KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

Archive for the ‘Umwelt’ Category

#5G Panik

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Da das Thema 5G (als neuer Mobilfunkstandard der 5. Generation) gerade in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen immer wieder hochkocht und es offenbar viele Menschen Angst macht, möchte ich mich ein mal mit dem Thema näher befassen. Ich beziehe mich bei der Darstellung der 5G-Gegner explizit auf die Argumente des Vereins diagnose:funk (mit Sitz in Stuttgart). Da dieser von vielen Gegnern als Referenzquelle genannt wird. Z.B. diese Seite.

Fangen wir also damit an die Behauptungen zu überprüfen:

  1. Es gäbe mehr Gefahren für die Gesundheit
  2. Sämtliche Gebäude sollen „durchgestrahlt“ werden
  3. Zur Beseitigung von Funklöchern solle es tausende neuer „Mobilfunktürme“ in ganz Deutschland geben.

Dabei ist klar, dass sicher viele 5G-Gegner*innen auch keine Fans von WLAN und anderen „Stahlungsquellen“ sind. Aber wir fokussieren uns hier auf 5G und der Behauptung, dass diese Technologie zu einer Verschlimmerung der Strahlenbelastung führen würde. Außerdem konzentriere ich mich auf die Situation in Deutschland und eher auf die Sendemasten und nicht die Auswirkungen durch Endgeräte bei den Nutzer*innen.

Welche Eigenschaften haben die Vorgänger 4G/LTE?

  • Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s
  • Frequenzbereiche zwischen 700 MHz und 2,6 GHz

Im Vergleich dazu 5G:

  • Frequenzbereich FR1 600 MHz und 6 GHz
  • Frequenzbereich FR2 > 24 GHz (bis 40 GHz, ggf. erweiterbar bis 80 GHz)

Wie sieht die Wissenschaft bisher Mobilfunk (ohne 5G)?

Mobilfunk gibt es schon länger. Aber wie sieht es bisher mit dem wissenschaftlichen Konsens aus? Galt die bisherige Mobilfunkstrahlung als gefährlich?

Dazu können wir für Deutschland nur den Stand von 2011 der Strahlenschutzkommission heranziehen:

  • Biologische Auswirkungen des Mobilfunks – Aussagen/Einschätzungen:
    • Krebs: „Insgesamt ergibt sich eine unzureichende Evidenz für eine potenzielle Kanzerogenität von Mobilfunkexpositionen (SSK 2011)“ – Forschungsbedarf wird aber bejaht
    • Blut-Hirn-Schranke (BHS): „Insgesamt gibt es keine ausreichende Evidenz für eine Beeinflussung der BHS durch Mobilfunkexpositionen im Bereich der Grenzwerte. Es ergibt sich daher zu dieser Frage kein weiterer Forschungsbedarf.
    • Schlaf: „Mit Hilfe verschiedener methodischer Ansätze konnte eine Beeinflussung von Hör-oder Sehvermögen, insbesondere die Auslösung von Tinnitus, durch Mobilfunkfelder weitgehend ausgeschlossen werden
    • Ähnliches gilt für die meisten anderen Punkte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass nach dem derzeitigen Kenntnisstand der bisherigen wissenschaftliche Konsens zwar eine schädliche Wirkung ausschließt, aber als zu geringfügig erachtet. Wir können uns immer nur auf aktuelle Forschungsergebnisse beziehen. Einzelne Studien werfen dabei vielleicht neue Fragen auf, reichen aber nicht aus um eine allgemeinere Aussage zu treffen.

Was ist also dran an der schlimmeren Belastung durch 5G ?

  • Gibt es mehr Sendemasten?
    • Ja, aber diese sind kleiner und haben meist eine geringere Sendeleistung. Zudem senden sie nur dort hin, wo auch tatsächlich genutzt wird (Beamforming). Im Vergleich dazu verteilte 4G eher nach dem Gießkannenprinzip
  • Sind die höheren Frequenzen gefährlicher?
    • Dafür gibt es bisher keine Indizien. Auch WLAN sendet seit Jahren schon zwischen 2,4 und 5,725 GHz. Auch dazu belegt der aktuelle Forschungsstand keine negative Wirkung. Zu den noch höheren Frequenzen gibt es ebenfalls nichts Handfestes.

Man kann das jetzt natürlich mit dem Vergleich eines halb vollen oder halb-leeren Glases betrachten: Das Fehlen eindeutiger Ergebnisse kann man einerseits so betrachten, dass wir zu wenig wissen, um die Technik einzuführen. Oder man betrachtet es so, dass die bisherigen Forschungen keine bedenklichen Ergebnisse lieferten und der Einsatz aus heutiger Sicht eben unbedenklich ist.

Fazit

Ich schätze den Sachstand so ein, dass 5G eher ein optimiertes Netz ist, dass eben mit weniger Sendeleistung auskommt und eben gerade nicht mehr überall hin strahlt, sondern nur da wo es wirklich genutzt wird. Man sollte auf alle Fälle an einigen kritischen Stellen weiter forschen, aber ich glaube selbst wenn die neuen Frequenzen bedenklicher sind, wird jeder Einzelne eher weniger Strahlung abbekommen als vorher. Insofern finde ich die aktuelle Panikmache rund um 5G ziemlichen Unsinn. Man hat offenbar einfach Angst vor einer höheren Zahl. Das damit aber die Sendeleistung und Belastung abnimmt liest man schon gar nicht mehr. Denn das eigentliche Problem ist die Angst und nicht die Wirkung!

Written by tlow

9. Februar 2020 at 17:08

#FairNetzKiel Termine

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Seit 2017 gibt es die Website http://www.fairnetz-kiel.de. Die dahinter stehende Gruppe verfolgt diese Ziele:

  • „eine Übersicht über nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Einkaufs-, Freizeit- und Servicemöglichkeiten in Kiel“ bieten
  • „das Auffinden von Unternehmen, Initiativen und Projekten mit einer solchen Agenda möglichst einfach, informativ und transparent zu gestalten.“
  • „einen Raum für gegenseitige Unterstützung zwischen den teilnehmenden Läden, Organisationen und Dienstleistungen bieten und so zu einer FairNetzung in Kiel beitragen.“

Vorangegangen war nach ihrer eigenen Darstellung, dass es ihnen selbst schwer gefallen war entsprechende Läden oder Initiativen zu finden. Es wurde 2017 von einer Gruppe Studierender des Masterstudiengangs “Sustainability, Society and the Environment” gegründet.

So haben sie 2017 bei Yooweedoo gepitcht, hihi:

Am bekanntesten ist in Kiel wohl der Terminkalender, den sie alle paar Monate verschicken. Hier der Aktuellste für Februar:

Terminkalender Februar 2020

Und hier ihr Angebot zu Mitmachen.

Written by tlow

2. Februar 2020 at 10:25

Veröffentlicht in Großraum Kiel, Transparenz, Umwelt, Wirtschaft

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#Luftreinhalteplan für Kiel #LRPKiel #NOx

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Leider konnte ich bisher keinen tieferen Blick in den Luftreinhalteplan werfen, da die Stadt Kiel und das MELUND diesen scheinbar nur den etablierten Medien zugänglich macht. Da gibts noch Nachholbedarf. Ich beziehe mich jetzt also nur auf das, was bekannt ist. Von „vorgelegt“ kann man beim neuen LRP also noch nicht sprechen.

Interessant dabei: Zwar lehnt man Maßnahmen wie die Sperrung von Fahrspuren ablehnt. Gleichzeitig nennt die Stadt Kiel als „Maßnahme“ eine Baustellen im Jahr 2020, wo vermutlich eine Fahrspur gesperrt wird. Man klopft sich also für eine Maßnahme auf die eigenen Schultern, die man aus Prinzip ablehnt. Verwirrt? Zu recht!

Und dann lesen wir daraus, dass davon ausgegangen wird, dass die Luftfilter, die mit einem Fahrverbot für Fahrräder auf dem Theodor-Heuss-Ring einher gehen, zu 20 % die Stickoxide filtern sollen.

„Ich freue mich, dass die vorgelegten Gutachten der Hersteller eine ausreichende Minderungsleistung von Absauganlagen in Aussicht stellen. Nun muss es darum gehen, diese Maßnahme zügig in die Umsetzung zu bringen, um endlich für saubere Luft für Anwohnerinnen und Anwohner zu sorgen“

Umweltminister Albrecht

Vorher klang das seitens der Stadt Kiel eher so, als hätte man die Wirksamkeit bereits bewiesen. Gutachten von Herstellern? Bei Dieseln wurden offizielle Messwerte für Abgaswerte mit staatlichem Siegel. Und die stimmten nicht. Und stimmen nach wie vor nicht mit der Realität überein. Wieso nehmen wir plötzlich irgendwelche Werbeaussagen eines Herstellers ernst? Warum hat man nicht einfach die Testanlagen eine Stunde laufen lassen und nimmt die Werte des offiziellen Messgerätes? Dort wo sie liefen, gab es keine messbaren Senkungen. Angeblich soll es mit zusätzlichen Messgeräten Senkungen gemessen haben. Aber es tud mir leid: Was irgend wer woanders misst, aber nicht der staatlichen Messstelle entspricht interessiert nicht! Ausschlaggebend sind lediglich die offiziellen Messwerte!

Es könnte absurder nicht sein: Die Stadt weiß, wie sie die Abgase reduziert und nennt diese sogar als Maßnahme, auch wenn man solche Massnahmen ablehnt. Gleichzeitig setzt man auf unbewiesene Zauberkästen, die auf magische Weise die Stickoxide senken sollen. Ich kann daran nicht glauben. Und es ist absehbar, dass dieses Papier der Stadt und dem Land um die Ohren fliegt. Wie lange kann man noch über die Wirklichkeit hinwegtäuschen?

Written by tlow

12. Januar 2020 at 09:57

Veröffentlicht in Umwelt, Verkehr

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#OBKiel 2019 OB-Wahl. 2025 -> #Tempo30Ziegelteich #rvkiel

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Heute wählen die Kieler ihren nächsten Oberbürgermeister. Immerhin gab es vier Kandidaten. Meinen Take dazu schrieb ich ja bereits vor einigen Wochen. Und im März meine Sicht darauf, auf was es die nächsten Jahre ankommt.

Ich hatte das ganze dann noch mit einer Petition zur Kreuzfahrt Anfang des Monats zugespitzt (Artikel, Petition). Leider war diese nicht erfolgreich. Bemerkenswert dabei, dass kein TKKG, kein Fridays For Future, kein Bürgerinitative Klimanotstand Kiel, kein OB-Kandidat, keine Partei, kein NABU (lediglich Extinction Rebellion Kiel!) trotz Anspruch und obgleich alle informiert waren, bereit waren diese Petition auch nur weiter zu verbreiten.

Brauchen wir wirklich noch eine weitere Organisation in Kiel, dass sich wirklich für das Klima einsetzt? Offenbar. Denn eigentlich war die Petition ein No-Brainer: Sie setzt an einem der größten Makel Kiels an. Keine Politiker*in in Land und Stadt kommt an dem Thema vorbei. Die Kieler*innen könnten hier klar Position beziehen. Es kann ja nicht darum gehen ab und zu zu demonstrieren, sondern man muss auch klare Forderungen stellen und die Politik unter Druck setzen. Sonst kann man sich das Demonstrieren oder das Messen der Luft und die ganze PR sparen, wenn es nicht darum geht auch etwas zu ändern. Und leider wird vom OB und den Parteien im Rathaus schon genug geredet und zu wenige gehandelt.

Sowohl wir als Medien als auch Umweltorganisationen müssen zuspitzen, formulieren und fordern. Alternativen aufzeigen und dazu drängen einen anderen Weg zu gehen.

Aber meine Beobachtung was die Bereitschaft zu einem konsequenten Wandel bestätigt eh das Vorurteile, dass viel mehr Menschen gerne Reden und nur wenige Handeln wollen. Ich bin immer mal wieder geschockt, dass Menschen die selber im Umweltschutz aktiv sind nicht wirklich grundlegende Dinge in Frage stellen. Ich meine damit noch nicht ein mal, ob man selber weniger Auto fährt, sondern in wie weit man bei Themen erkennt und unterstützt, dass sich da viel ändern muss. Die Bürger*innen sind einfach alle noch gar nicht mal ansatzweise in ihre Überzeugungen so weit, dass sie für den Klimaschutz eintreten.

Ich möchte in den kommenden Wochen nach der OB-Wahl etwas konkreter werden, was die Verkehrswende angeht. Als Hashtagmotto schlage ich #Tempo30Ziegelteich vor. Der Ziegelteich in Kiel ist Haupt-Opfer einer verfehlten Kieler Verkehrspolitik. Dabei wäre die Forderung nach Tempo 30 lediglich ein Aufhänger unter vielen. Es geht um eine lebenswertere Innenstadt ohne Schwerlastverkehr, ohne Abgase, ohne Verkehrslärm und Tempo 30 wo auch immer es durchsetzbar ist!

Ich hatte OB-Kämpfer auf einer Veranstaltung gefragt, was sein Plan dazu ist und er betonte, dass er die Situation dort sehr bedaure, aber da leider die nächsten zwei Jahre auf jeden Fall nichts passiert. Ich finde das als Antwort nicht nur unbefriedigend, sondern erbärmlich. Dort werden die NOx-Werte seit Jahren überschritten:

Wir müssen JETZT die Verkehrswende einleiten. Leider passierte das bisher zu wenig. Eine Veloroute 10 reicht dazu nicht. Es braucht eine konsequente andere Politik. Ein Ulf Kämpfer wird dazu nicht bereit. Er ist ein Mann des Kompromisses. Und von den GRÜNEN sollte man auch nicht zu viel erwarten im Land oder in der Rathauskooperation in Kiel. Sie machen auch nur genau so viel, wie sie es für nötig halten, um Wahlen zu gewinnen. Man mag das ganze auch mit Koalitionsdisziplinen erklären. Fest steht aber, dass es derzeit keine Kraft gibt, die wirklich ernstzunehmend ist und die Politiker vor sich her treibt. Auch Fridays for Future ist das (leider) nicht. Und auch nicht die Bürgerinitiative Klimanotstand Kiel. Diese Bewegung muss erst noch entstehen. Und meine Prognose ist, dass die meisten Organisationen, die bisher vorgeben sich für Klima und Verkehrswende einzusetzen entweder überflüssig werden oder sich ganz schnell ändern müssen!

Written by tlow

27. Oktober 2019 at 13:20

Eine #Kreuzfahrt ist nicht lustig (fürs #Klima) #obkiel #Petition

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Die Politik in Kiel freut sich: Immer mehr Kreuzfahrer machen Zwischenstopp in Kiel. Am Samstag waren es laut KN 800.000 Kreuzfahrer*innen in der Sommersaison.

Aus meiner Sicht sollte man sich beim Schutz des Klimas auf zwei Maßstäbe konzentrieren:

  1. Die großen Brocken anpacken, die richtig viel CO2 produzieren und wo eine Lösung besonders viel bringt. So ein Brocken ist z.B. die Kohleverstromung
  2. Viele kleine Sachen anpacken, die mit wenig Aufwand VIEL bringen. Das müssen keine großen Emittenten sein. Aber nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“. Oder einfache Maßnahmen, wie Tempo 120/130 bundesweit auf Autobahnen. Schnell durchgeführt und mit geringen Kosten ein Effekt.

Die globale Kreuzfahrt ist global gesehen nicht der größte Emittent. Die Schiffahrt weltweit für „nur“ 3 Prozent der menschgemachten CO2-Emissionen. Und die Kreuzfahrtwirtschaft ist nur ein geringer Teil. Aber dennoch: Es ist auch ein verzichtbarer Teil des Schiffsverkehrs. Hier kommt die Klimagerechtigkeit besonders zum Tragen: Reiche Menschen aus dem Norden machen auf Kosten vieler Geringverdiener weltweit Urlaub. Und die einzelnen Schiffe stellen eine große Umweltbelastung dar. Jede vermiedenen Kreuzfahrt ist ein Gewinn fürs Klima und auch darüber hinaus!

Die Kreuzfahrtbranche behauptet, trotz der genannten Zahlen, dass sich ihr Ausstoß verringere. Sie verweist auf relative Einsparungen pro Passagier. „Unser Treibstoffverbrauch ist in den letzten 20 Jahren um 70 Prozent gesunken“, sagt Helge Grammerstorf, Chef der deutschen Sektion des Kreuzfahrtverbandes CLIA. Nehmen wir einmal zugunsten von Helge Grammerstorf an, dass seine Angabe zur Verbesserung der Energieeffizienz stimmt. Vor zwanzig Jahren gab es rund 300.000 deutsche Kreuzfahrtpassagiere. 2018 waren es 2,23 Millionen, ein Zuwachs um mehr als das Siebenfache. Selbst bei einer Einsparung von 70 Prozent je Passagier hat sich der CO2-Gesamtausstoß der deutschen Kreuzfahrtindustrie in dem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Aus: Klima kippt – Kreuzfahrt boomt – Panorama-Bericht

Kiel hat weltweit eine besondere Verantwortung zum Thema Kreuzfahrt, weil hier auch viele Fahrten starten bzw. Zwischenhalt machen. Bisher kommt Kiel und das Bundesland Schleswig-Holstein seiner besonderen Verantwortung nicht nach. Niemand will die Kreuzfahrt bisher begrenzen. Landstromanlagen als Pflicht. Aber das war es dann auch schon.

Daher habe ich eine Petition angestoßen. Gerade als die CDU Kiel beschlossen hat, Unterschriften für den Kreuzfahrttourismus zu sammeln. Ich bin ja dafür offen, dass es vielleicht noch ein gesundes Maß gibt für Kreuzfahrten. Wenn es das gibt, soll es gerne eine Restmenge an Kreuzfahrten mit sauberen Schiffen geben. Was aber nicht mehr geht ist wie bisher keinerlei Grenzen zu haben und jedes Jahr neue Rekorde und damit eine exponentielle Steigerung der Treibhausgase. Kreuzfahrten sind in Kiel der Prüfstein schlechthin für eine glaubhafte Klimapolitik, die eigene Begriffe wie Klimaschutzstadt oder Klimanotstand („Climate Emergency“) ernst nimmt. Nicht einfach nur Lippenbekenntnisse!

Die Petition ist betitelt mit Das Maß ist voll! Kreuzfahrttourismus in Kiel begrenzen und reduzieren!

Aus der Begründung:

Die Unterzeichner*innen dieses offenen Briefes wollen, dass gerade im Kreuzfahrt-Bereich ein großer Schritt Richtung Klimarettung passiert. Bisher gibt es in Kiel keinen Ansatz hier etwas wirksam zu tun. Die Landstromanlagen wirken lediglich im Hafen und viele Schiffe können diese bisher auch nicht nutzen. Wir wollen mit diesen Unterschrift ein Gegengewicht setzen gerade auch im Oberbürgermeisterwahlkampf, dass in Kiel die richtigen Weichenstellungen getroffen werden und dass es nicht (wieder) in die falsche Richtung geht!

Die Demonstrationen von Fridays for Future in Kiel haben gezeigt, dass sehr große Teile der Bevölkerung bereit sind größere Schritte zu gehen. Es bedarf aber der Politik, um hier Regeln aufzustellen und der unbegrenzten Klimaschädigung entgegen zu treten.

Ich rufe alle auf, die den Klimaschutz ernst meinen, diese Petition zu unterstützen. Im Wahlkampf geht es auch um das Thema Klima. Und wir können hier dem nächste OB auch eine Botschaft mitgeben (oder es sein lassen). Das Quorum liegt bei 2.100. Ab dann wird die Petition von openpetition.de weitergeleitet. Bisher (9.10.) hat keine der Kieler Klima-Organisationen die Petition weitergeleitet oder gar unterstützt. Die Bürgerinitiative zum Klimanotstand in Kiel hat das Thema Kreuzfahrten bei ihren Maßnahmen unverständlicher weise bisher total ausgeklammert.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Kreuzfahrt nicht nur selber Treibhausgase produzieren, sondern auch sekundär durch die An- und Abreise per Auto, Flugzeug, Bus, Bahn! D.h. Kreuzfahrten erzeugen auch z.B. Autoverkehr und Lieferverkehr für die Versorgung der Schiffe.

Vielleicht hätte manch einer die Petition anders formuliert, aber ich kann nicht verstehen, warum man vorgibt sich radikal fürs Klima einzusetzen und dann die Chance das Thema Kreuzfahrttourismus zu lösen einfach ignoriert. Wozu sich dann wochenlang engagieren, wenn man ein greifbares Ziel nicht einmal diskutieren will?

Leute, JETZT kommt die OB-Wahl und wir können etwas Druck aufbauen und dem nächsten im Amt gleich etwas mitgeben. Die nächste Chance kommt erst wieder mit der nächsten Kommunal- oder OB-Wahl.

Written by tlow

10. Oktober 2019 at 11:54

#Pressemitteilung TKKG: Widerstand gegen Kreuzfahrten wächst – Blockade in Finnland

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Pressemitteilung der TurboKlimaKampfGruppe

Widerstand gegen Kreuzfahrten wächst – Blockade in Finnland

Nachdem es Pfingsten in Kiel zu einer Blockade des Kreuzfahrtschiffs „Zuiderdam“ kam, erwischte es jetzt die „Queen Elizabeth“. Das rund 300 Meter lange und für über 2000 Passagiere ausgelegte Kreuzfahrtschiff wurde in Finnland von Klimaaktivist*innen blockiert. Ein erneuter Anlass für die TurboKlimaKampfGruppe (TKKG) den Rückbau der Kreuzfahrt-Terminals in Kiel zu fordern. Am Mittwoch hatten Aktivist*innen der Gruppe Elokapina das Schiff in Helsiniki am Auslaufen Richtung St. Petersburg erheblich verzögert, indem sie in Kayaks vor dem Schiff kreuzten. In Kiel freut sich TKKG, dass die Aktion „Smash Cruiseshit“ Nachahmer*innen gefunden hat oder unabhängig davon Menschen auf die gleiche Idee kamen. „Der Widerstand gegen die dreckigen Pötte wächst weltweit. Die nächste Blockade ist nur eine Frage der Zeit. Wir werden auch in Kiel weiter protestieren“, kündigt Anna von TKKG an. Währenddessen schreiten die Arbeiten am Terminalneubau am Ostseekai voran, die Baukräne wurden schon abgebaut. Hier zeigt die Stadt, welche den Seehafen Kiel betreibt, wie sie mit dem kommunal ausgerufenen „Climate Emergency“ umgeht. Es werden vielleicht ein paar Fahrradwege ausgebaut oder ein neues Feuerwerk-Konzept vorgelegt, aber wenn es um große Schadstoffverursacher*innen wie die Kreuzfahrtschifffahrt geht, gibt es grünes Licht für mehr Schiffe mit mehr Verschmutzung. Ein klares Signal wäre, wenn sich die Stadt stattdessen verpflichten würde, die Kreuzfahrtanläufe zu reduzieren und endlich ein Limit für die Anzahl der Anläufe in Kiel festlegt. „All das zeigt, dass wir den Klimaschutz nicht irgendwelchen Institutionen überlassen dürfen. Wir müssen selbst aktiv werden, wenn wir auch nur ansatzweise eine lebenswerte Welt erhalten wollen. So wie das derzeit läuft, wird das nicht möglich sein“ erklärt Carlo (TKKG).

Quelle: tkkg.noblogs.org

Written by tlow

30. September 2019 at 08:11

Veröffentlicht in Pressemitteilung, Umwelt, Verkehr

#KlimaStreik – 5 vor 12 in Kiel

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Am heutigen 20. September ist der große Klimastreik angesetzt. Das Verwaltungsgericht in Schleswig genehmigte gestern noch die von Fridays For Future Kiel als Demo-Anmelder beantragte Route, die auch über den Theodor-Heuß-Ring führt.

genehmigte Route (Quelle: Twitter)

Das ist gut so. Die Stadt selbst hat dafür gesorgt, dass der Ring Dauerbrenner bleibt. Denn bislang hat sie sich geweigert WIRKSAME Maßnahmen gegen Stickoxid (welches auch ein Klimagas ist) durchzuführen. Stattdessen wurde der Ziegelteich als Umgehungsstraße genutzt und die dortige Stickoxidbelastung erhöht.

Gestern fand vom BUND eine Podiumsdiskussion zum Klimathema statt.

Dazu gab es zwei sehr gute Vorträge von Meeno Schrader und Christian Baatz.

Bei den Politikern (alles Männer) war nicht so viel Konkretes zu erfahren. Getestet wurden die vier Forderungen des BUND (aus einem Paket von 36 Forderungen) zur Überwindung der Klima-Krise.

Aber deutlich wurde schon, dass das Problem angekommen ist. Nur wie so oft: Was das Handeln angeht ist noch Vieles im Nebel. Unberücksichtigt blieb, das gerade in Schleswig-Holstein der Bereich Verkehr den größten Batzen ausmacht:

Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein 2019

Written by tlow

20. September 2019 at 10:12

Veröffentlicht in Umwelt, Verkehr

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