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Den Nazis die Tour vermasseln: Gegen die NPD-Kundgebung am 13.8. in Kiel! #antifa

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Den Nazis die Tour vermasseln: Gegen die NPD-Kundgebung am 13.8. in Kiel!

Am kommenden Dienstag, den 13.08., plant die NPD von 9-12 Uhr eine
Kundgebung in Kiel am Dreiecksplatz. Anknüpfend an die „Deutschlandtour“
vom Sommer 2012, damals unter dem Motto „Raus aus dem Euro“, wird jetzt
mit Parolen wie „Asylflut stoppen – NPD in den Bundestag“ gehetzt. Diese
Kundgebung steht im Kontext einer am Montag, den 12.08. beginnenden
bundesweiten Propagandatour (am Montag unter anderem in Schwerin und
Neumünster, dort von 16-19 Uhr auf dem Großflecken), mit der die
Nazi-Partei in den kommenden Wochen angeblich Städte in ganz Deutschland
abklappern und mit Kundgebungen belästigen will. Nach Kiel ist am 13.8.
noch Lüneburg als Stopp eingeplant. Enden soll diese sogenannte
„Deutschlandtour“, bei der vor allem Redner aus der NPD-Führungsriege zu
Wort kommen, am 21. September, also am Samstag vor der Bundestagswahl.

Beim letzten Mal im Juli 2012 gelang es 200 Antifaschist_innen in Kiel die
Kundgebung der Nazis am Asmus-Bremer-Platz zu verhindern und die
Kundgebung am Dreiecksplatz so massiv zu stören, dass die NPD nach nur
kurzer Redezeit schließlich unter lautstarken antifaschistischen
Sprechchören und wüsten Beschimpfungen ihre Sachen packen und mit ihrem
Laster die Stadt verlassen musste, da es laut des Leiters des Kieler
Ordnungsamtes „zu unruhig und gefährlich“ wurde.

Auch dieses Mal werden wir nicht tatenlos zusehen, wenn Neonazis
versuchen, öffentlichkeitswirksam mit ihrer rassistischen, antisemitischen
und nationalistischen Hetze an bestehende und sich in Zeiten der
kapitalistischen Krise verschärfende Ressentiments in der Gesellschaft
anzudocken.
Wir rufen euch alle dazu auf, der NPD gemeinsam und entschlossen die Tour
zu vermasseln und am Dienstagmorgen in die Kieler Innenstadt zu kommen!

Momentan hat die NPD für 9 Uhr den Dreiecksplatz angemeldet.
Weitere Infos zu antifaschistischen Treffpunkten, Infostruktur usw.
demnächst hier:
http://www.antifa-kiel.org/index.php/aktuell/events/den-nazis-die-tour-vermasseln-gegen-die-npd-kundgebung-dreiecksp.html

DEN NAZIS DIE TOUR VERMASSELN!
DIE FÖRDE ZUM BERMUDADREIECK: NPD-FLAGGSCHIFF VERSENKEN!
IN KIEL UND ÜBERALL: NPD-KUNDGEBUNGEN VERHINDERN!

Infos zu
Neumünster:
http://antifanms.blogsport.de/2013/08/08/mo-12-08-2013-npd-wahlkampf-in-nms-stoeren/
Schwerin:
http://antifaschwerin.blogsport.de/2013/08/07/npd-kundgebung-am-montag-in-schwerin/
Lüneburg: http://antifa-lg.de/

Autonome Antifa-Koordination Kiel

Written by tlow

12. August 2013 at 04:22

Neumünster: NPD-Demo erfolgreich blockiert, Kiel: 300 Auf Erster Mai Vorabenddemo (Pressemitteilungen)

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PRES­SE­MIT­TEI­LUNG des Lan­des­wei­ten An­ti­fa-Bünd­nis gegen den Na­zi­auf­marsch am 1. Mai in Neu­müns­ter, 01.05.2012

– 2000 An­ti­fa­schis­t_in­nen ver­hin­dern NPD-De­mons­tra­ti­on in Neu­müns­ter
– Be­we­gung, Blo­cka­den und An­grif­fe im ge­sam­ten Auf­marsch­ge­biet ma­chen Na­zi­rou­te un­pas­sier­bar
– Kläg­li­cher Ver­such einer un­an­ge­mel­de­ten Demo endet für 100 Nazis im Po­li­zei­ge­wahr­sam
– An­ti­ras­sis­ti­sche Spontan­de­mo zum Ab­schie­be­la­ger am Haart im An­schluss an An­ti­fa-Ak­ti­vi­tä­ten
– Irene Bagdu (An­ti­fa-Bünd­nis): „Dem ent­schlos­se­nen und so­li­da­ri­schen Zu­sam­men­spiel an­ti­fa­schis­ti­scher Ba­sis­ak­ti­vis­t_in­nen ist er­folg­rei­cher 1. Mai zu ver­dan­ken!“

Ins­ge­samt bis zu 2000 An­ti­fa­schis­t_in­nen ins­be­son­de­re aus dem au­to­no­men und dem ge­werk­schaft­li­chen Spek­trum sorg­ten am heu­ti­gen 1. Mai 2012 mit zahl­rei­chen Ak­tio­nen im di­rek­ten Um­feld der an­ge­mel­de­ten Na­zi­rou­te für die wei­test­ge­hen­de Ver­hin­de­rung einer NPD-De­mons­tra­ti­on. Be­reits am Vor­mit­tag er­rich­te­ten etwa 300 Teil­neh­mer_in­nen der Ge­werk­schafts­de­mo im An­schluss eine Men­schen­blo­cka­de auf dem Gö­ben­platz. Eine wei­te­re Blo­cka­de von einer eben­so gro­ßen Grup­pe größ­ten­teils au­to­no­mer An­ti­fa­schis­t_in­nen ent­stand wenig spä­ter auf dem Han­sa­ring Ecke Was­be­cker Stra­ße. Be­reits vor dem plan­mä­ßi­gen Auf­marsch­be­ginn war die Route der Nazis durch Blo­cka­den und all­ge­mei­ne Be­we­gung im Vier­tel der­ma­ßen ver­stopft, dass sie nicht mehr pas­sier­bar ge­we­sen wäre.

Da der grö­ße­re Teil der ins­ge­samt nicht­ein­mal 150 Neo­na­zis mut­maß­lich in Kennt­nis die­ser Aus­gangs­la­ge wider ihrer An­mel­dung am Süd­bahn­hof und nicht am Haupt­bahn­hof aus ihren Zügen stie­gen und ver­such­ten, von hier­aus eine un­an­ge­mel­de­te Er­satz­rou­te durch­zu­set­zen, konn­ten die an­ti­fa­schis­ti­schen Blo­cka­den be­reits am Mit­tag wie­der be­en­det wer­den. Durch Un­fä­hig­keit und Selbst­über­schät­zung schei­ter­ten die gut 100 NPD-An­hän­ger_in­nen mit ihrem Un­ter­fan­gen nach nur we­ni­gen hun­dert Me­tern je­doch kläg­lich, muss­ten um­keh­ren und wur­den nach einer sinn­ent­leer­ten Sitz­blo­cka­de schließ­lich kom­plett in Ge­wahr­sam ge­nom­men. Zuvor kam es zu er­folg­rei­chen An­grif­fen von mi­li­tan­ten An­ti­fa­schis­t_in­nen auf die Neo­na­zis am Süd­bahn­hof.

Nach der Ver­hin­de­rung der Neo­na­zi­de­mo de­mons­trier­ten etwa 300 An­ti­fa­schis­t_in­nen spon­tan vom Süd­bahn­hof zum „Aus­rei­se­zen­trum“ am Haart um prak­ti­sche Kri­tik auch am staat­li­chen Ras­sis­mus in Form der

eu­ro­päi­schen Ab­schot­tungs­po­li­tik sowie der Iso­lie­rung von Flücht­lin­gen in sol­chen Ab­schie­be­la­gern zu üben und sich mit den davon be­trof­fe­nen Men­schen zu so­li­da­ri­sie­ren.

Irene Bagdu vom Lan­des­wei­ten An­ti­fa-Bünd­nis gegen den Na­zi­auf­marsch am 1. Mai in Neu­müns­ter wer­te­te den heu­ti­gen Tag als Er­folg für die an­ti­fa­schis­ti­sche Be­we­gung: „Unser Auf­ruf „Na­zi­auf­marsch blo­ckie­ren – an­grei­fen – ver­hin­dern!“ ist Rea­li­tät ge­wor­den: Der Ent­schlos­sen­heit und dem so­li­da­ri­schen Zu­sam­men­spiel von an­ti­fa­schis­ti­schen Ba­sis-Ak­ti­vis­t_in­nen ver­schie­de­ner Spek­tren und ihrem di­rek­ten Agie­ren auf der an­ge­mel­de­ten Na­zi­rou­te ist es zu ver­dan­ken, dass der Auf­zug der NPD nicht statt­fin­den konn­te. Sie waren es, die zu Blo­cka­den auf­ge­ru­fen und sie er­folg­reich durch­ge­setzt haben, wäh­rend die Stadt­obe­ren mit Ima­ge­pfle­ge und die Par­tei­en mit Wahl­kampf am an­de­ren Ende der Stadt be­schäf­tigt waren. Dass zahl­rei­che An­ti­fa­schis­t_in­nen heute nicht nur die Men­schen­feind­lich­keit der Nazis im Blick hat­ten, son­dern an­schlie­ßend mit einer Demo zum Ab­schie­be­la­ger auch den sich hier aus­drü­cken­den in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten Ras­sis­mus des deut­schen Staa­tes zum Ge­gen­stand der Kri­tik mach­ten und den hier­von be­trof­fe­nen Men­schen so­li­da­ri­sche Grüße aus­rich­te­ten, war wich­tig.“

Be­reits am Vor­a­bend des 1. Mai waren am 30. April 2012 etwa 300 Men­schen in Kiel mit einer an­ti­fa­schis­ti­schen und re­vo­lu­tio­nä­ren De­mons­tra­ti­on unter dem Motto „Ge­schich­te wird ge­macht – Ka­pi­ta­lis­mus zu Ge­schich­te ma­chen!“ für die Per­spek­ti­ve einer men­schen­wür­di­gen Ge­sell­schaft jen­seits der be­ste­hen­den Aus­beu­tungs- und Un­ter­drü­ckungs­ver­hält­nis­se auf die Stra­ße ge­gan­gen.


PRES­SE­MIT­TEI­LUNG des Vor­be­rei­tungs­kreis Vor­a­bend­de­mons­tra­ti­on im Lan­des­wei­ten An­ti­fa-Bünd­nis gegen den Na­zi­auf­marsch am 1. Mai in Neu­müns­ter, 30.04.2012

– 300 Teil­neh­mer_in­nen auf re­vo­lu­tio­nä­rer und an­ti­fa­schis­ti­scher 1. Mai-Vor­a­bend­de­mo in Kiel

– Oleg Frahm (De­mo-Vor­be­rei­tungs­kreis): „Er­folg­reich an die Per­spek­ti­ve einer Welt ohne Aus­beu­tung und Un­ter­drü­ckung jen­seits des Ka­pi­ta­lis­mus er­in­nert. Mor­gen ver­hin­dern wir den Na­zi­auf­marsch!“

Heute, am 30. April 2012 be­tei­lig­ten sich 300 Men­schen bei bes­tem Wet­ter an der an­ti­fa­schis­ti­schen und re­vo­lu­tio­nä­ren 1. Mai-Vor­a­bend­de­mons­tra­ti­on durch die Kie­ler In­nen­stadt. Um im Vor­feld der Ak­ti­vi­tä­ten gegen den ge­plan­ten NPD-Auf­zug am mor­gi­gen 1. Mai in Neu­müns­ter auch ei­ge­ne in­halt­li­che Ak­zen­te rund um den tra­di­tio­nel­len in­ter­na­tio­na­len Kampf­tag der Ar­bei­ter_in­nen­be­we­gung zu set­zen, hatte das Lan­des­wei­te An­ti­fa-Bünd­nis gegen den Na­zi­auf­marsch am 1. Mai in Neu­müns­ter hier­zu unter dem Motto „Ge­schich­te wird ge­macht – Ka­pi­ta­lis­mus zu Ge­schich­te ma­chen!“ auf­ge­ru­fen.

Un­ter­malt von Py­ro­tech­nik und so­zi­al­re­vo­lu­tio­nä­ren sowie an­ti­fa­schis­ti­schen Pa­ro­len lief die Demo am frü­hen Abend von der Hol­ten­au­er­ Stra­ße durch die Kie­ler City bis zur Alten Meie­rei. In sechs ver­schie­de­nen Re­de­bei­trä­gen wurde auf den kri­sen­haf­te Ka­pi­ta­lis­mus und die Mög­lich­kei­ten und Schwie­rig­kei­ten sei­ner Über­win­dung, Neo­na­zis in Schles­wig-Hol­stein vor und nach der Wahl, die ras­sis­ti­sche EU-Flücht­lings­po­li­tik, die Mitte Mai be­vor­ste­hen­den Kri­sen­pro­tes­te in Frank­furt und den 1. Mai als in­ter­na­tio­na­len Kampf­tag der Ar­bei­ter_in­nen­be­we­gung für Würde und Eman­zi­pa­ti­on ein­ge­gan­gen. Der mor­gi­ge Na­zi­auf­marsch in Neu­müns­ter und die Ge­gen­ak­ti­vi­tä­ten wur­den auch aus­führ­lich the­ma­ti­siert.

Oleg Frahm vom De­mo-Vor­be­rei­tungs­kreis zeig­te sich zu­frie­den mit dem Tag: „In Zei­ten der welt­wei­ten Krise der ka­pi­ta­lis­ti­schen Öko­no­mie den be­droh­lich auf­kei­men­den men­schen­feind­li­chen und au­to­ri­tä­ren Kri­sen­ver­wal­tungs­stra­te­gi­en und ihrer ideo­lo­gi­schen Be­gleit­mu­sik ist es umso wich­ti­ger an die Per­spek­ti­ve einer auf den Grund­pfei­lern So­li­da­ri­tät, Gleich­wer­tig­keit und Frei­heit be­dürf­nis­ori­en­tiert wirt­schaf­ten­den Ge­sell­schaft zu er­in­nern. Dies haben wir zum dies­jäh­ri­gen 1. Mai er­folg­reich bei­tra­gen kön­nen. Mor­gen wer­den wir im Schul­ter­schluss mit allen An­ti­fa­schis­t_in­nen und mit Krea­ti­vi­tät und Ent­schlos­sen­heit den men­schen­ver­ach­ten­den NPD-Auf­marsch in Neu­müs­ter ver­hin­dern!“Im An­schluss an die Demo lie­ßen sich viele Men­schen im Gar­ten der Alten Meie­rei nie­der und in­for­mier­ten sich bei Essen und Ge­trän­ken über den ak­tu­el­len Stand zu den An­ti­fa-Ak­tio­nen gegen den be­vor­ste­hen­den Na­zi­auf­marsch. Zur Stun­de läuft bei bes­ter Stim­mung der Tanz in den Mai in der gut ge­füll­ten Alten Meie­rei bevor mor­gen Vor­mit­tag zahl­rei­che An­ti­fa-Ak­ti­vis­t_in­nen ge­mein­sam den Weg nach Neu­müns­ter an­tre­ten wer­den.

Written by tlow

2. Mai 2012 at 07:10

Kundgebung „Gegen schlechte Scherze in Kiel-Friedrichsort – für einen konsequenten Antifaschismus!“ am 18. Juni

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(Beitrag größtenteils übernommen von Indymedia, Lizenz ist Creative Commons)

Kundgebung in Kiel-Friedrichsort

Am Samstag den 18. Juni 2011 beteiligten sich rund 75 Antifaschist_innen zur Mittagszeit an einer einstündigen Kundgebung unter dem Motto „Gegen schlechte Scherze in Kiel-Friedrichsort – für einen konsequenten Antifaschismus!“ am Braunen Berg in Friedrichsort zu der die Autonome Antifa-Koordination Kiel aufgerufen hatte. Hintergrund waren die seit längerem in Friedrichsort festzustellenden und bereits mehrfach thematisierten Aktivitäten von Neonazis im Kieler Stadtteil nördlich des Kanals. Zudem stand die örtliche Polizei in der Kritik, deren stellvertretender Leiter Rohwer im März gegenüber der lokalen Presse (KN-Artikel „Kriminalitätsstatistik für Friedrichsort“, 11.3.2011) behauptet hatte, dass mit dem Wegzug eines einzelnen aktiven Neonazis das Problem einer im Stadtteil verankerten rechten Jugendkultur, die massive Verbreitung neonazistischer Propagaganda und Bedrohungen nicht-rechter und migrantischer Friedrichsorter_innen nun nicht mehr existiere.
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Written by tlow

21. Juni 2011 at 19:34

Bericht zur Veranstaltung „beats against nazis“ in Kiel-Friedrichsort

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Voll war es am Samstagabend im Friedrichsorter Jugendzentrum. Und das hatte mehrere Gründe, die dafür sorgten, dass das „beats against nazis“-Konzert gegen die Nazi-Aktivitäten im Kieler Norden zu einem tollen Erfolg wurde. Zum einen war der Anlass Grund genug für viele Menschen dem sonst eher weniger beachteten Stadtteil Friedrichsort einen kleinen Besuch abzustatten und eine teilweise weite Anreise hinzunehmen. Doch nicht nur die Einsicht in die Notwendigkeit, sondern auch das Programm wusste zu überzeugen und so konnten sich die ungefähr 200 BesucherInnen über zwei Punkbands aus Kiel und Neumünster sowie über die Hip-Hop-Combo Schlagzeiln aus Berlin freuen.
Die Notwendigkeit bestand darin, auf die Verhältnisse in Friedrichsort (http://www.antifa-kiel.org/index.php/news/items/neonazistisches-treiben-im-kieler-norden.html) aufmerksam zu machen, wo seit dem letzten Jahr eine Gruppe von zumeist jugendlichen Neonazis durch Übergriffe, Bedrohungen und dem Verbreiten von faschistischer Propaganda auf sich aufmerksam macht. Das Konzert war Teil einer Reihe von antifaschistischen Aktionen und Aufklärungsarbeit im Kieler Norden. Im Vorfeld wurden in Friedrichsort an der IGS und im Ort viele Konzertflyer verteilt und Plakate geklebt, so dass sich das Jugendzentrum dann auch schon früh mit vielen unterschiedlichen Menschen füllte. Neben angereisten AntifaschistInnen und KonzertbesucherInnen aus Kiel und Umgebung waren Friedrichsorter Jugendliche genauso anwesend wie AnwohnerInnen und Mitglieder des lokalen „Runder Tisch gegen rechte Ecken“. 

Den Anfang machte nach einer kurzen Begrüßung durch die VeranstalterInnen die noch recht junge Punkband NOT NOW aus Neumünster. In der folgenden Umbaupause informierte ein Redner der Autonomen Antifa-Koordination Kiel die BesucherInnen über die aktuelle Situation in Friedrichsort. Dann spielte die Gaardener Combo STUMBLING PINS, die viele Fans mitbrachte und auch musikalisch zu überzeugen wusste. In der nächsten Pause stellte sich der Friedrichsorter „Runder Tisch gegen rechte Ecken“ mit einem kurzen Redebeitrag vor und die Rednerin bedankte sich nochmal bei allen Anwesenden für ihr Engagement in Friedrichsort. Es folgte dann mit SCHLAGZEILN der letzte Act des Abends. Die vier Berliner brachten die Menge zum Feiern und bezogen zwischen den Songs immer wieder Stellung gegen die Nazis und für linke Freiräume, wofür sie viel Applaus erhielten. Nebenbei konnten sich die BesucherInnen am Infotisch des Libertären Ladens mit diversen CD’s, Zeitungen, Flugblättern, Aufklebern und anderen schönen Dingen versorgen und für die kulinarische Verpflegung sorgten selbstgemachte vegane Döner.

Der Abend in Friedrichsort verlief relativ ruhig und es gab keine Probleme. Die Polizei war zwar mit mehreren Wagen im Ort unterwegs, beschränkte sich allerdings darauf die Wohnungen der Neonazis im Auge zu behalten und hielt sich größtenteils außer Sichtweite des Jugendzentrums auf, so dass dort entspannt gefeiert werden konnte. Größere Gruppen von Neonazis waren nicht zu sehen.

Mit dem Konzert konnte ein deutliches Zeichen gesetzt werden! Dort wo Nazis offen auftreten und andere Menschen bedrohen und angreifen, wird ihnen Widerstand begegnen. Das haben am Samstagabend auch in Friedrichsort mal wieder viele Menschen gezeigt. Es gibt von vielen Seiten positive Reaktionen auf das Konzert und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass AntifaschistInnen in Friedrichsort aktiv werden!

Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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Quelle: http://de.indymedia.org/2011/01/298671.shtml

Sa. 22.1. Kiel-Friedrichsort: Beats against Nazis!

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Konzert gegen die Nazi-Aktivitäten im Kieler Norden

mit SCHLAGZEILN [SGZ] (hip-hop / berlin), NOT NOW (punk / neumünster) und STUMBLING PINS (street punk / kiel) (ANY PORT IN THE STORM fallen leider aus!)

Samstag 22.01.2011

Jugendzentrum Friedrichsort/Pries (Buschblick 103)
(Buslinie 91, Haltestelle Bachweg / Buslinie 501/502, Haltestelle Brahmsweg)

Einlass 18 Uhr / Eintritt frei!

Seit einigen Monaten entwickelt sich der Kieler Norden zu einem Brennpunkt neonazistischer Aktivitäten in Kiel. In den Stadtteilen Friedrichsort, Pries und Holtenau tritt seit einiger Zeit eine Gruppe junger Neonazis verstärkt öffentlich auf. Diese orientieren sich am Stil der selbsternannten „autonomen Nationalisten“ und fallen vor allem durch massives verbreiten von faschistischen Aufklebern, Plakaten und Sprühereien auf – jedoch auch durch Übergriffe und Bedrohungen von Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen oder sich gegen die Neonazis wehren. Der jüngste rassistische Angriff ereignete sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, als in Friedrichsort ein Bäckereiladen verwüstet und mit Hakenkreuzen beschmiert wurde.

Mit dem Konzert in Friedrichsort wollen wir deutlich machen, dass rassistische, antisemitische und nationalistische Propaganda und Gewaltdrohungen nicht hingenommen werden – weder hier noch anderswo. Den Nazis, die sich mittlerweile auch bemühen in Bereichen von Jugend- und Subkulturen wie z.B. Hip-Hop oder Hardcore breit zu machen, setzen wir eine breite antifaschistische Gegenkultur entgegen. Hip-Hop, Punk oder Hardcore lassen sich nicht mit faschistischer Ideologie zusammen denken – sie steht den Gedanken von Selbstbestimmung und der Freiheit aller Menschen unvereinbar entgegen!

Mehr zum Thema auf den Seiten der Alten Meierei (Quelle)

Written by tlow

20. Januar 2011 at 00:51

Prozess gegen Kieler Antifaschisten

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Stoppt Polizeigewalt

Stoppt Polizeigewalt

Am Dienstag den 31.8.2010 findet ein Prozess gegen einen Kieler Antifaschisten statt. Ihm wird vorgeworfen, sich im Rahmen der spontanen Proteste gegen einen kurzfristig angemeldeten Naziaufmarsch am 7.4.2009 in Kiel gegen seine Gewahrsamnahme gewehrt zu haben und dabei einem gepanzerten Polizisten blaue Flecken zugefügt zu haben. Die Anklageschrift wurde im Laufe der Zeit zweimal geändert und wieder einmal muss sich ein Mensch für seinen Protest gegen öffentlich auftretende Neonazis rechtfertigen.

Am Abend des 7.4.2009 führten etwa 25 Neonazis der „Aktionsgruppe Kiel“ und der NPD zwischen 19 und 20.30 Uhr einen kurzfristig angemeldeten Aufmarsch in der Kieler Innenstadt durch. An den spontanen Gegenaktionen beteiligen sich über 100 AntifaschistInnen. Die Polizei schirmte den gesamten Aufmarsch ab und ging mit äußerster Brutalität gegen protestierende AntifaschistInnen vor. TeilnehmerInnen einer Sitzblockade an der Bushaltestelle Hauptbahnhof wurden verprügelt, ein Journalist wurde mit Schlägen an seiner Arbeit gehindert und immer wieder fielen vor allem PolizistInnen der Eutiner BFE-Einheiten durch Gewaltandrohungen und -anwendungen gegen AntifaschistInnen auf. Nachdem die Nazis ihren kurzen Aufmarsch beendet hatten, durften diese den Ort des Geschehens durch den Hauptbahnhof verlassen und ohne Polizeibegleitung Richtung Arbeitsamt abziehen, während AntifaschistInnen von der Polizei am Hauptbahnhof festgehalten wurden.

Weitere Details unter „Spontaner Naziaufmarsch in Kiel behindert„.

Quelle: Autonome Antifa-Koordination Kiel – Prozess gegen Kieler Antifaschist wegen spontanen Aktionen gegen Naziaufmarsch.

PM: Über 1300 TeilnehmerInnen auf Demonstration „You’ll never walk alone!

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Ich zitiere hier fast wörtlich aus einer Pressemitteilung der Demokoordination:

  • Deutliche antifaschistische Reaktion auf Schüsse auf die Alte Meierei im Januar
  • Julia Schmidt (Demovorbereitungskreis 13.3.): „Erfolgreich überfällige geschafft!“ antifaschistische Gegenöffentlichkeit zu Naziaktivitäten in Kiel

Am Nachmittag des Sa., 13. März 2010 Uhr beteiligten sich insgesamt weit mehr als 1300 Menschen an der Demonstration „You’ll never walk alone! Solidarität mit der Alten Meierei und allen Betroffenen faschistischer Gewalt! Nazistrukturen in Kiel und andernorts zerschlagen – linke Gegenkultur stärken!“, die von verschiedenen NutzerInnen und UnterstützerInnen der Alten Meierei initiiert und von einem breiten Spektrum von fast 100 politischen und kulturellen Organisationen und Projekten aus Kiel und weit darüber hinaus getragen wurde. Anlass der Demonstration waren scharfe Schüsse auf das linke Kultur- und Wohnprojekt Alte Meierei am 20. Januar 2010 und seit geraumer Zeit andauernde Angriffe von Neonazis auf linke und alternative Einrichtungen in Kiel.

Ab 14 Uhr versammelten sich die DemoteilnehmerInnen am Kieler Hauptbahnhof, von wo sich der Demonstrationszug gegen 15 Uhr in Bewegung setzte und nach einer langen Route durch die Kieler Innenstadt gegen 17.30 Uhr an der Alten Meierei endete.

Es wurden insgesamt vier Kundgebungen am Bahnhof, am Asmus-Bremer-Platz,
vor dem erst vor wenigen Wochen von einem erneuten Naziangriff betroffenen Buchladen Zapata im Jungfernstieg und in der Ringstraße abgehalten. Dabei wurde sich in verschiedenen Redebeiträgen solidarisch mit allen Betroffenen der faschistischen Angriffe erklärt, zu denen es vor allem in den letzten zwei Jahren immer wieder gehäuft gekommen ist, die Notwendigkeit breiter antifaschistischer Gegenwehr betont und zur Verteidigung und Schaffung grenzenloser linker Gegenkultur wie in der Alten Meierei aufgerufen. Darüber hinaus wurde immer wieder die bisher ausgebliebene breite Thematisierung der Kieler Naziaktivitäten in weiten Teilen der städtischen Öffentlichkeit kritisiert. So berichte z.B. die Lokalpresse den RednerInnen zufolge nur unzureichend und häufig unzutreffend über Aktivitäten von Neonazis in Kiel. Zudem schwinge oft eine Gleichsetzung von engagierten AntifaschistInnen mit Neonazis im Sinne der sogenannten „Extremismustheorie“, die als politisch und wissenschaftlich haltlos zurück gewiesen wurde, in der Berichterstattung führender Kieler Printmedien mit.

Mark Schröder vom Demovorbereitungskreis 13.3. zeigte sich sehr zufrieden: „Weit über 1300 AntifaschistInnen haben heute unmissverständlich klargestellt, dass wir uns nicht von den Angriffen der Nazis einschüchtern lassen und jetzt erst recht eine lebendige linke Gegenkultur leben und weiter gegen Naziaktivitäten jeglicher Art vorgehen werden. Wir können uns dabei auf eine große Solidarität in der Stadt verlassen, wie heute wieder einmal deutlich geworden ist.“

„Es war lange überfällig, wie heute sehr erfolgreich geschehen, mit einer starken antifaschistischen Mobilisierung die nötige Gegenöffentlichkeit zu den Schüssen auf die Alte Meierei und anderen Naziaktivitäten in Kiel herzustellen. Dass wir dies mal wieder selbst in die Hand nehmen mussten, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die lokale Presse ganz im Sinne der vorgegebenen Polizeilinie die hiesigen Naziaktivitäten meist verschweigt, verharmlost oder sogar die dringend erforderliche antifaschistische Gegenwehr mit ihnen gleichsetzt. Wie gefährlich das ist, offenbart  sich in einem städtischen Klima, in dem es den Neonazis trotz  ihrer weitestgehenden Marginalisierung möglich ist, fortlaufend Menschen und Einrichtungen anzugreifen. Deshalb freuen wir uns, dass es uns heute gelungen ist, dem eine unüberhörbare antifaschistische Position entgegen zu setzten. Daran werden wir natürlich auch in Zukunft festhalten!“,

kommentierte Julia Schmidt vom Demovorbereitungskreis die erfolgreich verlaufene Demonstration.

Written by tlow

14. März 2010 at 18:53

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