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Kiel FAILING City: Alles auf Marketing gesetzt und doch verloren!

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Da waren sie traurig und wollten es nicht wahrhaben, als die FH Westküste ihre Studie vorstellte. Dies wird aus einem Artikel vom 15.07. der Kieler Nachrichten mit dem Titel „Kiel muss sich besser verkaufen“ deutlich.

Nun hat man seit Jahren alles auf „KIEL.SAILING CITY“ gesetzt. Den Kielern und Gästen wurden die Segel ständig um die Ohren gehauen. Wir sind maritim, wir sind maritim, wir sind maritim.  Und am Ende dieser grandiosen Werbekampagne kommt heraus, dass das alles nun doch nix genützt hat. Wir haben uns nicht genug angestrengt: Die Bundes-Rentner haben uns nicht lieb. Oh weih, gerade die finanzstarken Kaffeefahrer wollen nicht nach Kiel kommen. Brauchen wir Rentnersegeln? Mehr Seniorenbespaßung auch zur Kieler Woche?

Kiel muss sich einfach noch MEHR  (aus) verkaufen/prostituieren. Das Defizit wird zwar immer größer und die Ausgaben steigen – aber irgendwann werden wir schon belohnt, von Rentnern und Wirtschaft. Man muss nur feste dran glauben. Es lebe die Gentrifizierung!?

Karstadt-Filiale soll umgebaut werden.

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Was man bisher so liest über die Pläne von MATRIX klingt ja gar nicht mal so schlecht. Besonders gefällt mir „Man bekennt sich statt der „introvertierten“ Ausrichtung eines Shopping-Centers ausdrücklich zu neuer Offenheit hin zu Holstenstraße und zu Bootshafen.

Das heisst das Gebäude soll Teil seiner Umgebung werden. Der Trend zu Shoppingmalls hingegen versucht Öffentlichen Raum mehr und mehr nach innen zu verlagern. Öffentliche Plätze und öffentlicher Raum sind aber überlebenswichtig für das Funktionieren von Stadt. Städte sind in der Krise, weil Stadt nicht mehr so funktioniert wie früher.

Das hat viele Ursachen – ein Teil liegt daran, dass Stadtplanung oft unsesibel ist und sich oft nur an den Interessen von einzelnen Investoren ausgerichtet hat – oder sich nur an fixen Ideen orientiert.

Das anderen Problem liegt sicher auch darin, dass die Marktwirtschaft die Bedingungen diktiert unter der Wirtschaft gedeihen kann. Das heisst das z.B. Filialisten in der Kieler Innenstadt sich höhere Mieten leisten können und teilweise verluste hinnehmen während kleine Einzelhändler nicht mehr zum Zuge kommen – und daher die Innenstädte zunehmen anonymer werden. Günstige Lagen sind dann aber auch oft die unattraktiven Randlagen. Insofern bieten Krisenzeiten wie die aktuelle auch gerade die Chance wie beim alten Karstadt-Bau ein Gebäude neu zu definieren.

Die Kieler Innenstadt ist nicht schön. Wie in vielen Städten war man oftmals sehr verspielt und öffentliche Plätze gibt es eigentlich gar nicht mehr. Die Verhältnisse in einer Stadt lassen sich nicht in wenigen Jahren auf den Kopf stellen. Wichtig wären seitens der Stadt klare Zielvorstellungen anstatt nebulöser Marketingsprüche wie „KIEL Sailing City“. Stadtentwicklung findet heutzutage gar nicht mehr statt. Offenbar wird immer von einem Tag auf den nächsten entschieden – es ist kein roter Faden erkennbar – hoppla schnell ein Zentralbad – hoppla weg mit dem Flughafen – schnell dies verkauft schnell da investiert.

Ein Projekt wie bei Karstadt kann da noch gar nichts bewirken, schon gar keine Wunder. Man wird sehen was da wird – bisher bin ich aber von der planende Firma ausnahmsweise mal positiv überrascht.

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