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Kommunalwahl Kiel 2013: GRÜNE Wahlplakate #kwkiel #kmw13

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Hier drei Plakate der GRÜNEN. Bitte beachten, dass das ganze Blog unter einer Creative Commons-Lizenz steht (siehe rechte Spalte weiter unten)

plakat_bezahlbahrer_wohnraum

„Bezahlbarer Wohnraum“, Plakat Werftstraße

plakat_bildung_kita
Plakat am Platz der Kieler Matrosen/Bahnhofsvorplatz – „Bildung und KITA“

plakat_mobil_sein
Plakat „Mobil sein“, Werftstraße

Zu „Bezahlbarer Wohnraum„: Verstehe ich als Verständnis der GRÜNEN von bezahlbaren Wohnraum: Kartonhütte genug Platz für Stofftiere und kaum Platz zum Umdrehen. Das kriegen wir, wenn wir die GRÜNEN wählen? 😉 Geht’s noch?

Zu „Mobil sein„: Eine Ampel die nur grün kennt auf einer kaum befahrenen Landstraße. Sinnlos im Weltraum?

Written by tlow

11. Mai 2013 at 18:03

Was ist eigentlich sozialdemokratisch? #kwkiel

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Angeregt durch eine kurze Diskussion über den Begriff „Sozialdemokratie“ hier mal ein kleiner Exkurs zum Thema, da es da offenbar einige Missverständnisse und Unklarheiten geht.

Folgende Elemente machen u.a. die Sozialdemokratie von heute aus:

English: Photograph of Mr. Eduard Bernstein, G...

  1. Reformismus – dazu hat z.B. Eduard Bernstein zwischen 1899 ein einflußreiches Buch „Die Voraussetzungen des Sozialismus – und die Aufgabe der Sozialdemokratie“ herausgegeben. Oder auch seine Erklärung Eduard Bernsteins vom 29. September 1898 an den Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Stuttgart zur Begründung seiner revisionistischen Anschauungen. Im Kern ist dies eine Absage eine revolutionäre Umwälzung der Verhältnisse. Sprich man akzeptiert die Verhältnisse, wie sie sind  und versucht mit einzelnen Reformen wie mehr Bürgerbeteiligung, „mehr Demokratie wagen“, mehr Transparenz, bessere Bildung, … eine Heilsversprechen abzugeben, die Leute an die Wahlurnen zu treiben – also über den weg der:
  2. Repräsentative Demokratie – bedeutet im wesentlichen als Herrschaftsform die Negation von Basisdemokratie und Direkter Demokratie. Basisdemokratie und Repräsentative Demokratie sind unvereinbare Widerprüche. Entweder Repräsentant*innen entscheiden für uns oder wir Bürger*innen selbst. „Direktdemokatische Elemente“ klingt ja nett. Aber hier geht es eben um die Verfasstheit. Und wenn man nun als Partei/Wählerinitiative antritt oder als OB-Kandidat, dann geht man den vorgezeigten Weg. Dabei geht es auch immer darum, mit den Herrschenden über Parlamente Kompromisse auszuhandeln. Bestes Beispiel dafür ist der Atomausstieg von Rot-Grün. Damit waren wir dem eigentlichen Ziel keinen Schritt näher gekommen, aber besonders die GRÜNEN waren Repräsentant*innen für die Umsetzung des Wähler*innenwillens.
  3. Humanismus – auch eine sehr problematische Philosophie. Ich finde da Foucaults Kritik sehr auf den Punkt gebracht, worin der die dunkle Seite der Auflärung sah:

    „Ich verstehe unter Humanismus die Gesamtheit der Diskurse, in denen man dem abendländischen Menschen eingeredet hat: Auch wenn du die Macht nicht ausübst, kannst du sehr wohl souverän sein. […] Je besser du dich der Macht unterwirfst, die über dich gesetzt ist, umso souveräner wirst du sein. Der Humanismus ist die Gesamtheit der Erfindungen, die um diese unterworfenen Souveränitäten herum aufgebaut worden ist: die Seele (souverän gegenüber dem Leib, Gott unterworfen), das Gewissen (frei im Bereich des Urteils, der Ordnung der Wahrheit unterworfen), das Individuum (souveräner Inhaber seiner Rechte, den Gesetzen der Natur oder den Regeln der Gesellschaft unterworfen).“

  4. Soziale Gerechtigkeit – Das Empfinden einer Ungerechtigkeit – auch Empörung. Der Versuch des Ausgleichs und der Umverteilung sagt im Wesentlichen aus, dass man an den bestehenden Verhältnissen nichts grundlegend ändern will, dass Reiche reich sein dürfen und Unternehmer ausbeuten dürfen. Man fordert lediglich mehr Gerechtigkeit. Und damit negiert man bewußt die Ursachen und Ungleichheit. Aber Gleichheit wird nicht gefordert, sondern Gerechtigkeit. Die aber setzt eine Instanz voraus, die beurteilt, was gerecht oder ungerecht ist. „Ungerechtigkeit“ ist als Beschreibung für unser real existierendes System angeht aber ein grober Euphemismus.
  5. Staatliche Bevormundung – Das Denken geschieht vom Staat aus. Der Staat verbietet oder erlaubt. Der Staat tritt hier als Ersatz für fehlende soziale Regeln ein. Der Staat entscheidet z.B. auch darüber, ob man einen Dienst an der Waffe leisten muss (Wehrpflicht), oder ob Natur geschützt wird oder nicht.
  6. Zentralismus – auch hier der Gegensatz zur Basisdemokratie. Wird in zentralen Komitees entschieden, von Führungsfiguren oder unmittelbar an der Basis (also vor Ort)? Auch Neudeutsch faßbar unter bottom-up oder top-down Struktur. Die SPD und die Zentralgewerkschaften des DGB haben in ihrer Vergangenheit vieles unternommen um Demokratie an der Basis zu bekämpfen und alle die nach mehr Demokratie strebten auszuschließen. Hierzu paßt auch die Hinwendung zu Kaderstrukturen, die einem Ideal der Avantgarde folgen. Erkennbar dadurch, dass meist nur eine Hand voll agierender die Geschicke einer Partei oder Bewegung bestimmen. Führungsfiguren. Im radikalen Gegensatz zu einer Basisstruktur, deren Ideal es ist, dass jedes Mitglied sich beteiligt. Auch dass Mandate nur imperativ sind und die Mandatierten jederzeit abwählbar.

Alle zur Kommunalwahl antretenden Parteien und Wählerinitativen (außer der WaKB) entsprechen praktisch diesem Modell, was sich im wesentlichen schon darauf erklärt, dass sie zu einer Wahl antreten. Die WaKB vertritt dagegen ausschließlich demokratiefeindliche und reaktionäre Positionen.

Was ist denn die Alternative?

Die Alternative ist jenseits von Bevormundung und Repräsentation. Natürlich wird man in Parteien wie der LINKEN, DKP, DGB, MLPD, SPD an den oben stehenden Problemen wenig ändern können. Die Strukturen und die Dogmen sind dort einfach so festgefahren, dass sie sich einfach nur noch selbst reproduzieren können. Außerhalb des Parlamentes kann es aber m.E. nur als sinnvolle Alternative komplett anders zugehen als in diesen Parteiapparaten. Insbesondere was die Entscheidungsfindung angeht, sollten hohe Standards an Transparenz angelegt werden.

Zu oft werden aber auch dort Entscheidungen von Einzelpersonen und kleinen Zirkeln fernab der Betroffenen getroffen. Und damit fernab der Realität. Zu oft auch werden statt Diskussionen und Kritik Dogmen unter die Menge gebracht. Simple Formeln. Und dann alle hinter einem Motto oder einer Fahne her. Damit aber wird man nicht die kritischen Menschen fördern und zum Nachdenken anregen. Vorgefertigte Konzepte und Erklärungsmodelle ermüden viele Menschen – oder noch schlimmer, werden ohne sie zu hinterfragen, angenommen. Bravo, eine unkritische Anhängerschaft! Doch wo bleibt da dann die Utopie von einer anderen Gesellschaft? An diesem Punkt wird Politik affirmativ, bestätigt nur sich selbst und ändert, wenn überhaupt, nur wenig.

Im Gegensatz dazu beherrschen große Volksparteien und Gewerkschaften dieses Spiel viel besser und effizienter. Aber alle die diesen Weg gehen, ob nun groß oder klein, ob Propaganda oder Gegenpropaganda führen die Bürger*innen auf ähnliche Weise an der Nase herum.  Man belügt sich in erster Linie selbst und als zweites die anderen. Man baut sich eine potemkinsche Welt, in der man meist die Selbstbestätigung erfährt, unabhängig von der Realität, die uns umgibt. Ich glaube nicht, dass man damit besonders weit kommt. Im Gegenteil: Man bereitet damit den Boden für schlimmere Propaganda und verhindert effektiven Widerstand.

Kommunalwahl Kiel 2013: Programmcheck GRÜNE #kwkiel #kmw13

with one comment

Als eine von zwei Parteien haben die GRÜNEN erst vor kurzem ihr Wahlprogramm „“Hier geht noch was” freigegeben.

Hier auch nur ein kurzer Check, weil es umfangreich ist. So beginnt die Präambel:

Liebe Kielerinnen und Kieler,
am 26. Mai ist Kommunalwahl und Sie entscheiden über die zukünf-
tige Entwicklung unserer Stadt. Wir GRÜNE tragen seit nunmehr zehn
Jahren politische Mitverantwortung in Kiel. Bevor wir Sie zu einem
GRÜNEN Ausblick auf die Zukunft mitnehmen, ziehen wir kurz Bilanz.
Die wichtigste Herausforderung war und ist es, gute Bildungschancen
für alle Kinder in unserer Stadt zu schaffen und anzupacken, was in
kommunaler Verantwortung liegt. Wir haben das Betreuungsangebot
für Kinder unter drei Jahren seit 2003 von rund 300 Plätzen auf nun-
mehr fast 2400 verachtfacht. Kiel hat einen riesigen Sanierungsbedarf
in den Schulen. Deshalb haben wir über 130 Millionen Euro in die
Sanierung von Schulgebäuden, den Bau von Mensen, Sporthallen und
neuen Fachräumen investiert und nach einem langen Hindernislauf
ein verlässliches, transparentes Schulbauprogramm vorgelegt. Und mit
einem umfangreichen Bauprogramm machen wir unsere Beruflichen
Schulen fit für die Zukunft. Das ist wichtig für die vielen Jugendlichen,
die diese Schulen besuchen und es ist wichtig für die regionale Wirt-
schaftskraft. Kiel ist zu arm, um billig zu bauen – darum haben wir da-
für gesorgt, dass in diesen Bereich insgesamt rund hundert Millionen
Euro fließen.

Das Programm gliedert sich in 8 Abschnitte:

  1. Stadtentwicklung
  2. Bildung
  3. Kultur und Sport
  4. Sozialpolitik
  5. Umwelt, Abfall und Energie
  6. Verkehr und Wirtschaft
  7. Demokratie und Bürgerbeteiligung
  8. Finanzen und Verwaltung

Ich picke mir in jedem Abschnitt einige bemerkenswerte Abschnitte heraus:

Stadtentwicklung

Was sie schreiben klingt ja alles ganz nett und vernünftig. Bei „Innenentwicklung vor Flächenverbrauch denke ich dann aber auch wieder an Möbel Kraft. Das ist irgendwie auch innen, aber dennoch Flächenverbrauch. Ich kriege einfach ihre erklärten Ziele und ihr Handeln nicht zusammen. Wer sich auf die Fahnen schreibt den Flächenverbrauch zu senken, kann nicht einfach 17 Hektar platt machen nur für Arbeitsplätze. Und das ist ja nicht einmal eine Ausnahme grüner Politik in Kiel.

Die GRÜNEN sprechen sich hier auch deutlich für den Innenstadtkanal aus. Bemerkenswert der Plan die Querung der Werftstraße in Gaarden zu verbessern. Das macht tatsächlich Sinn. Insbesondere wenn sie das Zentralbad an der Hörn bauen wollen. Wer von der Gaardener City (Vinetaplatz) zur Gablenzbrücke auf die linke Seite zu fuß gehen will, muss 3 – 4 Ampeln überqueren je nachdem welche Seite vom Karlstal man geht. Es gibt bisher keine Ampelquerung am Betriebshof Werftstraße (was so eine Art kleiner ZOB ist). Es ist alles sehr weitläufig und umständlich. Daher laufen viele Fußgänger quer oder bei rot über Ampeln. Was wohl nicht im Sinne des Erfinders ist. Insbesondere dann nicht, wenn Kinder selbstständig zum neuen Zentralbad laufen sollen.

Auch würde man ja erwarten, dass der Betriebshof Werftstraße von allen Seiten schnell erreichbar wäre, ob nun durch Ampeln oder Zebrastreifen. Auch für Radfahrer ist es blöd, weil man eigentlich oft auf der falschen Seite fahren muss, wenn man den kürzesten Weg fahren möchte. z.b. vom Karlstal zum SYK-Markt in der Sörensenstraße. Dort gibt es jetzt auch eine neue Einbahnstraßeregelung, aber auf der rechten Seite keinen Radweg. Es gibt eine schöne Abkürzung auf das Westufer über die Bahnbrücke von der Straße Zum Brook ins Gewerbegebiet. Wenn man da längs fährt hat man aber nicht den Eindruck, dass irgendwelche Stadtplaner diese Abkürzung im Blick haben. Man spart da aber wirklich sehr viel Weg.

Nicht zuletzt gammelt an der Werftstraße seit Jahren ein komisches Schiff vor sich hin. Auch wenn Teile der Gaardener CDU das gesamte Gebiet als wunderbares Entree im Ortsbeirat Gaarden bezeichnet haben, dass man nicht ändern  dürfte. Auf mich wirkt es wie eine rein autogerechte Straße ohne auf praktische Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern einzugehen. Für Radfahrer wäre es z.B. essentiell alle Radwege beidseitig benutzen zu können.

Bildung

Im Punkt „IT an Kieler Schulen“ steht:

Beschaffung, Pflege der Hard- und Software und die Systembetreuung müssen zentral und kompetent für alle Schulen angeboten werden.

Was mir dazu einfällt:

  1. Bei Websites machts sicher keinen Sinn, dass jede Schule sich drum kümmert wie bisher. Viele Kieler Schulseiten sind aktuell gehackt. Es würde Sinn machen ein zentrales Hosting zu betreiben, wo auch eine zentrale Administration auf Sicherheit achtet – auch darauf, dass der Datenschutz eingehalten wird etc.
  2. Zentrale Beschaffung: Hier ist die Frage in welche Richtung es geht – Stichwort Open Source an Schulen. Wenn zentral bedeutet, dass alle die teure Software einer Firma kaufen müssen und damit die zarten Pflänzchen kostenloser Open Source kaputt gemacht würden, macht eine zentrale Beschaffung keinen Sinn. Die Stadt sollte Open Source an Schulen fördern. insbesondere weil Schülerinnen dann auch gleich selber an der Software arbeitet können, wenn sie wollen. Die Schulen wären weniger an langjährige Lizenzverträge gebunden, Dazu braucht es aber eine gute Strategie und einen Blick über den Kieler Tellerrand.

Kultur und Sport

Kreativwirtschaft
Wir wollen diejenigen unterstützten, die mit ihrem kreativen Poten-
tial Wirtschaftsfelder eröffnen. Diese Kreativwirtschaft ist einer der
Wachstumsmotoren, der in Kiel verstärkt in den Fokus rücken muss.
Damit geht einher, Menschen in Kiel zum Beispiel nach einem Studium
eine wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen, die es ihnen ermöglicht
weiterhin hier zu leben.

Jaja, das Wunderkind der Kultur- und Kreativwirtschaft. Seit den 200er Jahren die Hoffnung in Wirtschaft und Politik (Stichwort: New Economy). Das sind meines Erachtens damals Taschenspielertricks gewesen und sind es heute immer noch. Fakt ist, dass mit diesem Wirtschaftszweig auch eine starke Prekarisierung einhergeht. Sicher gibt es da einen Wandel in der Wirtschaft, aber es macht keinen Sinn diesen herauszugreifen. Insbesondere weil es da auch gerne immer wieder boomt. Profitieren tun davon primär auch größere Konzerne, während die kleinen Selbständigen häufig zu Selbstausbeutern werden.

Lessingbad
Zwischennutzungen, wie sie im Lessingbad erfolgreich praktiziert
wird, beleben unsere Stadt. Mit ihnen beginnt eine neue Art von
kulturwirtschaftlicher Förderung. …

Ohne das wieder auswalzen zu wollen sehe ich es eher als konzeptionslos, wenn so ein schönes Gebäude erst lange Jahre nicht seinen Zweck erfüllen darf und dann bei der Nachnutzung ein ständiges Hin und Her gibt. Zwischennutzungen beleben, weil Freiräume in Kiel und vielen Großstädten rar sind. Das Belebende ist dabei aber nicht die KURZFRISTIGKEIT, sondern die Möglichkeit günstig Raum nutzen zu können. Der Effekt wird natürlich um so größer, je mehr günstigen Nutzungsraum es gibt. Und auch je länger er nutzbar ist, weil sich dann Strukturen einstellen, es sich rumspricht etc. . Es ist also absurd, wenn man meint das Zwischennutzungen besonders viel Freiraum bedeuten. Die Alte Meierei z.B. enthält als langfristiges und selbstverwaltetes Zentrum viele langjährige Strukturen, die gerade deswegen gut funktionieren. In Kiel standen aber gerade solche Freiräume oft vor dem Aus oder wurden vernichtet. Auch ein Teil grüner Politik.

  • Kulturkonferenzen: Wohl mehr eine Farce denn produktiv

Sozialpolitik

  • Stadtteilkonferenzen – Wieder nur eine Show?
  • Sozialraumorientierung – Die Stadt als Labor für Sozialwissenschaftler?

Umwelt, Abfall und Energie

  • Flächenbverbrauch – Au ja, macht bitte eine andere Politik als bisher!!!

Verkehr und Wirtschaft

  • Stadtregionalbahn – an einem schienengebundenen ÖPNV führt kein Weg vorbei. Was fehlt ist die konkrete Umsetzung.
  • Carsharing – finde gut, dass es unterstützt wird
  • Holtenau stillegen – halte ich für Unsinn. Man muss heute schon beantworte, was danach kommt , was das kostet und wem es nützt? Ein Wohnviertel für Besserverdienende?
  • Wirtschaftsförderung – Hier braucht es mehr Transparenz – wer wird gefördert. Wer profitiert? Gerne wird Wirtaschaftsförderung als per se gut angesehen im Gegensatz zu Transferleistungen. Oft wird hier aber auch das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen, nur um einer marktradikalen Ideologie zu huldigen. Die Bilanzen der KiWi und deren Wirtschaftsweise muss öffentlich gemacht werden.

Demokratie und Bürgerbeteiligung

„Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, religiöser Fanatismus und Ausgrenzung dürfen in Kiel, einer weltoffenen Stadt, keinen Platz haben.“

Die Frage stellt sich nicht. Platz hat der Rassismus leider und er durchzieht unsere Gesellschaft. Es gilt damit umzugehen.

Das System der repräsentativen Demokratie darf nicht alleiniges Mittel
der Teilhabe und Verantwortungsübernahme der BürgerInnen unserer
Stadt sein. Vielfach wird versucht, den Eindruck zu erwecken, dass
es entweder um repräsentative Demokratie oder um direkte Beteili-
gung der BürgerInnen geht. Dies ist nicht nur falsch, sondern auch
fahrlässig. Richtig und zielführend ist nur eine genau auf die jewei-
ligen Entscheidungen passende Form, wobei oftmals mehrere Formen
miteinander zu verknüpfen sind.

„Bürgerbeteiligung“ im Sinne von Werkstattverfahren sin häufig pro forma. Alleine was ich persönlich mitbekommen habe, wird das meistens doch eher benutzt, um uns den Eindruck zu vermitteln, wir wären beteiligt worden. Man genügt den reinen Papieranforderungen (Gesetze wie Baugesetze, etc.). Repräsentative Demokratie bedeutet, das jemand für uns Entscheidungen trifft, Direkte Demokratie, das wir sie selber treffen. Natürlich kann man sich da zum Teil auf halbem Wege treffen, aber entscheidend ist, wer die entscheidende Instanz ist. Solange die Exekutive einfach alle Stimmen ignorieren kann und alles uminterpretieren , hat auch Bürgerbeteiligung eigentlich keine Relevanz außer das Gefühl von Gemeinsamkeit zu vermitteln. Die Pläne sind doch bereits alle in den Schubladen. Da stört die Bürgerin doch nur.

Freies WLAN
Wir setzen uns für ein freies WLAN für alle KielerInnen ein. Wir wollen
prüfen, wie frei zugängliches WLAN umgesetzt werden kann.

Ob damit auch Freifunk Kiel vermittelbar ist?

Ortsbeiräte
Die Ortsbeiräte werden zukünftig direkt gewählt. Zudem sollen den
Ortsbeiräten konkretere Zuständigkeiten und Kompetenzen zuzüglich
dazugehöriger finanzieller Ausstattung zukommen. Zudem können
sich Ortsbeiräte zusammenschließen, indem sie sich an örtlichen Zu-
ständigkeitsbereichen ihrer Sozialräume orientieren.

Interessant aus meiner Sicht ist natürlich, dass ich das seit Jahren fordere. Ich freue mich, dass die GRÜNEN meine Forderung übernommen habe. In anderen Kommunen wurde argumentiert, dass dem Bürger nicht mehr zu vermitteln sei, warum ihm Ortsbeiräte vorgesetzt werden. Ich werde daher die GRÜNEN an diese Absichtserklärung erinnern.

Leitlinien unserer Fraktionsarbeit
Die Fraktionssitzungen von Bündnis 90/ Die Grünen waren und sind
grundsätzlich öffentlich. Wir wollen dieses Prinzip der Öffentlichkeit
weiterhin betreiben und stellen unsere Fraktionsarbeit verstärkt im
Internet zur Diskussion stellen. Das bereits bestehende Informations-
forum soll ausgebaut und stetig verbessert werden. Damit wollen wir
unsere Fraktionsarbeit noch weiter nach außen öffnen und eine un-
komplizierte Mitarbeit ermöglichen.

Auch das werde ich nach der Wahl auf die Probe stellen. Wie ernst gemeint ist das?

Alkoholverbotszonen
Wir GRÜNE sprechen uns gegen die Einführung von Sperrstunden aus
und sind gegen die Einführung von Alkoholverbotszonen.

Auch das freut mich… Das wäre auch reiner Populismus. Von Frau Gaschke erwarten wir ja in nächster Zeit einiges an Diskriminierungspolitik.

Datenschutz und Sicherheit
Wir möchten, dass unsere Verwaltung transparent und für alle Bürge-
rInnen nachvollziehbar arbeitet. Deshalb ist es uns wichtig, dass das
Recht auf informationelle Selbstbestimmung beachtet wird, und der
Zugang zu Verwaltungsdaten so umfassend wie möglich erfolgt.

Stichwort wäre OpenData. Da kann der ULD sicher gute Ratschläge geben. Das bedeutet mehr Daten werden grundsätzlich und geplant veröffentlicht und weniger Geheimhaltung. Erst das ermöglicht es allen Bürger*innen sich zu informieren und ggf. einzugreifen, wenn ihre eigenen Interessen betroffen sind.

Videoüberwachung
Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist für uns kein Mittel, umSicherheit herzustellen; sie vermittelt oft nur eine Scheinsicherheit. Kameras verhindern keine Straftaten, sie sorgen nur für deren Verlagerung in überwachungsfreie Zonen.

Auch das ist die richtige Richtung. Videoüberwachung für sich genommen ist nicht grundsätzlich und immer schlecht. So kann eine Kamera, die an einem Bahnhof Fahrradstellplätze im Auge hat, tatsächlich Diebstähle mindern. Die Problematik ist, sobald Kameras zum universellen Mitteln werden oder es auch darum geht Verhalten zu beobachten und zu interpretieren.

Fazit: Das meiste klingt gut, aber die Bilanz der Kieler GRÜNEN wurde durch ihre reale Politik verhagelt, durch die Scheeljes und Todeskinos. Die GRÜNEN in Kiel gelten als relativ rechtslastig, haben auch recht früh mit der CDU kooperiert. Da bräuchte es einen fetten Schnitt, damit ihre Politik dem entspräche, was im Programm steht. Sie haben sich das Wählervertrauen nicht verdient.

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