KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Posts Tagged ‘Katzheide JA!

Wie sind die Pläne zu #Katzheide einzuschätzen?

leave a comment »

Viele Kieler*innen können nicht beurteilen, was das Ganze bedeutet, was die Stadt da plant. Die KN berichtet z.B. am 17.11.:

Bildschirmfoto zu 2017-12-04_20-51-36

Ich will ein paar wichtige Punkte erwähnen:

  • Im Wesentlichen ist es eine Verkleinerung der Schwimmfläche und damit das, was die Stadt immer wollte. Statt acht 50-Meter-Bahnen nur noch zwei. Da müssen sich die Leute, die Bahnen schwimmen wollen besser arrangieren, als bisher. Und insgesamt werden weniger Menschen schwimmen können. Ein Besucherrückgang ist zu befürchten.
  • Das das Planschbecken erst später wieder nutzbar sein wird, ist sehr bedauerlich. Zur Zeit erlebt Kiel aber auch einen Bauboom – man kanns chwer vorhersagen, wann etwas fertig wird.
  • Die Trasglufthalle: 2009 hieß es, so etwas als Modell würde 4,6 Mio  Euro kosten. (Drucksache 0513/2009). Nicht zuletzte diese Berechnungen führten zum Aus für Lessinghalle, Schwimhalle Gaarden und Katztheide. Diese Variante wurde dann gegenüber der Erstellung eines neuen Zentralbades verworfen.

Ich wiederhole hier nur am Rande, dass das neue Bad auf jeden Fall unter 17 Mio. kosten sollte, denn die anderen sollten Kiel ganze 23 Mio kosten. Fakt ist, dass wir mittlerweile bei glaube ich 27 Mio € sind und damit 10 Mio über Plan.

Heute kalkuliert man sich dann offenbar die Traglufthalle günstiger (Faktor 10):

Die Grundlagenermittlung und Kostenschätzung der Fa. Bornholdt vom 28.09.2017 enthält Aussagen zu einer Solarabsorberanlage. Bei einer künftigen Beckengröße von ca. 1000 m2 wäre eine gleich große Solarabsorberfläche notwendig, deren Kosten sich auf ca. 300.000 – 350.000 € netto belaufen würde.

Es ist immer wieder erstaunlich wie Kostenschätzungen steigen und sinken. Eine zeitlang hieß es ja auch ein neues Becken wäre für Katzheide unbezahlbar.

Meine ganz persönliche Sicht ist: Es sieht nicht nach einer wirklich guten Lösung aus und ist peinlich, wie sich insbesondere die SPD und die Verwaltung da verhalten haben und Bürger*innen, die sich beteiligt und engagiert haben mehrfach denunzierten.

In Kiel herrscht leider immer noch so ein herrschaftlicher Wind, wo man immer den Eindruck hat der Bürger stört. Zwar wird Bürgerbeteiligung auf Veranstaltungen und Papieren groß geschrieben. Aber auf Beteiligungsveranstaltungen erlebt man doch immer den Versuch den Bürger auf das zu eichen, was eh beschlossen sein sollte.

Ich find es gut, wenn Katzheide nicht schließt. Aber ich sehe den Entwurf nicht als Garantie dafür, dass es nicht passiert. Vieles ist dem Verein „Katzheide: Ja!“ und anderen aktiven Bürgern zu verdanken, die trotz aller Widerstände sich nicht vom Mitbestimmen abbringen ließen.

Aber morgen schon kann die Stadt wieder einen Schimmelfleck finden oder doch wieder entdecken, dass die Traglufthalle 10 mal so teuer ist und alle Pläne einstampfen. Im Mai 2018 sind Kommunalwahlen. Fast alle der im Rat vertretenen Parteien hat sich in dem Kapitel nicht mit Ruhm bekleckert, wie z.b. die CDU und ihr sportpolitischer Sprecher der meinte, „da kommt keine müde Mark mehr rein“.

Wie ach bundesweit erodiert die Machtbasis der großen Parteien. Das hat man bei den Wahlergebnisse in Kiel auch gesehen. Ich bin ziemlich sicher, dass Parteien wie CDU und SPD insbesondere bei der nächsten Kommunalwahl einen Denkzettel bekommen. Die derzeitigen Regierungsbildungsprozesse in Berlin wirken ja auch nicht wirlich vertrauensfördernd.

 

Written by tlow

4. Dezember 2017 at 21:05

#Katzheide: Wie geht es weiter?

Aus sicht der Stadt Kiel würde man immer noch am liebsten das Freibad Katzheide schließen. Da stehen nun aber die eigenen Beschlüsse entgegen. Dagegen schlägt man nun eine Verkleinerung vor (Drucksache 523/2017). Verkleinerung bedeutet aber weniger Badegäste und weniger Einnahmen und damit eine Verschlechterung der Bilanz. Katzheide-auf-der-Kippe_ArtikelQuer

Die meisten Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung wurden willkürlich verworfen. Das der Verein Katzheide: JA! genau wie die Jugendlichen eine Wasserrutsche bereits VOR der Bürgerbeteiligung forderte wird verschwiegen und stattdessen behauptet alle Erwachsenen hätten sich nicht konstruktiv eingebracht. Es ist nur zu durchsichtig, dass man versucht Bürger*innen zu diffamieren um die eigenen Vorschläge durchzusetzen.

Die Kommunikation mit den Befürworter*innen von Katzheide war insgesamt mehr als mau. Meistens hat der Verein vieles als Letzte erfahren. Aus meiner Sicht hat sich er Verein leider viel zu lange am Nasenring durch die Manege führen lassen. Das die Bürgerbeteiligung keine Ergebnisse bringen würde, weil bereits vorab die Ergebnisse  festgeschrieben waren, war schon vorher absehbar. Frühestens aber seit der Weigerung den Verein als einzige Gruppe nicht an einer „Brückengruppe“ zu beteiligen.

Vorschlag 1: Erhalt der 50 Meter Bahnen

Nur noch mal zur Betonung: Eine Schrumpfung des Freibades wird nicht zu einer vermehrten Nutzung führen. Eine Verkleinerung auf 25 Meter wird viele abschrecken, weil es enger wird und weil man keine 50 Meter-Bahnen mehr schwimmen kann. Vermutlich kann man dann aufgrund der Fülle gar keine Bahnen mehr schwimmen.

kiel_freibad_300x200_0

Bezeichnender weise geht die Drucksache der Stadt Kiel gar nicht auf die Einnahmensituation aus. Es befördert die Vermutung, dass es nie wirklich ums Geld ging.

Die 50 Meter Bahnen sind eine der Attraktionen und Argumente für das Freibad Katzheide. Auch wenn der Trend bundesweit zur Verkleinerung geht: Eine Verkleinerung ist auch aufwendig und das Freibad unattraktiver für Viele. Daher lieber erhalten,was wir haben!

Fortsetzung: [Vorschlag 2 Renovierung Umkleide-/Sanitärbereich ]

Hinweis: Die Vorschläge basieren auf Vorschlägen, die im Verein Katzheide: JA! erarbeitet wurden, sind aber nicht mit ihnen identisch.

Trübe Aussichten für #Katzheide

leave a comment »

Da das Wetter ein sehr unberechenbarer Faktor ist, wäre es auch möglich, dass sich das Wetter genau dann verschlcehtert, wenn Katzheide eröffnet. Damit hätte man dann bereits einen Großteil der Saison verschlafen.

Ich höre und lese zwar Worte, die darauf hindeuten könnten, dass die Stadt umdenkt, allein: es fehlen die Belege und der Glaube an einen Sinneswandel. Warum so skeptisch? Weil die Geschichte seit 2009 und eigentlich schon davor gezeigt hat, dass die Stadt trotz deutlicher Stimmungslage pro Katzheide ihren Weg weitergegangen war die Schließung voranzutreiben.

 

#Katzheide: #Bürgerbeteiligung geht anders

leave a comment »

Am 15. Oktober 2015 stimmte die Ratsversammlung der Stadt Kiel dem Bürgerbegehren zum langfristigen Erhalt von Katzheide als Freibad zu.katzheide2013

Nun hätte man meinen können, dass sich damit jeden weitere Erörterung über dessen Zukunft damit erübrigt hätte. Wie ich aber in meinem letzten Artikel bereits erwähnt habe, ist Katzheide leider trotzdem alles andere als gerettet.

Nur widerwillig war die Stadt nach einiger Zeit der Forderung des Vereins Katzheide: JA! nachzukommen und wie bei Möbel Kraft so etwas wie eine Gläserne Akte einzurichten. Nun gibt es zumindest eine Seite, auf der man einiges nachlesen kann, was bisher passiert ist (z.B. das Ergebnis des Bürgerbegehrens). Was aber z.B. völlig fehlt ist die ganze Geschichte mit dem angeblichen Schimmelpilz dier zur Schließung von Katzheide 2015 führte. Zum Glück dokumentierte es u.a. die TAZ am 3.8.2015:

In der Juli-Sitzung der Ratsversammlung trug er (Dezernent Gerwin Stöcken) die Probleme vor: Schimmelpilz wuchert auf der PVC-Folie des Schwimmerbeckens und Bakterien gefährden die Gesundheit der Badenden.

Es stellte sich später als Finte heraus, aber nicht ohne eine besondere Selbstinszenierung des sportpolitischen Sprechers der SPD Torsten Stagars , die selbst unter seinen Kollegen eher für Amüsement gesorgt hatte .

Als Moderatorin wählte die Stadt abermals Frau Dr. Ute Fischer-Gäde (Dr. Fischer Kommunikation aus Rostock) aus. Diese hatte bereits das Kleingartenentwicklungskonzept für die Stadt moderiert. Das wäre ein Thema für sich. Bereits hier zeigte sich aber, dass Frau Fischer-Gäde ihre Rolle nicht als neutrale Moderatorin verstand.

Die Moderatorin nahm erstmals am 7. September 2015 Kontakt mit dem Verein Katzheide: JA! auf. Sie schrieb dazu u.a. :

„Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit und möchten Sie selbstverständlich intensiv in die Bearbeitung mit einbeziehen“.

Diese Einbeziehung hat dann nie wirklich stattgefunden.

In der ersten Veranstaltung, dem Informationsabend am 1. März vermittelte zunächst Stadtrat Stöcken, welche „Aufgaben“ die beteiligten Bürger*innen an dem Abend zu lösen hätten. Sinngemäß eben die Aufgabe, wie man Katzheide in den Sportpark integrieren kann. Ein Satz, der bereits in den ersten Flyern plötzlich auftauchte. Verwunderlich doch, weil die Integration in den Sportpark niemals Ziel des Bürgerbegehrens war, dem die Ratsversammlung ja erst wenige Monate vorher zugestimmt hatte. Für viele der Beteiligten war die Erwartungshaltung trotzdem eigentlich die, jetzt endlich über den Erhalt von Katzheide konkret zu reden. Daher schlug Herrn Stöcken schon früh Unmut entgegen. Er selbst zeigte sich frustriert darüber, dass die Diskussion ja schon so lange ginge und man ja endlich am anfangen müsse etwas zu tun. Frust war aber auch im Publikum zu spüren. Auch die wollten endlich Ergebnisse sehen. Und vor allem wollte man keine Pläne diskutieren, die nichts mit dem zutun hatten, was sich Befürworten von Katzheide stets erhofften. Insofern war eine Beteiligungsveranstaltung nicht nötig, um entweder notwendige Reparaturen durchzuführen oder auch um eine vernünftige Sanierung des Bades zu planen. Eine Beteiligung ist nur dann wirklich nötig. wenn man etwas komplett anderes will. Und dies wurde im Verlauf des weiteren Abends auch und vor allem durch die Intervention der Moderatorin immer wieder deutlich.

Die stadteigene Dokumentation als PDF spricht denn auch eine eindeutige Sprache, was fast alle vor Ort wollten. In dem Protokoll zu der initiierten Brückengruppe vom 14.3.16 steht u.a.: „In Zukunft soll der Schwerpunkt des Beteiligungsverfahrens auf der Entwicklung der Schwimm- und Badestätte liegen“

Am 21. April dann beschloss die Ratsversammlung zusätzlich dem Antrags-Zombie des Ortsbeirats Gaarden (Drucksache 0994/2009) mit über 40 Rückstellung/Ablehnungen und 6 Jahren zuzustimmen. (Gratulation an den Ortsbeirat Gaarden dazu!)

Auf der Veranstaltung am 30. April dann wurde laut KN-Bericht dann selbst ein eigener Redebeitrag von Katzheide: JA! abgelehnt. Und viele Teilnehmer*innen verließen die Veranstaltung. Eine Auswertung dieses Tages liegt bis heute (5.5.16) noch nicht vor. [Anm.: Wenn sie vorliegt, werde ich das hier verlinken].

Es wird nur zu deutlich, dass die Stadt Kiel ihre Pläne von 2009 eigentlich am liebsten weiter durchziehen möchte. Auch in Anbetracht des entstehenden Kompromissbades an der Gablenzbrücke. Bei der zweiten Veranstaltung spätestens hätte die Moderatorin umschwenken müssen und endlich die Wünsch der Bevölkerung und des Katzheide-Vereines aufgreifen müssen. Stattdessen wurden wieder Entwürfe präsentiert, die nicht aus der Bevölkerung kamen. Und es wurde versucht zu vermitteln, dass die Sanierung von Katzheide gleichbedeutend mit Stillstand und keiner weiteren Nutzung wäre. Das Urteil einer manipulativen Veranstaltung kann man daher nur bestätigen. Das Geld für die Beteiligung hat man also aus Sicht der Bevölkerung in den Sand gesetzt, weil man partout ein anderes Ergebnis erreichen möchte als das, was auf der Hand liegt. Diese Bürgerbeteiligung taugt also nicht als Grundlage für zukünftige Baumaßnahmen. Die Moderatorin hat versagt und ist ihrer Rolle nicht gerecht geworden. Nach zwei Veranstaltungen kann man bereits heute dieses Fazit ziehen. Wichtige Zeit und Energie sind vergeudet worden und statt beide Seiten (Stadt und Bürger) näher zu bringen, wurde erreicht, dass da Misstrauen einen neuen Höchststand erreicht hat. Ein Kompromiss scheint heute weiter weg als je zuvor. Wer mit so viel Arroganz Beteiligungsprozess zu lenken versucht und nicht auf Kritik reagiert, der hat eindeutig einen Job verfehlt.

Wenn man sich mal den Wikipedia-Artikel zu Bürgerbeteiligung anschaut:  dann würde ich sagen, dass das, was die Stadt nicht einmal dem geringsten Standard der informellen Beteiligung entspricht. Da steht z.B.

„Ausgewogene und objektive Informationen, um die Öffentlichkeit zu unterstützen im Verständnis der Probleme, Alternativen, Möglichkeiten und/oder Lösungen.“

Es wurde uns aber nur die Sicht der Stadtplaner vorgetragen und überhaupt nicht ernsthaft darüber informiert, wie denn die Umsetzung des Bürgerbegehrens gehen könnte. Es war aus meiner Wahrnehmung nie Teil des Bürgerbegehrens. Das liegt zum Großteil daran, dass die Bürgerbeteiligung schon vor der Initiierung de Bürgerbegehrens beschlossen aber nur verschoben wurde. Sie reflektiert also offenbar überhaupt nicht den Status quo.

#Katzheide ist nicht gerettet

with one comment

Die Skeptiker fühlen sich bestätigt, als man es nicht glauben konnte, dass die Ratsversammlung, die Selbstverwaltung und die SPD alle für den Erhalt von Katzheide waren. Die aktuelle Bürgerbeteiligung erlebt nun ihren vorläufigen Höhepunkt. Und so wie es aussieht sind die Banden bereits gezogen: Es kann nur noch darum gehen, wie schnell und wie Katzheide beerdigt wird. Vgl. auch  Katzheide: Erhalt, Verkleinerung, Auflösung als Park… Wie bitte?.

Das Ergebnis des Bürgerbegehrens, dessen Inhalt die Ratsversammlung einstimmig beschlossen hatte, war eigentlich eindeutig: Der langfristige Erhalt von Katzheide im Kern so, wie es heute ist. Aber natürlich war keiner der Vereinsmitglieder von Katzheide: JA! oder von den Vertrauensleuten des Bürgerbegehrens gegen Renovierung oder Veränderung. Aber man war klar gegen jegliche Änderungen, die im Grunde das Aus von Katzheide einläuten würden.

Am Samstag wird das Rad dieses Zirkusses wieder weitergedreht. Am 30.4. von 10-14 Uhr sollen die KielerInnen die Schaufel schwingen und möglichst viele Varianten ausdenken, wie man Katzheide elegant beseitigen kann.  „Ein Auswertungsspaziergang zum Planungs-Workshop folgt am 20. Mai 2016 von 17:00 – 20:00 Uhr im Sommerbad Katzheide und im Sportpark Gaarden.“

Soll man sich beteiligen? Man kann sich das Spektakel anschauen. Aber das ist kein offenes Verfahren mehr. Die Bedingungen sind so gestellt, dass der Erhalt von Katzheide ausgeschlossen ist. Man will einfach den Bürgerwillen nicht akzeptieren. Das ist der Punkt an dem unsere Demokratie ist. Die Bürgerin als störendes Element eins ansonsten wunderbar funktionierenden Uhrwerks. Ich jedenfalls werde mich an diesem Schauspiel nicht beteiligen.

Am 8. Mai veranstalte ich übrigens einen Jane’s Walk zu Ehren der verstorbenen Architekturkriterin und Visionärin Jane Jacobs. Dabei wird es auch einen Schlenker zu Katzheide geben.

Written by tlow

29. April 2016 at 22:05

#Katzheide: Die Unsicherheit bleibt

leave a comment »

Auch nach einem Monat habe ich vom Büro von Dezernent Stöcken nicht einmal eine negative Antwort erhalten.

Nun öffnet die Schwimmhalle Gaarden nächste Woche.Und das Nichtschwimmerbecken von Katzheide soll auch nächste Woche eröffnet werden.

Es steht aber noch die Aussage im Raum, dass die SHG schließen müssen, wenn Katzheide öffnet. Die Frage hatte ich u.a. auch gestellt, aber darauf gibt es keine Antwort. Den Badegästen zeigt man die kalte Schulter. Die sollen sie dann aus der Zeitung informieren, sobald es so weit ist.

Nicht einmal einen Aushang hatte die Stadt Kiel an Katzheide angebracht, der darüber aufgeklärt hätte das und warum geschlossen war. Vom Verein „Katzheide: JA!“ (Hinweis: In dem ich selbst aktiv bin), wurde dann ein Zettel hilfsweise angebracht, damit die vielen Spontanbadegäste wenigstens etwas Information haben und auch in dem Verein einen Ansprechpartner.

Weiterhin ist für die Badefreunde noch völlig offen zu welchen Konditionen sie das Bad benutzen können – auch darauf bisher keine Antwort. Sollte nur das Nichtschwimmerbecken offen sein, zahlen dann auch Schwimmer den vollen Preis.

Und zu guter letzt, sollte im Frühsommer ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Nachnutzung von Katzheide stattfinden. Ob das nun obsolet ist, denn ggf. würden sich die Ergebnisse der Verfahren (Bürgerentscheid und Bürgerbeteiligung) widersprechen.

All das, wie ich meine, legitime Fragen um deren Beantwortung ich gebeten hatte. Das nicht einmal eine Eingangsbestätigung oder ein Bearbeitungshinweis erfolgt ist, ist schon sehr dreist. Ein Dezernent ist für die Bürger da und wenn Presse, Blogs aber auch einfache Bürger anfragen, so sollte da auch reagiert werden.- ganz davon abgesehen kann die Stadt davon ausgehen, dass sie mehr Einzelanfragen bekommt, wenn sie Multiplikatoren Antworten bewusst verweigert.

Zu erklären ist das nicht mit Unwissenheit. Aber vielleicht verfolgt die Stadt auch gar keinen Plan mehr in Katzheide, sondern fliegt auf Sicht?

Es passt aber aus meiner Sicht zusammen, dass man nicht einmal daran gedacht hat, die BürgerInnen per Zettel am Eingan zu informieren, warum geschlossen ist. Traditionelle Zeitungen haben eine sinkende Leserschaft. Viele BürgerInnen informieren sich nicht mehr (ausschließlich) über die KN  – entweder aus Desinteresse, oder aus finanziellen Gründen, oder weil ihnen die KN nicht gefällt. Daher müsste eine Verwaltung eine offene Informationspolitik (OpenGovernment, OpenData) verfolgen.

Der Verein Katzheide: JA! hatte auch eine Gläserne Akte gefordert. Denn was wann gewesen ist, ist für viele gar nicht mehr nachvollziehbar. Die Folge ist eine absolute Intransparenz und der Eindruck, dass im Rathaus die reine Willkür regiert.

Written by tlow

5. Juli 2015 at 08:08

#Katzheide: Breite Unterstützung für das Bürgerbegehren

with 4 comments

Die drei Vertrauensleute (v.l.n.r) Regner, Hagge, Jöhnk vor Katzheide. Im Hintergrund mit dem Katzheide-Banner links Jens Müller (stellv. Vors.) und rechts Ulrich Hühn (1.Vors.)

Die drei Vertrauensleute (v.l.n.r) Regner, Hagge, Jöhnk vor Katzheide. Im Hintergrund mit dem Katzheide-Banner links Jens Müller (stellv. Vors.) und rechts Ulrich Hühn (1.Vors.)

Das Freibad verschlossen, keine Geräusche von vergnüglich planschenden Kindern, keine Familien, die in das Bad strömen. So war es, als nach einem Pressegespräch mit den drei Vertrauensleute für das Bürgerbegehren, die Journalisten noch die Chance auf ein Foto bekamen. Die Stimmung der Vertrauensleute war gut, wie auch die der anwesenden Vertreter des Vereins Katzheide: JA! . Man fühlt sich im Recht und man hat zumeist nur Kopfschütteln über, für das Verhalten der Verwaltung und die Argumente der gewählten Vertreter*innen der Stadt.

Es gibt unzählige Argumente für den Erhalt des Freibad Katzheide. Sicher auch einige dagegen. Doch die meisten Argumente gegen Katzheide liegen eher darin begründet, dass man in den letzten Jahren und Jahrzehnten eher zu wenig für dessen Erhalt getan haben.

Es kam mir zu Ohren, dass auch kritisiert wird, dass Katzheide elektrisch beheizt wird [siehe dazu Kommentare unter diesem Artikel!]. Ich finde das eine wertvolle Kritik, Solarkollektoren als Teil einer Aufwertung oder Sanierungsmaßnahmen wäre wirklich eine gute Sache. Viele hundert Freibäder in Deutschland werden bereits so beheizt. Warum nicht auch Katzheide in Kiel-Gaarden?

In der SHZ wird Sozialdezernen Gerwin Stöcken wie folgt zitiert:

„Den Zusammenhang zwischen sozialer Integration und einem Schwimmbad finde ich weit hergeholt.“

Integration findet z.B. durch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben statt. In einem Stadtteil das stark migrantisch und durch Menschen mit geringerem Einkommen geprägt ist, ist es für Viele eine finanzielle Anstrengung, Schwimmen zu gehen. Gerade wenn, wie im neuen Zentralbad, die Eintrittspreise sich teilweise verdoppeln werden.

Kiel ist so stolz auf ihre Marke KIEL. SAILING CITY – und fördert das Segelnlernen. Aber was ist mit dem Schwimmenlernen. Genau so wie die größte Wasserstraße der Welt und ein großer Kreuzfahr- und Fährhafen ein Feuerschiff braucht. Wer A sagt muss auch B sagen. Kiel will hoch hinaus, Schneller Höher Weiter, Olympiade – aber Stadtteile, die weit weg sind von Schilksee werden dabei abgehängt. Der Versuch der Integration und Inklusion ist beine Kampfansage an eine Zweiklassengesellschaft.

Muss man in Zukunft ein Auto besitzen, um Schwimmen gehen zu dürfen? Das ein Sozialdezernent nicht weiß, wie man Integration buchstabiert ist schon erschreckend. In Kiel wird gerade im sozialen Bereich teilweise mit der Axt angesetzt. Ob nun Skatepark, ASD oder Jugendzentren. Es soll überall gekürzt werden, aber ohne Konzept. Dabei dreht sich die Stadt im Kreis. Sparen ohne Konzept ist brandgefährlich – und warum schmeißt man zuerst die Feuerlöscher weg, wenn man mit dem Feuer spielt?

Written by tlow

5. Juni 2015 at 23:22

%d Bloggern gefällt das: