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Wie sauber ist die #KVG wirklich? #DUH #NOx #LRP

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Der Oberbürgermeister sprang der KVG bei: Angeblich hätte die DUH die KVG angegriffen.

Die Kieler Nachrichten zitiert so:

Wütend widerspricht die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) der Behauptung der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Kiel habe „besonders schmutzige ÖPNV-Busse“.

KVG widerspricht der Umwelthilfe

Nur: Das Wort „schmutzig“ wird von der Umwelthilfe mit keinem Wort in Bezug zur KVG genannt und auch nicht zu Bussen.

Richtig ist, dass die DUH folgendes schreibt:

6. Nachrüstung aller im ÖPNV verkehrenden Busse auf Euro VI Standard
Um die Stickoxidemissionen der Busflotte deutlich zu reduzieren, sind keine kurzfristig nicht umsetzbaren Neuanaschaffungen von E-Bussen ausreichend. Es gilt vielmehr, alle im ÖPNV und in den Regionalverkehren operierenden Busse (Verkehrsverbund, DB-Regio, beauftragte Busse von Privatunternehmen, die z.B. für den Schülertransport genutzt werden) noch im Jahr 2019 mit einer Hardware-Nachrüstung auf den Abgasstand von Euro VI zu bringen. Der überwiegende Teil der in Kiel im ÖPNV eingesetzten Busse betrifft Euro III bis Euro V/EEV Fahrzeuge mit teilweise extremen NOx-Emissionen im realen Busfahrbetrieb (bis zu 16.000 mg NOx/km)… Eine Nachrüstung aller Bestandsbusse auf den Euro VI Abgasstandard ist dank der Fördermittel des Bundes ohne Finanzierungsvorbehalt im Jahr 2019 möglich.

Die KVG verkündete im März 2019:

Die KVG Kieler Verkehrsgesellschaft kann dank einer Förderung des Bundes, 37 ihrer Dieselbusse von der Abgasnorm Euro-V auf Euro-VI umrüsten. … Mit diesem Schritt erfüllt die Flotte der KVG zu 75 Prozent der Fahrzeuganzahl die Abgasnorm gemäß Euro-VI.

Die DUH fordert hier also noch 2019 die restlichen 25% umzustellen.

Zumindest ergibt sich das aus der Eigendarstellung der KVG. Die DUH schreibt damit fälschlicher weise, dass die Mehrzahl der Kieler Busse Euro III-V sind. Aber an der Forderung 100% auf Euro VI umzustellen ist dennoch nichts verwerfliches. Entweder stimmt die Eigendarstellung der KVG nicht, oder die DUH hat was überlesen.

Hier geht es um einen Punkt von 10. Und es bis nicht der Wichtigste. Ohnehin fahren kaum Busse der KVG über den Theodor-Heuß-Ring.

Written by tlow

17. Juli 2019 at 15:41

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PM des VCD Kiel: Weihnachtsmarktgäste wünschen sich besseren ÖPNV

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Weihnachtsmarktgäste wünschen sich besseren ÖPNV

Stadtbahn, freies WLAN, bessere Anbindung an das Umland und wettergeschützte Haltestellen. Zur Weihnachtszeit wünschen sich Kielerinnen und Kieler nicht nur Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, sondern auch Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs. Bei der Aktion „ÖPNV-Wunschzettel“ der Kieler Ortsgruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) am 18. Dezember schrieben die Kielerinnen und Kieler ihre Wünsche zum ÖPNV der Landeshauptstadt an Oberbürgermeister Kämpfer und die Ratsfraktionen nieder. Alle waren sich einig:
Der Kieler ÖPNV muss besser werden. „ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer wollen endlich ernst genommen werden! Angesichts der drängenden Herausforderungen im Bereich Klimaschutz und Luftreinhaltung
kann es nicht sein, dass es im Kieler Innenstadtbereich nach wie vor Haltestellen ohne Wetterschutz und Beleuchtung gibt“, sagte Frederik Meißner, Leiter des Kieler VCD Büros. In den Gesprächen mit den VCD-Aktiven stellten die befragten Kielerinnen und Kieler klar, dass der ÖPNV verlässlich bereitgestellt werden muss, um eine Alternative zur Fahrt mit dem PKW zu sein. Wichtig waren vielen Menschen auch wettergeschützte Haltestellen und bessere Anbindungen in den Tagesrandzeiten sowie in das Kieler Umland. „Gerade Fahrgäste aus dem Kieler Umland wünschten sich auch in den Abendstunden eine Fahrplantaktung, die keine umständliche Zeitplanung für die Fahrt mit dem ÖPNV erfordert. Die Busse müssen öfter fahren und durch eine Stadtbahn ergänzt werden“, stellte Meißner fest.
Der Verkehrsclub Deutschland lässt die Wunschzettel dem Oberbürgermeister und den Ratsversammlung noch rechtzeitig vor Weihnachten zukommen. Im Sinne der Kielerinnen und Kieler wünscht sich der VCD im Jahr 2019 von Politik und Verwaltung verstärkte Bemühungen zur deutlichen Verbesserung des Kieler ÖPNV.

Pressemitteilung der Aktivengruppe des VCD Kiel

Written by tlow

21. Dezember 2018 at 23:08

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KVG macht Umfrage zu #Seniorenticket

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Das Seniorenticket in Kiel ist auf der einen Seite ein Erfolg durch die Nutzung. Es wird aber auch aus verschiedenen Gründen kritisiert. Z.B. weil Senior*innen damit nicht vor 9 Uhr den Bus benutzen können. Und weil es finanziell durchaus eine Belastung für die KVG darstellt.

Nun macht die KVG eine Umfrage zur Nutzung. Scan:

kvg1

Written by tlow

4. November 2018 at 19:04

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PIRATEN: Die Stadtregionalbahn kommt nur, wenn die Bürger sie wollen #srbkkiel

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Die Kieler Ratsfraktion der Piraten meldet sich mal wieder in Sachen SRB zu Wort, Zitat:

Zu der Forderung von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), im Herbst eine Entscheidung über die Stadtregionalbahn herbeizuführen, sagt der Vorsitzende der Ratsfraktion PIRATEN, Ratsherr Marcel Schmidt:

„Die Entscheidung kann nach unserer Auffassung nur der Bürger treffen. Es ist also höchste Zeit, dass in Kiel sowie in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde der längst fällige Bürgerentscheid zur Stadtregionalbahn vorbereitet wird. Jetzt rächt es sich, dass sich die Kooperation aus SPD, Grüne und SSW bisher gegen alle Diskussionen abgeschottet hat und stur an den ursprünglichen Planungen festhält. Denn diese ursprünglichen Planungen bedeuten ein Kostenvolumen von etwa 400 Millionen Euro und sind daher nicht mehrheitsfähig. Das wird in den Kreisen genauso gesehen.

Wer die Stadtregionalbahn wirklich will, der sollte sich nun gesprächsbereit zeigen. PIRATEN und FDP haben vor der Sommerpause ein alternatives Modell in der Ratsversammlung vorgelegt. Die Kooperation hat es mit ihrer Stimmenmehrheit abgelehnt, ohne in der Debatte auch nur ein einziges Sachargument vorzutragen. Man hat den Eindruck, dass die Kooperation in ihrer eigenen Welt lebt, in der Vorschläge der Opposition als Majestätsbeleidigung empfunden werden.

Mit dieser Einstellung wird es nicht leicht, die Menschen in den Kreisen zu überzeugen. Dialogbereitschaft ist gefragt, das Konzept der Stadtregionalbahn ist in die Jahre gekommen und seine Planungen haben Millionen verschlungen. Es muss jetzt darum gehen, den Menschen in der Region leistungsfähige Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen, die den heutigen Anforderungen entsprechen. Die Zeit für den Bürgerentscheid zur Stadtregionalbahn ist gekommen und die Bürger in Kiel und in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde werden diesem Projekt nur zustimmen, wenn sie sich darin wiedererkennen können.”

My Take:

Leider zeigt sich mal wieder, wie wenig die Piraten sich thematisch mit dem Thema beschäftigt haben:

  1. Wer Dialogbereitschaft fordert, sollte selbst zum Dialog bereit sein. Ich kann dazu belegen, dass die Kieler Piratenfraktion auf Anfragen nach ihrem Konzept und zu ihrem angestrebten Bürgerbegehren nicht geantwortet haben.
  2. Die FDP und Piraten haben KEIN alternatives Modell vorgestellt, sondern haben lediglich einen der größten Stadtteile (die Wik) aus dem Konzept entfernt. Warum es für die Umlandgemeinden attraktiver werden soll, wenn die Bahn nicht in der Holtenauer Straße hält. Weder würden dann ihre Bewohner die vielleicht wichtigste Einkaufsszone Kiels erreichen, noch die Einwohner der Wik die Umlandgemeinden. Wieso die SRB durch diesen Verzicht attraktiver werden soll haben weder FDP noch Piraten bisher belegt. 
  3. Einerseits fordern sie eine Entscheidung des Bürgers. Zum anderen behaupten sie aber jetzt schon zu wissen, dass ein größeres SRB-Konzept keine Mehrheit finden wird. Auch das ist ein Widerspruch in sich. Zum einen hatten die Bürger gerade erst die Möglichkeit alle Parteien in Kiel und Umland abzustrafen, die für eine SRB sind. Das Gegenteil war aber der Fall. Die FDP und CDU haben z.B. nicht dazugewonnen. Ihre Fundamentalopposition wurde nicht belohnt.
  4. Bisher haben die Piraten ihre Unterschriften für ein Bürgerbegehren trotz Ankündigung nicht vorgelegt. Wenn die Mehrheit der Bürger wirklich gegen die SRB ist, sollte es ein leichtes sein, Unterschriften zu sammeln. Es wird wohl eher so sein, dass die Piraten nicht in der Lage waren, ausreichend Unterschriften zu sammeln. Ihre aktuellen Querschüsse sollen dann wohl auch eher darüber hinwegtäuschen, dass ihre SRB-Gegnerschaft keine große Mehrheiten bekommen wird.

Für Kiel ist die Entwicklung des Nahverkehrs eine Grundfrage. Natürlich erwarten sich da auch viele einen wirtschaftlichen Vorteil. Aber es geht um mehr: Das bisherige Busnetz ist an seine Grenzen gestoßen. Sicher kann man hier und da vieles optimieren. Aber wenn Kiel als Stadt weiter wächst werden die Anforderungen an de ÖPNV weiter wachsen. Dem ist dann bisher nur mit mehr Bussen und weiteren Baumaßnahmen zu begegnen. Interessant dazu auch ein Blick nach Hamburg, wo es eine vedrehte Welt gibt. Hier ein Zitat aus einem Interview zur Bürgerschaftswahl 2015 in Hamburg des CDU-Fraktionschefs Dietrich Wersich:

Hamburger Abendblatt: Die CDU ist für die Stadtbahn, die SPD dagegen. Soll die Wahl eine Abstimmung über die Stadtbahn werden?

Wersich: Bei der Wahl geht es natürlich um mehr, aber Lösungen für den wachsenden Verkehr sind eine zentrale Frage. Das Bussystem ist absolut an seinen Grenzen, alle Experten raten Hamburg dringend zu mehr schienengebundenen Verkehrsmitteln. Wir haben uns nach Lösungen in anderen europäischen Städten umgesehen, dort setzt man immer mehr auf moderne Stadtbahnen.

Ich bin der Überzeugung, dass man zwar ewig über das Thema SRB reden kann. Dadurch wird aber auch nichts gewonnen. Und man kann auch viel Geld ins Bussystem stecken, vielleicht auch eigene Trassen,…  Auf Jahrzehnte gesehen wird man ins Bussystem ein vielfaches dessen ausgeben müssen, als für eine Stadtregionalbahn. Zunächst einmal wird es aber eines größeren Kraftaktes bedürfen, die SRB aufs Gleis zu setzen.

Von den geplanten 382 Mio € würden Bund und Land zusammen laut (Sonderheft Gegenwind 2013: gw296-sonder-srb,PDF) rund 85% übernehmen. Es verblieben für die Kommunen also lediglich rund 60 Mio. Euro. Und nur ein Teil der Summe wäre das, worüber die Kieler eigentlich entscheiden müssten. Der Rest der Last wird dann auf viele Schultern verteilt.

Man muss dazu auch bedenken, dass die in Aussicht gestellten Mittel nicht für JEDEN Zweck zur Verfügung stehen. Also z.B. nicht für einen Ausbau des Bussystems. Ebenfalls laut dem o.g. Sonderheft würde die Gesamtsumme in einem Zeitraum bis 2045 ausgegeben. In dem Zeitraum wird auch viel Geld für alles mögliche ausgegeben, was die Kosten weiterhin relativiert.

Aufgrund der Inflation kann man aber auch sagen, dass jedes Jahr in dem gezögert wird, der Bau teurer wird. Kiel hat im Vergleich zu vielen Großstädten eine bemittleidenswerte ÖPNV-Infrastruktur. Aber das liegt dieses mal nicht an der KVG, auch wenn die sicher auch vieles besser machen könnte. Immer mehr junge Menschen, gerade aus Großstädten mit guter ÖPNV-Infrastruktur haben überhaupt keinen Führerschein mehr. Natürlich bleiben die nach ihrem Studium unwahrscheinlicher in Kiel, wenn neben einem eher mageren Kulturangebot auch die Fortbewegung extrem langsam ist. 

Kiel würde also vermutlich in den nächsten 5 Jahren wohl mehr für den Erhalt und Neubau von Schwimmbädern (alleine für das Zentralbad und Schilksee) ausgeben als bis 2045 für einen schienengebundenen Personennahverkehr.

Es ist auch mit Schuld der Befürworter, dass sie bislang zwar gerne die Gesamtsummen in den Raum geworfen haben. Die dann aber so erschreckend hoch sind im Vergleich zu manch anderen Summen, dass die Relation verloren geht. Man sollte eben für jede Kommune genau aufschlüsseln, was die SRB tatsächlich kostet und auch auf Lange Sicht daneben stellen, welche Kosten auf jeden Fall kommen, wenn man nicht in die Schiene investiert.

Um es noch mal zu verdeutlichen: In der Frage der SRB geht es NICHT darum, dass die Stadt Kiel in den nächsten Jahren 400 Millionen Euro aufbringen müsste. Sondern lediglich einen Teil der verbleibenden 15% der Gesamtsumme!

Und auch zu berücksichtigen: Die Angebote an Kiel und die Gemeinden gelten JETZT vor der nächsten Finanzkrise. In einigen Jahren müsste Kiel und die Umlandgemeinden vielleicht 100%  selbst aufbringen und zwar bei geringeren Gewerbesteuereinnahmen. Was bedeuten könnte, dass ein derartiges Projekt auf Jahrzehnte weiterhin unrealisierbar bleibt. Einen besseren Zeitpunkt als jetzt gibt es wohl tatsächlich nicht. Und so verstehe ich auch die Ansage von Verkehrsminister Meyer.

Ich warte immer noch auf ein echtes Gegenkonzept der SRB-Gegner. D.h. reale Zahlen, ein nachvollziehbares Konzept, was auch darlegt, warum es besser oder günstiger wäre, als eine SRB für ganz Kiel und die Region. Bisher hat es so etwas nicht gegeben trotz gegenteiliger Behauptungen. Und daher ist die Diskussion um Alternativen auch etwas absurd. Solange es keine alternativen Konzepte gibt, gibt es auch keine Alternative zur SRB.

Written by tlow

21. August 2014 at 07:23

Vorne Einsteigen

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Zum Bericht der KN, dass die „Schwarzfahrer“-Quote durch die Maßnahme gesenkt wurde, dass man seit einigen Monaten nur noch vorne einsteigen darf würde ich sagen:

Unbenannt

  1. Genau so wenig wie in Hamburg wird  auch in Kiel nicht nur vorne eingestiegen
  2. Sicher werden einige Leute jetzt Karten kaufen, die vorher keine gekauft haben
  3. Eine Aussage über die Quote kann aber nur gemacht werden, wenn die Zahl der unabhängigen Kontrollen gleich geblieben wäre. Ich gehe aber eher davon aus, dass diese entweder ganz entfallen sind oder drastisch reduziert wurden.?

Aus meiner Sicht macht sich die KVG da eher etwas vor, wenn sie glaubt irgend etwas geändert zu haben. Ich kann mir sogar vorstellen, dass jetzt mehr Leute schwarz fahren. Denn seit dieser Maßnahme bin ich selbst nicht mehr kontrolliert worden (vorher bestimmt alle 2 Monate ein mal). Der Anreiz keine Karte zu kaufen könnte also deutlich gestiegen sein, weil das Risiko erwischt zu werden sich deutlich verringert hat.

Es soll mir ja egal sein, aber man soll nicht so tun, als wenn hier eine Maßnahme erfolgreich gewesen wäre.

Written by tlow

27. September 2013 at 08:53

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Vergleich: KVG vs StattAuto vs Bahn

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Hier noch mal zwei Beispiele für Fahrten mit und ohne StattAuto Kiel von zwei Personen  aus der Realität:logo_stattauto

  1. Eine Fahrt mit dem KVG-Bus kostet in der Kernzone 2,40 €, bzw. 2,12 € (Mehrfahrtenkarte). Wenn man zu zweit unterwegs ist, fährt man ja von A nach B und wieder zurück von B nach A. Preislich kostet das dann also 9,60 € , bzw. 8,46 €. Bei einer Fahrt von zwei Stunden und bei 13 Kilometer (Hin- und Zurück) bei StattAuto 6,99 €. (2,61 bzw. 1,47 € gespart!)
  2. Eine Fahrt mit der Bahn nach Eckernförde kostet (Kleingruppenkarte) 27,50 €. Die gleiche Fahrt bei 68 Kilometern insgesamt und drei Stunden kostet bei StattAuto 21,64 €. (5,86 € gespart!)

Berechnet wurde das ganze mit dem Kostenrechner von StattAuto. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass der aktuelle Kilometerpreis sogar einen Cent billiger ist, als im Kostenrechner.

Interessant hierbei finde ich immer wieder, dass ja an sich Bus und Bahn so oder so die Strecken fahren. Das heißt ich als einzelner Fahrgast koste ja nichts. Im Gegensatz zu StattAuto, wo es einen realen Mehrverbrauch gibt. Wie kann es da sein, dass dennoch eine Fahrt günstiger ist? Noch anders sieht es dann ja auch, wenn man mit mehr als zwei Personen fährt. Zudem kann man die Zeitkosten bei StattAuto auch durch weitere Anteile senken. Bei einem Anteil der Standard ist, senkt sie sich bereits um 5 Prozent.

Bei der Fahrt nach Eckernförde gibt es allerdings auch die Möglichkeit mit dem Bus zu fahren. Das kostet dann lediglich 17,20 €. Die Fahrzeit beträgt dann allerdings auch 50 Minuten statt 26 Minuten. Das habe ich hier also unberücksichtigt gelassen.

Man sieht daran, dass manche Fahrt, die bei StattAuto als Einzelfahrt recht teuer erscheint auf einmal günstiger wird, wenn man nur eine weitere Person dabei hat.

Written by tlow

3. Juni 2013 at 09:54

Kommunalwahl Kiel 2013: Grundsätzliches zur Stadtregionalbahn #kwkiel #kmw13 #SRB

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Da die Stadtregionalbahn ein Wahlkampfthema ist, aber die Debatte recht wenig von Fakten geprägt ist, möchte ich das hier sozusagen stellvertretend für einen Teil der Befürworter*innen tun. Ich gehe dabei primär auf allgemeine Vorteilen schienengebundenen Schienennahverkehrs ein. Das Konzept, was in Kiel „Stadtregionalbahn“ heißt, wird übrigens auch als „Regionalstadtbahn“ oder „Tram-Train“ bezeichnet.

Stadtregionalbahn Kiel, Vision

Stadtregionalbahn Kiel, Vision

Lohnt es sich?

Grundsätzlich ist unstrittig, dass schienengebundene Systeme wie Straßenbahnen oder Regionalbahnen leistungsfähiger sind, als rein busgestützte Systeme. Leistungsfähiger heißt z.B.:

  • Sie können mehr Fahrgäste transportieren, weil jeder Zug mehr Sitzplätze bietet als ein Bus (eine Stadtregionalbahn mehr als Straßenbahnen). Am Ende der Kieler Straßenbahn erledigte die Linie 4 alleine 40% des Kieler ÖPNV!!
  • Sie sind schneller, weil sie eigene Fahrwege haben.

Gäbe es nur Vorteile, wäre die Einführung einer Stadtregionalbahn also gar keine Frage. Nun kommen wir aber zu den Nachteilen:

  • Die Fahrwege sind viel teurer als bei Bussen. D.h. es muss richtig investiert werden, bis eine Stadtregionalbahn fahren kann.

Die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) befördert jährliche rund 32 Millionen Fahrgäste. Das sind rund 88.000 Fahrgäste pro Tag.

Die Wikipedia sagt zu Straßenbahnen und deren Wirtschaftlichkeit:

Bei circa 30.000 bis 40.000 Fahrgästen je Tag ist die Grenze erreicht, bei der ein Schnellbahnbetrieb betriebswirtschaftlich sinnvoller ist.

Das Problem eines reinen Bussystems, bzw. in Kiel Bus/Schiffsverkehrs ist, wie man im Bereich IT gerne sagt, dass es „nicht skaliert“. D.h. es trifft irgend wann an Grenzen, z.B. weil die Busse nur begrenzte  So ein Gelenkbus hat z.B. 54 Sitzplätze und 108 Stehplätze. Also sagen wir 160-170. Ein Stadtbahnwagen in Karlsruhe hat z.B. 210 Steh-/Sitzplätze (95 Sitzplätze und 118 Stehplätze). Das sind mal eben 40 Plätze mehr. Wer die beengten Verhältnisse zu vielen Zeiten in Kiel kennt, wird verstehen, dass 40 mehr Plätze einen deutlichen Unterschied machen werden. Dazu kommt, dass die Stadtregionalbahn mit entsprechenden Bahnsteigen einen barrierefreien Ein-/Ausstieg möglich macht. Heute ist es so, dass für Rollstühle eine extra Rampe von Fahrgästen oder dem Busfahrer ausgeklappt werden muss. Für Kinderwägen, Fahrräder, Rollatoren, Gepäck, … bedeuten Stadtregionalbahnen eine erhebliche Erleichterung. Zudem wird der Umstieg ganz nebenbei sehr viel schneller laufen können als bisher.

Nicht vergessen sollten wir, dass Kiel an sich auch schon für eine Straßenbahn ausgelegt ist. Die Schienen wurden ja erst zug um zug entfernt. Viele Wege könnten wieder benutzt werden und es bestehen Vorerfahrungen mit Bahnen in Kiel.

Von den nötigen Investitionen werden immer sehr hohe Summen genannt, die aber auf viele Jahre gestreckt würden. Außerdem muss das Konzept nicht so umgesetzt werden, wie es bisher angedacht ist.

Ein Vorteil für Kiel wäre auch, dass Kiel sehr lange Strecken hat wegen der Förde. Busse brauchen sehr lange, um den Teich zu fahren. Dies würde den Verkehr entscheidend  beschleunigen und damit den ÖPNV deutlich attraktiver machen.

Ist eine Stadtregionalbahn  eine parteipolitische Frage?

Wenn man nach Kiel schaut scheinen Gräben parteipolitisch zu Verlaufen: SPD und GRÜNE dafür, CDU und FDP dagegen. Aber wie sieht es in anderen Städten aus?

  • In Heilbronn hört man vom Fraktionsvorsitzende der CDU z.B . „CDU-Fraktionschef Peter Hauk will mehr Stadtbahn„. Dort bilden SPD und CDU eine Mehrheit
  • Allerdings scheint die FDP mit einigen Ausnahmen, wo Straßenbahnen seit Jahren etabliert sind fast überall in der Republik aus Prinzip gegen die Einführung neuer Stadtbahnen zu sein (z.B. in Aachen). Ich vermute da mal eine kompromisslose Haltung pro Auto und kontra öffentlichem Verkehr, vielleicht weil gemeinsame Verkehr ihnen per se zu sozialistisch ist?

Was sind denn die Alternativen?

Die Frage nach dem PRO und CONTRA der Stadtregionalbahn verwischt die eigentliche Frage: Nämlich wie den zukünftige Verkehre abgewickelt werden sollten? Wir haben die letzten Jahrzehnten gesehen, wie wenig das Bussystem in der Lage war die Straßenbahn zu ersetzen. Die Behauptung das Elektrobusse bereits gute Alternativen wären ist Unsinn. Alleine schon deshalb, weil sie über keinen eigenen Fahrweg verfügen und eben auch nicht größer sind als Benzin-Busse.

Parteien, die grundsätzlich gegen schienengebundene Systeme argumentieren, haben meist keine echten Alternativen zu bieten. Man kann sich darüber unterhalten, ob das bisherige Konzept so jetzt umgesetzt wird, oder ob man nicht erst einmal kleiner Schritte unternimmt.

Was im übrigen die Querung des Kanals angeht, so steht eh eine neue Brücke an. Da könnte dann auch eine Trasse für eine Stadtregionalbahn nach Holtenau angelegt werden.

Wichtig wäre m.E., dass die Debatte mehr auf Fakten basiert und es weniger um Ideologie geht. gerade CDU und FDP müssten dazu endlich mal Alternativen vorschlagen, die auch gangbar sind. Offenbar fahren deren Vertreter nie Bus, sonst wüssten sie, dass diese teilweise gar nicht mehr benutzbar ist.

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