KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Archive for the ‘Stadtentwicklung’ Category

Zu #Dieselgate und #Automobilindustrie und #Fahrverbote in Städten

Die ungelösten Problem des Verkehrs der Städte oder die Nachteile des Automobils, fallen uns jetzt auf den Fuß. So hatte Frederic Vester 1990 Teile der Ford-Studie in dem Buch „Ausfahrt Zukunft“ veröffentlicht. In dem er sowohl Probleme als auch Lösungen skizzierte. Die Studie verschwand aber, wie so oft, in Schubladen. Und auch seitens der Politik kam es zu keinem Umdenken.

Aktuell sind es die Belastungen von Großstädten wie Stuttgart, die nun zu drohenden Fahrverboten in Städten führen. Auch Kiel hat problematische Ecken, wie z.B. Am Theodor-Heuss-Ring.

Was an der aktuellen Diskussion leider sehr unter den Tisch fällt:

  1. Natürlich sind auch Benziner problematisch
  2. Das Problem der Straßen und Parkplätze existiert auch  bei Elektroautos.

Sich jetzt nur auf den Diesel zu stürzen als Übeltäter, verkennt die weiterreichenden Probleme, die zum Großteil auch unabhängig vom Antrieb sind. Stadt das der Staat viel Geld in die Hand nimmt, um das Dieselproblem zu lösen , sollte er das Geld besser zur Lösung des Autoproblems einsetzen.

Natürlich ist es bedauernswert für Dieseleigner, wenn sie jetzt Einschränkungen in Kauf nehmen müssten. Aber ehrlich gesagt: Wer heute noch Diesel-PKW kauft, hat entweder die letzten 5(?) Jahre keine Nachrichten verfolgt, oder dem ist die Umwelt auch recht egal?

Eine Lösung für Städte ist es, dem Fahrrad mehr Raum einzuräumen. Genauer gesagt einen gerechten Platz, der dem Fahrrad aufgrund seines Anteils am Straßenverkehr zustehen würde. Zudem: Wenn Menschen wirklich mehr Fahrrad statt Auto fahren würden, reicht der Platz bestehender Radwege bald nicht mehr aus.

 

Dunsmuir Separated Bike Lanes 84

Protected / Separated Bikelane auf der Dunsmuir Street, downtown Vancouver, Kanada

Z.B. durch Protected Bikelanes, die bedeuten: Mehr Leute fahren Fahrrad, weniger Unfälle, mehr Umsatz für Geschäfte die an diesen Straßen liegen. Die Attraktivität für einen Umstieg aufs Fahrrad würde enorm gesteigert.

Im Stadtteil Gaarden ist Fahrrad fahren generell problematisch. Die Straßen sind durch die Pflasterstraßen für Fahrräder nicht angenehm zu befahren. Folge: Fahrradfahrer*innen machen einen großen Bogen um den Stadtteil. Für einen Stadtteil, der dringendst darauf angewiesen ist, dass nicht nur die eigenen Bewohner*innen hier einkaufen eine fatale Fehlsteuerung. Im Vergleich dazu erlebten auf dem Westufer manche Straßen in den letzten 30 Jahren schon ihre zweite oder dritte fahrradfreundliche Bearbeitung. Eine Politik, die ganz konkrete Nachteile für diesen Stadtteil hat. In Reden wird für Gaarden zwar viel versprochen und in der Vergangenheit wurde auch viel im Bereich des Hafens in Beton gegossen. Aber für konkrete Umgestaltung hat man  bisher zu wenig investiert. Das wird seitens der Stadt mittlerweile sogar offen zugegeben. Dennoch fehlt für ein Umsteuern noch der entsprechende Bereitschaft und Geschwindigkeit.

 

Written by tlow

30. Juli 2017 at 10:24

#Katzheide: Vorschlag 6: Solarkollektoren zum Heizen

748px_SOL_Heliopool

Bild: Schwimmbadabsorber Firma Roth

Schwimmbadabsorber bzw. Absorbermatten werden auf Dächern ausgelegt/installiert, um Wasser für die Freibäder aufzuheizen. Dabei liefern sie exakt dann Wärme, wenn es auch warm genug zum Schwimmen ist. Bis zu 90% der einfallenden Sonnenenergie kann an das dabei genutzt werden. In heutigen Zeiten sollte das selbstverständlich sein!

<< [Vorschlag 5: Gastronomie verbessern]
[Hiermit enden die Vorschläge zu Katzheide]

Hinweis: Die Vorschläge basieren auf Vorschlägen, die im Verein Katzheide: JA! erarbeitet wurden, sind aber nicht mit ihnen identisch.

 

Written by tlow

11. Juli 2017 at 00:50

#Katzheide: Vorschlag 5: Gastronomie verbessern

freibad_restaurant

Außengastronomie im Freibad Schwentinental

Wer viel schwimmt bekommt irgend wann auch Hunger. Dafür wäre eine bessere Gastronomie mit Sitzplätzen geeignet. Auch die nahegelegenen Sportstätten und Kleingärten und Schulen könnten das nutzen. Wichtig wäre dann, dass sie auch von außen nutzbar wäre

<< [Vorschlag 4:Rutsche für Kinder/Jugendliche] –
Fortsetzung: [#Katzheide: Vorschlag 6: Solarkollektoren zum Heizen]

Hinweis: Die Vorschläge basieren auf Vorschlägen, die im Verein Katzheide: JA! erarbeitet wurden, sind aber nicht mit ihnen identisch

 

Written by tlow

11. Juli 2017 at 00:35

#Katzheide: Wie geht es weiter?

Aus sicht der Stadt Kiel würde man immer noch am liebsten das Freibad Katzheide schließen. Da stehen nun aber die eigenen Beschlüsse entgegen. Dagegen schlägt man nun eine Verkleinerung vor (Drucksache 523/2017). Verkleinerung bedeutet aber weniger Badegäste und weniger Einnahmen und damit eine Verschlechterung der Bilanz. Katzheide-auf-der-Kippe_ArtikelQuer

Die meisten Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung wurden willkürlich verworfen. Das der Verein Katzheide: JA! genau wie die Jugendlichen eine Wasserrutsche bereits VOR der Bürgerbeteiligung forderte wird verschwiegen und stattdessen behauptet alle Erwachsenen hätten sich nicht konstruktiv eingebracht. Es ist nur zu durchsichtig, dass man versucht Bürger*innen zu diffamieren um die eigenen Vorschläge durchzusetzen.

Die Kommunikation mit den Befürworter*innen von Katzheide war insgesamt mehr als mau. Meistens hat der Verein vieles als Letzte erfahren. Aus meiner Sicht hat sich er Verein leider viel zu lange am Nasenring durch die Manege führen lassen. Das die Bürgerbeteiligung keine Ergebnisse bringen würde, weil bereits vorab die Ergebnisse  festgeschrieben waren, war schon vorher absehbar. Frühestens aber seit der Weigerung den Verein als einzige Gruppe nicht an einer „Brückengruppe“ zu beteiligen.

Vorschlag 1: Erhalt der 50 Meter Bahnen

Nur noch mal zur Betonung: Eine Schrumpfung des Freibades wird nicht zu einer vermehrten Nutzung führen. Eine Verkleinerung auf 25 Meter wird viele abschrecken, weil es enger wird und weil man keine 50 Meter-Bahnen mehr schwimmen kann. Vermutlich kann man dann aufgrund der Fülle gar keine Bahnen mehr schwimmen.

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Bezeichnender weise geht die Drucksache der Stadt Kiel gar nicht auf die Einnahmensituation aus. Es befördert die Vermutung, dass es nie wirklich ums Geld ging.

Die 50 Meter Bahnen sind eine der Attraktionen und Argumente für das Freibad Katzheide. Auch wenn der Trend bundesweit zur Verkleinerung geht: Eine Verkleinerung ist auch aufwendig und das Freibad unattraktiver für Viele. Daher lieber erhalten,was wir haben!

Fortsetzung: [Vorschlag 2 Renovierung Umkleide-/Sanitärbereich ]

Hinweis: Die Vorschläge basieren auf Vorschlägen, die im Verein Katzheide: JA! erarbeitet wurden, sind aber nicht mit ihnen identisch.

Wie geht nachhaltiges Wohnen?

Immer wieder liest man in letzter Zeit von begeisterten Kommentaren zu  Nullenergiehäusern, Ein-Raum-Häusern oder mal wieder zu Projekten wie „Earthships„.  Zusammengefasst wie z.B. in diesem Absatz:

Die Häuser zeichnen sich durch geschlossene Energie- und Versorgungskreisläufe aus, bieten gute Möglichkeiten zur Lebensmittelproduktion, bereiten Regenwasser auf und generieren Strom- und Heizenergie aus Wind- und Solaranlagen.

Was kann man dagegen haben? Im Wesentlichen, dass hier auch zu wenig systematisch gedacht wird. Insbesondere diese zwei Aspekte:

  1. Warum an einem Ort vorhandene Natur zerstören, wenn der Mensch z,b, in Städten schon Natur für Wohnzwecke zerstört hat.?Egal wie cool die Architektur oder wie gut die Umsetzung: Natur muss weichen , damit Menschen ihren Traum vom nachhaltigen Wohnen leben können?
  2. Davon ausgehend, dass Menschen dennoch arbeiten und einkaufen müssen, oder Freund und Verwandte besuchen wollen, oder zum Art müssen, … – bedeutet ein Leben auf dem flachen Land, dass Wege zurückgelegt werden müssen. Zum Teil auch mehrmals am Tag. Das erhöht den CO2-Ausstoß und auch die Notwendigkeit von Straßen.

Die heutigen Ansätze erinnern an frühere Ansätze der Gartenstädte. Damalige Städte galten als zu eng, schlecht geplant, verwahrlost,… Städte sollten daher lieber neu auf der grünen Wiese entstehen. Weil der moderne Mensch angeblich von Grund auf besser planen konnte, als die Planer des Mittelalters oder besser als das chaotische Wachstum im Stadtinneren.

Hier will ich auch nicht unerwähnt lassen, dass auch die Nazis in ihrer Ideologie eine starke Ablehnung der modernen Stadt hatten, die oft auch von Arbeitslosigkeit geprägt waren und bevölkert von Menschen, die die Nazis ablehnten. Ob nun aufgrund ihrer Freizügigkeit, der gesellschaftlichen Ideen (Kommunisten) oder ihrer „Rasse“. Dagegen wurden Siedlungen von „Germanen“ auf dem Lande propagiert, oder von neuen Städten, die vor allem anders waren als Städte wie Berlin oder Wien, mit engen Gassen, multikulturell und mit offenerem Weltbild als in Kleinstädten oder auf dem Lande.

Die Liebe und Begeisterung für ländliche Projekte in unserer Gesellschaft hat  meines Erachtens viel mit dem Hass auf Städte zu tun. Auch mit einer Verklärung eines ländlichen Idylls als Ideal des Lebens. Zwar gibt es mittlerweile in Deutschland auch wieder eine Gegenbewegung hin zur Rückkehr in die Städte, aber dennoch wollen  insbesondere viele junge Familien gerne ihr Ideal vom Leben auf dem Lande ausprobieren.

Schnell müssen sie feststellen, dass sie oft große Teile des Tages im Auto sitzen um von A nach B zu kommen. Auch genau dann, wenn man nicht nur innerhalb der eigenen Wohngemeinschaften Austausch haben möchte.

Es geht hier gar nicht darum, dass Landleben zu verteufeln. Aber war früher das Auto Symbol für die Stadt ist schon länger klar: Jugendliche auf dem Dorf haben mehr und früher einen Führerschein. Zwar sind Städte immer noch eher vom Auto geprägt. Aber auf dem Lande ist es heute immer noch unverzichtbarer als in der Stadt. Es ist derzeit eher eine bewusste Entscheidung der Städte dem Auto eine Rolle einzuräumen, die es gar nicht mehr verdient hat.

Dörfer kämpfen dagegen mit Infrastruktur-Problemen: Fehlende Einkaufsmöglichkeiten, die zur Zeit durch neue Dorfläden einigermaßen gelöst werden. Und Probleme mit der Anbindung an das Internet. Manche Regionen befürchten, dass sie langfristig abgehängt werden.

Mit dem Wohnen ist es ähnlich wie bei der Mobilität: Natürlich ist nachhaltiges Bauen besser, als Bauen ohne Rücksicht auf die Natur. Aber ebenso wie bei Autos, wo Elektromobilität auch keine Lösung für Parkplatzprobleme und Straßenbau darstellt, so bietet nachhaltiges Bauen keine Lösungen für fundamentale Probleme des Bauens und Wohnens.

Für die große Masse bieten neue, „ökologische“ Siedlungen auf dem Lande eh zu wenig Platz und sind vermutlich auch unbezahlbar, aufgrund ihrer Besonderheit.  Für das Wohnen der Zukunft also eher uninteressant.

Die Stadt mit ihren Fußwegen, den klassischen Häuserblöcken, Geschäften und Durchmischung bietet viele Möglichkeiten, wenn auch die Bausubstanz hier und da in die Jahre gekommen ist. Ökologischer ist das Leben in der Stadt jedenfalls immer, wenn man es neutral und mit Abstand betrachtet. Leider wird Ökologie da häufig verklärt mit romantischen Vorstellung verbunden mit der Ablehnung der Stadt als solche.

Written by tlow

3. April 2017 at 07:57

KooperationsBRUCH: Wahlkampf eröffnet? #rvkiel #ltwsh

Mit dem Austritt der GRÜNEN aus der Rathaus-Kooperation zwischen GRÜNEN,SPD und SSW ist der Wahlkampf eröffnet. Die Kieler und die Landes-CDU reiben sich die Hände und sehen darin Vorzeichen für den Landtagswahlkampf 2017 und Kommunalwahlkampf 2018.

Laut grüner Pressemitteilung waren u.a. folgende Themen ausschlaggebend:

  • Windparkprojekt Meimersdorf
  • familien- und klimafreundliche Wohnungsbau
  • Flughafen Holtenau
  • Alte Mu Nutzung
  • Hotelneubau Exerzierplatz

Das Platzen der Kooperation ist aus meiner Sicht aber auch  ein Armutszeugnis für OB UWe Kämpfer. Dieser wurde zuletzt öffentlich von den GRÜNEN dafür gerügt, wie er die Selbstverwaltung (Ratsversammlung) in Fragen des Hotelneubaus umgangen hat. Angetreten als Strahlemann mit angeblich frischem Wind, hat man Kämpfer doch mehr als Kämpfer fürs Establishment erlebt:

  • für die Möbel Kraft Ansiedung („Kämpfer für Krieger“)
  • für die Olympiade in Kiel
  • für einen Hotelneubau
  • Befürwortung von „Silicon Förde“ (Reise in die USAm Stätepartnerschaft mit San Francisco)
  • und viele, viele weitere Themen
  • als letztes noch die Befürwortung der „Special Olympics“ in Kiel

Inhaltlich ist aber wenig passiert. Kämpfer war nicht in der Lage die Umlandgemeinden zu überzeugen die Stadtregionalbahn mit anzuzpacken. Eher wurden  Themen, die Glanz versprachen angepackt. So als wolle er sich gleich mehrere Denkmäler bauen. Man kann von außen nur vermuten, dass der Dialog mit den GRÜNEN seitens der SPD und des OB nicht erfolgreich geführt wurde. So dass diese keinen Ausweg sahen ein wenig Gesicht zu wahren, als jetzt alles hinzuwerfen.

Weder für die SPD noch die GRÜNEN kommt dabei dieser Schritt zu einem optimalen Zeitpunkt. Die GRÜNEN selbst haben die letzten Jahre unendlich viele Sympathien von ehemaligen Wählern verloren, insbesondere rund um den Konflikt mit Möbel Kraft. Daher fehlt der Begründung für ihren Schritt JETZT auch jegliche Glaubhaftigkeit: Nachhaltige Stadtentwicklung war bislang kein sichtbares Ziel der GRÜNEN, allenfalls ein verbalisierter Anspruch.

Wie geht es jetzt weiter? Unwahrscheinlich das die SPD sich die CDU als Retter ins Boot holt. Müsste sie da doch noch viel eher Federn lassen, was ihre Lieblingsprojekte angeht. Wahrscheinlich erscheint mir einer Minderheitskooperation mit wechselnden Partnern bei unterschiedlichen Themen.

Fürs Land scheint mir das aber kein Vorzeichen zu sein (wie es CDU und FDP gerne sehen wollen). Zu spezifisch die Probleme der Kieler Grünen. Die SPD macht es sich allerdings zu leicht, wenn sie die Schuld nur dem Kooperationspartner zuschiebt, gab sie doch letztes Jahr kein Bild ab von einer Partei, die weiß, wohin sie will.

Vielleicht sind die Kieler GRÜNEN an einen Puntk angelangt, wo sie ihre eigene Politik ihrer Basis überhaupt nicht mehr vermitteln können. Dann helfen natürlich Schuldzuweisungen vom eigenen Versagen abzulenken.

Es wäre interessant mehr darüber zu erfahren, was hinter den Kulissen gelaufen ist. Die Aufzählung der GRÜNEN als Begründung für den Ausstieg erscheint bislang eher unglaubwürdig oder lächerlich. Bei all dem, was die letzten Jahre gelaufen und auch aktiv seitens der GRÜNEN selbst vertreten wurde.

Für den Kommunalwahlkampf 2018 ist es eigentlich noch zu früh, aber SPD und GRÜNE sind schon jetzt bemüht Distanz zueinander zu schaffen, um sich selbst ins beste Licht für die Wähler zu rücken.

Written by tlow

17. Januar 2017 at 23:01

Trübe Aussichten für #Katzheide

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Da das Wetter ein sehr unberechenbarer Faktor ist, wäre es auch möglich, dass sich das Wetter genau dann verschlcehtert, wenn Katzheide eröffnet. Damit hätte man dann bereits einen Großteil der Saison verschlafen.

Ich höre und lese zwar Worte, die darauf hindeuten könnten, dass die Stadt umdenkt, allein: es fehlen die Belege und der Glaube an einen Sinneswandel. Warum so skeptisch? Weil die Geschichte seit 2009 und eigentlich schon davor gezeigt hat, dass die Stadt trotz deutlicher Stimmungslage pro Katzheide ihren Weg weitergegangen war die Schließung voranzutreiben.

 

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