KielKontrovers

Gesellschaftliches aus Kiel und Schleswig-Holstein

Posts Tagged ‘Shared Space

#SharedSpace auch in Gaarden #Gaarden10 #Elisabethstraße

with one comment

Nun wurde der große Plan für Gaarden am 21. Februar veröffentlicht. Unter anderem wurde nun für den Bereich Elisabethstraße/Alfons-Jonas-Platz „Shared Space“ als alternatives Modell vorgeschlagen.

Zu „Shared Space“ nur soviel: Es ist ein Konzept, dass in den 70er Jahren entstanden ist, aber nur an einigen wenigen Orten konsequent umgesetzt wurde. Es gibt in den letzten Jahrzehnten keine Untersuchungen, die eine klare Verbesserung der Verkehrssicherheit belegen könnten. Siehe dazu auch von den Unfallforschern der Versicherer den Text: „Untersuchung zu „Shared Space“„. Im Grunde versucht man durch das Entfernen von Bordsteinkanten, Ampeln und Straßenschildern eine Unsicherheit zu erzeugen in der Hoffnung, dass die Verkehrsteilnehmer*innen sich schon irgend wie einigen.

Probleme gibt es dabei oft für Sehbehinderte, die dann klare Grenzen vermissen. Und auch unsichere Verkehrsteilnehmer wie Kinder oder Senioren haben dadurch eher Nachteile, da ihnen die Orientierung nicht erleichtert wird. Man muss sich bei dem Einsatz von Verkehrskonzepten immer die Frage stellen: Welche Ziele will man erreichen und welche Mittel sind dafür geeignet? Im Falle der Elisabethstraße haben wir vor allem ein Problem für die Radfahrer, die quasi überhaupt keinen Platz haben. Die Fußgänger verfügen bisher zwar oft über breite Gehwege, allerdings fällt das Überqueren des Alfons-Jonas-Platzes als fast reinen Parkplatz doch sehr schwer. Parkende Autos und Autos, die einen Parkplatz suchen dominieren nicht nur aber gerade hier das Straßenbild und schränken die Nutzung stark ein. Die Elisabethstraße ist tendenzielle eine klassische Einkaufszone, die sogar ganz auf Autoverkehr verzichten könnte. Ähnlich wie die Holstenstraße. Bisher ist das aber nur ansatzweise am Vinetaplatz umgesetzt.

Meine Kritik am Konzept des „Shared Space“ ist, dass es nur eine Methode zu sein scheint, die den Schilderwald reduziert, aber nicht etwas Fußgängern und/oder Radfahrern einen Vorrang einräumt. Aber genau das sollten m.E. die Zielsetzungen sein. Auch wäre es wünschenswert, wenn Radfahrer Gaarden schnell und bequem durchqueren könnten, wie in der Elisabeth- oder Kaiserstraße. Damit man verschiedene Ziele schnell erreichen kann. Insbesondere muss aber m.E. der Raum für den ruhenden und fließenden Autoverkehr stark eingeschränkt werden, um den Aufenthalt angenehmer zu gestalten. Blumenkübel helfen da leider nicht.

Alte Ideen, die bisher nicht überzeugen können müssen wir nicht in Gaarden testen. Das bringt uns nicht weiter.

 

Update; Habe noch einen Hinweis via Twitter bekommen, das in dem UK Shared Space nicht mehr empfohlen wird:

Written by tlow

22. Februar 2018 at 23:00

%d Bloggern gefällt das: