KielKontrovers

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#Katzheide ist nicht gerettet

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Die Skeptiker fühlen sich bestätigt, als man es nicht glauben konnte, dass die Ratsversammlung, die Selbstverwaltung und die SPD alle für den Erhalt von Katzheide waren. Die aktuelle Bürgerbeteiligung erlebt nun ihren vorläufigen Höhepunkt. Und so wie es aussieht sind die Banden bereits gezogen: Es kann nur noch darum gehen, wie schnell und wie Katzheide beerdigt wird. Vgl. auch  Katzheide: Erhalt, Verkleinerung, Auflösung als Park… Wie bitte?.

Das Ergebnis des Bürgerbegehrens, dessen Inhalt die Ratsversammlung einstimmig beschlossen hatte, war eigentlich eindeutig: Der langfristige Erhalt von Katzheide im Kern so, wie es heute ist. Aber natürlich war keiner der Vereinsmitglieder von Katzheide: JA! oder von den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens gegen Renovierung oder Veränderung. Aber man war klar gegen jegliche Änderungen, die im Grunde das Aus von Katzheide einläuten würden.

Am Samstag wird das Rad dieses Zirkusses wieder weitergedreht. Am 30.4. von 10-14 Uhr sollen die KielerInnen die Schaufel schwingen und möglichst viele Varianten ausdenken, wie man Katzheide elegant beseitigen kann.  „Ein Auswertungsspaziergang zum Planungs-Workshop folgt am 20. Mai 2016 von 17:00 – 20:00 Uhr im Sommerbad Katzheide und im Sportpark Gaarden.“

Soll man sich beteiligen? Man kann sich das Spektakel anschauen. Aber das ist kein offenes Verfahren mehr. Die Bedingungen sind so gestellt, dass der Erhalt von Katzheide ausgeschlossen ist. Man will einfach den Bürgerwillen nicht akzeptieren. Das ist der Punkt an dem unsere Demokratie ist. Die Bürgerin als störendes Element eins ansonsten wunderbar funktionierenden Uhrwerks. Ich jedenfalls werde mich an diesem Schauspiel nicht beteiligen.

Am 8. Mai veranstalte ich übrigens einen Jane’s Walk zu Ehren der verstorbenen Architekturkriterin und Visionärin Jane Jacobs. Dabei wird es auch einen Schlenker zu Katzheide geben.

Written by tlow

29. April 2016 at 22:05

#Katzheide – wie im falschen Film #rvkiel

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Am Dienstag gab es eine erste Bürgerbeteiligung zu Katzheide seitens der Stadt. Wer das Thema schon länger verfolgt, kam sich vor wie im falschen Film.

Was ist der Streitpunkt? Der Streitpunkt ist, dass das Freibad Katzheide von seinen Befürwortern in seinem wesentlichen Charakter erhalten bleiben soll. Nicht erst 2009 lässt sich die Stadt Kiel immer neue Tricks einfallen, um eine Schließung herbeizuführen . Seien es Falschbehauptungen, dass die Technik marode sei oder behauptete Schimmelpilzbelastungen, die zu spontanen Schließungen führen.

2015 hat die Ratsversammlung beschlossen das Bürgerbegehren, dass den langfristigen Erhalt von Katzheide fordert 1:1 umzusetzen. Damit fand dann kein Bürgerentscheid statt. Das Ergebnis müsste also die wortgetreue Umsetzung des Bürgerbegehrens sein. Das war ja der ganze Sinn dieser Schau.

Wie sich nun zeigt betrachtet die Stadt Kiel das nun aber doch eher als unverbindliche Anregung und möchte an dem Punkt weitermachen, wo man ca. 2014 schon war: Eine offene Diskussion darüber, wie man Katzheide umbauen kann, Was damals „Nachnutzung“ hieß soll jetzt „Weiterentwicklung“ sein.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Man kann über alle möglichen Elemente diskutieren. Aber wenn die Stadt wie um den heißen Brei darum herum redet ihrem Versprechen auch Taten folgen lassen zu wollen, dann macht sich Mißtrauen breit. Zunächst müsste klar sein, dass Katzheide in seiner jetzigen Größe restauriert wird. Das Bad in der jetzigen Form stammt aus den 90er Jahren (und eben nicht aus den 60ern, wie fälschlich behauptet wird).

Man kann ja gerne hier und da Gebäude erweitern oder schauen, ob man irgend wo noch Wege anlegen kann. Aber das kann nicht das Wesentliche sein, worüber wir jetzt reden. Die Ratsversammlung muss zunächst jetzt Maßnahmen einleiten das Bad zu retten. Und zwar nicht durch einfach Reparaturen, sondern Maßnahmen, die die Substanz langfristig sichern.

Der Verein Katzheide: JA! hat damals bewusst eine Bürgerbeteiligung abgelehnt, weil wir fürchteten, dass hier nur unverbindich über verschiedene Ideen geredet wird, ohne dass es darauf hin einen rechtsverbindlichen Beschluss geben kann, der festlegt, das bestimmte Maßnahmen umgesetzt werden. Daher wurde das Bürgerbegehren angestrebt.

Mit der Übernahme des Bürgerbegehrens steht die Stadt nun in der Pflicht der Umsetzung. Diese Pflicht will man nun offenbar nicht umsetzen. Das macht die Katzheide-Freunde traurig und wütend. Denn sie haben einen politischen Erfolg errungen und warten nun auf die Umsetzung, die Ernte des Erfolges.

Das Demokratieverständnis der Stadt, dass man sich nach einem Ratsbeschluss aussuchen könnte, ob man nicht vielleicht doch das Gegenteil dessen tut, was die Bürger wollen zeigt die ganze Verkommenheit des politischen Systems. In einer Demokratie ist es wichtig, dass politische Entscheidungen wertgeschätzt werden. Vor allem hier, wo die Bürger erst mals eine klare Meinung formuliert haben. Die Politiker wundern sich oft über Politikverdrossenheit und wollen mehr „Begeisterung für Demokratie wecken“. Ein Anfang könnte sein, den Bürgerwillen ernst zu nehmen und einfach schnörkellos umzuzsetzen.

 

 

 

Written by tlow

3. März 2016 at 09:47

#Katzheide Unterschriften für Bürgerbegehren reichen aus!

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Mindestens 8.859 gültige Unterschriften gab es laut Kieler Nachrichten für das Bürgerbegehren zum Erhalt von Katzheide. Was bedeutet „mindestens“? Hat die Stadt irgend wann aufgehört zu zählen? Es wäre schon wichtig die genaue Zahl der gültigen Unterschriften zu wissen. Auch und insbesondere für zukünftige Bürgerbegehren. Sollten tatsächlich nämlich „nur“ 8.859 von 11.600 abgegebenen Unterschriften gültig sein, so wären das über 2700 ungültige Unterschriften.

Wie auch immer, es ist das bereits  ein großer Erfolg des Vereins „Katzheide: JA!“, der ein bunt gemischter Haufen von BürgerInnen ist, die das Engagement für den Erhalt von Katzheide eint.

Das Interesse der Kielerinnen an dem Thema ist groß genug, dass die Stadt Kiel nun einen Bürgerentscheid durchführen müsste. Sollte die Stadt sich dafür entscheiden die Initiative zu übernehmen steht sie vor einem großen Dilemma:

Man hatte zwar früh festgestellt, dass eine Sanierung von Katzheide zu teuer sei, insbesondere da ja die gesamte Technik rott und nicht mehr verwendbar wäre. In der Rathausrunde vom 20. Januar wurde der weitere Abgesang eingeläutet.

Interessant im weiteren Verlauf der letzte Monate war, dass die Substanz der Mängel rapide verringert wurde.

Zudem hat man seitens der Stadt vorgeschlagen, dass der Vorschlag der Katzheide-Befürworterinnen bedeuten würde, dass man jetzt 10,4 Millionen Euro ausgeben müsste. Die Ausführung mit Edelstahlbecken wird dabei als alternativlos für den gewünschten langfristigen Betrieb bezeichnet.

Sollte die Stadt also dem Ansinnen zustimmen, müsste sie eben diese prognostizierte Summe in diesem Ausmaß auch ausgeben. Denn bei den Materialien zum Bürgerbegehren – in diesem Fall die Kostenschätzung – handelt es sich nicht um Aussagen, die am Stammtisch gemacht wurden, sondern es sind verbindliche Aussagen und Vorschläge der Stadt. Man kann nun nicht im Nachhinein behaupten, man habe das alles nicht ernst gemeint. Viele tausende Kielerinnen, haben diese Kostenschätzung gelesen und bewusst diesen Ausgaben mit ihrer Unterschrift anerkannt. Da gibt es nicht mehr zum zurückziehen. Die Stadt hat ihren Standpunkt klar gemacht. Und das bedeutet auch, dass sie die o.g. Summe im Haushalt für darstellbar hält. Sie war dazu aufgerufen eine realistische Kostenschätzung zu machen, sie Basis für die Umsetzung des Anliegens werden würde.

Es bleibt spannend, wie die Stadt mit dem Topic #Katzheide weiter umgehen wird.

 

Written by tlow

1. Oktober 2015 at 08:13

Schweigen zu Vorgängen um Katzheide

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Ich hatte nach dem TUS Gaarden am 16. und 17. September folgende Vereine (der IG Sportpark) um Stellungnahme zu ihrem Beschluss gebeten, Katzheide zu schließen:

Bisher leider auch keine Antworten. Offenbar hält man in allen beteiligten Vereinen es für schlauer zu den Fakten lieber zu schweigen als sich zu äußern, warum man so gerne Katzheide schließen wollte. Oder man war sich nicht dessen bewusst, was man da mitbeschlossen hat. Wie auch immer. Nur die Vereine selbst können Auskunft geben. Ansonsten lassen sie gerade halt viel Raum für Spekulationen. Es wäre daher angebracht, wenn sie sich eindeutig positionieren und die Fragen beantworten.

Written by tlow

22. September 2015 at 09:53

Offene Fragen zum Hintergrund des #Katzheide-Beschlusses #rvkiel

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Es gibt ein Papier der Interessensgemeinschaft Sportpark Gaarden, dass folgende wegweisende Sätze enthielt:sportpark_logo

In der IG Sportpark wurden bereits bei der Jahresversammlung der Mitglieder im Januar 2010 folgende Voraussetzungen für zukünftige Planungen des KatzheideGeländes zusammengestellt und bis heute befürwortet:

1)
a) öffentliche Nutzung des Areals
b) ganzjährige Nutzung des Areals …

Dann wird auch noch auf den folgenden Beschluss der Ratsversammlung 2012 verwiesen:

„Die Verwaltung wird auf der Grundlage des Beschlusses der Ratsversammlung vom 10./11.12.2009 (Drs. 1141/2009) beauftragt, eine Nachfolgenutzung des Sommerbades Katzheide unter Einbeziehung der Vorstellungen der Akteure vor Ort zu erarbeiten.“

Unterzeichnet ist das Ganze u.a. von dem Vorstandsmitglied Bünning vom „TuS Gaarden. e.V.“.

Unter dem Strich bedeutet dieses Papier den Antrag aller Mitgliedsvereine vom Sportpark, Katzheide zu schließen, da eine ganzjährige Nutzung mit einem Freibad nicht vereinbar wäre. Dies wird auch durch den Bezug auf den Beschluss der Ratsversammlung 2012 und den Begriff „NACHNUTZUNG“ deutlich.

Nun gibt es die Ankündigung eines Boxturniers am 10.10. unter dem Titel „Kampf für Katzheide“ organisiert vom TuS Gaarden. Auf Nachfrage bei einem der Organisatoren via Facebook stellte sich dann heraus, dass zum einen der Vorstand von TuS Gaarden voll hinter dem Motto und Ziel steht und zum anderen offenbar das vom TuS unterzeichnete Papier, dass die Grundlage der Schließung sein soll in diesem Verein gar nicht allgemein bekannt ist.

Zur Klärung dieses Widerspruchs (Beschluss des Endes von Katzheide vs. Kampf für Katzheide) habe ich den Vorstand am 1.9. angeschrieben und um Antwort gebeten:

Der TuS Gaarden hat zusammen mit anderen Akteuren 2010 im Rahmen des IGS ein Papier [1] beschlossen, dass dann maßgeblich für eine Beschlussvorlage (Drucksache – 1154/2013 -[2] ) der Stadt Kiel war

Dort steht explizit “ Daher nimmt die Verwaltung den Vorschlag der IG-Sportpark auf und schlägt die Durchführung einer mehrphasigen, moderierten und transparenten Öffentlichkeitsbeteiligung vor.“

Ziel der Öffentlichkeitsbeteiligung ist der Abriss von Katzheide und die Findung einer Nachnutzung des Geländes. Auf einem Treffen zwischen Katzheide: JA! und dem IGS wurde explizit gefragt, ob denn alle Anwesenden (darunter auch Herr Bünnung vom Vorstand TuS Gaarden) für die Auflösung von Katzheide ohne Abstriche in der heutigen Form eintreten. Dies wurde von keinem der Anwesenden verneint.

Daher ging ich bisher davon aus, dass der TuS Gaarden das Aus für Katzheide mit seinen Mitgliedern diskutiert und beschlossen hatte. Die Veranstaltung nun mit einem „Kampf für Katzheide“ erscheint mir daher widersprüchlich. Denn man kann ja nicht zum einen das Aus für Katzheide anstoßen und dann für den Erhalt kämpfen. Da stellt sich dann ja die Frage, welche Position der TuS Gaarden nun wirklich hat?

Zur Erläuterung, falls es da Mißverständnisse gab: Aus meiner Sicht sagt das beschlossene Papier, dass das bisherige Konzept von Katzheide nicht weitergeführt werden soll. Das Gelände soll ganzjährig offen sein. Dies würde eine regulären Badebetrieb ausschließen: Auch ein Weg mitten durch Katzheide bis Ellerbek würde so wie eingezeichnet ja mitten durch die Nutzungsfläche führen.

Ich würde gerne eine offizielle Stellungnahme des TuS als Grundlage eines Artikels auf meinem Blog (KielKontrovers) haben, damit die Kieler sich ein Bild machen können, wo denn der TuS nun wirklich steht, insbesondere darauf, dass der TuS 2010 maßgeblich die Schließung von Katzheide mit beschlossen hat.

Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen, da die Bürgerbeteiligung ja schon diesen Monat startet.

Bisher habe ich überhaupt keine Reaktion bekommen. Daher kann ich nur diese offenen Fragen formulieren und spekulieren:

  1. Wurde das Papier innerhalb des TuS Gaarden e.V. diskutiert oder zumindest im Vorstand diskutiert. War den Aktiven die Tragweite des Beschlusses bewusst?
  2. Wie sieht es bei den anderen Vereinen aus, die Teil des Sportparks sind?
  3. Sollte das Papier überhaupt nicht breit diskutiert worden sein in den beteiligten Vereinen, welche Legitimität hat es dann überhaupt?
  4. Welche Legitimität hat eine Bürgerbeteiligung, wenn das Papier selbst keinen Rückhalt in der Basis der Vereine hat, sondern evt. nur von einer handvoll Vorstände ohne Wissen der Mitglieder verabschiedet wurde?

Ich denke das sind Fragen, die jetzt dringend beantwortet werden müssen, bevor die Bürgerbeteiligung startet. Dies ist insofern auch ein Aufruf an alle Mitglieder dieser Vereine/Organisationen als Paten des Sportparks:

  • Ellerbeker Turnvereinigung e.V.
  • Freie Turnerschaft Eiche v. 1901 e.V.
  • Inter Türkspor Kiel e.V.
  • MGC Olympia Kiel e.V.
  • TuS Gaarden e.V.
  • Arbeiterwohlfahrt Kiel e.V.
  • BfW / inab – Unternehmen für Bildung
  • Deutsche Angestellten Akademie 
  • Ev. Stadtmission Kiel gGmbH
  • Förde VHS
  • Gerhart-Hauptmann-Schule
  • Hans-Christian-Andersen Schule
  • KJHV/KJSH-Stiftung
  • Kiel-Sozial.de
  • Kirchengemeinde Gaarden
  • K34 Gaarden
  • Stadtteilgenossenschaft Gaarden e.G. / Vinetazentrum
  • Regionales Berufsbildungszentrum Technik
  • ZBBS – Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V.
  • Alte Gaardener Gilde von 1738 e.V.

sich dazu zu äußern:

  1. War Ihr Verein/Organisation an dem Papier beteiligt? Wenn das unbekannt ist, wäre es hilfreich nachzufragen
  2. Wie steht ihr Verein/Organisation heute zu diesem Papier und dem Ziel Katzheide zu schließen?

Sollte sowohl das Papier und der darauf bezugnehmende Beschluss der Ratsversammlung jeder Grundlage entbehren, so steht die gesamte aktuelle Planung auf tönernen Füßen. Und anders als von der Stadt geplant, wurden die Akteure im Sportpark unzureichend eingebunden. Insofern sind diese Fragen sehr wichtig. Es wäre sehr hilfreich, wenn möglichst viele Mitglieder in ihren Vereinen nachhaken.

Es wäre dann auch interessant zu erfahren in welchen Rahmen das oben zitierte Papier des Sportparks entstanden ist und wie die Unterschriften dazu dann auf dem Papier landeten.

Unzweifelhaft ist, dass der TuS nicht gleichzeitig FÜR und GEGEN Katzheide sein kann. Da muss man jetzt Farbe bekennen. Daher wäre jetzt z.B. eine Distanzierung des Vorstands vom damaligen Papier mit Begründung sehr wichtig!

Written by tlow

10. September 2015 at 07:35

#Katzheide: SPD trumpft auf

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Die wahren Retter von Katzheide ist die SPD. So könnte man meinen, wenn man den neuesten Artikel in der Kieler Nachrichten liest. Zitat Torsten Stagars (sportpol. Sprecher der Fraktion):

„Es ist Blödsinn, wenn es immer heißt, wir wollen Katzheide nicht.“

Da kratzt man sich am Kopf und denkt sich: Ja, tatsächlich haben wir die letzten Jahre nichts anderes gehört, als dass Katzheide unnütz und überflüssig ist und weg muss, dass es einer ganzjährigen Nutzung im Weg wäre, dass es zu wenige Besucher hätte, dass es zu schmutzig sei, zu veraltet, etc.

Die Stadt Kiel hat beschlossen Katzheide plattzumachen und die Außenschwimmfläche von 2000 qm  auf 194 qm im neuen, großen Bad zu verringern. Spätestens 2017 sollte Schluss sein. Aber man nahm die Schließung unter Leitung von Gerwin Stöcken schon 2014 in Angriff. Es gab zwar keine handfesten Gründe, warum das Bad 2015 nicht hätte wiedereröffnen können, aber man nahm einige tatsächlichen Mängel und machte daraus eine alternativlose Schließung.

KN vom 21.11.2014:

„SPD-Ratsherr Torsten Stagars sah jedoch keine Alternative zu einer Schließung“

Es wurde eine Öffentlichkeitsbeteiligung auf dem Weg gebracht für eine Nachnutzung des Katzheide-Geländes. Die mehrheitlichen Beschlüsse dokumentieren den gemeinsamen Willen fast aller Fraktionen, die Existenz von Katzheide zu beenden. Und es will mir nicht in den Kopf wie man so dreist sein kann eine Wende zu vollziehen von einer alternativlosen Schließung bis hin zu einem derartigen PR-Stunt. Nur um zu belegen, dass man eigentlich der Retter von Katzheide ist?

Ich hatte ernsthaft überlegt, ob man es der SPD durchgehen lassen sollte ihr Gesicht auf diese Art zu wahren, wenn sie denn den richtigen Pfad einschlagen. Aber ich glaube nichts von dem, was sie sagen. Bisher haben sie die Bürger*innen IMMER hinters Licht geführt. Weder die Verwaltung noch die Selbstverwaltung war bereit oder in der Lage für Transparenz zu sorgen.

Als der Verein am Eröffnungstag einige Fotos schließen wollte, wurde mit der Polizei gedroht und ein Bademeister offenbar ein Maulkorb verpasst. Auf das bloß keine Wahrheiten nach außen dringen. Dafür kann man sich dann mittels der Presse und per Foto als die eigentlichen Retter von Katzheide inszenieren. Keiner darf ins Wasser nur Stagars. Bestimmt hat der nicht einmal Eintritt bezahlt?

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Um nicht missverstanden zu werden: Jedes bisschen Katzheide ist besser als gar nichts. Aber am Anfang stand und steht eben der feste Wille der Kieler Politik Katzheide plattzumachen. Zwar immer mit einem großen Bedauern und oft mit einem „vielleicht gehts auch anders“ – aber im Grunde unter dem Strich ist man immer Schritt für Schritt in Richtung Schließung gegangen.

Nun gibt es ein Nichtschwimmerbecken, das teilweise abgeteilt ist für Schwimmer. Und die Duschen sind außer Betrieb.

Die in dem Artikel beschriebenen Proben sind doch sehr zweifelhaft. Seit wann nehmen Ratsherren Proben und kein Fachpersonal (Bademeister oder Labore)? Und wenn der Ratsherr federführend bei den Plänen zur Schließung von Katzheide war, wieso sollten wir ihm vertrauen, dass er da nicht noch ein paar Sporen oder Bakterien mit untermischt, um sein Ziel endlich zu erreichen?

Die Kieler Politik hat bisher alles gemacht, um das Vertrauen in sie zu erschüttern. Viele Analysen und Behauptungen haben sich als fehlerhaft und haltlos erwiesen. Der letzte Scherz der Stadtpolitik war, dass sie in der Kostenschätzung vorschlug eine Luxussanierung für rund 10,4 Millionen Euro durchzuführen, wenn die Kieler*innen mit JA stimmen würden. Abzusehen ist, dass die Stadt egal, wie der Bürgerentscheid ausgeht, ihre bisherigen Politik weiterfahren wird. Man wird sagen: Schön, dass wir drüber abgestimmt haben, aber 10,4 Millionen können wir uns nicht leisten. Und das obwohl die Einreicher des Bürgerbegehrens niemals diese Summe gefordert haben. Niemals den Ersatz der Schwimmbadfolie durch Edelstahlbecken und dergleichen.

Es gibt keine Gläserne Akte, aber dafür springt der sportpolitische Sprecher einer Rathausfraktion öffentlichkeitswirksam in das Becken um heldenhaft ein paar Sporen in einem Reagenzglas einzufangen. Dabei wurde ja bereits behauptet die bestehenden Proben würden ein Schwimmen verbieten. Das Schwimmer allerdings entlang der Unterseite einer Schwimmbadfolie schwimmen habe ich noch nicht gehört.

Warum nicht einfach eine Wasserprobe entnehmen und auf die wichtigsten Keime untersuchen. Gibt es Escherichia Coli im Wasser JA oder NEIN? Oder gibt es ein andere vergleichbar gefährliche Bakterie, die das Schwimmen zum Risiko machen würde. Die Stadt behauptet ja, dass es seit Jahren diese Probleme gibt. Aber erst dieses Jahr werden Proben genommen und zwar NACH der Schließung und nicht während eines angeblich auftretenden Befalls und unter realistischen Bedingungen. Sondern in einem schlecht gereinigten Becken.

Bedenklich stimmt mich die Inszenierung, die da die Kieler Ratsmitglieder hingelegt haben: Man muss bedenken, dass herr Stagars keine offizielles Amt der Stadt innehat. Er ist lediglich der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion und gewähltes Mitglied im Aufsichtsrat der Kieler Bäder GmbH. In letzterer Position darf man sich auch gerne als Ratsmitglied informieren oder für ein Thema einsetzen. Aber als bekannter Gegner von Katzheide und Befürworter der Neuausrichtung der Bäderlandschaft (mit Neubau des Zentralbades) nun die Kollegen der anderen Parteien im Regen stehen zu lassen und so zu tun, als wäre man ja immer schon für Katzheide gewesen, ist politisch gesehen nicht fair. Die Parteien SPD, GRÜNE, SSW, FDP haben gemeinsame diese Neuausrichtung beschlossen und auch gemeinsam das vorzeitige Aus für Katzheide als alternativlos bezeichnet. Niemand hat es wirklich für nötig befunden sich da näher zu informieren. Es gab eine extra Ortsbeiratssitzung, wo die ganze Borniertheit auch noch mal zutage trat. Einzig der Vertreter der Linkspartei hatte sich die Akten noch einmal genauer angesehen und kam auch zu einem anderen Urteil. Ohne das Engagement vieler Freunde von Katzheide, besonders dem Verein Katzheide: JA! (Hinweis: In dem ich auch Mitglied bin) und den Vertretungsberechtigten für das Bürgerbegehren, wäre das Thema Katzheide längst vom Tisch. Wobei die Engagierten lediglich den Frustrierten geholfen haben, ihre Stimme zu finden oder sich nun per Unterschrift für ein Bürgerbegehren auszusprechen.

Man könnte jetzt die Augen verschließen und so tun, als wäre die SPD tatsächlich durchweg für Katzheide gewesen. in der Hoffnung, dass die Eröffnung des Gesichtswahrens Katzheide helfen würde, erhalten zu werden. Aber das wäre zum einen geschichtslos und zum anderen unfair gegenüber den politischen Konkurrenten, die nicht mehr oder weniger die gleichen Beschlüsse mitgetragen haben. Oft auch weit weniger emotional und beleidigend als Ratsherr Stagars, der jede Kritik an der Politik der Kieler Kooperation nicht selten mit bösartigen und persönlichen Angriffen gekontert hat.

Ich respektiere jede Sichtweise. Auch die, dass manche Katzheide für überflüssig halten, oder glauben, dass Zentralbad wäre die Lösung aller Probleme der Kieler Bäderlandschaft. Ich bin lediglich anderer Meinung. Aber was mich aufregt ist, wenn Politik ignorant über die Köpfe der Bevölkerung hinweg gemacht wird. Ich erinnere mich auch noch an die Aussage von Herrn Kruber(CDU), der nach dem Fall Möbel Kraft Verbesserungsbedarf in Kommunikation und Stil in der Kieler Politik sah. Das sich also die Notwendigkeit eines konfliktreichen Bürgerentscheides nicht wiederholen würde. So lange ist es jetzt noch nicht her. Die Debatten sind zum Glück beim Thema Katzheide weit weniger erhitzt. Das liegt zum großen Teil darin, dass niemand wirklich als Feind Katzheides gelten mag. Denn das bedeutet nun einmal das Einbüssen von Sympathiepunkten in der Bevölkerung.

Wie weiter?

Die Kieler Bäder GmbH hatte eine Probe eingereicht, in der an der Unterseite der Schwimmbadfolie eine definierte Angabe von Pilzen zu finden war und eine nicht definierte Menge an Bakterien. Ohne das selbst richtig einschätzen zu können, interessiert es mich recht wenig, was sich alles unterhalb des Schwimmbeckens tummelt. Wichtig sollte sein, was sich im Wasser befindet. Und wenn da etwas ist, sollte man ran an die Ursachen.

Nun geht Stagars medienwirksam persönlich auf Tauchgang für eine zweite Probe. Ist er dafür qualifiziert? Ich würde erwarten, dass Proben lediglich von neutralen Angestellten eines Labors entnommen werden dürfen. Es darf auf keinen Fall zu einer Verunreinigung kommen. Insofern kann man die Probe eines Gegners von Katzheide getrost außer acht lassen. Da können dann auch mal Keime in der Probe landen, die das Aus für Katzheide bedeuten würden. Schließlich hängt seine politische Zukunft auch an der Richtigkeit seiner politischen Vorgaben. 2018 sind Wahlen und wenn alles nach Plan läuft ist dann das Zentralbad seit einem Jahr offen. Niemand wird so sehr mit dem Zentralbad persönlich verbunden wie er. Wenn alles gut läuft wird man ihn loben, bleibt es dagegen hinter den Erwartungen zurück, wird irgend jemand die Zeche für eine verfehlte Politik zahlen müssen. Es bleibt spannend.

#Katzheide: Stadt Kiel bleibt Antworten schuldig #rvkiel

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Am Donnerstag war Ratsversammlung. In der Antwort von Stadtrat Stöcken ( AntwortEinwohneranfrageHerrRegnerSommerbadKatz.pdf) wird deutlich wie weit die Stadt Kiel geht, um Katzheide vorzeitig zu schließen.

Die Welt schildert in einem Artikel eindrücklich, wie insbesondere bei Migrant*innen das Nichtschwimmen immer normaler wird, aber auch in der gesamten Gesellschaft nimmt die Schwimmfähigkeit ab, weil kurzsichtige Politiker*innen überall in Deutschland Bäder schließen. Hintergrund ist der neoliberale Gedanke, dass es grundsätzlich besser ist, weniger Ressourcen bereit zu stellen, die die Kommunen auch finanzieren müssten. Was im tiefsten Inland vielleicht manchmal noch verzichtbar erscheint, wirkt in Kiel, dass sich als „Welthauptstadt des Segelns“ und „KIEL.SAILING.CITY“ selbst vermarktet total aburd.

Mit dem neuen Zentralbad schrumpft der Außenbereich von 2000 Quadratmetern auf lediglich 194. Ganz Kiel soll hier gleichzeitig schwimmen: Schulschwimmen, Sensiorenschwimmen, Aqua-Jogging, Sportwettkämpfe, Alltagssschwimmen, etc.. Es ist absehbar, dass es schwierig wird das alles zu koordinieren und vermutlich wird oft auch nur die Hälfte der 50-Meter Bahnen genutzt werden können. Und zudem ist unklar, wann tatsächlich  Eröffnungstag sein wird. Geplant ist zwar 2017, aber wer weiß. Bis dahin gibt es in Kiel als Schwimmbäder lediglich:

  1. Schilksee
  2. Schwimmhalle Gaarden (SHG)
  3. Schwimmhalle der Uni Kiel

Bei allen dreien ist der Schwimmbetrieb aber eingeschränkt. Im Sommer dann Katzheide als einziges beheiztes Freibad zu streichen ist schon echter Luxus.

Heute war Katzheides Nichtschwimmerbecken wieder auf, allerdings ohne Duschen und mit einem abgetrennten Schwimmerbereich. Der Schwimmerbereich soll tatsächlich geschlossen bleiben, ebenso das Babybecken. Vom Schwimmerbereich weiß man lediglich, dass nach einer Prüfbericht über die Untersuchung von Raumluft an einer Unterseite einer PVC-Folie des Beckens Bakterien und Schimmelpilze gefunden wurden.

Es gibt keine Erkenntnisse und wurde auch nicht untersucht, ob das Schwimmbadwasser aktuell irgend welche bedenklichen Keime beinhalten würde. Niemand will ja die Gesundheit von Menschen gefährden. Skandalös ist die Weigerung der Stadt Kiel (Stadtrat Stöcken und der Oberbürgermeister), Antworten auf einfachste Fragen zu geben, obwohl diese vorlagen.

Ebenso wie die Tatsache, dass nicht ein mal ein Hinweisschild  am Bad über dessen einstweilige Schließung angebracht wurde, zeigt dies die Ignoranz der Mächtigen in Kiel. Die Interessen der Öffentlichkeit werden ignoriert, weil man eine bestimmte Politik durchziehen will. Und die besagt eben: Der Kleine Kiel Kanal MUSS gebaut werden und Katzheide MUSS geschlossen werden. Das kaum ein Kieler diese Wasserfläche an der Holstenbrücke für derzeit 12,5 Mio. € will und es dagegen wenige echte Gegner von Katzheide gibt, interessiert dabei nicht. Es wird eben nicht umgesetzt, was die Mehrheit der Kieler*innen will, sondern was eine politische Avantgarde sich in den Kopf gesetzt hat. Dabei lässt man sich ungern in die Karten schauen. Eine Gläserne Akte, wie man sie zu Möbel Kraft halbherzig veröffentlicht hat, will man nicht. Man werde „die notwendigen Informationen so rechtzeitig wie möglich in geeigneter Form erteilen (u. a. Presse, Internet).“ – Rechtzeitig heißt z.B., dass man über die Schließung vor Ort gar nicht informiert hat, oder auf konkrete Nachfrage nach Eintrittspreisen, diese nicht genannt hatte, bevor diese als Antrag vorlagen. Sprich: Die Öffentlichkeit wird informiert, wenn eh alles gelaufen ist. Das ist alles andere als transparent. Transparenz ist aber nicht einfach nur etwas, dass man hier und da mal fallen lassen kann von Seiten der Politik, sondern Grundvoraussetzung für Teilhabe und Demokratie. Ohne Transparenz keine Möglichkeit der demokratischen Mitbestimmung und damit auch keine Legitimität für Entscheidungen.

Die Politik inzeniert sich als gewählte Vertretung, ist aber nicht in der Lage einfachstes Krisenmanagement und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Dabei gibt es gleichzeitig für die Olympiade eine eigene Abteilung für Olympia im Innenministerium UND in der Stadt Kiel.

Und in der realen Politik bedeutet das, dass auf dem Westufer eine Wasserfläche geschaffen wird, die keiner haben will, während auf dem Ostufer eine geschlossen wird, auf die wir nicht verzichten können und niemand wirklich weghaben möchte. Realpolitik in Kiel 2015. Und dann wundern sich die Politiker über Politikverdrossenheit?

Written by tlow

20. Juli 2015 at 07:04

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