KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

Archive for the ‘Verkehr’ Category

#DÖRPSMOBIL ohne eigenes Auto mobil bleiben?

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Angefangen hat alles in dem 968 Einwohner-Dorf Klixbüll in Nordfriedland. Der ehrenamtliche und mutige Bürgermeister Werner Schweizer hat ein Konzept entwickelt, dass es auch kleineren Gemeinden erlaubt, ohne eigenes Auto mobil zu bleiben. Insbesondere für die, denen der Öffentliche Verkehr derzeit nicht genügt.

Wer nicht täglich ein Auto nutzen will, für den ist das Carsharing1Modell „Dörpsmobil“ (www.doerpsmobil-sh.de) eine Alternative. Größere Carsharing-Unternehmen wie StattAuto Kiel/Lübeck brauchen relativ viele Nutzer, um wirtschaftlich zu sein. Und sind an kleineren Ortschaften nicht interessiert. Grundsätzlich ermöglicht Carsharing nur dann für das Autofahren Geld zu bezahlen, wenn man es wirklich benötigt. Der ADAC rechnet bereits für den günstigsten VW Polo inklusive Wertverlust mit auf den Monat gemittelten Kosten über 485 € pro Monat2.

In Klixbüll kostet die Mitgliedschaft im Dörpsmobil-Verein zur Zeit 6 € im Monat und die Gebühr pro Buchung für ein Elektro-Auto 3,50 € pro Stunde. Diese Kosten variieren in jeder Gemeinde. Weitere Vorteile von geteilten Autos sind: Wenn es mal nicht fährt, kann man Ersatz bekommen, ggf. kann man auch zwischen verschiedenen Automodellen wählen. Wenn man es nicht nutzt, entstehen auch keine weiteren Kosten. Manche nutzen es auch als Urlauber, manche damit ihr Besuch vor Ort ohne eigenes Auto mobil ist. Und andere probieren damit auch aus, wie es wäre ganz ohne Auto zu leben. Das Dörpsmobil wird dann zum Notnagel, der nur zum Einsatz kommt, wenn es unvermeidlich ist.

Mittlerweile gibt es einen Zusammenschluss von AktivRegionen in Schleswig-Holstein, die einen 80-seitigen Leitfaden3 für alle (Gemeinden, Vereine, Einzelpersonen), die sich über das Modell informieren wollen. Eine Koordinierungsstelle bietet darüber hinaus Beratungen an. Ein Dörpsmobil kann sowohl von einer Gemeinde, einem Verein oder auch privat organisiert werden. Welches Modell das Beste ist, hängt vom Einzelfall ab und kann durch den Leitfaden und Beratung im Vorfeld ermittelt werden.

Video als Einführung https://youtu.be/xmewE-ET9Xc

1 „Car Sharing“ = Auto teilen

2 https://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/detail.aspx?KFZID=304532&activeTab=3&info=VW+Polo+1.0+MPI+beats

3 Leitfaden: https://www.doerpsmobil-sh.de/fileadmin/redakteure/downloads/nexus-Leitfaden-WEB.pdf

Written by tlow

14. Januar 2020 at 20:09

Veröffentlicht in Verkehr

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#Luftreinhalteplan für Kiel #LRPKiel #NOx

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Leider konnte ich bisher keinen tieferen Blick in den Luftreinhalteplan werfen, da die Stadt Kiel und das MELUND diesen scheinbar nur den etablierten Medien zugänglich macht. Da gibts noch Nachholbedarf. Ich beziehe mich jetzt also nur auf das, was bekannt ist. Von „vorgelegt“ kann man beim neuen LRP also noch nicht sprechen.

Interessant dabei: Zwar lehnt man Maßnahmen wie die Sperrung von Fahrspuren ablehnt. Gleichzeitig nennt die Stadt Kiel als „Maßnahme“ eine Baustellen im Jahr 2020, wo vermutlich eine Fahrspur gesperrt wird. Man klopft sich also für eine Maßnahme auf die eigenen Schultern, die man aus Prinzip ablehnt. Verwirrt? Zu recht!

Und dann lesen wir daraus, dass davon ausgegangen wird, dass die Luftfilter, die mit einem Fahrverbot für Fahrräder auf dem Theodor-Heuss-Ring einher gehen, zu 20 % die Stickoxide filtern sollen.

„Ich freue mich, dass die vorgelegten Gutachten der Hersteller eine ausreichende Minderungsleistung von Absauganlagen in Aussicht stellen. Nun muss es darum gehen, diese Maßnahme zügig in die Umsetzung zu bringen, um endlich für saubere Luft für Anwohnerinnen und Anwohner zu sorgen“

Umweltminister Albrecht

Vorher klang das seitens der Stadt Kiel eher so, als hätte man die Wirksamkeit bereits bewiesen. Gutachten von Herstellern? Bei Dieseln wurden offizielle Messwerte für Abgaswerte mit staatlichem Siegel. Und die stimmten nicht. Und stimmen nach wie vor nicht mit der Realität überein. Wieso nehmen wir plötzlich irgendwelche Werbeaussagen eines Herstellers ernst? Warum hat man nicht einfach die Testanlagen eine Stunde laufen lassen und nimmt die Werte des offiziellen Messgerätes? Dort wo sie liefen, gab es keine messbaren Senkungen. Angeblich soll es mit zusätzlichen Messgeräten Senkungen gemessen haben. Aber es tud mir leid: Was irgend wer woanders misst, aber nicht der staatlichen Messstelle entspricht interessiert nicht! Ausschlaggebend sind lediglich die offiziellen Messwerte!

Es könnte absurder nicht sein: Die Stadt weiß, wie sie die Abgase reduziert und nennt diese sogar als Maßnahme, auch wenn man solche Massnahmen ablehnt. Gleichzeitig setzt man auf unbewiesene Zauberkästen, die auf magische Weise die Stickoxide senken sollen. Ich kann daran nicht glauben. Und es ist absehbar, dass dieses Papier der Stadt und dem Land um die Ohren fliegt. Wie lange kann man noch über die Wirklichkeit hinwegtäuschen?

Written by tlow

12. Januar 2020 at 09:57

Veröffentlicht in Umwelt, Verkehr

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#Raum in der Stadt ist kostbar! #Windschutzscheibenperspektive #Parklet #VisionZero

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Wilhelmplatz, Kiel


Zur Zeit gibt es ja wieder eine Debatte in Kiel, auch in der KN wie mit dem Chaos rund ums Parken umgegangen werden soll. Der Raum in Städten ist knapp und muss effizient genutzt werden. Ursache ist die seit Jahren steigende Anzahl an zugelassenen PKW. Laut Statistikamt Nord waren es 2018 über 1,639 Mio. Fahrzeuge in unserem Bundesland. Der Raum in den Städten bleibt begrenzt und eine weitere Steigerung des Fahrzeugbestandes kommt schon aus klimapolitischen Gründen nicht in Betracht.

Die KN hatte eine Online-Umfrage veröffentlicht, die aber bereits als erste Frage klar machte, an wen sich die Umfrage richtet:

Finden Sie mit Ihrem Auto in Kiel leicht einen Parkplatz?

Zitat aus der Umfrage

Auch wenn theoretisch auch Menschen ohne Auto an dieser Umfrage teilnehmen können macht die Debatte deutlich, wo das Problem liegt: In der sogenannten „Windschutzscheibenperspektive“. Auch weiter hinten bei den Lösungen musste ich stutzen: Als Lösung gab es grundsätzlich entweder nur mehr Parkplätze/Tiefgaragen oder bestenfalls mehr Velorouten. Die Lösung in den meisten Städten, die das Problem angehen, wie z.B. Amsterdam lautet jedoch im Gegenteil: Parkplätze reduzieren! Auch in Berlin wird dies gefordert. Diese Option durfte man als Leser*in gar nicht auswählen.

Die Logik dahinter: Nicht jede/r braucht ein Auto: Es wird angeschafft und genutzt, weil es bequem ist. Parken vor der Haustür. Und überall gibt es kostenlose Abstellplätze. Für den Bus hingegen muss man immer zahlen. Die Entscheidung fällt (teilweise) rational: Das Auto bietet aus Sicht vieler mehr Vor- als Nachteile. Und das drückt sich dann auch in Aussprüchen wie „Ich kann nicht ohne Auto leben“ aus. Doch viele vielen, wenngleich nicht allen, ist das Auto gar nicht so alternativlos, wie viele es meinen rational erkannt zu haben.

Es wird so getan, als wenn alle Kieler*innen ein Auto besitzen würden und es ist eigentlich nur noch die Frage, wie wir deren Bedürfnissen („Parknot“) am besten nachkommen. Wenn wir aber Mobilität sichern wollen, dürfen wir nicht weiterhin Mobilität und Auto gleichsetzen!

Ist es nicht absurd, dass wir in unseren Städten steigende Mieten und Wohnungsknappheit haben und gleichzeitig den Autos weite Teile der Stadt kostenlos überlassen? Autos haben, mit der Fläche eines durchschnittlichen Kinderzimmers einen relativ hohen Platzbedarf, stehen aber die meiste Zeit des Tages ungenutzt herum.

Es fehlt der öffentlichen Debatte jeglicher schlüssige Ansatz, um das Problem echt anzugehen. Die Nutzung von Supermarktparkplätzen am Abend wird absehbar keine echte Entlastung bringen. Grundsätzlich ist mir das lieber als neue Tiefgaragen und Millionen in neue Parkplätze. Aber wir müssen das Grundproblem angehen. Und das ist: Wir haben nur begrenzt Platz in unseren Städten und Autos nehmen einfach viel Platz weg. Wir können entscheiden, welchem Zweck wir dem Raum zuordnen. Bisher ist es zum Beispiel so, dass eine Nutzung des Straßenrandes anders als als Parkplatz zur genehmigungsfähigen Sondernutzung wird. Man entzieht dem Raum dann aus Sicht der Behörden den Raum der gemeinschaftlichen Nutzbarkeit.

Ich bekomme das derzeit direkt mit: Ich wollte mein Parklet innerhalb der Medusatraße um ca. 10 Meter auf die anderen Straßenseite verschieben. Dies wurde nun auf Antrag mit eben dieser Begründung abgelehnt, denn das Parklet würde dann ja auch mitten auf der Fahrbahn stehen (zur Erläuterung: Beim bisherigen Standort ist an der Straßenecke ein etwas breiterer Verengung auf ganzer Fahrzeugbreite, die Straße ist allerdings dort enger, aber dafür Einbahnstraße).

Um es noch mal klar zu machen:

  • Ein Parkplatz, der nur von EINEM Menschen genutzt werden kann, ist angeblich für den „Gemeingebrauch“ offen
  • Ein Parklet hingegen, dass JEDER benutzen kann, auch Kinder usw. wird angeblich dem „Gemeingebrauch“ entzogen. Auch wenn ein Parklet jeden Tag häufiger von mehr Menschen genutzt wird.

Das ist auch „Windschutzscheibenperspektive“. Angeblich stellt mein Parklet dann ja auch eine Verkehrsgefährdung dar. Im Gegensatz dazu stehen nur fünf Meter weiter an der Kreuzung jeden Tag dutzende Autos im Parkverbot und blockieren den Übergang für Grundschüler*innen und andere Fußgänger*innen. Trotz Hinweis passiert NICHTS!

Ergo: Das Auto ist per se gut. Nur wer etwas anderes macht als Parken oder Autofahren ist irgend wie dubios und gehört reguliert. Solange wir diese Sichtweisen nicht in Frage stellen, die auch Verwaltungshandeln darstellen und in Gesetz gegossen sind, wird sich etwas nur wenig und nur sehr langsam ändern!

Beim Autoverkehr ist es ja auch nicht anders. Oslo hat 2019 lediglich einen Verkehrstoten gehabt. Vor allem durch Maßnahmen wie bessere Fahrradinfrastruktur und Tempolimits. Letztere werden in Schleswig-Holstein vielerorts wirksam durch den LBV blockiert. Das muss man sich mal vorstellen: Wir wissen, wie wir Verkehrstote verhindern, aber es wird blockiert, um die Flüssigkeit des Verkehrs nicht zu gefährden. Aber eine Maßnahme wie ein Parklet, dass nicht ein mal so breit ist wie ein Sprinter gilt als verkehrsgefährdend!?

Unsere Einstellung zum Auto ist nicht rational und bedarf dringend einer Neubewertung. Sie tötet und verletzt Menschen und benachteiligt Initiativen für mehr Lebensqualität. Das Leben eines Kindes ist weniger wert als die bequeme Parkplatzsuche. Wird ein Kind auf dem Schulweg verletzt oder getötet heißt es allenfalls, es hätte besser aufpassen sollen. Was für eine herzlose und wahnsinnige Gesellschaft!

Written by tlow

12. Januar 2020 at 08:17

#SprottenFlotten kleine Bilanz @nextbike @PayPalDE @stadt_kiel #bikesharing

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Ich habe vor einiger Zeit die neue Kieler Sprottenflotte getestet. Mein Brompton-Faltrad hat einige Probleme gehabt und insofern war das neue Angebot von der KielRegion organisiert durchaus attraktiv erschien. So habe ich es vor allem ab und zu für den Arbeitsweg genutzt von der Kaiserstraße bis zum Lorentzendamm.

Zunächst zur Registrierung: Am besten ist es, wenn man sich auf über die Website http://www.sprottenflotte.de registriert und dann eine Zahlungsmethode auswählt.

Man kann dann Fahrräder auch reservieren, habe ich aber nie gemacht. Man kann mit der Nextbike-App einen QR-Code einscannen und damit das Fahrrad freischalten. Ein Speichenschloß sollte dann aufgehen. Das geht nicht immer sofort, teilweise weil es klemmt. Oder man wiederholt den Vorgang noch mal.

Die Räder haben einen Nabendynamo und ein Licht, was automatisch im Dunkeln angeht. Der Zustand der Räder war gut, die Packmöglichkeiten etwas eingeschränkt, aber immerhin vorne auch ein kleiner Korb. Die Fahreigenschaften waren auch ok, die Nabenschaltung auch. Die Bremshebel für Menschen mit kleineren Händen vielleicht etwas zu weit auseinander. Der Sattel verstellbar.

Eines Abends stelle ich mein Rad wieder am Vinetaplatz an und ein anderer Kunde sprach mich an, dass ich bloss aufpassen solle, denn Nextbike hätte ihm schon oft fälschlicherweise etwas an diesem Standort berechnet für falsches Abstellen. Ich war also sensibilisiert.

Und dann passierte es mir auch. Am 12.10. kam eine Mail rein:

Hallo, Du hast Rad 310143 außerhalb einer offiziellen Station abgestellt. Mehr Informationen: https://www.nextbike.de/de/kielregion/gebuehr/ Dein Sprottenflotte Team

Meine Antwort war etwas wortkarg:

 Nein, stimmt nicht

Die Antwort darauf war:

Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir werden Ihr Anliegen baldmöglichst bearbeiten.
In sehr dringenden Fällen kontaktieren Sie bitte unseren telefonischen Kundenservice unter Tel: +49 (0) 30 69205046.

Hier muss man schon sagen liegt das Hauptproblem: Ich habe niemals eine einzige Antwort per Email erhalten! Aus meiner Sicht war es kein dringender Fall, daher auch nicht per Telefon. Bei einem bekannten Problem kann, kann die Lösung ja nicht so schwer fallen.

Das Gleiche am 16.10. und 21.10. – nicht jede der Ankündigungen wurde abgebucht, anscheinend wurde ja doch etwas gelesen, aber am Ende dann doch Eine. Dagegen erhob ich Einspruch und stornierte auch die Abbuchung. Es war ein unberechtigte Abbuchung und bis Ende Oktober keinerlei Reaktion.

Ich hatte es dann am 24.10. auch via Twitter-Message versucht, u.a.

Der Vinetaplatz hat fälschlich gemeldet, dass das Fahrrad falsch abgestellt wurde. Wenn ihr es nicht nachvollziehen könnt, kann ich es noch weniger. Ich fahre ja nur und Nextbike hat die Daten und behauptet es wäre falsch abgestellt gewesen. Was definitiv nicht stimmt. Und auch vorher nicht stimmte. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Message von mit am 24.10. an @nextbike

Antwort von Nextbike Twitter Team:

Wir benötigen lediglich die Info, wo der Fehler ist. Also z.B. „ich habe das Rad mit der Nr xxxxxx an der Station zurückgegeben aber mir wurde trotzdem eine Gebühr für unsachgemäße Rückgabe berechnet. Meine registrierte Handynummer ist xxxyyy“ Jetzt wissen wir, was das Problem ist, wer der Kunde ist und wie wir demzufolge die Ausleihkosten anpassen müssen. Wenn du uns die Informationen zum Sachverhalt nicht geben kannst, können wir dir leider nicht weiterhelfen, da wir nicht wissen, was wir in welchem Kundenkonto wie anpassen müssen.

Das war auch schon ganz lustig, weil Sie nicht einfach gleich nach einer Nummer fragten. Z.B. „Danke für Deine Anfrage, um welche Radnummer und von welcher Kundennummer aus wurde es ausgeliehen?“ Mir gleich zu unterstellen ich würde keine Informationen geben wollen war auch schon sehr frech.

Nach dem Nennen der Nummer und Uhrzeit usw. kam als Antwort

Wir haben Telefonnummer und Radnummer. Damit können wir die Ausleihe schon mal zuordnen. Das Problem hast du uns immer noch nicht genannt. Wir können dir derzeit also nicht helfen. Bitte sage uns konkret, was an bei der Ausleihe schief gelaufen ist.

Da kam ich mir auch schon etwas wie bei der Versteckten Kamera vor. Es war ja Nextbike, die das Problem genannt hatten und eine Gebühr berechnet. Und weiter oben hatte ich ja schon bereits kommuniziert, dass das eine falsche Feststellung war. Nachdem ich ein wenig pampig antwortete kam dann:

Wir können derzeit nur vermuten, dass du die 20€ Gebühr beanstandest. Wenn du dies bestätigst, können wir gern erklären, warum diese gerechtfertigt ist.

Und:

Das Rad wurde nicht an eine Station zurückgegeben, genau wie bereits 2 Räder davor, für welche du bereits die Verwarnung erhalten hast, dass bei Wiederholung eine Gebühr anfällt. Unser System zeigt die Räder zwar unweit der Stationen an, der akzeptable Umkreis zur Station wurde aber offensichtlich nicht eingehalten. Kannst du nachweisen, dass das Rad doch an einer Station steht, sind wir natürlich gern bereit, die Gebühr fallen zu lassen. Da du einen Paypal Konfliktfall eröffnet hast, können wir allerdings nichts unternehmen, solange Paypal den Fall nicht abgeschlossen hat.

Ach nein, die Räder wurden falsch abgestellt? Das Nextbike das behauptet war mir klar und der Fall müsste ja eh klar sein, alle Daten, Uhrzeiten,… Und auch das ich diese Tatsache bestritten habe war geklärt. Aber hier musste Captain Obvious mal wieder zuschlagen. Meine Laune war dementsprechend nicht besser:

Au man, und das ist völlig falsch. Das habe ich ja nun oft genug geschrieben. Es stand direkt an der Station. Und wie gesagt passiert das an eurer Station häufiger, sagte ein weiterer Kunde. Auch mal lesen bitte.

Verabschiedet hat sich das Twitter-Team dann mit:

Aus der Nachricht war einfach nicht herauszulesen, was genau du mit „falsch registriert“ meinst. Das kann auch heißen, dass die Rückgabe zu spät erkannt wurde und dir dadurch Mehrkosten entstanden sind. Bitte entschuldige, aber wir haben dich mehrfach gebeten, dein Problem genauer zu beschrieben. Das war dir aber „zu blöd“. Das Problem mag dir vielleicht klar gewesen sein. Es gibt aber mehrere Szenarien, die möglich gewesen wären. Lassen wir den Fall also zunächst von Paypal bearbeiten.

Paypal war dann also das nächste Kapitel. Ich will nicht den ganzen Prozess darlegen, nur das Wesentliche. Im Streitfall wird man aufgefordert:

Hallo Thilo Pfennig! Sie haben am 21. Oktober 2019 einen oder mehrere Anträge auf Käuferschutz eingereicht. Wir haben die Transaktion(en) überprüft und fordern weitere Informationen zu Ihren Käuferschutzanträgen von nextbike GmbH an. „Dies sind die nächsten Schritte:“ nextbike GmbH hat bis zu 10 Tage Zeit, uns die angeforderten Informationen zur Verfügung zu stellen, aber wir werden wahrscheinlich früher eine Rückmeldung bekommen. Sobald wir die Informationen erhalten haben, werden wir diese zusammen mit allen weiteren Schritten, die Sie zur Lösung dieses Falles unternehmen müssen, mit Ihnen teilen. Sie müssen keine weiteren Schritte unternehmen, bis wir Sie kontaktieren. „Möchten Sie den Status Ihres Käuferschutzantrags einsehen oder Ihren Antrag zurückziehen?“ Loggen Sie sich dazu in Ihr Konto ein und rufen Sie Konfliktlösungen auf.

„Transaktionsdetails:“

Bearbeitungsnummer: PPP
Transaktionsbetrag: 19,00 EUR
Strittiger Betrag: 19,00 EUR
Transaktionscode: XXX
Transaktionsdatum: 21. Oktober 2019

Email von Paypal vom 21.10.

Am 26.10.

Wir haben von Ihrem Händler eine Antwort bekommen und alle Details zu Ihrer Antrags auf Käuferschutz geprüft. Aufgrund der Antwort des Händlers und den Informationen, die wir bisher erhalten haben, müssen wir Ihren Antrag ablehnen. Diese Entscheidung wurde getroffen, da Sie uns nicht ausreichend Informationen/Dokumente zu diesem Konflikt zur Verfügung gestellt haben und wir sie auch nicht auf Anfrage von Ihnen erhalten haben.

Daraufhin legte ich auch dagegen Widerspruch ein. Ich hatte meinen Fall auch dort beschrieben. Der lag auch klar auf der Hand. Was Nextbike an Paypal geschrieben hatte, wusste ich nicht. Man sollte das dann schon den Käufern zukommen lassen, die Käuferschutz beantragen. Aber offenbar wollte Paypal lieber auf der Seite von Nextbike stehen und meinen Fall nicht weiter anhören?

Und auch auf den Widerspruch erhielt ich abermals:

Wir haben von Ihrem Händler eine Antwort bekommen und alle Details zu Ihrer Antrags auf Käuferschutz geprüft. Aufgrund der Antwort des Händlers und den Informationen, die wir bisher erhalten haben, müssen wir Ihren Antrag ablehnen. Diese Entscheidung wurde getroffen, da Sie uns nicht ausreichend Informationen/Dokumente zu diesem Konflikt zur Verfügung gestellt haben und wir sie auch nicht auf Anfrage von Ihnen erhalten haben.

Es wurde mir auch nicht genannt, welche Daten ihnen fehlten. Ich hatte alle meine Emails von und an Nextbike weitergeleitet. Mehr als Alles geht ja nicht, oder?

Auf jeden Fall war damit mein Vertrauensverhältnis zu PayPal und seinem „Käuferschutz“ auch vollkommen dahin. Also Reaktion kündigte ich also neben @nextbike auch @PayPalDE.

Ich bedaure sehr, die SprottenFlotte nicht mehr nutzen zu können. Ich hatte auch mit dem Verantwortlichen der KielRegion einige Mailaustausch und der hatte versprochen sich in meinem Fall einzusetzen. Ich habe nun auch Zwei Monate gewartet, bevor ich das auf meinem Blog öffentlich mache, um eine Chance zu geben, dass sich doch alles zum Guten wendet.

Aus meiner Sicht war das der absolute Fail vor allem von Nextbike und PayPal. Die KielRegion ist ja nicht selber Anbieterin, aber muss sich natürlich überlegeben, mit wem sie da in Zukunft zusammenarbeitet. Ich weiß ja bereits, dass ich nicht der einzige sein kann mit so einem Erlebnis in Kiel. Wie viele es sind, weiss ich nicht. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass wir da nur zu zweit sind. Ihr könnt gerne auch etwas zu euren Erfahrungen unten als Kommentar schreiben.

Was würde ich jetzt erwarten?

Ganz einfach: Nextbike müsste sich entschuldigen, natürlich auch klären, was da technisch schief gelaufen ist und auch einen Gutschein anbieten mit dem Versprechen, dass es in Zukunft besser läuft. Z.B. das man auf Anfragen auch antwortet. Das kann ja nicht sein, dass man zwar Geld abbucht, aber Anfragen dazu nicht beantwortet!? Und PayPal hat sich da auch nicht besser verhalten. Sie müssten sich mal überlegen, was den Käuferschutz eigentlich bedeutet. Alle diese neuen Dienstleister setzen ein Vertrauen der Kund*innen voraus, dass sie, dass Dinge einfach automatisiert im Hintergrund laufen und auch mal was abgebucht wird, wenn eine Gebühr anfällt. Wird dieses wie in meinem Fall fahrlässig aufs Spiel gesetzt, riskiert man den Erfolg einer an sich guten Idee. Momentan lautet mein Urteil aber leider: Nextbike ist kein seriöser Anbieter, der auf Konfliktfälle gar nicht antwortet und seine Technik nicht im Griff hat.

Written by tlow

22. Dezember 2019 at 17:17

#KielAutofrei Now?

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Autofreie Innenstädte sind in aller Munde, wie z.B. aktuell in einem Artikel im SWR. In Deutschland ist derzeit Hamburg Vorreiter beim Ausprobieren. Dort wünschen sich im Rathausquartier 90% der Befragten eine Wiederholung (Quelle: TU Hamburg) des kurzfristigen Versuchs. In Ottensen ist nicht alles so positiv. Es gab wohl Kommunikationsfehler am Projektbeginn und nicht alle Geschäfte haben vom Versuch profitiert. Es gibt eben reale Probleme, die gelöst werden müssen, wenn keine Autos mehr rein fahren können. Z.B. braucht es Lösungen für Belieferungen, wenn eine Apotheke 12 mal am Tag Ware bekommt.

Solche Versuche sind sehr wertvoll. In einer derart autoaffinen Gesellschaft wie unsere ist aber klar, dass es nicht immer einfach ist. Weil die Lösungen bisher alle auf das Vorhandensein des Autos als Transportcontainer ausgelegt sind. Statt den Autoverkehr auf wenige Straßen zu beschränken haben wir z.B. in Kiel Velorouten oder Fußwegeachsen. D.h. obwohl JEDE/R zu Fuß geht, möchte man die Fußgänger*innen gerne über bestimmte Achsen leiten. Das Auto hingegen kann über all fahren, mit wenigen Ausnahmen von Fußgänger*innenzonen. Schlimmer ist es noch bei den Fahrrädern.

Velorouten in Kiel

Velorouten sind auf wenige Routen beschränkt. Für die Veloroute 10 ließ sich die Stadt auch groß feiern und erhielt dafür auch viel Applaus seitens vieler Aktivist*innen. Aber die Lehren aus Kopenhagen und Amsterdam sind auch: der Radverkehrsanteil steigt nur dann, wenn Radwege dort entstehen, wo bisher Autos fuhren. Dort sagt man: Radwege dort bauen, wo man Autos nichts wegnimmt ist einfach! Aber genau das hat Kiel mit seinem „Leuchtturmprojekt“ Veloroute 10 gemacht. Man hat den Konflikt mit den Autofahrer*innen gescheut. Und man wird so den Radverkehrsanteil nicht erhöhen.

Besser war der Ansatz zur Holstenbrücke, auf der auch in Zukunft die Durchfahrt für Autos gesperrt sein wird. Leider hat man hier aber etwas Wichtiges vergessen: Radfahrer*innen werden gezwungen auf der Busspur zu fahren. Und das funktioniert nirgendwo in Kiel richtig. Ich persönlich wurde schon viele male fast von Busfahrer*innen umgefahren. Wie kann man 2019 einen großen Wurf machen wollen und dabei das Fahrrad (wieder ein mal) vergessen? Bereits in den 80er (?) Jahren, als die Holstenbrücke gebaut wurde vergaß man die Räder. Dabei gab es in Deutschland schon 1907 den erste Radweg und in den 80ern war das Anlegen bereits üblich. Kiel hat hier eine große Chance verpasst und man wird das wohl oder übel alles noch ein mal aufrollen müssen, denn eine derartige Einschränkung kann man im Kern einer Innenstadt nicht hinnehmen. Nicht 2019.

Natürlich ist es für manche eine Einschränkung, wenn sie entweder nicht mehr von ihrer Haustür losfahren können. Aber bei dem heutigen Parkplatzmangel ist das sowieso oft gar nicht mehr möglich. In den Innenstädten wohnen, insbesondere in Kiel gar nicht viele Menschen. Aber 60% des PKW-Verkehrs ist eh Wirtschaftsverkehr. Man muss die Verkehre z.B. für die Altstadt einfach herunter brechen auf Notwendigkeiten und dann eben auch mit Handelsketten und dem Einzelhandel reden. Auch das überall die 25-Tonner hinfahren können, kann nicht mehr die Norm sein.

Es brauchte neue Zulieferkonzepte. Z.B. auch gemeinsame Belieferungen durch Micro-Hubs. Die Verkehre wie Parksuchverkehre, Belieferungen durch Zulieferer, Paketdienste, Kund*innen, etc. funktioniert in unseren schon lange nicht mehr reibungslos. Und daher bedarf es da neuer Regeln und Ansätze, sogar im Interesse aller. Denn mancher Laden kann heute nicht mehr aufgrund der Enge beliefert werden. Es ist also nicht so, dass die aktuelle Regellosigkeit vieles ermöglicht: Im Gegenteil! Zudem sind viele Nutzungen unter einer Autolast gar nicht möglich. Außer Autowerkstätten ist außerdem fast jede Nutzung auch ohne Autos möglich. Selbst Möbel kann man ja einkaufen und hinterher bringen lassen. Dazu bedarf es keines eigenen Autos, gan abgesehen davon, dass nicht jedes Möbelstück in jedes Auto passt.

Innenstädte und innerstädtische Quartiere können eh nicht auf der Ebene vieler kostenloser Parkplätze mit Malls am Stadtrand konkurrieren. Sie müssen mit anderen Vorteilen punkten, z.B. einer angenehmen Erreichbarkeit auch OHNE Auto.

Die Stadt Kiel tut derzeit allerdings alles, dass der CITTI Markt möglichst viele Vorteile hat und sowohl per Rad als auch per Autobahn bequem erreichbar ist. Damit schneidet sie sich ins eigene Fleisch und macht die Innenstadt unattraktiver. Und erhöht gleichzeitig die Abgase, Lärm und Verkehr am belasteten Theodor-Heuß-Ring.

Die Kieler Innenstadt bräuchte flächendeckend:

  • Tempo 30 und zum Teil weniger
  • für den Autoverkehr gesperrte Straßen, z.B. Rathausstraße nur noch für Bus-, Rad- und Fußverkehr
  • breitere und sicherere Fußwege
  • mehr Fahrspuren für das Rad
  • Lücken schließen, z.b. am Exer natürlich auch einen Fußgängerüberweg auf beiden Seiten zur Rathausstraße (bisher werden Fußgänger*innen durch Metallgitter und ohne Ampel daran gehindert hier zu queren und müssen lange Umwege gehen!) und eine Lösung für das Rad auch schnell und diagonal Anschluß an den Knooper Weg/Schrevenpark und weiter zur Uni zu finden. Gerade das Quartier am Exer erscheint mir sehr schlecht entwickelt. Und nun durch zusätzliche Abbiegespuren für den Autoverkehr zum Schützenwall geht es eher in die genau falsche Richtung!
  • die Distanz zwischen Fußgängerampeln und daher die Straße müssen geringer werden. Das dient der verbesserten Barrierefreiheit, denn alte und langsame Menschen schaffen es so seltener die Ampel ganz zu überqueren und müssen auf Mittelinseln „verhungern“. Bei mehreren Ampeln summieren sich die Wartezeit, insbesondere wenn es nur kurze Grün- aber sehr lange Rotzeiten gibt!
  • Es bedarf der konsequenten Abkehr von der Ausrichtung auf die Flüssigkeit des Verkehrs hin zum Fokus: Mehr Sicherheit, weniger Abgase, weniger Lärm und mehr Lebensqualität!

Langfristig sollten wir an den Punkt kommen, dass es eher die Autos sind, die bestimmte Routen zugewiesen bekommen, wo sie noch toleriert werden. Denn zwar ist jede Autofahrer*in immer auch eine Fußgänger*in oder Rollstuhlfahrer*in, umgekehrt aber nicht. Irgend wann muss jedes Auto abgestellt werden und die letzten Meter können damit nicht zurückgelegt werden. Daher muss jeder Meter Stadt barrierefrei gedacht werden, aber nicht jeder Meter autogerecht sein. Bisher ist es umgekehrt. Und das Auto ist nicht in den Griff zu bekommen. Siehe Parkvergehen, überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Handy am Steuer, unzählige Verletzte, Schwerverletzte und Verkehrstote. Stattdessen aber nimmt sich der neue kommunale Ordnungsdienst lieber die Radler*innen vor und kontrolliert deren Beleuchtung, während jeden Tag Menschen auf unseren Straßen sterben oder für den Rest des Lebens schwerste Behinderungen davon tragen. Vision Zero in Kiel ist derzeit noch nicht in Sicht und auch keine Akteure, die das angehen. Das ist mehr als nur schade, sondern unverzeihlich!

#OBKiel 2019 OB-Wahl. 2025 -> #Tempo30Ziegelteich #rvkiel

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Heute wählen die Kieler ihren nächsten Oberbürgermeister. Immerhin gab es vier Kandidaten. Meinen Take dazu schrieb ich ja bereits vor einigen Wochen. Und im März meine Sicht darauf, auf was es die nächsten Jahre ankommt.

Ich hatte das ganze dann noch mit einer Petition zur Kreuzfahrt Anfang des Monats zugespitzt (Artikel, Petition). Leider war diese nicht erfolgreich. Bemerkenswert dabei, dass kein TKKG, kein Fridays For Future, kein Bürgerinitative Klimanotstand Kiel, kein OB-Kandidat, keine Partei, kein NABU (lediglich Extinction Rebellion Kiel!) trotz Anspruch und obgleich alle informiert waren, bereit waren diese Petition auch nur weiter zu verbreiten.

Brauchen wir wirklich noch eine weitere Organisation in Kiel, dass sich wirklich für das Klima einsetzt? Offenbar. Denn eigentlich war die Petition ein No-Brainer: Sie setzt an einem der größten Makel Kiels an. Keine Politiker*in in Land und Stadt kommt an dem Thema vorbei. Die Kieler*innen könnten hier klar Position beziehen. Es kann ja nicht darum gehen ab und zu zu demonstrieren, sondern man muss auch klare Forderungen stellen und die Politik unter Druck setzen. Sonst kann man sich das Demonstrieren oder das Messen der Luft und die ganze PR sparen, wenn es nicht darum geht auch etwas zu ändern. Und leider wird vom OB und den Parteien im Rathaus schon genug geredet und zu wenige gehandelt.

Sowohl wir als Medien als auch Umweltorganisationen müssen zuspitzen, formulieren und fordern. Alternativen aufzeigen und dazu drängen einen anderen Weg zu gehen.

Aber meine Beobachtung was die Bereitschaft zu einem konsequenten Wandel bestätigt eh das Vorurteile, dass viel mehr Menschen gerne Reden und nur wenige Handeln wollen. Ich bin immer mal wieder geschockt, dass Menschen die selber im Umweltschutz aktiv sind nicht wirklich grundlegende Dinge in Frage stellen. Ich meine damit noch nicht ein mal, ob man selber weniger Auto fährt, sondern in wie weit man bei Themen erkennt und unterstützt, dass sich da viel ändern muss. Die Bürger*innen sind einfach alle noch gar nicht mal ansatzweise in ihre Überzeugungen so weit, dass sie für den Klimaschutz eintreten.

Ich möchte in den kommenden Wochen nach der OB-Wahl etwas konkreter werden, was die Verkehrswende angeht. Als Hashtagmotto schlage ich #Tempo30Ziegelteich vor. Der Ziegelteich in Kiel ist Haupt-Opfer einer verfehlten Kieler Verkehrspolitik. Dabei wäre die Forderung nach Tempo 30 lediglich ein Aufhänger unter vielen. Es geht um eine lebenswertere Innenstadt ohne Schwerlastverkehr, ohne Abgase, ohne Verkehrslärm und Tempo 30 wo auch immer es durchsetzbar ist!

Ich hatte OB-Kämpfer auf einer Veranstaltung gefragt, was sein Plan dazu ist und er betonte, dass er die Situation dort sehr bedaure, aber da leider die nächsten zwei Jahre auf jeden Fall nichts passiert. Ich finde das als Antwort nicht nur unbefriedigend, sondern erbärmlich. Dort werden die NOx-Werte seit Jahren überschritten:

Wir müssen JETZT die Verkehrswende einleiten. Leider passierte das bisher zu wenig. Eine Veloroute 10 reicht dazu nicht. Es braucht eine konsequente andere Politik. Ein Ulf Kämpfer wird dazu nicht bereit. Er ist ein Mann des Kompromisses. Und von den GRÜNEN sollte man auch nicht zu viel erwarten im Land oder in der Rathauskooperation in Kiel. Sie machen auch nur genau so viel, wie sie es für nötig halten, um Wahlen zu gewinnen. Man mag das ganze auch mit Koalitionsdisziplinen erklären. Fest steht aber, dass es derzeit keine Kraft gibt, die wirklich ernstzunehmend ist und die Politiker vor sich her treibt. Auch Fridays for Future ist das (leider) nicht. Und auch nicht die Bürgerinitiative Klimanotstand Kiel. Diese Bewegung muss erst noch entstehen. Und meine Prognose ist, dass die meisten Organisationen, die bisher vorgeben sich für Klima und Verkehrswende einzusetzen entweder überflüssig werden oder sich ganz schnell ändern müssen!

Written by tlow

27. Oktober 2019 at 13:20

Eine #Kreuzfahrt ist nicht lustig (fürs #Klima) #obkiel #Petition

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Die Politik in Kiel freut sich: Immer mehr Kreuzfahrer machen Zwischenstopp in Kiel. Am Samstag waren es laut KN 800.000 Kreuzfahrer*innen in der Sommersaison.

Aus meiner Sicht sollte man sich beim Schutz des Klimas auf zwei Maßstäbe konzentrieren:

  1. Die großen Brocken anpacken, die richtig viel CO2 produzieren und wo eine Lösung besonders viel bringt. So ein Brocken ist z.B. die Kohleverstromung
  2. Viele kleine Sachen anpacken, die mit wenig Aufwand VIEL bringen. Das müssen keine großen Emittenten sein. Aber nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“. Oder einfache Maßnahmen, wie Tempo 120/130 bundesweit auf Autobahnen. Schnell durchgeführt und mit geringen Kosten ein Effekt.

Die globale Kreuzfahrt ist global gesehen nicht der größte Emittent. Die Schiffahrt weltweit für „nur“ 3 Prozent der menschgemachten CO2-Emissionen. Und die Kreuzfahrtwirtschaft ist nur ein geringer Teil. Aber dennoch: Es ist auch ein verzichtbarer Teil des Schiffsverkehrs. Hier kommt die Klimagerechtigkeit besonders zum Tragen: Reiche Menschen aus dem Norden machen auf Kosten vieler Geringverdiener weltweit Urlaub. Und die einzelnen Schiffe stellen eine große Umweltbelastung dar. Jede vermiedenen Kreuzfahrt ist ein Gewinn fürs Klima und auch darüber hinaus!

Die Kreuzfahrtbranche behauptet, trotz der genannten Zahlen, dass sich ihr Ausstoß verringere. Sie verweist auf relative Einsparungen pro Passagier. „Unser Treibstoffverbrauch ist in den letzten 20 Jahren um 70 Prozent gesunken“, sagt Helge Grammerstorf, Chef der deutschen Sektion des Kreuzfahrtverbandes CLIA. Nehmen wir einmal zugunsten von Helge Grammerstorf an, dass seine Angabe zur Verbesserung der Energieeffizienz stimmt. Vor zwanzig Jahren gab es rund 300.000 deutsche Kreuzfahrtpassagiere. 2018 waren es 2,23 Millionen, ein Zuwachs um mehr als das Siebenfache. Selbst bei einer Einsparung von 70 Prozent je Passagier hat sich der CO2-Gesamtausstoß der deutschen Kreuzfahrtindustrie in dem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Aus: Klima kippt – Kreuzfahrt boomt – Panorama-Bericht

Kiel hat weltweit eine besondere Verantwortung zum Thema Kreuzfahrt, weil hier auch viele Fahrten starten bzw. Zwischenhalt machen. Bisher kommt Kiel und das Bundesland Schleswig-Holstein seiner besonderen Verantwortung nicht nach. Niemand will die Kreuzfahrt bisher begrenzen. Landstromanlagen als Pflicht. Aber das war es dann auch schon.

Daher habe ich eine Petition angestoßen. Gerade als die CDU Kiel beschlossen hat, Unterschriften für den Kreuzfahrttourismus zu sammeln. Ich bin ja dafür offen, dass es vielleicht noch ein gesundes Maß gibt für Kreuzfahrten. Wenn es das gibt, soll es gerne eine Restmenge an Kreuzfahrten mit sauberen Schiffen geben. Was aber nicht mehr geht ist wie bisher keinerlei Grenzen zu haben und jedes Jahr neue Rekorde und damit eine exponentielle Steigerung der Treibhausgase. Kreuzfahrten sind in Kiel der Prüfstein schlechthin für eine glaubhafte Klimapolitik, die eigene Begriffe wie Klimaschutzstadt oder Klimanotstand („Climate Emergency“) ernst nimmt. Nicht einfach nur Lippenbekenntnisse!

Die Petition ist betitelt mit Das Maß ist voll! Kreuzfahrttourismus in Kiel begrenzen und reduzieren!

Aus der Begründung:

Die Unterzeichner*innen dieses offenen Briefes wollen, dass gerade im Kreuzfahrt-Bereich ein großer Schritt Richtung Klimarettung passiert. Bisher gibt es in Kiel keinen Ansatz hier etwas wirksam zu tun. Die Landstromanlagen wirken lediglich im Hafen und viele Schiffe können diese bisher auch nicht nutzen. Wir wollen mit diesen Unterschrift ein Gegengewicht setzen gerade auch im Oberbürgermeisterwahlkampf, dass in Kiel die richtigen Weichenstellungen getroffen werden und dass es nicht (wieder) in die falsche Richtung geht!

Die Demonstrationen von Fridays for Future in Kiel haben gezeigt, dass sehr große Teile der Bevölkerung bereit sind größere Schritte zu gehen. Es bedarf aber der Politik, um hier Regeln aufzustellen und der unbegrenzten Klimaschädigung entgegen zu treten.

Ich rufe alle auf, die den Klimaschutz ernst meinen, diese Petition zu unterstützen. Im Wahlkampf geht es auch um das Thema Klima. Und wir können hier dem nächste OB auch eine Botschaft mitgeben (oder es sein lassen). Das Quorum liegt bei 2.100. Ab dann wird die Petition von openpetition.de weitergeleitet. Bisher (9.10.) hat keine der Kieler Klima-Organisationen die Petition weitergeleitet oder gar unterstützt. Die Bürgerinitiative zum Klimanotstand in Kiel hat das Thema Kreuzfahrten bei ihren Maßnahmen unverständlicher weise bisher total ausgeklammert.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Kreuzfahrt nicht nur selber Treibhausgase produzieren, sondern auch sekundär durch die An- und Abreise per Auto, Flugzeug, Bus, Bahn! D.h. Kreuzfahrten erzeugen auch z.B. Autoverkehr und Lieferverkehr für die Versorgung der Schiffe.

Vielleicht hätte manch einer die Petition anders formuliert, aber ich kann nicht verstehen, warum man vorgibt sich radikal fürs Klima einzusetzen und dann die Chance das Thema Kreuzfahrttourismus zu lösen einfach ignoriert. Wozu sich dann wochenlang engagieren, wenn man ein greifbares Ziel nicht einmal diskutieren will?

Leute, JETZT kommt die OB-Wahl und wir können etwas Druck aufbauen und dem nächsten im Amt gleich etwas mitgeben. Die nächste Chance kommt erst wieder mit der nächsten Kommunal- oder OB-Wahl.

Written by tlow

10. Oktober 2019 at 11:54

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