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Beschwerde beim #Presserat wg. #KN_WLAN Berichterstattung von @kn_online #Freifunk #TNG #WLAN

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Das Logo von #KN_WLAN

Seit Monaten berichtet die Kieler Nachrichten intensiv über den angeblichen Einstieg Kiels ins WLAN-Zeitalter. Das es bereits seit vielen Jahren weitere freie WLANs gibt, wie von Freifunk und von der Firma TNG verschweigt sie dabei vollkommen. Auch am vergangenen Samstag wurde wieder auf der Titelseite der Eindruck erweckt, dasss es nur ein freies WLAN in Kiel gäbe. Berichte zu Alternativen in Kiel fehlen vollkommen.

Ich habe daher heute Beschwerde beim Presserat nach verschiedenen Ziffern des Pressekodex eingereicht, zu denen ich hier einiges Erläutern möchte:

  • Gegen Ziffer 1: Wahrhaftigkeit – Die KN bewirbt hier ein eigenes Produkt bzw. eine Kooperation, aber nicht gegenüber dem Leser transparent, dass sie Pressemeldungen bzw Werbung veröffentlicht.
  • Gegen  Ziffer 2: Sorgfaltspflicht – Die KN verzichtete vollkommen darauf andere Netze ebenfalls in Relation darzustellen.
  • Gegen Ziffer 6: Trennung von Tätigkeiten  – Die KN ist hier Berichterstatter und Internetprovider in einem.
  • Gegen Ziffer 7: Trennung von Werbung und Reaktion – Die KN wirbt unverblümt, ohne dies klar als Werbung zu kennzeichnen.
  • Gegen Ziffer 15: Vergünstigungen – Die KN lässt sich für die Werbung u.a. von der Förde Sparkasse bezahlen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten (KN, Addix, Förde Sparkasse)

Wie weit welche Punkte zutreffen sollen die Experten für Journalismus beurteilen. Für mich steht nur fest, dass diese Art der Berichterstattung bzw. Werbung weit von dem entfernt ist, was zulässig sein sollte. Es geht dabei weniger um das #KN_WLAN als Solches, sondern darum, dass es nicht in der Berichterstattung einen Platz unter Vielen einnimmt, sondern es hier eine ungute Vermischung von Rollen kommt, die für Presse nicht akzeptabel ist.

Aus Transparenzgründen gebe ich hier auch an, dass ich selber ehrenamtlich beim dem Projekt Freifunk Kiel mitwirke als Privatperson. Dies ist aber ein unkommerzielles Projekt. Im Idealfall könnten sich verschiedene Netze ergänzen. Eine Tageszeitung,gerade wenn es die einzige im Ort ist, darf aber ihre Marktmacht nicht nutzen, andere Netze in der Berichterstattung auszuschließen!

Written by tlow

16. Oktober 2016 at 09:29

Freifunk Kiel 2014

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Written by tlow

27. September 2014 at 19:12

[Reblog] #Freifunk: Ost und West von Kiel sind verbunden!

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Written by tlow

28. März 2014 at 20:36

Freies WLAN für alle in Kiel?

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„Freie W-LAN für alle?“ so titelte die Kieler Nachrichten am 18.3.13 (Seite 17):

Zeitungsfoto KN

Foto der KN vom 18.3.13

Damit wurde bezuggenommen auf einen Antrag innerhalb des Projektes „Jugend im Rat„. So weit ich gehört habe, war es so, dass die einzelnen Fraktionen dann doch nicht aus ihrer Haut schlüpfen konnten. Die beteiligten Fraktionen wurden gelost (CDU, SPD, Direkte Demokratie, GRÜNE ?) und von den jeweiligen real existierenden Fraktionen betreut. Die Mehrheitsverhältnissen waren absolute Stimmengleichheit. Hier wird schon ein erstes Problem deutlich: Spielt man jetzt reale Demokratie nach? Dann wäre die Frage wer die Jugendlichen des Planspiels gewählt hat. In einer Ratsversammlung (RV) gibt es ja niemals absolute Stimmengleichheit. Beschlüsse werden in Kiel ja auch einfach durchgezogen. Diskutiert wird ja nur zum Schein. Will man den Jugendlichen jetzt erzählen, dass man da immer auf der Suche nach dem Kompromiss wäre? Real wäre ja, dass eine Fraktion oder Kooperation über eine ausreichende Mehrheit verfügt. Außerdem war die Rolle der Stadtpräsidentin nicht durch Schüler*innen besetzt und soweit ich weiß fehlte die mächtieg Rolle des OB auch vollkommen, der ja alleine auch ohne Ratsversammlung vieles beschließen kann. Löblich also die Idee – doch im Ansatz schon falsch. Dazu kommt, dass manche Fraktionen sich eben einen stark inhaltlichen Einfluss auf die Schüler*innen nicht verkneifen konnten. Am Ende wurde der Antrag abgelehnt ein freies WLAN über erhöhte KITA-Gebühren zu finanzieren. Auf so eine blöde Idee muss man erst mal kommen.

Nicht zuletzt sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass Kiel ja bereits zwei freie Funknetze in der Innenstadt hat:

  1. Das Netz der TNG Stadtnetz GmbH (kommerziell) ist an vielen Stellen vorhanden ist. Es ist kostenlos und recht schnell.
  2. Die Idee des Ausbau eines freien Funknetzes Freifunk Kiel. Wenn die Stadt Kiel da Ressourcen zur Verfügung stellen würde (z.B. Genehmigung für Sendeantennen ) und ggf. den Strom bezahlen (ein paar Watt für Router und Antennen) würde, wäre da sicher so etwas schnell aufgebaut und die Aktivisten von Freifunk Kiel froh über das Interesse.

Es ist also schon sehr peinlich so einen Antrag den Jugendlichen vorzulegen. Ein freies W-LAN gibt es zum Teil und der Ausbau in der Innenstadt für Freifunk wäre sicher für wenige hundert Euro zu leisten. Europaweite Ausschreibung, ja klar – wir müssen ja die Telekom dran verdienen lassen. Was heißt schon „frei“? Ein wenig mehr mit offenen Augen durch Kiel laufen und vielleicht einmal vorher „freies wlan kiel“ googeln, bevor man so was halb im ernst thematisiert.

Aber warum sollte hier mehr Intelligenz im Spiel sein, als beim Neubau des Zentralbads. Die Damen und Herren der Ratsversammlung sind eben nicht Kiels hellste Köpfe und beherrschen weder Grundrechenarten noch Google (es darf auch eine freie Suchmaschine sein wie DuckDuckGo sein).  Ich sage nur: Internetausdrucker 😉

Da freut man sich glatt auf die nächsten Kommunalwahlen. Mit Sicherheit werden da auch einige Piraten in die RV gewählt, denn es gibt ja keine 5-Prozent-Hürde. Auch wenn die auch keine Überflieger sind, wissen sie wenigsten was das Internet ist. Das wird ein hübscher Kulturclash.

Falls es Schüler*innen gibt, die ihre Sichtweise auf die Veranstaltungen hier zum besten geben wollen, nehme ich das gerne auf als eigene Artikel oder mit einem Interview. Kontakt via Kontakt.

 

s.a. Kieler PIRATEN für freies W-LAN in Kiel

Zum Aufbau freier Funknetze in Kiel

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Es gibt seit einigen Monaten eine neue Initiative Freifunk in Kiel besser zu etablieren. Versuche gibt es in Kiel schon länger. Deswegen habe ich auch gezögert noch mal etwas zu schreiben. Das Thema ist auch sehr techniklastig. Daher eine kurze Einführung in die Grundideen:

Beim Freifunk geht es zunächst darum, eine alternative Netzstruktur zum Internet zu schaffen. In Berlin hat Freifunk die größte und beste Verbreitung. Vernetzt wird primär mit Routergeräten, auf die eine alternative Software (meist Linux) aufgespielt wird. Diese Router kommunizieren untereinander über WLAN-Wellen. Wer sich mit diesen Routern vor Ort verbindet kann somit auf das ganze, drahtlose Netz zugreifen.

Mehr will ich gar nicht zur Technik erzählen. Wer mehr wissen will kann die obigen Links durchforsten. Was aber ist die Herausforderung bei Freifunk?

  1. Die Router, die sogenannte „Netzknoten“ bilden liegen teilweise in einer Stadt zu weit auseinander, weil sie dort stehen, wo jemand wohnt.  Das heisst aber nicht, dass sie immer in ausreichender Nähe zueinander stehen.
  2. Jede Technik kostet Geld, so auch diese Router
  3. Es braucht technischen Sachverstand, um diese Router umzuprogrammieren und daraus ein funktionierendes Netz zu bauen.

Freifunk in Kiel

Ohne auf viele Ups und Downs und Details einzugehen: Chaoskueste und Toppoint betreiben seit Jahren verschiedene Router. wobei nach meiner bisherigen Erkenntnis kaum Router direkt via WLAN verbunden sind, sondern die meisten Knoten über ein sog. „VPN“ (Virtuelles Privates Netzwerk). Sven Thomsen sagte dazu auf dem Barcamp Kiel „Das Netz steht!“. Die Idee des VPNs ist, dass man sich auch ohne bestehende WLAN-Verbindung vernetzen kann, bis eine Freifunk-Verbindung besteht.

In Berlin werden damit z.B. Netzlöcher gestopft. Allerdings ist es etwas anderes, ob man lediglich kleine Löcher stopft, oder ob die Netzstruktur zu 99% aus Nicht-WLAN-Verbindungen besteht.

Freifunk in Gaarden

Durch Zufall erreichten wir im Sandkrug in Gaarden eine hohe Dichte an Freifunk-Interessierten. Wir hatten ein kleines Netz aus drei Interessierten Wohneinheiten, als eine weitere Partei dazukam: Die Crew der Thor Heyerdahl, die nicht wussten, wie lange sie in Kiel bleiben würden und eine Möglichkeit suchten Internet machen zu können.

Darüberhinaus gab es noch einige weitere Interessierte. Doch uns fehlte die Entschlossenheit, Technik und das Geld, um die längeren Distanzen zu überbrücken. Nicht die Möglichkeiten, denn wir hatten durchaus Sichtverbindung.

Als „Gaarden Funkt!“ bestand das kleine Netz einige Zeit (1-2 Jahre). Am Ende waren es dann aber doch nur noch wieder zwei Router/Parteien. Und für zwei Leute die sowieso kaum 50 Meter auseinander wohnen ist die Frage, warum man ständig zwei Router betreiben soll, die Strom verbrauchen und senden, ohne das das Netz viel genutzt wird.

Wie kanns funktionieren?

Die Erkenntnisse aus den bisherigen Vernetzungserfahrungen bringen mich zu folgenden Thesen:

  1. Freifunk kann funktionieren, auch via WLAN und ohne VPN. Allerdings erfordert es, dass man Vernetzungsmöglichkeiten konkret nutzt.
  2. Ein Router der nur sendet ist schon ein Hinweis an Nachbarn, dass hier was läuft. Dadurch wurde ich angesprochen. Allerdings fand man uns auch via Internet.
  3. Ein echtes Netz sollte aus mindestens vier zuverlässigen Wohneinheiten bestehen. Ich meine damit bewusst nicht Router. Es geht nicht um Technik, sondern um die Stabilität der Vernetzung.
  4. Es ist kein Problem lange Distanzen zu überbrücken, vorausgesetzt es existiert eine Sichtverbindung. Die ganze Power steckt in Antennen, die dem Zweck entsprechen und teilweise auch billig herzustellen sind:

Ich denke ein gutes Freifunk-Netz braucht eine gute Netzplanung und engagierte Leute. Ich würde empfehlen sich gar nicht erst mit VPN in einem frühen Stadion aufzuhalten. Denn VPN suggeriert, das der Job schon erledigt ist. Die Leute merken auch gar nicht mehr, wenn das WLAN nicht gut funktioniert, weil dann das VPN sofort eine Alternativroute anbietet.

Es gibt viele Interessierte an Freifunk. Vor allem junge, bastelfreudige Menschen. Freifunk wird auch auf absehbare Zeit ein Freakprojekt bleiben. Der Versuch dieses Netz jedermann schmackhaft zu machen muss scheitern. Denn man überträgt Vermarktungsgedanken der kapitalisitischen Welt auf ein selbstorganisiertes Projekt. Dann hat man bald eine handvoll Leute, die nicht begriffen haben, wie man sich beteiligt. die in erster Linie ein Anspruchsdenken/Serviceanspruch haben, den ein gemeinnütziges Projekt gar nicht leisten kann. Insbesondere wir Freifunk bei der derzeitigen Technik und am Anfang immer unzuverlässig sein. Auf dem  Barcamp Kiel z.B. gab es die Idee, dass man eine App für iPhones anbietet und somit jeder Kreuzfahrer sich das installiert und zu einem Freifunk-Knoten wird. Wieso die Leute das machen sollten, ist aber die große Frage.

Ein funktionierendes Freifunk-Netz in Kiel aufzubauen ist nicht schwer. Es braucht dazu nur gute Standorte und die entsprechenden Antennen. Die Router sind dabei gar nicht so wichtig, werden aber selbstverständlich auch gebraucht.

Die ersten Knoten sollten von engagierten Enthusiasten betrieben werden. Betreiben kann dabei auch heissen, dass jemand einen externen Knoten auf einem guten Standort pflegt.

Die Frage des Internets

Das Internet wird immer als ultimative Anwendung gesehen die jeder haben will oder muss.Vergessen wir dabei, dass die Struktur eine Alternative zum Internet darstellen soll. Und das eine Internetferne auch ein Feature sein kann. Ich kann meine Wohnungstür bei mir zuhause auch mal auflassen. Aber das würde ich nicht tun, wenn die ganze Welt reinkommen könnte. In einer Zeit, wo das Internet zunehmend omnipräsenter wird, wird auch Internet immer weniger ein Argument.

Wenn man versucht das Internet als Hauptargument zu verwenden, so wird das Argument für Freifunk jedes Jahr schwächer. Aus meiner Sicht bedeutet das Internet aber nur  eine große Anzahl an Fallstricken. Es kann Sinn machen, z.B. jemanden per VPN Zugang auf das eigene Internet zu geben. Das wäre dann aber etwas, was jeder einzelne mit anderen aushandeln kann. Das Freifunk-Netz selber wäre aber „internetfrei“.

Und die Zukunft?

Die Zukunft gehören m.E. drahtlosen Netzen, die niemandem gehören. Die Technik könnten die Kommunen bereit stellen. Jede Straßenlaterne ist ein potentieller Sendemast. Dazu sollte es dann aber beschänkte WLAN-Netze geben, wie Router niemals konkurrieren, sondern sich immer nur ergänzen. WLAN muss wie Straßen sein. Ohne dass man damit immer von überall nach überall kommt. Lediglich eine lokale Ebene z.B. für Kiel wäre angesagt.

Ich sehe Freifunk als Testfläche für so ein zukünftiges Medium. Es macht aber an sich keinen Sinn dauerhaft tausend unterschiedliche WLANs zu betreiben, wo jeder eine eigene Policy entwickelt. Im Moment sind wir im Experimentierstadium. Da ist fast alles erlaubt. Und die Technik entwickelt sich weiter.

Fazit

Die Zukunft ist  nicht, dass irgendwelche Leute, sich Router zu hause hinstellen und darauf warten, dass es funkt. WLAN kann durchaus auch weit senden mit der richtigen Technik. Es klingt simpel, aber bei der Funkvernetzung gehts drum, es einfach zu tun. Dinge ausprobieren, Netzwerke bauen, Erfahrungen machen, Leute kennenlernen. Es gibt dazu keine Abkürzung. Für Kiel würde ich sowas wie  einen Antennenbau-Workshop als eine gute Sache ansehen. Dann am besten gleich aufstellen und loslegen.

Written by tlow

23. August 2011 at 08:21

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