD gegen die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK), die von
der Industrie- und Handelskammer (IHK) getragen wird, vom 10. November
2011 in der Fassung des Widerspruchsbescheides vom 25. November 2011, in
der das ULD der WAK auferlegte, die dort betriebene Facebook-Fanpage zu
deaktivieren.

 

Die öffentliche Verhandlung findet statt am
Donnerstag, 04.09.2014, 14:00 Uhr,
Saal 5, Brockdorff-Rantzau-Straße 13, Schleswig.

 

Dabei soll datenschutzrechtlich grundsätzlich geklärt werden, inwieweit
deutsche Betreiber von Fanpages für die datenschutzwidrige
Datenverarbeitung durch den Portalanbieter Facebook mit verantwortlich
sind. Das VG Schleswig hat diese Frage verneint. Das ULD vertritt dem
gegenüber die Ansicht, dass deutsche Stellen die Datenschutzverstöße von
Facebook nicht dadurch fördern dürfen, dass sie Menschen dazu
veranlassen, dieses Internetportal zu nutzen. Den Nutzenden muss,
entsprechend den gesetzlichen Vorgaben, die Möglichkeit eingeräumt
werden, sich unerkannt über die Inhalte auf der Fanpage zu informieren.
Die Verarbeitung von Nutzerdaten zu Werbezwecken darf nur dann erfolgen,
wenn die Besucher von Fanpages hierfür eine ausreichend informierte,
bewusste, freiwillige und frei widerrufbare Einwilligung erteilt haben.
Solche Funktionen stellen weder die WAK, noch Facebook ihren
Fanpagebetreibern bisher zur Verfügung. Diese seit Jahren kontrovers
diskutierten Fragen sind bisher nicht obergerichtlich entschieden. Das
Verfahren ist insofern von bundesweiter,  ja wegen der nationalen
Umsetzung von Europarecht, von europaweiter Relevanz.

Es ist nicht auszuschließen, dass das OVG noch am gleichen Tag sein
Urteil in dem Verfahren verkündet.

Den Text des vom ULD angefochtenen Urteils des VG Schleswig vom
09.10.2013 finden Sie unter

https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/20131009-vg-urteil-fanpages.pdf

Die wesentliche Berufungsbegründung des ULD vom 18.12.2013 sowie eines
aktuellen ergänzenden Schriftsatzes vom 21.07.2014 finden Sie unter

https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/20131218-berufungsbegruendung.html
https://www.datenschutzzentrum.de/facebook/20140721-erwiderung.html

Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des ULD.

Written by tlow

2. September 2014 at 03:12

Wieviel wäre euch die KN online wert?

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Die Kieler Nachrichten (KN) ist ein viel geschmähtes Blatt. In manchen Generationen und Bereichen der Bevölkerung ist sie vollkommen unbekannt und ungenutzt.  Das KN ePaper Vollabo kostet derzeit 19,50. bei 2 Ausgaben wie im August käme man damit auf 72 ¢ pro Ausgabe. Das Papierabo kostet 32,10 €.

Zum Vergleich: Die TAZ kostet pro Ausgabe im Abo im August rund 48 ¢. Oder rund 13 € im Monat. Mal Zeit im Zeitalter des Onlinejournalismus mal nachzufragen, was Leser dieses Blogs eigentlich bereit wären, für die KN abzudrücken.

 

Ich persönlich durchblicke ja den Dschungel der Angebote gar nicht. Z.B.: Gibt es einen inhaltlichen Unterschied zwischen ePaper und Onlineausgabe. Ich lese da z.B.:“Aktuelles aus Kiel und dem Umland aus erster Hand erfahren! Mit dem Online-Abonnement der Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung haben Sie vollen Zugriff auf News, Bilder und Hintergründe zu Themen, die die Region bewegen. “ D.h. da steht nichts drin, was nicht direkt die eigene Region betrifft?

Ich hatte mal ein Digitalzusatzabo über Verwandtschaft, was mir aber ohne Begründung gekündigt wurde. Seitdem habe ichs nicht mehr versucht. Ohne Zweifel spielt die KN in Kiel nach wie vor eine wichtige Rolle. Sie stellt aber auch einen Flaschenhals zur Öffentlichkeit dar. Dies liegt sicher auch daran, dass selbst die, die darunter leiden, dass ihre Pressemitteilung nur im Papierkorb der KN landen keine eigene Internet-Öffentlichkeitspolitik betreiben. Online erfährt man ja quasi auch nichts, was nicht bereits in der KN steht. Auch die Möglichkeiten Hintergrundinformationen zu liefern, werden weder von der Stadt, den Parteien oder Vereinen auch nur ansatzweise genutzt. Insofern ist die Monopolstellung der KN auch kein Wunder und deren inhaltlichen Schwächen auch darin begründet, dass es keine Alternativen gibt, die innerhalb der KN wirklich eine Bewegung provozieren würde.
Also was es sie euch wert oder was haltet ihr von der KN?

Written by tlow

24. August 2014 at 19:40

Veröffentlicht in Großraum Kiel, Medien, Umfrage

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Warum #eBooks und Freie Software nicht zusammen gehen

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2012 schrieb ich einen Artikel (auf meinen Ritinardo-Blog) zu meiner Erfahrung mit dem auf eines ersten eBooks bei bookzilla.de. Bookzilla.de spendet 5% der Provision an die FSFE. Zur angeblichen Förderung von Freier Software. Offenbar hat sich daran seit 2012 nicht viel geändert. An den Aussagen.

Fakt ist aber: auf den Seiten von bookzilla.de wird man darauf hingewiesen, welche Adobe-Software man zu installieren hat. Bereits daraus ergibt sich eine Problematik, denn Adobe ist gegenüber Linux und Open Source extrem feindselig. So findet man denn auch die notwendige Software zum Lesen von eBooks auf einem PC lediglich für Windows und Macintosh.

Generell kann man auf freien Betriebssystemen wie Linux auch Formate wie EPUB lesen. Aber wenn sie DRM (Digital Rights Management) enthalten, so wird dies meistens nicht unterstützt. Eigentlich gab und gibt es für den Fernabsatz von Waren einen besonderen Schutz. Bei Büchern allerdings hatte ihn der Gesetzgeber aufgeweicht durch § 321d BGB, wo das Widerrufsrecht für eBooks aufgehoben wurde. Was mir neu war: Seit Juni gibt es nun eine Neuregelung, bei der dieser Schutz grundsätzlich wieder eingeführt wurde. Es muss auch deutlich auf DRM-Schutzmaßnahmen hingewiesen werden.

Bedauerlich zu meinem Fall damals, dass es seitens der FSFE nie eine Stellungnahme gab. Denn defakto bedeutet DRM heute eine Verkaufsförderung von geschlossenen Betriebssystemen und einen Rückschlag für Linux und Open Source. Wenngleich DRM auch nur eine Technik ist. Das Schweigen der FSFE kann nur bedeuten, dass man gerne von Bookzilla kassiert, aber nicht die gängige Praxis kritisiert. Aber sich damit eben vergibt eine der problematischsten Entwicklungen in unserer Gesellschaft anzugehen. Wenn bald nur noch Kunden bestimmter Betriebssysteme bestimmte Inhalte lesen können, so ist das in meinen Augen viel bedenklicher als die Frage der Netzneutralität: Es bedeutet tatsächlich, dass Bücher und Inhalte nur bestimmten Menschen vorbehalten sind. Nicht etwa wie bei der Netzneutralität, dass es unterschiedlich schnelle Zugänge gibt.

DRM bei eBooks könnte bedeuten, dass das Buch als kulturelles Gut insgesamt bedroht ist und eine gesellschaftliche Rückentwicklung stattfindet. Zu einer Geisteshaltung und Verständnis von Inhalten, die man dann fast vor-lutherisch bezeichnen müsste. Viele werden sagen: Windows nutzen aber viele! Das mag stimmen für jetzt und heute, aber bereits heute können manche Menschen sich keine Windows-PC oder teureren Endgeräte leisten. Und diesen ist der Zugang zu manchen Informationen und Büchern bereits heute verwehrt. Es droht hier eine neue digitale Spaltung.

Immerhin gibt es hier und da einige Bewegung weg von DRM.

 

Written by tlow

19. August 2014 at 07:51

Veröffentlicht in Bildung, Medien, Wirtschaft

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