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#Wasserstoff vs #Batterie // #Elektromobilität

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Der Elektroantrieb ist ja bekanntlich gar keine junge Erfindung, sondern am Anfang des Automobils durchaus eine Nasenlänge voraus:

Diesel/Benzin und Elektro also schon länger in Konkurrenz. Als Antrieb ist derzeit auch der Wasserstoff bzw. die Brennstoffzelle eine Konkurrenz.

Erstaunlicher weise gibt es immer noch viele Menschen, die den Wasserstoff mit Brennstoffzelle als für DIE TEchnik der Zukunft halten.

Tankstelle explodiert

Viele haben noch nicht mitbekommen, dass in Norwegen eine Wasserstofftankstelle explodiert ist (Status):

Im Zuge dessen gab es bereits Verkaufsstops und auch Wasserstofftankstellen in Deutschland und Österreich wurden geschlossen. Man muss jetzt aber wirklich in frage stellen: Wenn 2019 immer noch Tankstellen explodieren können: Wie reif ist dann die Technik für ein globales Netz an Tankstellen? Alleine dieses Ereignis könnte auch schon das Ende der Wasserstoff-Technik bedeuten. Wir müssen ja davon ausgehen, dass diese Firmen ALLES getan haben, um eine Explosion von Wasserstoff zu verhindern. Das es dennoch passiert heisst, dass die Technik immer noch nicht 100% sicher ist.

Davon abgesehen gibt es kaum Tankstellen: 2018 waren es knapp 45. Beim Elektroauto gibt es zum einen auch die Möglichkeit privat oder zuhause zu laden und darüber hinaus auch auf immer mehr Parkplätzen. Es soll bereits mehr als 15.000 Ladesäulen geben.

Teure Fahrzeuge

Die Fahrzeug-Nachfrage ist bisher gering. Marktanteil: 0,0006 Prozent. Das hat seine Gründe.

Teure Energie

Nicht nur die Fahrzeuge sind teurer, sondern auch die Kosten pro Kilometer.

Energieumwandlung ist ineffizient

Es gibt bereits Elektroautos, die über zusätzliche Solarzellen verfügen sollen, damit die Sonnenenergie direkt über Batterien und den Elektromotor in kinetische Energie umgeandelt werden kann. Beim Wasserstoff braucht es Anlagen, die Wasserstoff sicher generieren. Der Wasserstoff muss dann gekühlt/verflüssigt und in Tankwagen umgefällt werden, um dann auf die Wasserstofftankstellen verteilt zu werden. Alles das kostet zusätzliche Energie.

Den Rest überlasse ich mal dem Youtuber Joe Scott, der das in einem Video mal ganz gut zusammenfasst:

Written by tlow

20. Juni 2019 at 18:23

Warum #Elektromobilität keine Lösung ist

with 2 comments

Zur Zeit wird die Elektromobilität als große Lösung für die Mobilität der Zukunft gehypt. Allerdings hat sie diese Rolle aus verschiedenen Gründen nicht verdient.

  1. Die ersten Autos, die den Markt dominierten waren keine Autos mit Verbrennungsmotoren, sondern Elektromotoren. Eine verdrängte Geschichte Das an sich ist kein Argument. Aber es zeigt: Elektromobilität prägte die Vergangenheit und kann somit nicht Sinnbild der Zukunft sein.
  2. Elektromotoren haben diverse Vorteile wie z.B. die höhere Effizienz und keinen direkten Schadstoffausstoß. Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass sie dennoch Energie benötigen und Teil des MIV (Motorisierter Individualverkehr) sind. Auch diese Energie muss produziert werden und die Autos werden individuell eingesetzt.
  3. Elektroautos lösen nicht das Problem der Parkplätze
  4. Elektroautos lösen nicht das Problem des nötigen Straßenbaus

Generell also: Elektroautos lösen einige Probleme, aber nicht die Mehrheit der Probleme. Als  Heilsbringer für die verkehrliche Zukunft taugen sie daher herzlich wenig. Mobilität in der Stadt muss daher anders gelöst werden. Dazu braucht es eine Abkehr althergebrachter Denkweisen, insbesondere die, das jeder ein Anrecht darauf haben muss mit seinem individuellen Auto an jeden Ort der Welt zu kommen. Das E-Auto wird sicher zu einem Großteil Benzinautos verdrängen. Man würde aber einen großen Fehler machen heute Elektroautos zu fördern, wie das jetzt umgesetzt werden soll.

Artikel wie der aktuell der von der SPD-Russee stellen somit einen veralteten Stand der Verkehrsplanung dar. Weder funktioniert Park&Ride so, wie sich das Planer vorgestellt haben oder immer noch umsetzen wollen, noch löst eine höhere Reichweite von E-Autos Probleme. Im Gegenteil. Eine höhere Reichweite von Autos wird immer dafür sorgen, das alternative Verkehrsträger wie die Bahn nicht so oft genutzt werden.

E-Autos stellen somit primär nur eine Scheinlösung unserer Verkehrsprobleme dar. Sie ändern nichts an der Notwendigkeit den MIV drastisch reduzieren müssen. Ihre Förderung jetzt könnte sogar ein dringend  nötiges Umschwenken verzögern und dafür sorgen, dass mehr Geld in den Straßenbau investiert werden muss statt in den Ausbau der Städte als Raum zum Leben. Wir dürfen nicht vergessen das jede Straße auch potentieller Raum zum Wohnen, für Gewerbe oder zur Naherholung ist. Und das Straßen den Druck erhöhen neues Bauland auszuweisen und Städte sich am Rand erweitern müssen. Große und breite Trassen könnten anders genutzt werden, wenn sie nicht mehr nötig sind. Straßen durchschneiden Stadtteile und schränken das Leben in der Stadt täglich erheblich ein.

Zum anderen: Die Vorteile der E-Autos als kleine, effiziente Stadtmobile hätten sie bereits vor Jahrzehnten spielen können. Der Druck, dass sie länger fahren können und schneller sind kommt vom Vergleich mit dem „normalen“ Auto. Für den Stadtverkehr wären viele Entwicklungen gar nicht nötig. Wir nehmen vieles heute als selbstverständlich war, die nicht selbstverständlich sein sollten. Wie z.B. die totale motorisierte Mobilität für jeden Einzelnen.Dieser Geist sollte gebrochen werden, um für Städte eine moderne Mobilität anbieten zu können. Dann würde vieles einfacher. Momentan können viele aber diese Alternativen nicht einmal denken und lehnen jede Änderung unseres generellen Mobilitätsverhaltens ab. Zukunftsweisend kann das aber  nicht sein!

Written by tlow

20. Mai 2016 at 04:04

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