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Zeitarbeit bei der Stadt Kiel

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Logo ZeitarbeitAufgrund der Debatte, die in Hamburg zur Abschaffung von Zeitarbeit/Leiharbeit bei der Stadt geführt hat, habe ich die Stadt Kiel angeschrieben, wie es denn hier bei den eigenbetrieben damit aussieht. Die Antwort kam heute. Bevor ich da langwierig an einem Artikel schreibe, veröffentliche ich hier einfach die Daten für alle:

Seehafen GmbH & Co. KG: Setzt Zeitarbeiter ein zur Kompensation von krankheitsbedingten Ausfällen im technischen Bereich.

Müllverbrennung GmbH & Co. KG: Setzt Zeitarbeiter ein zur Vertretung von Langzeitkranken in allen Fachbereichen sowie zur Unterstützung von Großprojekten im technischen und kaufmännischen Bereich. Einsatz in Vollzeit oder auch Teilzeit, Dauer bis zu 1 Jahr. Derzeit sind 3
Arbeitsplätze durch Zeitarbeit besetzt.

Theater AöR: Im Dezember 2011 wurden 260,5 Stunden im Bereich Bühnentechnik und 8 Stunden im Bereich Orchesterwarte jeweils zum Stundensatz von 14,50 € netto über eine Zeitarbeitsfirma abgeleistet.

Im Jahre 2012 wurden bis einschließlich September 1246 Stunden im Bereich Bühnentechnik und 40 Stunden im Bereich Orchesterwarte zum Stundensatz von 14,50 € netto und ab April von 18,50 € netto über eine Zeitarbeitsfirma abgeleistet.

Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel: Setzt Zeitarbeiter ein, in den vergangenen 20 Monaten 1,7 Vollzeitäquivalente. Einsatz in der Werkstatt und der Abfallwirtschaft (als Werker) um Personalspitzen abzudecken.

Städtisches Krankenhaus Kiel: Nutzt Zeitarbeit vorwiegend zur Überbrückung von kurzfristig durch Erkrankung auftretenden personellen Engpässen. Betroffen sind vor allem die pflegerischen Bereiche der Geriatrie und der 1. Medizin. Inder Intensivpflege wird Zeitpersonal auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt, da es hier zunehmend schwieriger wird, entsprechend qualifiziertes Personal nachbesetzen zu können.

Keine Zeitarbeit gibt es derzeit bei: SFK, KVG, Horizon, Kieler Bäder, Kiel-Marketing, Kieler Woche Marketing, KiWi, Wissenschaftszentrum, ZTS, Projektgesellschaft Kiel-Gaarden und Stadtwerke.

Es wäre auch für Kiel erstrebenswert die Zeit/Leiharbeit abzuschaffen. Vielleicht kann dies ja, genau wie in Hamburg, erreicht werden?

Written by tlow

12. Oktober 2012 at 16:41

Bad Segeberg/Neumünster: Leiharbeitsfirma muss vollen Lohn zahlen

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Bei einem Gütetermin am 27.03.2012 vor dem Arbeitsgericht Neumünster (Aktenzeichen: 2 Ca 272 d/12) konnte sich ein Zeitarbeiter, der von der Gewerkschaft FAU Kiel unterstützt wurde, mit seiner Auffassung durchsetzen, dass ihm der volle Lohn noch zusteht. Die Firma S.H.R. Personalmanagement GmbH hatte lediglich einen Teil des Lohnes per Verrechnungsscheck und nach mehrmaliger Aufforderung ausgezahlt und war daraufhin der Meinung, es gebe keine weiteren Ansprüche mehr. Der Beklagte sagte nun doch zu, dass er dem Kläger die ausstehende Summe überweist.

Die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter-Union (FAU) ist eine anarchosyndikalistische Gewerkschaftsföderation, die für eine kämpferische Betriebsarbeit von unten eintritt. Die lokalen, basisdemokratischen Syndikate haben sich bundesweit in der FAU und international in der IAA (Internationale Arbeiterinnen- und Arbeiter-Assoziation) zusammengeschlossen. (aus Pressemitteilung der FAU Kiel)

Written by tlow

30. März 2012 at 07:08

Streiks im Druckbereich Norddeutschlands

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Zur Zeit streiken die Drucker im Norden:

Mit Aktionen unter dem Motto „Wir streiten für eine gute Zeitung!“ wandten sich Beschäftigte direkt an die Leser. Betroffen waren vor allem die Zeitungsverlage Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten, Ostsee-Zeitung Rostock, Bergedorfer Zeitung und Hamburger Morgenpost sowie Druckbetriebe mehrerer Konzerne wie Axel Springer und Prinovis in Ahrensburg und Itzehoe.

Schade, dass ver.di genau so wie der Madsack Gesamtbetriebsrat zuvor die Massenentlassung bei der KN und Tabel 2010 eher halherzig oder gar nicht versucht haben zu verhindern. Sie haben damit das Signal gesetzt, dass sie wenig Gegenwehr gegen weitere Maßnahmen zeugen werden.

Wie funktioniert Solidarität?

„In großer Zahl hätten sich Leiharbeiter mit den Streikenden solidarisiert, Redakteure und Drucker hätten zusammen mit Verlagsangestellten gestreikt und demonstriert.“

Offenbar sind Leiharbeiter solidarischer als die Kernbelegschaften mancher großer Tageszeitungen.

Weitere Berichte bei ver.di Bereich Medien, Hamburg

Written by tlow

16. Mai 2011 at 11:24

Kiel Madsack / KN – Unsoziale Arbeitsbedingungen in Kiel – Teil II

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Mehr zu den Verhältnissen in der KN nach Teil I. Was wird im Kieler Druckzentrum in Moorsee gedruckt?

Der Stundenlohn der Tabel-Arbeiter lag/liegt bei 6,14 € brutto! Zu den Arbeitsbedingungen möchte ich eine Aussage eines Betriebsratsmitglieds zitieren:

„Bevor wir den Betriebsrat hatten, kam es häufiger vor das die Leute Schichten von 16 oder 18 Stunden machen sollten und aber nach 10 Stunden nach Hause wollten. Da hat man diese Stundenzettel einfach weggenommen, verschlossen, und so konnte keiner mehr seinen Zeitnachweis aufschreiben. Wenn er nach Hause gegangen wäre, hätte er für Lau gearbeitet. Das kann sich keiner bei uns leisten.“

Es gab in der Vergangenheit mehrere Versuche einen Betriebsrat zu gründen, dazu wieder ein Zitat. Ein Kollege versuchte es: :

„„Du darfst es nicht weitererzählen, aber ich glaube du kannst da mithelfen, wir haben was in Gange und wir wollen jetzt einen Betriebsrat gründen. Mit ver.di ist alles abgeklärt, wir sind da in der Rechtsberatung“. 14 Tage war diese Person noch da, dann war sie weg. Hatte zwei Diskussionen in der Geschäftsleitung hinter sich und hat gesagt, es wird alles nichts. Auf einmal war sie weg. […] Dann gab es noch zwei Kollegen vorher, die haben es auch versucht. Der eine hat dann auf einmal „eine Zeitung geklaut“, wurde fristlos gekündigt. Der andere wurde ausgehungert (Kalte Kündigung), bis er sagte, okay – ich klage jetzt nochmal, das hat er getan und wurde mit einer miesen Abfindung abgespeist. […] Zwischendurch gibt es da immer mal wieder einen, der den Märtyrer spielen möchte und sagt „ich rette euch alle!“ Der geht dann los, hat auch meistens was im Kopf gehabt, und gesagt er kämpft jetzt für die Leute. Er hat dann gesagt, er schmeißt zur Not auch seinen Job ins Feuer, dafür das wir vielleicht auch was bewegt bekommen. Im Endeffekt hat das dann immer dazu geführt, dass diese Leute dann abgesägt wurden.

Was war passiert, was passierte in der KN? Was passierte bei ver.di? Bei ver.di lief nicht alles sauber. Es gibt und gab einen Betriebsratsvorsitzenden Richard Ernst, der gleichzeitig Vorsitzender des Fachbereichs Medien bei ver.di in Kiel war. Und immer wenn jemand zu ver.di gegangen ist um die Gründung eines Betriebsrates bei Tabel anzuregen wurde das zunächst gutgeheißen. Irgendwann drang es dann zu Richard Ernst durch, und danach erfuhr es die Geschäftsleitung mit den Informationen über die Personen, die dahinter standen. Und dann waren diese Leute immer schnell weg aus dem Betrieb. Zufall? Wie viele Zufälle kann es geben? In den letzten Jahren scheiterte eine ganze Reihe an Betriebsratsgründungen. Bei ver.di wurde daher Richard Ernst nicht mehr in verantwortliche Position beim Medienbereich wiedergewählt (siehe ver.di-Bericht). Im Betriebsrat der KN konnte er sich erstaunlicherweise wieder wählen lassen, weil die Unterstützung für Alternativkandidaten von einem Tag auf den anderen wegbrach und mit dieser zur Unperson gestempelt wurde. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Läuft da Bestechung? Ich denke nicht. Es ist eher eine Frage der Klasse. Es ist im Grunde genommen das Strickmuster von Agenda 2010: Es wird noch einmal unterteilt zwischen relativen Profiteuren einer Umgestaltung der Arbeitslandschaft und denen, die manche vor ein paar Jahren als „Die Überflüssigen“ bezeichneten.

Die großen Gewerkschaften kümmern sich um die Inhaber von Arbeitsplätzen, aber immer spezieller um diejenigen, die keine prekären Arbeitsbedingungen haben. Sie sind Interessenvertretung der übriggebliebenen Facharbeiter. Dabei sind sie sowohl bundesweit als auch lokal bis hin zur betrieblichen Ebene allzu oft bereit die Interessen der geringfügig Beschäftigten zu verkaufen. Und da passt dann auch eine gezielte Indiskretion ins Verhandlungskonzept. Eine Hand wäscht die andere. Dazu kommt sicher auch so etwas wie eine Kernkollegialität dazu zwischen alteingesessenen Arbeitern und der Bedrohung durch Billigarbeitskräfte. Ob das langfristig eine gute Strategie ist, sich zu entsolidarisieren und darauf zu hoffen, dass man als „Eigentümer“ eines relativ sicheren oder (noch) relativ gut bezahlten Arbeitsplatzes noch gut bei wegkommt, ist fraglich. Denn die Entsolidarisierung sorgt für eine Senkung des Lohnniveaus und der Arbeitsstandards. Dadurch werden für Unternehmen die Methoden des Lohndrückens, des Oursourcings und der Entlassung von Facharbeitern zugunsten von Ungelernten natürlich immer attraktiver.

Der Kern der Arbeiterbewegung und der gewerkschaftlichen Arbeit war die Solidarität über Grenzen hinweg – über Grenzen des Geschlechts, der Herkunft, der Einkommenskategorie oder des Bildungsniveaus. Seit vielen Jahren bewegen sic die etablierten Gewerkschaften mit Ausnahme der kleinen basisdemokratischen FAU oder der Wobblies auf dem Weg der Entsolidarisierung. Denen fällt ausser dem Schreien nach Mindestlohn nicht mehr viel ein. Und sie lassen damit ihre Leute im Stich. Wenn Gewerkschaften anfangen Betriebsratsbildungen zu sabotieren, so verraten sie ihre Aufgaben und werden so zu unternehmerfreundlichen Gelben Gewerkschaften. Niemand wird von DGB-Gewerkschaften Wunder erwarten können, aber dass sie ein Mindestmaß an Schutz bieten und sich für die Rechte ihrer Mitglieder einsetzen sollten eigentlich selbstverständlich sein.

Bedarf es da wirklich erst der Intervention von Parteien wie der Linken, wie in Kiel, wo Cornelia Möhring sich für die Unterstützung der Betriebsratsgründung stark gemacht hat? Muss eine Politikerin einer Gewerkschaft erzählen, was ihre Aufgabe ist? Das sollte nicht nötig sein. Arbeiterinnen haben eigene Organisationen gegründet, um von der Politik unabhängig ihre Interessen direkt zu vertreten. Man muss an dieser Stelle das Engagement der Linken loben sich hier für die Tabel-Leute einzusetzen, auch wenn der Betriebsrat jetzt nicht zu einer langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze führte.

Und was den KN-Betriebsrat angeht, so würde es Zeit, dass sie sich solidarisch erklären. Denn sonst sind ihre Arbeitsplätze schneller umgewandelt als sie denken können. Oder es wird auch mal an den Journalisten gespart. Es hieß einmal die KN bezahlt ihre Journalisten besser als irgendeine Tageszeitung in Deutschland. Ist dem noch so – oder wird an der einen Stelle gespart, wo an der anderen Stelle Geld ausgegeben wird? Meine Erwartung als KN-Leser wäre, dass eine Tageszeitung ethisch verantwortlicher handelt als irgendein Wirtschaftsunternehmen. Doch ich musste im Falle von der KN in Kiel lernen, dass das Gegenteil wohl wahrer ist. Und das geht wohl nur deshalb so durch, weil die KN hier ein defakto Monopol hat.

Man sollte daher als Leser Druck machen bei der KN – drohen das Abonnement zu kündigen (aber es noch nicht tun).

Die Tabel-Leute sollten wieder reguläre KN-Mitarbeiter werden dürfen und einen angemessenen Lohn erhalten! Und der liegt mit Sicherheit über 12 Euro und nicht bei 7 Euro!

Madsack / KN – Unsoziale Arbeitsbedingungen in Kiel – Teil I

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Vor einigen Tagen habe ich zusammen mit ein paar Leuten ein Interview mit Beschäftigten der TB Personaldienste GmbH /Tabel (bei der KN= Kieler Nachrichten). Das Bild, dass sich daraus ergab war erschreckend. Arbeitsbedingungen wie man sie sich eher in Indien oder China vorstellt:

  • Defakto keine Pausen
  • Keine Getränke am Arbeitsplatz
  • Beseitigung aller Sitzmöbel und Stehhilfen
  • uvm.

KN-LogoWeitere Details möchte ich in weiteren Artikel veröffentlichen. Nur soviel schon enmal vorab:

Herr Tabel hat einen Werkdienstleistingsvertrag mit der Kieler Nachrichten geschlossen. Daher sind die Mitarbeiter von TB formal ḱeine Leiharbeiter, eher schlimmer, denn sie können sich nicht auf einige gesetzliche Regulierungen berufen. Die Mitarbeiter sind mehr als bei Leiharbeitsfirmen Eigentum von Herrn Rüdiger Tabel.

Die Firma Mahnsen aus Kiel erledigt dabei schon heute die „Expedition“, d.h. die Logistik – auch hier herrschen unmögliche Arbeitsbedingungen. Es kam in den verschiedenen Bereichen bereits vielfach zu Arbeitsunfällen, da viele Sicherheits- und Arbeitsschutz-Standards nicht eingehalten werden.

Und der große Witz an der Sache ist:

  • Warum wird in der KN nicht drüber berichtet?
  • Dreimal dürft ihr raten – welche Zeitung schwärzt sich schon gerne selbst an – entweder zensieren sich die Journalisten selbst, oder die Chefredaktion sorgt für die Unterdrückung von Meinungen.

Wie zynisch, wenn Zeitungen, die zu den moralischen Instanzen mit Kontrollfunktion zählen sollten, selber zu Tätern werden im  Bereich der Mitarbeiterausbeutung!

Wer sich selber informieren will, trifft die Mitarbeiter der KN (defakto sind sie das, auch wenn die KN das gerne anders sehen will) am nächsten Samstag, de, 22. an ihrem Stand an Europaplatz, oder am selben Tag, 17:30 Uhr um Sub Rosa, Elisabethstraße 25, Kiel – Gaarden. [Einladung vom KrisenTreffen]

Update 27.5.: Ich hatte den Namen der Gruppe „Madsack“ leider falsch geschrieben und soeben korrigiert.

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