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#AlterMarkt #Denkmalschutz vs. Neugestaltung

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Alter Markt, Kiel, gemeinfrei

 

Das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein soll bestimmt haben, dass die Buden am Alten Markt nun unter Denkmalschutz stehen. Nicht etwa die Lessinghalle oder eine Vielzahl anderer Gebäude die längst abgerissen sind. Nein ausgerechnet Bauten, die man wahrscheinlich nie hätte da so hinbauen sollen.

Da kommt man schnell zu Fragen: Ist Architektur eher Kunst oder eher nicht? Persönlich denke ich, dass Gebäude und vor allem Plätze der Gemeinschaft dienen sollten. Das sind weniger Kunstwerke, die einem Einzelnen gehören. Allerdings sollte man durchaus auch Denkmalschutz betreiben – und nicht nur für alte Gebäude. Manches ist wirklich erhaltenswert. Aber ich bekomme jetzt Angst, dass weitere Betonklötze wie das CAP auch noch unter Denkmalschutz gestellt werden. Man kann dann auch Städten nur raten Plätze immer möglichst schnell wieder kaputt zu machen, bevor etwas zum Denkmal wird.

Ich hätte da z.B. das Woolworth-Haus am Berliner Platz als durchaus erhaltenswerter betrachtet. Mehr aus dem Blickwinkel der Stadtgestaltung. Kiel ist ja architektonisch überwiegend hässlich. Viel zerbombt und den Rest an schöner Architektur immer wieder kaputt gemacht.

Mir liegt es nicht so am Herzen, dass Architekturstudenten die Kieler „Alt“stadt  und den „ALTEN“ Markt bereisen, um sich anschauen zu können, wie bescheuert man eine zeitlang gebaut hat. Es ist ok, wenn der Denkmalschutz ab und zu aktiv wird. Aber an dem Punkt finde ich muss er zurückstehen.

Kiel hat überhaupt keine richtigen  Plätze für Menschen: Entweder sind es quasi Parkplätze (Wilhelmplatz, Exerzierplatz, Blücherplatz), oder sie werden mit kitschiger Möblierung oder Buden vollgeknallt (Europlalatz, Asmus-Bremer-Platz, Alter Markt, Vinetaplatz ). Ich hätte mich sehr gefreut, wenn man es mal geschafft hätte einen der Kieler Plätze neu zu gestalten. So, dass er auch angenommen wird. Ohne viel störende Gebäude und Möblierungen, sonnig, ein Ort, wo man auch gerne mal Pause macht, oder sich gerne trifft. Nur ein Platz in Kiel bitte!

Written by tlow

18. Februar 2018 at 20:00

Karstadt-Filiale soll umgebaut werden.

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Was man bisher so liest über die Pläne von MATRIX klingt ja gar nicht mal so schlecht. Besonders gefällt mir „Man bekennt sich statt der „introvertierten“ Ausrichtung eines Shopping-Centers ausdrücklich zu neuer Offenheit hin zu Holstenstraße und zu Bootshafen.

Das heisst das Gebäude soll Teil seiner Umgebung werden. Der Trend zu Shoppingmalls hingegen versucht Öffentlichen Raum mehr und mehr nach innen zu verlagern. Öffentliche Plätze und öffentlicher Raum sind aber überlebenswichtig für das Funktionieren von Stadt. Städte sind in der Krise, weil Stadt nicht mehr so funktioniert wie früher.

Das hat viele Ursachen – ein Teil liegt daran, dass Stadtplanung oft unsesibel ist und sich oft nur an den Interessen von einzelnen Investoren ausgerichtet hat – oder sich nur an fixen Ideen orientiert.

Das anderen Problem liegt sicher auch darin, dass die Marktwirtschaft die Bedingungen diktiert unter der Wirtschaft gedeihen kann. Das heisst das z.B. Filialisten in der Kieler Innenstadt sich höhere Mieten leisten können und teilweise verluste hinnehmen während kleine Einzelhändler nicht mehr zum Zuge kommen – und daher die Innenstädte zunehmen anonymer werden. Günstige Lagen sind dann aber auch oft die unattraktiven Randlagen. Insofern bieten Krisenzeiten wie die aktuelle auch gerade die Chance wie beim alten Karstadt-Bau ein Gebäude neu zu definieren.

Die Kieler Innenstadt ist nicht schön. Wie in vielen Städten war man oftmals sehr verspielt und öffentliche Plätze gibt es eigentlich gar nicht mehr. Die Verhältnisse in einer Stadt lassen sich nicht in wenigen Jahren auf den Kopf stellen. Wichtig wären seitens der Stadt klare Zielvorstellungen anstatt nebulöser Marketingsprüche wie „KIEL Sailing City“. Stadtentwicklung findet heutzutage gar nicht mehr statt. Offenbar wird immer von einem Tag auf den nächsten entschieden – es ist kein roter Faden erkennbar – hoppla schnell ein Zentralbad – hoppla weg mit dem Flughafen – schnell dies verkauft schnell da investiert.

Ein Projekt wie bei Karstadt kann da noch gar nichts bewirken, schon gar keine Wunder. Man wird sehen was da wird – bisher bin ich aber von der planende Firma ausnahmsweise mal positiv überrascht.

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