KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel & Schleswig-Holstein seit 2009

Posts Tagged ‘GDS

GDS zensiert Meinungen

with 4 comments

Ganz harmlos hatte ich zu einem Artikel auf der Seite der Gewerkschaft der Servicekräfte (GDS ) am UKSH gefragt, wann die Mitglieder der GDS denn über das Ergebnis der Verhandlungen abstimmen dürften. Nach kurzer Zeit wurde dieser Kommentar gelöscht und sofort auch das kommentieren gesperrt.

Zuvor hatte ich bereits im März 2011 bezüglich der Satzung kritische Nachfragen gestellt, aber nie eine Antwort erhalten. Das man einfach mal die Demokratie als Element einer Satzung vergessen hat, kommentierte ein offenbar Gewerkschaftsmitglied der GDS auf meinem Blog mit:

„Lieber ein Fehler in der Satzung (kann man korrigieren) als eine machtgierige, selbstsüchtige Gewerkschaftsgarde…“

Ich weiß jedenfalls, was ich von Gewerkschaften zu halten habe, die auf kritische Fragen nicht antworten (ver.di und GDS) und kritische Kommentare zensieren. Von innergewerkschaftlicher Demokratie ist bei beiden nicht viel zu spüren.

Demokratie, auch organisationsinterne beruht auf Rechten und Kontrollfunktionen, die Machtmissbrauch verhindern. Defizite sind im Gegensatz zum Kommentator nicht einfach korrigierbar, außer tatsächlich freiwillig und von oben. Dies aber zu erwarten setzt viel an Naivität voraus. Das einzige was zählt sind Taten. Von der GDS weiß man mittlerweile genug um zu wissen, dass da nicht viel Neues zu erwarten ist. Hier herrscht offenbar das gleiche Verständnis zu Mitgliedern wie  bei ver.di: Ein Haufen Idioten, die eh keine Ahnung haben und die am besten auch nichts mitbestimmen sollten. Das gleiche glauben übrigens auch Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern.

Written by tlow

2. August 2011 at 18:27

Gewerkschaft der Servicekräfte schließt Tarifvertrag ab. Welche Rolle spielen die Mitglieder?

with 7 comments

Stolz verkündet die GDS (Gewerkschaft der Servicekräfte) auf ihrer Homepage den Tarifabschluß mit der UKSH Service GmbH.

Details stehen in dem Artikel nicht. doch es sollen u.a. 10 Prozent mehr Lohn bis 2014 sein. Abgesehen davon, dass es bis 2014 immerhin noch drei Jahre sind, gibt es aber andere bedenkliche Zeichen bei der GDS Kiel. In ihrer Satzung ist eine Beteiligung der Mitglieder beim Abschluß von Tarifverträgen überhaupt nicht vorgesehen.

Neben wir diesen Paragraphen:

§ 4 Arbeitskämpfe

  1.  Zur Durchsetzung und Verteidigung der Interessen ihrer Mitglieder kann die GDS zum Arbeitskampf aufrufen.
  2. Der Gewerkschaftsvorstand erlässt Richtlinien zur Vorbereitung und Durchführung von Arbeitskämpfen sowie zu den Leistungen im Arbeitskampf.
  3. Der Gewerkschaftsvorstand beschließt die Vorbereitung und Durchführung eines Arbeitskampfes.

In § 6 wird bei den Rechten der Mitglieder auch nicht erwähnt, dass es so etwas wie Urabstimmung zur Annahme von Tarifabschlüssen geben würde.

In weiteren dieser Paragraph:

§ 21 Tarifkommissionen

  1. Für jede Tarifverhandlung wird eine Tarifkommission gebildet.
  2. Näheres wird durch Richtlinien geregelt, die der Gewerkschaftsvorstand nach Beratung mit der jeweiligen Bezirksgewerkschaftsvorstands beschließt.

Zusammenfassend kann man also sagen: Der Vorstand der GDS kann den Beginn einer Tarifauseinandersetzung beschließen, genau so wie den Beginn von Arbeitskämpfen. Laut Satzung sind die Mitglieder ja zur Solidarität verpflichtet und müssen somit streiken, ohne dass sie selber mit bestimmen können.

Man kann vieles gegen ver.di vorbringen – und ich verstehe auch den Frust der Beschäftigten der Service GmbH, wenn man diese Geschichte hört/sieht:

Dennoch müsste ja eine neue Gewerkschaft eigentlich aus den Fehlern lernen und eben MEHR Mitbestimmung statt WENIGER als ver.di einräumen.

Hier hängt der GDS ein großer Makel an. Die Frage ist, ob da nur jemand nicht aufgepaßt hat, beim Schreiben einer Satzung, oder ob jemand bewußt die Mitglieder ausgeklammert hat um frei walten und schalten zu können?

Man wird abwarten müssen, wie das Ergebnis genau aussieht, aber die Sache mit der Satzung ist für eine demokratische Gewerkschaft unabhängig vom Ergebnis nicht akzeptabel!

Lübecker Nachrichten: UKSH: Jetzt gibt’s eine neue Gewerkschaft

with one comment

Die Arbeitnehmervertretung wirbt um die Servicekräfte am Uniklinikum – und will sich landesweit aufstellen. Ver.di vermutet eine arbeitgeberfreundliche Gewerkschaft.

Update: Inzwischen gibts auch eine eigene Homepage der Gewerkschaft. Bisher ist nicht klar, wie vertrauenswürdig die ist. Z.B. steht in ihrer Satzung, dass nicht die Mitglieder, sondern der Vorstand entscheidet ob gestreikt wird. §4 Absatz 3 „Der Gewerkschaftsvorstand beschließt die Vorbereitung und Durchführung eines Arbeitskampfes.„. Das wäre weniger Mitbestimmung als bei ver.di. Entweder ist das nur dämlich formuliert, oder es deutet darauf hin, dass da bestimmte Leute über die Köpfe der Mitglieder entscheiden wollen?

Written by tlow

3. Dezember 2010 at 01:10

%d Bloggern gefällt das: