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Leser_innenbrief an den SPIEGEL zum Cover 01/02/2020: „#MadeInChina“

Ich habe hier einen Leser_innenbrief einer Kieler Studentin aus China. Als Gästin-Beitrag zu dem, was in China, der Welt aber auch in Deutschland und Kiel heute passiert.

Der SPIEGEL-Titel vom 01.02.2020
Sehr geehrtes Spiegel-Magazin,
 
hallo, ich bin eine normale Design-Studentin aus China und lebe schon seit 10 Jahren in Deutschland. Ich mag Deutschlands Kultur, habe hier viele nette Menschen kennen gelernt, aber leider habe ich auch mal Diskriminierung erlebt. Ich war nie ein empfindlicher Mensch, deshalb lache ich immer darüber und denke, überall trifft man verrückte dumme Menschen.
 
Den Spiegel kannte ich schon, bevor ich nach Deutschland gekommen bin, als Vorbild um Deutsch zu Lernen. Ich dachte, der Spiegel ist ein neutrales, hervorragendes und verantwortliches Magazin. Für Sie arbeiten ganz viele ausgezeichnete Journalisten. Ihr schreibt nie langweilige Texte und ihr habt gute Punkte, auch mit Humor.
 
Aber diesmal muss ich hier leider wegen dem Cover von No. 6/ 1.2.2020
vom Spiegel Magazin schreiben. Ich muss sagen, dass ich super erschrocken und enttäuscht davon bin. Deutschland ist ein humanitäres und demokratisches Land. Was Deutschland zeigt, ist, dass hier Menschenrechte und Menschenwürde sehr wichtig ist. Aber leider kann ich es diesmal nicht mehr so sehen.
 
Ihr seid ein großes und wichtiges Magazin in Deutschland, ihr könnt entscheiden was verbreitet wird, und wie die Menschen denken. Es ist manchmal wie erziehen. Man muss schon nachdenken was danach kommen könnte, man ist verantwortlich für was man schreibt und was man verbreitet, bei eurer Reichweite und Einfluss.
 
Nach euren Informationen über die Welt urteilt Deutschlands Bevölkerung, und verhält sich dementsprechend. Was direkt danach passiert ist, ein chinesisches Mädchen wurde böse verletzt von 2 anderen Mädchen in Deutschland. Dieser Tage höre ich viel, von solchen Erlebnissen. Alle rennen vor Asiaten weg und denken, dass Chinesen schmutzig sind. Was in meinem Umkreis passiert ist, wir steigen in die U-Bahn und eine Oma springt sofort auf. Beim Restaurant fragen sie, ob sie chinesische Mitarbeiterinnen haben, ob sie sauber sind, oder schauen uns voller Angst an.
 
In unserem Land erleben wir eine richtige Todesgefahr, viele Familien werden auseinander gerissen durch den Tod. Die Menschen da kämpfen für deren Leben und wir als Familien haben die ganze Zeit große Sorgen und Angst. Mit diesem Cover haben Sie für uns als Menschen noch mehr Schmerzen bereitet. Es bringt Angst nach Deutschland. Ihr habt nicht nur was schreckliches für China, sondern auch für Deutschland gemacht. Ihr verwechselt Menschen mit einem abstrakten Begriff oder Gefahr. Es ist rassistisch und diskriminierend und gefährlich für alle Asiaten in Deutschland. Ich finde es richtig humorlos und ekelhaft. Diskriminierung ist das Virus, bitte nicht wiederholen.
 
Mit keinen Grüssen,
Shi aus Kiel

Written by tlow

15. Februar 2020 at 14:36

FDP und die Heizpilze

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Das ist einfach zu schön, um es nicht zu zitieren. Eine Pressemitteilung der Ratsfraktion der FDP in Kiel. Es geht um das geplante Verbot von Heizpilzen (SHZ berichtete) Ich finds eine lustige Realsatire, aber ich bin ja auch ein wenig komisch 😉 :

Fragwürdige Akzeptanz trifft auf hohen Kontrollaufwand


In der Diskussion um ein Verbot von Heizpilzen auf öffentlichen Flächen sagt der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Hubertus Hencke:
„Zunächst einmal muss das Thema in die richtige Relation gesetzt werden:
Nach Angaben der DEHOGA würde weniger als jeder achte gastronomische Betrieb in Kiel Heizpilze einsetzen. Daher steht ein Verbot in keinem angemessenen Verhältnis zum Umsatzeinbruch.
Ein Verbot wäre zudem ordnungsrechtlicher Dirigismus, der hohen Kontrollaufwand erzeugt und auf fragwürdige Akzeptanz stößt. Es sollte vielmehr auf den freiwilligen Verzicht von Wirten und Gästen gesetzt werden.
Aber offenbar will der Bürgermeister seine eher durchwachsene klimapolitische Bilanz nun auf dem Rücken der Kieler Gastronomen aufpolieren. Dafür nimmt er in Kauf, dem Tourismusstandort Kiel zu schaden und den Verlust an Gewerbesteuereinnahmen zu verantworten.
Dabei ist es ausgerechnet der Bürgermeister, der einmal zur Rechtfertigung der mit seinem Flug nach China einhergehenden Emissionen sagte:
„Internationale Kontaktpflege ist für Kommunen im Zeitalter globalisierter Märkte auch in Ansehung von Klimaschutzzielen notwendig.“
In Anlehnung an dieses Zitat weist die FDP-Ratsfraktion darauf hin, dass ebenfalls die Pflege der lokalen, sich entwickelnden Betriebe mit Außengastronomie notwendig ist – auch in Ansehung von Klimaschutzzielen.“
V. i. S. d. P.

Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

Mein Kommentar: Heizpilz statt Fußpilz!

heizpilz

heizpilz (Photo credit: grundkonzept.)

Und um noch mal sachlich zu werden:

Hier argumentiert die FDP, dass ja nur 1/8 (also rd. 13 Prozent) der Betriebe diese Heizpilze einsetzen. Wieviele das in ganzen Zahlen sind, weiß ich nicht. Aber eins weiß ich: Kiel hat mittlerweile keinen Oberbürgermeister mehr, sondern eine Oberbürgermeisterin. Das sollte selbst die FDP inzwischen bemerkt haben, auch wenn sie sonst wenig merken. Zudem ist fraglich, dass wenn diese Regelung nur 1/8 der Gastronomen betrifft, weil 87% der Gastronomen das nicht brauchen oder ablehnen: Wieso ist das dann ein Problem, wenn es verboten bzw. reguliert wird? Oder auch: Benachteiligt sind zur Zeit die Gastwirte, die freiwilligen Verzicht üben, weil diese keine kuscheligen Heizpilze im Freien leisten wollen oder können. Ist das nicht auch eine Beeinträchtigung eins Wettbewerbs wo derjenige gewinnt, der weniger auf das Klima achtet?

 

Insofern: Scheiß auf die Heizpilze!

Written by tlow

6. Februar 2013 at 19:39

26.01.11 Buchvorstellung und Diskussion – Streiks in China

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Mitte 2010 rollte eine Streikwelle durch die Fabriken Chinas. Die WanderarbeiterInnen erkämpften sich höhere Löhne und lösten eine weltweite Debatte über das Ende des Niedriglohnmodells aus, das hinter Chinas Aufstieg zur „Fabrik der Welt“ steht und auch Europa billige Konsumgüter beschert.

Im Oktober 2010 ist bei Assoziation A das Buch „Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China“ erschienen. Pun Ngai und andere AutorInnen aus China analysieren das Schicksal und die Kämpfe verschiedener MigrantInnengruppen – darunter Bau-, Fabrik- und SexarbeiterInnen – und beleuchten die Hintergründe der aktuellen Streiks und Klassenbildungsprozesse in China.

Foto-Lizenz: Creative Commons

Bei der Veranstaltung wird einer der Übersetzer, welcher bereits an dem Buch „dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen“ mitwirkte, das Buch vorstellen und die Streikwelle und ihre Hintergründe darstellen. In der Diskussion wird es auch um die Frage gehen, inwieweit sich heute in Zeiten der Krise und zunehmender sozialer Kämpfe in verschiedenen Teilen der Welt neue Formen der Bezugnahme, des Austauschs und der Unterstützung finden lassen.

Mittwoch, 26.01.2011
Alte Meierei, Hornheimer Weg 2, Kiel
VoKü ab 19 Uhr, Buchvorstellung ab 20 Uhr

Mehr Infos zu dem Buch und weiteres zu China findet ihr unter www.gongchao.org und auf den Seiten der Alten Meierei, Kiel.

Quelle: Seiten der Gewerkschaft FAU Kiel

Ganz schön konservativ, ey

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Als ich das las, war ich ja mal neugierig:

http://twitter.com/#!/tho_albrecht/status/3427176716173312

Insbesondere nachdem ich ja schon einmal in meinem Ritinardo-Blog über die Initiative linkstrend-stoppen.de geschrieben hatte.

Was ist z.B. richtig schön rechts für die drei interviewten?

Wunderbar z.B. Henrik Frahm Er will nächstes Jahr auswandern – und zwar nach China! Wow, früher sagte man Leuten, die einem zu links waren sie sollen doch in den Osten gehen. Heute wollen die rechtsradikalen CDU’ler ins kommunistisch-diktatorische China aus, weil es ihnen hier zu links ist. Ja so eine real existierende Diktatur ist ja was ganz anderes als die alten Kamellen der ehemaligen DDR-Diktatur, an die Organisationen wie die CDU und der RCDS immer so gerne erinnern.

Wer es nachhören will findet das Interview zum Downloaden hier.

Was für Schwachmaten!

Written by tlow

19. Dezember 2010 at 13:38

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