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Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

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Ganz schön konservativ, ey

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Als ich das las, war ich ja mal neugierig:

http://twitter.com/#!/tho_albrecht/status/3427176716173312

Insbesondere nachdem ich ja schon einmal in meinem Ritinardo-Blog über die Initiative linkstrend-stoppen.de geschrieben hatte.

Was ist z.B. richtig schön rechts für die drei interviewten?

Wunderbar z.B. Henrik Frahm Er will nächstes Jahr auswandern – und zwar nach China! Wow, früher sagte man Leuten, die einem zu links waren sie sollen doch in den Osten gehen. Heute wollen die rechtsradikalen CDU’ler ins kommunistisch-diktatorische China aus, weil es ihnen hier zu links ist. Ja so eine real existierende Diktatur ist ja was ganz anderes als die alten Kamellen der ehemaligen DDR-Diktatur, an die Organisationen wie die CDU und der RCDS immer so gerne erinnern.

Wer es nachhören will findet das Interview zum Downloaden hier.

Was für Schwachmaten!

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Written by tlow

19. Dezember 2010 at 13:38

NDR: Seilschaft in Schleswig-Holsteins CDU?

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Der Möchtegern Ministerpräsident rekrutierte  zwei persönliche Referenten aus den Reihen der  Burschenschaft „Slesvico-Holsatia“ berichtet der NDR:

Burschenschaften stellen den konservativen, rechten Rand in Deutschland dar. Die o.g. Verbindung wurde bekannt nach dem in ihrem Haus in Hannover ein Vortrag des rechtsradikalen pensionierte Bundeswehr-Generals Wettler gehalten werden sollte. [mehr zu Reinhard Uhle-Wettler auf Wikipedia]

Update: Ok, wie sie  sich herausstellt darf man die „Landsmannschaft Slevico Holsatia“ (CC) nicht mit der „Landsmannschaft Slevico Holsatia“ (MSC) verwechseln . Warum die in ihrer unendlichen Kreativität auch nahezu identische Wappen haben ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich liegts an der mangelnden Kreativität. Mein Fehler, aber angesichts der absoluten Gleichheit eben doch naheliegend. Davon abgesehen findet man bei diesen Organisationen immer  etwas, wenn man deren  Wurzeln und Aktivitäten durchsucht. Die Kommentare hier im Blog machen ja auch schon deutlich wie dort (re)agiert wird.

Hier findet man einige Fakten zum Coburger Convent (CC). Übrigens gehört auch Hamburgs neuer Bürgermeister Ahlhaus zu der rechten Seilschaft.

Ein Ministerpräsident mit brauner Gesinnung? Nein, danke!

Nazi-Symbolik und Kieler Politiker

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Sowohl in derzeit neun Läden in Deutschland als auch im Internet produziert das in Zeesen (Dahme-Spreewald) ansässige Unternehmen Mediatex
GmbH die bei Rechtsextremisten hoch im Kurs stehende Marke „Thor Steinar“.

Thor Steinar aus Sicht des Staates

Der Verfassungsschutzbericht von Brandenburg (PDF) fasste es 2007 so zusammen:

Das Sortiment der Firma Mediatex kann als Bedienung völkischer Symbolik in Farbgebung und Schrifttyp – etwa durch das Verwenden von Tarnfarben und -mustern oder gedruckten Schriftzügen in Runenschrift – verstanden werden. Auch gibt es Bekleidungsstücke mit militärischen Reminiszenzen. Hierzu zählt die ME 262 – ein in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges als „Wunderwaffe“ angepriesenes Flugzeug.
Das Tragen von „Thor Steinar“ dient als identitätsstiftendes Erkennungszeichen unter Rechtsextremisten. Nicht umsonst bezeichnet der einschlägig rechtsextremistisch bekannte Internet-Versandhandel „Rock-Nord“ die Käufer von „Thor Steinar“- Artikeln als „patriotische“ Kunden. Die rechtsextremistische Ausrichtung von „Thor Steinar“-Trägern wurde am 28. August 2007 in Königs Wusterhausen deutlich: Dort wurden mit blauer Farbe an den Kletterwänden auf einem Spielplatz Symbole und Schriftzüge wie „PUNKS RAUS – HITLER JUGEND – SIEG HEIL – HEIL HITLER – NAZIS4eva – Thor Steinar – SRS – NINO BITCHES – SS/SA – 18/88“ festgestellt. (Seite 167)

Der Thor Steinar Hack

Nun wurde die Website des Online-Shops der Marke gehackt und Kundendaten sowie Umsatzzahlen veröffentlicht (Indymedia berichtete). Durch das Veröffentlichen sind nun auch einige öffentliche Personen in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, wie z.B. der FDP-Politiker Sebastian Ratjen, der in der Kundendatei auftaucht. Er bestritt nun aber gegen der OSTSEE-Zeitung je dort eingekauft zu haben.

Auch Kiel hat einen solche Fall: Die Adresse des 29jährigen Thorsten Albrecht (Twitter), derzeit Vorsitzender des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und Mitgliedes Ortsbeirates Gaarden ist auch in der Kundendatei mit der gleichen Anschrift, die auch im Verzeichnis der Bewerber für die Kommunalwahl 2008 (PDF).

Der RCDS hat in seiner Vergangenheit mehrfach Zweifel gelassen an seiner Ablehnung rechtsradikaler Ideen (Siehe Wikipedia). Insbesondere in Kiel, was die Süddeutsche Zeitung 2007 zu einem eigenen Artikel „Rechte Parolen an der Uni? Der RCDS in Kiel“ veranlasste. Darin wird beschrieben, dass es gerichtsfest festgestellt wurde, dass Hochschulgruppen an der Uni Kiel in Flyern behaupten darf, dass es dem RCDS an der Distanz zu „Positionen, die im Umfeld von Neonazis und Unbelehrbaren gang und gäbe seien“ fehle.

2009 also immer noch eine Nähe zum Rechtsextremismus? In meinem Blog „Gaardener Notizen“ habe ich vor einigen Monaten schon darüber berichtet, wie die CDU im Ortsbeirat Gaarden gegen die Umbenennung der Gustaf-Friedrich-Meyer-Schule – nach einem Vordenker des völkischen Kults der Nazis in Schleswig-Holstein – aussprach. Über diesen Artikel erhielt ich auch erste Hinweise über den Hack von Thor Steinar und dem Namen. Da die Kundendaten inzwischen weltweit überall verbeitet werden, war es für mich auch kein Problem die Daten zu überprüfen (z.B. via Bittorent ) und festzustellen, dass Herr Albrecht tatsächlich in der Liste der angeblichen Kunden von Thor Steinar steht.

Einige Fragen und Antworten:

  • Was sagt Herr Albrecht selbst zu der Sache?
    • Ich habe ihn am 2. Januar per Mail um Stellungnahme gebeten und bis zum 9. Januar keine Antwort erhalten. Da er seitdem aber wieder getwittert hat, gehe ich davon aus, dass er es vorzieht es nicht zu kommentieren.
  • Ist es strafbar bei Thor Steinar einzukaufen?
    • Nein
  • Kann man Rückschlüsse auf Leute ziehen, die bei dem Laden einkaufen?
    • Nicht direkt. Entweder sind sie total unwissend, sie sind Rechtsextreme, die sich mit einschlägiger Kleidung eindecken oder sie gehören zu der Fraktion, die aus irgendwelchen Gründen Nähe zum rechte Rand sucht und gerne alles unterstützt, was irgendwie rechtsradikal ist (Junge Freiheit, Thor Steinar,…) und somit irgendwie gegen „Links“ ist.
  • Sind die Kundendaten verifiziert?
    • Nein, es ist theoretisch möglich, dass irgendwer dort Adressen hineingetan hat, die nicht in dem Laden eingekauft haben
  • Ist es strafbar Kundendaten zu stehlen und zu veröffentlichen?
    • Definitiv. Wobei wahrscheinlich alle Informationslücken bis hin zum Watergate-Skandal daher rühren, das irgendjemand sich entweder Informationen auf nicht legalem Wege beschafft oder ein Insider Daten weitergibt, die er nicht weitergeben darf. Aus datenschutzrechtlicher Sicht müsste man dies also klar verurteilen.

Was machen wir nun daraus?

Was ins Auge fällt ist natürlich, dass dieses neuerliche „Gerücht“ natürlich in ein Bild passt, dass sich im RCDS-Umfeld schon seit vielen Jahren abzeichnet. Und bis dato hat kein Skandal da für einen nachhaltigen Gesinnungswandel gesorgt. Ebenso passt es zu dem Bild, dass die CDU-Mitglieder im Ortsbeirat Gaarden seit Jahren abliefern, wo sie aus meiner Sicht keine Gelegenheit auslassen ihrer rechtsradikalen Gesinnung Ausdruck zu verleihen.

Da Herr Albrecht RCDS-Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein ist, gibt dem ganzen ein weiteres „Geschmäckle“. Es wäre wünschenswert, wenn diese Unklarheiten beseitigt werden könnten. Die Kielerinnen haben es verdient über die Gesinnung ihrer ernannten Vertreter (Orstbeiräte werden ernannt) nicht weiter im Unklaren gelassen zu werden. Insbesondere sollte damit gezeigt werden, wie  man es denn nun in Kiel meint mit dem Kampf gegen Rechtsextremismus? Alles Lippenbekenntnisse?

Weiterführende Links:

Written by tlow

9. Januar 2010 at 14:37

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