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Kommunalwahl Kiel 2013: Simpler Website Check Teil I. #kwkiel #kmw13

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Ich teste die Websites der verschiedenen antretenden Parteien. Ich fange mit einem Google-Check an – und zwar so, dass ich auf bestimmte Begriffe, zunächst vergleiche wie ihr Ranking bei Suchanfragen ist. Jede Erstplatzierung unter den Parteien (Kieler Seiten einer Fraktion oder Partei) gibt 3 Punkte, und 2 und 1 Punkt für folgende Parteien. Wenn auf der 10. Trefferseite keine dritte Partei auftaucht, gibt es keinen dritten Platz. Punktabzug gibt es für jedes Thema bei dem eine Partei nicht präsent ist

Wir suchen zunächst nach „Kiel Stadtentwicklung“. „Stadtentwicklung“ ist Thema Nr. 1 in den Programmen von CDU, GRÜNE .

  1. WIR (3 Punkte)
  2. GRÜNE (2 Punkte)
  3. CDU (1 Punkt)

Da „Schulen“ für viele Parteien auch hochrangige Ziele sind dazu auch ein Check. Das „Schulen“ zu allgemein ist, nehme ich „Schulpolitik

  1. CDU (3 Punkte)
  2. GRÜNE (2 Punkte)
  3. nicht vergeben

Wirtschaft“ wollen ja alle gerne machen. Also nehmen wir auch das:

  1. keine Treffer

Also keine Partei in Kiel schafft es auf die ersten 10 Seiten bei Google bei diesem Begriff

Gehen wir zum Bereich „Umwelt„:

  1. WIR (3 Punkte)
  2. nicht vergeben

Mal was ganz banales. „Kommunalwahl Kiel„:

  1. GRÜNE (3 Punkte)
  2. SPD (2 Punkte)
  3. PIRATEN (1 Punkt)

Da alle was mit der „Innenstadtentwicklung“ machen wollen auch das:

  1. SPD (3 Punkte)
  2. WIR (2 Punkte)
  3. CDU (1 Punkt)

Verkehr„:

  1. nicht vergeben

Schon peinlich, wenn keine Partei es schafft, sich bei einem so zentralen Thema ansatzweise zu profilieren.

Kandidaten 2013„:

  1. PIRATEN (3 Punkte)
  2. SPD (2 Punkte)
  3. WIR (1 Punkt)

Politik„:

  1. SPD (3 Punkte)
  2. LINKE (2 Punkte)
  3. CDU (1 Punkt)

Energieverorgung„:

  1. CDU (3 Punkte)
  2. nicht vergeben

Klimaschutz„:

  1. keine Treffer

Peinlich, peinlich….

Radverkehr„:

  1. SPD (3 Punkte)
  2. CDU (2 Punkte)
  3. GRÜNE (1 Punkt)

Bis hier erst mal ein zufälliger und nicht sehr repräsentativer Test. Es geht hier mehr drum welche Parteien thematisch im Internet präsent sind und gefunden werden. Die exakten Suchen werden so vielleicht selten verwendet, aber eine interessierte Wähler*in würde eventuell so suchen. Zum Rating:

  • CDU: 2
  • SPD:  6
  • GRÜNE:  1
  • WIR: 1
  • LINKE: -11
  • FDP: -12
  • SSW: -12
  • PIRATEN:  -6

Insgesamt muss man sagen schneiden alle Parteien sehr schlecht ab. Es ist nicht so schwer zu einem Thema gefunden zu werden, wenn man will. Vorausgesetzt man hat etwas zu sagen. LINKE, SSW und FDP ist schon unterirdisch, nicht viel besser die PIRATEN. Vielleicht auch nicht verwunderlich, dass die beiden Volksparteien bei diesem ersten Test am besten abschneiden. Am besten die SPD.

Written by tlow

22. April 2013 at 07:40

Veröffentlicht in Wahlen

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Kommunalwahl Kiel 2013: Programmcheck GRÜNE #kwkiel #kmw13

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Als eine von zwei Parteien haben die GRÜNEN erst vor kurzem ihr Wahlprogramm „“Hier geht noch was” freigegeben.

Hier auch nur ein kurzer Check, weil es umfangreich ist. So beginnt die Präambel:

Liebe Kielerinnen und Kieler,
am 26. Mai ist Kommunalwahl und Sie entscheiden über die zukünf-
tige Entwicklung unserer Stadt. Wir GRÜNE tragen seit nunmehr zehn
Jahren politische Mitverantwortung in Kiel. Bevor wir Sie zu einem
GRÜNEN Ausblick auf die Zukunft mitnehmen, ziehen wir kurz Bilanz.
Die wichtigste Herausforderung war und ist es, gute Bildungschancen
für alle Kinder in unserer Stadt zu schaffen und anzupacken, was in
kommunaler Verantwortung liegt. Wir haben das Betreuungsangebot
für Kinder unter drei Jahren seit 2003 von rund 300 Plätzen auf nun-
mehr fast 2400 verachtfacht. Kiel hat einen riesigen Sanierungsbedarf
in den Schulen. Deshalb haben wir über 130 Millionen Euro in die
Sanierung von Schulgebäuden, den Bau von Mensen, Sporthallen und
neuen Fachräumen investiert und nach einem langen Hindernislauf
ein verlässliches, transparentes Schulbauprogramm vorgelegt. Und mit
einem umfangreichen Bauprogramm machen wir unsere Beruflichen
Schulen fit für die Zukunft. Das ist wichtig für die vielen Jugendlichen,
die diese Schulen besuchen und es ist wichtig für die regionale Wirt-
schaftskraft. Kiel ist zu arm, um billig zu bauen – darum haben wir da-
für gesorgt, dass in diesen Bereich insgesamt rund hundert Millionen
Euro fließen.

Das Programm gliedert sich in 8 Abschnitte:

  1. Stadtentwicklung
  2. Bildung
  3. Kultur und Sport
  4. Sozialpolitik
  5. Umwelt, Abfall und Energie
  6. Verkehr und Wirtschaft
  7. Demokratie und Bürgerbeteiligung
  8. Finanzen und Verwaltung

Ich picke mir in jedem Abschnitt einige bemerkenswerte Abschnitte heraus:

Stadtentwicklung

Was sie schreiben klingt ja alles ganz nett und vernünftig. Bei „Innenentwicklung vor Flächenverbrauch denke ich dann aber auch wieder an Möbel Kraft. Das ist irgendwie auch innen, aber dennoch Flächenverbrauch. Ich kriege einfach ihre erklärten Ziele und ihr Handeln nicht zusammen. Wer sich auf die Fahnen schreibt den Flächenverbrauch zu senken, kann nicht einfach 17 Hektar platt machen nur für Arbeitsplätze. Und das ist ja nicht einmal eine Ausnahme grüner Politik in Kiel.

Die GRÜNEN sprechen sich hier auch deutlich für den Innenstadtkanal aus. Bemerkenswert der Plan die Querung der Werftstraße in Gaarden zu verbessern. Das macht tatsächlich Sinn. Insbesondere wenn sie das Zentralbad an der Hörn bauen wollen. Wer von der Gaardener City (Vinetaplatz) zur Gablenzbrücke auf die linke Seite zu fuß gehen will, muss 3 – 4 Ampeln überqueren je nachdem welche Seite vom Karlstal man geht. Es gibt bisher keine Ampelquerung am Betriebshof Werftstraße (was so eine Art kleiner ZOB ist). Es ist alles sehr weitläufig und umständlich. Daher laufen viele Fußgänger quer oder bei rot über Ampeln. Was wohl nicht im Sinne des Erfinders ist. Insbesondere dann nicht, wenn Kinder selbstständig zum neuen Zentralbad laufen sollen.

Auch würde man ja erwarten, dass der Betriebshof Werftstraße von allen Seiten schnell erreichbar wäre, ob nun durch Ampeln oder Zebrastreifen. Auch für Radfahrer ist es blöd, weil man eigentlich oft auf der falschen Seite fahren muss, wenn man den kürzesten Weg fahren möchte. z.b. vom Karlstal zum SYK-Markt in der Sörensenstraße. Dort gibt es jetzt auch eine neue Einbahnstraßeregelung, aber auf der rechten Seite keinen Radweg. Es gibt eine schöne Abkürzung auf das Westufer über die Bahnbrücke von der Straße Zum Brook ins Gewerbegebiet. Wenn man da längs fährt hat man aber nicht den Eindruck, dass irgendwelche Stadtplaner diese Abkürzung im Blick haben. Man spart da aber wirklich sehr viel Weg.

Nicht zuletzt gammelt an der Werftstraße seit Jahren ein komisches Schiff vor sich hin. Auch wenn Teile der Gaardener CDU das gesamte Gebiet als wunderbares Entree im Ortsbeirat Gaarden bezeichnet haben, dass man nicht ändern  dürfte. Auf mich wirkt es wie eine rein autogerechte Straße ohne auf praktische Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgängern einzugehen. Für Radfahrer wäre es z.B. essentiell alle Radwege beidseitig benutzen zu können.

Bildung

Im Punkt „IT an Kieler Schulen“ steht:

Beschaffung, Pflege der Hard- und Software und die Systembetreuung müssen zentral und kompetent für alle Schulen angeboten werden.

Was mir dazu einfällt:

  1. Bei Websites machts sicher keinen Sinn, dass jede Schule sich drum kümmert wie bisher. Viele Kieler Schulseiten sind aktuell gehackt. Es würde Sinn machen ein zentrales Hosting zu betreiben, wo auch eine zentrale Administration auf Sicherheit achtet – auch darauf, dass der Datenschutz eingehalten wird etc.
  2. Zentrale Beschaffung: Hier ist die Frage in welche Richtung es geht – Stichwort Open Source an Schulen. Wenn zentral bedeutet, dass alle die teure Software einer Firma kaufen müssen und damit die zarten Pflänzchen kostenloser Open Source kaputt gemacht würden, macht eine zentrale Beschaffung keinen Sinn. Die Stadt sollte Open Source an Schulen fördern. insbesondere weil Schülerinnen dann auch gleich selber an der Software arbeitet können, wenn sie wollen. Die Schulen wären weniger an langjährige Lizenzverträge gebunden, Dazu braucht es aber eine gute Strategie und einen Blick über den Kieler Tellerrand.

Kultur und Sport

Kreativwirtschaft
Wir wollen diejenigen unterstützten, die mit ihrem kreativen Poten-
tial Wirtschaftsfelder eröffnen. Diese Kreativwirtschaft ist einer der
Wachstumsmotoren, der in Kiel verstärkt in den Fokus rücken muss.
Damit geht einher, Menschen in Kiel zum Beispiel nach einem Studium
eine wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen, die es ihnen ermöglicht
weiterhin hier zu leben.

Jaja, das Wunderkind der Kultur- und Kreativwirtschaft. Seit den 200er Jahren die Hoffnung in Wirtschaft und Politik (Stichwort: New Economy). Das sind meines Erachtens damals Taschenspielertricks gewesen und sind es heute immer noch. Fakt ist, dass mit diesem Wirtschaftszweig auch eine starke Prekarisierung einhergeht. Sicher gibt es da einen Wandel in der Wirtschaft, aber es macht keinen Sinn diesen herauszugreifen. Insbesondere weil es da auch gerne immer wieder boomt. Profitieren tun davon primär auch größere Konzerne, während die kleinen Selbständigen häufig zu Selbstausbeutern werden.

Lessingbad
Zwischennutzungen, wie sie im Lessingbad erfolgreich praktiziert
wird, beleben unsere Stadt. Mit ihnen beginnt eine neue Art von
kulturwirtschaftlicher Förderung. …

Ohne das wieder auswalzen zu wollen sehe ich es eher als konzeptionslos, wenn so ein schönes Gebäude erst lange Jahre nicht seinen Zweck erfüllen darf und dann bei der Nachnutzung ein ständiges Hin und Her gibt. Zwischennutzungen beleben, weil Freiräume in Kiel und vielen Großstädten rar sind. Das Belebende ist dabei aber nicht die KURZFRISTIGKEIT, sondern die Möglichkeit günstig Raum nutzen zu können. Der Effekt wird natürlich um so größer, je mehr günstigen Nutzungsraum es gibt. Und auch je länger er nutzbar ist, weil sich dann Strukturen einstellen, es sich rumspricht etc. . Es ist also absurd, wenn man meint das Zwischennutzungen besonders viel Freiraum bedeuten. Die Alte Meierei z.B. enthält als langfristiges und selbstverwaltetes Zentrum viele langjährige Strukturen, die gerade deswegen gut funktionieren. In Kiel standen aber gerade solche Freiräume oft vor dem Aus oder wurden vernichtet. Auch ein Teil grüner Politik.

  • Kulturkonferenzen: Wohl mehr eine Farce denn produktiv

Sozialpolitik

  • Stadtteilkonferenzen – Wieder nur eine Show?
  • Sozialraumorientierung – Die Stadt als Labor für Sozialwissenschaftler?

Umwelt, Abfall und Energie

  • Flächenbverbrauch – Au ja, macht bitte eine andere Politik als bisher!!!

Verkehr und Wirtschaft

  • Stadtregionalbahn – an einem schienengebundenen ÖPNV führt kein Weg vorbei. Was fehlt ist die konkrete Umsetzung.
  • Carsharing – finde gut, dass es unterstützt wird
  • Holtenau stillegen – halte ich für Unsinn. Man muss heute schon beantworte, was danach kommt , was das kostet und wem es nützt? Ein Wohnviertel für Besserverdienende?
  • Wirtschaftsförderung – Hier braucht es mehr Transparenz – wer wird gefördert. Wer profitiert? Gerne wird Wirtaschaftsförderung als per se gut angesehen im Gegensatz zu Transferleistungen. Oft wird hier aber auch das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen, nur um einer marktradikalen Ideologie zu huldigen. Die Bilanzen der KiWi und deren Wirtschaftsweise muss öffentlich gemacht werden.

Demokratie und Bürgerbeteiligung

„Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, religiöser Fanatismus und Ausgrenzung dürfen in Kiel, einer weltoffenen Stadt, keinen Platz haben.“

Die Frage stellt sich nicht. Platz hat der Rassismus leider und er durchzieht unsere Gesellschaft. Es gilt damit umzugehen.

Das System der repräsentativen Demokratie darf nicht alleiniges Mittel
der Teilhabe und Verantwortungsübernahme der BürgerInnen unserer
Stadt sein. Vielfach wird versucht, den Eindruck zu erwecken, dass
es entweder um repräsentative Demokratie oder um direkte Beteili-
gung der BürgerInnen geht. Dies ist nicht nur falsch, sondern auch
fahrlässig. Richtig und zielführend ist nur eine genau auf die jewei-
ligen Entscheidungen passende Form, wobei oftmals mehrere Formen
miteinander zu verknüpfen sind.

„Bürgerbeteiligung“ im Sinne von Werkstattverfahren sin häufig pro forma. Alleine was ich persönlich mitbekommen habe, wird das meistens doch eher benutzt, um uns den Eindruck zu vermitteln, wir wären beteiligt worden. Man genügt den reinen Papieranforderungen (Gesetze wie Baugesetze, etc.). Repräsentative Demokratie bedeutet, das jemand für uns Entscheidungen trifft, Direkte Demokratie, das wir sie selber treffen. Natürlich kann man sich da zum Teil auf halbem Wege treffen, aber entscheidend ist, wer die entscheidende Instanz ist. Solange die Exekutive einfach alle Stimmen ignorieren kann und alles uminterpretieren , hat auch Bürgerbeteiligung eigentlich keine Relevanz außer das Gefühl von Gemeinsamkeit zu vermitteln. Die Pläne sind doch bereits alle in den Schubladen. Da stört die Bürgerin doch nur.

Freies WLAN
Wir setzen uns für ein freies WLAN für alle KielerInnen ein. Wir wollen
prüfen, wie frei zugängliches WLAN umgesetzt werden kann.

Ob damit auch Freifunk Kiel vermittelbar ist?

Ortsbeiräte
Die Ortsbeiräte werden zukünftig direkt gewählt. Zudem sollen den
Ortsbeiräten konkretere Zuständigkeiten und Kompetenzen zuzüglich
dazugehöriger finanzieller Ausstattung zukommen. Zudem können
sich Ortsbeiräte zusammenschließen, indem sie sich an örtlichen Zu-
ständigkeitsbereichen ihrer Sozialräume orientieren.

Interessant aus meiner Sicht ist natürlich, dass ich das seit Jahren fordere. Ich freue mich, dass die GRÜNEN meine Forderung übernommen habe. In anderen Kommunen wurde argumentiert, dass dem Bürger nicht mehr zu vermitteln sei, warum ihm Ortsbeiräte vorgesetzt werden. Ich werde daher die GRÜNEN an diese Absichtserklärung erinnern.

Leitlinien unserer Fraktionsarbeit
Die Fraktionssitzungen von Bündnis 90/ Die Grünen waren und sind
grundsätzlich öffentlich. Wir wollen dieses Prinzip der Öffentlichkeit
weiterhin betreiben und stellen unsere Fraktionsarbeit verstärkt im
Internet zur Diskussion stellen. Das bereits bestehende Informations-
forum soll ausgebaut und stetig verbessert werden. Damit wollen wir
unsere Fraktionsarbeit noch weiter nach außen öffnen und eine un-
komplizierte Mitarbeit ermöglichen.

Auch das werde ich nach der Wahl auf die Probe stellen. Wie ernst gemeint ist das?

Alkoholverbotszonen
Wir GRÜNE sprechen uns gegen die Einführung von Sperrstunden aus
und sind gegen die Einführung von Alkoholverbotszonen.

Auch das freut mich… Das wäre auch reiner Populismus. Von Frau Gaschke erwarten wir ja in nächster Zeit einiges an Diskriminierungspolitik.

Datenschutz und Sicherheit
Wir möchten, dass unsere Verwaltung transparent und für alle Bürge-
rInnen nachvollziehbar arbeitet. Deshalb ist es uns wichtig, dass das
Recht auf informationelle Selbstbestimmung beachtet wird, und der
Zugang zu Verwaltungsdaten so umfassend wie möglich erfolgt.

Stichwort wäre OpenData. Da kann der ULD sicher gute Ratschläge geben. Das bedeutet mehr Daten werden grundsätzlich und geplant veröffentlicht und weniger Geheimhaltung. Erst das ermöglicht es allen Bürger*innen sich zu informieren und ggf. einzugreifen, wenn ihre eigenen Interessen betroffen sind.

Videoüberwachung
Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist für uns kein Mittel, umSicherheit herzustellen; sie vermittelt oft nur eine Scheinsicherheit. Kameras verhindern keine Straftaten, sie sorgen nur für deren Verlagerung in überwachungsfreie Zonen.

Auch das ist die richtige Richtung. Videoüberwachung für sich genommen ist nicht grundsätzlich und immer schlecht. So kann eine Kamera, die an einem Bahnhof Fahrradstellplätze im Auge hat, tatsächlich Diebstähle mindern. Die Problematik ist, sobald Kameras zum universellen Mitteln werden oder es auch darum geht Verhalten zu beobachten und zu interpretieren.

Fazit: Das meiste klingt gut, aber die Bilanz der Kieler GRÜNEN wurde durch ihre reale Politik verhagelt, durch die Scheeljes und Todeskinos. Die GRÜNEN in Kiel gelten als relativ rechtslastig, haben auch recht früh mit der CDU kooperiert. Da bräuchte es einen fetten Schnitt, damit ihre Politik dem entspräche, was im Programm steht. Sie haben sich das Wählervertrauen nicht verdient.

FAU Kiel zu „Bürgerarbeit in Kiel-Gaarden: Arbeitslose als Werkzeuge der Stadtentwicklung“

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Bürgerarbeit“ wird in Zukunft wohl die bisherigen Ein-Euro­-Jobs ersetzen. Das Programm BIWAQ (www.biwaq.de) versucht eine „Verzahnung von Stadtentwicklungs­- und Arbeitsmarktpolitik“. Es richtet sich gegen Langzeitarbeitslose und gibt vor, ihnen eine langfristige Perspektive bieten zu wollen. Man folgt dabei dem sogenannten „Integrierten Handlungsansatz“ oder ganz platt ausgedrückt: Zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen Langzeitarbeitslose für drei Jahre beschäftigen und zum anderen Ziele der Stadt­ und Stadtteilentwicklung („Quartiersarbeit“) voranzutreiben.

Kiel-Gaarden Foto: Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported, (Quelle)

Wer organisiert Bürgerarbeit und BIWAQ?
BIWAQ geht aus vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Es wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Der ESF finanziert jedes Jahr Projekte in Höhe von neun Milliarden Euro und wird von der Europäischen Union (EU) gesteuert. Die Jobcenter stellen dabei eine lokale Schaltstelle zu weiteren sog. Akteuren dar (Akteure sind z.B. Vereine und Organisation, die Kooperationspartner in einem Stadtteil bilden).Zunächst gibt das Programm vor, dass für sechs Monate versucht werde, Langzeitarbeitslose in den Ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Danach werden den TeilnehmerInnen sogenannte „Bürgerarbeitsplätze“ angeboten. Diese beinhalten keine echte Weiterqualifizierung in einem Ausbildungssinne, und die Dauer des Programmes ist auch auf drei Jahre beschränkt. In einem Modellvorhaben in Sachsen­-Anhalt gelang es (laut FAZ vom 10.7.2010) nur bei einem von 10 Arbeitslosen diesen durch das Programm in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Für die Mehrheit der Betroffenen wird dies nur eine weitere Maßnahme, eine weitere frustrierende Erfahrung werden, ohne dass sich für sie eine echte Perspektive eröffnet.

Profitieren tun hierbei nur die Architekten eines Stadtumbaus und (bedingt) die Akteure. Von Seiten der Organisatoren der Stadt Kiel wurde die Freiwilligkeit besonders betont. In einem Beitrag des Offenen Kanals Kiel (Redaktion Kiel Aktuell, die jetzt selber nur aus Bürgerarbeitern besteht!) wurde aber berichtet, dass bei einem Informationstag zur Bürgerarbeit 500 Kieler Langzeitarbeitslose „dazu angehalten“ waren diese Messe zu besuchen und sich bereits auf einen Bürgerarbeitsplatz zu bewerben. Dies wirft ein Licht darauf, dass von Freiwilligkeit, wie bei Maßnahmen des JobCenters üblich, keine Rede sein kann.
Interessant dabei auch, dass die TeilnehmerInnen schon vor den sechsmonatigen Vermittlungsversuchen sich auf Bürgerarbeitsplätze bewerben sollen. Dies belegt, dass die Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt lediglich eine Feigenblattfunktion erfüllen soll. Im übrigen müssen in Kiel lediglich Arbeitslose aus Gaarden an diesem Program teilnehmen.

Was sind die eigentlichen Ziele von BIWAQ?
Die „Verzahnung von Arbeitsmarkts­- und Stadtentwicklungspolitik“ gibt Kommunen die Möglichkeit, billige Arbeitskräfte für den Umbau von Stadtteilen zu gewinnen. Durch die geplanten Aufwertungen sollen die Bedingungen für neue Firmen und neue BewohnerInnen geschaffen werden. Den HausbesitzerInnen soll es möglich gemacht werden, höhere Mieten zu nehmen, indem BürgerarbeiterInnen z.B. ihre Hinterhöfe schöner machen. Darüberhinaus sollen BürgerarbeiterInnen für das die Stärkung der lokalen Ökonomie (Stadtmarketing) benutzt werden können. Es sollen z.B. Entwicklungspotentiale für die Kreativwirtschaft geschaffen werden. Aus den Förderrichtlinien (Punkt 4.1) ergibt sich ganz klar, welche Bedingungen Projekte erfüllen müssen:

Die Projekte müssen den Zielsetzungen des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt Rechnung tragen und sollen im Sinne einer ganzheitlichen Aufwertungsstrategie an die integrierten Entwicklungskonzepte der Kommunen anknüpfen. Erforderlich ist, dass die Projekte in Kooperation mit relevanten Partnern vor Ort – insbesondere den Kommunen, dem Quartiersmanagement, der Arbeitsverwaltung und den Kammern – durchgeführt werden und möglichst in Zusammenhang mit Organisationsstrukturen oder Investitionen der Städtebauförderung stehen.

Welche Träger sind bisher an dem Modellvorhaben („Netzwerft Gaarden“)
beteiligt?

KJHV, Künstlerhaus K34, Mehrgenerationenhaus/Vinetazentrum (MGH), TUS Gaarden, Türkischer Arbeitgeberbund Kiel, Türkische Gemeinde SH, Pro Regio, DAA, new start.

Du bist von Bürgerarbeit betroffen und willst Dich wehren?
Informiere Dich über Hintergründe zur Bürgerarbeit, sammle Informationen über Sinn und Unsinn Deiner Tätigkeit. Tausche Dich mit anderen Betroffenen aus. Es fängt mit Deinen ArbeitskollegInnen/ LeidensgenossInnen an. Erzähle auch Freunden, Bekannten oder Nachbarn von Deinen Erfahrungen. Je größer das Wissen über die Hintergründe, desto größer die Transparenz darüber, was hinter den Kulissen passiert und damit mehr Möglichkeiten für alle, sich gegen diese Maßnahmen zur Wehr zu setzen.

Dieses Modellvorhaben setzt auf mehren Ebenen an. Deswegen müssen auch wir auf mehreren Ebenen (Stadtteilpolitik, Gewerkschaftsarbeit, Arbeitslosenberatung,…) zusammenarbeiten. Je mehr dabei mitmachen, desto größer sind die Chancen, dass wir dieses Vorhaben zu Fall bringen werden.Dies wird nicht von heute auf morgen gehen. Kiel-Gaarden ist einer der ersten Orte in Deutschland, in denen Bürgerarbeit ausprobiert wird.

Quelle: FAU Kiel

Innenstadtentwicklung am Beispiel Ann Arbor

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Da kann man vieles lernen:

Spricht vor allem gegen Einkaufszentren und Parkplätze. Das ist jetzt nix gegen Gentrifizierung, sondern es geht um Straßen, die von den Menschen als interessant und lebendig angesehen werden. Und zu den Gründen, warum das so ist. Uninteressant z.B. in Kiel wären da Sophienhof, Hotel Atlantic, CAP, LEIK, Holstenbrücke, Kieler Altstadt (Haßstraße, Falkstraße,Schloßstraße,…)

Written by tlow

3. Mai 2011 at 13:10

Diskussion zu Gentrifizierung in Hamburg

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Das Radio FSK Hamburg hat am 11. März eine Veranstaltung unter dem Titel „Kreative Freiräume ohne Gentrifizierung – ist das in Hamburg möglich?“ aufgezeichnet. Durchaus auch interessant für uns Kieler. Kurzbeschreibung: Der Soziologe Professor Doktor Jens Dangschat vom Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung der TU Wien (Verfasser der Studie „Gentrification in der inneren Stadt von Hamburg) und der Stadtplaner Klaus Overmeyer vom Studio Urban Catalyst aus Berlin (Verfasser der Studie „Kreative Mileus und offene Räume in Hamburg“) diskutieren mit dem Publikum im Rahmen der Diskussionsreihe „Wie gestalten wir die Stadt, in der wir leben wollen?“, aufgenommen am 11. März 2010 im Hamburger Gängevierte

Written by tlow

17. März 2010 at 21:28

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