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#Katzheide: Die Unsicherheit bleibt

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Auch nach einem Monat habe ich vom Büro von Dezernent Stöcken nicht einmal eine negative Antwort erhalten.

Nun öffnet die Schwimmhalle Gaarden nächste Woche.Und das Nichtschwimmerbecken von Katzheide soll auch nächste Woche eröffnet werden.

Es steht aber noch die Aussage im Raum, dass die SHG schließen müssen, wenn Katzheide öffnet. Die Frage hatte ich u.a. auch gestellt, aber darauf gibt es keine Antwort. Den Badegästen zeigt man die kalte Schulter. Die sollen sie dann aus der Zeitung informieren, sobald es so weit ist.

Nicht einmal einen Aushang hatte die Stadt Kiel an Katzheide angebracht, der darüber aufgeklärt hätte das und warum geschlossen war. Vom Verein „Katzheide: JA!“ (Hinweis: In dem ich selbst aktiv bin), wurde dann ein Zettel hilfsweise angebracht, damit die vielen Spontanbadegäste wenigstens etwas Information haben und auch in dem Verein einen Ansprechpartner.

Weiterhin ist für die Badefreunde noch völlig offen zu welchen Konditionen sie das Bad benutzen können – auch darauf bisher keine Antwort. Sollte nur das Nichtschwimmerbecken offen sein, zahlen dann auch Schwimmer den vollen Preis.

Und zu guter letzt, sollte im Frühsommer ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Nachnutzung von Katzheide stattfinden. Ob das nun obsolet ist, denn ggf. würden sich die Ergebnisse der Verfahren (Bürgerentscheid und Bürgerbeteiligung) widersprechen.

All das, wie ich meine, legitime Fragen um deren Beantwortung ich gebeten hatte. Das nicht einmal eine Eingangsbestätigung oder ein Bearbeitungshinweis erfolgt ist, ist schon sehr dreist. Ein Dezernent ist für die Bürger da und wenn Presse, Blogs aber auch einfache Bürger anfragen, so sollte da auch reagiert werden.- ganz davon abgesehen kann die Stadt davon ausgehen, dass sie mehr Einzelanfragen bekommt, wenn sie Multiplikatoren Antworten bewusst verweigert.

Zu erklären ist das nicht mit Unwissenheit. Aber vielleicht verfolgt die Stadt auch gar keinen Plan mehr in Katzheide, sondern fliegt auf Sicht?

Es passt aber aus meiner Sicht zusammen, dass man nicht einmal daran gedacht hat, die BürgerInnen per Zettel am Eingan zu informieren, warum geschlossen ist. Traditionelle Zeitungen haben eine sinkende Leserschaft. Viele BürgerInnen informieren sich nicht mehr (ausschließlich) über die KN  – entweder aus Desinteresse, oder aus finanziellen Gründen, oder weil ihnen die KN nicht gefällt. Daher müsste eine Verwaltung eine offene Informationspolitik (OpenGovernment, OpenData) verfolgen.

Der Verein Katzheide: JA! hatte auch eine Gläserne Akte gefordert. Denn was wann gewesen ist, ist für viele gar nicht mehr nachvollziehbar. Die Folge ist eine absolute Intransparenz und der Eindruck, dass im Rathaus die reine Willkür regiert.

Written by tlow

5. Juli 2015 at 08:08

Kosten für neues Zentralbad überschreiten Renovierungskosten für alte Bäder

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Ein zentrales Argument der Befürworter des Zentralbades war immer, dass der Bau eines neuen Zentralbades auf jeden Fall billiger käme, als die Restaurierung der Lessinghalle und dem Neubau eines Kombibades bei Katzheide. Scheinbar unbemerkt war am 14.11.2012 ein historischer Zeitpunkt. Wie ich schon vor einiger Zeit berichtet habe, wurde ja bekannt, dass die Baukosten des neuen Zentralbades (oder wie es die aktuelle Sprachregelung ist: „Sport- und Freizeitbad“) deutlich teurer. Mit einigen Tricks konnte man bereits einige Kosten verstecken. Ich finde leider den Hinweis nicht mehr, aber es ist statistisch belegt, dass Großprojekte im Schnitt 1½ mal so teuer werden, wie am Anfang angesetzt. Meine Prognose wäre zwischen 25,5(1 ½fach) -38 Millionen (doppelt so teuer) – also sagen wir am Ende bei rund  32 Millionen Euro nach der Fertigstellung.

Bisheriger Verlauf der Planungen:

Datum Gesamtkosten Bahnen Kostensteigerung? Sonstiges
10.12.2009 17 Mio. mind. 8 Bahnen à 50 Meter
01.12.2010 17 Mio. „“ nein Es wird noch einmal besonders betont, dass Kostenrahmen und Umfang einzuhalten sind.
12.05.2011 17 Mio „“ nein Preisvergabe im Architekturwettbewerb
29.09.2011 18,6 Mio „“ 1,6 Mio. (plus 9,41 %) v.d. Basis 17 Mio. Die 1,6 Mio. werden offiziell nicht als Kostenerhöhung verbuchtwerden für Baugrundherrichtung werden aus Haushalt von Dezernat II (Stadtentwicklung und Umwelt) genommen
14.11.2012 25,2 Mio „“ 8,2 Mio. (plus 48,24%) v.d. Basis 17 Mio. Es werden durch den Kostenstatus aus einem Projektbericht geschätzte Mehrkosten bei der Nettobaukostensumme bekannt.

Aktualisiert als Grafik (19.12.2012):

zentralbadkosten

Entwicklung der Kosten des Zentralbads Ende 2009 bis Ende 2012

Zur besseren Illustration hier in Prozent:

zentralbadprozentual

Wohin geht die Reise? Steigerung der Kosten in Prozent seit 2009

Gleichzeitig wurde beschlossen, dass nun das Amt für Sportförderung Bauherr ist. Gleichzeitig wird in der Immobilienwirtschaft eine neue Stelle geschaffen. Auf dem Papier ist diese ergebnisneutral,weil es entsprechende Erträge gibt. Was allerdings nicht bedeuten kann, dass hier kein Geld fließt. Dazu bedarf es aber weitergehender Recherchen. Aus der GM wird das nicht ganz klar.

Dieser Satz ist auch fort zu finden:

Die Gesamtsumme beinhaltet bereits die Kosten für die architektonisch höherwertige Fassade sowie die von der Bäder GmbH zu stellende Ausstattung. Es bleibt abzuwarten, ob der Kostenanschlag nach Ausschreibung Ende 2013 von der derzeitigen Kostenberechnung abweicht. Erfahrungsgemäß können Differenzen auftreten.

Ja, das warten wir mal ab.

Historisch ist eben der Punkt, dass eines der Hautpargumente der Zentralbad-Befürworter immer war, dass ein neues Zentralbad billiger wäre, als eine Renovierung von Lessinghalle und einem neuen Kombibad. Das der Siegerentwurf aufgrund der Ausschreibungsbedingungen zu teuer war (obgleich ausgezeichnet und vielfach gelobt) habe ich 2009 bereits ausgeführt. Aber selbst wenn man die Zahlen der Stadt Kiel und der Kieler Parteien im Rat nimmt wären 15-16 Mio für die Lessinghalle und 8 Mio. für ein Kombibad mit 23-24 Mio. bereits jetzt günstiger als die Zentralbadslösung!! 

Wie zu erwarten wird aber dieses Nicht-Erfüllen eines zentralen Punktes, nämlich der sparsameren Lösung selbst des gedehnten Zahlenwerkes nicht dazu, dass zurückgerudert wird. Was glaubt die Leserin dieses Blogs werden wir im Frühjahr 2013 erfahren? Etwa, dass die Kosten sinken werden? Bei der bisherigen Kostensteigerung in die Zukunft linear weitergerechnet kämen wir auf 33,40 Mio. Euro.

Die bisherigen Kostensteigerungen waren für jeden der wollte vorhersehbar. Die kommenden sind es ebenso. Damals hat man die KritikerInnen für dumm erklärt, weil sie den Kostenplan bezweifelt haben. geht es jetzt darum, dass das Projekt koste es was es wolle durchgezogen wird? Oder wird Kiel bis 2016 noch an den Punkt kommen, wo es gar nicht anders kann? Das nächste was passieren kann ist, dass am Umfang geschraubt wird. Denn die 17 Mio. und die 8 Bahnen à 50 Meter waren zwei wesentliche Vorgaben. Den einen Teil konnte man bereits nicht erfüllen. Die einzige Chance die Kosten einzudämmen sind m.E. die Reduzierung der Bahnen. Auch hier wird es sensibel: War es doch ein weiteres zentrales Argument, dass man mit dem Zentralbad am Ende immerhin mehr Wasserfläche hätte als mit anderen Bädern zusammen.

Rechnen wir mal alt:

  • Lessinghalle: 4 Bahnen à 25 Meter (jede Bahn ist 2,50 Meter breit) = 250 qm
  • Schwimmhalle Gaarden: 6 Bahnen à 25 Meter= 375 qm
  • Summe ohne Katzheide:  625 qm

Gegen neu:

  • Zentralbad: 8 Bahnen à 50 Meter = 1000 qm

Das würde bedeuten, dass das Zentralbad 375 qm (entspricht drei 5-Meter-Bahnen) mehr an Bahnfläche bedeutet. Allerdings reduziert sich die Anzahl der Bahnen auch von bisher 10 auf dann nur noch 8. Und im Sommer gehört Katzheide noch dazu, dessen Schließung immer noch geplant ist. Alleine Katzheide hat heute schon/noch die Kapazität des neuen Zentralbades!

Im Sommer sinkt nach Fertigstellung des Zentralbades und Schließung von Katzheide also die Schwimmfläche von 1625 qm auf 1000 qm. Dazu kommt der Verlust an 16.000 qm Liegefläche. Wir müssen damit rechnen, dass entweder die Besucher aus Katzheide im Sommer zusätzlich das Zentralbad frequentieren oder sich die erhöhten Eintrittspreise nicht mehr leisten können werden.

Man könnte auch andere Rechnungen machen:

  • 25,2 Mio für 8 Bahnen entspricht 3,15 Mio pro Bahn. 24 Mio. für 10 Bahnen entspricht 2,4 Mio. pro Bahn.
  • 25,2 Mio. für 1000 qm entspricht 25.200 € pro qm. Und 24 Mio. für 625 qm entspräche 38.400 € pro qm.

Insgesamt betrachtet fällt auf, dass das Projekt Zentralbad zwei Komponenten im Vordergrund hat:

  1. Die SportschwimmerInnen (8 Wettkampfbahnen à 50 Meter)
  2. Die Stadtentwicklung – denn es werden Summen für die Hörnsanierung genutzt und Verkaufserlöse für den Verkauf der maroden Schwimmhalle Gaarden, zudem entsteht die Halle an einem toten Punkt Kiels, bei dem vor wenigen Jahren die Gablenzbrücke neu gebaut wurde und auch die geplante Stadtregionalbahn nicht nur vorbeifahren, sondern dort auch halten soll.

Die PolitikerInnen der Stadt Kiel glauben bestimmt einen tollen Coup zu landen, da sie mehrere Bedürfnisse mit einer Klappe schlagen. Aber wie siehts denn z.B. damit aus:

  • Können Wettkampfschwimmer in der zentralen Halle wirklich so üben, wie sie es brauchen. Immerhin hat Kiel dann zwei Bahnen weniger, auch wenn diese vielleicht nur von Amateuren genutzt werden, die jetzt die 25 Meter Bahn nutzen.
  • Zu Wettkämpfen wird die Halle mit Sicherheit gesperrt und ist für die Freizeitschwimmer nicht zugänglich. Das bedeutet an diesen Tagen oder Stunden 100% Ausfall an Bahnen.

Und nicht zu vergessen: Sollten aufgrund der höheren Eintrittspreise weniger Gäste kommen, als errechnet müssten die Preise noch weiter steigen, was noch mehr Leute abschrecken würde. Am Ende blieben dann nur zwei Möglichkeiten: Das Durchbrechen der Defizitgrenze von 2,4 Mio, die bisher gehalten wurde oder die Schließung und Abriss des Bades, weil es sich nicht mehr trägt.

Aus meiner Sicht ist das alles ganz und gar nicht durchdacht – und die ganzen JA-Sager im Rat haben sich nicht wirklich mit den harten Zahlen beschäftigt. Wenn Kiel Pech hat, werden die Kosten sogar noch weit höher als bei einer linearen Preissteigerung. In der Zwischenzeit hätte es schon längst ein neues Kombibad in Gaarden und eine renovierte Lessinghalle geben können!

Der fiskalische Hasadeurrit des Herrn Albig

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Laut KN und Fördeflüsterer solls es jetzt wieder weiter gehen mit dem Zentralbad:

Mit Hilfe einer 80-Prozent-Bürgschaft der Stadt Kiel soll das Bad für 17 Millionen Euro realisiert werden, die von der Bäder GmbH kreditfinanziert werden. Insgesamt wird das Bad mit Finanzierung etwa 20 Millionen Euro kosten, hier sind Mittel aus dem geplanten Verkauf der Gaardener Schwimmhalle für etwa drei Millionen Euro und Mittel der Bäder GmbH bereits eingerechnet.

Das ist eine ziemliche Horrormeldung gewesen heute morgen. Man muss ja folgendes wissen: Die Schließung von Lessinghalle,  Schwimmhalle Gaarden und Katzheide wurde beschlossen, weil man sich ausrechnete, dass ein Zentralbad natürlich viel billiger wäre mit 17 Millionen. Diese Rechnung stimmte sich damals nicht. Jetzt passiert folgendes:

  1.  Die Halle wird um noch einmal 3 Millionen teurer und
  2. Sollte die Halle finanziell gegen die Wand fahren, hängt Kiel viel tiefer in der Scheisse als bisher geplant.

Die CDU/FDP waren bisher mit im Boot. Meine Vermutung oder Hoffnung ist, dass die jetzt auch die Taschenrechner herausholen. Schließlich hat die Landesregierung nicht umsonst die Finanzierung gestoppt. Herr Albig muss nichts befürchten. Wenn er Kiel erfolgreich den Bären eines gut gehenden Spaßbads aufgebunden hat und Ministerpräsident wird (Wer oder was sollte ihn noch stoppen?), kann ihm die Finanzlage der Stadt egal sein. Die Löcher werden erst nach der Eröffnung auffallen und tiefere Löcher in Kiels Kassen reissen. Beispiele wo genau sowas passierte gibt es im Lande zur genüge, wie z.B. in Flensburg das Campusbad.

Für die, denen das Thema neu ist. Ihr findet in diesem Blog eine Menge alter Artikel von mir, die das Thema erläutern. Z.B. unter dem Stichwort „Zentralbad„.

Mit diesem Risiko, was die Stadt Kiel eingehen möchte, lehnt sie sich finanziell weit mehr aus dem Fenster als bisher, wo sie jegliche Investitionen in die Bäderlandschaft, die die 1,44 Millionen-Grenze überschritten hätten, ablehnte.

Mit dieser Verschuldung riskiert Kiel sehr viel und führt alle Sparbemühungen in dem Bereich der letzten Jahrzehnte ad absurdum. Es wurde so viel gespart, dass die existierenden Kieler Bäder zerfielen oder auch dem Zerfall überlassen wurden. Dann wollte man es für 17 Millionen schaffen, zusammen mit einer Unterstützung des Landes. Nun  platzte aber sowohl die 17-Millionen-Grenze, als auch die erhoffte Subvention. Nun dreht man es sich so, dass es weitergehen kann. Das ist nicht verantwortliche Finanzpolitik, sondern ein finanzpolitischer Hasadeurritt vom zukünftigen Ministerpräsidenten Albig! Die Frage ist jetzt, wer (welche Parteien) diesen Ritt weiter mitmachen und mit die Verantwortung übernehmen wollen?

Written by tlow

14. September 2011 at 07:53

Zentralbad wird deutlich teurer als vermutet

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Nun ist es raus: Wie von mir bereits mehrfach vorhergesagt, kann das Zentralbad nicht zu den ursprünglich avisierten 17 Millionen Euro gebaut werden. Damit sind die bisherigen Beschlüsse hinfällig.

Nun steht die große Frage im Raum was nun zu tun ist. Man hat uns Kritikern immer vorgeworfen wir wären pessimistisch und würden den vernünftigen Lösungen immer nur im Wege stehen. Fakt ist aber, dass in den vergangenen Jahren keine Fortschritte für die Bäderlandschaft erzielt wurden, nachdem man die bestehende Infrastruktur kaputtgespart hatte, durch das stetige Reduzieren des Zuschussbedarfes.

Siehe dazu auch den KN-Artikel „Freizeitbad an der Hörn Architekten-Entwürfe sprengen den Kostenrahmen“ –

Diesen Artikel habe im Anfang Oktober 2010 vorbereitet, da es für jeden vernünftigen Menschen klar war, dass es zu dieser Entwicklung kommen wird. Ich verlange eine Aktuelle Stunde in der Ratsversammlung! Denn nun ist alles hinfällig, was über das billige Freizeitbad gesagt wurde. Auch der Erhalt der Lessinghalle nun Katzheide ist wieder in der Diskussion!

Der Beschluss der Ratsversammlung war nur deshalb billiger, weil man alle anderen Alternativen teurer gerechnet hatte und weil der versprochene Umfang das bisherige Angebot weit übersteigt. Jetzt an den Plänen wie bisher festzuhalten und gleichzeitig mächtig zu sparen ist ein Widerspruch in sich. Voraussschauende Planung im Sinne der Bevölkerung sieht anders aus!

Written by tlow

14. Mai 2011 at 07:47

Mein Interview zum Zentralbad im Offenen Kanal

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Nun auch online abrufbar auf den On-Demand-Seiten des Offenen Kanals.

Beim Anschauen darauf achten, was Herr Stagars zu den Eintrittspreisen behauptet. Wieder einmal wird den Bürgerinnen Sand in die Augen gestreut. Er behauptet nach Ratsbeschluss dürften die Eintrittspreise nicht erhöht werden. In meiner Antwort nach dem Interview mit ihm stelle ich das dann auch richtig.

WIchtigster Punkt sind nachwievor die zwei Obergrenzen des Ratsbeschlusses:

  1. Die 17 Millionen als Obergrenze der Bausumme.
  2. Die 2,44 Millionen als jährliche Zuschuss für die gesamte Bäderlandschaft.

Hier noch einmal der komplette Beschluss:

Ratsherr J e n n i n g (Ratsfraktion Direkte Demokratie) beantragt die namentliche Abstimmung über diese Vorlage.


Beschluss:

Die Ratsversammlung stimmt, der Empfehlung des Hauptausschusses folgend, dem Antrag der beigefügten Vorlage, Drs. 0940/2009, in der vom Ausschuss für Schule und Sport beschlossenen Fassung zu:

„1. Auf Basis der Geschäftlichen Mitteilung vom 03. Juni 2009 (Drs. 0513/2009) und des Ratsbeschlusses vom 11. Juni 2009 (Drs. 0526/2009) wird die Verwaltung beauftragt, ein Zentralbad an der Hörn auf dem Gelände zwischen der Adolf-Westphal-Straße und Gablenzbrücke  zu bauen. Voraussetzungen hierfür sind:

1.1 Die max. Bruttobausumme wird auf 17 Mio.  € zzgl. des kalkulatorischen Verkaufserlöses aus dem Grundstück der Gaardener Schwimmhalle festgesetzt. Vor der Umsetzung des Bauvorhabens ist ein Architektenwettbewerb durchzuführen, in dem auf die festgesetzte max. Bruttobausumme in Höhe von 17 Mio. € verwiesen wird. Innerhalb der Planung ist ein teilbares 50-m-Schwimmbecken mit mindestens acht Bahnen vorzusehen.

1.2 Die in der Bausumme enthaltenen Kosten für die Herrichtung des Grundstücks als Bauland sowie die notwendige Baugrunduntersuchung werden als erste investive Mittel im Haushaltsplan 2010 in Höhe von 120.000,00 € im Produktbereich 42400201 zur Verfügung gestellt.

1.3  Die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Realisierung am genannten Standort sind zu schaffen (Bauleitverfahren).

1.4 Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Zentralbades ist der Betriebsstandort Schwimmhalle Garden aufzugeben. Der Pachtvertrag zwischen der Landeshauptstadt Kiel und der Kieler Bäder GmbH wird entsprechend geändert. Das Grundstück der Schwimmhalle Gaarden wird nach Schließung der Halle einer anderen Nutzung zugeführt.

1.5 Über eine künftige Nutzung des Sommerbades Katzheide ohne Erhöhung des Zuschussbedarfes für die Kieler Bäder GmbH wird nach Beschluss zur konkreten Ausgestaltung des Zentralbades entschieden.

Eine Option ist, dass die Liegenschaft nach seiner Außerbetriebnahme in die Verwaltung des Sport- und Begegnungsparks auf dem Kieler Ostufer übergeht.

1.6  Die Lessinghalle wird als Schwimmbad aufgegeben. Der Pachtvertrag zwischen der Landeshauptstadt Kiel und der Kieler Bäder GmbH wird entsprechend geändert.

Der Oberbürgermeister wird gebeten, ein Nachnutzungskonzept für die Lessinghalle bis spätestens September 2010 zu entwickeln. Der Ortsbeirat Schreventeich/Hasseldieksdamm ist von Beginn an zu beteiligen. Den Selbstverwaltungsgremien ist im Mai 2010 ein erster Zwischenbericht vorzulegen.

2. Die Schwimmhalle Schilksee bleibt erhalten.

3. Der maximale Zuschussbetrag des Eigenbetriebs Beteiligungen in Höhe von 2,4 Mio. € wird mit Inbetriebnahme des neuen Zentralbades festgeschrieben. Aufwandssteigerungen sind z. B. durch Entgelterhöhungen auszugleichen.

Abstimmung:

In namentlicher Abstimmung wird die Vorlage bei fünf Nein-Stimmen (DIE LINKE, Direkte Demokratie, Ratsherr Gutsche (NPD)) mit den Ja-Stimmen der übrigen anwesenden Ratsmitglieder mit Mehrheit beschlossen.

Das Abstimmungsverhalten der einzelnen Ratsmitglieder ist den der Niederschrift beigefügten Aufzeichnungen der Schriftführer zu entnehmen.

Beim Lesen ist mir noch ein weiterer Fallstrick aufgefallen: Dadurch dass im Ratsbeschluss dies steht: „Innerhalb der Planung ist ein teilbares 50-m-Schwimmbecken mit mindestens acht Bahnen vorzusehen.“ muss das neue Zentralbad nach meiner Lesart auch unbedingt acht Bahnen haben. D.h. es ist nicht möglich während der Planungen an der Anzahl der Bahnen zu kürzen. Das sind alles sehr enge Vorgaben. Und ich behaupte nachwievor, dass dies nicht einzuhalten ist und man gerade wertvolle Zeit verliert für eine nachhaltige Lösung für die Bäderlandschaft in Kiel!

Written by tlow

3. April 2010 at 07:53

Ratsversammlung für Zentralbad und gegen Katzheide

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Am heutigen Freitag hat die Ratsversammlung mit überwältigender Mehrheit, inklusive großer Teile der Opposition beschlossen ein Zentralbad zu bauen. Damit verbunden ist das wahrscheinliche Ende des Freibad Katzheide und der Lessinghalle. Was Katzheide betrifft will man zwar vielleicht irgendeine Lösung finden – aber die Situation wird nicht besser durch ein Zentralbad.

Um es zusammenfassen. Die Ratsmitglieder halten es nicht für nötige eine ausreichende Bürger, Kinder- und Jugendbeteiligung durchzuführen – sie betrachten es offenbar als einen Luxus – als nette Geste seitens der gewählten Repräsentanten, die manchmal auch die Bürger mitspielen lassen. Nachdem alles entschieden wurde. Herr Kruber fragte denn auch provokant, ob man denn wirklich mit Kindern diskutieren wolle?

Man merkt: Die Politik in Kiel ist noch nicht im Jahr 2009 angekommen. Man möchte weiter ungestört Politik nach Gutsherrenart machen. Man versteht nicht, warum Bürger ihrem Urteil misstrauen. Aber man liefert dennoch genug neues Material um die Vorurteile der Bürgerinnen zu bestätigen.

Warum sollen wir Bürger den Ratsherren- und frauen vertrauen, wenn sie uns als Bürger nicht vertrauen? Die Stadtteilinitative Gaarden hat in einem Brief viele Punkte aufgelistet, die die Fakten die bisher kursieren in frage stellen. Doch von der übergroßen Mehrheit wurden diese neuen Fakten weder zur Kenntnis genommen noch debattiert. Es wurde einfach weiter mit den manipulierten Zahlen operiert – den angeblichen 25 Millionen die das Kombibad Katzheide zusammen mit dem Erhalt der Lessinghalle kosten müsse. Einen Nachweis musste man schuldig bleiben – man bezog sich auf zwei Architekturwettbewerbe, die besonders teure Entwürfe prämierten. Gutachten z.B. zur Lessinghalle, die von deutlich geringeren Kosten ausgehen wurden einfach ignoriert. Ich nenne das beratungsresistent. Die Ratsmitglieder haben die falschen Fragen gestellt bzw. sich nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt. Man hat den Zahlen vertraut, die die Verwaltung auf den Tisch legte.

Wo war die Opposition? Außer der Direkten Demokratie und der Linken hat man in der Frage nicht viel gesehen. Die Opposition in Form von CDU und FDP hat ihre Rolle in Form von kritischen Beobachtern nicht wahrgenommen, sondern zusammen mit der Regierungskooperation gestimmt. Mitgegangen, Mitgefangen, Mitgehangen! Durch die namentliche Abstimmung wissen wir nun genau wer für und wer gegen das Zentralbad war. Außer Die Linke und Direkte Demokratie haben alledafür gestimmt. Die Fraktionsdisziplin hat wahrscheinlich viele Gaardener SPD-Abgeordnete eingenordet. Es war nicht zu erwarten, das heute ein offener Aufstand gegen die Fraktionsführung stattfinden würde.

Unverständlich aber warum insbesondere die FDP unbedingt dabei sein wollten. Warum diese große Einigkeit tief in die Opposition hinein? Hat die Oppostion keine grundsätzlichen Bedenken, keine kritischen Fragen? Niemand erwartet, dass eine Opposition immer mit der Stadtregierung stimmt. Es ist Aufgabe der Opposition den Finger in die Wunde zu legen.

Bei der CDU ahnt man, dass man sich gerne als regierungsfähig präsentieren wollte – aber selbst dann – auch hier habe ich kein Verständnis für die große Einigkeit.

Nach dem heutigen Tag wird sich kein Abgeordneter mehr verstecken können. Wir Kieler Bürger dürfen erwarten, dass Abgeordnete offen für ihre Haltung eintreten. Sie sollten einzig ihrem Gewissen verantwortlich sein. Oh schüttelt nicht den Kopf und haltet mich für naiv – das sind die eigentlichen Grundlagen unserer Demokratie. Ich weiss auch, dass das nicht die Realität ist – aber es ist das, was wir von unseren gewählten Repräsentanten erwarten müssen – nicht weniger! Es ist schade, dass Menschen – also Ratsmitglieder – sich so weit von ihren Idealen als junge Politikerinnen entfernt haben und sich in „politics as usual“ einreihen.

Ich bin sehr dafür eine Rechnung aufzumachen des Pro und Kontra für einzelne Parteien und Abgeordnete – wofür stehen sie, was haben sie getan und was haben sie unterlassen? Wir sind es den Abgeordneten schuldig, die sich ehrlich bemühen sie zu unterstützen und mehr zu verlangen als das Einhalten der Fraktionsdisziplin. Wir helfen ihnen nicht, wenn wir sie aus der Verantwortung als einzelner Abgeordneter entlassen. Wir sollten uns zum Teil an der Art orientieren wie Politiker in den USA beobachtet werden – dort wird erwartet, dass jeder Einzelne sich einsetzt – Fraktionsdisziplin spielt dabei eine viel geringere Rolle und die Freiheit der Abgeordneten ist größer. Wir sollten Abgeordnete wollen, die kritische Fragen stellen und im Zweifelfalle dem eigenen Urteil und Gewissen folgen. Der Weg dorthin ist steinig und erfordert eine kritische Öffentlichkeit.

Mein Ziel ist es, einen Teil dieser kritischen Öffentlichkeit darzustellen und dadurch Veränderungen zu ermöglichen. Ich betrachte das als einen langwierigen Prozess, dessen Ausgang ungewiss ist. Aber da die Kieler Nachrichten ihre Rolle nur äußerst bescheiden ausfüllt, braucht es engagierter Blogger, die einen Teil der Aufgaben erledigen – und dadurch ggf. auch die Kieler Nachrichten zwingen besser zu recherchieren als vielfach geschehen. So hat die KN oft zahlen unkritisch übernommen und nicht geprüft. Ich betrachte das Verhältnis von kritischen, politischen Lokalbloggern zur Lokalzeitung nicht als Konkurrenz, sondern als kooperativ. Wir Blogger können helfen ein Thema aufzureissen – und die Lokalzeitungen können Themen einen größeren Rahmen bieten.

Wie geht es weiter mit dem Zentralbad?

Noch steht es nicht. Ich denke auch nicht, dass es am Ende gebaut wird. Zu vieles spricht dagegen und die Wirtschaftskrise und klammer werdende Kassen werden dem Projekt nicht förderlich sein. Damit ist auch das Thema Katzheide noch lange nicht erledigt. Leider hat man sich seitens des Rates auf eine unversöhnliche Haltung geeinigt gegen die Stadtbevölkerung. Auf die Dauer kann eine Stadtregierung aber nicht Politik gegen die eigene Bevölkerung machen. Deswegen wird dies wieder einmal ein teurer Ausflug in die wunderbare Welt der Ausschreibungen und Gutachten. Fest steht, das es teuer wird – auch wenn man Ende kein Zentralbad stehen wird. Fest steht auch, dass die gegenwärtigen Parteien die gegenwärtigen Schulden zu verschulden haben und niemand sonst. Daher zu behaupten, dass deren Strategien zu weniger Schulden führen würden ist absurd. Jeden Tag sieht man wie Geld zum Fenster herausgeworfen wird. So wie wir es jetzt auch gerade wieder erleben. Ich werde die weitere Entwicklung weiter verfolgen. Noch ist nicht aller Tage abend.

Kiel will sich 17 Millionen Spaßbad leisten

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Die Verwaltung schlägt vor ein zentrales, großes Spaßbad für 17 Millionen zu errichten an der Schnittstelle zwischen Ost- und West-Kiel mitten im Grüngürtel (zwischen der Adolf-Westphal-Straße und Gablenzbrücke).

Dieser Schritt hätte nicht nur für die Stadtökologie fatale Folgen. Interessant hier ist die Bedingung:

  • Vor der Umsetzung des Bauvorhabens ist ein Architektenwettbewerb durchzuführen, in dem auf die festgesetzte max. Bruttobausumme in Höhe von 17 Mio. € verwiesen wird.

Interessant dabei ist, wenn wir dies mit den Vorgaben zur Ausschreibung der Lessinghalle vergleichen. Im damaligen Fall hat man bewusst auf eine Kostengrenze verzichtet, dann aber die Entwürfe abgelehnt, weil diese eine nie genannte, virtuelle Bruttobausumme überschritten. Das heisst wenn man es übersetzt, dass man die Kosten für die Entwürfe für einen Umbau der Lessinghalle bewusst fahrlässig formulierte, um sie abzulehnen. Nach meinem Verständnis stinkt es hier gewaltig – entweder nach Korruption oder einer Manipulation von Gutachten zu Lasten der Kieler Bürgerinnen. Alleine hierfür wäre eine Untersuchungskommission oder eine Klage gegen die Stadt Kiel gerechtfertigt.

Keiner der Ratsleute und Fraktion hat dies bisher hinterfragt. Vermutlich wird diese Beschlussvorlage (0940/2009) an der nächsten Ratsversammlung am 15. November behandelt.

Verbunden mit dem neuen Spaßbad sind die Schließungen von:

  1. Schwimmhalle Gaarden
  2. Freibad Katzheide
  3. Lessinghalle am Schrevenpark

Hatte Gaarden bis vor kurzem noch zwei Bademöglichkeiten, so wird es dann gar keines mehr haben

Schließungen sind Konsequenz aus verfehlter Sparpolitik

Hier wird der Blick nach vorne gerichtet – alle traditionellen Kieler Bäder sollen geschlossen werden. Über Jahrzehnte hat man in Kiel „erfolgreich“ an den Bädern gespart, so dass ein gewaltiger Investitionsstau entstand. Gleichzeitig hat man m.W. die Beschäftigung immer weiter heruntergefahren, so dass es keine Vollzeit-Angestellten mehr gibt. Was bei gesundheitssensiblen Bereichen wie Badewasser (Umgang mit Chlor,…) extrem fahrlässig ist. Es ist anzunehmen, dass die Einsicht in letzteres auch zur Idee eines Zentralbades und der letztendlichen Schließung alle traditionellen Kieler Bäder führte.

Der Fall der Kieler Bäder zeigt sehr gut, dass das stetige Sparen zwar gut ist, um bessere Zahlen zur präsentieren. Was aber bei einer jährlichen Einsparung mit beschlossen wird, aber nirgendwo steht ist, dass irgendwann 17 Millionen für einen kompletten Neubau fällig sind. Wie viel wurde in den letzten Jahren eingespart? Wurden in den letzten 17 Jahren jedes Jahr 1 Millionen Euro eingespart bei den Bädern? Ich habe die Zahlen nicht, aber ich vermute stark das nicht. Und selbst wenn: Um einen Neubau 2010 zu rechtfertigen sollte die Rechung besser aussehen, denn da die Schwimmhallen über Jahre immer wieder geschlossen waren, bedeuteten die Einsparungen und nicht getätigten Investitionen, dass wir eben nicht mehrere voll einsatzfähigen Hallen hatten.

Die Kieler Bäderpolitik ist gescheitert. Und das muss laut ausgesprochen werden!

Denn wir sehen diese angeblich sparsame Politik als Roten Faden durch sämtliche Haushaltsverhandlungen. Man hat sich selbst auf die Schulter geklopft, wie toll man doch eingespart hat. Aber hätte jemand vor 17 Jahren gesagt: Wenn ihr DAS tut, dann fallen 3 Standorte von Bädern weg und ihr müsst 38 Million DM für ein neues Zentralbad investieren, dann hätte es einen großen Aufschrei gegeben. Keine der Fraktion hätte diesen Schwachsinn durchziehen können. Das Ganze konnte nur funktionieren, da man über Jahre schleichend und unbemerkt die Kieler Bäderlandschaft ausgehungert hat. Dies sollten zumindest die Kieler Bürgerinnen erkennen.

Gaarden als Hauptverlierer

Gaarden wird zwei Bäder verlieren. Die Annahme, das die Gaardener Bevölkerung dann zu Fuß bis zur abgelegenen Adolf-Westphal-Straße pilgern wird ist abenteuerlich. Für Schulen z.B. ist eine kurzfristige Erreichbarkeit von entscheidender Bedeutung. Für die Hans-Christian-Andersen-Schule z.B. war die Gaardener Schwimmhalle zu fuß in ca. 8 Minuten erreichbar und Katzheide sogar in nur 4 Minuten. Zum Arbeitsamt, was in unmittelbarer Nähe sein wird, wird der Weg 23 Minute brauchen und damit für eine schulische Nutzung weniger geeignet. Eine Fahrt mit einem Schulbus wird dabei kaum schneller sein, da dies Wartezeiten auf den Bus so wie das Ein- und Aussteigen beinhaltet. Wenn wir bedenken, dass Gaarden mit 28% übergewichtiger Kinder (vg. Drucksache 16/2227 Schleswig-Holsteinischer Landtag – 16. Wahlperiode
) besonders davon profitiert, wenn es nahegelegene Bewegungsmöglichkeiten wie Schwimmen gibt, so kann man die ersatzlose Schließung beider Bäderstandorte fast als Anschlag auf die Gesundheit der Gaardener Bevölkerung verstehen.

Dies sind nebenbei bemerkt zusätzliche Kosten durch:

  • Verkehre von und zu dem Spaßbad (CO2-Belastung, Feinstaub, Straßenlärm).
  • Erhöhte Gesundheitskosten durch vermehrte Kreislauferkrankungen.

Zudem bedeutet das Verschwinden von beliebten Standorten wie Katzheide ein schweren Schaden für das Image von Gaarden. Der nahegelegene Minigolfplatz wird ebenso leiden wie der erst neu beschlossene Sport- und Begegnungspark – und alle die Geschäfte und Gastronomie, die bisher Besucher aus allen Stadtteilen begrüßen durften, die im Sommer nach Katzheide als eines der beiden Kieler Freibäder pilgerten. Wer zum Eiderbad fährt ist bereits am Kieler Stadtrand, so dass jetzt schon klar ist, dass eine Schliessung von Katzheide zu Einnahmeverlusten bei der Gewerbesteuer der Stadt Kiel führen wird. Zudem kann das Eiderbad nicht doppelt so viele Gäste aufnehmen kann. Für Gaardener sind die 5,6 Kilometer nur per Fahrrad oder motorisiert zurück zu legen.

Schon jetzt steht fest, dass es zu Entgelterhöhungen kommen wird. Zitat: „Der maximale Zuschussbetrag des Eigenbetriebs Beteiligungen in Höhe von 2,4 Mio. € wird mit Inbetriebnahme des neuen Zentralbades festgeschrieben. Aufwandssteigerungen sind z. B. durch Entgelterhöhungen auszugleichen.“

Also: Weiter weg und teurer für die Gaardenerinnen. nach Attraktivitätssteigerung klingt das für eine Bevölkerung, die eher bewegungsfaul und finanziell nicht so reich ausgestattet ist nicht gerade.

Die Stadt geht davon aus, dass die neue Halle mehr genutzt wird, als alle drei übrigen Standorte zusammen, bleibt aber die Indizien schuldig.

Der neue Standort soll nicht einmal eine 1/3 größere Schwimmfläche bieten als die Lessinghalle und die Schwimmhalle Gaarden. Bezieht man das Freibad Katzheide mit ein, so bleibt die Schwimmfläche vermutlich gleich(mir fehlen die Zahlen der Schwimmfläche in Katzheide) ? Zudem kann man eine Halle nicht mit einem Freibad gleichsetzen. Kiel verfügt zwar über viele Strände aber  im innenstadtnahen Bereich lediglich über die Seebadeanstalt Düsternbrook, die allerdings nur im Hochsommer badefreundliche Temperaturen bietet.

Katzheide war und ist ein Teil von Kiel. Noch vor einigen Jahren schrieb die Stadt Kiel auch, dass dieser Standort unter allen Bedingungen erhalten bleiben müsse. Das war bevor der Sport- und Begegnungspark geplant wurde, dessen integraler Bestandteil das Freibad Katzheide war. Nun muss die Bürgerbeteiligung für den Park eigentlich wiederholt werden, da die Kernidee herausgeschnitten wurde und somit alle Pläne hinfällig geworden sind.

Ein Zentralbad scheint nur die Lösung aller Probleme zu bieten. Aber wenn es nicht angenommen wird oder auch mal geschlossen werden muss, gibt es in Kiel gar kein Bad mehr, das genutzt werden kann!

Mein Tip ist eher: Weniger Gutachten, weniger Architekturwettbewerbe und weniger Großprojekte! Das sollte schon Einsparungen von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr bringen. Denn was das angeht, so geht man damit in Kiel im höchsten Maße unbekümmert um. Und was die 17 Millionen Euro betrifft: Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die angeblichen Einsparungen, die Gebührenerhöhungen und gleichzeitig vermehrte Nutzung des Zentralbades sind alles zunächst einmal Behauptungen. Alleine eine Gebührenerhöhung sollte schon dazu führen, dass das Bad weniger genutzt wird. Und dessen Lage ist so, dass dort eigentlich niemand wirklich zu fuß hingehen wird. Man kann also mindestens Fahrtkosten mit dem Auto oder dem Bus dazurechnen, ausser die, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. So wird das Schwimmen erst recht zu einem teuren Spaß, den sich immer weniger leisten werden, insbesondere nicht die Gaardenerinnen!

Die Pläne müssen gestoppt werden, denn es sind Hirngespinste. Und wenn die Rechung nicht aufgeht haben wir ein defizitäres Riesenbad in der Mitte Kiels, die Stadtökologie nachhaltig geschädigt, 17 Millionen futsch und weiterhin drei ruinierte Bäder!

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