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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

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Schleswig-Holstein verliert den klimapolitischen Anschluss #Klimanotstand

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Es gibt zwar mit Jamaika in Schleswig-Holstein eine Regierungsbeteiligung der GRÜNEN. Dennoch passiert nach wie vor wenig in Richtung Klima- und Verkehrswende.

Der größte Brocken ist dabei das Ausbremsen der Windkraft. Der Anfang war mit Versprechung von CDU und FDP die mühsam gefundene Lösung der Vorgängerregierung aussetzen zu wollen.

Das Umweltbundesamt hat dieses Jahr darauf hingewiesen, dass Studien belegen wie fixe Mindestabstandsregeln zu einem Problem beim Ausbau der Windenergieanlagen werden kann:

Eine Analyse des Umweltbundesamtes zeigt jedoch: Generelle Siedlungsabstände würden die Kapazitäten für die Windenergienutzung stark reduzieren. Bereits bei einem Mindestabstand von 1.000 Metern zu benachbarten Wohngebieten würde sich das gesamte Leistungspotenzial von derzeit noch 80 Gigawatt auf 40 bis 60 Gigawatt reduzieren. Bei 1.200 Metern Mindestabstand sinkt das Leistungspotenzial sogar auf nur 30 bis 50 Gigawatt. Damit würde langfristig bestenfalls ein viel zu geringfügiger Zubau ermöglicht werden – und die Klimaschutzziele werden nicht erreicht.

Soviel zur angeblichen „Wirtschaftsfreundlichkeit“ von CDU und FDP. Und auch so viel zur Erwartung an die GRÜNEN in jeder Regierung Klimafreundlichkeit sicherzustellen.

Dann der Feldversuch mit einem E-Highway mit Oberleitungen für LKWs. Ausgerechnet an dem Punkt wo führenden LKW-Hersteller wie Daimler entschieden haben eher auf Batterien zu setzen und sich die batteriegestützte Elektromobilität durchgesetzt zu haben scheint, fängt man mit Feldversuchen für Oberleitungen an. Immerhin kommen hier 19 Mio Euro vom Bund.

Der CITTI-Markt in Kiel bekommt eine eigene Autobahnanbindung. Kosten 21 Mio, CITTI muss lediglich 1 Mio € zahlen. In Gewerbegebieten ist aber meist der Anschluss von Radwegen entweder vernachlässigt oder gar nicht vorhanden. Je einfacher die Zufahrt mit Auto im Vergleich zum Fahrrad, desto mehr Autoverkehr wird es geben. Und desto mehr Umsatz wird der Innenstadt und den Stadtteilen entzogen. Der Verkehr auf dem Theodor-Heuß-Ring gesteigert.

Der Theodor-Heuß-Ring hat bekanntlich ein Stickoxid-Problem, aber auch Feinstaub, Lärm, CO2 und Platzverschwendung. Die Stadt Kiel hat darauf bisher keine Antwort und die Landesregierung hat mit dem Luftreinhalteplan nichts wirklich Fassbares vorgelegt!

Der Kreuzfahrttourismus ist ein wachsendes Problem. Dabei bietet der Landstrom keine Lösung des eigentlichen Problems. Die Wirkung für die heimische Wirtschaft ist relativ gering. Kiels Anteil am globalen Klimanotstand aber erheblich als einer der deutschen Kreuzfahrt-Häfen.

Schleswig-Holstein ist bei der Elektrifizierung nach wie vor Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Weniger als halb so viel wie Brandenburg mit 29%:

Immerhin setzt man jetzt scheinbar doch auch auf elektrische Batteriewagen und vermeidet die technologische Sackgasse der Wasserstoffzüge.(siehe auch die verlorenen Klage von Alstom)-

Dann das völlig falsche Signal wegen einer Erhöhung der Kosten beim Baud er Strecke vom Hein Schönberg das Projekt zwischenzeitlich auf Eis zu legen und damit wertvolle Zeit zu verliere (und damit erneute Kostenerhöhung zu verursachen! Da hat man dann gerade so die Kurve gekriegt. Solche Verunsicherung ist aber für Unternehmen und Regionen tödlich, die ggf. gerade dabei waren Investitionen zu planen. Heute so morgen so geht nicht. Und gerade bei Bahnstrecken gibt es einen hohen Nachholbedarf.

Die Fehmarn-Belt-Querung wird sich nicht rechnen, schon gar nicht für die Schiene.

Eine viel zu teure A20. Und eine katastrophale Anbindung der A21 über eine Südspange Gaarden. Weitere Pläne zum Ostring II. Alles bringt noch mehr Verkehr!

Die Förderung von LNG und damit der Import amerikanischen Fracking-Gases, dass uns dann als neuer Biosprit angedreht werden soll.

Es ließen sich sicher noch mehr Beispiele finden. Aber die Klimabilanz der aktuellen Regierung ist eine Katastrophe. Wichtige Weichenstellungen bleiben aus und werden verschoben. Oder schlimmer noch: Werden mit Autobahnenausbau und LNG die Weichen in die falsche Richtung gestellt! Man fühlt sich teilweise zurückversetzt in die 80er Jahre. Wo der politische konsens noch immer war: Mehr Verkehr ist immer gut. Mittlerweile passt das nicht mehr zusammen. Wenn die Landeshauptstadt 40% weniger Fahrten in 15 Jahren erreichen will, so gilt dies auch für andere Städte in Schleswig-Holstein. In den Prioritäten der Landesregierung kann man das allerdings nicht ablesen!

#HeinSchönberg Politik im Panikmode?

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Eine Kostensteigerung beim Bau der Strecke für Hein Schönberg von 35 auf 50 Millionen € (rund 43%). Nun ziehen einige in der Politik das Gesamtprojekt trotz Baubeginns und Fortschritte in Frage.

Zum Vergleich: Alleine 2015 verteuerte sich nur die Anbindung der A21 um mal eben 15 Millionen Euro. Niemand aus der Politik zog damals die A21 als Ganzes in Frage, Obwohl es für den Autoverkehr zahlreiche Alternativen gibt. Und obgleich die A21 auch ökologisch weit umstrittener ist.

Die alleinige Reaktivierung von Hein Schönberg (ohne Stadtregionalbahn und weitere Anbindung) war natürlich teurer. Das ist in erster Linie Schuld der Kieler CDU, aber auch von Teilen der GRÜNEN im Kieler Umland, die das Projekt gestoppt haben. Jede Mini-Lösung ist meistens teurer als ein Gesamtpaket. Auch insbesondere weil dann eine Weiterfahrt nicht möglich ist und im Effekt weniger Fahrgäste die Strecke nutzen werden.

Aber das sind wir ja in Kiel gewohnt: Während man ständig für das Auto mit beiden, vollen Händen das Geld zum Fenster raus wirft, beginnt man bei Bahn und Bus das Erbsen zählen. Es war immerhin erfreulich, dass das Projekt nach so langer Planungs- und Vorbereitungsphase begonnen wurde.

Der Theodor-Heuß-Ring macht deutlich, dass bei Thema Stickoxide und Luftschadstoffe dringend etwas passieren muss. Denn alle Menschen, die statt mit dem ÖPNV nach Kiel fahren statt mit dem Auto, verringern auch dort die Abgase. Insofern betrifft das Thema Anbindung vom Schönberger Strand auch andere Teile Kiels. Denn es geht auch darum: Wie gut kann man sich in Kiel ohne Auto bewegen?

Kiel möchte Klimaschutzstadt sein und hat dazu auch einen Masterplan vorgelegt. Hein Schönberg ist dabei eines der Projekte, die einen Aufschlag für eine Verkehrswende bilden könnte. Nachdem die Umsetzung der Stadtregionalbahn verhindert wurde ist bisher auch nicht in Sicht, dass es einen Baubeginn einer Stadtbahn geben würde. Aber CO2 muss dringend eingespart werden.

Insbesondere da der Hein Schönberg sich ja bereits mitten in der Umsetzung befindet. Der Bau wurde ja bereits begonnen, gehe ich nicht davon aus, dass man die Reißleine ziehen wird. Auch weil die Politik gar keine ökologisch und ökonomisch sinnvollen Alternativen hat. Im Gegenteil: Es darf nicht bei einem einzigen Leuchtturmprojekt bleiben. Und es sollte hinterher auch für niemanden eine schlechtere ÖPNV-Anbindung in der Region geben,

Aber für CDU und FDP gibt es keinen Automatismus wie bei einem Autobahnausbau. Als eher autofreundliche Parteien legen sie hier nicht die gleiche Toleranz an den Start wie bei Autobahnausbauprojekten.

Written by tlow

12. März 2019 at 05:04

Fahrt mit #HeinSchönberg und Museumsbahn Schönberger Strand an der Kieler Woche 2015 #kiwo

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Diesen Sonntag habe ichs dann doch mal geschafft während der Kieler Woche mal mit dem Hein Schönberg zu fahren. (s.a. Pro Bahn Probstei Initiative auf Facebook)

Streckenverlauf
Kiel-Schoeneberger“ von I, Begw. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Seit einigen Jahren kann man ja vom Kieler Hauptbahnhof einige male am Tag direkt nach Schönberg fahren und von dort aus mit der Museumsbahn zum Schönberger Strand. Mittlerweile ist die Reaktivierung der Linie auch ein offizielles Projekt, das 2016 zur Wiederinbetriebnahme führen soll. Ich empfehle zum Einstieg das FAQ bei nah.sh.

Vielleicht ist es hauptsächlich der Museumsbahn Schönberger Strand VVM zu verdanken, die in Schönberger Strand ein Eisenbahnmuseum betreibt, dass das Thema der Eisenbahnanbindung der Probstei nie so ganz als Idee verschwunden ist?

Nach dem Aus für die Stadt-Regionalbahn stellt sich die Planung für Schienenverkehr in der Landeshauptstadt aus meiner Sicht als Trümmerfeld dar, auch wenn hinter den Kulissen neu geplant wird ist fraglich, ob alter Wein in neuen Schläuchen sich noch ein mal verkaufen lässt.

Momentan werden Schienen und Gleisbett und Bahnübergänge an vielen Punkten erneuert, damit auf der Strecke auch schneller gefahren werden kann. Im Vergleich zu der heutigen Busanbindung sollen sich die Fahrzeiten nach Schönberg halbieren. Allerdings hat das Projekt auch Gegner auf den Plan gerufen, die sich in der BI „Bürger für den Bus gegen die Bahn“ zusammengeschlossen haben. Allerdings scheint was die Website angeht seit 2013 nicht viel Aktivität gewesen zu sein. Aber immerhin findet sich in Probsteierhagen, wo es am Samstag einen unnvorhergesehenen Umstieg gab sehr prägnant ein Plakat an der Strecke zu sehen:

Bahn frei für den Bus

Plakat „Bahn frei für den Bus!“

Ich muss sagen, ob habe so meine Probleme, wenn zwei Träger des ÖPNV gegeneinander in Stellung gebracht werden sollen. Die BI rechnet da mit Gewinn und Verlust pro Linie. Aber man kann m.E. öffentlichen Verkehr so kaum rechnen, sondern er muss immer in der Gesamtheit betrachtet werden. Die damalige Bundesbahn hat einige Zeit lang sehr viele kleine Bahnhofe geschlossen. Diese wurden dann teilweise entweder von Museumsbahnen oder der privaten Konkurrenz wieder genutzt, zum Teil auch sehr erfolgreich. Und so weit ich informiert bin gibt es diese Art der Politik der massenhaften Stillegung bei der DB nicht mehr in dieser Form. Ein Argument für kleine Strecken ist z.B., dass man nicht immer nur auf die großen ICE-Verbindungen schielen darf. Denn je weniger die Leute Zubringer-Verbindungen haben (z.B. von Schönberg nach Kiel), desto eher werden sie einen anderen Verkehrsträger wählen und am Ende auch nicht den ICE benutzen. Sprich: Es ist für die Bahn insgesamt wichtig, dass die Fläche erschlossen wird..

Heute waren es auf der ersten Fahrt des Tages etwa 50-60 Fahrgäste, die sich auf den teilweise etwas holprigen Weg von Kiel nach Schönberg Strand über Schönberg (bzw. Probsteierhagen) machten:

In der Museumsbahn von Probsteierhagen nach Schönberg Strand

In der Museumsbahn von Probsteierhagen nach Schönberg Strand

„Bahnhof“ Probsteierhagen

Umstieg in die Museumsbahn in Probsteierhagen

Umstieg in die Museumsbahn in Probsteierhagen

Und viel mehr konnten es dann für die Größe der Waggons auch nicht sein. Angeblich hätte Probsteierhagen nicht viel vom Verkehr außer Kosten, sagen die Gegner. Aber ehrlich gesagt: Wer eiert schon gerne mal eben nach Probsteierhagen mit einem Bus? Heute mit dem Bus wohl etwas über 30 Minuten. Zeitmäßig geht das ja noch, aber sollte sich die Verbindung auch etwas halbieren und man dann einfach vom Hauptbahnhof bequem nach Probsteierhagen kommen, so wird das doch als Ausflugsziel oder Wohnort schon sehr viel attraktiver. So wie bei mir heute: Die einfach Erreichbarkeit über die Strecke erweckt ja überhaupt erst den Gedanken solche Ort zu besuchen oder wahrzunehmen. Mal ganz davon abgesehen, was es für Schönberg und Schönberger Strand bedeuten würde.

Es wäre aber tatsächlich wünschenswert, wenn viele kleine Orte, die nicht an der Strecke liegen nicht zu viele Nachteile hätten. Aber nehme wir mal „Prasdorf“ als Beispiel. Dort geht man laut Google Maps ca. 1/2 Stunde zu fuß nach Probsteierhagen oder Passade. Bisher ist Prasdorf mit dem Bus in etwas über 40 Minuten zu erreichen.  Wenn sich die Fahrzeit nach Kiel auf 20 Minuten verkürzen würde, wäre man insgesamt also 50 Minuten unterwegs und damit 10 Minuten länger. Allerdings wenn man z.B. ein Fahrrad nutzt, um nach Probsteierhagen zu kommen, wäre die Fahrzeit auch von Prasdorf aus mit 28 Minuten (20+8 Minuten Rad) kürzer als heute. Ganz davon abgesehen, dass es dann mit dem Zug eine Fahrradmitnahmemöglichkeit gibt, die heutzutage sicher eher selten nutzbar ist. D.h. man wäre dann auch in Kiel mobil.

Sicher: Nicht jeder kann Fahrrad fahren – aber vielleicht gibt es dann auch mal neue Sammelbusse oder ähnliche Systeme für die Region. Nicht zu verachten auch für Menschen, die von dem dortigen Umlandgemeinden noch weiter als bis Kiel wollen vereinfachen sich im Bahnhof die Umsteigezeiten. Nicht zu Vergessen der derzeitige Hinweis, dass in Bussen die Mitnahme von Elektromobilen ausgeschlossen ist. Das sollte mit Zügen eher handhabbar sein, habe ich im Hbf Kiel auch schon selbst gesehen.

Hein Schönberg

Zum Abschluß noch mal ein Info-Video der Museumsbahn:

Leider kommt man normalerweise ja nicht mit der Bahn bis Schönberg. Da muss man dann schon viel Zeit einplanen. Aber für Bahnfans lohnt sich das sicher immer. Ich war heute nur kurz da, werde aber auch sicher bei Gelegenheit mehr Zeit in dem Museum verbringen. Die nehmen auch Spenden „in beliebiger Höhe“ entgegen. 😉

VVM

VVM Schönberger Strand

Written by tlow

29. Juni 2015 at 00:48

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