KielKontrovers

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Flughäfen und #COVID19

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Auf der Bundespressekonferenz am 3. April wurde bekannt, dass nach wie vor jedes Gesundheitsamt vor Ort (also kommunal) entscheidet, wie mit ankommenden Fluggästen wegen Corona umgegangen wird. Das ist unfassbar.

Wenn man sich überlegt, welchen Stellenwert Flughäfen und Flugzeuge weltweit bei der Verbreitung hatten. Viele Urlauber aus Deutschland sind auch dieses Jahr mit Reisezeiten von wenigen Stunden nach Österreich in die Skigebiete geflogen. Rund 60 Mio. Ausländer machen jedes Jahr in Österreich Winterurlaub.

Und global betrachtet hat sich COVID19 primär durch den Flugverkehr verbreitet und nicht etwa durch den kleinen Grenzverkehr. Bei den Maßnahmen macht man es nun aber umgekehrt: Mit dem Flugzeug anreisen geht noch, direkt über die Grenze nicht mehr. Obwohl zB Österreich und Deutschland fast gleich viele Fälle pro 100.000 Einwohner:innen haben.

COVID19 führt uns den ganz normalen Wahnsinn vor Augen: Millionen Deutsche gondeln quer um die Welt in ihrer Freizeit. 2019 waren es 70 Millionen Reisen! Für mich eine absolute erschreckende Zahl. Wie gigantisch dieser Reiseverkehr ist. Und wie selbstverständlich für Viele.

Um so unverständlicher, dass die Politik bis heute nicht reagiert und zumindest die Ankömmlinge auf Krankheitsmerkmale kontrolliert. Wir schieben ernsthaft Geflüchtete ab, weil wir Angst haben, aber wenn Leute mit COVID19 einreisen, ist es uns egal? Und wir haben Angst wenn drei Menschen zusammenstehen, oder jemand ein paar Kilometer ins Urlaubsland Schleswig-Holstein herein fährt? Und wir haben Angst davor, wenn sich eine Person in ein Café setzt, aber keine Angst davor, wenn hunderte einen Baumarkt bevölkern?

Ehrlich gesagt mein Verstand kommt da nicht mehr mit. Die Logik der Maßnahmen oder der Lücken entgeht mir vollkommen. Das scheinen beamte sich ausgedacht zu haben, die nach Zuständigkeiten entscheiden und nicht nach Notwendigkeiten. Masken oder Aussendesinfektion war oder ist in Deutschland noch verpönt oder wird gar davon abgeraten. Erst langsam ändert sich das. Wir Deutschen scheinen immer alles am besten zu wissen. Aber wie andere schon schrieben: In jedem Land der Erde wird bei Fluggästen am Flughafen Temperatur gemessen, nur nicht in Deutschland. Wie passt das zu dem Alarmismus und der Einschränkung der Grundrechte? Ist das etwa doch nur alles Spaß?

Und die Kreuzfahrbranche liegt in Kiel auch noch in den Startlöchern für Ende April.

Written by tlow

3. April 2020 at 15:59

Vorentscheidung für „Airpark“ gefallen

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Im Wirtschaftsausschuss ist laut KN eine Vorentscheidung für einen Flughafen mit Gewerbepark („Airpark“) gefallen. Die Fraktionen der SPD, GRÜNE, SSW, CDU und FDP schlossen sich genau so wie der Oberbürgermeister dem Verwaltungsentwurf an.

Man hofft damit auf ein neues Alleinstellungsmerkmal. Das sei einmal dahingestellt. Überzeugender scheint mir da eher das Argument von Ratsherr Tovar (SPD) der sagte „Denn wenn wir den Flugbetrieb beenden, bekommen wir nie wieder die Lizenz“.

Dabei hätten CDU und FDP gerne eine hochqualitative Wohnbebauung für Reiche gehabt.

Es bleibt abzuwarten, wie die konkreten Pläne aussehen werden. Welche Kosten werden auf die Stadt Kiel über die Subventionierung des Flughafenbetriebes hinaus entstehen. Die Pläne die der OB Albig angeblich hat (laut KN) verstehe ich nicht ganz: Er wolle das 35 Hektar große Areal nach dem für 2012  für die Offshore-Windanlagenproduktion bereitstellen. Kann Albig denn festlegen, dass ein Gewerbegebiet nur einem einzigen Unternehmen oder nur einer Branche zur Verfügung gestellt wird. Und wenn ja: Welche persönlichen Vorteile wird er nach seinem Ausscheiden aus der Politik davon haben?

Lutz Oschmann (GRÜNE Kiel): Was wird aus dem Flughafen?

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Jetzt erst gefunden. Ein Video aus dem Juli 2010. Lutz Oschmann erklärt uns die Welt:

Ganz interessant ist hier auch der Gentrifizierungsaspekt, den die GRÜNEN im Blick haben. Ein komplett neuer Stadtteil oder Gewerbegebiet. Bei Gewerbegebieten wäre zu befürchten, dass die KielerInnen einfach nur draufzahlen für die Erschließung eines Geländes, dass hinterher gar nicht genutzt wird. Denn ein Gewerbegebiet zu bauen und Firmen zu finden, die es nutzen sind zweierlei. Viele Gewerbegebiete kosten die Gemeinden mehr, als dass sie einnehmen.

Und ein neues Stadtteil für Kiel nahe Holtenau? Wer wird da wohnen? Wer soll da bauen? Wie wird sich das auf das alte Stadtteil Holtenau auswirken (höhere Mieten, Verdrängung der ansässigen Bevölkerung?)

Written by tlow

6. November 2010 at 23:31

„Die Holtenauer Ampel“

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„Verläuft die Entwicklung des Airparks positiv, heißt es grün, stagniert es, leuchtet es gelb und die rote Alarmleuchte läutet eine Ausstiegsstrategie ein. Bis Mitte 2011 will die Stadt einen Vorschlag erarbeiten, welche Entwicklungsfortschritte welches Ampelsignal auslösen. Die erste Überprüfung soll bereits im Herbst 2012 beginnen.“

So der Artikel in der KN zum Flughafen. Etwas seltsam diese Planung, aber immerhin. Angeblich sind die Fraktionen im Kieler Rathaus gespalten: Direkte Demokratie, Linke, FDP und GRÜNE wollen die Schließung um jeden Preis.

Dagegen:

„Wirtschaft, CDU, Gewerkschaften und nach einem Parteitagsbeschluss auch die SPD sammeln sich dagegen hinter dem Vorstoß der Verwaltung, den Flughafen zu einem Gewerbepark mit Landebahn zu entwickeln.“

Man wird sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Written by tlow

30. Oktober 2010 at 09:57

GRÜNES Flughafen-Märchen

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Im Artikel „Schließungskosten viel zu hoch angesetzt“ berichtet die KN was die Position der GRÜNEN zu dem Grundstück am Flughafen ist.

Zitat:

Kaufe die Stadt aber das eine Million Quadratmeter große Areal von der Bundesanstalt, könne sie allein entscheiden, was sie abreiße oder weiter nutze.

Aber zuvor:

Ein Fass ohne Boden sei das, rügte der Fraktionschef der Grünen, Lutz Oschmann, und warb erneut für die Entwicklung eines neues Stadtviertels mit Wohnen, Gewerbe und Tourismus nach der Schließung des Flugplatzes zum 31. Dezember 2012.

Was stimmt daran nicht? Zunächst einmal ist das Flughafengelände derzeit kein Grundstück mit Gewerbe und Wohnfläche. Jede Baumaßnahme würde Erschließungskosten bedeuten. Dazu kommen natürlich nötige Rückbaumaßnahmen. Denn man wird ja wohl Kaum Gebäude auf der Startbahn bauen wollen! D.h. die Kosten, die sie da rausrechnen sind die Kosten, die nicht anfallen wurden, wenn der Plan wäre eine Brache stehen zu lassen. Jede Veränderung kostet Geld. Und ob es im Interesse der Kieler ist entweder ein weitere Gewerbegebiet zu finanzieren oder ein Stadtviertel fürs Schöner Wohnen ist fraglich. Ein neues Stadtviertel würde bedeuten, das Geld umverteilt werden müsste. Es würde bedeuten, dass Geld in anderen Stadtviertel abgezogen würde. Es würde bedeuten Investoren mit Geld zu locken. Von nix kommt da nix. Da sollen sie erst mal einen Plan vorlegen, was da gebaut werden soll – und dann will ich mal sehen, was das kostet – und wie das finanziert werden soll.

Hier wird mal wieder versucht der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. ich bin weder ein großer Fan von Flughäfen noch von Flugverkehr – aber ich wende mich noch stärker gegen Zahlentricksereien und neuen Mega-Investitionsprojekten.

Übrigens: Die KN behandelt ihre Mitarbeiter schlecht!

Written by tlow

8. Juni 2010 at 12:29

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