KielKontrovers

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Bis #Ostern keine Ende in Sicht? #CoronaKiel

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Ministerpräsident Günther hält es für noch zu früh, eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung überhaupt zu diskutieren. In Österreich dagegen steht bereits ein Zeitplan zur Lockerung.

Der Konsens bei der Marschroute für Deutschland ist bisher quasi ein Diskussionsverbot über Lockerung zu reden VOR dem 20. April. Das ist allerdings hochproblematisch.

Es bedeutet nämlich entweder:

  1. Am 20. wird eine Lockerung erst Ab Ende April/Mai (also 1-2 Wochen danach) geplant. Die Diskussion dauert und nach einer Ankündigung brauchen die Menschen sicher 1-2 Wochen um es überhaupt aufgreifen zu können. (also Lockerung frühestens 27.3.)
  2. Die Politik wird eventuell am 20.4. ad hoc eine Lockerung. Das würde bedeuten, dass alle Leute gleichzeitig loslaufen, kaufen, Strom verbrauchen, Abwasser benutzen, Ausflüge machen. Das geht eigentlich auch nicht.

Momentan finde ich den Ansatz der Österreicher da für den jetzigen Zeitpunkt richtig:

  • JETZT einen Plan vorstellen für in ein paar Tagen. Dabei Optionen einbauen
  • Bei steigenden Zahlen in EINEM Ort, Hotel,… kann es örtlich begrenzt wieder strenger gehandhabt werden.

Auch OB Ulf Kämpfer fordert zu Recht die Lockerungen jetzt zu diskutieren.

Viele denke wir brauchen noch weitere Daten, aber man kann jetzt schon konstatieren:

  • In Kiel gehen die Zahlen der Aktiven Fälle zurück
  • In Deutschland ging das Wachstum von zunächst 1,4 (40% pro Tag) auf nun 1,05 (5%) zurück. Das meiste davon schon bereits vor den strengen Maßnahmen des Kontaktverbots
  • Es wird kein Ende der Infektionen auf absehbare Zeit geben. Wir werden mit diesem Virus leben müssen!
  • Für viele Betrieb bedeutet dieses Virus das unvermeidliche Aus. Viele denken, es ginge nur um einen gewissen Ausgleich für Verluste durch Geld vom Staat. Aber so viel Geld, wie das derzeit kostet hat kein Staat. Egal was der Staat gibt, ist es ein Tropfen auf den heißen Stein!
  • Damit einhergehend werden sehr viele Menschen ihren Job für vielleicht immer verlieren. Weder kommen alle Unternehmen zurück noch wird man danach wieder die Arbeitsplätze aufstocken.
  • Für mich das wichtigste Argument: Es gibt bislang überhaupt keinen Hinweis, dass die strengen Maßnahmen irgend eine Wirkung haben: Italien hat genau wie Deutschland und auch früher als wir harte Maßnahmen ergriffen. Aber bisher ist es das Land mit den meisten Toten (>15.000 derzeit). Gleiches gilt für Spanien (>13.000 derzeit). Im Gegensatz dazu hat Südkorea weder Ausgangssperren verhängt noch Läden oder Cafés verschlossen. Man hat primär konsequent und gezielt Virenverbreitung gestoppt. Ich glaube nicht ein mal, dass die Überwachungsapp da den Hauptanteil hatte. Auch Japan und Schweden sind sehr lax bei den Regeln und man sieht dort auch keine dementsprechend größeren Probleme.

Die Schulschließungen ab dem 15. März waren richtig. Man hatte seit Ende Dezember, seitdem man wusste, dass auf uns eine Welle zu rollt drei Monate quasi nicht gehandelt und die Gefahr so lange heruntergespielt bis man nicht weiter daran vorbei schauen konnte.

Unsere größte Schwäche in Deutschland ist die unvergleichliche Arroganz gegenüber dem Ausland. Wir denken wir sind in der Pflege Nr.1 und in der Medizin und in Asien spinnen sie alle mit ihrem Mundschutz? Oder wir denken, das solche Viren ja nur in Asien bleiben, weil das Virus vor Deutschland Angst hat? Oder wir ja so viel hygienischer sind und alles besser können?

Wie es aussieht, können wir es eben oft nicht besser. Und mein Vertrauen zur Bundes- und Landesregierung ist in der Krise nicht gerade gestiegen. Entweder die Politik sagt uns nicht, was sie weiß, oder sie hat keinen blassen Schimmer, welche Folgen das Ganze auf uns haben kann? Folgen wie: Depressionen, Ḱrankheit und Tod, aber auch Verschuldung und vieles mehr. Deutschland wird danach nicht mehr das gleiche Land sein. Manche Menschen stellen sich gerade zu 100% auf digitale Belieferung um und manch analoger Laden wird damit der Vergangenheit angehören.

Für den Staat bedeutet es nicht nur hunderte Milliarden an Mehrausgaben, sondern viel mehr auf die nächsten 10 Jahre auch Mindereinnahmen. Und das kann auch bedeuten, dass weniger Geld da ist für Projekte, evt. eine Abschaffung von Sozialhilfe und Hartz IV, weitere Entlassungen.

In den Medien wird immer noch so diskutiert, als wenn man einfach mehr aus einem Fass entnehmen könnte auch wenn der Zufluss weniger wird. Vielleicht geht es noch eine Weile, aber dann müssen neue Quellen gefunden werden.

Die meisten Leute denken wirklich es wäre eine kurze Episode des Luftanhaltens, die man überbrücken kann. Sie denken zur Zeit noch nicht, dass ihr Job gefährdet ist. Aber JEDER Job ist derzeit gefährdet: Vom Top-Manager bis runter zur Putzkraft. Das Vertrauen der Bürger:innen in die Politik ist absolut unbegründet. Niemand war auf das vorbereitet, was kam. Und so viel gestehe ich zu: So schnell wie es kam, war es schon heftig. Aber dennoch gab es Warner von der WHO oder Bill Gates. Wissenschaftler wussten seit Jahren, dass so etwas irgend wann kommen wird. Aber man hat sich nicht vorbereitet.

Es ist wie ein Tsunami. Wenn der kommt bleibt einem nicht viel Zeit zu reagieren und die Möglichkeit den Schaden zu begrenzen ist kaum vorhanden. Es wird dann schnell wichtig die Folgen zu begrenzen. Das jetzt anzugehen ist die wichtigste Aufgabe.

Den Zustand der Bedrohung wird nach Einschätzung vieler Experten noch ein bis zwei Jahre andauern. Es geht hier nicht darum einen Spurt hinzulegen, sondern einen Marathon zu laufen. Jetzt muss der Schaden insgesamt begrenzt und das Gesundheitssystem für den nächsten Tsunami besser aufgestellt werden.

Seien wir froh, dass trotz der vielen Kürzungen im Gesundheitsbereich, in unserem Land doch relativ zu vielen Volkswirtschaften noch mehr an Bettenkapazität vorhanden war.

Das es gerade in den USA schrecklich wird war klar: Vielfach keine Krankenversicherung, geringe Bettenkapazität, zum Großteil privatisiertes Gesundheitssystem,… obwohl das, was man aus New York hört fürchterlich ist, wird es noch weitaus schlimmer. Es sind nicht die Neoliberalen in Deutschland gewesen, die uns vor diesem Schicksal bewahrt haben, vergessen wir das nicht!

Written by Thilo

6. April 2020 at 14:48

Veröffentlicht in Gesundheit, Rathaus

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#COVID19 Hat die USA Berlin #3M Masken in Thailand „geklaut“?

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In Berlin spricht man von Wildwest-Methoden und moderne Piraterie (Innensenator Andreas Geisel):

Auch der regierende Bürgermeister Berlins stieg in die Bütt:

Wieder berichten deutsche Medien von A-Z darüber, als würde es sich um Fakten handeln: rbb24, Spiegel you name it…

Belege scheint es darüber nicht zu geben. Quelle war Andreas Geisel als Berliner Innensenator. 3M bestreitet, dass es je eine Bestellung gegeben hat. Das wäre ja ganz einfach zu widerlegen. Erschreckend wieder ein mal, wie unreflektiert solche Fake News von den deutschen Qualitätsmedien ungeprüft in die Welt gesetzt werden.

Ich dache ihr seid der Meinung gute Recherche kostet Geld und ihr würdet das bieten? Sollen die Abonnenten mal ihr Geld zurück verlangen?

Lese auch : diesen Artikel auf KIELKONTROVERS zum Fall in Frankreich.

Update 5.4.: Nun auch in den Massenmedien, dass das Fake News war (n-tv)

Written by Thilo

4. April 2020 at 09:16

Interview mit Leonid Kharlamov #Quarantäne und Kunst in Zeiten von #COVID19de

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Thilo von KielKontrovers: Hallo Leo, Du bist Teil des Künstlerkollektivs Quarantäne (Blog, Facebook),dass es glaube ich seit 2012 gibt? Kannst Du sagen, was ihr die letzten Jahre so gemacht habt und was habt ihr euch bei dem Namen gedacht habt?

Leo: Ja, Quarantäne gibt es schon seit acht Jahren. Zu Anfang war das ein Ausstellungsprojekt , welches sich dann in ein Künstlerkollektiv transformiert hat. Die Mitglieder sind Elena Kaludova, Detlef Schlagheck, Marc Pospich und ich. Der Grundprinzip von „Quarantäne“ ist eine gemeinsame Handlung. In unserem Fall sind das die Vorbereitungen von Ausstellungen. Wir glauben daran, dass es notwendig ist, kollektiv zu arbeiten. Ohne Vorgaben treffen wir uns mit anderen von uns eingeladenen Künstlern und setzen ein gemeinsamen Ziel, zu einem festgelegten Datum eine Ausstellung fertigzustellen. Das haben wir die ganze Zeit gemacht. Jährlich stellen wir eine Gruppe von Künstlern zusammen und begeben uns in eine freiwillige Quarantäne. Wir kooperieren auch mit kulturellen Institutionen, solchen wie HBK Saar, NCCA Jekaterinburg, NKI Marzahn und Dupini art group aus Bulgarien. Die Erfahrungen, die wir gesammelt haben, prägen uns künstlerisch sehr. Wichtig für unsere Entwicklung ist die Kommunikation mit den anderen Gleichgesinnten. Dafür machen wir die „Quarantäne“. Der Name widerspiegelt einen Zustand der gemeinsamen Selbstisolation. Sie ist enorm wichtig für ein kreativen Prozess in einer Gemeinschaft, denn sie ermöglicht uns eine vollständige Konzentration.

KielKontrovers: Du wohnst in Hamburg? Was hast Du VOR der Coronakrise gemacht?


Leo: Vor der Krise habe ich meine Kunst gemacht und gearbeitet. Ich arbeite als Betreuer in einem Atelier von Künstlern mit geistigen und psychischen Behinderungen und bin Dozent an der „Lichtwarkschule“, einer Institution in Hamburg, die Kunstkurse an der Grundschulen organisiert.
Kunst kann ich auch jetzt weiter machen. Ich hoffe, dass ich nach der Coronakrise zu allen meinen Tätigkeiten zurückkehren kann.

KielKontrovers: Was sind Deine Eindrücke der Coronakrise? Wie hast Du es erlebt?

Leo: Ich bin erschrocken. Wir erleben momentan eine sehr schwierige Phase wo alles, was wir für wertvoll halten, auf eine Prüfung gestellt wird. Davon welche Entscheidungen jetzt fallen, hängt die Zukunft ab. Ich persönlich finde die Politik heute zu unvorsichtig und nicht weitsichtig genug. Es gibt in der Gesellschaft keine Diskussionskultur. Es gibt eine bestimmte Einstellung, welche jede Abweichung nicht akzeptieren möchte. Und das ist ein sehr schlechtes Zeichen.

KielKontrovers: Im Internet verbreitest Du Videos zu Deiner eigenen Quarantäne. Corona?

Leo: Wir sind jetzt gerade alle in Quarantäne. Ich denke es gibt Niemanden in Deutschland, der von der Maßnahmen nicht betroffen ist. Viele Menschen sitzen zu Hause. Meine Kunst ist sehr oft kontextbezogen. Meine Videos sind meine Reaktion auf die Situation. Ich mache sie sehr minimalistisch, mit den Mitteln die ich zur Zeit zur Verfügung habe.
Meine Videos entstehen gerade außerhalb der Gruppe Quarantäne. Es ist mein persönliches künstlerisches Tagebuch. Jeden Tag drehe ich ein kleines Musikvideo. Es ist sehr interessant zu beobachten, was alles ungeplant passieren kann in einem begrenzten Raum. Heute filmte ich aus dem Fenster: Zuerst joggte ein Mann vorbei, dann fuhr ein Polizeiauto ihm hinterher. Man könnte denken, der Mann war auf der Flucht. Der Film war fertig. Ein glücklicher Zufall! Die Quarantäne Gruppe bereitet gerade auch ein Projekt vor. Bald wird es im Netz zu sehen sein. Es ist immer eine interessante Frage, was man alles braucht um Kunst zu machen? Ich stelle immer wieder fest, dass man eigentlich nicht viel braucht. Man kann es fast immer tun. Diese Erkenntnis ist echt gut! Die Gruppe muss in diesen Zeiten die gewohnten Strategien umdenken. Damit sind wir gerade beschäftigt.

KielKontrovers: Was denkst Du über die Simulationshypothese ?

Leo: Es ist eine Hypothese, also noch nicht bewiesen, wie ich es verstehe. Ich finde solche Überlegungen sehr interessant und inspirativ. Viele Künstler stellen sich immer wieder die philosophische Frage, ob die Welt, die wir kennen, real ist. Es liegt wahrscheinlich daran, dass sie tagtäglich mit selbst erstellten Welten zu tun haben. Irgendwann denkt man: Wenn ich einr Welt kreieren kann, könnte es sein, dass ich auch ein Teil von einem künstlichen Universum bin? In Twin Peaks wird gesagt: Wir leben in einem Traum, nur wer sieht ihn sich an? Es gibt so viele Theorien und ich finde es wahnsinnig interessant! Ich sehe die Simulationshypothese als eine Vermutung, dass es Zivilisationen gibt, welche ihre Vergangenheit simulieren, verstanden. Also könnte es sein, dass wir nur eine Simulation sind von der Vergangenheit eines höheren Intellekts. Was ich nicht herausfinden könnte, ob wir nach diese Hypothese selbständig sind. Gibt es für uns einen freien Willen, oder werden unsere Handlungen vorbestimmt?

KielKontrovers:“Simulation“ ist ja auch mehrdeutig. Es wird ja auch in der Wissenschaft verwendet. Wenn ich über Quarantäne nachdenke, so geht es dabei ja auch oft um den Schutz vor etwas Unsichtbaren. Und es ist ein Unterschied zwischen freiwillig und erzwungen. Wenn Künstler eine freiwillige Quarantäne eingehen, ist es doch eine andere Qualität, als wenn man nicht rausgehen „darf“? Die Zeiten ändern sich. Als ihr „Quarantäne“ gegründet hat, war der Begriff auch nicht so aufgeladen wie heute.

Leo: In der Wissenschaft wird ja ständig simuliert, um notwendige Umstände für ein Experiment zu kreieren.Ausgangssperre ist etwas anderes als Quarantäne. Ausgangssperre ist eine politische Entscheidung. Es ist die Einschränkung auf eines Grundrechts. Jede politische Entscheidung darf und muss hinterfragt werden. Es ist zu beobachten, dass Angst momentan die Lebensweise der Menschen bestimmt und sie stumm macht. Es wird kaum dagegen protestiert. Mit Angst wird argumentiert und aus Angst werden Entscheidungen getroffen. Das haben wir, nach meinem Verständnis dem Christentum zu verdanken. Obwohl wir im 21. Jahrhundert leben, handeln wir ähnlich wie im Mittelalter. Wenn eine Plage kommt, versuchen wir es durch Askese zu überwältigen, denn eine Plage gleicht einer Strafe. Diese Auffassung wird als alternativlos gesehen. Ob das die richtige politische Strategie ist, bezweifle ich. Den Begriff Quarantäne verwenden wir als Künstlergruppe in einem anderen Zusammenhang. Natürlich ist es eine freiwillige Isolation. Im Endeffekt erstellen wir auch eine Simulation, um ein künstlerisches Experiment durchführen zu können.

KielKontrovers: Apropos Simulation: Welche Rolle spielt bei Deiner Kunst die eigene Vorstellungskraft oder auch Träume?

Leo: Eine sehr wichtige. Ohne Vorstellungskraft kommt man nicht weit. Es ist ein notwendige Instrument. Träume sind aber etwas Anderes. Die passieren einfach. Es ist ein unbewusster Prozess. Eine perfekte Angelegenheit in die Tiefen des menschlichen Natur zu forschen.


KielKontrovers: Willst Du schon irgend was erzählen oder neugierig machen auf das, was ihr als Künstlerkollektiv als nächstes macht?

Leo: Ich kann noch nichts wirklich Konkretes sagen. Nicht, weil es ein Geheimnis ist, sondern weil wir noch selbst nicht alle Entscheidungen getroffen haben. Wir beeilen uns aber. Momentan kann ich erzählen, das es ein Projekt ist, das in einem virtuellen Raum stattfindet und die Kooperation vieler internationale Künstler beinhaltet.

Written by Thilo

30. März 2020 at 13:56

#Kontaktsperre Aber was dann? #COVID19de #Ausgangssperre

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Die Beschlüsse zur Durchsetzung einer Kontaktsperre sind die Spitze des Eisbergs beschlossener Maßnahmen. Doch wie kommen wir wieder zurück zur Normalität?

Im Grunde ist es relativ einfach, Maßnahmen zu beschließen, wie in den letzten Wochen zur Eindämmung der globalen Pandemie auch in Deutschland. Und es macht durchaus Sinn! „Einfach“ deshalb, weil man nur zur Papier bringt, was gesetzlich möglich ist. Es finden zwar im Vorwege Abwägungen statt, aber solange niemand klagt, gibt es kein Hindernis bei der Umsetzung. Die Regeln sind dann in Kraft, wie z.B Schulschließungen. Die Probleme fangen dann allerdings schon an, wenn die Beschlüsse reifen: Wenn man Schulen schließt, gibt es dann auch Elearning für Zuhause? Wie lange wird geschlossen?

Quelle: Worldometer / Johns Hopkins University

Als am vergangenen Sonntag den 22. März die Kontaktsperre bundesweit verhängt wurde, deutete sich bereits an, dass es eine entscheidende Wende bei den Neuinfizierten geben könnte: Bereits am Samstag waren weniger Neuzugänge zu verzeichnen (13% statt 30%). Zu früh, um von einer sicheren Trendumkehr zu sprechen, aber doch Grund genug genauer hin zu schauen. Doch die Kontaktsperre kam. Nicht mehr als zwei Personen dürfen draußen zusammen stehen oder gehen. Den Vogel schoss die Stadt Kiel ab, die das sogar für Umzüge ernsthaft empfahl:

Was blieb ungeregelt und legal?

  • Man kann sich mit beliebig vielen Leuten nacheinander treffen. Theoretisch also 1000 Kontakte/Tag.
  • Arbeitsbedingungen in Firmen vollkommen ungeregelt Da wird nur auf die Vernunft der Arbeitgeber vertraut. Dabei ist hier das Ansteckungsrisiko bei Kollegen und zu Kunden besonders hoch
  • Ich nehme an in Autos darf man auch nur noch zu zweit fahren. Ab der dritten Person dann ein zweites Auto.
  • Große Hubs wie der Hamburger Hauptbahnhof, Flugzeuge, Busse, Züge,… bleiben unberührt

Was wurde illegal? (bis zu 25.000 € Strafe!)

  • Ein älteres Ehepaar kauft zusammen mit einer Dritten, nicht verwandten Person ein.
  • Ein Paar trifft Bekannte und sie sprechen miteinander.
  • Drei Bekannte, die zusammen von A nach B wollen. Eine davon wohnt in einer Nachbar-WG im selben Haus, aber sie wohnen auf dem Papier nicht in der gleichen Wohnung. –> Eine Person muss dann hinter oder vor den beiden anderen gehen. Im Grunde wahrscheinlich jeder für sich, da man auf Gehwegen selten so viel Platz hat, dass man 1,50 Meter Platz zu zweit hat!

Was passiert mit uns?

Die Beispiele zeigen, dass die beschlossenen Maßnahmen nicht geeignet sind, die Ansteckungsgefahr zu minimieren und sie treiben seltsame Blüten. Freunde und Nachbarn verpetzen einander und beschimpfen sich gegenseitig. Eine Atmosphäre des Misstrauens und der Missgunst verbreitet sich in Deutschland, geschürt durch Medien und Politik. Die Medien forderten immer noch mehr Maßnahmen und die Politik wirkt wie getrieben. Dabei wird die Pandemie längt zur Nebensache. Natürlich sollte man Kontakte verringern und vor allem bestimmte Hygieneregeln beachten. Aber wo leben wir eigentlich mittlerweile? Ich habe die letzten Wochen immer stark dafür plädiert die Pandemie ernst zu nehmen und auc darauf verwiesen, wie nachlässig das Robert Koch-Institut bei der Verschärfung der Bewertung war. Wir haben einen globalen Gesundheits-Notstand. Das ist kein Scherz!

Aber auch das ist wahr:

  • Das Virus wird nicht von heute auf morgen verschwinden, sondern bleiben und sich verändern, wie bisher jeder Virus. Es kommt auch nicht aus dem Nichts, sondern seine Ahnen sind wahrscheinlich mindestens genau so alt wie das Leben auf der Erde. Als auch älter als wir Menschen!
  • Menschen werden weiter infiziert werden und auch sterben, wie bei vielen Krankheiten und auch Unfallgeschehen.
  • Wir können die Maßnahmen nicht in alle Ewigkeit ausdehnen. Irgend wann müssen wir wieder zu irgend einer Normalität kommen, die Schüler in Schulen, Arbeit muss getan werden usw.

Bei der Pandemie geht es nur darum, sie einzudämmen, Neuinfektionen hocheffizient zu vermeiden, neue Ansteckungscluster früh zu erkennen, die Krankenhauskapazitäten bereit zu halten, damit möglichst alle Patient:innen eine optimale Versorgung erhalten können. Damit möglichst viele Menschen überleben wenn sie angesteckt werden. Dies gilt auch nicht nur für #COVID19!

Die Maßgabe möglichst viele Menschenleben zu retten finde ich gut. Aber können wir das vielleicht zu einer allgemeinen Regel machen, z.B:

Diese Pandemie bleibt aber etwas Besonderes, weil wir jetzt akut handeln mussten. Aber nicht jede Maßnahme war angemessen.

Wie geht es weiter?

Hauptaufgabe ist nun, eine Exitstrategie der Politik. Die ist mit dem vergangenen Sonntag in die falsche Richtung tiefer in die Krise marschiert. Erst heute wirkt die Kontaktsperre richtig und macht keine rechten Sinn, wenn man sie dann nicht auch mindestens zwei Wochen durchzieht. Aufwand und Ergebnis stünden in keiner vernünftigen Relation.

Dabei sind die Folgen der Krise heute schon verheerend. Komischer weise machen sich angeblich nur wenige Deutsche Sorgen um ihre finanzielle Situation, aber große Sorgen darum, angesteckt zu werden.

Aber eigentlich ist es umgekehrt: Jeder wird von der Krise betroffen sein. Der Staat kann das nicht auffangen, insbesondere, da er derzeit nichts dafür tut die Krise abzuwehren. Angesichts der Schwere der Krise sind jegliche Beträge, die genannt werden lächerlich. Es geht nicht um die Rettung einer Industrie, sondern der kompletten deutschen Gesellschaft! Dagegen ist das PERSÖNLICHE Ansteckungsrisiko eher gering. Wenn es lediglich 30.000 Infizierte gibt bei 80 Millionen Menschen.

Offenbar ist man da aber zusammen mit den Medien mit vollem Elan in eine Sackgasse gelaufen, ohne sich Gedanken über die Folgen zu machen. Alles tun um Tote zu verhindern? Ja, dann bitte ab sofort konsequente Klimapolitik, denn die kommenden Naturkatastrophen werden auch zu vermehrten Todesopfern führen!

DIESE Krise ernst nehmen, JA! Aber auch dieses denken auf andere Probleme übertragen und auch dafür sorgen, dass das Leben weiter gehen kann!

Written by Thilo

24. März 2020 at 09:53

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#Covid19 Erste Lehren aus der #CoronaKrise

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Was haben wir bisher über unsere Gesellschaft gelernt, durch das Coronavirus?

  • Sozialisierung ist auf ein mal ein Thema. Die bayerische Staatsregierung organisiert die Produktion von Mundschutz und Desinfektionsmittel. Genau das sind Aktionen, die man wohl eher von der Linkspartei erwarten würde. Purer Sozialismus
  • Die ansonsten privatisierten Gewinne nimmt man gerne mit. Aber wenn das System zusammenbricht rufen alle nach dem Staat. Es zeigt wieder ein mal, dass der reine Kapitalismus ohne Solidarität nur bei schönem Wetter funktioniert. Viele Selbständige stürzen derzeit finanziell ins Bodenlose. Es gibt Bemühungen das staatlicherseits aufzufangen. Wird aber wohl nicht 100% gelingen. Es ist ein Hinweis, das zum Erhalt des Angebots an Dienstleistungen und Produkten auch eine Absicherung vorhanden sein muss. Unser System basiert darauf, dass zunächst jeder sich nur um sich selbst kümmert. Dies gefährdet aber in letzter Konsequenz das Gesamtsystem und kann nur durch das Eingreifen des Staates gerettet werden. Sonst gäbe es nach der Krise keine Läden mehr.
  • Die Individualmedizin kann Epidemien nicht richtig auffangen. Wenn nur dann Geld rein kommt, wenn Fallpauschalen berechnet werden können, fehlt wichtiges Geld für die Vorbereitung. Das Kaputtsparen des Gesundheitssystems in vielen Ländern hat dazu geführt, dass wir nicht adäquat auf Krisen reagieren können. (Dazu auch dieser Artikel auf englisch)
  • Die Arbeitswelt: Wir haben gelernt, dass wir zahlreiche Werkzeuge wie Clouds oder Videokonferenzen und Homeoffice haben, die uns ermöglichen auch ohne Büros zu arbeiten. Aber wir haben auch festgestellt, dass wir die bisher nicht ausreichen geprüft und genutzt haben. Viele merkten aber auch, dass sie damit auch mit wenig Aufwand anfangen können.
  • Neue Gefahren brauchen ihre Zeit, um anerkannt zu werden. Man konnte grundsätzlich erkennen, das der Föderalismus aber funktioniert.
  • Die Deutschen haben Freiheitsentzug schon bedenklich wenig kritisiert. Gleichzeitig haben viele vor allem am Anfang das Virus nicht ernst genommen.
  • Offenbar brauchte es keine Ausgangssperren, um die Neuinfektionen jetzt zu fahren mit Stand vom 22.3.?
  • … Der Rest wird sich zeigen!

Written by Thilo

22. März 2020 at 14:19

Veröffentlicht in Gesundheit

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