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Trübe Aussichten für #Katzheide

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Da das Wetter ein sehr unberechenbarer Faktor ist, wäre es auch möglich, dass sich das Wetter genau dann verschlcehtert, wenn Katzheide eröffnet. Damit hätte man dann bereits einen Großteil der Saison verschlafen.

Ich höre und lese zwar Worte, die darauf hindeuten könnten, dass die Stadt umdenkt, allein: es fehlen die Belege und der Glaube an einen Sinneswandel. Warum so skeptisch? Weil die Geschichte seit 2009 und eigentlich schon davor gezeigt hat, dass die Stadt trotz deutlicher Stimmungslage pro Katzheide ihren Weg weitergegangen war die Schließung voranzutreiben.

 

Öffnungszeiten #Katzheide erst ab 13.6.

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Die Antworten, die ich von Stadtrat Stöcken bekam, bekamen offenbar viele im gleichen Wortlaut:

Die Frage des Zeitpunktes der Öffnung von Katzheide ist eng verbunden mit dem Schwimmunterricht von Kieler Schulen in der Schwimmhalle in Gaarden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schwimmhalle in Gaarden betreuen auch das Sommerbad Katzheide. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen haben sich nicht dazu entscheiden können, den Schwimmunterricht nach Katzheide zu verlegen, so dass ich mich nach Beratung im Ausschuss für Schule und Sport entschieden habe, die Schwimmhalle in Gaarden für den Schwimmunterricht offen zu lassen, damit alle Kinder die Möglichkeit behalten, das Schwimmen zu erlernen.

Der Betrieb eines Freibades kann nur durch Fachpersonal sichergestellt werden. Zusätzliches qualifiziertes Personal zu finden ist derzeit äußerst schwierig, so dass eine gemeinsame Öffnung der Schwimmhalle und des Sommerbades schon aus personeller Hinsicht aktuell nicht darstellbar ist.

Ich bin mir sicher, dass Sie dieses Vorgehen nachvollziehen können.

Das Sommerbad öffnet am 13.6. 2016. Diese Information ist auf der Internetseite der Kieler Bäder auch hinterlegt. Ob ein Hinweis direkt vor Ort eine weitere Informationsquelle sein kann, lasse ich prüfen.

Hier ein Foto des nun doch installierten Hinweises:

oeffnungszeiten_katzheide

Hinweis fotografiert am 12. Mai

Man muss dazu noch einiges Wissen:

  1. Schulschwimmen man (nur) ungefähr 1/4 der Besucher aus. Welche Schulen sich weigern in Katzheide zu schwimmen und welche Gründe sie nennen, wäre zu prüfen.
  2. Wir gehen also jetzt davon aus, dass die Stadt dennoch aktiv nach Schwimmeistern sucht.

Offenbar ist damit die Situation in Kiel anders als im Rest von Schleswig-Holstein. Denn so hat z.B. Raisdorf, das nächste beheizbare Freibad seit dem 1. Mai geöffnet und auf der Karte der KN konnte ich kein einziges (nicht-beheizbares) Freibad finden, dass nicht schon am Mai eröffnet.

Da das Wetter ein sehr unberechenbarer Faktor ist, wäre es auch möglich, dass sich das Wetter genau dann verschlechtert, wenn Katzheide eröffnet. Damit hätte man dann bereits einen Großteil der Saison verschlafen.

Hat Kiel eventuell bei der ganze Vorbereitung der Bürgerbeteiligung versäumt sich auf den Normalbetrieb vorzubereiten? Ich will ja nix sagen, wenn wir jetzt einen verregneten Mai hätten  – würde keiner was merken. Aber der Mai scheint mir einer der besten Mai-Monate zu sein der letzten Jahre.

Einen wichtigen Hinweis erhielt ich noch: Und zwar das bei dem immer verbreiteteren Ganztagesbetrieb an Schulen, die Kinder später aus der Schule kommen. Der Weg zum Strand und zurück ist dann häufig zu lang, um noch eine sinnvolle Zeit dort zu verbringen. Insbesondere verknüpft mit einem anderen Hinweis: Das nämlich die KVG oft Kinderwägen und Rollstuhlfahrer wegen Überfüllung nicht in Richtung Strand oder zurück mitnimmt. D.h. eine Familie kann gar nicht immer davon ausgehen, dass sie in einer bestimmten Zeit fahrplanmäßig mit dem Bus am Strand ankommt.

Von Gaarden (Karlstal) bis Mönkeberg (Eksol) sind es 15 Minuten Fahrzeit mit dem Bus. Die Öffnungszeiten Katzheide gehen davon aus, dass eine 3/4 Stunde das Minimum sind, was Mensch braucht um im Wasser zu sein. Bei Abfahrt 16.36 wäre eine Familie 16.51 in Mönkeberg. Die Haltestelle ist recht weit vom Strand weg. Für ne Familie gehe ich mal von mindestens 15 Minuten Fußweg aus und mindestens 15 Minuten bis sie badefertig sind. Wären sie also frühestens halb 6 im Wasser. Und dann 18.15 wieder raus. Dann also frühestens 18.45 wieder an der Haltestelle Eksol. 18:52 fährt dann der nächste Bus. Gehen wir mal davon aus, den kriegen sie nicht (Wegen Überfüllung o.ä.) , dann würden sie den nächsten nehmen. Also 19.17 Uhr und wären dann 19.39 Uhr wieder im Karlstal. Dann kämen vermutlich die Kinder unter der Woche frühestens um 21.30 Uhr ins Bett, wenn sie morgens dann früh zur Schule müssten?

Da dürfen mir Familien gerne ihre Erfahrungen und Einschätzungen schildern, entweder als Kommentar zu diesem Artikel oder per Email. Beim Freibad Katzheide sieht die Rechnung natürlich ganz anders aus: Weder müssen sie sich in die überfüllten Busse zwängen, die sie evt. gar nicht mitnehmen (hätten wir wie jede ernstzunehmende Großstadt schienengebunden Verkehr, wäre das anders) , noch müsste man die Kinder hetzen, damit man möglichst den richtigen Bus so eben noch erwischt. Eine Gaardener Familie braucht zu Fuß zwischen einer Minute (direkte Nachbarn) bis maximal 20 Minuten nach Katzheide. Mit dem Rad natürlich schneller.

 

Written by tlow

13. Mai 2016 at 08:38

#Katzheide Warum eine Verkleinerung keine Lösung ist

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Es ist eigentlich ganz schnell erklärt: Katzheide hat seine Kapazität mit der Liegewiese und den drei Schwimmbecken. Die 50-Meter-Bahn lockt bestimmte Besucher, genau so wie das Baby- und das Nichtschwimmerbecken. Der Betrieb des Bades führt zu bestimmten Kosten. Als Argument gegen Katzheide wurden immer wieder sinkende Besucherzahlen genannt.

Nun muss man dazu natürlich auch wissen, dass die Öffnungszeiten nicht immer regelmäßig waren.2011 z.B. meist von 8-20 Uhr (aber wetterabhängig), an Mittwochen sogar 6.30-21 Uhr, 2012: erst ab 13 Uhr (wetterabhängig) [Informationen von der Seite http://www.kinder-kiel.de (Webarchiv), Danke für den Hinweis!]

Aber von der Vergangenheit abgesehen: Durch eien Reduzierung von Becken oder Beckengrößen und durch eine Reduzierung der Liegewiese, würde die Kapazität vom Freibad Katzheide weiter sinken. Es geht jetzt nicht darum, ob man am Rand mal 1-2 Meter wegnimmt. Das hat sicher nur geringe Auswirkungen. Aber alle größeren Maßnahmen würden sich massiv auf die Besucherzahlen auswirken. Und war Katzheide bisher (abgesehen vom Eiderbad und den Stränden) das Bad mit dem geringsten Zuschussbedarf (trotz Beheizung!), wird dies in Zukunft sicher anders sein.

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Mit Sicherheit wird das neue Kompromissbad einen viel höheren Zuschussbedarf haben.

Es wäre doch absurd, wenn man nun mit den vorgeschlagenen Maßnahmen genau das erreicht, was man am meisten an Katzheide kritisiert: Zu wenig Besucher und ein gewisser Zuschussbedarf. Die einzigen Maßnahmen, die sinnvoll wären, müssten eigentlich lediglich die Besucherzahlen erhöhen. Dadurch würde der Wert von Katzheide stark steigen. Es ist schon bezeichnend, das keine der vorgeschlagenen Maßnahmen bei dem Bürgerbeteiligungsverfahren zum Ziel hat mehr Besucher anzuziehen.

In einer „Information zum Bädermarkt“ zur laufenden Bürgerbeteiligung steht u.a.

„Freibäder sind ein Zuschussgeschäft, das nur schwer positiver gestaltet werden kann.“

Damit wird impliziert, dass Hallenbäder gemeinhin kein Zuschussgeschäft sind. Das könnte aber falscher nicht sein. In Kiel haben Hallenbäder mehr Zuschuss von der Stadt bekommen als die Freibäder (Hammer und Katzheide)!

Dann wird auch gesagt:

„Es wird mehr Erlebnis, bspw. Trendsport und Wellness, in Freibädern gefordert. Das klassische Schwimmen ist dagegen deutlich in der Beliebtheitsskala zurückgefallen.“

Im Bädergutachten 2005 wurde in eine ähnliche Kerbe gehauen und im Vergleich das Meerwasserhallenbad in Laboe als bessere Mitbewerber gesehen. Allerdings ist gerade dieses Bad in Laboe von der Schließung bedroht. Die Annahme, dass eine Umsetzung dieser Maßnahmen zwingend zu einem Erfolg führt ist also auch abwegig.

Generell beisst sich hier die Katze in den Schwanz: Wie die süddeutsche Zeitung  berichtet, können immer weniger Kinder und auch Erwachsene schwimmen. Diese sind dann natürlich auch keine potentiellen Besucher. Allerdings wird als Hauptursache die Verringerung der Wasserflächen durch die Schließung von Frei- und Hallenbädern gesehen. Immer weniger Schwimmkurse können angeboten werden. Da hat gerade auch die Stadt Kiel in den letzten Jahren den Vogel abgeschossen.

Man nimmt also die geringeren Schwimmerzahlen als Argument für eine Reduzierung der Wasserfläche, die dann aber gleichzeitig Grund für eine Abnahme der Schwimmer ist. Na bravo!

Kiel bezeichnet sich selbst als wachsende Stadt. Und warum braucht eine wachsende Stadt weniger Schwimmfläche? Und wieso braucht eine Landeshauptstadt kein einziges Freibad?

Zur Zeit ist Katzheide geschlossen. Angeblich, weil die Öffnungszeit an die der Strände angepasst ist. Die Kieler Nachrichten veröffentlichte vor kurzem eine Karte mit Freibädern in der Region. Zum einen noch mal interessant zu sehen, wie viele weit kleinere Orte selbstverständlich ein Freibad haben und zum anderen haben viele bereits geöffnet oder eine Öffnung steht in den nächsten Tagen bevor. Keines der Bäder aber soll erst im Juni eröffnen.

Am nächsten liegt das Freibad Schwentinental, das ebenfalls beheizt ist, aber bereits am 1. Mai eröffnet hat! Um Katzheide attraktiv zu machen kann man vieles tun, z.B. es einfach mal eröffnen. Natürlich werden Schwimmer, die erst einmal anfangen nach Schwentinental zu fahren das dann auch eher weiter nutzen im Jahresverlauf. Dazu brauchen wir keine Bädergutachten, sondern nur gesunden Menschenverstand!

Zweifel an Kieler Bäderpolitik #katzheide #kielerbäder

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Schwimmen kommt vor Segeln! KIEL.SAILING CITY muss allen Bürger/innen die Möglichkeit bieten, Schwimmen zu gehen. Allen Kindern und Jugendlichen muss die Gelegenheit gegeben werden – zu guten Bedingungen und zu günstigen Preisen – das Schwimmen zu erlernen und zu verbessern. (Quelle: Drucksache 1190/2004, Rahmenbedingungen für ein Handlungskonzept „Kieler Bäderlandschaft

2004 wurden die Ergebnisse des Kieler Bädergutachtens bekannt. Dies riet u.a. zu einer generellen Attraktivitätssteigerung und schlug verschiedene Varianten für die Zukunft vor. Die Kosten für eine Instandsetzung und Attraktivierung sämtlicher Bäder wurden damals auf 17 Millionen beziffert. Die Schwimmhalle Schilksee galt damals als einwandfrei.

Fertigstellung 2016? Pustekuchen!

Fertigstellung 2016? Pustekuchen!

Die Lage heute stellt sich anders dar:

  1. Den höchsten Investitionsbedarf hat die Schwimhalle Schilksee, die im Bädergutachten am schlechtesten wegkam, was die Auslastung und den Zuschußbedarf angeht.
  2. Das neue Zentralbad („Kompromißbad“) wird bis 2017 nicht fertiggestellt, sondern erst zum Wahljahr 2018 (und damit zwei Jahre nach der Planung).
  3. Das Freibad Katzheide soll 2016 wieder eröffnet werden. Trotz Annahme des Bürgerbegehrens ist aber der langfristige Weiterbetrieb über 2018 hinaus nicht gesichert.
  4. Nun muss auch im Eiderbad plötzlich saniert werden. Wovon niemand 2015 etwas zu wissen schien?
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Darstellung des Zuschußbedarfs der Kieler Bäder

Man hätte damals aus diese Erkenntnisse auch den Schluß ableiten können, dass man das Bad mit dem höchsten Zuschußbedarf nicht halten kann. Man hat aber das Gegenteil getan und wollte Katzheide schließen, was neben dem Eiderbad Hammer den geringsten Zuschußbedarf hat. Man sieht an diesen Zahlen schon, dass es immer wenig um die Zahlen und ums Sparen ging.

Interessant auch, wie Herr Stöcken von der SHZ zitiert wurde:

Stöcken gibt sich in der Bewertung der prekären Lage zurückhaltend: „Ob der alte Grundsatzbeschluss schlecht war, weiß ich nicht. Ich muss heute mit den Realitäten leben.

Bei dem Grundsatzbeschluss kann es nur darum gehen alles auf eine Karte zu setzen: Und zwar alle Reparaturen und Bäder zu vernachlässigen und ein neues Zentralbad zu bauen.

Einige Rahmenpunkte wurden am 17.2.2005 mit den Stimmen von CDU und GRÜNEN bei Gegenstimmen der SPD(!) beschlossen:

Die Gutachterempfehlungen zu Phase II, hier insbesondere das Entwicklung-/ Investitionskonzept – Szenario 3 – werden als Entwicklungskorridor zur Kenntnis genommen. Ihre Umsetzung soll im weiteren  Verfahren gemeinsam mit dem privaten Partner konkretisiert werden….

Szenario 3 wird wie folgt beschrieben:

Szenario 2 sieht die Sanierung und Attraktivierung der bestehenden Hallenbäder vor. Im Vordergrund steht die Qualitätssteigerung für den Besucher und die zielgruppenspezifische Ausrichtung. Der hiermit verbundene Investitionsbedarf beträgt rd. 13,6 Mio. €. Neue Besucherpotentiale könnten erschlossen werden, die Betriebskosten würden sinken.

Szenario 3 entspricht den Investitionsmaßnahmen des Szenarios 2. Zusätzlich würde statt Sanierung und Attraktivierung des Hallenbades Gaarden das Freibad Katzheide in ein Kombibad umgebaut werden. Das hiermit verbundene Zusatzinvestitionsvolumen beträgt rd. 3,6 Mio. € im Vergleich zu Szenario 2, dem steht aber ein möglicher Verkaufswert von ca. 1,5 Mio. € des Grundstücks Gaarden entgegen. Das Nettogesamtinvestitionsvolumen würde dann 15,7 Mio. € , das Bruttoinvestitionsvolumen 17,2 Mio. € vor Zwischenfinanzierungskosten und baubedingten Einnahmeausfällen betragen.

Hier tauchen die 17 Millionen auf, die seither aus irgend einem Grund als Maßgabe für alles dienten. Dann aber beim Bau des neuen Zentralbads schnell überschritten wurden.

Das Zentralbad ist im Grunde eine Abwandlung des Szenario 3. Oder wenn man es genau nimmt stellt es eigentlich eine Umkehrung des Bädergutachtens dar. Denn niemals hat das Bädergutachten vorgeschlagen alle Bäder verkommen zu lassen oder teilweise zu schließen. Man hat also nicht wenig für ein Gutachten ausgegeben, das man dann eigentlich nirgendwo richtig umgesetzt hat, abgesehen von einigen kleinen Maßnahmen. Z.b. was eine Erhöhung der Öffnungszeiten angeht, so ist man da eher rückwärts gegangen.

Neben den Investitionen war auch immer das Einfrieren des Zuschußbedarfs eine Maßgabe. Entscheidend dafür war der Beschluß am 10.06.2004 zur Haushaltskonsolidierung:

Der Zuschussbedarf der städtischen Schwimmhallen und Sommerbäder soll binnen eines Zeitraumes von maximal 3 Jahren um 30 % gesenkt werden. Die Auswirkungen sind unter Einbeziehung des Bädergutachtens dazustellen. Im Rahmen der Neuordnung eingesparte Personalkosten, die vorübergehend aus dem allgemeinen Haushalt zu finanzieren sind, werden auf die 30-%-Vorgabe angerechnet. Der Ratsversammlung ist im Herbst 2004 – rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen für 2005 – anhand eines umfassenden Kriterienkataloges ein entsprechender Stufenplan vorzulegen.

und Drucksache 1141/2009::

Der maximale Zuschussbetrag des Eigenbetriebs Beteiligungen in Höhe von 2,4 Mio. € wird mit Inbetriebnahme des neuen Zentralbades festgeschrieben. Aufwandssteigerungen sind z. B. durch Entgelterhöhungen auszugleichen.

Auch der Prozentbetrag 30% oder  die 2,4 Millionen Euro sind aus der Luft gegriffene Zahlen mit sehr konkreten Folgen für die Bäderlandschaft. Nirgendwo wird begründet, wie dieser Betrag begründet wird. Wenn wird die Inflation seit 2004 ansetzen, so müsste der Zuschuß heute bei 3 Millionen Euro liegen. Alles andere wäre eine Kürzung des Zuschußes. Das ist aber insbesondere im Hinblick auf das Plus im Haushalt gegenwärtig schlecht zu rechtfertigen.

An dem Zustand der Kieler Bäder lässt sich ja sehr gut ersehen, dass der Zuschussbedarf nicht ausreicht. Spätestens nach der Eröffnung des Zentralbads wird man da dann auch nachbessern müssen.

Aus meiner Sicht sind in der Vergangenheit die falschen Weichenstellungen vorgenommen worden. Und die Ergebnisse sehen wir heute. Es lässt sich eben an Infrastruktur nicht beliebig sparen, ohne dass das Konsequenzen hätte. Man kann auch mit neuen Bädern nicht die grundsätzlich notwendigen Instandhaltungen beenden. Auch wird das Zentralbad absehbar höhere Betriebskosten haben, als das Freibad Katzheide.

 

 

#Katzheide: Rathausrunde offenbart breites Unwissen

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Am 20.01.2015 gab es eine Rathausrunde im Offenen Kanal, die man hier betrachten kann:

Einige Aussagen der PoliktikerInnen:

  • Ratsherr Michael Frey:
    • „Wenn ichs ganz brutal sagen soll, würde ich sagen: Es (Katzheide) wird geschlossen“ … „Es ist seit Jahren bekannt, dass das Freibad Katzheide marode ist. Das in den letzten Jahren immer nur geflickt wurde. Und das es irgendwann dem Ende entgegen gehen würde, wenn man keine Sanierung machen würde. Das hat man nicht gemacht.“
    • „Das es jetzt so kaputt ist, dass konnte keiner ahnen“
    • „Ratsherr Stöcken hat vorgetragen, dass alles zu Ende und nicht mehr zu retten ist“
    • „WIr [Anm.: die CDU] ist der Meinung: Da darf keine Mark mehr reingehen“
  • Andrè Wilkens (SPD)
    • „Die Verabredung war ja, dass bis zur Eröffnung des neuen Sport- und Freizeitbades an der Hörn Katzheide weiterbetrieben wird“
    • „Das da Reparaturen nötig sind, dass hat so keiner gewusst“
    • „Die Priorität liegt beim Sport- und Freizeitbad“
    • „Wenn es irgendwie gehen könnte mit Reparaturen die Zeit zu überbrücken, dann werden wir Katzheide bis zur Eröffnung des Sport- und Freizeitbades weiterführen
  • Muskulus Stahnke (FDP)
    • „Es gibt selbsternannte Experten, die behaupten eine Reparatur ginge mit kleinem Aufwand“

Es fällt auf, dass oft zwei Wirklichkeiten nebeneinander existieren für die Ratsleute, die aber eigentlich gar nicht zusammengehen:

  1. ALLE haben seit Jahren gewusst, dass Katzheide marode ist und das es dringend Reparaturen und einer Sanierung bedarf.
  2. Das Katzheide marode ist, konnte KEINER wissen.

Und das wie bei Ratsherr Frey beinahe in einem Satz. Aus den Antworten der Verwaltung auf eine EinwohnerInnenanfrage konnte man sehen, dass die Verwaltung nicht in der Lage war ein klares Datum für neuere Erkenntnisse zu nennen.

Um zu verstehen, was passiert ist, so scheinen wir, auch wenn wir die Dokumente der Stadt Kiel im Ratsinformationssystem die letzten Jahre überfliegen, so wurde in verschiedene Schwimmhallen und Freibäder seitens der Stadt Kiel immer weniger investiert. Allerdings war dies keine bewusste Entscheidung der Schließung. Das hätte Kiel tatsächlich Kosten gespart. Stattdessen hat man über Jahrzehnte bestehende Infrastruktur bewusst verrotten lassen und immer nur das Allernotwendigste für einen Weiterbetrieb ausgegeben.

Nach dem Bädergutachten („Neuausrichtung der Kieler Bäderlandschaft“) 2004 hat die Verwaltung und die Ratsversammlung eine strategische Ausrichtung beschlossen, in der es primär darum ging die Kosten für den Betrieb zu senken und andererseits das Schwimmen in Kiel attraktiver zu machen.

Dabei spielten für Katzheide keine Rolle:

  • Das es relativ zu seinen Betriebskosten rentabler war als z.B. Schilksee
  • Das Katzheide weit mehr Funktionen erfüllt, als das reine Schwimmen im Wasser
  • Das die prognostizierten Besucherzahlen des Zentralbades als Ersatz in dem Bädergutachten überhaupt nicht durch Umfragen oder andere statistisch haltbare Erhebungen belegt wurden.

Im Wesentlichen wurde das Zentralbad als Lösung aller Probleme der Kieler Bäderlandschaft zu einer fixen Idee. Zwar belaufen sich die Kosten für den Bau schätzungsweise bereits um 8 Millionen über dem ursprünglichen Maximum. Doch Kritik wird da nur leise geäußert. Und wenn dann nur von der Linken und ein wenig von der FDP. Was Katzheide anbelangt, so werden da bereits Mehhkosten von 500.000 als absolut unbezahlbar für den Stadthaushalt betrachtet.

Unlogisch ist m.E. zu behaupten, dass JETZT (2014/2015) eine neue Situation entstanden ist, die eine Eröffnung 2015 nicht ermöglicht. Wenn wir JETZT eine neue Situation haben, dann heißt das, dass 2014 bereits Katzheide auf war, obwohl es rechtlich nicht mehr möglich war aufgrund von Hygienevorgaben? Wieso treten ausgerechnet zwischen 2014 und 2015 während der Schließung Schäden auf, die auch eine kurzfristige Inbetriebnahme nicht ermöglichen? Ich gehe davon aus, dass die Erkenntnisse der Verwaltung über einen grundsätzlichen und selbstverschuldeten Investitionsstau aus dem Jahre 2012 und davor stammen. Ansonsten hätte die Verwaltung auf die direkte Frage der Bürgerinitiative ja auch das Datum der Erkenntnisse nennen können. Das hat man wohlweislich umgangen. Denn damit hätte man offenbart, dass gar keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Sprich: Es liegen keine aktuellen Gründe vor, 2015 nicht planmäßig wiederzueröffnen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass hier eher aus dem hohlen Bauch entschieden wurde ist, dass die Verwaltung zugesagt hat zu prüfen, in wie weit kleine Reparaturmaßnahmen möglich wären. Das die Verwaltung dies nicht sofort beantworten kann bedeutet:

  1. Es wurde bisher überhaupt nicht geprüft, welche Schäden 2014/2015 existieren und in wie weit die mit geringem Aufwand zu beseitigen wären. Sonst hätte die Verwaltung sofort antwortet können und dies auch mit Fakten hinterlegen.
  2. Das wiederum bedeutet, dass es keinerlei Grundlage für eine Schließung gibt. Man hat einfach seitens der Verwaltung und der Kieler Bäder GmbH willkürlich aufgrund der Faktenlage. der erwarteten Eröffnung des Zentralbades 2017 und der Kommunalwahl 2018 und des Investitionsstaus entschieden, dass die schmerzfreieste Lösung wäre im Winter, wenn das Freibad eh geschlossen ist, die Tore zu schließen und einfach nicht mehr wieder zu eröffnen. Da im Winter eh niemand in das Freibad geht, wird sich im Winter auch niemand beschweren und niemand steht erst einmal unerwartet vor verschlossenen Toren.

Letztlich wird die Situation durch Logik und Deduktion klarer. Die Motivation der Verwaltung ist klar. Auch die der Ratsleute. Niemand möchte der Buhmann sein, der den Stöpsel auf Katzheide zieht. Manche sagen es ganz brutal (wie Herr Frey) und manche tun so, als wollten sie Katzheide erhalten, stimmen aber dann doch für dessen Schließung. Vielleicht ist die Position der CDU da manchmal sogar ehrlicher, als die der GRÜNEN und der SPD: Die FDP laviert zwischen Verantwortung für den Haushalt und dem Schwimmen mit dem Kieler Mainstream. Man will sich irgendwie absetzen, bezieht aber nicht klar Opposition, schon gar nicht dann, wenn man sich vorwerfen lassen könnte, den Haushalt zu belasten.

Unter dem Strich: Zentralbad – man weiß nicht, was daraus wird. Fertigstellung 2017 ist das Ziel, vielleicht auch 2018. Endkosten ungewiss, aber weit über dem geplanten Maximum von 17 Millionen und somit alles aber nicht billiger als die Sanierung der bestehenden Bäder. Aber man ist auch schon an dem Point of No Return.

Was Katzheide anbelangt, so ist man damit immer unter falschen Prämissen gestartet, nämlich das es ein Bad wie jedes andere ist. Das Lessingbad hatte zwar auch Freunde, aber die emotionale Bindung war eher begrenzt. Natürlich explodiert Gaarden nicht ohne Katzheide, aber es ist ein Stadtteil ohne viele bauliche Attraktion und auch ohne viele Institutionen, die von der Stadt betrieben werden. Das einzige außer Katzheide ist die Stadtteilbücherei. Die hat man bereits drastisch gekürzt. Wenn man es mit Gaarden ernst meint, kann man Katzheide auf gar keinen Fall schließen. Dies hätte weitreichenden soziale und wirtschaftliche Folgen. Natürlich im Sommer noch weniger Kaufkraft als bisher schon.

Wo die einen Politiker sagen Katzheide ist nicht mehr zu halten sage ich: Gaarden ohne Katzheide kann man nicht machen! Es geht hier um weit mehr als ums Schwimmen. Wir Gaardener wissen, dass wir überall benachteiligt werden. zwar fließen auf manchen Kanälen viele Gelder in die sogenannte Armutsindustrie oder in den Umbau der Kai-Anlagen. Aber konkrete, ganz normale Investitionen wie in Fahrradwege, Straßen, Institutionen für ALLE fließt fast gar kein Geld. In einer Statistik für Gaarden würde man bei Kultur auf fast Null Euro kommen, gäbe es nicht Vereine wie die K34, die ab und zu mal etwas Geld rausleiern. Aber ohne das diese „städtisch“ wären. Und das für einen der größten Stadtteile Kiels.

Viele Gaardener empfinden den Versuch der Schließung von Katzheide als Verrat und als Bestätigung dafür, dass der Stadtteil benachteiligt wird und sie lediglich Bürger Zweiter Klasse sind. Es wird zwar viel über Gaarden geredet, aber neue Straßen und Kulturinstitutionen der Stadt werden fast ausschließlich im Westen betrieben. Da wo auch die meisten Ratsleute wohnen.

Ich wohne auch in Gaarden-Ost. Mit rd. 16.000 Einwohnern. Und meine Straße (Sandkrug) hat noch nicht einmal befestigte Fußwege, weswegen jedes Jahr Regenfälle den Fußweg wegspülen. Und die Straße selbst ist zum Großteil eine Huppelpiste, wie man sie sonst nur in fernen Ländern erwartet. Währenddessen beobachtet man wie Kirchhofallee oder Lorentzendamm aufgehübscht werden und damit eine klare Prioritäten gesetzt werden. In den letzten Jahren, als es schwere Winter gab, lag in Gaarden auf zentralen Fahrradwegen noch zentimeterdick Sand, während man in den Seitenstraßen der Holtenauer bereits unter den Autos den Sand hervorfegte. Das sind meine eigenen Beobachtungen gewesen. Und das ist letztlich der Hintergrund der Katzheide-Schließung. Es spricht nichts dagegen zu versuchen mit den Finanzen einer Stadt sorgsam umzugehen. Aber das ist nicht das, was hier passiert. Stattdessen beobachten wir eine Umverteilung von Unten nach Oben. Gaarden hat Katzheide einfach aus Sicht vieler PolitikerInnen nicht verdient. Die huschen hier, wie Frau Lydia Rudow allenfalls einmal alle 5 Jahre zur Kommunalwahl mal quer durch das fremde Territorium um Sonnenblumen an Passanten zu verteilen und interessieren sich ansonsten einen Sch… für Gaarden und verstehen auch die Bedürfnisse und das Denken der EinwohnerInnen nicht.

Written by tlow

9. Februar 2015 at 09:15

Stichworte zur letzten Kieler Ratsversammlung (Kieler Bäderlandschaft) #kompromissbad #rvkiel

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Seitens der Kieler Nachrichten am 18. Mai wird berichtet (S.25) aus der Ratsversammlung (RV):

  • Lessinghalle – Die Opposition aus CDU, FDP, LINKE, Direkte Demokratie konnte aus irgend einem Grund nicht genug Stimmen zusammenbekommen, um mit 1/3 der Stimmen eine Vertagung des Punktes zu beantragen. Da ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr der RV folgen konnte und weder Protokoll noch Videoaufzeichnungen vorliegen, ist nicht bekannt, ob das lediglich an fehlender Anwesenheit lag, oder doch einige der Fraktionen mit für den Antrag stimmten. Ich werde diesen Punkt in diesem Artikel aktualisieren, sobald ich es herausfinde. Damit wurde nun beschlossen, dass in die Lessinghalle eine Turnhalle für die Humboldtschule und eine KITA eingebaut wird. Dabei verglich die Vorsitzende des Kreiselternbeirates mit Erpressung. Unklar bleibt für mich, ob die Maßnahmen überhaupt mit dem Denkmalschutz vereinbar sind. Im Antrag steht nichts von einer Überprüfung. Dies kommt wohl auch sehr auf die Pläne an. Dazu müsste es eine Ausschreibung geben. Angeblich ist das Vierteil aber auch laut Ortsbeirat ausreichend mit KITAs versorgt.
  • Kompromissbad – Man hat sich gegen die Bedenken der Senioren und für die Schwimmsportler entschieden (ich berichtete). Es wäre aber auch vielleicht zu peinlich geworden, den eigenen Antrag zu vertagen und zugeben zu müssen, die Senioren nicht gefragt zu haben.

Unter dem Strich wirkt die gesamte „Neuausrichtung der Kieler Bäderlandschaft“ immer mehr zum faulen Kompromiss. Man spielt nicht mit offenen Karten. Hatten die GRÜNEN erst noch kürzlich auf Twitter betont:

Zitat aus dem Link:

Wir wollen das Engagement der aktiven Bürgerinnen und Bürger erhalten, aber weitere Kreise in der Bevölkerung in die Diskussionen einbeziehen, die bislang noch abseits stehen.

Es sieht aber eher so aus, als wenn weiter am Grünen Tisch und hinter verschlossenen Türen Kompromisse geschlossen und falsche Versprechungen gemacht werden. Es wäre doch sehr zu wünschen, dass die aktuelle Kooperation dafür einen Denkzettel bei der diesjährigen Kommunalwahl bekommen würde. Sicher, ohne Kompromisse geht kaum etwas, insbesondere bei einer angespannten Finanzlage. Aber dann ist nicht verständlich, warum ständig Gelder in den Sand gesetzt werden.

Da spielt dann auch der Wahlkampf und der Wettstreit der Parteien wohl eine Rolle. Z.B. Thema Schulsanierung kann man aus meiner Sicht weder der Verwaltung noch einer der Fraktionen Untätigkeit vorwerfen. Da hat sich viel verändert seit Anfang der 90er Jahre. Damals zu meiner Schulzeit blätterte die Farbe von den Klassenzimmern, während Fernsehteams in die DDR fuhren, um genau das als typischen DDR-Mangel darzulegen. Das hat sich meines Wissens ja deutlich verbessert. Auch wenn es da noch viele Defizite gibt.

Jedenfalls redet man sich da die Köpfe heiß und will sich gegenseitig Versagen in die Schuhe schieben. Und dadurch scheinen mir auch diese Maßnahmen geprägt: Aktionismus. KITAs, wo keine gebraucht werden – eine Sporthalle da, wo sie niemand will, nur damit der politische Gegner  ausmanövriert wird. Zu wenig scheint da echtes Interesse an den tatsächlichen Problem der Bürger*innen zu bestehen. Jede Fraktion verfolgt ihre Agenda und füttert ihre Klientel.

Kompromissbad: Seniorenbeirat fordert „ordentliches Beteiligungsverfahren“ #kmwkiel

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Mit dem Antrag der Ratsmehrheit, dass die Becken rein wettkampftauglich sind ist nun der Seniorenbeirat unzufrieden, der offenbar vor Antragstellung nicht gefragt wurde. So berichtet die KN von heute auf Seite 23. Auch sie halten bei den begrenzten Finanzmittel ein absenkbaren Boden für eher „hypothetisch“.

Eierlegende Wollmilchsau

Eierlegende Wollmilchsau (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic )

Wer ist jetzt wichtig? Senioren oder Sportler. Wohin wird der Zeiger des Kompromisses ausschlagen? Und was bedeutet der Kompromiss dann. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es immer ein Problem ist, wenn eine Sache eine „Eierlegende Wollmilchsau“ sein soll. Dann kommt man unwillkürlich an einen Punkt wo eben nur das eine und nicht auch das andere sein kann. Aber genau das hat man ja allen versprochen:

  • Etwas für Senioren!
  • Etwas zum Spielen!
  • Etwas zum Saunen!
  • Etwas zum Erholen!
  • Etwas für Sportler!
  • Billiger als jede andere Lösung!
  • … und keinen Pfennig dazubezahlt …

Da glauben einige auch noch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen. Oder auch:  Da hat die Wollmilchau ein Überraschungsei gelegt. Mal sehen wie das Bad dann aussieht, wenn die Schale weg ist?

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