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#COVID19 Was ist dran an dem Maskenshowdown auf dem Rollfeld zwischen USA und Frankreich?

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Die Meldung wird auch in seriösen Nachrichten verbreitet: Angeblich hätte die USA Frankreich in China auf dem Rollfeld bereits bestellte Masken weggenommen, in dem sie mehr boten als die Franzosen. Ich empfand diese Meldungen von Anfang an als dubios. Mit Sicherheit wird zur Zeit viel spekuliert und geschachert. Und sicher werden auch Masken geklaut. Aber diese Meldung passt doch zu sehr zu bestehenden vorurteilen gegenüber der USA.

Der SPIEGEL am 2 April:

Einerseits:

Renaud Muselier, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, sagte dem Fernsehsender BFMTV, dass für Frankreich bestimmte Maskenlieferungen von einem anderen Land auf dem Rollfeld chinesischer Flughäfen aufgekauft worden seien. Auf Nachfrage bestätigte Muselier, dass es sich dabei um die USA gehandelt habe. Seinen Angaben zufolge wurde der dreifache Preis für die Sendung bezahlt, die Masken seien nun weg. „Wir haben uns von Amerikanern, die uns überboten haben, eine Lieferung wegnehmen lassen“, sagte die Präsidentin der französischen Hauptstadtregion Ile-de-France, Valérie Pécresse, am Donnerstag im Fernsehsender LCI.



Doch Herr Muselier schrieb jetzt auch auf Twitter, dass die Masken NICHT von einer fremden Macht gekauft wurden:

Außerdem:

Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, wurde am Mittwoch vom Sender RTL zitiert, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken „auf dem Rollfeld“ in China auf. „Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis“, sagte Rottner demnach. Einen Tag später dementierte er seine Aussagen jedoch und fügte auf Twitter Fotos von angekommener Ladung hinzu.

So weit ich also recherchiert habe gibt es zwei Quellen, die inzwischen beiden mit Stand 2. April dementieren, dass das, was hier als neue Nachricht verbreitet wird, wirklich stattgefunden hat.

Hier einige Medien, die diese Nachricht verbreiten:

  • PHOENIX TV (gerade eben wieder in der Phoenix Runde),
  • SPIEGEL
  • n-tv
  • STERN
  • WELT
  • Berliner Morgenpost
  • Deutschlandfunk
  • RND -Recherche Netzwerk Deutschland
  • RT – Russia Today
  • RP Online

Das kann doch wirklich nicht wahr sein, dass alle solch einer simplen Fake News aufsitzen, ohne nur fünf Minuten zum überprüfen zu investieren!?

Neuer Fall USA?

Written by tlow

3. April 2020 at 10:38

Veröffentlicht in Fakten-Check, Gesundheit, Medien

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Risikoeinschätzung des #RKI #COVID19de #ECDC #WHO

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Das Robert Koch Institut begleitete die Coronakrise von Anfang an.

Robert Koch

Fraglich erschien mir allerdings von Anfang an deren Risikoeinschätzung. Um meine eigene Wahrnehmung noch ein mal zu überprüfen zu vergleichen

  • Die WHO bewertete das Risiko des SARS-COV-2 Virus und der damit verbundenen COVID19-Erkrankung seit dem 28. Februar 2020 als „sehr hoch“.
    • Am selben Tag schätzte das RKI, das Risiko als „gering bis mäßig“ ein. Das Risiko in der EU allerdings als gering, wenn Fälle frühzeitig erkannt würden.
  • Erst am 13. Februar 2020 macht das RKI in ihrem 7. Epidemiologischen Bulletin zu dem Hauptthema. Nun gibt es 14 bekannte Fälle in Deutschland
  • Am 23. Februar 2020 stufte das ECDC das Risiko zu „moderat“ hoch.
  • Am 28. Februar 2020 macht es die WHO ganz klar: Es gilt die höchste Warnstufe!
  • Am 11. März 2020 erklärte die WHO die Epidemie zur Pandemie.
  • Am 12. März 2020 schätzt das ECDC die Entwicklung als bedenklich und vielfach das Risiko als „hoch“ ein.
  • Am 17. März 2020 änderte das RKI die „Risikobewertung zu COVID-19“ für Deutschland zu „hoch

Wie erfolgt die Risikobewertung des RKI?

Dazu gibt es ein eigenes Dokument auf deren Seite, dass ich hier wiedergebe:

COVID-19: Grundlagen für die Risikoeinschätzung des RKI

Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Die Risikobewertung wird durch den RKI-Krisenstab formuliert und situativ adaptiert. Die aktuelle Risikoeinschätzung ist abrufbar unter: www.rki.de/covid-19-risikobewertung.

Die Risikoeinschätzung ist die Beschreibung und Einschätzung der Situation für die Bevölkerung in Deutschland. Sie bezieht sich nicht auf die Gesundheit einzelner Individuen oder spezieller Gruppen in der Population und nimmt auch keine Vorhersagen für die Zukunft vor.

In die Risikobewertung gehen ein:

  • der jeweils verfügbare aktuellen Kenntnisstand zur internationalen Situation,
  • der IST-Zustand der epidemiologischen Lage in Deutschland,
  • die Verfügbarkeit von Schutz- und Behandlungsmaßnahmen

Bei der Risikobewertung handelt es sich um eine deskriptive, qualitative Beschreibung. Den für die verwendeten Begriffe “gering“, „mäßig“, „hoch“ oder „sehr hoch“ liegen keine quantitativen Werte für Eintrittswahrscheinlichkeit oder Schadensausmaß zugrunde. Allerdings werden für die Schwerebeurteilung ( = Schadensausmaß) genutzten drei Kriterien bzw. Indikatoren (Übertragbarkeit, Schwereprofil und Ressourcenbelastung) mit jeweils quantifizierbaren Parametern beurteilt. Entwickelt und erprobt wurde dieser Ansatz zur Beurteilung der Schwere von saisonalen Grippewellen in Deutschland. Dies erlaubt, das COVID-19 Geschehen in Relation zu der Erfahrung mit anderen epidemisch bedeutsamen Lagen setzen zu können (Ref. 1, 2).

Zu beachten ist, dass die Risikowahrnehmung in der Bevölkerung nicht in die Risikobewertung des RKI einfließt.

Die besondere Herausforderung besteht darin, dass in einer frühen Phase einer Epidemie die erforderlichen Informationen größtenteils nicht oder noch nicht verlässlich vorhanden sind. Insbesondere in den ersten Wochen sind Daten relevant, die außerhalb Deutschlands erhoben wurden. Zusätzlich werden mehr und mehr Informationen zu bestätigten Fällen in Deutschland in die Risikoeinschätzung einbezogen.

Aktuell werden u.a. folgende verfügbare Informationen für die Risikoeinschätzung genutzt:

  • Übertragbarkeit: Fallzahlen und Trends zu gemeldeten Fällen gemäß Infektionsschutzgesetz in Deutschland und in anderen Ländern (siehe Fallzahlen sowie tägliche Situationsberichte des RKI, Ref. 3, 4)
  • Schwereprofil: Anteil schwerer, klinisch kritischer und tödlicher Krankheitsverläufe in Deutschland und in anderen Ländern (siehe Steckbrief zu COVID-19, Ref. 5).
  • Ressourcenbelastung des Gesundheitsversorgungssystems in Deutschland und in anderen Ländern unter Berücksichtigung der jeweils getroffenen Maßnahmen sowie aller prinzipiellen Möglichkeiten der Prävention und Kontrolle (siehe z.B. Ref. 6, 7)

Bei einer anhaltenden Übertragung in der Bevölkerung in Deutschland werden für die Bewertung zusätzlich zu den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz Informationen aus weiteren Surveillancesystemen (Bevölkerungsbasierte Surveillance mit GrippeWeb; syndromische und virologische Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza, Krankenhaussurveillance (z.B. ICD10-Code basierte KH-Surveillance ICOSARI), laborgestützte Surveillance von Erregernachweisen, z.B. mit ARS und zeitnahe Mortalitätssurveillancesysteme) genutzt. Die Systeme beruhen auf den Daten, die für Deutschland zur Verfügung stehen, sodass Bewertungen im Verlauf differenzierter möglich sind.

Ergänzende Informationen zur Gefährdung bestimmter Gruppen in der Bevölkerung finden sich im SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit (unter Punkt 2.:Krankheitsverlauf und demografische Einflüsse).

Überlegungen zu dem möglichen weiteren Verlauf und Schutzzielen finden sich in der Ergänzung zum Nationalen Pandemieplan – COVID-19 – neuartige Coronaviruserkrankung (4.3.2020) und den Informationen des Robert Koch-Instituts zu empfohlenen Infektionsschutzmaßnahmen und Zielen. Diese dienen vorrangig dazu, dass von den Entscheidungsträgern geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung des COVID-19-Geschehens vorbereitet und rechtzeitig aktiviert werden können.

Referenzen:

Stand: 13.03.2020


Es gab außerdem auch Kritik daran, dass das RKI bei den Zahlen immer etwas hinterher hinkt.

Zusammenfassung und Ausblick

Das das RKI wissenshaftlich prinzipiell kompetent ist, steht außer Zweifel. Allerdings sind Einschätzungen auf zeitkritisch bei Epidemien/Pandemien. Und auch das ECDC und die WHO besteht aus Experten. Wahr ist auch, dass nicht jedes Virus bis nach Europa oder Deutschland kommt.

Disclaimer: Ich bin weder Virologe noch Epidemiologe, aber nutze  journalistische Methoden, um mir ein Bild der Lage zu machen und abzuwägen.

Für mich wird aus der Historie, die ich oben aufgezeichnet habe, dass spätestens am 28. Februar die Alarmglocken in Deutschland und dem RKI hätten schrillen müssen. Allerdings brauchte man 18 weitere Tage, oder mehr als zwei Wochen, um die Risikoeinschätzung zu ändern. Und damit auch eine Woche nach dem ECDC.

Aus meiner Sicht wirkt das RKI viel zu verträumt und hat wertvolle Zeit verschenkt und vor allem mit seiner lange Zeit geltenden (bis zum 16. März!) geltenden Einschätzung als mäßige Gefahr dazu beigetragen, dass die Pandemie in Deutschland verharmlost war Und damit auch seinen Anteil an steigenden Zahlen der Infizierten und Toten!

Das Problem ist, dass hier zu viele Menschen immer nur auf das RKI schauen, aber zu wenige auf die WHO oder das ECDC. Ich finde es insbesondere problematisch, dass wir damit auch mindestens drei Organisationen haben, die unterschiedliche Einschätzungen vornehmen. Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass wenn das Risiko weltweit als sehr hoch von der WHO angesehen wird, es natürlich auch mindestens auch als hoch in Europa oder Deutschland zu gelten hat. Es ist vollkommen unmöglich sinnvoll zu kommunizieren, dass Deutschland als Transitland und Touristenziel bei einem sehr hohen Risiko gleichzeitig nur ein mäßiges Risiko aufweist. Das sind Mixed Messages. Das geht nicht!

Da baucht es dringend Reformen. Da kann nicht jedes Land in Europa einfach irgend ein Institut benennen, wo die Expertenrunde eine ganze eigene, von der WHO unabhängige Meinung hat. Nein, die Basis muss immer die WHO-Einschätzung sein. Dann gerne auch mit regionalen Hinweisen wie: „Wir haben in Deutschland noch keinen Fall von X“. Die Risikoeinschätzung hat nichts mit dem Fortschritt einer Epidemie im eigenen land zutun. Heute reist sowieso jeder überall hin. Viele haben Freunde, die z.B. nach China, Neuseeland, Japan, Brasilien, Kenia, Südafrika gereist sind oder reisen werden. Entweder weil sie dort Verwandte haben, oder dort Urlaub machen. Es ist doch in Zeiten der Globalisierung völlig wahnwitzig davon auszugeben, dass was Hubei entsteht auch in Hubei bleibt! Und umgekehrt!

Die Empfehlungen die das RKI ab dem 17. März gibt, hätten sie bereits am 31. Januar ansatzweise geben können, denn da gab die WHO den globalen Notstand wegen #COVID19 bekannt. Das einzige was sich geändert hat ist, dass es jetzt mehr Fälle in Europa gibt und man vor allem in Italien und Spanien die Folgen sieht.

Bei einer Epidemie zählt manchmal jede Stunde oder jeder Tag, um mit frühzeitigen Maßnahmen eine Eindämmung zu bewirken. das RKI hat eben eine spezielle Bedeutung und damit einhergehend eine besondere Verantwortung. Ein Verhalten wie in diesem Jahr ist daher nicht tolerierbar. Entweder die Rolle des RKI wird verändert oder da müssen knallharte Reformen durchgeführt werden. Ich persönlich fände es am sinnvollsten, wenn das ECDC für alle EU-Länder die Einschätzung auf Basis der WHO-Empfehlungen gibt. D.h. jede WHO-Warnung wird durchgereicht und mit eigenen Kommentaren ergänzt. Es sollte kein EU-Land geben, dass sich anmaßt globale Pandemie als harmlos abzutun. Das kostet Menschenleben und macht keinen Sinn!

Written by tlow

21. März 2020 at 13:19

Leser_innenbrief an den SPIEGEL zum Cover 01/02/2020: „#MadeInChina“

Ich habe hier einen Leser_innenbrief einer Kielerin aus China. Als Gästin-Beitrag zu dem, was in China, der Welt aber auch in Deutschland und Kiel heute passiert.

Der SPIEGEL-Titel vom 01.02.2020
Sehr geehrtes Spiegel-Magazin,
 
hallo, ich bin eine normale Design-Studentin aus China und lebe schon seit 10 Jahren in Deutschland. Ich mag Deutschlands Kultur, habe hier viele nette Menschen kennen gelernt, aber leider habe ich auch mal Diskriminierung erlebt. Ich war nie ein empfindlicher Mensch, deshalb lache ich immer darüber und denke, überall trifft man verrückte dumme Menschen.
 
Den Spiegel kannte ich schon, bevor ich nach Deutschland gekommen bin, als Vorbild um Deutsch zu Lernen. Ich dachte, der Spiegel ist ein neutrales, hervorragendes und verantwortliches Magazin. Für Sie arbeiten ganz viele ausgezeichnete Journalisten. Ihr schreibt nie langweilige Texte und ihr habt gute Punkte, auch mit Humor.
 
Aber diesmal muss ich hier leider wegen dem Cover von No. 6/ 1.2.2020
vom Spiegel Magazin schreiben. Ich muss sagen, dass ich super erschrocken und enttäuscht davon bin. Deutschland ist ein humanitäres und demokratisches Land. Was Deutschland zeigt, ist, dass hier Menschenrechte und Menschenwürde sehr wichtig ist. Aber leider kann ich es diesmal nicht mehr so sehen.
 
Ihr seid ein großes und wichtiges Magazin in Deutschland, ihr könnt entscheiden was verbreitet wird, und wie die Menschen denken. Es ist manchmal wie erziehen. Man muss schon nachdenken was danach kommen könnte, man ist verantwortlich für was man schreibt und was man verbreitet, bei eurer Reichweite und Einfluss.
 
Nach euren Informationen über die Welt urteilt Deutschlands Bevölkerung, und verhält sich dementsprechend. Was direkt danach passiert ist, ein chinesisches Mädchen wurde böse verletzt von 2 anderen Mädchen in Deutschland. Dieser Tage höre ich viel, von solchen Erlebnissen. Alle rennen vor Asiaten weg und denken, dass Chinesen schmutzig sind. Was in meinem Umkreis passiert ist, wir steigen in die U-Bahn und eine Oma springt sofort auf. Beim Restaurant fragen sie, ob sie chinesische Mitarbeiterinnen haben, ob sie sauber sind, oder schauen uns voller Angst an.
 
In unserem Land erleben wir eine richtige Todesgefahr, viele Familien werden auseinander gerissen durch den Tod. Die Menschen da kämpfen für deren Leben und wir als Familien haben die ganze Zeit große Sorgen und Angst. Mit diesem Cover haben Sie für uns als Menschen noch mehr Schmerzen bereitet. Es bringt Angst nach Deutschland. Ihr habt nicht nur was schreckliches für China, sondern auch für Deutschland gemacht. Ihr verwechselt Menschen mit einem abstrakten Begriff oder Gefahr. Es ist rassistisch und diskriminierend und gefährlich für alle Asiaten in Deutschland. Ich finde es richtig humorlos und ekelhaft. Diskriminierung ist das Virus, bitte nicht wiederholen.
 
Mit keinen Grüssen,
Shi aus Kiel

Written by tlow

15. Februar 2020 at 14:36

FDP und die Heizpilze

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Das ist einfach zu schön, um es nicht zu zitieren. Eine Pressemitteilung der Ratsfraktion der FDP in Kiel. Es geht um das geplante Verbot von Heizpilzen (SHZ berichtete) Ich finds eine lustige Realsatire, aber ich bin ja auch ein wenig komisch 😉 :

Fragwürdige Akzeptanz trifft auf hohen Kontrollaufwand


In der Diskussion um ein Verbot von Heizpilzen auf öffentlichen Flächen sagt der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Hubertus Hencke:
„Zunächst einmal muss das Thema in die richtige Relation gesetzt werden:
Nach Angaben der DEHOGA würde weniger als jeder achte gastronomische Betrieb in Kiel Heizpilze einsetzen. Daher steht ein Verbot in keinem angemessenen Verhältnis zum Umsatzeinbruch.
Ein Verbot wäre zudem ordnungsrechtlicher Dirigismus, der hohen Kontrollaufwand erzeugt und auf fragwürdige Akzeptanz stößt. Es sollte vielmehr auf den freiwilligen Verzicht von Wirten und Gästen gesetzt werden.
Aber offenbar will der Bürgermeister seine eher durchwachsene klimapolitische Bilanz nun auf dem Rücken der Kieler Gastronomen aufpolieren. Dafür nimmt er in Kauf, dem Tourismusstandort Kiel zu schaden und den Verlust an Gewerbesteuereinnahmen zu verantworten.
Dabei ist es ausgerechnet der Bürgermeister, der einmal zur Rechtfertigung der mit seinem Flug nach China einhergehenden Emissionen sagte:
„Internationale Kontaktpflege ist für Kommunen im Zeitalter globalisierter Märkte auch in Ansehung von Klimaschutzzielen notwendig.“
In Anlehnung an dieses Zitat weist die FDP-Ratsfraktion darauf hin, dass ebenfalls die Pflege der lokalen, sich entwickelnden Betriebe mit Außengastronomie notwendig ist – auch in Ansehung von Klimaschutzzielen.“
V. i. S. d. P.

Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

Mein Kommentar: Heizpilz statt Fußpilz!

heizpilz

heizpilz (Photo credit: grundkonzept.)

Und um noch mal sachlich zu werden:

Hier argumentiert die FDP, dass ja nur 1/8 (also rd. 13 Prozent) der Betriebe diese Heizpilze einsetzen. Wieviele das in ganzen Zahlen sind, weiß ich nicht. Aber eins weiß ich: Kiel hat mittlerweile keinen Oberbürgermeister mehr, sondern eine Oberbürgermeisterin. Das sollte selbst die FDP inzwischen bemerkt haben, auch wenn sie sonst wenig merken. Zudem ist fraglich, dass wenn diese Regelung nur 1/8 der Gastronomen betrifft, weil 87% der Gastronomen das nicht brauchen oder ablehnen: Wieso ist das dann ein Problem, wenn es verboten bzw. reguliert wird? Oder auch: Benachteiligt sind zur Zeit die Gastwirte, die freiwilligen Verzicht üben, weil diese keine kuscheligen Heizpilze im Freien leisten wollen oder können. Ist das nicht auch eine Beeinträchtigung eins Wettbewerbs wo derjenige gewinnt, der weniger auf das Klima achtet?

 

Insofern: Scheiß auf die Heizpilze!

Written by tlow

6. Februar 2013 at 19:39

26.01.11 Buchvorstellung und Diskussion – Streiks in China

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Mitte 2010 rollte eine Streikwelle durch die Fabriken Chinas. Die WanderarbeiterInnen erkämpften sich höhere Löhne und lösten eine weltweite Debatte über das Ende des Niedriglohnmodells aus, das hinter Chinas Aufstieg zur „Fabrik der Welt“ steht und auch Europa billige Konsumgüter beschert.

Im Oktober 2010 ist bei Assoziation A das Buch „Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China“ erschienen. Pun Ngai und andere AutorInnen aus China analysieren das Schicksal und die Kämpfe verschiedener MigrantInnengruppen – darunter Bau-, Fabrik- und SexarbeiterInnen – und beleuchten die Hintergründe der aktuellen Streiks und Klassenbildungsprozesse in China.

Foto-Lizenz: Creative Commons

Bei der Veranstaltung wird einer der Übersetzer, welcher bereits an dem Buch „dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen“ mitwirkte, das Buch vorstellen und die Streikwelle und ihre Hintergründe darstellen. In der Diskussion wird es auch um die Frage gehen, inwieweit sich heute in Zeiten der Krise und zunehmender sozialer Kämpfe in verschiedenen Teilen der Welt neue Formen der Bezugnahme, des Austauschs und der Unterstützung finden lassen.

Mittwoch, 26.01.2011
Alte Meierei, Hornheimer Weg 2, Kiel
VoKü ab 19 Uhr, Buchvorstellung ab 20 Uhr

Mehr Infos zu dem Buch und weiteres zu China findet ihr unter www.gongchao.org und auf den Seiten der Alten Meierei, Kiel.

Quelle: Seiten der Gewerkschaft FAU Kiel

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