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Zum Aufbau freier Funknetze in Kiel

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Es gibt seit einigen Monaten eine neue Initiative Freifunk in Kiel besser zu etablieren. Versuche gibt es in Kiel schon länger. Deswegen habe ich auch gezögert noch mal etwas zu schreiben. Das Thema ist auch sehr techniklastig. Daher eine kurze Einführung in die Grundideen:

Beim Freifunk geht es zunächst darum, eine alternative Netzstruktur zum Internet zu schaffen. In Berlin hat Freifunk die größte und beste Verbreitung. Vernetzt wird primär mit Routergeräten, auf die eine alternative Software (meist Linux) aufgespielt wird. Diese Router kommunizieren untereinander über WLAN-Wellen. Wer sich mit diesen Routern vor Ort verbindet kann somit auf das ganze, drahtlose Netz zugreifen.

Mehr will ich gar nicht zur Technik erzählen. Wer mehr wissen will kann die obigen Links durchforsten. Was aber ist die Herausforderung bei Freifunk?

  1. Die Router, die sogenannte „Netzknoten“ bilden liegen teilweise in einer Stadt zu weit auseinander, weil sie dort stehen, wo jemand wohnt.  Das heisst aber nicht, dass sie immer in ausreichender Nähe zueinander stehen.
  2. Jede Technik kostet Geld, so auch diese Router
  3. Es braucht technischen Sachverstand, um diese Router umzuprogrammieren und daraus ein funktionierendes Netz zu bauen.

Freifunk in Kiel

Ohne auf viele Ups und Downs und Details einzugehen: Chaoskueste und Toppoint betreiben seit Jahren verschiedene Router. wobei nach meiner bisherigen Erkenntnis kaum Router direkt via WLAN verbunden sind, sondern die meisten Knoten über ein sog. „VPN“ (Virtuelles Privates Netzwerk). Sven Thomsen sagte dazu auf dem Barcamp Kiel „Das Netz steht!“. Die Idee des VPNs ist, dass man sich auch ohne bestehende WLAN-Verbindung vernetzen kann, bis eine Freifunk-Verbindung besteht.

In Berlin werden damit z.B. Netzlöcher gestopft. Allerdings ist es etwas anderes, ob man lediglich kleine Löcher stopft, oder ob die Netzstruktur zu 99% aus Nicht-WLAN-Verbindungen besteht.

Freifunk in Gaarden

Durch Zufall erreichten wir im Sandkrug in Gaarden eine hohe Dichte an Freifunk-Interessierten. Wir hatten ein kleines Netz aus drei Interessierten Wohneinheiten, als eine weitere Partei dazukam: Die Crew der Thor Heyerdahl, die nicht wussten, wie lange sie in Kiel bleiben würden und eine Möglichkeit suchten Internet machen zu können.

Darüberhinaus gab es noch einige weitere Interessierte. Doch uns fehlte die Entschlossenheit, Technik und das Geld, um die längeren Distanzen zu überbrücken. Nicht die Möglichkeiten, denn wir hatten durchaus Sichtverbindung.

Als „Gaarden Funkt!“ bestand das kleine Netz einige Zeit (1-2 Jahre). Am Ende waren es dann aber doch nur noch wieder zwei Router/Parteien. Und für zwei Leute die sowieso kaum 50 Meter auseinander wohnen ist die Frage, warum man ständig zwei Router betreiben soll, die Strom verbrauchen und senden, ohne das das Netz viel genutzt wird.

Wie kanns funktionieren?

Die Erkenntnisse aus den bisherigen Vernetzungserfahrungen bringen mich zu folgenden Thesen:

  1. Freifunk kann funktionieren, auch via WLAN und ohne VPN. Allerdings erfordert es, dass man Vernetzungsmöglichkeiten konkret nutzt.
  2. Ein Router der nur sendet ist schon ein Hinweis an Nachbarn, dass hier was läuft. Dadurch wurde ich angesprochen. Allerdings fand man uns auch via Internet.
  3. Ein echtes Netz sollte aus mindestens vier zuverlässigen Wohneinheiten bestehen. Ich meine damit bewusst nicht Router. Es geht nicht um Technik, sondern um die Stabilität der Vernetzung.
  4. Es ist kein Problem lange Distanzen zu überbrücken, vorausgesetzt es existiert eine Sichtverbindung. Die ganze Power steckt in Antennen, die dem Zweck entsprechen und teilweise auch billig herzustellen sind:

Ich denke ein gutes Freifunk-Netz braucht eine gute Netzplanung und engagierte Leute. Ich würde empfehlen sich gar nicht erst mit VPN in einem frühen Stadion aufzuhalten. Denn VPN suggeriert, das der Job schon erledigt ist. Die Leute merken auch gar nicht mehr, wenn das WLAN nicht gut funktioniert, weil dann das VPN sofort eine Alternativroute anbietet.

Es gibt viele Interessierte an Freifunk. Vor allem junge, bastelfreudige Menschen. Freifunk wird auch auf absehbare Zeit ein Freakprojekt bleiben. Der Versuch dieses Netz jedermann schmackhaft zu machen muss scheitern. Denn man überträgt Vermarktungsgedanken der kapitalisitischen Welt auf ein selbstorganisiertes Projekt. Dann hat man bald eine handvoll Leute, die nicht begriffen haben, wie man sich beteiligt. die in erster Linie ein Anspruchsdenken/Serviceanspruch haben, den ein gemeinnütziges Projekt gar nicht leisten kann. Insbesondere wir Freifunk bei der derzeitigen Technik und am Anfang immer unzuverlässig sein. Auf dem  Barcamp Kiel z.B. gab es die Idee, dass man eine App für iPhones anbietet und somit jeder Kreuzfahrer sich das installiert und zu einem Freifunk-Knoten wird. Wieso die Leute das machen sollten, ist aber die große Frage.

Ein funktionierendes Freifunk-Netz in Kiel aufzubauen ist nicht schwer. Es braucht dazu nur gute Standorte und die entsprechenden Antennen. Die Router sind dabei gar nicht so wichtig, werden aber selbstverständlich auch gebraucht.

Die ersten Knoten sollten von engagierten Enthusiasten betrieben werden. Betreiben kann dabei auch heissen, dass jemand einen externen Knoten auf einem guten Standort pflegt.

Die Frage des Internets

Das Internet wird immer als ultimative Anwendung gesehen die jeder haben will oder muss.Vergessen wir dabei, dass die Struktur eine Alternative zum Internet darstellen soll. Und das eine Internetferne auch ein Feature sein kann. Ich kann meine Wohnungstür bei mir zuhause auch mal auflassen. Aber das würde ich nicht tun, wenn die ganze Welt reinkommen könnte. In einer Zeit, wo das Internet zunehmend omnipräsenter wird, wird auch Internet immer weniger ein Argument.

Wenn man versucht das Internet als Hauptargument zu verwenden, so wird das Argument für Freifunk jedes Jahr schwächer. Aus meiner Sicht bedeutet das Internet aber nur  eine große Anzahl an Fallstricken. Es kann Sinn machen, z.B. jemanden per VPN Zugang auf das eigene Internet zu geben. Das wäre dann aber etwas, was jeder einzelne mit anderen aushandeln kann. Das Freifunk-Netz selber wäre aber „internetfrei“.

Und die Zukunft?

Die Zukunft gehören m.E. drahtlosen Netzen, die niemandem gehören. Die Technik könnten die Kommunen bereit stellen. Jede Straßenlaterne ist ein potentieller Sendemast. Dazu sollte es dann aber beschänkte WLAN-Netze geben, wie Router niemals konkurrieren, sondern sich immer nur ergänzen. WLAN muss wie Straßen sein. Ohne dass man damit immer von überall nach überall kommt. Lediglich eine lokale Ebene z.B. für Kiel wäre angesagt.

Ich sehe Freifunk als Testfläche für so ein zukünftiges Medium. Es macht aber an sich keinen Sinn dauerhaft tausend unterschiedliche WLANs zu betreiben, wo jeder eine eigene Policy entwickelt. Im Moment sind wir im Experimentierstadium. Da ist fast alles erlaubt. Und die Technik entwickelt sich weiter.

Fazit

Die Zukunft ist  nicht, dass irgendwelche Leute, sich Router zu hause hinstellen und darauf warten, dass es funkt. WLAN kann durchaus auch weit senden mit der richtigen Technik. Es klingt simpel, aber bei der Funkvernetzung gehts drum, es einfach zu tun. Dinge ausprobieren, Netzwerke bauen, Erfahrungen machen, Leute kennenlernen. Es gibt dazu keine Abkürzung. Für Kiel würde ich sowas wie  einen Antennenbau-Workshop als eine gute Sache ansehen. Dann am besten gleich aufstellen und loslegen.

Written by tlow

23. August 2011 at 08:21

Facebook-Thema schlägt weiter Wellen

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Im Lawblog schrieb Udo VetterIn einer Analyse der Facebook-Praxis stützt sich das ULD vornehmlich auf Erkenntnisse, die jedermann mit dem Tool “Facebook Insights” ermitteln kann„. Das ist nach meinem Dafürhalten bei Durchsicht des Berichtes falsch. Das ULD hat selbständige Analysen des Traffics vorgenommen. Zudem gibt es eben die Unsicherheit darüber, welche Daten vermutlich noch gespeichert werden. Das ULD analysierte die Javascripts, um das abzuschätzen.

Den folgenden Absatz aus dem Papier fand ich recht plastisch:

Eine Datenverarbeitung ist zulässig, wenn die betroffene Person hierin eingewilligt hat (§ 4 Abs. 1 BDSG, § 12 Abs. 1 TMG, Art. 7 Buchst. a) EU-DSRL). Eine Einwilligung ist nur wirksam, wenn dieser eine vorherige Information über die konkrete Erhebung und Verwendung von Daten vorausgegangen ist. Nach § 4a BDSG muss diese Erklärung auf der freien Entscheidung des Betroffenen beruhen, weshalb er auf den vorgesehenen Zweck der Verarbeitung hingewiesen werden muss. Die erteilte Einwilligung muss bestimmt sein. Die Einwilligung muss den konkreten Zweck, Umfang, die Art der erhobenen Daten und die daraus resultierenden Konsequenzen erkennen lassen. Unwirksam wären daher alle pauschalen Erklärungen, in denen der Betroffene seine Zustimmung zu nicht klar definierten Verarbeitungsprozessen erteilt.

Erschreckend angesicht dieser sehr klaren Worte daher der Nebel, den Arne Wulf (CDU) verbreiten ließ:

Für die Landesregierung ist das soziale Netzwerk Facebook ein wichtiges Instrument zur Bürgerbeteiligung. „Politische Kommunikation findet heute auch im Internet statt. Daran wollen und werden wir auch in Zukunft festhalten„, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Arne Wullf, heute (19. August) in Kiel.

Sind wir wirklich schon so weit, dass Parteien und/oder Landesregierung EGovernment auf einen amerikanischen Internetkonzern reduizieren. Bürgerbeteiligung ist gleich, wenn die Bürger nicht medienkompetent sind und die Kommunikation zwischen BürgerInnen im Lande und der Politik nur über das Ausland funktionieren darf? Arne Wulf würde ich anhand dieser Pressemitteilung jedenfalls in Sachen Medienkompetenz null Punkte attestieren wollen. Zudem finde ich es äußerst fraglich eine unabhängig Behörde derart dreist beeinflussen zu wollen.

Was ich auch unverständlich finde, ist wieso jede Aktivität des ULD auf Thilo Weichert reduziert wird? Der ULD ist eine Behörde mit 40 Mitarbeitern. Das ULD ist kein Ministerium. Auch wenn Herr Weichert sicher steuernd eingreift und Prioritäten setzt, so ist die inhaltliche Arbeit, wie man auf dem Barcamp Kiel sehen konnte von vielen Mitarbeitern getragen. Der Versuch der Personalisierung der ganzen Debatte ist kein Beitrag zu mehr fachlicher Auseinandersetzung.

Ich warte da immer noch auf fachlich orientierte Blogbeiträge, die das, was das ULD argumentiert widerlegen, sowohl technisch als auch juristisch. Könnt ihr hier gerne als Kommentar oder Pingback hinterlegen.

Meine persönliche Sicht ist aber auch eher die, dass ich mich seit Jahren von Facebook fern gehalten habe, weil ich nicht erkennen konnte, wie man es nutzt, ohne seine Privatsphäre total preiszugeben.

Written by tlow

21. August 2011 at 20:56

ULD zieht Notbremse bei Facebook

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Auf dem ersten Tag des Kieler Barcamps stellten Mitarbeiter des ULD einige Argumente und Hintergründe zur Entscheidung gegen den Facebook „Gefällt mir!“-Knopf vor.

Im wesentlichen, so weit ich es jetzt ohne das Lesen des Papers nur aus dem Vortrag verstanden habe ist es so, dass Facebook sehr weitreichende Reichweitenanalysen erlaubt, die nicht pseudonymisiert sondern individualisiert sind. Damit lassen sich sehr exakte Profile einzelner User erstellen. Facebook hat sich bisher geweigert da in irgendeiner Form den Datenhunger zurüzuschrauben.

Laut Gesetz ist es daher, nach Einschätzung des ULD, illegal dieses Tool von Facebook auf den eigenen Webseiten einzubinden.

Man kann beobachten, dass doch viele auch technikaffine Menschen dabei offenbar total missverstehen wie Recht funktioniert oder welche Rolle der ULD hat. Wenn der ULD als zuständige Behörde nach eigener Analyse zu der Erkenntnis gelangt, dass etwas illegal ist, so muss er genau so aktiv werden, wie jede andere Behörde. Die Erwartung so mancher im Netz, dass der ULD hier jetzt wegschauen sollte oder viel Spielraum hat, ist absurd.

Natürlich ist der ULD als öffentliche Institution auch öffentlichem Druck und Einfluss ausgesetzt. Daher kann es schon sein, dass sich ihre Politik ändert.

Dennoch glaube ich, dass es hier ganz richtig und wichtig ist im Interesse ist, bei Facebook mal die Bremse reinzuhauen. Was da technisch abläuft ist teilweise wirklich gruselig. Und das gepaart mit einer absolut unbedenklichen Nutzung seitens vieler User, von denen viele nicht einmal „Browser“ buchstabieren können. Das ist ein Missbrauchspotential ersten Ranges. Unbefriedigend ist in der Tat, dass wenn Facebook das Ziel ist, Webseitenbetreiber die Empfänger von Briefen des ULD sind und das echte finanzielle Risiko tragen, während Facebook nur dadurch indirekt angegangen werden kann.

Ich arbeite nicht mit Facebook, aus Prinzip. Bisher ist es noch nicht an dem Punkt, wo man es verwenden kann aus verschiedenen datenschutztechnischen Gründen. Mir war der Hintergrund nicht so bewusst, wie ihn jetzt der ULD schildert, mehr so gefühlt, gehört und vermutet. Aber die Pressemitteilung des ULD bestätigt meine Annahme und mich selbst auch in meiner Ablehnung von Facebook. Ich habe da zwar auch einen pseudonomisierten Account, den ich aber kaum nutze.

Die Erwartung, dass man jetzt das Gesetz ändern müsse, wenn es mal Anwendung findet bei einem populären Netzdienst erinnert mich an die Erhöhung der Grenzwerte für Radioaktivität durch den damaligen Innenminister Zimmermann bei der Tschernobyl-Katastrophe. Man kann doch nicht ernsthaft vorschlagen, dass Gesetze dann geändertn werden, wenn jemand gegen sie verstößt.

Wir haben hier einen eklatanten Fall einer gezielten Verletzung der Privatsphäre unwissender NutzerInnen. Punkt. Da spielt es erst mal keine Rolle, wie toll viele Leute Facebook finden. Und darüberhinaus ist es für Facebook kein Problem dieses Problem zu lösen. Sie wollen das aber nicht, sondern wollen lieber weiterhin ihre User missbrauchen. Anstatt jetzt aber böse auf Facebook zu sein, gerät bei manchem der ULD ins Fadenkreuz. Was für eine verkehrte Welt.

Ich selbst bin froh, dass es den ULD gibt und er konsequent handelt, wenn es nötig ist. Illegal war der Knopf auch bevor der ULD sich die Sache angeschaut hat – und es ist eher Zufall, dass es zuerst der ULD war, der es herausfand. Das hätte theoretisch auch gleich ein Gericht feststellen können. Es gibt sicher viele Gesetze, die man kippen sollte und die unsinnig sind, oder Behörden die nur Geld kosten und nerven (wie die GEZ). In diesem Falle kann ich eine Kritik aber überhaupt nicht nachvollziehen. Es scheint eher so, als würde gejammert, weil man einem das Spielzeug wegnimmt.

Siehe auch Interview mit Henry Krasemann von SOLADES:

Written by tlow

20. August 2011 at 04:20

BarCamp in Kiel 2011

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Nach drei Jahren kam es im letzten Jahr erstmalig zu einem Barcamp in Kiel. Letztes Jahr hatte ich die Idee zwar mit angeschoben, mich aber frühzeitig aus der Organisation verabschiedet wegen Unstimmigkeiten mit den MitorganisatorInnen. Dieses Jahr soll es am 19. und 20. August wieder so weit sein. Inzwischen sind BarCamps nicht mehr so spannend, sondern im Mainstream angekommen, wie nicht zu Anfang. Es wird zunehmend schwer gegen eine Konsummentalität anzukämpfen. Ein guter Vortrag ist z.B. nicht Sinn eines BarCamps. Es sollte da eher darum gehen sich  auf verschiedenen Ebenen auszutauschen. Kompetenzen zusammenwerfen. Und eben gerade Monologe und die Frontal-Situation klassischer Vorträge aufzulösen. Die Rollentrennung zwischen ZuhörerInnen und Vortragende sollten sich auflösen. Alle an einem BarCamp Beteiligten sollten eine Kompetenz mitbringen, die sie auch in den Ring werfen. Was nicht ausschließt, dass da vorne nicht jemand mal 20 Minuten am Stück redet. Aber eigentlich wird das eher immer langweilig sein und vertane Zeit – jedenfalls im Sinne eines BarCamps, wie es mal gedacht war.

Ich würde daher sagen, dass jedeR zu einem Barcamp etwas mitbringen sollte. Ob nun materiell oder imateriell. Also entweder eine Bereitschaft zu helfen, ein Wissen das man auch in Diskussionen einbringt, eine Tüte Chips oder was auch immer.

Was leider bei vielen BarCamps eingesetzt hat ist eine starke Kommerzialisierung. BarCamps auch als Werbeplattform. Ebenso wie bei Webmontagen. Da muss man sich dann irgendwelche Werbebotschaften anhören zu irgendwelche Produkten. ich selbst habe mich seit einigen Jahren vermehrt von dem Kommerziellen entfernt, insbesondere nach der Aufgabe meines Gewerbescheins.

Dennoch werde ich mich auf diesem BarCamp mal tummeln um mal so zu hören was sich in Kiel so tut. Und auch um zu schauen, ob sich die Möglichkeit ergibt Erfahrungen auszutauschen. Via Internet findet leider wenig spannendes an Debatten statt. Aber das ist nicht ein reines Onlineproblem. Jede Art von Treff unterliegt bestimmten Zeitbeschränkungen und Regeln. Durch Microblogging und Facebook verändern sich derzeit auch die Regeln im Internet. Wobei es da zum einen zu einer Trennung nach Alter und nach Einstellung zu Datenschutz und Privatsphäre gibt. Einigem so wie ich, lehnen Facebook aus Prinzip ab und sehen bei Google+ erstmals einen Dienst eines der Großen im Internet der viel Kritik berücksichtigt und benutzbar zu versprechen scheint.

Aber dennoch tummeln sich bei Facebook Millionen Menschen aktiv. Wobei ich die 600 Millionen mal ganz frech in Frage stelle. Ich selbst habe auch mehrere Twitter-Accounts für verschiedene Zwecke. Wenn man dann noch bedenkt, dass es für manche Leute Sinn macht viele „Freunde“ bei Facebook zu haben und sich Accounts mit ausgedachten Namen auch prima zum Spammen lohnen würde ich die Zahl mal um 10 teilen – wären 60 Millionen User weltweit und rund 2 Millionen in Deutschland. Muss man noch die abziehen, die Facebook nicht wirklich nutzen.

Mir macht so ein Monster wirklich Angst. nicht nur der Datendiebstahl, sondern auch der Fakt, dass es ein Unternehmen gibt, dass alle Beziehungen von so vielen Menschen in einer Datenbank hat und bekanntlich nicht sonderlich gut ist beim Schützen der Daten. Die größte Gefahr liegt im Weiterverkauf der Daten zu Werbe- und anderen Zwecken.

Ich glaube mittlerweile bilden sich verschiedene Klassen von Usern heraus. Stell den Leuten 20 Fragen zu ihrer Nutzung und Einschätzung des Internets und Du kannst Gruppen bilden. Da gibt es dann verschiedene Schnittpunkte. Da habe ich dann Gemeinsamkeiten mit Rentnern in meiner Skepsis zu Facebook. Wobei ich selbst seit Ende der 80iger Jahre Onlinebanking benutze.  Das einzige mal, wo mir mal etwas zugestoßen ist, war letztes Jahr als ich am Arndtplatz bei der Commerzbank Opfer einer Skimming-Attacke wurde. Und das war somit nicht im Internet, sondern im realen Leben!

Andere aber stehen mit beiden Beinen mitten in Facebook und haben da oft jeden Versuch aufgegeben dort ihre Privatsphäre zu schützen. Ich denke die Realität bestimmt uns auch selbst. Wer in Facebook aktiv ist, könnte nicht ruhig schlafen, wenn er jeden Tag  darüber nachdenken würde, was für Gefahren drohen.

Genau wie ich, der ich ja auch unter realem Namen blogge mit Impressum und Adresse. Damit sind auch Missbrauchsmöglichkeiten verbunden. Aber die gibt es halt immer. Dagegen wäre ich mich aktiv und aggressiv gegen jegliche Brief-Werbung und lasse den Eintrag meiner Adresse in Werbedatenbanken nach Datenschutzrecht entfernen, wenn ich davon erfahre. Auch habe ich natürlich bei der Stadt Kiel festgelegt, dass meine Adresse für alle möglichen Zwecke, wie Wahlwerbung, nicht herausgegeben werden darf.

Andere wiederum würden nie unter eigener Adresse etwas veröffentlichen, wehren sich aber nicht gegen den Handel mit ihrer Adresse.

Ich denke es gibt da kein richtig oder falsch. Jeder schätzt Risiken verschieden ein. Das hat auch viel damit zu tun, wie man aufgewachsen ist und erzogen wurde. und mit dem Lebensgefühl. Genau so gibt es auch verschiedene Nutzungen von sozialen Medien wie Twitter und Blogs. Ich selbst nutze meine Blogs interaktiver als Twitter. mit geht es nicht wirklich darum ein weiteres soziales Netzwerk online aufzubauen oder virtuelle Freunde zu gewinnen. Mir gehts meist im Internet um Information oder um einen virtuellen Dialog. Das Internet frisst schon eh zu viel Zeit von mir – Twitter ausreichend zu pflegen wäre mir viel zu zeitaufwendig und zu unergiebig.

Ein BarCamp in Kiel?

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Bereits 2007 hatte ich angedacht die Kieler Linuxtage zu einem BarCamp umzudefinieren. Leider stieß dies nicht auf große Gegenliebe. Nun wird es vielleicht mit mehr Leuten 2010 etwas, nachdem wir in kleine Kreis bereits 2009 angefangen hatten zu planen.

Im Moment ist alles noch im Anfangsstadium, aber dennoch oder gerade deswegen verweise ich auf das Wiki hier: www.barcampkiel.de

Was da genau passieren wird ist noch offen. Aber es scheint so zu sein, dass auch Themen wie Kommunalpolitik und Wikis/Regiowikis vertreten sein werden. Weitere Themen sind viele denkbar, wenn sie reinpassen und angenommen werden. Das entscheidet sich primär vor Ort, denn es wird keine festgelegten Sessions geben im Vorfeld.

Written by tlow

5. April 2010 at 11:22

Veröffentlicht in Allgemein

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