KielKontrovers

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Posts Tagged ‘Rassismus

Der kleine und der große #Rassismus #IchBinKeinVirus

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Wie entsteht eigentlich Rassismus und warum muss man sich damit weltweit herumschlagen? Dieser Text ist nicht wissenschaftlich, sondern nur auf meinem persönlichen Mist gewachsen. Insofern kann es gut sein, dass ich Begriffe zu unscharf verwende. In Deutschland ist das meist verbreite Verständnis, dass es eigentlich nur ein Problem von Nazis und „echten“ Rassisten ist. Aber das greift zu kurz:

  1. Jeder Nazi war mal klein und vermutlich war er/sie nicht einfach nur ein „kleiner Nazi“, sondern wahrscheinlich ein ganz normales Kind. Also genau so wenig wie Menschen mit einer bestimmten Herkunft bestimmte Eigenschaften haben, genau so wenig wird man als Rassist geboren, sondern man wird erst zum Rassisten
  2. Es gibt einen riesigen Graubereich. Die meisten Menschen sind keine „waschechten“ Nazis, sondern einfach nur Kinder ihrer Kultur, bzw. irgend wann u.a. Eltern oder Lehrer*innen unserer Kultur. Damit werden dann Rassismen weiter gereicht. So wie Krankheiten. Z.B. wie man Begriffe verwendet, oder mit welcher Haltung man Menschen begegnet.
  3. Nicht alles was falsch ist, ist Rassismus. Es gibt auch Sexismus, Klassismus, Versklavung, Menschenhandel, Machtmissbrauch, Kapitalismus. Und das sind alles Dinge, die auf verschiedenen Ebenen sich durchaus auch mit Rassismus vermischen. Die Muster sind ähnlich. Unter dem Strich nutzt irgend jemand seine Position aus, um jemand anderen abzuwerten, zu beleidigen, auszunutzen,…. im Wesentlichen: Hierarchie und keine Begegnung auf Augenhöhe!

Wir erleben ja gerade besonders viel Rassismus gegenüber Mnschen aus Asien in Deutschland, nur weil ein Virus zufällig seinen Ursprung in China hatte. S.a. „Ich bin Kein Virus“ Und diesen Leserinbrief . Wobei wichtig ist zu erkennen, dass nicht etwa der Virus die Ursache für Rassismus ist. Er dient lediglich dazu sich rassistisch zu verhalten. Rassismus braucht keine rationale Begründung, Rassismus ist IMMER irrational. Auch wenn es immer wieder Bemühungen gibt, die Wissenschaft heranzuziehen, um eine Bestätigung für rassistische Überzeugungen zu bekommen. In Deutschland z.B. durch Leute wie Thilo Sarrazin.

Auf der anderen Seite würde ich behaupten, dass es für die meisten nahezu unmöglich ist, sich so zu verhalten oder zu sprechen, ohne das Vorurteile einen Effekt haben. Mit Sicherheit auch mein Text hier. Es geht aber gar nicht darum perfekt zu sein. Es geht eher darum sich über diese Dinge bewusst zu werden. Und die schlimmsten Verfehlungen zu vermeiden.

Am schwierigsten erkennbar sind m.E. Sachen, die etwas mit Verhalten und Raum zu tun haben. Viel schwieriger als einfach bestimmte Worte und Labels zu vermeiden. Mein Fahrlehrer sagte mir früher, wenn ich unsicher bin, soll ich einfach noch langsamer fahren, das würde niemandem schaden. Das ist z.B. auch eine gute Maßnahme: Einfach mal langsamer Reden und weniger vorpreschen, sondern mal sich selber beim Sprechen beobachten. Was sagt man, wie redet man? Und einfach mal irgend etwas aus- oder weglassen, wenn man sich unsicher ist, wie man es ausdrückt.

Ähnlich mit Verhalten und Bewegen: Wie raumgreifend verhält man sich, wie selbstverständlich nimmt man Raum ein und besetzt Raum? Für manche mag das paranoid klingen. Aber mein Vorschlag wäre, das halt nur ab und zu mal zu tun, das sich selber zu beobachten, sich selber zuzuhören und öfter mal aus anderen Blickwinkeln. Wie lustig finden es Deine Freunde aus anderen Ländern, wenn Du fremde Akzente nachmachst? Und: Willst Du Deine Freunde verletzen? Nein? Dann vielleicht mal einen Gang runterschalten? Es gelingt Dir nicht immer? Darum gehts auch nicht. Es ist ein Lernprozess, den man selber steuern kann. Und für jeden ist es anders.

Manchmal ist es ja auch einfach nur wichtig, Du selbst zu sein und nicht ständig nachzudenken. Auf jeden Fall! Aber wenn Du dann der einzige bist, der Spaß hat auf Kosten anderer, kann das ja nicht auch das Ziel sein?

Ich denke nicht-rassistisch zu sein erfordert genau so zu lernen wie Sprachen lernen oder andere Fähigkeiten einen Lernprozess erfordern. Diese Sichtweise macht es vielleicht auch einfacher auch mit sich selbst tolerant umzugehen. Das Wichtigste ist die richtige Einstellung zu bekommen. Ab dem Zeitpunkt ergibt sich Vieles von selbst. Und es geht auch darum manches zu „Verlernen“ oder falsche Lehren, die man eingetrichtert bekommt hat zu vergessen.

Letztlich ist damit das Ziel, selbst ein freierer Mensch zu werden, der nicht einfach gelernte Rassismen unbewusst repliziert, sondern mehr und mehr ohne diese klar kommt. Das Traurige ist allerdings, dass es wahrscheinlich eher Generationen braucht, sich davon zu lösen. D.h. im eigenen Leben wird man es wohl kaum schaffen alle diese negativen Einflüsse loszuwerden. Aber Eltern und Lehrer*innen z.B. könnten es schaffen, viel weniger davon weiter zu geben! Sie haben auch eine besondere Verantwortung.

Das klingt jetzt vielleicht zu pessimistisch. Aber ich will ja gerade sagen: Es lohnt sich damit anzufangen. Und der erste Schritt ist einfach mal davon auszugehen, dass man da einiges zu Lernen und Aufzuräumen hat. Also nicht mit dem Suchen anfangen, sondern einfach mal davon ausgehen: Man hat auch seine Rassismen und erst dann mal sich beobachten und sich zuhören. Mal nachdenken, wie das gesehen und verstanden werden kann.

Ich finde das ganze eigentlich so wichtig, dass dieses Thema in der Schule ein eigenes Fach verdienen würde. Oder was weiß ich: Kurse am der Volkshochschule, whatever. Viel wichtiger als Sprachkurse oder anderes.

Was denkt ihr? Liest sich das zu kryptisch?

Written by tlow

15. Februar 2020 at 23:41

Veröffentlicht in Gleichstellung, Grundrechte

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Leser_innenbrief an den SPIEGEL zum Cover 01/02/2020: „#MadeInChina“

Ich habe hier einen Leser_innenbrief einer Kieler Studentin aus China. Als Gästin-Beitrag zu dem, was in China, der Welt aber auch in Deutschland und Kiel heute passiert.

Der SPIEGEL-Titel vom 01.02.2020
Sehr geehrtes Spiegel-Magazin,
 
hallo, ich bin eine normale Design-Studentin aus China und lebe schon seit 10 Jahren in Deutschland. Ich mag Deutschlands Kultur, habe hier viele nette Menschen kennen gelernt, aber leider habe ich auch mal Diskriminierung erlebt. Ich war nie ein empfindlicher Mensch, deshalb lache ich immer darüber und denke, überall trifft man verrückte dumme Menschen.
 
Den Spiegel kannte ich schon, bevor ich nach Deutschland gekommen bin, als Vorbild um Deutsch zu Lernen. Ich dachte, der Spiegel ist ein neutrales, hervorragendes und verantwortliches Magazin. Für Sie arbeiten ganz viele ausgezeichnete Journalisten. Ihr schreibt nie langweilige Texte und ihr habt gute Punkte, auch mit Humor.
 
Aber diesmal muss ich hier leider wegen dem Cover von No. 6/ 1.2.2020
vom Spiegel Magazin schreiben. Ich muss sagen, dass ich super erschrocken und enttäuscht davon bin. Deutschland ist ein humanitäres und demokratisches Land. Was Deutschland zeigt, ist, dass hier Menschenrechte und Menschenwürde sehr wichtig ist. Aber leider kann ich es diesmal nicht mehr so sehen.
 
Ihr seid ein großes und wichtiges Magazin in Deutschland, ihr könnt entscheiden was verbreitet wird, und wie die Menschen denken. Es ist manchmal wie erziehen. Man muss schon nachdenken was danach kommen könnte, man ist verantwortlich für was man schreibt und was man verbreitet, bei eurer Reichweite und Einfluss.
 
Nach euren Informationen über die Welt urteilt Deutschlands Bevölkerung, und verhält sich dementsprechend. Was direkt danach passiert ist, ein chinesisches Mädchen wurde böse verletzt von 2 anderen Mädchen in Deutschland. Dieser Tage höre ich viel, von solchen Erlebnissen. Alle rennen vor Asiaten weg und denken, dass Chinesen schmutzig sind. Was in meinem Umkreis passiert ist, wir steigen in die U-Bahn und eine Oma springt sofort auf. Beim Restaurant fragen sie, ob sie chinesische Mitarbeiterinnen haben, ob sie sauber sind, oder schauen uns voller Angst an.
 
In unserem Land erleben wir eine richtige Todesgefahr, viele Familien werden auseinander gerissen durch den Tod. Die Menschen da kämpfen für deren Leben und wir als Familien haben die ganze Zeit große Sorgen und Angst. Mit diesem Cover haben Sie für uns als Menschen noch mehr Schmerzen bereitet. Es bringt Angst nach Deutschland. Ihr habt nicht nur was schreckliches für China, sondern auch für Deutschland gemacht. Ihr verwechselt Menschen mit einem abstrakten Begriff oder Gefahr. Es ist rassistisch und diskriminierend und gefährlich für alle Asiaten in Deutschland. Ich finde es richtig humorlos und ekelhaft. Diskriminierung ist das Virus, bitte nicht wiederholen.
 
Mit keinen Grüssen,
Shi aus Kiel

Written by tlow

15. Februar 2020 at 14:36

#FDP #Lindner #Bäcker

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Es gibt schon lange die Theorie, dass die FDP insbesondere seit der letzten  Bundestagswahl auf den Weg nach rechts machen.

Zu der Äußerung Lindners folgende Gedanken:

Rassismus ist weder etwas Rationales noch lässt es sich durch eine Verschärfung von Gesetzen bekämpfen. Quelle des Rassismus sind im Wesentliche Vorurteile. Sicher können Ängste von somit auch Ereignisse auch irgendwie Auslöser oder verstärker für Rassismus sein. Aber im Wesentlichen geht es ja insbesondere darum jeden, der auf irgendein Muster passt (dunkle Hautfarbe, Akzent, Name) in ein Schema zu pressen und seinem Hass oder seinen Vorurteilen Ausdruck zu verleihen. Was Lindner hier macht ist, den Rassismus zu adeln und zu sagen: Dieser ist wohlbegründet und wenn der „Rechtsstaat“ härter durchgreift, wird der Rassismus verschwinden.

Nein! das Durchgreifen selbst ist Ausdruck von irrationalen Ängsten und selbst auch rassistisch und nicht rational. Jemand der nur geduldet ist, ist nicht zwangsläufig gefährlich. Vielleicht ist er nur aus wirtschaftlichen Gründen geflohen und sucht Arbeit in Deutschland. Herr Lindner empfiehlt aber nun zwischen guten und schlechten Ausländern zu unterscheiden und begründet es damit, dass der Rechtsstaat per se nicht rassistisch sein kann, weil er IMMER rational und unfehlbar agiert.

Wichtiger ist: Es gibt KEINE Begründung für Rassismus. Und dieser ist auch nicht durch das Co-Management des Staates zu reduzieren, sondern lediglich zu verstärken. Es muss vollkommen egal sein, woher jemand kommt oder ob er sich legal oder illegal in Deutschland aufhört. Ein Zustand der Illegalität darf nicht die Entmenschlichung bedeuten. Die FDP macht sich mit solchen Botschaften 1A auf den Weg in den Faschismus. Denn es gibt auf der einen Seite lediglich diesen Appell des Lindners und auf der anderen Seite muss man sich Fragen, welche Maßnahmen denn damit verbunden sein sollen? Mehr Abschiebelager, eine weitere Entrechtung aller mit unsicherem Status? Die FDP befindet sich mit so einer Haltung an eine Wendepunkt? Wollen sie wirklich nur noch eine bessere AfD sein, oder Teil einer demokratischen und weltoffenen Gesellschaft? Das hat das gleiche Niveau wie Söders Kreuz-Debatte.

Written by tlow

13. Mai 2018 at 16:48

Beim #RacialProfiling wird Rassismus zur Politik

Vielleicht gibt es in Deutschland mehr Menschen, die sich über die Reaktion auf das Handeln der Kölner Polizei aufregen, als Menschen, die eben dies tun. Fokus der Kritik ist dieser Tweet:

In der Reaktion des Kölner Polizeipräsidenten, distanziert er sich von  der Verwendung des Begriffes „Nafri„. Verkannt wird dabei dann aber, dass nicht nur der Begriff problematisch ist, sondern die Ausrichtung der Polizeiarbeit an Äußerlichkeiten. Es gab auch hunderte Platzverweise. Unklar ist dabei der Hintergrund. Die Politik hat wohl von der Polizei hartes Durchgreifen gefordert und die hat geliefert. Auch und gerade in Köln. Damit hat „Silvesternacht in Köln“ jetzt zwei Seiten. Ein Jahr auseinander und zwei verschiedene Nächte. Beides mal handelte die Polizei offensichtlich falsch. Wo sie 2015 zu  nachläßig war, hat sie nun übertrieben. Aber jeder, der die Pressekonferenzen im Vorfeld verfolgte ahnte bereits, dass das nach hinten losgehen kann, wenn die Politik alles tun will, um eine Wiederholung von 2015 zu verhindern.

Die Politik in Köln hat dabei dem Rassismus die Tür geöffnet, um ein Problem zu lösen. Und damit die Politik umgesetzt, die die AfD schon loange fordert. Und damit dieser Partei recht gegeben und sich selbst damit eher ad absurdum geführt.

Verteidiger der Polizeivorgehensweise sehen keine Alternativen zwischen Nichtstun und Racial Profiling. Damit wird das Extrem zur Normalität.

Als Kontrollgrund wird gennant, es hätte „auffällige, aggressiv wirkende Gruppen von Nordafrikanern“ gegeben, die „einfach  nur rum standen“.

Da fragt man sich doch: Was ist am „einfach rumstehen“ aggressi?  Und auch: wer beurteilt wer aggressiv wirkt? Dazu muss man festhalten, dass in anderen Kulturkeisen auch gerne mal lauter geredet wird. Für viele Deutsche wirkt das per se schon aggressiv. Und im Freien herumstehen war auch früher schon kritikwürdig, z.B. gegen „Halbstarke“. Die waren übrigens die heutige Generation der Großeltern und kamen nicht aus Nordafrika:

 

Aber so braucht jedes Jahrzehnt wohl sein Feindbild.

Written by tlow

3. Januar 2017 at 01:00

Nach Kölner Sylvester: Weitere Umdrehungen der Flüchtlingsdebatte #kölnhbf

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Ich hatte vor Sylvester noch im letzten Jahr schon die mangelhafte Debatte in Deutschland zu Flüchtlingen kritisiert. Nach den Vorfällen in Köln am Hauptbahnhof in der offenbar viele Frauen sexuell belästigt und um Umfeld wohl auch zwei vergewaltigt wurden entwickelt sich die Debatte immer mehr zu einem Fanal für eine radikale Umkehrung einer bisher toleranten Debatte. Wir Deutsche müssen wirklich verrückt sein.

Die letzten Meldungen ausn Köln waren, dass es Menschenjagden nach ausländisch aussehenden Mitbürgern gab durch einen Mix aus Türstehern, Hooligans und Rockern. Mehrere Ausländer wurden krankenhausreif geschlagen berichtet die TAZ.

Einen Tag danach inszeniert sich die Sendung hart aber fair zwar hart aber alles andere als fair. Unter dem Titel „Die Schande von Köln, was sind die Konsequenzen“ erwähnt keiner der Diskutanten, diese Gewaltexzesse. Also noch mal um es deutlich zu machen:

  • In der Sendung hat der Moderator wie auch viele Journalisten nicht etwa den Schwerpunkt auf „Gewalt“ und „Männer“ oder „Hamburg“ oder „Köln“ gelegt in seiner Urachen“forschung“ – alle HInweise auf gesellschaftlich immer noch übliche sexuellen Übergriffen wurden weggewischt mit dem Hinweis, dass es darum nicht ginge – es sollte nur darum gehen, WER die Taten begangen hat und das waren aus seiner Sicht nicht primär „Männer“, sondern wohl primär islamische Flüchtlinge – wobei man da schon mal zweifeln muss, was exzessiver Alkoholkonsum mit einer strengen Auslegung des Islam gemeinsam hat?
  • Im Gegensatz dazu werden gewalttätige Übergriffe deutscher Männer gegen irgend welche ausländisch aussehenden Männern nicht einmal ERWÄHNT/verschwiegen. Offenbar legitimiert man inzwischen Gewalt gegen Ausländer durch Schweigen

Die öffentliche Debatte wird zur Zeit bei der Aufklärung der Vorkommnisse eben eher geprägt auf eine rassistische Verengung – denn auf keinen Fall möchte man von anderen sexuellen Übergriffen auf Frauen sprechen, auch wenn statistisch gesehen alle 68 Minuten so etwas in Deutschland passiert, sehr wahrscheinlich ist es insgesamt durch Männer an Frauen auch zu weit mehr Übergriffen gekommen als man aus Köln und Hamburg erfahren hat. Jedes Großereignis lockt Straftäter an und an Sylvester gibt es immer einen Haufen Idioten auf der Straße, die zudem oft angetrunken sind. Für ich selbst Grund genug zum Jahreswechsel nur ungern auf öffentlichen Plätzen unterwegs zu sein. Insofern wundert mich da gar nichts.

Auch das andere Städte nicht in gleichem Maße betroffen waren, lässt viele nicht nachdenklich werden. Woran liegt das?

Aus meiner Ansicht nur daran, dass man am 31.12. v.a. in Köln endlich ein Vorurteil bestätigt bestätigt bekommen hat: Das alle islamischen jungen Männer Gewalttäter seien. Nun hat man ja den Beweis. Das vermutlich gleichzeitig sogar prozentual mehr Deutsche sexuelle Übergriffe getätigt haben will man nicht hören. Denn es geht hier weder darum Verbrechen aufzuklären noch zu verhindern. Es geht darum Munition zu sammeln die Grenzen dicht zu machen und abzuschieben.

Es war ja schon zu vermuten, dass die Stimmung kippen würde. Gerade wenn man sieht, dass in Deutschland 2015 925 Angriffe auf Flüchtlingsheime erfolgten, die eigentlich nichts als ein Achselzucken als Reaktion hervorrufen. Gewalt gegen Ausländer erscheint halt im Vergleich immer als Kavaliersdelikt. Zwar reagiert man lokal immer kurzfristig betroffen, aber eigentlich finden es viele gar nicht so schlimm, wenn irgendwer zur Tat schreitet.

Bei den Reaktionen auf Köln geht es vielen tatsächlich darum ihren eigenen Rassismus zu legitimieren. Wie auch sonst in der Flüchtlingsdebatte. Es geht doch nicht wirklich um die Grenzen der Belastbarkeit. Viele wollen keine Flüchtlinge in Deutschland, weil sie anders aussehen und anders sind.

Um so tragischer, dass auch viele Deutsche (und mehr als ich früher dachte), für Geflüchtete aktiv geworden sind und nach wie vor aktiv sind. Und ich hoffe auch bleiben und sich nicht durch die Medienpropaganda  und Politiker beeinflussen lassen.

Es geht um Menschen und deren Schicksale. Und so blöd es klingt – kann es nicht sein, dass man deren Unterkünfte anzündet und das als Lösung vorschlägt. Aber auch nicht sie abzuschieben oder im Regen stehen zu lassen. Deutschland erscheint zur Zeit sehr zerrissen zwischen einer neuen Willkommenskultur und Rassismus.

Leider wecken manche Argumentationsmuster zu sehr Erinnerungen an dunkle Zeiten, s.a. „Rassenschande„.

Jetzt ist diese Willkommenskultur viel nötiger als noch vor Monaten, wo manche noch in Bahnhöfen den ankommenden Flüchtlingen applaudierten. Jetzt kommt es wirklich drauf an den negativen Strömungen etwas entgegen zu setzen.

 

 

 

 

 

#Pegida Zu viel Toleranz für Rassismus in unserer Gesellschaft #vds

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Es war schon etwas seltsam von „Problembürgern“ zu hören von einem Wissenschaftler. Leider passt das nur zu sehr zur die Extremismustheorie. Nach dieser ist per se die „Mitte der Gesellschaft“ per Defiinition gut und die Gefahr geht von „den Extremen“ aus. Extreme sind dort auf der einen Seite Faschisten und auf der anderen Seite Linksradikale – aber neben inzwischen Inaktiven Terrorgruppen wie der RAF auch Basisdemokraten, Menschen denen unsere Gesellschaft nicht demokratisch und tolerant genug ist. Insofern gilt dann so ein bisschen Rassismus und Intoleranz „(Das Boot ist voll“) als die gesunde Mischung, die die Gesellschaft brauche. Auch eine bewaffnete Armee, die Krieg im Ausland führt ist nach dieser Definition durchaus etwas Positives.

Und die letzten Jahre haben wir so aus dieser „positiven“ Mitte verschiedene Angriffe auf alles erlebt, was anders ist. Von Innenministern die durchweg als „Hassprediger“ gegen Hacker, Linke und Ausländer aufgetreten sind. Ja sogar die Totalüberwachung und damit der Generalverdacht gegen jeden vom Baby bis zum Greis wurde so zum Maß aller Dinge. Dem Bürger als Solches ist nicht zu trauen. Hier noch mal Stoibers Definition vom „Problembär„:

und DITTSCHES Definition:

Gerade Politiker wie de Maiziere, Gabriel oder Seehofer sind seit Monaten dabei, Ängste der Bevölkerung zu schüren vor Immigranten oder Transitflüchtlingen Teilweise mit Aussagen, die genau so oder in ähnlicher Form von Pegida geäußert wurden. Und nicht allzu lang ist es her, dass sich Politiker die Klinke in die Hand drückten, um mit Pegida zu reden.

Es nützt nichts jetzt Pegida als die alleinigen Bösen hinzustellen. Die Steigbügel halten die Politiker, die sich der Mitte zuschreiben. Und sie haben damit Pegida ausgewertet und hoffähig gemacht. Wahrscheinlich wollten und wollen sie auch ein wenig von rechten Stimmen profitieren und schlagen deshalb diesen populistischen und im wahrsten Sinne brandgefährlichen Kurs ein.

Ob man Pegida nun als „das Pack“ bezeichnet oder als „Problembürger“. Es täuscht darüber hinweg, dass es einerseits irrationale Ängste in uns allen gibt, zum anderen darüber, dass Rassismus fast überall und jeden Tag zu finden ist. So verurteilenswert Pegida auch ist, so sind die über 500 Brandanschläge und die Messerattacke auf eine Oberbürgermeisterin auch mit befeuert worden von Gabriel,De Maiziere, Seehofer & Co.

Politiker sollten sehr genau ihre Worte abwägen, insbesondere in der Öffentlichkeit. Genau so wie jede/r Einzelne von uns.

Written by tlow

20. Oktober 2015 at 21:40

Veröffentlicht in Deutschland

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Indianerspiele auf der #KielerWoche #kiwo14

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Nicht unweit von Kiel in Bad Segeberg finden jährlich die Karl-May-Spiele statt. Dort werden die Werke von Karl May und dessen Bild vom edlen Wilden immer wieder aufs neue aufgeführt. Da gibt es dann z.B Klekih Petra, der als deutscher Lehrmeister bei den Apachen lebt. Offenbar dadurch angeregt hat man nun auch  in Kiel beschlossen den Wilden Westen als Thema wieder aufzuwärmen:

 

Zitat:

Aus der 57.000 Quadratmeter großen Krusenkoppel gegenüber dem Landeshaus (Düsternbrooker Weg) wird in diesem Jahr unter dem Thema „Die Kinder des Manitu“ eine fantasievolle Indianerwelt, in der die jüngsten Kieler-Woche-Gäste vom 21. bis 29. Juni zwischen Tipis, Kanus und Traumfängern hämmern, malen, toben spielen und sogar Büffel reiten können.

Wir verkleiden uns mal wieder lustig als Indianer? Viele von den in Deutschland Großgewordenen kennen das sicher auch noch aus ihrer Kindheit. Doch ist das 2014 noch zeitgemäß? Man erinnere sich auch an den Skandal bei Wetten Dass um das Blackfacing.

Ist denn rot schminken wie ein Indianer was komplett anderes? Eigentlich nicht. Rassismus ist ein großes Wort. Aber nicht dann, wenn man erkennt, dass Rassismus weniger die Ausnahme als die Regel ist. Es bestimmt unser Denken oft unbewusst. Und wer als Kind sich als Indianer verkleiden durfte, wird das als etwas ganz normales sehen. Und natürlich sind wir nicht in den USA, wo sowohl das Blackfacing und die Minstrel Shows als auch die eigene Geschichte der Indianerkriege viel näher sind. Nichts desto trotz: Die bewusste Inszenierung einer fremden „Rasse“ (die es ja gar nicht gibt) mit allen Stereotypen ist sozusagen lupenreiner Rassismus. Was man im unaufgeklärten Teilen der Gesellschaft vielleicht noch mit einem Schulterzucken hinnehmen muss ist als Hauptattraktion eines internationalen Festes, dass Stolz darauf sein möchte Gäste aus aller Welt begrüßen zu dürfen vollkommen untragbar.

Dieses Programm, was sich die Planer da ausgedacht haben ist ein Griff ins Klo. Im Jahre 2014 kann man sowas einfach nicht mehr bringen und durchgehen lassen. Wie sich Angehörige der Ureinwohner der USA fühlen, wenn sie auf solche Verkleidungen treffen, kann man in diesem Text nachlesen: „So your friend dressed up as an Indian. Now what?„. Rassismus ist vor allem dann problematisch, wenn jemand persönlich betroffen ist von Begriffen, Aktionen, Darstellungen. Aber nun stellt euch einmal vor es gibt tatsächlich Apachen, die die Kieler Woche besuchen und die miterleben, wie sich die Stadt Kiel über sie lustig macht und ihre Kultur in den Dreck zieht. Bzw. eben die romantische Vorstellung eines Karl May oder der Deutschen was „indianische Kultur“ ist. Der Mythos vom Edlen Wilden.

Es geht hierbei nicht darum, ob da irgend wer etwas böse meint oder nicht. Ebenso wenig wie es beim Herrn Brüdele (FDP) und seinem Sexismus darum ging, ob er etwas „böse gemeint“ hat. Es kommt nur darauf an, was da inszeniert wird und wie es eventuell ankommt. Da muss man hier einfach konstantieren: Unglücklich geplant und offenbar nicht im entferntesten damit gerechnet, dass eine Inszenierung eines „Indianertums“ irgend wem sauer aufstoßen könnte.

Bestimmt werden jetzt viele sagen, dass das alles nur eine blöde „political correctness“-Masche sei. Das man den Deutschen jetzt auch noch „ihre“ Indianerkostüme wegnehmen wolle. Daran ist aber so einiges falsch. Zum einen sinds ja schon mal nicht unser Kostüme, zum anderen geht es hier eher darum, ob ein auf dem Papier „völkerverbindendes“ Fest es sich wirklich leisten kann und will aus dem Fundus des Rassismus einen Schwerpunkt zu setzen.

Ich schlage daher vor, die Stadt Kiel stampft das ganze Konzept ein und denkt sich lieber ganz schnell etwas Neues aus. Denn mit diesem Konzept wird sie nicht nur einige Menschen persönlich verletzen, sondern sich selbst und dem Ruf, den sie gerne hätte großen Schaden zufügen.

Es geht hier eben nicht um eine mißglückte Kinderparty, sondern um das weltgrößte Segelereignis der Welt!

 

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