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D115 in Kiel: Zahlen unterhalb niedrigster Schätzung

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Im April hatte ich eine negative Schätzung abgegeben, dass wenn es in Kiel bei D115 so schlecht läuft wie in Magdeburg, wir mit nicht mehr als 1000 Anrufern pro Monat rechnen können.

Nun gab es eine erste Zwischenbilanz in der KN und meine Negativschätzung wurde noch um die Hälfte unterboten. Nur knapp 500 Anrufer soll es im Juni gegeben haben. Die Zielmarke liegt bei rund 12.600 Anrufen.

Geht die Entwicklung in Kiel so schleppend weiter, kostet das die Stadt pro AnruferIn 45 Euro!

Wenn man bedenkt wie in Kiel so oft der Rotstift bei sozialen Projekten angesetzt wird. Es bahnt sich in Kiel der nächste Reinfall des Duos Albig/Todeskino an. Wer ein wenig recherchiert hätte, hätte eben all diese Problematiken bei anderen Städten recherchieren können. Das gleiche galt und gilt natürlich für das überteuerte Zentral/freizeitbad oder damals für das Science Center und die Stadtregionalbahn. Eine weitere finanzielle Katastrophe wird man sich mit dem ÖPP-Projekt Regionales Bildungszentrum in Gaarden reinholen. Auch alles vorhersehbar. Aber die tollen Politiker in Kiel wissens ja immer VIEL besser als wir einfachen BürgerInnen.

Seufz. Naja, ist ja nicht ihr Geld, sondern unseres.

Update: n der Onlineumfrage der KN geben 83% der Leserinnen an, entweder diese Nummer die angewählt oder nie davon gehört zu habe.

D115 Probleme: Sinkende Quote in Magdeburg

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In Magdeburg sind es jetzt nicht mehr 8 Prozent, sondern nur noch 5 Prozent, die die 115 nutzen:

Dazu auch ein Video:

Mir kam da dann eine Idee. Wieviel würde die Stadt Kiel dann pro Anruf bezahlen, bei den geplanten Volumen. Die 151.000 Anrufer, die angegeben wurden sind wohl unrealistisch. Aber die Kosten von 134.500 werden vermutlich bleiben, unabhängig vom Volumen(?).

Magdeburg ist nur rund 8000 Einwohner kleiner als Kiel. Gehen wir also mal von einer vergleichbaren Anzahl an Anrufen aus, so würden wir pro Monat vielleicht auch 1000 Anrufe via 115 und im Jahr auf rund 12.000 Anrufe kommen statt auf 151.000. In Magdeburg müssten rund 20.000 Anrufe pro Monat 100 Prozent entsprechen – wären pro Jahr also rund 240.000 Anrufe. Damit geht die Stadt Kiel also davon aus, dass rund 70 Prozent der Anrufer die D115 nutzen werden. Selbst wenn Kiel so erfolgreich wäre wie Frankfurt a.M. käme man aber auf maximal 36.000 Anrufe. Woher also der Optimismus? Einfach nur um das Projekt besser vermarkten zu können?

Aber zurück zur Frage. Gehen wird davon aus, dass die Zahlen für 2011 (Betrieb ab Juni) die Hälfte der Kosten ausmacht. Denn Kiel wird ja den Service von Hamburg nutzen/mieten und nichts eigenes anlegen. Dann kämen wir auf 270.000 Euro in 2012. Bei rund 12.000 Anrufen pro Jahr würde die Stadt Kiel ergo jeder Anruf 22,50 Euro kosten. Dafür zahlt dann der Anrufer noch 7 ¢, wovon 3 ¢ an das D115-Netz gehen. Wow! Kiel muss in Geld schwimmen.

Das sind also wohlgemerkt keine reinen Zahlenspielereien, sondern sie basieren auf den Zahlen, die man aus den Erfahrungen anderer Städte machen kann. Machen wir mal eine andere Rechnung auf. Wie teuer wäre denn jeder Anruf, wenn wir einfach die Zahlen der Stadt Kiel nehmen? Also für 2011 135.000 Euro und 151.000 Anrufe. dann wären es immer noch 2011 rund 90 ¢ pro Anruf (bzw. 97 ¢ mit den Gebühren für die AnruferIn). Also sagen wir mal rund 1 Euro! Ich finde, dass selbst das eigentlich zu viel ist.

Written by tlow

19. April 2011 at 20:06

D115: Beispiel Magdeburg – bald auch in Kiel gleiche Probleme?

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In der „Volksstimme“ aus Magdeburg findet man heute einen Artikel zu deren D115-Erfahrung:

Im Januar kamen 8643 Anrufe, darunter 680 über 115. Das seien ca. 8 Prozent der Anrufe, und man bewege sich damit zwar im Durchschnitt aller Städte, die „D 115“ eingeführt haben, weiß Frank Ehlenberger. Die Zahl der Anrufer sei aber viel zu gering, schätzt er ein.

Written by tlow

8. Februar 2011 at 21:52

Veröffentlicht in Allgemein, EGovernment, Rathaus, Transparenz

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