KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel & Schleswig-Holstein seit 2009

Posts Tagged ‘Plakate

#Möbelkraft will Stadt mit Werbung zupflastern

with 9 comments

Wie die SHZ berichtet will Möbel Kraft es nicht alleine der freien Meinung der Bürger überlassen, was beim Bürgerentscheid herauskommt. Der Möbelkonzern hat angedroht Kiel mit Propaganda für die eigene Ansiedlung zuzupflastern und damit in die Stadtpolitik mit Geld einzugreifen. Offenbar befürchtet man sonst den Kürzeren zu ziehen.

Zitat aus der SHZ:

In weniger als vier Wochen dürfen fast 200.000 Kieler abstimmen: Soll Möbel Kraft kommen – oder nicht? Die Stadtverwaltung steht mit ihrer Informationskampagne pro Möbel Kraft in den Startlöchern, auch die Gegner kämpfen. Nun geht Gunnar George in die Offensive – mit einer Werbekampagne, die nach eigener Aussage etwa 100.000 Euro kosten wird.

Geworben wird zynisch mit:  „Grüner Daumen hoch“ (Kein Scherz!). Diese Werbekampagne beweist, dass die Versprechungen von Möbel Kraft nicht wirklich überzeugen können. Hier geht es um massive Wettbewerbsinteressen und Kiel und seine Grünflächen nur Spielball eben dieser.

Wenn ihr diese Plakate von Möbel Kraft seht, bitte verlinkt doch Fotos hier. Auch wenn diese nachbearbeitet oder zerstört sein sollten. Und besonders wenn diese illegal hängen, darf man da gerne auch mal einen Hinweis an die Stadt geben, damit diese entfernt werden.

Die Kieler*innen haben nun die Chance zu zeigen, ob sie sich dem Willen eines Großkonzerns beugen, sondern ihre eigenen Vorstellungen von GRÜN umsetzen wollen. Möbel Kraft hält die Bürger*innen für dämlich. Zu der nicht vorhandenen Zusage der 300 Arbeitsplätze sagte Gunnar George der SHZ „Wir haben die in einem Brief an die Stadt bestätigt“. Da ziehe ich doch mit: „Ich beabsichtige auch 300 Arbeitsplätze am Westring zu schaffen, wenn Möbel Kraft nicht gebaut wird“. Wer noch? Mein Vorschlag: Verkündet doch auch eure unverbindliche Absicht. Je mehr, desto besser!

Written by tlow

1. März 2014 at 07:27

Kommunalwahl Kiel 2013: Wahlkampf, muss das sein? #kwkiel #kmw13

leave a comment »

Im Endspurt des Wahlkampfs noch mal eine theoretische Überlegungen zu „Wahlkampf“ anhand pratkischer Beispiele. Der letzte Tropfen zu diesem Artikel kam durch diesen Tweet:

Mit diesem Bild und drunterstehenden Kommentar:

Foto KIDS SPD

Benjamin Raschke
Gestern, heut und morgen sind wir mit einem SPD-Stand am KIDS-Festival beteiligt … mit einem Glücksrad, Schminken, Häuserbauen und einer Hüpfburg. Und die anderen Stände lohnen sich natürlich auch

Keine fünf Minuten vorher laß ich diesen Tweet:

Kinder und Wahlkampf

Aus den USA ein Beispiel wie toll Kinder Wahlkampf finden:

Es ist ja ein bekanntes Bild – Politiker, die sich mit Kindern fotografieren lassen. Und Kinder lieben Windmühlen und Fähnchen. Ist das eigentlich fair und moralisch? Ist es besser als Werbung von Süßigkeiten, die auf kindliche Wahrnehmung abzielt? Es ist so normal, aber irgendwie doch auch schräg, oder?

Wir alle wissen, dass es hierbei nicht um eine Argumentation mit Fakten geht. Hier werden Eltern über die Kinder angesprochen und zum anderen die Kinder vor ihrer Entscheidungsfähigkeit und weit bevor sie wählen dürfen durch bunte Farben und Spielsachen.

Plakate, Plakate, Plakate

Die andere Sache sind Wahlplakate. Eine verdammt teure Angelegenheit. Überall grinsen sie uns von Masten und Mittelinseln entgegen. man weiß schon gar nicht mehr wo man hinschauen soll. Sogar in meinem eigenen Haus wurde ich davon sogar belästigt. Da wird wahnsinnig viel Geld verschwendet für Inhalte wie „Butter bei die Fische“ oder „Entschlossen. Vernünftig. Klar.“ oder „Gemeinsam,. Sozial. Handeln“ oder „Mobil sein“.

 

uvm…

 

 

 

Written by tlow

19. Mai 2013 at 18:22

Wahlen in Kiel – Was ist zu erwarten?

leave a comment »

Letzten Monat, vor ca. drei Wochen, hatte ich eine Umfrage gestartet zur OB -Wahl (wird heute beendet) und zur Kommunalwahl 2013. Das wichtigste Ergebnis ist, das es nur eine geringe Beteiligung (36 Stimmen) an der Abstimmung gab. Ich ziehe daher noch die Wahlbörse der Kieler Nachrichten (519 Stimmen) hinzu. Übereinstimmendes Ergebnis scheint dabei zu sein:

  • Ein leichter Vorteil für Meyer vor Gaschke
  • Tietze vermutlich sicher auf dem dritten Platz

Die beiden Kandidaten der 99 Prozent (Barg, Cravan) holen dabei vermutlich bestenfalls zusammen 1 Prozent. Cravan und Barg haben dabei ein grundsätzliches Problem: Denn generell ist Basisdemokratie unvereinbar mit StellvertreterInnenpolitik, bzw,. repräsentativer Demokratie. Es KANN gar keinen Kandidaten zur Wahl der Oberbürgermeisterin von Occupy Kiel geben, sofern Occupy Kiel das Wesen von Occupy verstanden hätte. Insbesondere die Rolle des Oberbürgermeisters (zu viel Macht) ist sogar bedenklicher als die Wahl der Ratsversammlung.

Eine der wesentlichen Punkte von Occupy weltweit ist, dass es die Vertretung durch PolitkerInnen ablehnte. Politik selber machen. DIY – Do It Yourself statt „Bürgerbeteiligung“ oder „Mitbestimmung“.

Ich habe ja immer gedacht, dass mit der OB-Kandidatur der beiden wäre ein guter Witz. Warum soll sich nicht jeder an den Wahlen beteiligen und sie dazu nutzen eigene Themen zu kommunizieren. Als dann aber massenweise Plakate für Cravan gedruckt wurden, habe ichs kapiert: Hier wird genau so wie bei den großen Parteien Geld für bunte Bildchen zum Fenster rausgeworfen:

Cravan

Da passt was nicht zusammen: Kein Oberbürgermeister, keine Oberbürgermeisterin kann als Vertreter der BürgerInnen akzeptiert werden, wenn man Basisdemokratie oder Direkte Demokratie ernst meint. Wahlen können dann nur benutzt werden, um die Absurdität des Schauspiels deutlich zu machen. Genau das Gegenteil scheinen aber Barg und Cravan zu machen: Die legitimieren die OB-Wahlen dadurch, dass sie so tun, als wenn sie Alternativen darstellen würden. Wo, frage ich, sind hier aber auch die 99 Prozent, die Occupy angeblich vertritt? „So nicht“ werden wohl die Mehrheit der KielerInnen sagen.

Stattdessen müsste man sich dafür einsetzen, dass die BürgerInnen vermehrt selber Politik machen, also selber Entscheidungen treffen. Bürgerbeteiligung und Bürgerhaushalte sind dabei immer nur eine Show, die darüber hinwegtäuscht, wer eigentlich die Entscheidungen trifft.  Und schon gar nicht geht es darum eine Bürgerin über alle und die Ratsversammlung hinaus zu heben und eine Macht zu verleihen. S.a. „Für Cravan soll Occupy weiter gehen„.

Ich vermute, dass Gert Meyer als Sieger aus der OB-Wahl hervorgehen wird, da Tietze und die beiden unabhängigen Kandidaten eher auf Kosten der SPD-Kandidaten Gaschke auf Stimmenfang gehen. Der Rest, die Desillusionierten werden mit oder ohne Cravan, zu hause bleiben.

Written by tlow

19. Oktober 2012 at 17:32

%d Bloggern gefällt das: