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OB-Wahl und warum es nix bringt. #obkiel2014

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Da es auf Twitter einiges Hin- und Her zum Pro und Kontra von Wahlen gab,

…hier noch mal meine Sicht zu Wahlen (und als Gegenargumente zu diesen Argumenten)  im allgemeinen und OB-Wahlen im Besonderen:

  1. Man hat bei einer Wahl immer zwei „Stimmen“ (nicht die Kreuzchen!): Mit der ersten wählt man einen Kandidaten und/oder eine Partei und mit der Zweiten wählt man das System als solches. Das heißt, dass man sich mit der Abgabe seiner Stimme auch mit dem Ergebnis und dem Gesamtkontext einverstanden erklärt. Man nimmt am Spiel teil. Wer also wählt, muss damit leben, dass hinterher die Parteien oder die Kandidaten nicht das machen, weswegen man sie gewählt hat. So trägt man selbst eine Mitverantwortung durch Teilnahme an der Wahl. Es sich leicht zu machen und zu sagen: „ich bin ja nur Wähler*in“.
  2. Würden Wahlen etwas ändern, so wären sie verboten!“ (Emma Goldmann) . Wahlen, gerade in einem repräsentativen Parlamentssystem finden in einem relativ engen Rahmen statt. So etwas wie eine Große Koalition belegt, dass es so etwas wie widerstreitende Interessen in dem parlamentarischen System nur sehr selten gibt und dass man trotz der Wahl einer Partei, dennoch die Macht an die gegnerische Partei mitüberträgt. Das lässt sich gar nicht verhindern. Einflussreiche Lobbies und ein engmaschiges System aus Einflüssen verhindert, dass es wirklich radikale und progressive Veränderung geben könnte. Zudem werden viele Entscheidung gar nicht mehr von Politikern und Parlamenten getroffen. Es herrscht die große „Alternativlosigkeit“ als Dauerzustand. Wahlen finden immer unter dem Damoklesschwert statt, Schlimmeres zu verhindern – so mal ganz banal gesprochen: „Wählt uns, oder wollt ihr die Nazis?“
  3. Wahlen haben nichts mit Mitbestimmung und Mitgestaltung zutun: Wer wirklich etwas ändern will, muss sich direkt engagieren und nicht nur alle 4-5 Jahre ein Kreuzchen machen. Hinterher fluchen sowieso alle, entweder bereits in der Wahlnacht oder wegen der Koalitionsbildung – oder weil keines der Wahlversprechen eingehalten wird. Letztlich ist es fast egal, wo man sein Kreuzchen macht, die Politik bleibt im Kern die Gleiche. Im Gegensatz dazu sehe ich das Engagement für konkrete Themen als äußerst lohnend an. Es bedeutet nämlich, dass man statt zu delegieren sich für die eigenen Interessen und die Anderer einsetzt. Das ist zum Großteil noch mühsamer als das Kleinklein der parlamentarischen Demokratie – und man bekommt oft keinen Rückenwind, sondern mehr Gegenwind von oben. Außer im Falle, dass man sein Engagement im Scheffel einer der Parteien stellt sitzt man dabei oftmals zwischen allen Stühlen – und die Medien lauschen auch eher der „hohen Politik“.

Die letzte Kommunalwahl in Kiel ist ein gutes Beispiel: Hier hat sich eigentlich wenig verändert nach der Wahl. Aber hätte die CDU mehr Stimmen gehabt, so hätte es vielleicht eine Schwarz(Gelb)-Grüne Kooperation gegeben. Wohl dann auch weiter mit der Stadtregionalbahn. Es ist kaum ein Ergebnis denkbar, bei dem es in de Grundfragen zu einer Kehrtwende gekommen wäre. Kleine Wählergruppen waren nicht in der Lage ausreichend Vertrauen zu gewinnen und haben eher dazu beigetragen engagierte Kieler*innen weiter zu ernüchtern. Die unterschwellige Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit zeigt sich dann eben immer mehr in der sinkenden Wahlbeteiligung.  Es wird immer wieder versprochen mehr auf die Bürger*innen zuzugehen, aber man will dann doch die aktuellen Projekte einfach durchziehen (z.B. Möbel Kraft-Ansiedlung oder Zentralbad). So geht das , seid ich politisch denken kann und es wird sich auch sicher nie ändern. Dazu sind die vorhandenen Interessen viel zu dominant!

Im Falle der aktuelle OB-Wahl in Kiel, so sind die Kandidaten beider großen Parteien beide fachlich ausreichend kompetent und beide plädieren für die o.g. Projekte. Der Gegenkandidat hat in einem Ausschuss auch einmal (versehentlich?) für Möbel Kraft das Zenrtalbad gestimmt. Wie ich schon sagte „Die große Alternativlosigkeit“ ist aus meiner Sicht die vorherrschende Kraft in der Politik. Die großen Aufregerthemen, um die sich gestritten wird, sind für die meisten Bürger nichts, was sie wirklich bewegt. Die Politiker sind, systembedingt, zu weit weg von den Bürgern. Sie sind auch nicht darauf angewiesen eine Mehrheit der Kieler*innen auf ihre Seite zu ziehen. Es reicht vollkommen aus, Wahlen zu gewinnen. Und das bedeutet oft nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung zum Wahlgang zu mobilisieren. Wenn in Gaarden unter 20 Prozent (Der Wahlberechtigten!)  zur OB-Wahl gehen, die Bevölkerung aber auch viele Menschen im wahlfähigen Alter enthält, die keine Wahlberechtigung haben, so kann man schon nicht mehr von einer Legitimation sprechen. Und davor haben die Politiker wirklich Angst: Das ihr Handeln delegitimiert wird. Ob nun durch sinkende Wahlbeteiligung oder durch einen erfolgreichen Bürgerentscheid. Politiker wollen und brauchen Legitimation und Macht um gestalten zu können. um sagen zu können: Der Souverän (das Volk) hat mich gewählt um einen Bahnhof zu untertunneln, 17 Hektar zu vernichten, ein Freibad zu schließen,… Was die Betroffenen der Politik wirklich wollen, spielt dabei meist gar keine Rolle. Eben weil Politik eben zumeist eines ist: Alternativlos! Und deswegen sind auch oft die Nebenschauplätze wie der Kleine Kiel Kanal so gern gepushte Wahlkampfthemen – weil  hier Politik greifbar erscheint und strittig und authentisch – als ob in Kiel darum heiß diskutiert würde.

Letztlich muss man als Wähler*in damit leben, dass die eigene Stimme und das Ergebnis, zu dem sie beigetragen hat in keinem Verhältnis zueinander stehen können.

Was bei der OB-Wahl nicht zu vergessen ist: Die Rolle des OB in Kiel ist sehr stark und wirkt zum Teil der gewählten Versammlung entgegen. Wer einen OB wählt, der stärkt damit auch dessen Rolle – unabhängig vom Ausgang der Wahl. Wir tragen Verantwortung dafür, welche Politik wir unterstützen und welche Rollen wir stärken, wo wir Legitimation schaffen. Zu oft und zu viele Ratsmitglieder wie Wähler*innen stimmen zwar bei Wahlen und Abstimmungen ab, erwarten dann aber, dass sie nicht für das Ergebnis mithaften. So kann Demokratie auf Dauer nicht funktionieren. Eben auch diese Nichtverantwortlichkeit führt zu der viel beklagten Politikverdrossenheit.

Politikverdrossenheit hat klare Ursachen und diese lassen sich nicht durch billige Polemik gegenüber überzeugten Nichtwählern wegdiskutieren. Letztlich ist es jedem selbst überlassen, ob er oder sie wählen geht. Ich bin auch in den letzten Jahren ab und zu wählen gegangen und habe es in den Fällen leider hinterher doch immer wieder bereut. Das mag in Abwägung bei jedem unterschiedlich sein, je nach politischer Ausrichtung.

Wozu ich aber ohne Bedenken aufrufen kann, ist an dem Bürgerentscheid zu Möbel Kraft-Ansiedlung teilzunehmen. Ob die Stadt Kiel das Ergebnis respektieren wird, wissen wir nicht. Verpflichtet wäre sie, aber die Erfahrung zeigt, dass viele Ergebnisse gerne politisch gedehnt werden. Z.B. sehe ich die Ergebnisse der Einwohnerversammlung 2011 zum Förderahmenplan nicht umgesetzt. Viele Bürger*innen haben da über ihre eigenen Vorschläge abgestimmt und für viele war es so, als wenn diese Abstimmungen bindende Kraft gehabt hätten. Heute wird das „Empfehlungen für eine generelle Zielsetzung“ (Fördeatlas Teil III) uminterpretiert. Wobei die Inhalte sehr kreativ umgedeutet wurden. Dabei gab es Anträge mit einem bestimmten Wortlaut, die konkret von den Einwohner*innen beschlossen wurden. So wurde die Einwohnerversammlung nachträglich zur Showveranstaltung und Farce.

Written by tlow

7. März 2014 at 09:37

Ergänzung zur Einwohnerversammlung zum Förderahmenplan

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Noch eine Ergänzung zu meinem Artikel vom 3.1.:

  • Die Kieler Nachrichten berichteten am 3.1., dass nur ein Antrag einstimmig abgelehnt worden sei – nämlich meiner zum Verwerfen des Rahmenplans. Dazu folgendes: Eine einstimmige Ablehnung würde erfordern, dass niemand dafür ist und alle dagegen. Wahr ist aber, dass es 2 JA-Stimmen gab und auch 6 Enthaltungen. Ist ja auch logisch – kaum ein Antrag würde einstimmig abgelehnt, denn das würde ja bedeuten, dass auch der Antragsteller gegen seinen eigenen Antrag stimmt. Dem war nicht der Fall.
  • Auch erweckt die  Kieler Nachrichten den Eindruck, dass ansonsten alle  Anträge durchgingen. Nach nochmaligem Anschauen der Einwohnversammlung (EV) im Offenen Kanal heute, habe ich mir noch mal alle Anträge notiert: Insgesamt gab es 23 Anträge, die abgestimmt wurden (einige wurden aus formalen Gründen nicht abgestimmt). Davon wurden 16 angenommen und 7 abgelehnt. Das bedeutet, dass nicht ganz 70% angenommen und ca. 30% abgelehnt wurden, also etwas weniger als jeder Dritte Antrag.

Abgelehnt wurden z.B. folgenden Anträge:

  1. Die Durchführung von Workshops für Nachhaltiges Wohnen
  2. Das Zurückführen des Seebades Düsternbrooks in den Urzustand
  3. Den Amphibienbus über die Marine anzusiedeln
  4. Die Flaggenparade am Rundwanderweg
  5. Nullemission für Kreuzfahrtschiffe Klimaschutz als Ziel in Rahmenplan (durch 6 Enthaltungen gekippt)
  6. Das Verwerfen des Rahmenplans
  7. Verbot von „Kunstbauten“ und Schwimmhäuser

Die stärkste Zustimmung erhielten Anträge zum Erhalt des Hindenburgufers, bzw. Anträge weiteres Zubauen der Förde zu verhindern. Allerdings erhielt auch ein Antrag für mehr Wohnbauten für Senioren an der Förde ausreichend Stimmen.

Wohnen an der Förde ist dabei für mich das heiss umkämpfte Thema in dem Zusammenhang. In der Projektbeschreibung finden wir unter Lebensqualität den Punkt:

  • Schaffung neuer Wohnqualitäten z.B. durch Entwicklung zeitgemäßer bzw. innovativer Beispiele für Wohnen am Wasser vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und unter Einbeziehung städtebaulicher Gestaltungsziele

Dies steht dem Wunsch vieler EinwohnerInnen entgegen, die eher weniger als mehr Bebauung am Wasser möchten. Ein Anwesender wollte auch gerne mehr Zugänge zum Wasser, um mit dem Paddelboot ins Wasser zu kommen, was oft nicht ginge wegen Privatbesitz und Betreten verboten.

Wir sehen hier auch einen Konflikt zwischen öffentlicher und privater Fläche. An der Hörn z.B. ist geplant, dass 50% der Bebauung Privatgrundstücke werden. Auch zu berücksichtigen ist, dass die Stadt Kiel im INSEKK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept, PDF) auf Seite 73 formuliert:

Dringend erforderlich ist jedoch die Aktivierung vorhandener Wohnbauflächen im innerstädtischen bzw. innenstadtnahen Bereich (z.B. Alte Feuerwache, Krim, Hörn usw.). Besonders gefragt sind Standorte an der Förde. Ein Mangel an Wohnbauland besteht nördlich des Kanals. Hier gilt es,  Nachverdichtungspotenziale und Brachen wie das Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5) – Areal aktiv zu entwickeln.

Also soll in Kernbereichen des Zugriffs der Stadt Kiel, nämlich beim MFG5 und an der Hörn massiv nachverdichtet werden. Aus INSEKK und dem Förderahmenplan ergibt sich also, dass den auf der EV geäußerten Wünschen nach weniger Verdichtung wohl kaum Raum eingeräumt werden wird. Man will Platz schaffen für Zuzüge. Denn Kiel wird nach allen Prognosen von dem demografischen Wandel insofern „profitieren“, dass es mehr Einwohner bekommen soll.

Die andere Seite ist die Entwicklung der Wirtschaft. Die Entwicklung des Hafens – und der maritime Schwerpunkt wurde ja auch im Förderahmenplan noch einmal betont ist für die Stadt Kiel ein Zitat „Pfund mit dem man wuchern kann“. Kreuzfahrtschiffe steuern vermehrt Kiel an, insbesondere nachdem Lübeck in der Konkurrenz mit Kiel die Stena-Line verloren hatte. Es sollen laut INSEKK (S.55) mehr Unterkünfte entstehen. Das neue Hotel ATLANTIC zeigt schon, wo bevorzugt Hotels entstehen werden (in Wassernähe!)

Dann ist ja kiel.sailing city eines der sog. Alleinstellungsmerkmale (USP). Also das Segeln. So schreibt man denn auch im INSEKK Seite 57:

  • Entwicklung eines innenstadtnahen Veranstaltungsbereiches für hochklassige Segelveranstaltungen
  • Weiterentwicklung des Olympiazentrums Schilksee zu einem allen internationalen Standards entsprechenden Veranstaltungsort
  • Entwicklung eines maritimen Dienstleistungszentrums
  • Entwicklung der Sportboothäfen an der Kieler Förde zu einer „5-Sterne-Sporthafen-Region“
  • Entwicklung der Sportboothäfen an der Kieler Förde zu attraktiven, öffentlich zu gänglichen Bestandteilen des allgemeinen Freizeit- und Erholungsangebots
  • Entwicklung des Bahnhofskais als Hafen für Traditionsschiffe

All das klingt nicht nach Rückbau oder nach vorsichtigem Ausbau. Auch auf Seite 87 finden wir weitere „Schlüsselprojekte“:

  • Planung eines gemischtgenutzten Marinequartiers Wik mit Gewerbeflächen (maritimes Cluster) in Fördelage (Scheerhafen)
  • Fortsetzung der Aufwertung der Schwentinemündung
  • Gemeinsame Bewerbung und Ausrichtung einer Gartenschau oder eines vergleichbaren Großprojektes mit Wasserbezug in der Förderegion mit zusätzlicher internationaler Ausrichtung entlang der skandinavischen Fährlinien (z. B. Kopenhagen, Göteborg, Oslo, Malmö)

Eine Gartenschau z.B. läuft üblicherweise so ab, dass Bagger anrücken und alles plattmachen, was im Weg steht. Da bleibt kein Auge trocken (siehe Kritik1, Kritik2). Am Ende sind die Gartenschauen oft ein Minusgeschäft für die Städte – und der Schaden ist oft unwiderbringlich angerichtet.

Grundsätzlich kann man auch was den Seehafen Kiel davon ausgehen, dass man dessen Wachstum nichts entgegenstellen möchte. Sei es nun die Ansiedlung neuer, maritimer Unternehmen oder weiterer Fährterminals.

Ach ja auch der Megajachthafen ist denke ich auch nie ganz vom Tisch. Da haben ja nun einige Einwohner ihre Unterschriften abgeliefert zum Erhalt des Hindenburgufers. Weder im INSEKK noch im Förderahmenplan taucht der Megajachthafen bisher auf. Es scheint eher so, als wenn man sich was Jachten betrifft eher auf Schilksee konzentrieren möchte. Was nicht bedeutet, dass man das Hindenburgufer in Frieden lässt. Irgendeine Dummheit hat die Verwaltung immer auf Lager.

Daher wäre es so wichtig, dass Pläne die Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen. Aber wie soll das gehen in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung? Nun ja, Kiel ist in vieler Hinsicht auch auffällig fleißig beim Überbordwerfen anderer, nachhaltigerer Prinzipien. Zur Zeit werden Konzepte schneller geschrieben als man gucken kann. Und alle die Konzepte sind ein weiteres Korsett für eine Stadtpolitik, die eh bereits durch die Finanznot eingeschränkt ist. Bald wird man sich das Stadtparlament ganz sparen können, denn es wird immer weniger geben, was eine Stadt noch frei entscheiden kann. Bzw. wird die Angst vor dem Bürger immer größer, dass dieser wirklich mitbestimmen will. Dafür ist nämlich dann eigentlich gar kein Platz mehr. Die Bagger stehen schon bereit, die Gelder sind bewilligt. Und der Bürger steht da allzu oft nur im Weg. Daher muss man ihn Einlullen und ihm das Gefühl geben, dass er mitbestimmen kann. Das kann er auch – aber eben nur innerhalb des Rahmens, den die Verwaltung vorgibt. Ja Herr Zahn, es ist unsere Stadt – aber darum sollten auch wir Kieler selber festlegen, welche Maßstäbe wir haben.

§ 14 Einwohnerinnen-/Einwohnerversammlung

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Aus der Hauptsatzung der Stadt Kiel:

§ 14 Einwohnerinnen-/Einwohnerversammlung
(§ 16 b Gemeindeordnung SH)

Einberufung
(1) Zur Erörterung wichtiger Angelegenheiten der Stadt kann die Stadtpräsiden oder der Stadtpräsident bei Bedarf eine Versammlung der Einwohnerinnen und Einwohner einberufen. Das Recht der Ratsversammlung, die Einberufung einer Einwohnerversammlung zu verlangen, bleibt unberührt. Die Einwohnerversammlung kann auch begrenzt auf einzelne oder mehrere Ortsteile durchgeführt werden.
(2) Für die Einwohnerversammlung ist eine Tagesordnung aufzustellen. Zeit, Ort Tagesordnung      und Tagesordnung der Einwohnerversammlung sind mindestens zwei Wochen
vor dem beabsichtigten Termin öffentlich bekannt zu geben. Die Tagesordnung kann aus der Einwohnerversammlung ergänzt werden, wenn mindestens 25 v. H. der anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner einverstanden sind. Zeit, Ort und Tagesordnung der Einwohnerversammlung sind öffentlich bekannt zu geben.

Leitung

(3) Die Stadtpräsidentin oder der Stadtpräsident leitet die Einwohnerversammlung. Sie oder er kann die Redezeit bis zu 5 Minuten je Rednerin oder Redner beschränken, falls dies zur ordnungsmäßigen Durchführung der Einwohnerversammlung notwendig ist. Sie oder er übt das Hausrecht aus.

Ablauf

(4) Die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister und die Stadträtinnen oder Stadträte im Rahmen ihrer Sachgebiete nehmen an der Einwohnerversammlung teil, berichten über wichtige Angelegenheiten der Stadt und stellen diese zur Erörterung. Ihnen und den Einwohnerinnen und Einwohnern ist hierzu auf Wunsch das Wort zu erteilen. Über Anregungen und Vorschläge aus der Einwohnerversammlung ist offen abzustimmen. Vor der Abstimmung sind die Anregungen und Vorschläge schriftlich festzulegen. Sie gelten als angenommen, wenn für sie mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner abgegeben worden sind. Eine Abstimmung über Anregungen und Vorschläge, die nicht Angelegenheiten der Stadt betreffen, ist nicht zulässig.

Niederschrift

(5) Über jede Einwohnerversammlung ist eine Niederschrift aufzunehmen.
Niederschrift   Die Niederschrift muss mindestens enthalten:
1. die Zeit und den Ort der Einwohnerversammlung,
2. die ungefähre Zahl der teilnehmenden Einwohnerinnen und Einwohner,
3. die Angelegenheiten, die Gegenstand der Einwohnerversammlung waren, den Inhalt der Anregungen und Vorschläge, über die abgestimmt wurde, und das Ergebnis der Abstimmung.
Die Niederschrift wird von der oder dem die Sitzung Leitenden und der Protokollführerin oder dem Protokollführer unterzeichnet.
(6) Anregungen und Vorschläge der Einwohnerversammlung, die in der Ratsversammlung behandelt werden müssen, sollen dieser zur nächsten Sitzung zur Beratung vorgelegt werden.

Written by tlow

2. Februar 2011 at 16:42

Einwohnerversammlung zum Rahmenplan der Kieler Förde

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Nach einer Pressemitteilung der Stadt Kiel:

Zu einer Einwohnerversammlung hat Stadtpräsidentin Cathy Kietzer alle Kielerinnen und Kieler eingeladen: Thema der Versammlung am Mittwoch, 2. Februar, 18 Uhr, im Ratssaal des Rathauses, Fleethörn 9, ist der Rahmenplan Kieler Förde. Die Kielerinnen und Kieler können diese für die gesamte Region ebenso wichtige wie neuartige Form der interkommunalen Planung entdecken und erleben und sogar dabei mitmachen. Der Ratssaal ist über den Rathauseingang an der Waisenhofstraße barrierefrei erreichbar.

In der Einwohnerversammlung wird umfassend über die Grundlagen und die Bedeutung des Rahmenplans Kieler Förde informiert – und über die vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit. Stadtpräsidentin Kietzer hofft auf viele Interessierte: „Für mich ist Bürgerbeteiligung von größter Bedeutung. Diese Einwohnerversammlung soll ein Signal für die Kielerinnen und Kieler sein: Sie können mitreden und Anstöße geben für die Entwicklung an den Fördeufern dies- und jenseits der Stadtgrenzen. Daher rufe ich alle Interessierten auf: Kommen Sie ins Rathaus und machen Sie mit!“

Elf direkt an der Kieler Förde gelegene Gemeinden und die Landeshauptstadt Kiel haben sich vorgenommen, mit einem gemeinsamen Rahmenplan die Lebens-, Arbeits- und Wohnqualität entlang Fördeküste weiter zu verbessern. Der Rahmenplan soll ein Zukunftskonzept für die sich im stetigen Wandel befindliche Region Kieler Förde beinhalten. Für Bürgermeister Peter Todeskino ein Projekt von besonderer Bedeutung: „Die Kieler Förde ist das Herz der Region. Wir machen uns gemeinsam Gedanken über die nächsten 15 bis 20 Jahre. So eng haben wir in der Region bei Planungen noch nie zusammengearbeitet.“

Im November 2010 wurde im Kieler Schloss der Auftakt für diese in der Region neuartige interkommunale Planung gelegt. Jetzt beginnt die Arbeit, an der die Menschen an der Förde auf verschiedenen Wegen beteiligt werden. Versammlungen, Ideenwerkstätten und ein Ideenwettbewerb sind ebenso vorgesehen wie eine regionale Jugendbeteiligung.

Kiel ist die erste beteiligte Kommune, die zu einer Einwohnerversammlung zu diesem Thema einlädt. Interessierte Gäste aus den benachbarten Fördegemeinden können zuhören, dürfen aber bei möglichen Abstimmungen nicht mitmachen.

In der Einwohnerversammlung unter der Leitung von Stadtpräsidentin Kietzer wird Bürgermeister Todeskino das Gesamtvorhaben präsentieren, ehe Carolin Breunig-Lutz und Heidrun Brauchle aus dem Stadtplanungsamt erste Rahmenplan-Ideen vorstellen. Über die umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit informiert Dr. Volker Zahn, dessen Büro plusfünf (Lübeck) den Planungsprozess inhaltlich begleitet und die Beteiligungsveranstaltungen moderiert. Zu allen Punkten können Fragen gestellt werden. Abschließend gibt Bürgermeister Todeskino einen Ausblick auf die nächsten Schritte zum Rahmenplan Kieler Förde. Nach dem Punkt „Verschiedenes“ schließt Stadtpräsidentin Kietzer die Einwohnersammlung.

Für den Terminkalender:

Mittwoch, 2. Februar
Rathaus: 18 Uhr Einwohnerversammlung „Rahmenplan Kieler Förde – Entdecken. Erleben. Mitmachen“; Ratssaal, Fleethörn 9.

Written by tlow

28. Januar 2011 at 14:54

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