KielKontrovers

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Archive for the ‘Verkehr’ Category

„#SüdspangeStoppen!“ Kundgebung 7.8. #KielAutoFrei #Autokorrektur

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Etwas spät dran für das Promoten. Daher versuche ich zwar auch etwas für die Kundgebung zu werben, aber auch etwas Hintergrundmaterial zu liefern. Keine Zahlen, da die zeit dafür 2 Stunden vor Kundgebungsbeginn zu knapp ist.

Ich möchte nur auf die Frage eingehen;

Was ist das Problem an einer Südspange und wäre es nicht besser den Autoverkehr zu „entlasten?“

Zunächst ein mal: Die Südspange ist schon lange in der Diskussion. Als Hintergrund empfehle ich kurz nur Niklas Webseite: bielenbergkoppel.de.

Das genau Datum der ersten Planungen liegt vermutlich verborgen in den Archiven der Stadt. Ich hatte neulich schon mal den Gedanken, dass man sich mal da durch den Staub wühlen müsste. z.B.: Wie hat Kiel nach 1945 geplant? Gab es da schon Pläne, ggf. auch unter anderem Namen aber mit dem gleichen Plan? Ich weiß lediglich, dass Kiel erst 1972 mit der Segelolympiade die A7 bekam und damit glaube ich als letzte Stadt ans Autobahnnetz angeschlossen wurde. Ohne jetzt noch mal recherchiert zu haben glaube ich, dass der Begriff und die Planungen spätestens in den 60er Jahren präsent war.

Aber es atmet eben auch noch den Geist des Wiederaufbaus: Städte und Straßen waren zerstört. Man wollte Wirtschaftswachstum. Ja, es gab auch viele Kleingärten oder Naturschutzgebiete. Aber man hat Städte und Gebiete eher so eingeteilt und geplant, dass alles seinen Ort hat: Wer Natur haben wollte musste explizit zu einem Ort gehen, der dafür gewidmet war.

Oder Wohngebiete: Das Beispiel der Siedlung Mettenhof ist sehr erhellend in dem Kontext, auch weil es in der gleichen Zeit verwirklicht wurde. Oder der Bau des Theodor Heuss Rings (THR) 1964. Was ja schon am Namen des damaligen Bundespräsidenten und Ehrenbürgers deutlich wird.

Es ging beim Wiederaufbau halt auch darum, das Alte abzuwerfen und Raum zu schaffen für Neues. Deutschland war am Ende des Krieges nicht größer, sondern kleiner geworden. Aber man wollte alles tun für das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Und was stand im Weg? Es gab zu wenige Wohnungen und zu kleine Straßen. Schließlich sollten die Menschen mit dem „modernen“ Fortbewegungsmittel Auto schnellere und sicherer an ihr Ziel kommen. Die Zukunft bedeutete sich vom Rückwärtsgewandten zu trennen. Alternativen wie Rad und Bahn waren noch recht verbreitet, aber die Fokussierung in den 50ern und 60ern auf das Auto läutete bereits den nächsten Schritt in den 80ern und 90ern ein die Bahn zurückzubauen und zu privatisieren. Der Radweg war primär dafür gedacht, die Räder von der Straße zu bringen, damit das Auto ungestört fahren könnte.

Dazu eben das schon bekannte Stichwort Autogerechte Stadt: Straßen galten als Arterien und Versorgungsadern der Stadt. Und so wie im Körper wollte man verhindern, dass diese Adern verstopfen. Der Verkehr sollte fließen, dann war alles gut. Und da müssen wir sagen ist das denken in der Verwaltung, Wirtschaft und Politik noch nicht viel weiter. In gesetzen ist festgeschrieben, dass die Verkehrsqualität gesichert werden muss als ein Hauptziel von Straßenbau. Aber unter den Prämissen ist auch klar, was passieren muss:

Immer mehr Straßen, immer breitere Straßen mit mehr Fahrspuren. Und auch das Ergebnis ist klar: Jedes Jahr neue Rekorde bei den Zulassungszahlen!

In Kiel hatten wir also zB. in den 60ern den Bau des THR und neue Wohngebiete. Dann holte man die Segelolympiade nach Kiel. Und nebem dem THR „verbesserte“ man dann die B76 Ende der 90er Jahre mit dem Olof-Palme-Damm. Dort auch Geschwindigkeiten bis 100 km/h.

Und als nächster „sinnvoller“ Schritt kämen dann:

  1. Die Südspange als Anschluss der A21 an Kiel
  2. Der Ostring II parallel zum bestehenden Ostring.

Die Südspange, die durch ein Kleingartengebiet führen würde und dabei viel Natur zerstören wäre somit nicht der Anfang einer Katastrophe, sondern lediglich die konsequente Fortführung einer Verkehrspolitik, die seit Jahrzehnten für Verkehrstote, Stickoxide, Feinstäube, Lärm, Flächenversiegelung und Klimawandel führt.

Es war bereits in den 90ern am Barkauer Kreuz unerträglich mit dem Verkehr und dem Gestank. Und ich erinnere mich noch dunkel, dass ein damals amtierender Oberbürgermeister verlauten ließe er wisse nicht, wo es da Lärm oder Verkehrsprobleme gäbe. Aber wer dort mit dem Rad in den garten fuhr erfuhr es direkt, wenn man dort in der Mitte an Ampeln warten musste. Und man schlug die Zeitung auf und wunderte sich in welcher Stadt dieser Oberbürgermeister ohne Verkehrsprobleme leben würde!?

Kiels Verkehrsprobleme sind, wie die von den meisten Städten, selbst gemacht. Man hätte zB gar nicht erst den Theodor-Heuss-Ring derart ausbauen sollen und die B76. Wir wissen inzwischen seit Jahrzehnten, dass mehr Straßen und mehr Spuren zu mehr Verkehr und zu mehr Stau führen. In der öffentlichen Diskussion wird aber immer noch mit Begriff wie Entlastung um sich geworfen.

Um es abzukürzen: Eine Entlastung des Autoverkehrs ist eine Illusion, so lange die Verkehrszahlen stagnieren oder steigen. Eine Entlastung kann nur dadurch erfolgen, dass weniger Autos seltener fahren. Daher muss das Ziel jeder vernünftigen Verkehrsplanung sein, Autoverkehr auszubremsen und für mehr Gerechtigkeit auf unseren Straßen und Städten zu suchen. Das was Katja Diehl so treffend als „#Autokorrektur“ bezeichnete und nun um sich greift:

Also lasst uns losziehen zum korrigieren! Kann jemand bitte einen großen Radiergummi mitbringen? 😉 Bis gleich!

Written by tlow

7. August 2020 at 10:51

Warum passieren #Unfälle und sind sie vermeidbar? #AutoKorrektur

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Photo by Pixabay on Pexels.com

In letzter Zeit begegne ich auf Twitter immer wieder der Überzeugung, das es bei Unfällen wichtig sei einen Täter oder Täterin zu benennen. Das ist eine eher philosophische Frage, zu der der Platz auf Twitter nicht so recht ausreicht, um es zu würdigen.

Soweit ich die Position verstehe, geht des da oft um Kritik an Polizeimeldungen oder Presseartikeln, die zum Beispiel schreiben, dass ein LKW beim Abbiegen eine Radfahrer:in übersehen hat. Das wird als unpersönlich kritisiert. Es solle darum gehen klar zu sagen, dass ein Mensch, ein LKW-Fahrer zB schuld hat. Im Gegenzug wird kritisiert, dass bei Fußgänger:innen und Radfahrer:innen oft deren persönliche Schuld benannt wird und nicht etwa „das Fahrrad“ oder „der Schuh“ …

Was die Ungleichbehandlung angeht kann ich das vom Prinzip her nachvollziehen. Allerdings führt es auf einen aus meiner Sicht vollkommen falschen Pfad, nämlich zu diesen Annahmen:

  1. Ursächlich war ein persönliches Versagen eines Fahrers
  2. Hätte der Fahrer anders gehandelt, wäre der Unfall nicht passiert
  3. Wäre jemand anderes gefahren, wäre der Unfall nicht passiert
  4. Wenn wir alle keine Fehler machen würden, gäbe es KEINE Unfälle mehr
  5. Es sei realistisch, dass alle Unfälle abgeschafft werden, einfach dadurch, dass nur noch Menschen fahren, die keine Fehler machen.
  6. Der LKW oder das Auto sind nicht entscheidend für den Unfall, die Verletzung oder den Tod
  7. Der Fahrer hätte auch als Fußgänger jemanden getötet?

An dieser Kette ist so vieles falsch! Es ist ein wenig vergleichbar mit dem Waffenbesitz – in den USA wird auch argumentiert: „Nicht Waffen töten, sondern Menschen töten!“ Und daraus folgt dann die NRA-Maxime, dass nur der Good Guy with a Gun einen Mord eines Bad Guy verhindern kann. Solche Einstellungen führen zu allen möglichen Fehlschlüssen.

Unter anderem nutzen auch Tempolimit-Gegner:innen diese Logik, in dem sie sagen: Nicht das Tempo ist das Problem, sondern die Fahrer:innen, die es nicht im Griff haben!

Aber so tickt unsere Welt nicht. Da wo es Lebenwesen gibt, passieren „Unfälle“ – also sogar bei Tieren. Der Dinosaurier rannte eine Ebene längs und stürzt in einen Abgrund – und starb. Jetzt können wir sagen: Der Dinosaurier ist selber schuld! Ein intelligenterer Dino hätte den Abgrund sehen können! Evolution ist eine Abfolge von Erfolgen und Fehlschlägen!

Der Faktor Mensch ist aber derjenige, den wir fast gar nicht beeinflussen können. ja wir können strengere Führerscheinprüfungen machen, wir könnten Autos bauen, die nur starten, wenn man vorher eine Promilleprüfung machen würde, aber bei all den Maßnahmen werden wir höchstens die Häufigkeit an Fehlern reduzieren können, sie aber nicht verhindern. Und selbst wenn wir das zu Ende denken: Wo liegt denn der Fehler? Im Fahrer selbst? Im Führerscheinprüfer? Im Fahrschullehrer? Im Polizist, der das Auto nicht herausgewunken hat? Beim Chef, der den Fahrer nervös gemacht hat? Der audringliche Fahrer hinter ihm? Da Unfälle nur ein Punkt in einer Abfolge von Geschehnissen sind, lässt sich auch aufgrund des Faktors Zufall nie vorher sagen, wann ein Unfall passieren, oder welche Folgen er haben wird. Wenn es um die konkrete Frage geht: Wie hätte man den Unfall verhindern können, kann man der Einfachheit halber natürlich alles am Fahrer fest machen.

Aber das ist so, als wenn man einer Radfahrer:in die Schwere ihrer Verletzungen nach dem Unfall alleine dem Fehlen eines Helmes und damit ihr selbst zuschreibt! War es nicht das Fehlen eines adäquaten Radweges? War es nicht Tempo 50 auf der Strecke? War es nicht die verfehlte Verkehrspolitik?

Wenn wir politisch denken und argumentieren, macht es nur Sinn das zu kritisieren, was auch änderbar ist. Wenn ich bei einem Unfall einen Fahrer kritisiere, dann hätte ich nur dann den Unfall verhindern können, wenn ich in der Lage bin den Fahrer vorher ausfindig zu machen, der einen Unfall begehen wird. Was die Fähigkeit voraussetzt Unfälle vorher sehen zu können. Nur dann macht es Sinn den Fahrer zu kritisieren. Das wohlgemerkt primär für den Fall, das der Fahrer nicht bewusst Regeln übertreten hat, wie zB Tempo 80 fahren in der Stadt oder nicht auf die Vorfahrt zu achten.

Aber die Fehlerhaftigkeit des Faktors Fahrer suggeriert eben die Möglichkeit einer Welt ohne Unfälle einfach dadurch, dass wir auf den Straßen nur noch perfekte Fahrer hätten. Und es suggeriert, dass weder die Verkehrspolitik, noch die Infrastruktur, noch fehlende Tempolimits einen großen Einfluß auf das Unfallgeschehen hätten. Und auch irgend wie, dass wir daran gar nicht so viel ändern können.

Ich sehe es aber genau anders herum: Kritik und Maßnahmen sind vor allem dort angebracht, wo es um vermeidbare Faktoren geht. Das heißt: Mehr Tempolimits, sicherere Straßen für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, eine grundsätzlich andere Verkehrspolitik, das Zurückdrängen von Autos würde massiv Leben retten und unsere Gesundheit schützen!

Ja, formal sind solche Pressemeldungen nicht gerecht und geben ein verzerrtes Bild wieder. Aber wenn wir in unserer Kritik von den Faktoren ablenken, die Auslöser waren und wir zudem beeinflussen können und stattdessen zufrieden damit sind immer nur EINEN Schuldigen zu finden, dann suchen wir damit doch nur ein Bauernopfer: Es ist nicht der 400 PS SUV, der Menschen verletzt hat, Schuld hat der Autofahrer in dem Moment – wäre doch nur jemand anderes gefahren. wäre nichts passiert. Und damit sagen wir quasi: Es ist NICHTS passiert, es gibts nichts zu sehen, fahren sie weiter. Wir sagen damit auch: DAS AUTO IST NICHT DAS PROBLEM! Wir wollen doch nur, das ALLE AUTOFAHRER keinen einzigen FEHLER mehr machen und schon haben wir unser Ziel erreicht.

Es gibt ähnlich strukturierte Problemstellungen, wo ein ähnliches Denken zu ähnlichen Resultaten führt:

  • „Schleichwege“ durch Rasen. Kritik ist: Die Leute sollen ordentliche Wege nehmen und nicht abkürzen, der Fußgänger macht den Fehler! Oder wir sagen: Die Stadtplaner:in oder die Architekt:in hat einen Fehler gemacht, weil sie den Fußgänger:innen zu lange Wege zumutet – es sollte korrigiert werden!
  • Oder in einer Rehaklinik habe ich damals als Zivildienstleistender folgendes Phänomen erlebt: Die Patient:innen haben für ihre Anwendungen Termine ausgedruckt bekommen und darunter stand irgend wo: „Bitte erscheinen sie 10 Minuten vor dem Termin!“ Das tat natürlich fast niemand und daher herrschte immer Stress bei den physikalischen Therapien! Ich machte dann den Vorschlag einfach als Uhrzeit die anzugeben, wann die Leute da sein sollten. Das wurde mit der Begründung abgelehnt: „Aber wenn alle rechtszeitig kommen würden, hätten wir das Problem nicht!“

Ja klar, Captain Obvious, so wäre das. In einer perfekten Welt wäre alles perfekt. Aber ich komme auch nicht mit einem Fingerschnippen in den Urlaub. Krasses Beispiel aber: Es gibt Bedingungen der Realität und dazu gehören nicht nur Regeln und Gesetze, sondern auch Fehlverhalten und Dummheiten. Davon auszugehen das alle Menschen Straßen exakt so benutzen, wie sie gedacht sind ist dumm.

An der Kreuzung an der ich wohne hat die Stadt Kiel neulich Pflasterzwischenräume verfüllt. Allerdings immer nur dort, wo es eine Verbindung gibt zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten. Damit trifft man die Annahme, das wirklich niemand diagonal eine Kreuzung überquert oder zumindest vom vorgesehenen Pfad abweicht. Dabei ist gerade der Vorteil des Zufußgehens, das man in jeder Sekunde seine Richtung ändern kann, keine Parkplatzsuche und kein Fahrradabstellen!

Die Stadt denkt aber ganz nach dem Schema der Straßenverkehrsordnung: Wie hat man eine Kreuzung oder Straße zu überqueren? Hier könnte man auch sagen: Ein kleines Kind, das unachtsam an einer unübersichtlichen Stelle die Straße überquert ist Schuld, denn es hat einen Fehler gemacht. Ja, verdammt, Kinder mache Fehler. Kind und Fehler sind Synonyme! 🙂 Ich möchte Straßen, an denen wir alle Fehler machen können, ohne das immer sofort einer stirbt, insbesondere keine kleinen Kinder! Und daher trete ich ein für geringere Geschwindigkeiten und drastisch weniger Autos und viel bessere Radwege und weniger Konfliktpotential zwischen den Modi. Ich denke das beste Ziel ist die kindergerechte Straße, die ist dann auch immer barrierefrei, altengerecht und vieles mehr! Unfälle wir es dann, leider leider, immer noch geben. Aber hoffentlich sehr sehr viel weniger als heute!

Written by tlow

3. August 2020 at 18:58

PM Kreuzfahrtbündnis protestiert gegen #Kreuzfahrtschiffe in Kiel

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Pressemitteilung von der Initiative gegen Kreuzfahrtschiffe in Kiel

Trotz immer noch aktueller Corona-Gefahr soll die Kreuzfahrtsaison in Kiel wieder beginnen. Ende Juli sollen die ersten Schiffe in unseren Hafen einlaufen. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen, denn an der Luftverschmutzung in Kiel und der sich immer weiter zuspitzenden Klimakrise hat sich genauso wenig geändert wie an den miserablen Arbeitsbedingungen für das Personal an Bord. Hinzugekommen sind die Gefahren einer Ansteckung mit Covid19 und damit verbundene Quarantäne-Maßnahmen.

Im vergangenen Jahr wurde das Thema Kreuzfahrten und ihre Schattenseiten überregional zeitweise in den Mittelpunkt des Diskurses gebracht. An Pfingsten blockierten AktivistInnen der Gruppe „smash cruiseshit“ das Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“, wenig später demonstrierten mehrere hundert Menschen in Kiel gegen die stinkenden Blechpötte. Nicht nur in Kiel, sondern weltweit verschärften sich die Proteste gegen die Kreuzfahrtindustrie. Es gab kreative Proteste in Seattle. In Venedig demonstrierten am Pfingstwochenende mehrere Tausend Menschen und wenig später blockierten Aktivist*innen sowohl in Venedig als auch in Helsinki auslaufende Kreuzfahrtschiffe und sorgten für Verzögerungen im Betriebsablauf. Der Diskurs wurde deutlich kritischer, Titelseiten wurden gefüllt, in Talkshows wurde über Kreuzfahrten und ihre ökologischen Auswirkungen gesprochen – geändert hat sich aber seitdem nichts.

In der Corona-Krise wird die Kreuzfahrtindustrie mit Milliarden-Krediten unterstützt, beispielsweise die Werften, damit sie weiter Schiffe bauen, die nun niemand mehr haben will. Damit werden unnötige Kosten eines weiteren unverantwortlich handelnden Wirtschaftszweigs auf die Gesellschaft abgewälzt. Das Geld wäre besser aufgehoben, würden die Angestellten der Werften dafür bezahlt, nichts zu tun.

Dabei bleiben die Zustände in der Branche katastrophal:Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen kommen, wenn überhaupt, nur langsam und völlig unzureichend. Schiffe sollen immer größer gebaut werden – all das während die EU und auch Kiel den Klimanotstand/Climate Emergency ausrufen. Darunter leiden Umwelt, Klima, Ökosysteme, die lokale Bevölkerung und das Bordpersonal. Wir wollen deshalb auf der Kundgebung auch vermehrt die Perspektive der Betroffenen hören, seid gespannt!

Es liegt also an uns, die Stinker aus unserem Hafen rauszubekommen. Damit wollen wir am 26.7. weitermachen, wenn eines der ersten Kreuzfahrtschiffe in diesem Jahr Kiel ansteuert und am Ostseekai anlegt.Im Anschluss an die Kundgebung werden noch tolle Künstler“*innen (tba) ein bisschen Techno & Co für uns auflegen. Kommt vorbei, tanzt mit uns und lasst uns Klarmachen, dass wir einen kreuzfahrtschifffreien Hafen nicht missen wollen!

Das Bündnis umfasst:
    - Fridays for Future Kiel
    - Extinction Rebellion Kiel
    - Turbo Klima Kampf Gruppe Kiel
    - Initiative gegen Kreuzfahrtschiffe
    - Students for Future Kiel
    - Die PARTEI Kiel
    - Bürger*inneninitiative Klimanotstand
    - Ende Gelände Kiel
    - Hochschulgruppe für Klimagerechtigkeit
https://kreuzfahrt.nirgendwo.info

Written by tlow

26. Juli 2020 at 09:57

OVG-Begründung: Luftfilter funktionieren nicht! #THring #NOx #KielAutofrei

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Nun liegt die offizielle Begründung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig vor. Leider nicht mir bisher. Ich bemühe mich aber um Einsicht.

Wie von mir von Anfang an vermutet, hat die Stadt eben nicht die offiziellen Messwerte der landeseigenen Messtationen zur Beurteilung der Wirksamkeit genutzt, sondern hat „unmittelbar hinter dem jeweiligen Absaugcontainer“ (KN vom 23. Juli, Seite 26). Dort wurden dann 70% Reduktion gemessen, an anderen Stellen aber 0%. Entscheidend ist aber einzig und allein der offizielle Messwert, nicht irgend welche Messungen an Standorten oder mit Geräten, die nicht dafür vorgesehen sind. Letztere taugen vielleicht für eine Firma als Testwerkzeug, oder auch für mobile Messungen überall dort, wo es keine Messanlagen gibt.

Aber hier geht es ja darum, ob die Grenzwerte eingehalten werden. Und da sind diese Messungen so nicht besser als die sog. Passivsammler, die auch Umweltverbände einsetzen.

Das Gericht kommt zu der Einsicht, dass die Containerlösung grundsätzlich ungeeignet ist. In einem Kommentar kommt der Regionalchef der Kieler Nachricht Michael Kluth auch zu einer Erkenntnis: „Was wäre denn so schlimm an einem eng begrenzten Diesel-Fahrverbot?“

Die Stadt Kiel hat sich in ihrer Totalopposition schon seit langem verrannt: Man hat im Grunde die Zeit seit 2010 nicht genutzt, wirksame Maßnahmen gegen Stickoxide (und auch Feinstaub) einzuleiten. Erst als die Klage kam, hat man sich widerwillig damit beschäftigt. Man könnte die durchgeführten Maßnahmen mit „Too little, too late“ zusammenfassen. Dabei böte eine Wende in der Verkehrspolitik darüber hinaus noch mehr Vorteile, wie verbesserte Sicherheit, Schonung des Klimas, weniger Lärm, neue Freiräume,…

Unter dem Strich aber verteidigt man nur eine kleine Klientel von Dieselfahrer:innen um jeden Preis, während der Rest darunter leiden muss. Haben die Diesel an allem Schuld? Sicher nicht! Zum einen haben viele Autofahrer:innen im Bewußtsein eines umweltbewußten Kaufs zugegriffen, zum anderen gibt es viele Faktoren. Daher ist die jetzige Fixierung auf den Theodor-Heuss-Ring langfristig auch nicht ausreichend und zielführend. Wichtig wäre aber, dass Kiel endlich bereit wäre nicht immer nur Fußgänger:innen, Rollstuhlfahrer:innen und Radfahrer:innen zu benachteiligen. Also auch mal nach dem Verursacherprinzip zu agieren. Das dürfte viel effektiver sein, als das Sperren von Fußwegen!

Written by tlow

23. Juli 2020 at 10:25

Das Kieler #eRoller Desaster #RVkiel #eScooter #barrierefreiheit

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Das Kieler eRoller Desaster

Wo man auch hinschaut stehen die Dinger herum. Die Stadt hatte viele Monate Zeit, sich Regeln zu überlegen. Stattdessen wiederholt man die Fehler, die andere Großstädte gemacht haben, wie Berlin oder Hamburg.

Funktionieren kann so ein System m.E. nur stationsbasiert. Und die Gehwege dürfen nicht belastet werden. Dort herrschen sowieso bereits beengte Zustände durch parkende Autos. Dies ist ein Frontalangriff auf barrierefreie Wege, ohne das dadurch die Mobilität erhöht wird.

Warum hat die Stadt so ein Chaos erzeugt? Seit wenigen Wochen stehen die Fahrzeuge der Firma Tier Mobility GmbH in Kiel herum. Es kann ja nicht darum gehen, etwas auszuprobieren. Es wird zu Unfällen kommen. Das war alles vorher absehbar! Es ist vollkommen unverständndlich, wie Verwaltung und Politik so auf ganzer Linie versagen konnten! Wer übernimmt die Verantwortung? Warum geht immer alles zu Lasten der Fußgänger:innen und Radfahrer:innen?

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