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Bürgerinitiative gg. #FlughafenHoltenau gegründet

Es gab Zeiten in Kiel, da war der Flughafen Holtenau ein echtes Problem für Kiel und das Umland nördlich des Kanals. Es kam auch zur größten Demonstration nach dem Zweiten Weltkrieg, um den weiteren Ausbau zu blockieren. Letztlich wurde Holtenau nicht ausgebaut und es blieb ein bedeutungsloser Regionalflughafen. Und das ist gut so. Davon abgesehen gilt global gesehen Hamburg Fuhlsbüttel ebenso als unbedeutender Regionalflughafen.

Es gäbe heute also theoretisch viel Grund sich gegen Holtenau zu wenden, wenn denn der Flugbetrieb erheblich wäre und mit einer damit einhergehendenden  Lärmbelästigung. Das Gegenteil ist aber der Fall.

Trotzdem oder gerade deshalb hat sich eine Bürgerinitiative zum Abriss der Landebahn gegründet und ein Bürgerbegehren gestartet „WIR MACHEN STADT„.

Ich möchte hier auf deren 10 öffentliche Gründe eingehen:

10. Zu den Organ-Transporten für die Transplantationsmedizin des UKSH gibt es Alternativen

Das mag sein. Aber es ist irgendwie seltsam, wenn man gegen einen Flughafen damit argumentiert, dass es in kleineren Orten ja auch Flughäfen gibt. Hohn hat gerade einmal knapp über 2000 Einwohner. Für die soll dann der Flughafen erhalten werden? Manche Hohner Bürger wollen das ganz und gar nicht, aber wir in Kiel wollen es ihnen zumuten? Auf der anderen Seite ist auch eine Schließung von Hohn nach 2021 in Aussicht. Also auch keine Perspektive. Ähnlich die Alternative Lübeck-Blankensee: Gerade darüber gab es in Lübeck auch viel Streit. Sollen wir also als Kieler den Lübeckern mehr Verkehr aufzwingen, oder kommt hier doch auch noch das Aus nach dem Weggang von Ryanair?

Unter dem Strich: Die Stadt muss selber entscheiden, was ihr wichtig ist. Ein Verweis auf andere Orte und Flughäfen macht wenig Sinn, da an jedem Standort auch Menschen leben und es auch dort gute Gründe geben kann, einen Flughafen zu schließen. Vielleicht oft mehr als bei einer Landeshauptstadt und ohne nötige Organtransporte.

Die Schaffung eines neuen Stadtteils: Die Lehren aus der Vergangenheit zeigen, dass neue Stadtteile aus der Retorte nach planerischen  Idealen selten funktionieren. Es handelt sich hierbei um eine „Neubau-Gentrifizierung“. Siehe auch Beispiele wie Mettenhof oder Kai City.   Mettenhof hat sich ja mittlerweile einiger maßen normalisiert. Aber neue Stadtteile vom Reißbrett können nie die Qualität bekommen, wie gewachsene Stadtteile.

Für Holtenau stellen große Flächen an Neubaugebieten auch eine Bedrohung dar für das bisherige Mietniveau. Denn bereits Neubauflächen am MFG5-Quartier würden viel Grün zerstören. Zusammen mit der Neugestaltung würde wohl noch mehr Grün zerstört.

Plan

Nach bisherigen Plänen wird es z.B, bei SO4 bereits zu Abholzungen für Wohnbebauung kommen.

Manche denken eben, dass eine reine Beendigung des Flugbetriebs von Holtenau schon eine ökologische Maßnahme wäre. Aber neues Gewerbe und Wohnen bedeutet auch Erschließungskosten und entsprechende bauliche Maßnahmen. Ohne einen massiven  Eingriff in die Ökologie und den Wasserhaushalt ist das gar nicht möglich. Eine Umwandlung des Flughafens Holtenau würde somit große Umweltschäden nach sich ziehen. Denn bei einer reinen Schließung des Betriebes und dem Entstehen einer reinen Brachfläche wird es nicht bleiben.

 Weiteres Argument der Schließungs-Befürworter:
Auf dem Verkehrslandeplatz könnten 40 ha Gewerbefläche mit 2.600 neuen Arbeitsplätzen entstehen.
Aber „Könnten“ heisst nicht „Werden“. Und: Auch Gewerbeflächen stellen eine Belastung dar und führen nicht immer zu Mehreinnahmen im kommunalen Haushalt. Zuerst stehen hohe Investitionen. Und die werden wit höher sein, als die von „Wir Machen Stadt“ kritisierten 5,5 Mio. Euro für die anstehenden Sanierungskosten.
„Zwei- bis vierstöckige Häuser mit viel Grün in verkehrsberuhigter Lage könnten
den Landeplatz in ein attraktives Angebot besonders für Familien mit
Kindern, Studierende und alle, die neu nach Kiel kommen, verwandeln.“

„Grün“ bedeutet hierbei nicht der Erhalt von Grün, sondern keine dichte Blockbebauung, wie bei einer klassischen Stadtsttuktur, sondern mehr Flächenverbrauch. Eine ähnliche Denke wie beim Bau von Mettenhof, sprich: „Viel Grün = besseres Wohnen“.

Der ganze Text der neuen Bürgerinitiative atmet auch die Sichtweise der Immobilienwirtschaft. Nimmt man die Tatsache heraus, dass der Flughafen geopfert würde, wären IHK und Haus & Grund sicher generell auch Feuer & Flamme. Bei der Suche nach guten Gründen sollte man aber schon aufpassen in welches Horn man da bläst.

Aus meiner Sicht stellt die Initiative eine große Bedrohung für die soziale Zukunft und die Umwelt in Holtenau dar. Natürlich muss dort etwas passieren und gewisse ökologische Schäden sind nie auszuschließen. Aber es ist schon die Frage, ob man von einer vorsichtigen Entwicklung ausgeht, oder von Großprojekten spricht.

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Written by tlow

9. September 2017 at 06:39

Kommunalwahl Kiel 2013: „Plötzlich“ GRÜNE gegen Flughafen? #kmw13 #kwkiel

with one comment

English: panorama of airport in Kiel-Holtenau ...

Panorama-Aufnahme des Flughafens Kiel-Holtenau (Photo credit: Wikipedia)

Es ist offenbar Wahlkampf. Nicht anders erklären kann ich mir sonst die Aufregung über den neuerlichen Beschluss der GRÜNEN den Flughafen Holtenau aufzugeben und dort eine Nachnutzung als Wohngebiet anzustreben. Auch wenn ich da nicht der Meinung bin, dass das so eine Super-Idee ist, denn ich gehe davon aus, dass eine Erschließung des Gebietes teurer werden wird, als die derzeitigen Subventionen. Man muss dann auch die verschiedenen indirekten Einnahmen durch den Holtenau wegrechnen. Angeblich ja auch möglicherweise den Weggang des Transplantationszentrums in Kiel (Nein, geht nicht alles per Hubschrauber). Es ist jedenfalls nicht so, dass man sagen kann: Flughafen zu, also keine Kosten mehr. Genau so wenig ei bei der Lessinghalle, die nach der Schließung sicher bisher jährlich auch einiges gekostet hat in der Zwischennutzung.

Nun noch mal zu den GRÜNEN: Denen kann man ja vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie plötzlich etwas gegen Holtenau hätten. So lange ich die Kieler Kommunalpolitik verfolge sind die Kieler GRÜNEN gegen den Flughafen. Und es ist doch genau richtig, dass sie VOR der Wahl sagen, was sie wollen. Es wäre im Gegenteil unehrlich, wenn sie an diesem Punkt herumlavieren, nur um eventuell Stimmen von Flughafenbefürwortern zu kassieren?

Was Holtenau anbelangt so wäre da doch wirklich mal angesagt herauszufinden, was die Anwohner dort eigentlich wollen? Wenn die keinen Flughafen mehr wolle – so be it? Es geht hier schließlich um Entscheidungen, die das Viertel in den kommenden Jahrzehnten stark beeinflussen werden. Es gab zwar Bürgerbeteiligungen zu MFG5 im Rahmen des Förderahmenplans, aber eben nicht etwas, was man als Zukunftssuche für Holtenau bezeichnen könnte. Oder von mir aus lasst uns auch nen kielweiten Bürgerentscheid zum Flughafen machen?

frank_hornschu

Frank Hornschu – SPD & DGB Funktionär

In der KN wird Frank Hornschu vom DGB zitiert. Zufällig ist der auch SPD-Ortsvorsitzender der SPD in Russee.  Über 40 Arbeitplätze würden aufs  Spiel gesetzt. Mag sein, nur fragt man sich, wo die SPD und der DGB waren als die Arbeitsplätze der Telefonauskunft in Kiel im D115-Projekt nach Hamburg verlagert wurden. Immerhin 10 Arbeitsplätze wurden vernichtet.

Arbeitslose sind eine beliebige Verschiebemasse in politischen Diskussionen. Mal sind sie das Argument schlechthin gegen eine Massnahme, mal zählen sie nicht. Je nach dem wie es gerade passt.

Es ist ja durchaus richtig den Flugverkehr kritisch zu sehen. Die Frage ist aber, ob es im Falle von Kiel richtig ist, dass eine Landeshauptstadt gar keinen Flughafen mehr haben soll, im Gegensatz zu manchem Dorf mit 100 Einwohner*innen? Von mir aus kann man den ja gerne schrumpfen, aber einfach abschaffen ohne das man weiss, was die Zukunft bringt? Ich denke ein Flughafen ist halt eine Infrastruktur wie ein Hafen, wie Strassen, wie Schienen, Entwässerung, Stromversorgung, Fernwärme,… Das die GRÜNEN argumentieren, 2009 wäre der Verkehr ja noch mehr gewesen verwundert allerdings, waren sie doch bereits 2009 mit mehr Flugverkehr gegen den Erhalt. Ich finds eigentlich gut, wenn der Flughafen wenig Verkehr hat:  Das ist doch dann wirklich ökologisch? Ich denke bei der Idee des Airparks gehts ja gerade drum, dass in Holtenau nicht alles vom Flugverkehr abhängt. Vielleicht gibts irgendwann wirklich keine Flugzeuge mehr, oder das Gegenteil – Flugzeuge fliegen autonom und werden für jeden erschwinglich. Sollte Flugverkehr irgendwann wieder populär werden müssten die Stadt Kiel nämlich wieder bei null anfangen und ein weiteres Kleingartengebiet platt machen für eine Neuansiedlung. Damit haben die GRÜNEN natürlich kein Problem.

Update:
die GRÜNEN 2010 Zum Flughafen:

Flughafendebatte geht weiter

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Nachdem die geschätzten Aufwertungs- und Sanierungskosten in Lübeck in schwindelerregende Höhe steigen und selbst Flughafenbefürworter darüber empört sind wie unzuverlässig die Zahlen zuvor waren, ist man in Kiel noch weiter uneins. Teile der Kieler Wirtschaft und der DGB haben nun  gemeinsames darauf hingewiesen, dass die Schließungskosten von Holtenau bei mindestens 10 Millionen liegen würden. Und, Zitat: „bislang nicht dargestellt seien die Kosten eines möglichen Ankaufes des Bundes-Geländes durch die Stadt, die Sanierung der Altlasten und die Erschließung für eine (noch offene) Nachnutzung.“

Wie auch immer man dazu stehen mag: Man kann meines Erachtens eigentlich nur pro und kontra Holtenau entscheiden, wenn man auch klare Alternativen auf dem Tisch hat und Kosten, Lärm, Nutzung vergleichen kann. Gefragt sind daher interessante Alternativkonzepte, die über die Schaffung eines weiteren Gewerbegebietes hinaus gehen. Da hört man allerdings wenig. Lediglich für das MFG5 gibt es bereits 12 Varianten einer möglichen Nachnutzung. Eigentlich brauchte es etwas ähnliches auch fürs jetzige Flughafengelände: Eine Kosten/Nutzen-Rechnung und eine Risikenanalyse für die Zukunft. Natürlich soll das Gelände optimal genutzt werden.

Written by tlow

17. März 2010 at 17:05

Zu den Schließungsplänen in Holtenau

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Die Kieler Nachrichten dokumentiert es in der  Samstagsausgabe in zwei Artikeln: Was wird nun aus dem Kieler Flughafen?
und Flughafen Holtenau im Abwind. Man will den Flughafen schließen, weil:

  • Das Marinefliegergeschwader 5 aus Holtenau verschwindet
  • Das Land Schleswig-Holstein seine 55%iger Beteiligung an Holtenau abstoßen will.
  • Man sich eine große Fläche für Gewerbeansiedlungen erhofft.

Ich finde diese Haltung etwas bedenklich. Noch vor knapp einem Jahr war die Diskussion gerade einmal so weit, dass man vorerst vom Ausbau von Holtenau abließ. Damals wollte man sich mitten hineinstürzen in die Regionalflughafenkonkurrenz.

Die Situation heute ist vollkommen anders: Der größte Konkurrent. Deutschlands fünftgrößte Regionalflughafen in Lübeck soll schließen. Die CDU und FDP in Lübeck versuchen dies noch mit einem Bürgerbegehren zu stoppen. Aber die Chancen stehen schlecht. Im Jahreswechsel 10.000 Lübecker zur Unterschrift zu bewegen dürfte nicht einfach sein, wenn nicht sogar unmöglich.

Die wirtschaftliche Situation von Holtenau muss insofern neu berechnet werden für diesen Fall. Eine Landeshauptstadt, eien Großstadt darf doch ruhig einen Flughafen haben, oder? 1,3 Millionen Zuschuss bekam er bisher. Wenn man sich dazu die 144 Millionen für die A20 anschaut, fragt man sich, warum man nun gerade jetzt bei Holtenau sparen will?

Vielleicht braucht man wirklich keinen Flughafen – aber ich frage mich, warum es so mühsam war gegen den Ausbau zu diskutieren, als Kiel bereits gegen Lübeck keine Chance mehr hatte. Und warum nun, wo Lübeck verschwindet plötzlich Holtenau ganz aufgegeben werden soll.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Kommunalpolitiker bei den Gewerbeflächen wieder einmal das Blitzen in den Augen bekommen. Ich denke man sollte das Ganze noch einmal verkehrspolitisch für Kiel und Schleswig-Holstein durchdenken. Soll es in Schelswig-Holstein wirklich keine zivilen Flughäfen mehr geben? Weil wenn so etwas für Kiel zu teuer ist, dann erst recht für alle kleineren Gemeinden.

Ich denke das jetzt auch Argumente der Ausbau-Befürworter von damals heute noch zumindest für den Erhalt zählen sollten? Auch wenn ich selbst mich zu den Ausbau-Gegnern zähle und nie geflogen bin, so erscheint mir die derzeitige Diskussion doch etwas widersinnig. Insbesondere das in Kiel das Aus für Lübeck gar keine Rolle zu spielen scheint – genau so wie damals die Existenz. Es wird aber Zeit, Dinge mal im Zusammenhang zu betrachten.

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