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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Archive for the ‘Stadtentwicklung’ Category

Hotelprojekt in Gaarden: Zweifel sind angebracht #KoolKiel @MRDV @designboom

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Angeblich sind ja alle Kieler hochbegeistert von dem neuen Hotelprojekt in Gaarden. Dabei sind noch viele Fragen offen. So schreibt die KN heute,dass das Hotel „auf dem bestehenden Gebäuse des Kreativzentrums W8 errichtet werden soll“. Allerdings lässt der Artikel offen, wie das funktionieren soll. denn ein paar Erdgeschossbauten bauen verlangen eine ganz andere Grundlage als ein 17-stöckiges Hochhaus! Zudem ist der Untergrund an der Hörn besonders kritisch, wie man schon beim Bau des benachbarten Hörnbads erfahren konnte (KN vom 8.10.2014)

KoolKiel soll das Projekt heißen und wird von MRDV und designboom geplant. Ohne Zweifel bedarf die Ecke (Standort) von Kiel eines Neudesigns, da der Block bisher durch den Verkehr abgeschnitten ist. Teilweise müssen Fußgänger aus dem Gaardener Zentrum kommend fünf Ampeln überqueren, um dorthin zu kommen. Allerdings beinhaltet der Plan für das Hotel so weit bekannt keine Änderung der Verkehrsführung.

Design von designboom

Ebenfalls ein Problem ist die Bahnlinie, die bisher lediglich von der Gablenzbrücke überbrückt wird. Auch dafür keine Lösung. Klar ist aber: Weitere Grünflächen sollen überbaut werden. Und es ist heute schon absehbar, dass das Hotel eher ein Fremdkörper bleiben wird. Sowohl wegen der Lage, als auch wegen der Struktur.

Einziger Lichtblick ist, dass zumindest Ladenzeilen angedacht sind. Jedoch scheinen die ähnlich wie bei Kai-City das schon beschriebene Problem zu bekommen, dass die Gebäude eher vom Rest von Kiel abgeschnitten sind. Natürlich wäre das alles einfacher, wenn Kiel bereit wäre deutlichere Einschnitte beim Autoverkehr zu machen.

Bedenken gibt es auch seitens des Hotelgewerbes, wie viele neue Hotels Kiel noch vertragen wird (siehe SAT.1 Bericht). Kritik, die u.a. auch wieder ein mal Kiel Marketing betreffen, die in den letzten Jahren bereits vielfach in die Kritik geraten sind.

Die Werftbahnstraße und das Medienzentrum W8 lebt bisher auch eher von dem Eindruck „Klein aber fein“ und auch als gewachsene Struktur. Es ist kaum vorstellbar, dass diese bereits beim Bau oder danach ihren Charakter erhalten. Für viele Firmen war dies bislang eine günstige Möglichkeit als Startup anzufangen. Bislang stiegen die Mietpreise eh bereits, weitere Steigerungen sind dann zu erwarten, sodass es für kleine Startups unattraktiv wird. Es wird dann eher zum Exklusivstandort. Leider verstehen Städte meist nicht, welchen Wert eine gewisse Unordnung und günstige Mietpreise haben. Ob nun hier oder bei der Alten Mu ist man eher bemüht, die Mietpreise anzuziehen in dem man die Standorte aufwertet. Damit dann aber auch ihren eigentlichen Wert verkennt.

Ironie der Geschichte: Zur Zeit befindet sich der Wagenplatz Schlagloch auf eben diesem Gelände. Der damit abermals eine Bleibeperspektive verlieren wird. Bleibt abzuwarten, in wie weit die Stadt zeitgleich die Defizite im Kreuzungsbereich/Betriebshof Werftstraße in Angriff nehmen wird.

s.a. Artikel auf kielaktuell

Deutsche @umwelthilfe in Kiel #kielerluft #nox #fahrverbote #diesel

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Das Panel mit (v.l.) OB Ulf Kämpfer, Jürgen Resch (DBU), Tobias Goldschmidt (verdeckt, Umweltministerium SH) und Kirsten Kock (BUND SH)

Manche Besucher*innen fragten danach, wo denn die „Veranstaltung gegen die DUH“ sei. Sie fand im „Haus des Sports“ statt. Interessant dabei ganz nebenbei: Wer als Fußgänger Zugang wollte kann dies nur über die Zufahrt für Autos (ohne Fußgängerweg, siehe auf Google Maps) und den Autoparkplatz. Ausgerechnet ein „Haus des Sport“ fördert somit nicht gerade den Fuß- und Radverkehr und als Zugang war das schon etwas ernedrigend, wenn man aufpassen muss, dass man nicht angefahren wird, weil man ja auf dem Autoweg rein kommt.

Eingeladen war in erster Linie Jürgen Resch zum Thema Stickoxide und Theodor-Heuß-Ring. Dazu noch Vertreter aus der Kieler Verwaltung (Tiefbauamt und Umweltamt), sowie OB Ulf Kämpfer und Tobias Goldschmidt (Umweltministerium). Zuvor gab es schon bei der KN ein Streitgespräch bei dem der BUND ausgeschlossen war (bei Facebook nachzuschauen)

Die Veranstaltung mir rund 100 Gästen des BUND (präsent war auch der VCD Kiel und „Tram für Kiel„) wurde eingeleitet von zwei Vorträgen zur Situation seitens der Kieler Verwaltung. Meine Kritik wäre vom Ablauf her, dass es dadurch eher wie eine Veranstaltung der Stadt Kiel wirkte. Zudem schaffte es die Stadt dadurch ihren Blickwinkel zu prägen, der auch besonders von Auslassungen geprägt war. So wurden Überschreitungen in der Bahnhofstraße und nahezu Überschreitungen nur beiläufig erwähnt. Insbesondere Alte Lübecker und Ziegelteich sind sehr nah an den Grenzwerten dran, bzw. schon jetzt manchmal darüber. Auch wurde dargestellt, dass nur Diesel-PKWs schuldig am Stickoxid sind. Das Umweltbundesamt sagt hingegen: Der Verkehr im allgemeinen ist zu 60% und davon die Diesel zu 72,5 %. Der Diesel-PKW soll im Schnitt drei mal mehr Stickoxide ausscheiden, aufgrund der höheren Verbrennungstemperaturen.

Die Vorträge der Stadt zeigten keine Vision auf und wirkten dich sehr technokratisch. Aufgefallen ist mir vor allem ein Widerspruch:

  • Man könne kein Fahrverbot machen, weil dies ja zu Ausweichverkehren führen würde.
  • Auf der anderen Seite beinhalten die Vorschläge der Stadt Kiel zwei Umleitungen z.B. von LKWs über den Ziegelteich,
  • … und vom Norwegenkai über die Gablenzbrücke und Sophienblatt.

Man kann doch nicht einerseits Ausweichverkehre prinzipiell ablehnen und sie dann selber vorschlagen!?

Deutlich wurde die Position der DUH, dass sie nicht empfehlen würde nur einen Teilabschnitt des Theodor-Heuß-Rings zu sperren, sondern eine totale, zonale Sperrung vorzunehmen. Wenn die Umwege zu groß werden, würden auch viele Autofahrten wegfallen. Die Kritiker von Fahrverboten gehen immer von einer absoluten Zahl von Fahrten aus und das jede davon unverzichtbar ist. Erfahrungen aus anderen Städten mit verschiedenen Methoden zeigen allerdings, dass ein gewisser Prozentsatz dann einfach wegbleiben.

Zweiter Aspekt ist, dass wenn die Zufahrten verboten sind, die Motivation für Nachrüstung größer wird. In den USA gibt es bereits Nachrüstsätze für viele Autos, weil dort die Umsetzung bereits heute in manchen Bundesstaaten strenger sind. Noch gibt es diese nicht von der Stange in Deutschland, aber sie dürften in wenigen Monaten erhältlich sein. Wenn die Kosten dann von den Autokonzernen übernommen werden, so Resch, bliebe als Einschränkung lediglich eine 2-4 stündiger Werkstattaufenthalt für den Autobesitzer. Meine Vermutung ist, dass dies vermutlich nicht für die ganz alten Stinker gelten wird, sondern tendenziell eher für Fahrzeuge des Typs Euro5 und Euro4.

Ich hatte nach dem Vorfeld und auch der Diskussion auf Facebook zum Livestream bei der KN damit gerechnet, dass es laut werden wird. Aber es zeigte sich, dass neben einigen Unterstützer*innen der Position des Oberbürgermeisters der SPD und CDU die Mehrheit der Gäste der Veranstaltung eher für saubere Luft in Kiel waren. Der Applaus für die Aussagen des Herrn Resch war tatsächlich überwiegend lauter als der für Herrn Kämpfer (bei ganz radikalen Beton-Positionen des OB teilweise nur ein Klatscher). D.h. die Befürworter für saubere Luft waren stärker motiviert und die Dieselfahrer nicht so sehr. Da es seitens der KN ganz gut beworben wurde kann man davon schon etwas ableiten, welche Einstellung die Kieler Bevölkerung so einnimmt. Auch an den Fragen und Statements, die man schriftlich einreichen konnte, konnte eher der Eindruck entstehen, dass die Mehrheit der Gäste eher für einen sofortigen Politikwechsel eintritt als Fahrverbote um jeden Preis zu vermeiden.

Ist Kiel anders?

Mein Hauptgedanke nach der Veranstaltung war das Unverständnis darüber, warum die Stadt lieber darauf wartet, bis das Oberverwaltungsgericht in Schleswig andeutet, wie sie entscheiden werden. Es ist bereits jetzt absehbar und auch schon länger, dass das Gericht kaum anders urteilen wird als bisher alle anderen Verwaltungsgerichte. Gerade von Herrn Kämpfer als Ex-Richter hätte ich da mehr Vernunft erwartet. Denn hier werden ja gerade viele Ressourcen gebunden durch Bastellösungen, anstatt eine konsequent andere Verkehrspolitik zu machen. In der Diskussion bei der KN viel mir insbesondere der Satz Kämpfers auf: „Kiel ist anders!“ Wie sich diese Ausnahmerolle begründet blieb er schuldig.

Insbesondere die Fokussierung auf Verkehrslenkung und die Darstellung, das es sich nur um ein punktuelles Problem geht und nur um die Unterschreitung dieser Grenzen ist grund falsch und lässt an vielen Stellen an der Grundausrichtung der Kieler Politik zweifeln. Z.B. auch der Aspekt, dass es ja auch um Lärm und CO2 geht wurde ausgeblendet. Man spielt leider auf Zeit und will sich nicht bewegen. Z.B. eine Erhöhung des Fahrradanteils von 14 auf 17 Prozent bis 2025 kann man nicht, wie vom OB behauptet als SEHR AMBITIONIERT bezeichnen. Der Masterplan Mobilität ist ein Witz und der Green City Plan ist lediglich eine Liste von poteniellen Maßnahmen, die gar nicht ein mal alle kurzfristig umgesetzt werden, sondern lediglich in der Theorie existieren und für die es auch Fördermittel gibt. Weder Kiels Masterpläne noch andere Pläne kann man als besonders ambitioniert bezeichnen. Wichtig wäre grundsätzliche Beschlüsse zu einer sofortigen Verkehrswende und damit klare Signale an Bevölkerung, Firmen und Akteure. Dazu z.B. tatsächlich mal etwas wie ein „Leuchtturmprojekt“, dass Aufmerksamkeit erzeugt und auch weitere größere Veränderungen bewirkt. Noch kann man in Kiel nicht die geringsten ernsthaften Anstrengungen erkennen. Momentan gehts denen nur darum irgend wie an einem Urteil gerade so eben vorbei zu rutschen. Dabei scheint die Gesundheit der Bevölkerung eher Nebensache zu sein. Man macht sich mehr Sorgen darüber, dass man nach außen hin wirtschaftsfreundlich wirkt. Wie auch schon bei Möbel Kraft-Ansiedlung. Echt wirtschaftsfreundlich ist oft was anderes. Man hat z.B. wegen der Sperrung der Holstenbrücke und Umgebung viel mehr an Fahrverboten erteilt, als jetzt diskutiert werden. Und das ganz freiwillig ohne Druck von außen. Ob es nötig war ein Wasserbecken so aufwendig zu installieren darf bezweifelt werden. Manch Einzelhändler muss wohl nicht zuletzt deshalb auch schließen. Dagegen fehlt es an vielen Straßen durch Autoverkehr und Parkstreifen und mangelhafte und fehlende Radwege an der Attraktivität.

Es braucht in Kiel den großen Wurf und kein Rumgehühner. Das kostet viel zu viel Geld und bringt niemanden etwas!

Was tun gegen #Vonovia? @vonovia_sucks

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Das Wohnen und die Mieten sind zu einem zentralen Thema geworden, seit Wohnraum zur Profitmaschine großer Investoren geworden ist. Die Stadt Kiel hat diese Entwicklung erst ermöglicht durch den damaligen Verkauf der KWG (Kieler Wohnungsbaugesellschaft) und sonstigem städtischem Wohneigentum. Aber ähnliche Entwicklungen sind bundesweit zu beobachten. Der Markt sollte es richten, doch das gnadenlose Profitstreben auf dem Wohnungsmarkt erzeugt soziale Probleme ungeahnten Ausmaßes. Die BAG Wohnungslosenhilfe berichtet von einem Anstieg der Obdachlosgkeit in Deutschland von 2014-2016 um 150% und bis zum heutigen Zeitpunkt um weitere 40% auf geschätzte 1,2 Millionen Wohnungslose.

Eine besonders üble Rolle spielt hierbei die VONOVIA als das größte Wohnungsunternehmen und der größte private Vermieter Deutschlands mit einem Börsenwert von ca. 24 Mrd. US Dollar. Gegen den größten Vermieter im Land ist es in mehreren Städten bereits zu Protesten gekommen. Nun haben sich auch Mieter in Kiel Gaarden zusammengetan und sich überlegt, was man machen kann gegen steigende Mieten und oftmals fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen. Man ging mit einem Transparent auf die Straße, verfaßte Flugblätter und traf sich im kleinen Kreis. Es wurden Informationen in Briefkästen geworfen und an Haustüren gehängt. Als Infoplakate auch verklebt wurden, wurde ein Vonovia Mitarbeiter übergriffig und versuchte den Plakatierer festzuhalten. Er forderte Hilfe von der Polizei an. Das war im völligen Gegensatz zur Vonoviastrategie, ein freundliches Interesse und ein Entgegenkommen zu heucheln und so eventuellen Protesten den Wind aus den Segeln zu nehmen.

In Kiel plant Vonovia für rund 300 Wohnungen auch noch eine Luxussanierung. Das kann sich niemand mit geringem Einkommen oder Sozialgeldbezug leisten. Bei dieser Entwicklung drohen Zwangsumzüge. Es gibt in Kiel auch seit einiger Zeit das Bündnis „Bezahlbar Wohnen“, das sich mit diesen Fragen beschäftigt.

Am Dienstag, den 15.1. findet um 18:30 in der Räucherei eine Veranstaltung von dem Bündnis „Bezahlbar Wohnen“ gemeinsam mit der Initiative der Gaardener Vonovia Mieter unter dem Motto „Was tun gegen Vonovia?“ statt.  

https://bezahlbar-wohnen.org/

von Karsten Weber



Written by tlow

13. Januar 2019 at 12:19

Veröffentlicht in Gaarden, Soziales, Stadtentwicklung, Wohnen

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#OBWahlKiel Mensch mit Visionen gesucht

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Am 27. Oktober 2019 wird in Kiel die nächste Oberbürgermeisterin gewählt. Leider war Herr Kämpfer bisher vor allem bei der Verkehrswende und Luftschadstoffen ein Totalausfall, der nicht handelt, sonder darauf wartet, das andere Probleme für ihn lösen. Deswegen spielen er und die Stadt auch auf Zeit. Allerdings kann Kiel nicht weiter darauf warten, das es aus dem Rathaus irgendwann eine Aktivität geben wird.

Es gab schon ein mal Alternativkandidaten in Kiel abseits der großen Parteien. Da war allerdings nichts draus geworden. Ich denke 2018 wäre der ideale Zeitpunkt für eine Kandidatin (als inklusiver Begriff) nicht nur der Verkehrswende. Vielleicht auch der Digitalisierung und von vielem mehr.

Deswegen schrieb ich auch im Titel von „Visionen“, denn das braucht es dazu. Überall dort, wo Bürgermeisterinnen weltweit eine Vision haben von einer anderen Stadt, bewegt sich auch etwas. Wie z.B. Anne Hidalgo, Paris Bürgermeisterin, die das Auto aus der Stadt verdrängen will und dazu seit Jahren konkrete Schritte unternimmt. Mit Erfolg.

Während also andernorts eine klare Abkehr vom Auto passiert und es ein Totalverbot für Diesel oder Autos in den nächsten Jahren gibt, lehnt man in Kiel jegliche Einschränkung für den Autoverkehr ab, während man in Stadtteilen wie Gaarden seit Jahrzehnten quasi ein „Fahrverbot für Radfahrer“ hat und daran in absehbarer Zeit auch nichts ändern wird.

Daher die Idee, dass progressive Kräfte in Kiel gemeinsam eine Kandidatin suchen, die andere Prioritäten setzt und Kiel auf eine andere Art modernisiert, als wie das bisher der Fall war. Ich schlage dazu ein erstes Treffen im nächsten Jahr im Januar vor. Da kann man mal diskutieren, ob man die gleichen Ziele im Sinn hat. Es wäre wenig gewonnen, wenn es eine Vielzahl an Alternativen geben würde. Besser man einigt sich auf jemanden mit den besten Chancen. Und selbst wenn es am Ende nicht reicht, könnte man die Diskussion auf bestimmte Themen und eine bestimmte Richtung zuspitzen und damit für die nächsten Jahre etwas bewegen.

Ich würde dann die Domain/Website www.okiel.de, die gegen die Olympiabewerbung genutzt wurde zur Verfügung stellen.

Written by tlow

4. Dezember 2018 at 09:33

#KielerHauptbahnhof Vorschläge 2018

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Bekanntlich gibt es eigentlich keine nennenswerten Probleme am Bahnhofsvorplatz (und Platz der Kieler Matrosen) in Kiel. Das hat Ulf Kämpfer vor einiger Zeit auch bestätigt. Es gibt keine erhöhte Kriminalität – lediglich ortsübliche Probleme. Bahnhöfe sind Gegenden mit vielen Menschen, die nur kurze Zeit den Raum nutzen. Viel Anonymität und von daher fühlt niemand sich da wirklich zuhause. In letzter Zeit will die Stadt aber unbedingt (seit der Kommunalwahl) Aktionismus beweisen.

Der neueste Witz sind Vorschläge einer Firma NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung), die ein „Konzept“ für die Stadt vorgelegt hat.

Nur mal ein paar der größten Kracher:

  • Kameraüberwachung
  • Glasflaschenverbot
  • „An der Nordseite des Hauptbahnhofs, also zum Platz der Kieler Matrosen hin, solle regelmäßig klassische Musik gespielt werden.“
  • „Charme-Schulungen für Taxifahrer“
  • „Das Institut schlägt einen „shared space“ (geteilten Raum) auf dem Sophienblatt vor, auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. „
  • „Der Aufenthaltsqualität dienen die Vorschläge, Imbissbuden und Stehtische auf den Platz der Kieler Matrosen zu stellen, Sitzmöglichkeiten zu errichten, Segeldächer aufzuspannen und den Platz farbig zu beleuchten.“

Zur Kameraüberwachung so viel: Nur in Bereichen wo die Kriminalität dauerhaft erhöht ist, dürfen diese im Außenbereich montiert werden. Da das in Kiel nicht der Fall ist, wird dieser Vorschlag absehbar nicht umgesetzt. Das hat auch die KN bereits kommentiert.

Dauerbeschallung mit Klassischer Musik? Oh bitte. Was für eine Zumutung! Glasflaschenverbot? Auf einem öffentlichen Platz? Shared Space? Dieses Konzept ist durchweg gescheitert. wo auch immer es eingesetzt wurde. Vielleicht passt es für ein Dorf, aber nicht für eine Stadt. Können wir das bitte mal sein lassen? Und nicht immer dann hervorzaubern, wenn Planer mal wieder planlos sind? Imbissbuden? Für bessere Aufenthaltsqualität? WTF?

Man merkt schon, dass das NIT keine Stadtplaner sind, sondern wohl eher ein Haufen Dilettanten. Da wird mit zufälligen Vorschlägen wild durcheinander gewürfelt.

Written by tlow

13. November 2018 at 11:55

Parken in der Stadt #parkraumbewirtschaftung

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Das Parken in der Stadt ist ein umstrittenes Thema. Siehe auch diesen Artikel: Falschparker anschwärzen? (kommunal.de) 

Foto Parkplatz am Parking Day

Eine Aktion am „Parking Day“ Quelle: https://flic.kr/p/qqFftG

Eigentliches Problem ist, dass der Ruhende Verkehr, das Parken in der Stadt nicht wirklich funktioniert. Oder auch anders betrachtet: Verkehr mit dem Auto (MIV) skaliert nicht. Es gibt eine gewisse Größe, einen gewissen Prozentsatz an Autobesitz pro 1000 Einwohner*innen, bis wohin das Auto als Verkehrsmittel funktioniert. Aber darüber hinaus steigen die Probleme. Problem ist dann aber auch: Wer hat das Privileg ein Auto benutzen zu dürfen und den entsprechenden Stadtraum zu okkupieren und wer nicht? Dazu kommt, dass da Stadtraum eh knapp ist, insbesondere auch in Konkurrenz zu Wohnraum, sich die Frage stellt, welcher Nutzung man welche Fläche zur Verfügung stellt.

Probleme gibt es auch bei Paketdiensten oder bei der Belieferung der Wirtschaft (mit 7,5-Tonnen & Co) Alle bestellen im Internet, aber es gibt gar nicht die entsprechenden legalen Stehplätze für Paketwagen. Dabei steigt über die Jahre auch der Gesamtfahrzeugbestand (Grafik).

Hier einige Ideen, um dem Problem zu begegnen:

  1. Wie wäre es mit einer Obergrenze für Autos sowohl bundesweit als auch kommunal? Hier macht sie vielleicht mal Sinn?
  2. Reservierte Kurzzeitparkplätze für Paketdienste, um eine legitime Belieferung zu ermöglichen. Wäre dann zu lasten von privaten Dauerparkplätzen. Für ein Ende des „Zweitereiheparkens“. Wenn sich die Bedarfe verändern, muss man darauf reagieren!
  3. Wenn in Stadtvierteln nur noch rund 1/4 oder weniger Einwohner*innen ein Auto besitzen, so sollte sich das auch im Stadtraum widerspiegeln. Es ist unsinnig dem Auto den größten Prozentsatz an Stadtraum zu reservieren und dominieren zu lassen, insbesondere was Parkplätze anbelangt, so könnten diese vielfach anderweitig genutzt werden. Und damit auch der tatsächlichen Nutzung der Menschen entsprechen.

In den Köpfen hat das Auto noch einen großen Platz. Aber in Zukunft wäre es so wichtig, dass es stattdessen einen angemesseneren Platz einnimmt. z.B. zur Reduzierung von CO2 – oder um eine der Haupttodesursachen zu bekämpfen. Das Zurückdrängen des Autos schafft in unseren neuen, dringend benötigten Platz. Es sollte nicht weiter hingenommen werden, dass der Platz z.b. für das Parken weiter auf Dauer freigehalten wird. Das Privilegium der Autofahrer*innen ist grundlos aber traditionell. Es wird Zeit daran etwas zu ändern!

 

 

 

 

 

 

Written by tlow

1. November 2018 at 14:55

#MöbelKraft kommt nicht nach Kiel!

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Möbel Kraft hatte den Bau ihres Möbelmarktes immer weiter verzögert. Das Versprechen der Arbeitsplätze wurde und wird nicht eingelöst. Stattdessen soll nun die Schwesterfirma „Höffner“ an den Start. Aber eins ist klar: Der geplante Bau war doch immer unteilbar mit der Marke „Möbel Kraft“ verbunden. Man machte sich nämlich sogar die Mühe mit dem Namen zu werben:

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Eindeutige Werbung 2014

Es sollte daher auch unzweifelhaft sein, dass nun nach der Absage auch der Bürgerentscheid und somit die Genehmigung hinfällig ist. Die Kieler wollten knapp „Möbel Kraft“ aber nicht irgend einen Möbelmarkt. Da hat sich der Krieger-Konzern nun ins eigene Fleisch geschnitten. Er hat von Anfang an klar gemacht, dass es nur um die Marke „Möbel Kraft“ ging. Mitten drin die Pferde wechseln geht nicht. Und ich hoffe die Initiatoren des Bürgerentscheids sehen das auch so und handeln entsprechend.

Written by tlow

11. Oktober 2018 at 06:30

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