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Bis #Ostern keine Ende in Sicht? #CoronaKiel

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Ministerpräsident Günther hält es für noch zu früh, eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung überhaupt zu diskutieren. In Österreich dagegen steht bereits ein Zeitplan zur Lockerung.

Der Konsens bei der Marschroute für Deutschland ist bisher quasi ein Diskussionsverbot über Lockerung zu reden VOR dem 20. April. Das ist allerdings hochproblematisch.

Es bedeutet nämlich entweder:

  1. Am 20. wird eine Lockerung erst Ab Ende April/Mai (also 1-2 Wochen danach) geplant. Die Diskussion dauert und nach einer Ankündigung brauchen die Menschen sicher 1-2 Wochen um es überhaupt aufgreifen zu können. (also Lockerung frühestens 27.3.)
  2. Die Politik wird eventuell am 20.4. ad hoc eine Lockerung. Das würde bedeuten, dass alle Leute gleichzeitig loslaufen, kaufen, Strom verbrauchen, Abwasser benutzen, Ausflüge machen. Das geht eigentlich auch nicht.

Momentan finde ich den Ansatz der Österreicher da für den jetzigen Zeitpunkt richtig:

  • JETZT einen Plan vorstellen für in ein paar Tagen. Dabei Optionen einbauen
  • Bei steigenden Zahlen in EINEM Ort, Hotel,… kann es örtlich begrenzt wieder strenger gehandhabt werden.

Auch OB Ulf Kämpfer fordert zu Recht die Lockerungen jetzt zu diskutieren.

Viele denke wir brauchen noch weitere Daten, aber man kann jetzt schon konstatieren:

  • In Kiel gehen die Zahlen der Aktiven Fälle zurück
  • In Deutschland ging das Wachstum von zunächst 1,4 (40% pro Tag) auf nun 1,05 (5%) zurück. Das meiste davon schon bereits vor den strengen Maßnahmen des Kontaktverbots
  • Es wird kein Ende der Infektionen auf absehbare Zeit geben. Wir werden mit diesem Virus leben müssen!
  • Für viele Betrieb bedeutet dieses Virus das unvermeidliche Aus. Viele denken, es ginge nur um einen gewissen Ausgleich für Verluste durch Geld vom Staat. Aber so viel Geld, wie das derzeit kostet hat kein Staat. Egal was der Staat gibt, ist es ein Tropfen auf den heißen Stein!
  • Damit einhergehend werden sehr viele Menschen ihren Job für vielleicht immer verlieren. Weder kommen alle Unternehmen zurück noch wird man danach wieder die Arbeitsplätze aufstocken.
  • Für mich das wichtigste Argument: Es gibt bislang überhaupt keinen Hinweis, dass die strengen Maßnahmen irgend eine Wirkung haben: Italien hat genau wie Deutschland und auch früher als wir harte Maßnahmen ergriffen. Aber bisher ist es das Land mit den meisten Toten (>15.000 derzeit). Gleiches gilt für Spanien (>13.000 derzeit). Im Gegensatz dazu hat Südkorea weder Ausgangssperren verhängt noch Läden oder Cafés verschlossen. Man hat primär konsequent und gezielt Virenverbreitung gestoppt. Ich glaube nicht ein mal, dass die Überwachungsapp da den Hauptanteil hatte. Auch Japan und Schweden sind sehr lax bei den Regeln und man sieht dort auch keine dementsprechend größeren Probleme.

Die Schulschließungen ab dem 15. März waren richtig. Man hatte seit Ende Dezember, seitdem man wusste, dass auf uns eine Welle zu rollt drei Monate quasi nicht gehandelt und die Gefahr so lange heruntergespielt bis man nicht weiter daran vorbei schauen konnte.

Unsere größte Schwäche in Deutschland ist die unvergleichliche Arroganz gegenüber dem Ausland. Wir denken wir sind in der Pflege Nr.1 und in der Medizin und in Asien spinnen sie alle mit ihrem Mundschutz? Oder wir denken, das solche Viren ja nur in Asien bleiben, weil das Virus vor Deutschland Angst hat? Oder wir ja so viel hygienischer sind und alles besser können?

Wie es aussieht, können wir es eben oft nicht besser. Und mein Vertrauen zur Bundes- und Landesregierung ist in der Krise nicht gerade gestiegen. Entweder die Politik sagt uns nicht, was sie weiß, oder sie hat keinen blassen Schimmer, welche Folgen das Ganze auf uns haben kann? Folgen wie: Depressionen, Ḱrankheit und Tod, aber auch Verschuldung und vieles mehr. Deutschland wird danach nicht mehr das gleiche Land sein. Manche Menschen stellen sich gerade zu 100% auf digitale Belieferung um und manch analoger Laden wird damit der Vergangenheit angehören.

Für den Staat bedeutet es nicht nur hunderte Milliarden an Mehrausgaben, sondern viel mehr auf die nächsten 10 Jahre auch Mindereinnahmen. Und das kann auch bedeuten, dass weniger Geld da ist für Projekte, evt. eine Abschaffung von Sozialhilfe und Hartz IV, weitere Entlassungen.

In den Medien wird immer noch so diskutiert, als wenn man einfach mehr aus einem Fass entnehmen könnte auch wenn der Zufluss weniger wird. Vielleicht geht es noch eine Weile, aber dann müssen neue Quellen gefunden werden.

Die meisten Leute denken wirklich es wäre eine kurze Episode des Luftanhaltens, die man überbrücken kann. Sie denken zur Zeit noch nicht, dass ihr Job gefährdet ist. Aber JEDER Job ist derzeit gefährdet: Vom Top-Manager bis runter zur Putzkraft. Das Vertrauen der Bürger:innen in die Politik ist absolut unbegründet. Niemand war auf das vorbereitet, was kam. Und so viel gestehe ich zu: So schnell wie es kam, war es schon heftig. Aber dennoch gab es Warner von der WHO oder Bill Gates. Wissenschaftler wussten seit Jahren, dass so etwas irgend wann kommen wird. Aber man hat sich nicht vorbereitet.

Es ist wie ein Tsunami. Wenn der kommt bleibt einem nicht viel Zeit zu reagieren und die Möglichkeit den Schaden zu begrenzen ist kaum vorhanden. Es wird dann schnell wichtig die Folgen zu begrenzen. Das jetzt anzugehen ist die wichtigste Aufgabe.

Den Zustand der Bedrohung wird nach Einschätzung vieler Experten noch ein bis zwei Jahre andauern. Es geht hier nicht darum einen Spurt hinzulegen, sondern einen Marathon zu laufen. Jetzt muss der Schaden insgesamt begrenzt und das Gesundheitssystem für den nächsten Tsunami besser aufgestellt werden.

Seien wir froh, dass trotz der vielen Kürzungen im Gesundheitsbereich, in unserem Land doch relativ zu vielen Volkswirtschaften noch mehr an Bettenkapazität vorhanden war.

Das es gerade in den USA schrecklich wird war klar: Vielfach keine Krankenversicherung, geringe Bettenkapazität, zum Großteil privatisiertes Gesundheitssystem,… obwohl das, was man aus New York hört fürchterlich ist, wird es noch weitaus schlimmer. Es sind nicht die Neoliberalen in Deutschland gewesen, die uns vor diesem Schicksal bewahrt haben, vergessen wir das nicht!

Written by tlow

6. April 2020 at 14:48

Veröffentlicht in Gesundheit, Rathaus

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#Kontaktsperre Aber was dann? #COVID19de #Ausgangssperre

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Die Beschlüsse zur Durchsetzung einer Kontaktsperre sind die Spitze des Eisbergs beschlossener Maßnahmen. Doch wie kommen wir wieder zurück zur Normalität?

Im Grunde ist es relativ einfach, Maßnahmen zu beschließen, wie in den letzten Wochen zur Eindämmung der globalen Pandemie auch in Deutschland. Und es macht durchaus Sinn! „Einfach“ deshalb, weil man nur zur Papier bringt, was gesetzlich möglich ist. Es finden zwar im Vorwege Abwägungen statt, aber solange niemand klagt, gibt es kein Hindernis bei der Umsetzung. Die Regeln sind dann in Kraft, wie z.B Schulschließungen. Die Probleme fangen dann allerdings schon an, wenn die Beschlüsse reifen: Wenn man Schulen schließt, gibt es dann auch Elearning für Zuhause? Wie lange wird geschlossen?

Quelle: Worldometer / Johns Hopkins University

Als am vergangenen Sonntag den 22. März die Kontaktsperre bundesweit verhängt wurde, deutete sich bereits an, dass es eine entscheidende Wende bei den Neuinfizierten geben könnte: Bereits am Samstag waren weniger Neuzugänge zu verzeichnen (13% statt 30%). Zu früh, um von einer sicheren Trendumkehr zu sprechen, aber doch Grund genug genauer hin zu schauen. Doch die Kontaktsperre kam. Nicht mehr als zwei Personen dürfen draußen zusammen stehen oder gehen. Den Vogel schoss die Stadt Kiel ab, die das sogar für Umzüge ernsthaft empfahl:

Was blieb ungeregelt und legal?

  • Man kann sich mit beliebig vielen Leuten nacheinander treffen. Theoretisch also 1000 Kontakte/Tag.
  • Arbeitsbedingungen in Firmen vollkommen ungeregelt Da wird nur auf die Vernunft der Arbeitgeber vertraut. Dabei ist hier das Ansteckungsrisiko bei Kollegen und zu Kunden besonders hoch
  • Ich nehme an in Autos darf man auch nur noch zu zweit fahren. Ab der dritten Person dann ein zweites Auto.
  • Große Hubs wie der Hamburger Hauptbahnhof, Flugzeuge, Busse, Züge,… bleiben unberührt

Was wurde illegal? (bis zu 25.000 € Strafe!)

  • Ein älteres Ehepaar kauft zusammen mit einer Dritten, nicht verwandten Person ein.
  • Ein Paar trifft Bekannte und sie sprechen miteinander.
  • Drei Bekannte, die zusammen von A nach B wollen. Eine davon wohnt in einer Nachbar-WG im selben Haus, aber sie wohnen auf dem Papier nicht in der gleichen Wohnung. –> Eine Person muss dann hinter oder vor den beiden anderen gehen. Im Grunde wahrscheinlich jeder für sich, da man auf Gehwegen selten so viel Platz hat, dass man 1,50 Meter Platz zu zweit hat!

Was passiert mit uns?

Die Beispiele zeigen, dass die beschlossenen Maßnahmen nicht geeignet sind, die Ansteckungsgefahr zu minimieren und sie treiben seltsame Blüten. Freunde und Nachbarn verpetzen einander und beschimpfen sich gegenseitig. Eine Atmosphäre des Misstrauens und der Missgunst verbreitet sich in Deutschland, geschürt durch Medien und Politik. Die Medien forderten immer noch mehr Maßnahmen und die Politik wirkt wie getrieben. Dabei wird die Pandemie längt zur Nebensache. Natürlich sollte man Kontakte verringern und vor allem bestimmte Hygieneregeln beachten. Aber wo leben wir eigentlich mittlerweile? Ich habe die letzten Wochen immer stark dafür plädiert die Pandemie ernst zu nehmen und auc darauf verwiesen, wie nachlässig das Robert Koch-Institut bei der Verschärfung der Bewertung war. Wir haben einen globalen Gesundheits-Notstand. Das ist kein Scherz!

Aber auch das ist wahr:

  • Das Virus wird nicht von heute auf morgen verschwinden, sondern bleiben und sich verändern, wie bisher jeder Virus. Es kommt auch nicht aus dem Nichts, sondern seine Ahnen sind wahrscheinlich mindestens genau so alt wie das Leben auf der Erde. Als auch älter als wir Menschen!
  • Menschen werden weiter infiziert werden und auch sterben, wie bei vielen Krankheiten und auch Unfallgeschehen.
  • Wir können die Maßnahmen nicht in alle Ewigkeit ausdehnen. Irgend wann müssen wir wieder zu irgend einer Normalität kommen, die Schüler in Schulen, Arbeit muss getan werden usw.

Bei der Pandemie geht es nur darum, sie einzudämmen, Neuinfektionen hocheffizient zu vermeiden, neue Ansteckungscluster früh zu erkennen, die Krankenhauskapazitäten bereit zu halten, damit möglichst alle Patient:innen eine optimale Versorgung erhalten können. Damit möglichst viele Menschen überleben wenn sie angesteckt werden. Dies gilt auch nicht nur für #COVID19!

Die Maßgabe möglichst viele Menschenleben zu retten finde ich gut. Aber können wir das vielleicht zu einer allgemeinen Regel machen, z.B:

Diese Pandemie bleibt aber etwas Besonderes, weil wir jetzt akut handeln mussten. Aber nicht jede Maßnahme war angemessen.

Wie geht es weiter?

Hauptaufgabe ist nun, eine Exitstrategie der Politik. Die ist mit dem vergangenen Sonntag in die falsche Richtung tiefer in die Krise marschiert. Erst heute wirkt die Kontaktsperre richtig und macht keine rechten Sinn, wenn man sie dann nicht auch mindestens zwei Wochen durchzieht. Aufwand und Ergebnis stünden in keiner vernünftigen Relation.

Dabei sind die Folgen der Krise heute schon verheerend. Komischer weise machen sich angeblich nur wenige Deutsche Sorgen um ihre finanzielle Situation, aber große Sorgen darum, angesteckt zu werden.

Aber eigentlich ist es umgekehrt: Jeder wird von der Krise betroffen sein. Der Staat kann das nicht auffangen, insbesondere, da er derzeit nichts dafür tut die Krise abzuwehren. Angesichts der Schwere der Krise sind jegliche Beträge, die genannt werden lächerlich. Es geht nicht um die Rettung einer Industrie, sondern der kompletten deutschen Gesellschaft! Dagegen ist das PERSÖNLICHE Ansteckungsrisiko eher gering. Wenn es lediglich 30.000 Infizierte gibt bei 80 Millionen Menschen.

Offenbar ist man da aber zusammen mit den Medien mit vollem Elan in eine Sackgasse gelaufen, ohne sich Gedanken über die Folgen zu machen. Alles tun um Tote zu verhindern? Ja, dann bitte ab sofort konsequente Klimapolitik, denn die kommenden Naturkatastrophen werden auch zu vermehrten Todesopfern führen!

DIESE Krise ernst nehmen, JA! Aber auch dieses denken auf andere Probleme übertragen und auch dafür sorgen, dass das Leben weiter gehen kann!

Written by tlow

24. März 2020 at 09:53

Veröffentlicht in Gesundheit

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