KielKontrovers

Ein Projekt vom 1Todo Institute

Archive for the ‘Wirtschaft’ Category

#FairNetzKiel Termine

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Seit 2017 gibt es die Website http://www.fairnetz-kiel.de. Die dahinter stehende Gruppe verfolgt diese Ziele:

  • „eine Übersicht über nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Einkaufs-, Freizeit- und Servicemöglichkeiten in Kiel“ bieten
  • „das Auffinden von Unternehmen, Initiativen und Projekten mit einer solchen Agenda möglichst einfach, informativ und transparent zu gestalten.“
  • „einen Raum für gegenseitige Unterstützung zwischen den teilnehmenden Läden, Organisationen und Dienstleistungen bieten und so zu einer FairNetzung in Kiel beitragen.“

Vorangegangen war nach ihrer eigenen Darstellung, dass es ihnen selbst schwer gefallen war entsprechende Läden oder Initiativen zu finden. Es wurde 2017 von einer Gruppe Studierender des Masterstudiengangs “Sustainability, Society and the Environment” gegründet.

So haben sie 2017 bei Yooweedoo gepitcht, hihi:

Am bekanntesten ist in Kiel wohl der Terminkalender, den sie alle paar Monate verschicken. Hier der Aktuellste für Februar:

Terminkalender Februar 2020

Und hier ihr Angebot zu Mitmachen.

Written by tlow

2. Februar 2020 at 10:25

Veröffentlicht in Großraum Kiel, Transparenz, Umwelt, Wirtschaft

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Das Land & das Auto #verkehrswende #mobilitätswende #Dorf #Land

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In letzter Zeit gab es einige Artikel zum Thema: Ohne Auto ginge es nicht auf dem Lande, z.B. am 31.1. Auf DLF Kultur von Don Dahlmann Vergesst die ländlichen Regionen nicht! Und „Das Auto muss weg“ funktioniert auf dem Land nicht von Jana Kugoth.

Aus meiner Sicht machen beide Autor*innen dabei einen großen Fehler: Sie sehen das Auto als gegebene Größe. Und sie betrachten nur seine Vorteile. Ihr Schluß: In der Stadt kann man auf das Auto verzichten, auf dem Lande nicht.

Aber genau so wie mehr Straßen eben zu mehr Verkehr führen, so führen insbesondere die Autos dazu, dass längere Distanzen kostengünstig mit zurückgelegt werden konnten.

Das Auto war für das Land, für die Dörfer weniger ein Segen, sondern der Hauptgrund für das Sterben der Dorfläden, für das Wegfallen von Arbeitsplätzen. Auf dem Land wohnen und 50km weiter weg arbeiten und einkaufen ist schon länger kein Problem mehr.

WDR: Landflucht: Das Ende des Dorfladens?

Sicher gab und gibt es auch Profiteure des Verkehrs. Nicht nur durch Tankstellen und Autobedarf. So mancher nutzte Läden im Dorf bei der Durchfahrt zum Einkaufen. Was dann oft folgte war der Streit darum: Wollen wir eine Ortsumgehung oder nicht. Was des einen Leid war, war des anderen Freude.

Generell kann man sagen, dass das Auto die ländliche Struktur massiv verändert hat. Bundesstraßen und Autobahnen zerschnitten Landschaften und trennten Dörfer und Menschen. Aber Menschen waren nicht mehr so abgehängt wie früher. Viele Menschen, die auf dem Lande leben kennen das Auto als Selbstverständlichkeit: Natürlich macht man einen Führerschein, so bald das möglich ist. Und das eigene Auto bedeutet Freiheit, von den Eltern und der Enge des Dorflebens. Und ohen Auto wird es schwer weiterbildende Schulen zu besuchen oder den Job zu erreichen.

Aber alles, was das Auto ermöglicht, zerstört es auch gleichzeitig. Die Gesetze sind insofern generell die gleichen wie in der Stadt: Läden in Straßen fürchten, dass das Aussperren des Verkehrs oder auch nur ein Fahrradstreifen oder das Wegfallen von Parkplätzen ihre Kund*innen vertreiben würde. Erfahrungen zeigen aber, dass bei Änderungen in Städten die Läden oft 60% mehr Umsatz machen als vorher. Weil eben Fahrradfahrer*innen eher anhalten und was kaufen, als Autos, die erst einen Parkplatz suchen müssen.

Es ist sicher nicht einfach, auf das Auto zu verzichten auf dem Land. Aber wer die Dörfer kennt, durch jeden Tag eine große Straße tausende PKWs schleust, der weiß auch, wie sehr es die Dörfer zerschneidet und die Atmosphäre so prägt, dass da oftmals auch niemand gerne anhält und draußen im Café gemütlich etwas konsumiert. Die meisten fahren nur durch. Vielleich hält man mal kurz an um rauszuspringen um dann umgehend die Flucht zu ergreifen. Viele Läden werden sich an diesen Straßen auch nicht ansiedeln. Und auch die Dorfbevölkerung wird eher die Straßen aufsuchen, die etwas ruhiger sind.

Hier muss der Staat in Vorleistung treten und Angebote machen, die den Verzicht auf das Auto ermöglichen. Am besten wäre es, wenn ein Dorf mehrheitlich beschließt, die Autos zu verbannen oder zu reduzieren. Aber eins muss klar sein: Man darf nicht erwarten, dass man auf dem Dorf genau so mobil ist, wie in der Stadt. Und diese Illusion hat das Auto den Leuten verkauft. Wer ein städtisches Leben führen will, muss in der Stadt leben. Und wer im Dorf lebt, darf ein dörflicheres Leben genießen. Wer mehrmals täglich weite Strecken zurücklegen muss oder will, der sollte näher an großen Siedlungen wohnen. Dörfer sollten auf jeden Fall einen langsameren Takt haben. Nicht so langsam wie heute, wenn man ohne Auto ist. Denn viel Dörfer haben nicht einmal eine Bushaltestelle, oder der Bus fährt nur 1-2 mal am Tag. Das ist nicht hinnehmbar. Aber dafür gibt es auch Lösungen wie Rufbusse usw.

Ich plädiere dafür, dass man auf dem Land genau so wie in der Stadt in einzelnen Dörfern oder Regionen einen bewussten Prozess einleitet. Nicht gegen die Bevölkerung, sondern mit deren Unterstützung. Die Landkreise könnten Dörfern Unterstützung anbieten, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. D.h. gewisse Mobilität gewährleisten und finanzielle und organisatorische Hilfe bei einer Umgestaltung.

Aber es braucht auch den Mut zu sagen, dass diese Entwicklung nicht für jedes Geschäft oder Einwohner*in wünschenswert sein wird. Aber wie schon oben bei den Umghehungsstraßen thematisiert: Keine Änderung und keine Lösung wird immer jedem Gefallen. Aber dafür haben wir ja die Demokratie, wo man miteinander diskutieren kann und dann auch mal mehrheitlich die (hoffentlich richtigen) Entscheidungen treffen kann.

Ich denke es führt kein Weg daran vorbei, auch auf dem Lande dem Auto seine Rolle streitig zu machen. Und ich denke sogar, dass der Onlinehandel hier eher hilft als im Weg zu stehen. Schon heute können viele Menschen Einkäufe erledigen, ohne selber ein Auto zu besitzen. Das generelle Problem der Paketdienste und deren Expansion muss dabei auch angegangen werden. In der Stadt überschlagen sie sich teilweise neben- und hintereinander im Zweitereihe-Parken. Aber das Nicht-Antreffen des Empfängers wird ein zunehmendes Problem. In Dörfern wäre es z.B. möglich, dass in Dorfzentren das Annehmen von Paketen als Dienstleistung angeboten wird. Das jeder Pakethändler seine eigenen Accesspoints betreibt sehe ich dabei nicht als zukunftsweisend.

Die Dörfer müssen langsam ihre Strukturen verändern und verbessern.

Was nicht geht und was viele Autor*innen leider tun ist zu sagen: „Auf dem Lande zu leben bedeutet einfach, dass man längere Strecken zurücklegen muss und die Gesellschaft muss das ermöglichen, Wenns nicht anders geht dann eben mit dem Auto“

Nein, das geht heute nicht mehr in Zeiten des Klimanotstands. Es reichen eben nicht die Elektromobilität, oder neues Sharing-Angebote. Wir müssen verändern, WIE wir uns bewegen, wie woft, wie lang und wohin. Nur dann kann es sowohl eine Mobilitäts als auch Klimaschutzwende geben.

Das alles geht nicht von heute auf Morgen. Aber es führt kein Weg daran vorbei. Und das Auto muss sowohl in der Stadt als auch auf dem Land zurückgedrängt werden. Mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Auch und nicht zuletzt, weil es nicht sein kann, dass Menschen wegen der guten Luft aufs Land ziehen, nur um dann täglich in die Stadt zu pendeln und dort die Straßen mit Stickoxid und Feinstaub zu belasten. Und damit die Luft anderer Menschen. Und auch damit insgesamt die Belastung zu erhöhen, nur für sich selbst eine nette Lösung zu haben.

Written by tlow

31. Juli 2019 at 08:28

Schleswig-Holstein verliert den klimapolitischen Anschluss #Klimanotstand

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Es gibt zwar mit Jamaika in Schleswig-Holstein eine Regierungsbeteiligung der GRÜNEN. Dennoch passiert nach wie vor wenig in Richtung Klima- und Verkehrswende.

Der größte Brocken ist dabei das Ausbremsen der Windkraft. Der Anfang war mit Versprechung von CDU und FDP die mühsam gefundene Lösung der Vorgängerregierung aussetzen zu wollen.

Das Umweltbundesamt hat dieses Jahr darauf hingewiesen, dass Studien belegen wie fixe Mindestabstandsregeln zu einem Problem beim Ausbau der Windenergieanlagen werden kann:

Eine Analyse des Umweltbundesamtes zeigt jedoch: Generelle Siedlungsabstände würden die Kapazitäten für die Windenergienutzung stark reduzieren. Bereits bei einem Mindestabstand von 1.000 Metern zu benachbarten Wohngebieten würde sich das gesamte Leistungspotenzial von derzeit noch 80 Gigawatt auf 40 bis 60 Gigawatt reduzieren. Bei 1.200 Metern Mindestabstand sinkt das Leistungspotenzial sogar auf nur 30 bis 50 Gigawatt. Damit würde langfristig bestenfalls ein viel zu geringfügiger Zubau ermöglicht werden – und die Klimaschutzziele werden nicht erreicht.

Soviel zur angeblichen „Wirtschaftsfreundlichkeit“ von CDU und FDP. Und auch so viel zur Erwartung an die GRÜNEN in jeder Regierung Klimafreundlichkeit sicherzustellen.

Dann der Feldversuch mit einem E-Highway mit Oberleitungen für LKWs. Ausgerechnet an dem Punkt wo führenden LKW-Hersteller wie Daimler entschieden haben eher auf Batterien zu setzen und sich die batteriegestützte Elektromobilität durchgesetzt zu haben scheint, fängt man mit Feldversuchen für Oberleitungen an. Immerhin kommen hier 19 Mio Euro vom Bund.

Der CITTI-Markt in Kiel bekommt eine eigene Autobahnanbindung. Kosten 21 Mio, CITTI muss lediglich 1 Mio € zahlen. In Gewerbegebieten ist aber meist der Anschluss von Radwegen entweder vernachlässigt oder gar nicht vorhanden. Je einfacher die Zufahrt mit Auto im Vergleich zum Fahrrad, desto mehr Autoverkehr wird es geben. Und desto mehr Umsatz wird der Innenstadt und den Stadtteilen entzogen. Der Verkehr auf dem Theodor-Heuß-Ring gesteigert.

Der Theodor-Heuß-Ring hat bekanntlich ein Stickoxid-Problem, aber auch Feinstaub, Lärm, CO2 und Platzverschwendung. Die Stadt Kiel hat darauf bisher keine Antwort und die Landesregierung hat mit dem Luftreinhalteplan nichts wirklich Fassbares vorgelegt!

Der Kreuzfahrttourismus ist ein wachsendes Problem. Dabei bietet der Landstrom keine Lösung des eigentlichen Problems. Die Wirkung für die heimische Wirtschaft ist relativ gering. Kiels Anteil am globalen Klimanotstand aber erheblich als einer der deutschen Kreuzfahrt-Häfen.

Schleswig-Holstein ist bei der Elektrifizierung nach wie vor Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Weniger als halb so viel wie Brandenburg mit 29%:

Immerhin setzt man jetzt scheinbar doch auch auf elektrische Batteriewagen und vermeidet die technologische Sackgasse der Wasserstoffzüge.(siehe auch die verlorenen Klage von Alstom)-

Dann das völlig falsche Signal wegen einer Erhöhung der Kosten beim Baud er Strecke vom Hein Schönberg das Projekt zwischenzeitlich auf Eis zu legen und damit wertvolle Zeit zu verliere (und damit erneute Kostenerhöhung zu verursachen! Da hat man dann gerade so die Kurve gekriegt. Solche Verunsicherung ist aber für Unternehmen und Regionen tödlich, die ggf. gerade dabei waren Investitionen zu planen. Heute so morgen so geht nicht. Und gerade bei Bahnstrecken gibt es einen hohen Nachholbedarf.

Die Fehmarn-Belt-Querung wird sich nicht rechnen, schon gar nicht für die Schiene.

Eine viel zu teure A20. Und eine katastrophale Anbindung der A21 über eine Südspange Gaarden. Weitere Pläne zum Ostring II. Alles bringt noch mehr Verkehr!

Die Förderung von LNG und damit der Import amerikanischen Fracking-Gases, dass uns dann als neuer Biosprit angedreht werden soll.

Es ließen sich sicher noch mehr Beispiele finden. Aber die Klimabilanz der aktuellen Regierung ist eine Katastrophe. Wichtige Weichenstellungen bleiben aus und werden verschoben. Oder schlimmer noch: Werden mit Autobahnenausbau und LNG die Weichen in die falsche Richtung gestellt! Man fühlt sich teilweise zurückversetzt in die 80er Jahre. Wo der politische konsens noch immer war: Mehr Verkehr ist immer gut. Mittlerweile passt das nicht mehr zusammen. Wenn die Landeshauptstadt 40% weniger Fahrten in 15 Jahren erreichen will, so gilt dies auch für andere Städte in Schleswig-Holstein. In den Prioritäten der Landesregierung kann man das allerdings nicht ablesen!

Antwort auf Große Anfrage zum Flughafen Kiel-Holtenau

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Die LINKE Ratsfraktion wollte wissen, wie sich die der Flughafen seit dem Bürgerentscheid 2017 entwickelt hat. Dazu stellte sie eine Große Anfrage in der Kieler Ratsversammlung.

Das Ergebnis liegt nun vor:

Einige der Ergebnisse:

  • rd. 10% mehr Flugbewegungen
  • überwiegend Privat- und Sportflüge
  • 2018: 82 Ambulanzflüge (+32%)
  • 47 neue Beschäftigte
  • Zuschussbedarf: 200.000 €
  • 80-90.000 mehr Einnahmen
  • ab 2022 kein Zuschussbedarf mehr

Written by tlow

16. Mai 2019 at 15:59

#Kiel2025 Quo Vadis OB?

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Am 27. Oktober 2019 findet in Kiel die nächste Oberbürgermeisterwahl statt. Die Amtszeit beträgt 6 Jahre und es geht dieses mal darum, ob der amtierende OB Kämpfer wieder gewählt werden wird.

Ulf Kämpfer 2013 klein.JPG
Ulf Kämpfer – Foto (c) Steffen Voß CC BY-SA 3.0 de
Quelle: Wikipedia

Man muss dazu auch sagen, dass der OB in Kiel eine starke Macht hat. Sechs Jahre bedeutet bis 2025. Das ist eine lange Zeit und vielleicht ist diese Wahl daher auch Anlass genug, sich über die kommenden Themen Gedanken zu machen. Naturgemäß ist meine Perspektive da etwas anders als die der Presse oder der meisten Stadtpolitiker*innen. Ich versuche die Themen mal hier zu umreißen, die nach meiner Gewichtung bis 2025 entscheidend sein werden.

Klima & Verkehrswende

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass dies eine der Kernaufgaben für Kiel werden wird. Es wird darum gehen auf allen Ebenen einen Wandel herbei zu führen, der darüber hinaus geht, nur die Birnen durch LEDs zu ersetzen. Es braucht klare, auch kurzfristige Zwischenziele. Auch macht es besonders viel Sinn das Ziel einer Verkehrs- bzw. Mobilitätswende (Reduzierung Platzverbrauch,Verkehrslärm, Stickoxide, Feinstäube) hierzu verknüpfen und zusammen zu denken. Stickoxide sind auch fast 300 mal so klimawirksam wie CO2 und trägt auch zum Abbau der Ozonschicht bei.

Die Stadt hat in ihrem Masterplan 100% Klimaschutz sechs Handlungsfelder definiert:

  1. Wohnen & Konsum
  2. Bildung
  3. Unternehmen
  4. Verwaltung
  5. Mobilität
  6. Energieversorgung

Der Bereich „Wohnen & Konsum“ wird dabei als größter und wichtigster Bereich (mit 37% Anteil) und das Einsparpotential als zweitgrößtes hinter der Mobilität) beschrieben. Dabei fehlt mir bei den möglichen Maßnahmen zu sehr die Erkenntnis, dass das kleine Eigenheim ein wesentlicher Faktor für ineffizientes Wohnen ist. Jedes Haus bekommt eine eigene Wärme- und Stromversorgung. Daher leben Menschen in Manhattan weltweit auch mit am ökologischsten und nicht die Leute mit dem Eigenheim in der freien Natur! Eine dichtere Bebauung verkürzt die Wege. Und das Vermeiden reiner Wohnquartiere und gute Durchmischung ebenfalls. Wohnen, Einkaufen, Arbeiten quasi am gleichen Ort möglich ist ein Optimum und die urbanste Wohnform. Das kleine grüne Idyll ist dagegen oft das Gegenteil von ökologisch. Klingt unlogisch, ist aber so! Die Wohnungsbauförderung auch bundesweit muss hier dringend umschwenken. Wohneigentum ist klimaschädlich! Ebenso wie das eigene Auto.

Richtig ist mit Sicherheit mehr Wohnen im Stadtkern zu ermöglichen. Allerdings ist dabei auch wichtig, dass es mehrheitlich Mietwohnungen sind, die gebaut werden und das Neubauen auf jeden Fall auch Ladenfläche haben in der Innenstadt. Warum? Weil eben die Mietpreise in den bisherigen Ladenzeilen mit 80-90 €/qm recht hoch sind und es an Alternativen fehlt. Eine Durchmischung von Wohnen und Einkaufen und Arbeiten ist essentiell. Und ein paar Eigentumswohnung, die ggf. gar nicht gewohnt sind, sondern reine Renditeobjekte sind eher kontraproduktiv. Auch braucht es noch stärkere Korrekturen bei den Parkräumen. Statt Immobilienfirmen dazu zu zwingen Tiefgaragen zu integrieren und damit das Bauen weiter zu verteuern, könnten mehr Stellplätze für Fahrräder gefördert werden

Dem Bereich Mobilität wird bereits das größte Einsparpotential attestiert. Bei den Maßnahmen sind aber kaum Ambitionen zu erkennen, dass die Stadt Kiel da einen großen Wurf plant. Die Stadt geht u.a. davon aus, dass sie die Treibhausgase an sich schon ohne Maßnahmen von alleine verbessern In Wirklichkeit haben in Kiel ja der Verkehr und die Abgase in den letzten Jahren wieder zugenommen. Die meisten Ziele beziehen sich dabei auf 2035 und 2050. Dabei wirkt die Stadt extrem phantasielos. Fast keine der Maßnahmen erscheint realisierbar oder besonders wirksam. Vielleicht liegt es auch daran, dass man sich scheut eine echte Verkehrswende mit Maßnahmen zu ergreifen, die irgend wem auch mal weh tun würden.

Aktuell droht der Abbruch des bereits teilweise umgesetzten Ausbaus des Hein Schönberg. Der Witz dabei: Ein großer Teil der Mittel wurde bereits ausgegeben, macht aber in der Form nur Sinn, wenn die Strecke auch fertig gebaut wird. Zudem kann man es auch als erste Ausbaustufe der angedachten Stadtbahn begreifen. Hier scheint es zu einem Konflikt zwischen Verkehrsministerium/Landesregierung auf der einen und Stadt Kiel/OB auf der anderen Seite zu kommen. Der Abbruch würde bedeuten, dass die Politik Geld zum Fenster raus wirft und sich nicht vorher überlegt hat, ob sie die Strecke haben will oder nicht. Man kann sich vorher überlegen, welche Prioritäten man setzt. Man hätte auch andere Strecken vorziehen können. Aber es macht gar keinen Sinn mittendrin die Schaufeln hinzuwerfen. Verkehrspolitik bedeutet, dass man auf 20-30 Jahre in die Zukunft schaut und dann genau das umsetzt, was man für erforderlich hält. Und da scheinen viele Autobahnprojekte viel zweifelhafter, denn der Autoverkehr müsste massiv zurückgedreht werden, wenn man es mit dem Klimaschutz ernst nimmt. Weder Elektroautos noch autonomes Fahren werden da eine Lösung bieten und die Landesregierung hatte KielKontrovers seit Monaten bisher auch eine Antwort verweigert auf die Frage welche Implikationen Autonomes Fahren in SH hat und wie sie dem begegnen wollen. Aber keine Antwort ist auch eine Antwort.

Kiel hat davon abgesehen bisher keine großen Perspektiven für eine Verkehrswende. Man hält Projekte wie die „Veloroute 10“ hoch. Nur das allein wird kaum einen Effekt haben, wenn man den Rest des Radverkehrs wie bisher vernachlässigt.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass bei einem Rückgang der Fläche für das Auto (Parkplätze und Straßen) auch riesige neue Flächen in der Stadt entstehen, die bebaut werden können. Oder als Freifläche für neue Parks dienen. Auch bestehende Flächen können anders bebaut werden, als bisher praktiziert. Ein Stop von Einfamilien-Häusern innerhalb der Stad wäre durchaus sinnvoll

Bisher haben Parteien abseits der SPD keine Kandidat*innen aufgestellt, so weit ich sehen kann. Die Frage ist, ob eine Partei die keinen OB-Kandidaten stellen kann überhaupt im Dialog um die Zukunft von Kiel mitreden will oder kann. Insbesondere wenn Parteien an sich durchaus die Haltung vom aktuellen OB kritisieren.

 

Written by tlow

16. März 2019 at 16:53

Veröffentlicht in Rathaus, Umwelt, Verkehr, Wahlen, Wirtschaft, Wohnen

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Bürgerinitiative gg. #FlughafenHoltenau gegründet

Es gab Zeiten in Kiel, da war der Flughafen Holtenau ein echtes Problem für Kiel und das Umland nördlich des Kanals. Es kam auch zur größten Demonstration nach dem Zweiten Weltkrieg, um den weiteren Ausbau zu blockieren. Letztlich wurde Holtenau nicht ausgebaut und es blieb ein bedeutungsloser Regionalflughafen. Und das ist gut so. Davon abgesehen gilt global gesehen Hamburg Fuhlsbüttel ebenso als unbedeutender Regionalflughafen.

Es gäbe heute also theoretisch viel Grund sich gegen Holtenau zu wenden, wenn denn der Flugbetrieb erheblich wäre und mit einer damit einhergehendenden  Lärmbelästigung. Das Gegenteil ist aber der Fall.

Trotzdem oder gerade deshalb hat sich eine Bürgerinitiative zum Abriss der Landebahn gegründet und ein Bürgerbegehren gestartet „WIR MACHEN STADT„.

Ich möchte hier auf deren 10 öffentliche Gründe eingehen:

10. Zu den Organ-Transporten für die Transplantationsmedizin des UKSH gibt es Alternativen

Das mag sein. Aber es ist irgendwie seltsam, wenn man gegen einen Flughafen damit argumentiert, dass es in kleineren Orten ja auch Flughäfen gibt. Hohn hat gerade einmal knapp über 2000 Einwohner. Für die soll dann der Flughafen erhalten werden? Manche Hohner Bürger wollen das ganz und gar nicht, aber wir in Kiel wollen es ihnen zumuten? Auf der anderen Seite ist auch eine Schließung von Hohn nach 2021 in Aussicht. Also auch keine Perspektive. Ähnlich die Alternative Lübeck-Blankensee: Gerade darüber gab es in Lübeck auch viel Streit. Sollen wir also als Kieler den Lübeckern mehr Verkehr aufzwingen, oder kommt hier doch auch noch das Aus nach dem Weggang von Ryanair?

Unter dem Strich: Die Stadt muss selber entscheiden, was ihr wichtig ist. Ein Verweis auf andere Orte und Flughäfen macht wenig Sinn, da an jedem Standort auch Menschen leben und es auch dort gute Gründe geben kann, einen Flughafen zu schließen. Vielleicht oft mehr als bei einer Landeshauptstadt und ohne nötige Organtransporte.

Die Schaffung eines neuen Stadtteils: Die Lehren aus der Vergangenheit zeigen, dass neue Stadtteile aus der Retorte nach planerischen  Idealen selten funktionieren. Es handelt sich hierbei um eine „Neubau-Gentrifizierung“. Siehe auch Beispiele wie Mettenhof oder Kai City.   Mettenhof hat sich ja mittlerweile einiger maßen normalisiert. Aber neue Stadtteile vom Reißbrett können nie die Qualität bekommen, wie gewachsene Stadtteile.

Für Holtenau stellen große Flächen an Neubaugebieten auch eine Bedrohung dar für das bisherige Mietniveau. Denn bereits Neubauflächen am MFG5-Quartier würden viel Grün zerstören. Zusammen mit der Neugestaltung würde wohl noch mehr Grün zerstört.

Plan

Nach bisherigen Plänen wird es z.B, bei SO4 bereits zu Abholzungen für Wohnbebauung kommen.

Manche denken eben, dass eine reine Beendigung des Flugbetriebs von Holtenau schon eine ökologische Maßnahme wäre. Aber neues Gewerbe und Wohnen bedeutet auch Erschließungskosten und entsprechende bauliche Maßnahmen. Ohne einen massiven  Eingriff in die Ökologie und den Wasserhaushalt ist das gar nicht möglich. Eine Umwandlung des Flughafens Holtenau würde somit große Umweltschäden nach sich ziehen. Denn bei einer reinen Schließung des Betriebes und dem Entstehen einer reinen Brachfläche wird es nicht bleiben.

 Weiteres Argument der Schließungs-Befürworter:
Auf dem Verkehrslandeplatz könnten 40 ha Gewerbefläche mit 2.600 neuen Arbeitsplätzen entstehen.
Aber „Könnten“ heisst nicht „Werden“. Und: Auch Gewerbeflächen stellen eine Belastung dar und führen nicht immer zu Mehreinnahmen im kommunalen Haushalt. Zuerst stehen hohe Investitionen. Und die werden wit höher sein, als die von „Wir Machen Stadt“ kritisierten 5,5 Mio. Euro für die anstehenden Sanierungskosten.
„Zwei- bis vierstöckige Häuser mit viel Grün in verkehrsberuhigter Lage könnten
den Landeplatz in ein attraktives Angebot besonders für Familien mit
Kindern, Studierende und alle, die neu nach Kiel kommen, verwandeln.“

„Grün“ bedeutet hierbei nicht der Erhalt von Grün, sondern keine dichte Blockbebauung, wie bei einer klassischen Stadtsttuktur, sondern mehr Flächenverbrauch. Eine ähnliche Denke wie beim Bau von Mettenhof, sprich: „Viel Grün = besseres Wohnen“.

Der ganze Text der neuen Bürgerinitiative atmet auch die Sichtweise der Immobilienwirtschaft. Nimmt man die Tatsache heraus, dass der Flughafen geopfert würde, wären IHK und Haus & Grund sicher generell auch Feuer & Flamme. Bei der Suche nach guten Gründen sollte man aber schon aufpassen in welches Horn man da bläst.

Aus meiner Sicht stellt die Initiative eine große Bedrohung für die soziale Zukunft und die Umwelt in Holtenau dar. Natürlich muss dort etwas passieren und gewisse ökologische Schäden sind nie auszuschließen. Aber es ist schon die Frage, ob man von einer vorsichtigen Entwicklung ausgeht, oder von Großprojekten spricht.

Written by tlow

9. September 2017 at 06:39

#A20 „Überraschung!“

Für Skeptiker war es keine große Überraschung, dass die A20 nicht schnell weitergebaut werden kann. Man hat sich seitens der CDU vor der Wahl mächtig aus dem Fenster gelehnt:

Die A 20 wollen wir somit in den kommenden fünf Jahren bis zur Elbe bei Glückstadt fertig bauen.

Wie nun klar wird (KN vom 12.7.) lagen ihr überhaupt keine ausreichenden Daten vor, um so eine Versprechung zu machen. Angeblich hat die SPD Informationen zu Bauabschnittsverzögerungen nicht kommuniziert. Aber es verwundert. Denn meine Annahme war, dass Bundesstraßen und Autobahnen sehr transparent alle Daten veröffentlichen müssen. Ich dachte bisher zu jedem Bauabschnitt liegen alle wichtigen Daten öffentlich  zur Einsicht vor? Nicht? Dann wundert mich so vieles nicht. Aber es verwundert um so mehr, wie die CDU ohne Daten Prognosen hat meinen geben zu können?

Fraglich ist auch, wie viel Unterschied es macht, ob man weiß, warum sich der Bau verzögert oder nicht. Fakt ist ja nun  mal, dass er sich verzögert. Und die bisherigen Fakten legen nicht nahe, dass die Landesregierung selbst etwas verzögert hat. Es wäre aber vielleicht ganz schön gewesen, bestimmte Details zu wissen.

Written by tlow

13. Juli 2017 at 19:57

Veröffentlicht in Land, Verkehr, Wahlen, Wirtschaft

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