KielKontrovers

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Archive for the ‘Rathaus’ Category

#VSBKiel2019 Verkehrssicherheitsbericht Kiel und Gaarden: Nicht die ganze Wahrheit zum Thema Parken! #VisionZero #RVKiel

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Werftstraße / Gaardener Ring

Anhand einer Antwort auf eine Anfrage an die Polizeidirektion Kiel bezüglich der Zahlen des Verkehrssicherheitsberichtes 2019 habe ich am 7.7.2020 folgende Erkenntnisse gewonnen:

  1. Die Zahlen zu Parkverstößen sind nicht vollständig, da sie nicht die Zahlen des Kommunalen Ordnungsdienstes bzw. Ordnungsamtes enthalten, die selber tätig werden. Wir müssen also davon ausgehen, dass die Zahlen in Kiel weitaus höher sind!
  2. Auch die Polizei erfasst (wie auch das Ordnungsamt) keine Postleitzahlen. Somit weiß niemand in der Stadt in welchen Stadtteilen wie oft falsch geparkt wird. Dabei muss ja mit Sicherheit bei jedem Parkverstoß so etwas wie Autokennzeichen, Ort und Uhrzeit festgehalten werden. Ansonsten wäre ja jede Anzeige nichtig. Ich halte eine statistische Erfassung insbesondere für wichtig, wenn man irgend ein Parkraummanagement durchführen will. Es ist schlicht unmöglich seitens der Stadt sinnvolle Verkehrspolitik zu betreiben, gerade beim Parken, wenn man blind ist und nicht weiß, wo es brennt.
  3. In Kiel-Gaarden wurden 2019 lediglich 2 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Dabei wurden alleine 168 Fahrzeugführer:innen geahndet . In einem Fall war ein Fahrverbot fällig. Es ist schon lange mein Gefühl hier in Gaarden, das zB in der Kaiserstraße eine Rennstrecke (Abkürzung zum Sparen von einer Ampel!) zwischen Helmholtzstraße und Stoschstraße/Ostring entstanden ist. Und Geschwindigkeitsverstöße an der Tagesordnung. Gerade in den 30er-Zonen wäre es wichtig viel häufiger zu kontrollieren. In Gaarden zudem mit wenigen Ausnahmen überall Pflastersteine mit erhöhtem Lärmpegel.




Mein Vorschlag wäre, dass alle paar Jahre eine Aufschlüsselung der Gesamtzahlen erfolgt, die zB folgendes enthält ausgesplittet nach Stadtteilen oder Ortsbeiräten:

  • Wieviele Parkplätze für Auto und Rad gibt es öffentlich/privat. Wie viele sind dazugekommen oder haben abgenommen?
  • Wichtige Veränderungen im Verkehr (Ampeln, Einbahnstraßen, Busverkehr, Radwege,…)
  • Wieviele Radfahrer:innen, Fußgänger:innen, Autofahrer:innen gibt es?
  • Wie hoch ist geschätzt der Verkehr von Außen (mit Quelle oder Ziel außerhalb des Bezirkes)?
  • Anzahl der Verkehrsverstöße, Parken, Wie oft wurde Tempo gemessen oder abgeschleppt?
  • Bestehende Schwerpunkte bei Verkehrsprobleme

Ich weiß nicht, wie das ganze heute erfasst wird. Aber wenn es so wäre, wie ich es erwarten würde, gäbe es Tabletts, über die Parkverstöße registriert werden. Die statistische Auswertung könnte automatisch erfolgen. Wichtig wäre aber, dass die statistischen Daten von Ordnungsamt und Polizei zusammengefasst werden. Ansonsten macht das gar keinen Sinn. Der Datenschutz muss natürlich gewährleistet werden!

Ich bin da wieder einmal erschrocken wie insgesamt unprofessionell da gearbeitet wird. Es ist ja so, dass überall in der Stadt massenhaft Daten gesammelt werden. Das ist eine großartige Datenbasis, selbst wenn man den Datenschutz voll berücksichtigt und nur sowas wie Anzahl und Postleitzahl aufwertet. Damit werden erst viele Analysen möglich. Ich versuche schon seit Monaten an Daten zu kommen und stelle immer wieder fest, das es niemanden interessiert. Das Gegenteil wäre aber wichtig. hallo Digitalisierung, hallo Smart City? Es geht bei Letzterem nicht darum sich irgend welche tollen neuen Projekte auszudenken, sondern smart ist es, wenn man bestehendes Wissen aufdeckt und damit arbeitet!

Bis #Ostern keine Ende in Sicht? #CoronaKiel

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Ministerpräsident Günther hält es für noch zu früh, eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung überhaupt zu diskutieren. In Österreich dagegen steht bereits ein Zeitplan zur Lockerung.

Der Konsens bei der Marschroute für Deutschland ist bisher quasi ein Diskussionsverbot über Lockerung zu reden VOR dem 20. April. Das ist allerdings hochproblematisch.

Es bedeutet nämlich entweder:

  1. Am 20. wird eine Lockerung erst Ab Ende April/Mai (also 1-2 Wochen danach) geplant. Die Diskussion dauert und nach einer Ankündigung brauchen die Menschen sicher 1-2 Wochen um es überhaupt aufgreifen zu können. (also Lockerung frühestens 27.3.)
  2. Die Politik wird eventuell am 20.4. ad hoc eine Lockerung. Das würde bedeuten, dass alle Leute gleichzeitig loslaufen, kaufen, Strom verbrauchen, Abwasser benutzen, Ausflüge machen. Das geht eigentlich auch nicht.

Momentan finde ich den Ansatz der Österreicher da für den jetzigen Zeitpunkt richtig:

  • JETZT einen Plan vorstellen für in ein paar Tagen. Dabei Optionen einbauen
  • Bei steigenden Zahlen in EINEM Ort, Hotel,… kann es örtlich begrenzt wieder strenger gehandhabt werden.

Auch OB Ulf Kämpfer fordert zu Recht die Lockerungen jetzt zu diskutieren.

Viele denke wir brauchen noch weitere Daten, aber man kann jetzt schon konstatieren:

  • In Kiel gehen die Zahlen der Aktiven Fälle zurück
  • In Deutschland ging das Wachstum von zunächst 1,4 (40% pro Tag) auf nun 1,05 (5%) zurück. Das meiste davon schon bereits vor den strengen Maßnahmen des Kontaktverbots
  • Es wird kein Ende der Infektionen auf absehbare Zeit geben. Wir werden mit diesem Virus leben müssen!
  • Für viele Betrieb bedeutet dieses Virus das unvermeidliche Aus. Viele denken, es ginge nur um einen gewissen Ausgleich für Verluste durch Geld vom Staat. Aber so viel Geld, wie das derzeit kostet hat kein Staat. Egal was der Staat gibt, ist es ein Tropfen auf den heißen Stein!
  • Damit einhergehend werden sehr viele Menschen ihren Job für vielleicht immer verlieren. Weder kommen alle Unternehmen zurück noch wird man danach wieder die Arbeitsplätze aufstocken.
  • Für mich das wichtigste Argument: Es gibt bislang überhaupt keinen Hinweis, dass die strengen Maßnahmen irgend eine Wirkung haben: Italien hat genau wie Deutschland und auch früher als wir harte Maßnahmen ergriffen. Aber bisher ist es das Land mit den meisten Toten (>15.000 derzeit). Gleiches gilt für Spanien (>13.000 derzeit). Im Gegensatz dazu hat Südkorea weder Ausgangssperren verhängt noch Läden oder Cafés verschlossen. Man hat primär konsequent und gezielt Virenverbreitung gestoppt. Ich glaube nicht ein mal, dass die Überwachungsapp da den Hauptanteil hatte. Auch Japan und Schweden sind sehr lax bei den Regeln und man sieht dort auch keine dementsprechend größeren Probleme.

Die Schulschließungen ab dem 15. März waren richtig. Man hatte seit Ende Dezember, seitdem man wusste, dass auf uns eine Welle zu rollt drei Monate quasi nicht gehandelt und die Gefahr so lange heruntergespielt bis man nicht weiter daran vorbei schauen konnte.

Unsere größte Schwäche in Deutschland ist die unvergleichliche Arroganz gegenüber dem Ausland. Wir denken wir sind in der Pflege Nr.1 und in der Medizin und in Asien spinnen sie alle mit ihrem Mundschutz? Oder wir denken, das solche Viren ja nur in Asien bleiben, weil das Virus vor Deutschland Angst hat? Oder wir ja so viel hygienischer sind und alles besser können?

Wie es aussieht, können wir es eben oft nicht besser. Und mein Vertrauen zur Bundes- und Landesregierung ist in der Krise nicht gerade gestiegen. Entweder die Politik sagt uns nicht, was sie weiß, oder sie hat keinen blassen Schimmer, welche Folgen das Ganze auf uns haben kann? Folgen wie: Depressionen, Ḱrankheit und Tod, aber auch Verschuldung und vieles mehr. Deutschland wird danach nicht mehr das gleiche Land sein. Manche Menschen stellen sich gerade zu 100% auf digitale Belieferung um und manch analoger Laden wird damit der Vergangenheit angehören.

Für den Staat bedeutet es nicht nur hunderte Milliarden an Mehrausgaben, sondern viel mehr auf die nächsten 10 Jahre auch Mindereinnahmen. Und das kann auch bedeuten, dass weniger Geld da ist für Projekte, evt. eine Abschaffung von Sozialhilfe und Hartz IV, weitere Entlassungen.

In den Medien wird immer noch so diskutiert, als wenn man einfach mehr aus einem Fass entnehmen könnte auch wenn der Zufluss weniger wird. Vielleicht geht es noch eine Weile, aber dann müssen neue Quellen gefunden werden.

Die meisten Leute denken wirklich es wäre eine kurze Episode des Luftanhaltens, die man überbrücken kann. Sie denken zur Zeit noch nicht, dass ihr Job gefährdet ist. Aber JEDER Job ist derzeit gefährdet: Vom Top-Manager bis runter zur Putzkraft. Das Vertrauen der Bürger:innen in die Politik ist absolut unbegründet. Niemand war auf das vorbereitet, was kam. Und so viel gestehe ich zu: So schnell wie es kam, war es schon heftig. Aber dennoch gab es Warner von der WHO oder Bill Gates. Wissenschaftler wussten seit Jahren, dass so etwas irgend wann kommen wird. Aber man hat sich nicht vorbereitet.

Es ist wie ein Tsunami. Wenn der kommt bleibt einem nicht viel Zeit zu reagieren und die Möglichkeit den Schaden zu begrenzen ist kaum vorhanden. Es wird dann schnell wichtig die Folgen zu begrenzen. Das jetzt anzugehen ist die wichtigste Aufgabe.

Den Zustand der Bedrohung wird nach Einschätzung vieler Experten noch ein bis zwei Jahre andauern. Es geht hier nicht darum einen Spurt hinzulegen, sondern einen Marathon zu laufen. Jetzt muss der Schaden insgesamt begrenzt und das Gesundheitssystem für den nächsten Tsunami besser aufgestellt werden.

Seien wir froh, dass trotz der vielen Kürzungen im Gesundheitsbereich, in unserem Land doch relativ zu vielen Volkswirtschaften noch mehr an Bettenkapazität vorhanden war.

Das es gerade in den USA schrecklich wird war klar: Vielfach keine Krankenversicherung, geringe Bettenkapazität, zum Großteil privatisiertes Gesundheitssystem,… obwohl das, was man aus New York hört fürchterlich ist, wird es noch weitaus schlimmer. Es sind nicht die Neoliberalen in Deutschland gewesen, die uns vor diesem Schicksal bewahrt haben, vergessen wir das nicht!

Written by tlow

6. April 2020 at 14:48

Veröffentlicht in Gesundheit, Rathaus

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PM: Kiel setzt Vorgaben der Landesregierung um – Allgemeinverfügung erlassen #CoronaKiel

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Die aktuelle COVID-19-Entwicklung erfordert neue Regelungen zum Schutz vor einer Ansteckung. Die Landeshauptstadt Kiel hat dazu eine Allgemeinverfügung erlassen.

„Ab sofort sind weitreichende Einschränkungen unseres öffentlichen und privaten Lebens notwendig“, so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. „Seien Sie solidarisch. Kümmern Sie sich um Menschen in Quarantäne bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Informieren Sie Nachbarn, die vielleicht die deutsche Sprache nicht sprechen. Helfen Sie sich gegenseitig. Wir stehen vor großen Herausforderungen – aber so, wie wir schon vieles gemeinsam geschafft haben, werden wir auch diese schwierige Situation gemeinsam bewältigen.“

„Innerlich müssen wir zusammenrücken, aber äußerlich müssen wir Abstand halten. Das ist die große Herausforderung dieser Corona-Krise“, sagt Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken. „Kontakte einschränken und trotzdem die Menschen in Alten- und Pflegeheimen nicht vergessen, Krankenhäuser nicht betreten und gleichzeitig Patienten nicht allein lassen – vor diesen Herausforderungen stehen wir. Gefragt ist entschlossenes und besonnenes Handeln von uns allen, aber wir brauchen auch eine Portion Gelassenheit.“

„Wir werden am Montag alle Kitas in Kiel öffnen und in den Kitas den Notdienst nach den Vorgaben der Ministerien in jeder Kita und in Schulen sicherstellen. Die Kindertagespflege ist von dieser Schließung nicht betroffen“, sagt Bürgermeisterin Renate Treutel. „Wir öffnen für den Notdienst jede Kieler Kita, um die Kinderzahl in den Einrichtungen sehr überschaubar zu halten und größere Gruppen zu vermeiden. Die Tagespflegeeinrichtungen mit bis zu fünf Kindern bleiben geöffnet. Eltern, die den Notdienst nicht in Anspruch nehmen können, werden die Betreuungsgebühren erstattet. Weil die Schließungen Familien vor große Probleme stellen, planen viele Eltern, sich gegenseitig bei der Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen. Mit gegenseitigem Verständnis und beeindruckender Solidarität gilt es diese außergewöhnliche Zeit so gut es geht zu meistern.“

Seit Sonnabendnacht gilt eine städtische Allgemeinverfügung, mit der der Erlass der Landesregierung in Kiel umgesetzt wird.

Die Allgemeinverfügung regelt unter anderem:

Ein Zutrittsverbot zu allen öffentlichen Einrichtungen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und allen besonders betroffenen Gebieten laut Robert-Koch-Institut (RKI). Für Reiserückkehrer aus allen alpinen Skigebieten ist gleiches Verhalten dringend zu empfehlen. Risikogebiete: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html

Auch in Kiel bleiben ab Montag, 16. März 2020, auf Erlass der Landesregierung die Schulen und Kitas geschlossen. Nicht betroffen von den Schließungen ist die Kindertagespflege – also Tagespflegepersonen, die Kleingruppen bis zu fünf Kindern betreuen – sowie eine Notfallbetreuung für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 1 bis 6 und für Kinder in Kitas, deren Eltern zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ gehören und wo ansonsten keine andere Betreuungsmöglichkeit verfügbar ist.

Im Lauf des Sonntags werden Eltern ausführlich informiert unter www.kiel.de/coronavirus

Es gilt ein Besuchsverbot beziehungsweise restriktive Einschränkungen für Besuche in Kliniken.

Kliniken haben planbare Aufnahmen zu verschieben, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen.

Alle öffentlichen Veranstaltungen sind untersagt. In Kiel werden darüber hinaus private Veranstaltungen ab 100 Personen verboten.

Folgende Einrichtungen und Angebote sind zu schließen beziehungsweise einzustellen: Bars, Clubs, Kneipen, Diskotheken, Theater, Kino und Museen, Fitness-Studios, Schwimmbäder Saunen, Angebote in Volkshochschulen, in Musikschulen, in sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen, Zusammenkünfte in Sportvereinen, sonstige Sport- und Freizeiteinrichtungen (zum Beispiel Jugendzentren) sowie Spielhallen und das Prostitutionsgewerbe.

Der Zugang zu Restaurants und Gaststätten ist unter folgenden Auflagen zulässig:
•    Ein Mindestabstand zwischen Tischen von zwei Metern ist einzuhalten.
•    Die Einhaltung von Hygienevorschriften nach den Vorgaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung muss ermöglicht werden.
•    Ab Montag, 16. März 2020, hat eine Registrierung aller Besucher mit Zeitpunkt, Name, Vorname, Adresse und Telefonnummer zu erfolgen.

Der Zugang zu großen Einrichtungshäusern und Einkaufszentren (zum Beispiel Citti Park, Rewe Center, Sophienhof, Ikea) ist nur aufgrund eines mit der Landeshauptstadt Kiel abgestimmten Präventionskonzepts zulässig. U.a. ist der Zugang so zu beschränken, dass zwischen allen Personen untereinander ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden kann.

Diese Allgemeinverfügung ist unter www.kiel.de/bekanntmachungen zu finden. Sie gilt seit dem Zeitpunkt der Bekanntmachung auf der Webseite – ab sofort – bis einschließlich Sonntag, 19. April 2020. Eine Verlängerung ist möglich.

Informationen dazu veröffentlicht die Stadt auf ihrer Internetseite www.kiel.de/coronavirus und auf ihren Social-Media-Kanälen.

Pressemeldung 180/15. März 2019/kg

Pressemitteilung der Stadt Kiel 15.3.

Written by tlow

15. März 2020 at 15:28

#Bloggen im Zeitalter von Social Media und #Verschwörungstheorien 10 Jahre KielKontrovers

Die Themen dieses Blogs haben sich mit der Zeit verschoben. Geblieben ist die Kommunalpolitik.

  • Am 21. Juli 2009 erschien der erste Blogbeitrag auf KielKontrovers: https://kielkontrovers.wordpress.com/2009/07/27/kiel-taeter-freigesprochen-opfer-bestraft/ (eben mal den Link zur neuen URL des KN-Artikel aktualisiert)
    • Vier Jahre zuvor hatte ich 2005 ein anderes Blog gegründet, weil es aus meiner Sicht noch zu wenig Kieler und deutschsprachige User gab. Also mache ich das ganze schon seit 15 Jahren.
    • Einer der ersten Artikel war 2009 auch über die Stadtbahn. Ältere Artikel erkennt man dann auch an den vielen Links, die in die Leere führen. Aber dann bin ich froh einige Inhalte zitiert zu haben (z.B. Zur „Geschichte des öffentlichen Personennahverkehrs in Kiel“ bei daos-clan.de) – Darüber hinaus erkennt man dort eine Meinungsänderung zu heute: Damals war ich auch der Meinung, dass eine neue Stadtregionalbahn nicht umsetzbar wäre. Und mittlerweile bin ich GEGEN einen kostenfreien ÖPNV. Lustig heute meine Fragen zu lesen „. Soll es 2020 noch genau so viele Autos im Stadtgebiet geben wie heute?“ @Thilo_von_damals: „Es sind sogar NOCH mehr geworden!“ Und zur Nicht-Vorhandenen Ost-West-Verbindung für Radfahrer*innen 2005 höre ich heute wieder: Dafür wird es so schnell keine Lösung geben! Ja, wenn 15 Jahre für euch zu schnell ist….
    • Auch aufgrund meiner damaligen Bekanntschaften zu einigen Mitgliedern der späteren „Direkten Demokratie“ (die später eher sang und klanglos verschwand, auch mit neuem Namen „Wir in Kiel wurde nicht mehr geleistet) entstanden viele Artikel sie dieser. Was ja damals als Abspaltung der LINKEN ein kleiner Skandal. Heute spalten sich da viele, die das damals kritisch gesehen auch bedenkenlos und und viel Blätterrauschen ab.
    • Zu den Sozialläden in Kiel ist übrigens immer noch einer der meistgelesenen Artikel heute.(Welche KN-Artikel sollte da verlinkt werden?
  • Immer wieder Thema bei mir war Korruption, wie bei der Freikarten-Regelung (das dauerte ein paar Jahre) „Endlich eine Freikarten-Reform in Kiel? (2010)“
    • Wie auch bei der dunkelsten Stunde der Kieler Demokratie am 7. Oktober 2010, in der sie sich selbst einen Freibrief für die Nutzung sämtlicher Einladung zu Großveranstaltungen anzunehmen. Entsprechende Ermittlungen wurden vom damaligen Generalstaatsanwalt Rex gestoppt. Der Offene Kanal Kiel weigert sich das entsprechende Video des Tages herauszurücken. Und von der Seite der Stadt ist es verschwunden.
  • Lichtverschmutzung war 2010 damals noch kein Thema. Das ist ion der neuen Ratsversammlung 2020 zum Glück anders. Städte wie Augsburg machen uns vor, was man machen kann!
  • Vieles auch zum jetzigen Hörnbad.
  • Damals der Streit um Entlassungen bei der KN (s.a. Tabel-Konflikt 2010)
  • Die Bildungsstreiks 2010
  • Ich und die Ironblogger vom Landesblog waren damals keine Freunde und hatten beim Thema Datenschutz konträre Meinungen.
  • Es gab covert operations der CDU in Kiel-Gaarden gegen die Benennung des Ernst-Busch-Platzes. Diese Kommunistenhasser.
  • Die SPD erst gegen dann für die Araber. Wie der Wind halt weht!
  • und auch Thema Klimaschutz beim Institut für Geowissenschaften der CAU..

Das als Ergebnis einer Rückschau der ersten beiden Jahre dieses Blogs. Zu meinem Anspruch als politischer Stadtblogger gehört auch, dass man sich nicht scheut, sich unbeliebt zu machen. Das gehört dazu. Man sagt seine Meinung oder deckt Missstände oder Falschbehauptungen auf. Dies stößt natürlich nicht immer auf Begeisterung. Manchmal eine klammheimliche Freude der Opposition. In den ganzen Jahren fand ich auffällig, dass es zwar immer hinter den Kulissen Whistleblower gab, aber das fast alle Parteien mehr oder weniger das Blog ignoriert haben. Alle tanzen um die Kieler Nachrichten, NDR und SHZ herum. und alle jammern, dass sie nicht richtig dargestellt werden. Eigentlich wollen alle Parteien besser im Social Web wahrgenommen werden und insgesamt im Internet. Aber das versuchen sie lieber auf eigenen Kanälen in dem sie ihre eigene Blase bedienen, als z.B. gezielt Blogs anzusprechen und zu informieren und zu versuchen mit Argumenten zu überzeugen.

Da ist die Politik mehr oder weniger immer noch im Jahr 1995 in Deutschland. Anerkannt sind eher Blogs etablierter Verlage, auch wenn die selten neue Sichtweisen bieten. Größere Blogs, die bundesweit (wie netzpolitik.org ) oder international wie The Intercept) agieren, haben durchaus einiges an Reichweite und Bedeutung erlangt. Der große Unterschied ist aber auch wie professionell man an die Sache herangeht. Bei mir ist es bisher immer noch lediglich ambitioniertes Hobby ohne Einnahmen. Da ist meine Zeit begrenzt. Aber die Freiheit auch recht groß.

In den letzten Jahren hatte es sich bei mir stark Richtung Verkehrspolitik verschoben, zeitweise fast zu 100%. Seit diesem Jahr einige Artikel zu Verschwörungstheorien und Rassismus. Weil ich gemerkt habe: Diese Theorien tauchen immer wieder auf. Für mich heißt Bloggen auch oft: Ich setze mich ernsthaft mit einem Thema auseinander und teile meine Erkenntnisse. Ebenso habe ich angefangen Menschen einzuladen einen Gastbeitrag zu schreiben. Ansätze zu einem gemeinsamen Blog sind bisher immer im Sande verlaufen, weil man unterschiedliche Vorstellungen hatte. Gastbeiträge geben die Möglichkeit, dass ich meine Plattform öffne für andere Sichtweisen. Sichtweisen, wie ich sie z.B. selber mir gar nicht erarbeiten kann. D.h. vor allem Sichtweisen von Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund, gerade auch beim Thema Rassismus ist mir das wichtig. Es kann dann auch etwas hier auftauchen, was nicht meiner Meinung entspricht Das wird natürlich seine Grenzen haben, sofern Artikel ein mal total nach hinten losgehen. Aber normaler weise wäre mein Anspruch an mich, selbst da sehr tolerant zu sein.

Die Rückschau der Jahre mit ausgewählten Artikeln werden fortsetzen in einem zweiten Teil.

… und warum #Schnellbusse keine so tolle Idee sind

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Ein weiterer Vorschlag in Verbindung mit der schon von mir angesprochenen P&R Idee war ein Antrag in der Kieler Ratsversammlung zur Förderung eines Schnellbusses mit eigener Spur:

Die Verwaltung wird aufgefordert zu prüfen, auf welchen Hauptein- und Hauptausfallstraßen kurzfristig eine eigene Busspur für Schnellbusse eingerichtet werden kann.

Dazu muss man einerseits wissen, dass in Kiel viele Busspuren abgeschafft wurden, weil diese doch häufig zugeparkt oder blockiert waren. Z.B. in der Holtenauer Straße.

Zum einen hatte man diese bereits nach Abschaffung der Straßenbahn eingeführt und dann wieder abgeschafft. Zum anderen gibt es diese auch bereits als „S-Linien“.

Das Problem bei Schnellbussen ist, dass eine Abwägung getroffen wird zu lasten eines breiteren Angebots einseitig zur Geschwindigkeit. Dabei gilt meist auch das Auto als Maßstab. Allerdings fehlt diesen Bussen im Vergleich zu einem schienengebunden System Kapazität und auch Geschwindigkeit. Und es geht immer auch einher mit einer Absenkung der Qualität für andere Fahrgäste. Nämlich für diejenigen, an deren Bushaltestelle der Bus in Zukunft vorbei fährt. Das bedeutet: Weniger Menschen fahren mit diesem Bus.

Das Auto taugt nicht wirklich als Maßstab. Solange man außerdem dem Auto immer wieder Vorteile verschafft, durch günstigen Parkraum oder dem Ausbau von Straßen, wird es immer schneller sein als Massentransport. Einfach deshalb, weil diese Form des Transportes immer auf viele Interessen Rücksicht nehmen muss. Nahverkehr stellt immer einen Kompromiss dar. Man kann durchaus auch in einem Gesamtkonzept auch Schnellbusse vorsehen, aber die fehlende Annahme des Nahverkehrs durch Autofahrer*innen ist nicht dadurch lösbar, dass man auf wenigen Verbindungen ein paar Minuten schneller am Ziel ist.

Leider ist die Kompetenz der Ratsversammlung diesbezüglich sehr gering. Und das Problem ist, dass sie das weder wissen noch demgemäß handeln. Bei Bussen hat gefühlt jede/r eine bessere Idee, wie man alles ganz einfach lösen kann. In Kiel gibt es daher bis heute kein gutes und leistungsfähiges Buskonzept. Es müsste dringend ein mal neu durchgerechnet und optimiert werden mit externem Sachverstand. Und damit meine ich explizit NICHT Kommunalpolitiker*innen, die das meinen nebenbei lösen zu können.

Written by tlow

23. Februar 2020 at 22:47

Veröffentlicht in Rathaus, Verkehr

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