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#Katzheide: Breite Unterstützung für das Bürgerbegehren

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Die drei Vertrauensleute (v.l.n.r) Regner, Hagge, Jöhnk vor Katzheide. Im Hintergrund mit dem Katzheide-Banner links Jens Müller (stellv. Vors.) und rechts Ulrich Hühn (1.Vors.)

Die drei Vertrauensleute (v.l.n.r) Regner, Hagge, Jöhnk vor Katzheide. Im Hintergrund mit dem Katzheide-Banner links Jens Müller (stellv. Vors.) und rechts Ulrich Hühn (1.Vors.)

Das Freibad verschlossen, keine Geräusche von vergnüglich planschenden Kindern, keine Familien, die in das Bad strömen. So war es, als nach einem Pressegespräch mit den drei Vertrauensleute für das Bürgerbegehren, die Journalisten noch die Chance auf ein Foto bekamen. Die Stimmung der Vertrauensleute war gut, wie auch die der anwesenden Vertreter des Vereins Katzheide: JA! . Man fühlt sich im Recht und man hat zumeist nur Kopfschütteln über, für das Verhalten der Verwaltung und die Argumente der gewählten Vertreter*innen der Stadt.

Es gibt unzählige Argumente für den Erhalt des Freibad Katzheide. Sicher auch einige dagegen. Doch die meisten Argumente gegen Katzheide liegen eher darin begründet, dass man in den letzten Jahren und Jahrzehnten eher zu wenig für dessen Erhalt getan haben.

Es kam mir zu Ohren, dass auch kritisiert wird, dass Katzheide elektrisch beheizt wird [siehe dazu Kommentare unter diesem Artikel!]. Ich finde das eine wertvolle Kritik, Solarkollektoren als Teil einer Aufwertung oder Sanierungsmaßnahmen wäre wirklich eine gute Sache. Viele hundert Freibäder in Deutschland werden bereits so beheizt. Warum nicht auch Katzheide in Kiel-Gaarden?

In der SHZ wird Sozialdezernen Gerwin Stöcken wie folgt zitiert:

„Den Zusammenhang zwischen sozialer Integration und einem Schwimmbad finde ich weit hergeholt.“

Integration findet z.B. durch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben statt. In einem Stadtteil das stark migrantisch und durch Menschen mit geringerem Einkommen geprägt ist, ist es für Viele eine finanzielle Anstrengung, Schwimmen zu gehen. Gerade wenn, wie im neuen Zentralbad, die Eintrittspreise sich teilweise verdoppeln werden.

Kiel ist so stolz auf ihre Marke KIEL. SAILING CITY – und fördert das Segelnlernen. Aber was ist mit dem Schwimmenlernen. Genau so wie die größte Wasserstraße der Welt und ein großer Kreuzfahr- und Fährhafen ein Feuerschiff braucht. Wer A sagt muss auch B sagen. Kiel will hoch hinaus, Schneller Höher Weiter, Olympiade – aber Stadtteile, die weit weg sind von Schilksee werden dabei abgehängt. Der Versuch der Integration und Inklusion ist beine Kampfansage an eine Zweiklassengesellschaft.

Muss man in Zukunft ein Auto besitzen, um Schwimmen gehen zu dürfen? Das ein Sozialdezernent nicht weiß, wie man Integration buchstabiert ist schon erschreckend. In Kiel wird gerade im sozialen Bereich teilweise mit der Axt angesetzt. Ob nun Skatepark, ASD oder Jugendzentren. Es soll überall gekürzt werden, aber ohne Konzept. Dabei dreht sich die Stadt im Kreis. Sparen ohne Konzept ist brandgefährlich – und warum schmeißt man zuerst die Feuerlöscher weg, wenn man mit dem Feuer spielt?

Written by tlow

5. Juni 2015 at 23:22

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