KielKontrovers

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#CoronaKiel Einige Fotos von heute aus Gaarden

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Heute bei einem Spaziergang durch Gaarden fotografiert. Ein Vater beschwerte sich lautstark am Handy darüber, dass es keinen Babybrei mehr gibt. Alle wirken etwas bedrückt.

Bei meiner Praxis saß heute eine Sprechstundenhilfe im Treppenhaus in voller Montur und macht Zugangskontrolle. Die Gaardener Apotheke dürfen nur drei Kund*innen gleichzeitig den Raum betreten.

Written by tlow

18. März 2020 at 09:36

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Gaardener Kulturoverkill? #CulturalPlanning

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An diesem Wochenende gab es drei verschiedene geförderte Veranstaltungen in Gaarden aus ähnlichen Töpfen. Gefördert werden soll vor allem die Kulturwirtschaft oder auch das Cultural Planning. Alles für sich genommen durchaus gerechtfertigt. Aber wenn sich die Veranstaltungen dann gegenseitig die Gäste wegkanibalisieren wird v.a. eines deutlich: Es macht wenig Sinn, dass in Gaarden ohne eine Strategie oder offenbar ohne Abstimmung alles unabhängig voneinander gefördert wird. Oft ist ja schon ein Problem, wenn es verschiedene Töpfe gibt mit einem ähnlichen Ansatz.

An diesem Wochenende also

  • 15.12. Ortsbeirat Gaarden: Weihnachtsfeier in der Räucherei
  • 13.-15.12 Kreativ- und Kulturrat Gaarden in der alten Volksbank „Markt der Unmöglichkeiten“
  • 14.12. „Markt der Sinne“, Cultural Planning, Vinetaplatz

Mal ganz abgesehen, dass offenbar der „Markt“-Begriff immer populärer wird. Und mal abgesehen, das es natürlich dennoch drei sehr unterschiedliche Veranstaltungen waren: Dennoch hätte man mit ein wenig mehr Kooperation auch alle drei Events zusammenfassen können und in einem gemeinsamen Gaardener Markt ganz verschiedene Sachen präsentieren können. Vielleicht auch noch Infostände verschiedenster Initiativen auch gegen Wohnungsnot etc. Denn Publikum brauchen sie ja alle. Es nützt ja wenig, wenn jeder seinen Topf ausschöpft und das Geld korrekt ausgibt, wenn es dann bei allen dreien vermutlich schlecht besucht war. Genauer weiß ich das nur von einer Veranstaltung, muss ich hier aber nicht öffentlich machen. Es geht mir nicht ums Bashing, sondern darum, dass im Grunde in Gaarden viele Akteure sich sogar persönlich kennen und jede/r irgend wie vom anderen wusste. Und jeder weiß auch, dass die Wochenenden vor Weihnachten vielfach belegt sind. Aber anstatt an einem Strang zu ziehen macht jeder nur sein Ding. Da fehlt es an Koordination. Und ich finde die Veranstaltungen dann auch etwas kontraproduktiv, weil dann das Geld dazu führt, dass weniger kooperiert wird.

Insgesamt gefällt mir die Tendenz auch nicht, jetzt Gaarden mit Kulturmitteln zu überschütten, während grundlegende Probleme nicht angegangen oder gelöst werden. Man bezahlt also Lösungen für Probleme, die es gar nicht gibt. Weil das einfacher ist. Der Ansatz des Cultural Planning bietet an sich genau diese Möglichkeit, dass etwas zusammen mit den Bürger*innen entworfen wird, statt von oben etwas aufzudrücken. In Kiel hat man das Ganze allerdings etwas missverstanden und meint, dass es bedeutet nicht etwa etwas mit „Kultur“ zu lösen, sondern das Grunde „Künstler*innen“ die Lösungen bringen.

Gleichzeitig kämpft man hier oft alleine gegen die Bürokratie und die Benachteiligung des Viertels an. Was in anderen Viertel ganz natürlich läuft, kann man hier nicht erwarten. Natürlich wird hier weniger schnell gereinigt. Ja, es mag sein, dass der ABK hier mehrmals die Wochen durchfährt um wilden Müll zu beseitigen. Aber da stehen dann dennoch manche Mülltonnen ungeleert und offen drei Wochen auf der Straße. Und wir sind es hier auch gewohnt, dass auf Beschwerden nicht reagiert wird.

Oder das Autos, die falsch parken nie abgeschleppt werden. Und es daher einen absolut unhaltbaren Zustand gibt, der verkehrsgefährdend und oft lebensbedrohlich ist. Aber ist ja nur Gaarden? Jeder, der hier länger wohnt, weiß das. Das Verhalten der Stadt führt dazu, dass jeder, der einen normalen Service der Stadt erwartet in andere Stadtteile ziehen muss. Man sorgt also dafür, dass die Trennung zwischen Arm und Reich stärker wird. Wer es schafft umzuziehen bekommt 100% der Leistung der Stadt. In Gaarden vielleicht 25%. Das zieht sich ja bis zur Polizei. Wenn Du in Gaarden zur Polizeiwache gehst, wirst Du oft nicht angehört oder Dir wird unterstellt, Du hättest Dich selbst beklaut, oder Zeugenaussagen werden nicht berücksichtigt (kann ich alles belegen). Und das ist so, weil hier viele mir ihrem Leben genug zutun haben, um über den Monat zu kommen und wir es gewohnt sind, dass man uns auf Ämtern diskriminiert. Das ist normal.

Dafür wird um so lieber davon erzählt, was es für tolle Förderprogramme in Gaarden gibt oder Gaarden hoch 10, oder wie viele Transferleistungen nach Gaarden fließen: Ja, aber die Armen Leute können ja auch nicht in andere Stadtteile umziehen! Wahr ist, dass die Stadt sich bemüht, dass es ein besseres Bild von Gaarden gibt. Aber dann macht man wieder so was wie einen „Gaardener Müllgipfel“ oder baut eine unverschämte Ansage in einen Fahrstuhl ein und macht damit klar, wo man wohnt. Auf der Bühne läuft viel Positives, aber hinter den Kulissen ist es eher ein Hauen und Stechen um Fördergelder. Es ist gut, dass es diese Töpfe gibt, aber noch besser wäre, wenn wir hier nicht täglich mehr Vorurteile und Widerstände erfahren würden.

Die Lösung sind auch nicht Einzelprojekte, sondern ein Gesamtkonzept. Und das ist nicht „Gaarden hoch 10“. Letzteres ist ein Sammelsurium vieler Maßnahmen, die mehr oder weniger hilfreich sind, aber die nicht aufeinander aufbauen, oder positive Ansätze fördern. Sie arbeiten eher an dem schlechten Bild, das Gaarden in Kiel hat. Man tut das, was die Kieler Stadtgesellschaft von der Stadt erwartet. Investitionen, den Stadtteil an Kiel anbinden, mehr für Sicherheit und mehr gegen den Müll tun. Nur das damit absehbar nichts besser wird in Gaarden. Da muss man ehrlich sein!

Das klingt vielleicht nach: „Alles ist scheiße!“ – aber so ist es nicht gemeint. Es ist mehr ein „So nicht!“ und ein „Wir brauchen einen ganz anderen Ansatz!“ Aber ich vermute es gibt gar kein gemeinsames Interesse an einem gemeinsamen neuen Ansatz. Denn es gibt auch viele, die mit dem ist-Zustand ganz gut leben oder von der bisherigen Förderpolitik profitieren. Soll auch jede/r schauen wo er/sie bleibt. Aber es darf eben nicht dabei bleiben, sondern es braucht einen Neuanfang, der eher von Unten ansetzt oder dort, wo tatsächlich der Schuh drückt. Es gibt keine alleinige Maßnahmen, die alles lösen wird. Es bedürfte eines längeren Prozesses und meine Erachtens auch an einer ständigen Betreuung, um gute Initiativen anzustoßen. De Beteiligung der Bürger*innen z.B. – Ansprechpartner*innen. Zum Teil wird das vom Büro Soziale Stadt geleistet, aber die haben auch nur so und so viele Menschen und eine begrenzte Anzahl an Projekten und Kompetenzen.

Ich denke der hilfreichste Ansatz wäre, wenn die Stadt langfristig demokratische Initiativen von unten zur Verbesserung des Stadtteils unterstützen würde, anstatt vereinzelter Projekte verschiedener Träger oder aus dem Rathaus. Solange sich das nicht ändert fehlt die Vermittlung.

Um ein positives Beispiel zu nennen: Ich fand die „Erfindung“ der Kulturrotation 143 ganz gelungen. Ich war da am Anfang auch skeptisch, aber sie schafft es, Leute zusammenzubringen. Nur das es sich da dann mit dem Event ein mal im Jahr erschöpft und es auch kein Selbstläufer ist. Organisation kostet eben Zeit und Geld.

Vielleicht braucht es auch erst mal ein Forum, wo sich Bürger*innen auskotzen können. Den Ortsbeirat kennen viele auch nicht und er erscheint auch für viele nicht attraktiv, um sich zu melden. Dort versammeln sich im Publikum ja auch eher Stadtteilakteure und nur selten die einfachen Bürger*innen. Die trauen sich nicht. Es braucht niedrigschwellige Foren, die auch attraktiv sind und in denen Bürger*innen nicht einfach abgefertigt werden oder zu reinen Ideengeber*innen degradiert. Nach dem Motto: „Bürger*innenbeteiligung: abgehakt! „

Es darf dann also keine fertigen Konzepte geben, wie bei der Mobilitätsveranstaltung der Stadt im RBZ, wo man dann seinen Vorschlägen eine von drei Kategorien zuordnen musste Die Transferleistung musste also das Publikum leisten. Oder wie es ein Gast ausdrückte: „Das war keine Veranstaltung für einfache Bürger*innen!“ – weder von der Sprache noch von der Form. Nur für Hartgesottene. Es gibt auch viele Missverständnisse zwischen Bürger*innen und Verwaltung. Da braucht es Vermittlung in beide Richtungen. Es braucht da sozusagen die Anwälte der Bürger*inneninteressen. und das müssen auch Leute sein, die wissen, was sie tun. Wenn es irgend wo auf dem Weg hakt, gibt es den Stille-Post-Effekt. Und das Gegenteil von dem, was gewollt ist, kommt in der Verwaltung an (nämlich das, was gerne hören will).

Beim Tourismus spricht man von „Overtourism“. In Gaarden sehe ich tatsächlich auch einen ähnlich gearteten Overkill.

Written by tlow

15. Dezember 2019 at 18:34

Hotelprojekt in Gaarden: Zweifel sind angebracht #KoolKiel @MRDV @designboom

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Angeblich sind ja alle Kieler hochbegeistert von dem neuen Hotelprojekt in Gaarden. Dabei sind noch viele Fragen offen. So schreibt die KN heute,dass das Hotel „auf dem bestehenden Gebäuse des Kreativzentrums W8 errichtet werden soll“. Allerdings lässt der Artikel offen, wie das funktionieren soll. denn ein paar Erdgeschossbauten bauen verlangen eine ganz andere Grundlage als ein 17-stöckiges Hochhaus! Zudem ist der Untergrund an der Hörn besonders kritisch, wie man schon beim Bau des benachbarten Hörnbads erfahren konnte (KN vom 8.10.2014)

KoolKiel soll das Projekt heißen und wird von MRDV und designboom geplant. Ohne Zweifel bedarf die Ecke (Standort) von Kiel eines Neudesigns, da der Block bisher durch den Verkehr abgeschnitten ist. Teilweise müssen Fußgänger aus dem Gaardener Zentrum kommend fünf Ampeln überqueren, um dorthin zu kommen. Allerdings beinhaltet der Plan für das Hotel so weit bekannt keine Änderung der Verkehrsführung.

Design von designboom

Ebenfalls ein Problem ist die Bahnlinie, die bisher lediglich von der Gablenzbrücke überbrückt wird. Auch dafür keine Lösung. Klar ist aber: Weitere Grünflächen sollen überbaut werden. Und es ist heute schon absehbar, dass das Hotel eher ein Fremdkörper bleiben wird. Sowohl wegen der Lage, als auch wegen der Struktur.

Einziger Lichtblick ist, dass zumindest Ladenzeilen angedacht sind. Jedoch scheinen die ähnlich wie bei Kai-City das schon beschriebene Problem zu bekommen, dass die Gebäude eher vom Rest von Kiel abgeschnitten sind. Natürlich wäre das alles einfacher, wenn Kiel bereit wäre deutlichere Einschnitte beim Autoverkehr zu machen.

Bedenken gibt es auch seitens des Hotelgewerbes, wie viele neue Hotels Kiel noch vertragen wird (siehe SAT.1 Bericht). Kritik, die u.a. auch wieder ein mal Kiel Marketing betreffen, die in den letzten Jahren bereits vielfach in die Kritik geraten sind.

Die Werftbahnstraße und das Medienzentrum W8 lebt bisher auch eher von dem Eindruck „Klein aber fein“ und auch als gewachsene Struktur. Es ist kaum vorstellbar, dass diese bereits beim Bau oder danach ihren Charakter erhalten. Für viele Firmen war dies bislang eine günstige Möglichkeit als Startup anzufangen. Bislang stiegen die Mietpreise eh bereits, weitere Steigerungen sind dann zu erwarten, sodass es für kleine Startups unattraktiv wird. Es wird dann eher zum Exklusivstandort. Leider verstehen Städte meist nicht, welchen Wert eine gewisse Unordnung und günstige Mietpreise haben. Ob nun hier oder bei der Alten Mu ist man eher bemüht, die Mietpreise anzuziehen in dem man die Standorte aufwertet. Damit dann aber auch ihren eigentlichen Wert verkennt.

Ironie der Geschichte: Zur Zeit befindet sich der Wagenplatz Schlagloch auf eben diesem Gelände. Der damit abermals eine Bleibeperspektive verlieren wird. Bleibt abzuwarten, in wie weit die Stadt zeitgleich die Defizite im Kreuzungsbereich/Betriebshof Werftstraße in Angriff nehmen wird.

s.a. Artikel auf kielaktuell

#SharedSpace auch in Gaarden #Gaarden10 #Elisabethstraße

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Nun wurde der große Plan für Gaarden am 21. Februar veröffentlicht. Unter anderem wurde nun für den Bereich Elisabethstraße/Alfons-Jonas-Platz „Shared Space“ als alternatives Modell vorgeschlagen.

Zu „Shared Space“ nur soviel: Es ist ein Konzept, dass in den 70er Jahren entstanden ist, aber nur an einigen wenigen Orten konsequent umgesetzt wurde. Es gibt in den letzten Jahrzehnten keine Untersuchungen, die eine klare Verbesserung der Verkehrssicherheit belegen könnten. Siehe dazu auch von den Unfallforschern der Versicherer den Text: „Untersuchung zu „Shared Space“„. Im Grunde versucht man durch das Entfernen von Bordsteinkanten, Ampeln und Straßenschildern eine Unsicherheit zu erzeugen in der Hoffnung, dass die Verkehrsteilnehmer*innen sich schon irgend wie einigen.

Probleme gibt es dabei oft für Sehbehinderte, die dann klare Grenzen vermissen. Und auch unsichere Verkehrsteilnehmer wie Kinder oder Senioren haben dadurch eher Nachteile, da ihnen die Orientierung nicht erleichtert wird. Man muss sich bei dem Einsatz von Verkehrskonzepten immer die Frage stellen: Welche Ziele will man erreichen und welche Mittel sind dafür geeignet? Im Falle der Elisabethstraße haben wir vor allem ein Problem für die Radfahrer, die quasi überhaupt keinen Platz haben. Die Fußgänger verfügen bisher zwar oft über breite Gehwege, allerdings fällt das Überqueren des Alfons-Jonas-Platzes als fast reinen Parkplatz doch sehr schwer. Parkende Autos und Autos, die einen Parkplatz suchen dominieren nicht nur aber gerade hier das Straßenbild und schränken die Nutzung stark ein. Die Elisabethstraße ist tendenzielle eine klassische Einkaufszone, die sogar ganz auf Autoverkehr verzichten könnte. Ähnlich wie die Holstenstraße. Bisher ist das aber nur ansatzweise am Vinetaplatz umgesetzt.

Meine Kritik am Konzept des „Shared Space“ ist, dass es nur eine Methode zu sein scheint, die den Schilderwald reduziert, aber nicht etwas Fußgängern und/oder Radfahrern einen Vorrang einräumt. Aber genau das sollten m.E. die Zielsetzungen sein. Auch wäre es wünschenswert, wenn Radfahrer Gaarden schnell und bequem durchqueren könnten, wie in der Elisabeth- oder Kaiserstraße. Damit man verschiedene Ziele schnell erreichen kann. Insbesondere muss aber m.E. der Raum für den ruhenden und fließenden Autoverkehr stark eingeschränkt werden, um den Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Blumenkübel helfen da leider nicht.

Alte Ideen, die bisher nicht überzeugen können müssen wir nicht in Gaarden testen. Das bringt uns nicht weiter.

 

Update; Habe noch einen Hinweis via Twitter bekommen, das in dem UK Shared Space nicht mehr empfohlen wird:

Written by tlow

22. Februar 2018 at 23:00

Diskussion um #Katzheide findet kein Ende #rvkiel

Am 16. Februar beschäftigte sich die Ratsversammlung erneut mit dem Thema „Freibad Katzheide“. Anlaß war der Bericht zur Bürgerbeteiligung und die Geschäftliche Mitteilung von Stadtrat Stöcken.

Bleibt Katzheide erhalten?

Diese Frage müsste man nach der aktuellen Beschlusslage mit „JA“ beantworten. Denn die Ratsversammlung hat dem Bürgerbegehren, dass vom  Verein „Katzheide: JA!“ initiiert wurde mehrheitlich zugestimmt. Eine Abkehr wäre eine Umkehr des Beschlusses. Diese Umkehr ist allerdings nicht zu sehen. Allerdings gibt es auch noch keine absehbare Richtung, wie Katzheide erhalten wird. Bisher ist man nicht bereit eigenes Geld in die Hand zu nehmen.

Eine kurze Zusammenfassung dessen, was bisher geschah

Das Freibad Katzheide wurde 1960 erbaut und 1993/1994 grundsaniert. Dabei hat man in den 90ern bei der Sanierung gespart und z.B. auf die Verwendung von Edelstahlbecken verzichtet. Das dies zu einem erhöhten Reparaturaufwand führen würde hat man gewusst und bewusst in Kauf genommen. Allerdings wurde dieser erhöhte Aufwand dann auch zum Argument gegen den Weiterbetrieb.

Aufgrund des Bädergutachtens 2004/2005 entschied sich die Ratsversammlung dafür Bäder wie Katzheide und die Lessinghalle zugunsten eines neu zu bauenden Zentralbades zu schließen. In einem Papier der IG Sportpark, dass zusammen mit der Stadt entwickelt wurde, sollte Katzheide in den Sportpark integriert werden. Unter den Stichworten „ganzjährig“ und „öffentlich“. Also keine Zugangskontrollen  mehr. Ein regulärer Badebetrieb schien damit ausgeschlossen.

Es gab seitens der Stadt verschiedene Versuche das Bad zu schließen. Besonders lustig wurde es um einen ominösen Fleck, der dann zur Sperrung in der Saison 2015 geführt hat. Allerdings ergaben spätere Kontrollen, dass es nie ein Risiko gegeben hat. Sowohl die Sperrung als auch die Auflösung wurden dabei medial seitens der Stadt inszeniert.

Der Weg zum Bürgerbegehren

Allerdings hat die Stadt in dieser Zeit selber nie ein Alternativkonzept erstellt. Dies sollte sich dann aus einer Bürgerbeteiligung ergeben.  Der Verein Katzheide: JA! kam dieser Bürgerbeteiligung 2015 mit dem Start eines Bürgerbegehrens zuvor. Ein Bürgerbegehren ist das Sammeln von Unterschriften zur Durchführung einer Abstimmung aller EinwohnerInnen (Bürgerentscheid). Nach nur wenigen Monaten hatte der Verein so viele Unterschriften, dass ein Entscheid hätte durchgeführt werden müssen.Es gab formal keine Fehler ,die Ratsversammlung stimmte dem Bürgerbegehren zu, was einem erfolgreichen Bürgerentscheid gleichkäme.

Eine Gläserne Akte online, wie vom Verein gefordert, wurde lange Zeit nicht erstellt und kam in anderer und lückenhafter Form dann erst mit dem Weg zur Bürgerbeteiligung.

Die Bürgerbeteiligung

Allerdings wollte die Stadt jetzt doch noch wieder eine Bürgerbeteiligung. Anders als zugesagt war diese jedoch nicht von vorneherein ergebnisoffen. Den Bürgern wurde mitgeteilt, dass ihr „Auftrag“ sei, eine Lösung  zu finden:“Wie kann das Areal in den Sport-  und Begegnungspark Gaarden integriert werden?“ (siehe Handzettel).

Dies führte auch angesichts des erfolgreichen Bürgerbegehrens bei der ersten Veranstaltung der Bürgerbeteiligung teilweise zu tumultartigen Szenen und hoher Frustration seitens der Menschen, die eigentlich an einer konkreten WEITERENTWICKLUNG interessiert waren und nicht an einer Auflösung durch Integration in den Sportpark.

Und heute?

Es ließe sich noch über vieles berichten: Über die Rolle (oder auch nicht) der Brückengruppe, über Falschinformationen, über die fehlende Dialogbereitschaft der Stadt.

Über die Ratsversammlung vom Februar 2017 berichteten die Kieler Nachrichten. Die entscheidende Passage:

Beim Thema Katzheide zeigten sich dagegen wieder die alten politischen
Konstellationen: Einmütig versicherten SPD, Grüne und SSW, das Freibad
erhalten zu wollen, aber nicht in der jetzigen Form. „Eine
Weiterentwicklung ist unbedingt nötig“, erklärte Wolfgang Schulz (SPD)
und kritisierte wie Kiels Sportdezernent Gerwin Stöcken (SPD) den
Verlauf der Öffentlichkeitsbeteiligung für das Freibad. Nur die Kinder
und Jugendlichen hätten ernsthaft Alternativen zum Sommerbad diskutiert,
so Stöcken. „Bei den Erwachsenen haben wir noch Übungsbedarf“, zeigte er
sich enttäuscht über die geringe Beteiligung an den
Informationsveranstaltungen. Die Integration des Sommerbades in den
Sport- und Begegnungspark sei gar nicht behandelt worden.

Unterstützung bekam Stöcken von Michael Frey (CDU). Einigen sei es nur
darum gegangen, alles zu erhalten, wie es sei, kritisierte er. Man habe
die Bürger verschaukelt, die nicht über eine „Schrumpfversion“ des Bades
reden wollten, konterte Stefan Rudau (Linke), wie Andreas Regner (WIR)
Mitglied in der Bürgerinitiative „Katzheide Ja“: „Wir wollen das Freibad
erhalten – mit 50-Meter-Becken und Sprungturm.“ Es folgten gegenseitige
Vorwürfe, sodass Stadtpräsident Hans-Werner Tovar zur Mäßigung mahnen
musste. So warf SPD-Ratsherr Torsten Stagars Regner vor, im
Beteiligungsverfahren Kinder manipuliert zu haben, was dieser als
„unwahr“ zurückwies und von „Betonköpfen in der SPD“ sprechen ließ.
Während Stagars auch die Idee einer „Traglufthalle“ für das Bad ins
Gespräch brachte, warnte Kruber vor der Illusion, „dass für Katzheide
große Geldfässer zur Verfügung stehen“. Stöcken betonte, dass es aus
Sicht der Stadt eine klare Reihenfolge gebe: Zunächst stehe das
Hörn-Bad, das noch 2017 eröffnet werden soll, im Blickpunkt. Dann komme
Schilksee, dann Hammer, „und da wird Katzheide sich einreihen müssen“.

Ich möchte hier noch einmal insbesondere auf Ratsherrn Michael Frey (CDU) eingehen. Er ist (noch) sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Hier mal ein Beitrag von ihm vom Anfang des Jahres 2015:

Seine Argumente damals mal zusammengefasst: Die Stadt hat da nie viel Geld investiert – und jetzt kommt das Zentralbad und daher einfach schließen. S.a. mein Artikel von damals dazu. Wie ich aber oben schon ausführte, war die damalige Inszenierung einer angeblich totalen Irreparabilität nicht nachhaltig aufrecht zu erhalten und hielt einer genauen Prüfung nicht stand. Das schien viele in der Kieler Politik eher zu ärgern als zu freuen.

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Die CDU macht weiter Druck in Sachen Eiderbad und fordert einen umgehenden Einstieg in die Sanierung. Andernfalls, so fürchtet Ratsherr Michael Frey, könnte auch die Saison 2017  schon gelaufen sein. KN-Artikel  (Bildrechte: Martin Geist)

Wenn Herr Frey so ein Fiskalkonservativer ist, wie er sich zu Katzheide gab, so erstaunt es auf den ersten Blick, wenn man ihn beim anderen Freibad „Eiderbad“ (nicht beheizt) durchaus sehr engagiert erleben durfte. Und für das Eiderbad gab es dann auch vom Rat schnell auch Geld, während man bei Katzheide auf Gelder noch heute wartet.

Warum also misst Herr Frey offenbar mit zweierlei Maß? Weil er selbst Direktkandidat im Wahlbezirk 15 (Russee/Hammer war) und auch dort wohnt. Das heißt sein Sitz im Rat mit all dessen Vorteilen hängt an seiner Wiederwahl. Die hat er letztes mal mit knapp drei Prozent Vorsprung zu seinem SPD-Kollegen Michael Wagner gewonnen. Eine Politik, die sich aber nur an dem eigenen, persönlichen Wahlerfolg orientiert und so offensichtlich nur dazu dient die eigenen  Pfründe zu sichern führt die Idee des Direktkandidaten ad absurdum. Gerade als sportpolitischer Sprecher sollte er ja für alle Stadtteile eintreten, auch wenn er damit nicht seine Wiederwahl fördert.  Denn es ist ansonsten nicht nachvollziehbar, warum beim Eiderbad die Gelder so locker abrufbar sind, während es in Gaarden nicht reicht sowohl ein Bürgerbegehren erfolgreich zu Ende zu bringen als auch eine überwältigende Mehrheit und eindeutige Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung.

Was dann kommt ist  ein Rüffel der Moderatorin der Bürgerbeteiligung, Zitat:

Aus Sicht der Prozessbegleitung und Moderation ist zu resümieren:
Schon zu Beginn des Verfahrens zeichnete sich eine deutliche Gegenwehr der beteiligten Akteure
gegenüber dem Vorhaben ab. Kennzeichnend dafür war eine differenzierte Ausgangssituation
hinsichtlich der formulierten Aufgabenstellung.
Die zahlenmäßig größte und inhaltlich dominierende Gruppe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
interpretierten das Ergebnis des Bürgerbegehrens und der Ratsbeschlüsse in dem Sinne, dass das Bad
im jetzigen Zuschnitt zu erhalten sei. Gesprächsbereitschaft zur Weiterentwicklung legte dieser Teil
der aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht an den Tag. Das massive Auftreten dieser
Beteiligungsgruppe erzeugte ein Klima, in dem abweichende Meinungen kaum vorgetragen wurden.
Von Beginn an definierte sich der aktive Teil der Bürgerschaft aus dem Verein Katzheide JA und der
Wählergemeinschaft Wir in Kiel e.V. Insofern war der Teilnehmerkreis nicht nur eingeschränkt in der
Teilnehmerzahl, sondern auch in seinem Meinungsbild stark voreingenommen. Dies führte zu
kontroversen und teils aggressiven Auseinandersetzungen im Rahmen der Kommunikation.
Veranstaltungen und deren Abläufe wurden bewusst gestört und Einfluss auf die Verfahrensweise
genommen. Dies führte teilweise zum Verlust der bis dahin aktiven interessierten Bürgerinnen und
Bürger.

Einiges ist hier schräg: In seiner Geschäftlichen Mitteilung legt Herr Stöcken eine kleine Statistik vor: An der ersten Veranstaltung, die anders als der Titel es suggeriert keine Informationsveranstaltung war, sondern bei der bereits Vorschläge eingebracht werden konnten, bzw. die Stadt ihre schräge Sicht der Dinge und ihren „Auftrag“ formulierte, kamen 110 TeilnehmerInnen. Zu dem Zeitpunkt hatte der Verein Katzheide: JA! vielleicht 30 Mitglieder (von denen ca. 10-12 anwesend waren) und soviel ich weiß  waren von WIR in Kiel auch keine Massen (vielleicht 1-2) vor Ort (ohne, dass ich etwas über deren Mitgliederzahl aussagen kann). D.h. bei der ersten  Veranstaltung. Das heißt maximal 8 Prozent der TeilnehmerInnen waren Vereinsmitglieder, was nicht ein mal irgend eine Einschränkung bedeuten sollte. Deutlich wurde jedoch, dass Frau Fischer-Gäde als Moderatorin total überfordert war zwischen den Anforderungen der Stadt, die keine Weiterentwicklung wollte, sondern die Umsetzung der Vorgaben und der Mehrheit der Anwesenden, die die primäre Sorge um den Erhalt umtrug.

Grund für das Dilemma war, dass die Zusage eines offenen Prozesses nicht eingehalten wurde. Der Charakter der Veranstaltung spiegelte weder das Ergebnis des Bürgerbegehrens wieder, noch war Thema, wie man Katzheide weiterentwickeln konnte. Es sollte um Sichtachsen gehen, ums das Abholzen von Bäumen und Sträucher, um das Entfernen des Zauns um für Öffentlichkeit zu sorgen, um neue Wege. Katzheide selbst als Thema sollte nicht angesprochen werden. Und das wurde auch auf Nachfrage mehrfach bestätigt. Auftrag war die Integration in den Sportpark  – und da störte der Schwimmbetrieb. Denn wie eine öffentlich zugängliche Fläche mit einem Schwimmbetrieb eines Freibades zu vereinbaren wäre, konnten auch die Experten nicht ansatzweise erklären. Es war also schnell klar: Integration ODER Weiterentwicklung und Letzteres war per Definition  ausgeschlossen, obgleich es immer die Überschrift war. Die Stadt wollte eine Nachnutzung und keine Fortführung. Und das widersprach ihrem eigenen Beschluss aus dem Oktober, wo sie die Kernaussage des Bürgerbegehrens übernommen hatte, um nicht zeitgleich mit der Olympiaabstimmung noch eine deutlichere Niederlage dokumentiert haben zu müssen. Durch das Eingreifen der Moderation wurde die Beteiligung der Bürger ausgebremst und sie konnten sich nicht so  beteiligen wie sie wollten. Ich wäre an dem Abend auch am liebsten nach den ersten 2 Minuten gegangen, weil mir klar wurde, das Bürger hier unerwünscht waren. Die Moderation hat hier total versagt und sich mehr darum gekümmert, dass auf keinen Fall von den Vorgaben abgewichen werden konnte und auch das Thema Katzheide ausgeklammert blieb.

Die Abnahme an weiteren Veranstaltungen rührt auch daher, dass zum einen, wie Herr Stöcken im Nachhinein richtig feststellt 9000 BürgerInnen bereits klargemacht hatten, dass  sie klar für den Erhalt von Katzheide sind. Aus Sicht der Katzheide-Befürworter hätte es auch gar keine teure Bürgerbeteiligung gebraucht. Ich war selbst Teil des Vereins und kann aus den internen Diskussionen soweit berichten, dass es auch die Meinung gab, wir sollten uns daran nicht beteiligen, weil genau das befürchtet wurde, was dann eingetreten war: 1.) Das es Vorgaben der Stadt geben würde, die eine Ergebnisoffenheit ausschließen würde und 2.) Das die Stadt hinterher das Ergebnis verdrehen würde und entweder unseren Input ignorieren oder marginalisieren würde.

Frau Fischer-Gäde hat mit ihrer Moderation und ihrem Bericht nun Herrn Stöcken das Beste geliefert, was sie konnte: Die Beteiligungsveranstaltung, die sie selber geleitet hat zu entwerten, im Wesentlichen, weil nicht das Ergebnis heraus kam, was man haben wollte. Üblicherweise stehen in Kiel ja die Ergebnisse schon fest. Die Beteiligung der Bürger erfolgt pro Forma, damit keiner sagen kann er wurde nicht gefragt. Nun wollten aber die Katzheide-Befürworter es der Stadt Kiel nicht auch noch erleichtern ihr Wort ein weiteres mal zu brechen. Daher will nun auch Stöcken das Ergebnis der Bürgerbeteiligung entwerten. Denn es kann nicht so gewertet werden, dass es die eigene Position stützt.

Herr Stöcken schreibt „Die Kinder- und Jugendbeteiligung konnte als ergebnisoffene Auseinandersetzung erlebt werden.“. Damit meint er wohl, dass es die Einzige war, die im angedachten Rahmen blieb und den Rahmen der Nicht-Offenheit auch nicht gefährdete.

Liebe Stadt  es geht so nicht: Man muss das Feedback der Bürger ernst nehmen. Und wenn die Mehrheit sich für etwas einsetzt, was nicht euer Ziel ist, dann muss bei EUCH das Umdenken beginnen. Und ihr nicht an Punkten festhalten, die ihr bereits 2010 in Papieren vorher festgelegt habt.

Dabei wollte Kiel doch nun besonders bei dem Thema „Bürgerbeteiligung (siehe dort)“ punkten! Wobei vielleicht bezeichnend ist, dass 8 Einwohner, die von der Verwaltung ausgewählt sind sich an dem Verfahren für die Entwicklung neuer Leitlinie beteiligen dürfen. Wenn man überlegt, dass der Stadt ca. 150 Menschen für das Verfahren um Katzheide zu wenig waren, wie sieht es dann mit 8 Menschen aus, die sich für die Zukunft der Bürgerbeteiligung beteiligen dürfen? Die wurden nicht einmal von den Bürgern gewählt, können also nicht die Kieler EinwohnerInnen repräsentieren.

Eine Zwischenbilanz

Unter dem Strich kann man wohl als Zwischenbilanz ziehen: Die Stadt Kiel nimmt es nicht ernst mit der Bürgerbeteiligung. Das heißt also auch, dass sie die BürgerInnen nicht ernst nimmt. Das hat sie mit der Auswertung des Beteiligungsverfahrens um Katzheide bewiesen. Wenn ein Verfahren offen ist, so muss man auch das Feedback der Bevölkerung so nehmen, wie es kommt. Stattdessen stellt man sich schulmeisterlich hin und stellt es so dar, als wenn die BürgerInnen das Thema der Hausaufgaben verfehlt hätten.

Wahr ist aber Folgendes:

  • 9000 WählerInnen haben beantragt, dass eine Abstimmung stattfindet,  dass Katzheide so erhalten bleibt, wie es ist. Die Stadt hielt einen Bürgerentscheid nicht nötig. Daraus kann man nur schließen, dass sie den Zielen des Vereins „Katzheide: JA!“ voll und ganz zustimmt. Ohne den Verein wäre Katzheide übrigens aufgrund von Aktionen der Stadt bestimmt schon fünf mal geschlossen worden. So wie damals die Lessinghalle
  • Ca. 150 EinwohnerInnen haben trotz starker Zweifel an der bereits 2010 angedachten und 2016 durchgeführten Bürgerbeteiligung teilgenommen und sich dafür Zeit frei genommen. Es wurde versichert das alles an Feedback aufgenommen würde.
  • Nun heißt es: Es waren zu wenige und es war das falsche Feedback. Nicht die Stadt habe Fehler gemacht, nein man hätte gerne andere BürgerInnen, die die Weisheit der Stadt einfach nur annehmen und nicht wirklich mitreden wollen. Ja die Kinder und Jugendlichen kommen den schon nahe, wenngleich die leider auch nicht begeistert auf den „Wir müssen alles verkleinern“-Zug aufgesprungen sind.

Der Geist der Veranstaltung war davon geprägt, dass Katzheide als Überbleibsel einer vergangenen Zeit dargestellt wurde. Es sei ja bundesweit üblich das sich die durchschnittliche Schwimmfläche verkleinere. Wahr ist auch, dass immer mehr Freibäder und Schwimmhallen schließen.  Nur ist auch die Frage wohin es führt, wenn wir Infrastrukturen verkommen lassen und schließen. Aktuell gerade steht in Timmendorfer Strand die Schließung der Eissporthalle an. Davon gibt es kaum welche in Schleswig-Holstein. Auch hier die Frage ob nicht eine Schließung für die Region  weitere Auswirkungen haben wird.

Um Kiel herum steht die Schließung des Freibades Raisdorf/Schwentinental zur Debatte und die Schließung der Laboer Schwimmhalle. Für das ursprüngliche Konzept der Neuordnung der Kieler Bäderlandschaft würde beides eine große Änderung der Situation bedeuten. Z.B. evt. ein vielfaches an Besuchern in Katzheide für Freunde des Freibadens. Schon heute reicht die Schwimmfläche in Kiel nicht und es ist fraglich, ob die neue Schwimmhalle an der Hörn überhaupt in der  Lage ist allen Nutzungen gleichzeitig gerecht zu werden.  Z.B. würde sie bei einer Sperrung dann den gesamten Schwimmbetrieb in ganz Kiel lahmlegen .Insbesondere wenn auch noch die Halle in Schilksee und die Gaardener Schwimmhalle schließen (Letzteres steht fest, Ersteres ist noch immer nicht vom Tisch).

Nach wie vor erscheint die Strategie Kiels alles auf eine Karte zu setzen nicht besonders intelligent. Seit Jahrzehnten ist dadurch die Schwimmsituation in Kiel völlig unzureichend. Und das in einer Stadt, die immer gerne behauptet „Weltsegelhauptstadt“ zu sein. Nur das sich dieser Anspruch nicht in praktischer Politik niederschlägt. Was das Schwimmen angeht ist man einfach tiefste Provinz.

Bisher war die Stadt die letzten 10 Jahre nicht im Stande einen einzigen klaren Gedanken zu Katzheide zu formulieren, geschweige denn ein Konzept oder eine Idee davon, wie  es in 10 oder 20 Jahren aussehen soll. Die BürgerInnen haben dazu viele Ideen eingebracht. Die landen jetzt offenbar alle in der Schublade, weil die Stadt wieder meint es besser zu wissen. Nur was sie will, scheint sie selber nicht zu wissen. Eine Stadt ohne Visionen wie ein Kind, dass nur weiß, was es nicht will und alle Vorschläge der Eltern ablehnt.

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