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Hotel am Kalkberg auf auf Roter Liste des Deutschen Kulturrats

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Das HaK wurde auf die Rote Liste des Deutschen Kulturrats (PDF), www.kulturrat.de  gesetzt. Hier der Auszug:

HOTEL AM KALKBERG BAD SEGEBERG, SCHLW.HOLST.

• Gründung: 1999
• Mitarbeiter: 10 bis 15 Ehrenamtliche
• Tätigkeitsfeld: Jugendkulturarbeit in verschiedensten Formen z.B. Konzerte, Ausstellungen,
politische Arbeit, Workshops, Instandhaltung des selbstverwalteten Hauses
• Träger: Verein
• Homepage: www.hotelamkalkberg.de

——————————————————————————————–

Nach einem über zweijährigen Räu-
mungsverfahren fand am 1. Novem-
ber die polizeiliche Räumung des
selbstverwalteten Jugendkultur-
zentrums Hotel am Kalkberg (HaK)
in Bad Segeberg statt. Das vom
Verein getragene Haus finanzier-
te sich ausschließlich über eigene
Veranstaltungen, die
nur durch ein hohes
Maß an ehrenamt-
lichem Engagement
der Jugendlichen
möglich waren. Kul-
turelle Veranstaltun-
gen wie der »Rap am
Berg«, Schleswig-Holsteins größte Hip-Hop-
Veranstaltung, wurden regelmäßig organisiert,
sowie politische Informationsveranstaltungen
angeboten.HAK
Trotz der Unterstützung unter anderem durch
das Freiraumplenum SH und die Landesarbeits-
gemeinschaft Soziokultureller Zentren konnte
die Schließung und der darauf folgende Abriss
des alten Bauernhauses nicht verhindert wer-
den. Am 1. Dezember fand aus diesem Grund eine
Demonstration statt, bei der 300 Personen für
neue Graffitiflächen, eine Skateranlage und ein
selbstverwaltetes Jugendzentrum auf die Straße
gingen. Ob sich die Hofnung der HaK-Aktiven,
doch noch ein neues Haus zu finden, erfüllt, steht
in den Sternen.


Mit der Roten Liste bedrohter Kultureinrichtungen, einer Analogie zu
den bekannten »Roten Listen« bedrohter Tier- und Pflanzenfamilien,
werden in jeder Ausgabe gefährdete Kulturinstitutionen, -vereine und
-programme vorgestellt.
Ziel ist es, auf den Wert einzelner Theater, Museen oder Orchester, seien
sie Teil einer Kommune oder einer Großstadt, hinzuweisen. Oft wird die
Bedeutung einer kulturellen Einrichtung den Nutzern erst durch deren
Bedrohung deutlich. Erst wenn Empörung und schließlich Protest über
mögliche Einschnitte oder gar eine Insolvenz entstehen, wird den Verant-
wortlichen bewusst, wie stark das Museum, Theater oder Orchester mit
der Struktur und der Identität des Ortes verbunden ist.
Diesen Bewusstseinsprozess gilt es anzuregen. Politik & Kultur stellt dazu
die Arbeit einzelner Einrichtungen vor und teilt sie ein in Gefährdungs-
kategorien von 0 bis 4. Ob und welche Veränderungen für die vorgestell-
ten Einrichtungen eintreten, darüber werden wir Sie fortlaufend infor-
mieren.

Schon peinlich für die Provinzstadt!

Written by tlow

2. April 2013 at 19:12

Veröffentlicht in Kultur, Land

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19.07.2012: Demo für das HaK in Kiel

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stayhak

Stay HaK! – Gegen die Räumung und den Abriss des selbstverwalteten Jugendkulturzentrums Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg!

Das Hotel am Kalkberg (HaK) ist ein seit über 10 Jahren bestehendes selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum in Bad Segeberg.

Dieses wurde im Jahre 2000 Jugendlichen die sich ein Kulturzentrum wünschten und einen Trägerverein gegründet hatten vom damaligen Bürgermeister zur Verfügung gestellt. Da das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand war, bedeutete das erst mal jede Menge Arbeit.

2004 wurde der erste Bauabschnitt (Konzertsaal) mit einer großen Party offiziell eingeweiht. Kurz darauf wurden auch die anderen Bauabschnitte nutzungsfertig. Von nun an fanden im HaK regelmäßig Partys, Konzerte, Workshops, Infoveranstaltungen, Gruppentreffen und vieles mehr statt.

Das HaK wurde schnell über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und besonders in der Hip Hop Szene zum absoluten Kultladen. Nicht zuletzt wegen des ein bis zwei mal im Jahr stattfindenden „Rap am Berg“. Diese Veranstaltung ging meistens über zwei Tage. Es traten bekannte und regionale KünstlerInnen und Gruppen auf, es gab einen Graffiti-Contest, Open-Mic, DJ´s und die Teilnehmerinnen des Breakdance Workshops zeigten was sie gelernt hatten.

Leider gab es auch von Anfang an Ärger mit bürgerlich-konservativen Kräften in der Stadt. Allen voran dem Ortsverband der CDU, aber auch der örtlichen Presse, die fast immer negativ über das HaK berichtete, sowie einer Hand voll AnwohnerInnen die sich über Müll und Lärm beschwerten.

Immer wieder wurde die Schließung des HaK´s gefordert, immer wieder konnte sie, oft in letzter Minute, verhindert werden. Der Konflikt spitzte sich zu als im Mai 2008 einige HaK-BesucherInnen nach dem „Rap am Berg 9“ ihre „Tags“ in der Innenstadt hinterließen. Aus der Presse erfuhren wir dass uns bis auf weiteres alle Großveranstaltungen untersagt sind und waren so unserer finanziellen Grundlage zum kostendeckendem Betrieb des Jugendkulturzentrums beraubt. Wie von Ordnungsamt und Polizei bestätigt ist der Verein nur für das verantwortlich was im Gebäude und auf dem Grundstück passiert, nicht für das was Gäste auf ihrem Heimweg machen.
Das Großveranstaltungsverbot wurde trotz Gesprächen nicht zurückgezogen.

Dann entdeckte die CDU dass im HaK verschiedene politische Gruppen aktiv waren, so zum Beispiel die Freie ArbeiterInnen Union (FAU), eine kleine anarcho-syndikalistische Gewerkschaft. Schnell war das Feindbild von gewaltbereiten Linksextremisten entworfen und wurde bereitwillig von der bürgerlichen Presse aufgegriffen. Die CDU stellte einen Antrag auf die sofortige Schließung des HaK´s. Am 10. Januar 2009 gab es eine Demonstration für das HaK mit über 300 TeilnehmerInnen in Bad Segeberg. Der Schließungsantrag der CDU wurde Anfang Februar abgelehnt, allerdings wurde dem Trägerverein „Interessengemeinschaft selbstverwaltete Jugend in Segeberg e.V.“ der Nutzungsvertrag über das Gebäude Lübecker Str. 85 zu Ende 2010 gekündigt. Zwischen der Stadt Bad Segeberg und dem Trägerverein sollte im Rahmen eines Beirates, bestehend aus VertreterInnen der verschiedenen politischen Fraktionen (CDU, SPD, FDP, Grüne, BBS), AnwohnerInnen des HaK´s, dem Ordnungsamt, der Polizei und HaK-Aktiven (maximal 3 Personen), ein neuer Nutzungsvertrag ausgehandelt werden. Dieser Beirat erwies sich als ein reines Tribunal, konstruktives Arbeiten war nicht möglich. Stattdessen mussten wir uns immer die gleichen Vorwürfe anhören: „Ihr seit laut, dumm und dreckig“.

Wir versuchten alles damit ein neuer Vertrag zustande kommt. Wir legten verschiedene Konzepte vor, hielten Vorträge, sprachen mit PolitikerInnen, wendeten uns an die Presse und suchten Unterstützung in der Bevölkerung. Aber es kam nicht mal zu Vertragsverhandlungen, die Stadt in Form des neuen Bürgermeisters Dieter Schönfeld (SPD), spielte auf Zeit und diese lief uns Ende 2009 buchstäblich davon.

Am 03. Januar 2011 sollten wir der Stadt die Schlüssel übergeben damit diese den Abriss vorbereiten kann. Wir berieten uns mit unserem Anwalt, beriefen eine Pressekonferenz ein und verkündeten die Schlüssel nicht abzugeben so lange dem Trägerverein kein gleichwertiges Gebäude zur Verfügung gestellt würde. Die Stadt reagierte mit einer Räumungsklage, wir legten Widerspruch ein. Kurz darauf hat die Stadt uns dann die Strom-, Gas- und Wasserleitungen gekappt. Von nun an mussten wir den Betrieb behelfsmäßig mit Stromgeneratoren weiter führen. Das Heizen war garnicht mehr möglich.

Am 26. November 2010 gab es erneut eine Demonstration für den Erhalt des HaK´s mit über 300 TeilnehmerInnen. Danach wurde mit einen fantastischen Konzertabend das 10 Jährige Bestehen des Hotel am Kalkbergs gefeiert.

Parallel zum Rechtsstreit startete eine Initiative von Müttern im HaK aktiver Jugendlicher ein Bürgerbegehren, welches den Sinn hatte durch das Sammeln von weit über tausend Unterschriften einen Beschluss zu erwirken der eine Schließung und den Abriss des Gebäudes so lange verhindert bis ein Alternativgebäude von der Stadt zur Verfügung gestellt werde. Dieses Bürgerbegehren scheiterte nur knapp. Eine Nachsammelfrist wurde von der Kommunalaufsicht nicht gewährt.

Innerhalb von zwei Verhandlungstagen stand für das Bad Segeberger Amtsgericht fest, dass der Räumungsklage der Stadt gegen das Jugendzentrum statt gegeben wird. Wir gingen in Revision. Nun war das Landgericht in Kiel für den weiteren Verlauf des Gerichtsverfahren zuständig.

Das 2010 gegründete Freiraum-Plenum, eine offene Vernetzung alternativer Jugend- und Kulturzentren in Schleswig-Holstein startete die Kampagne „Stay HaK“, die sich mit den Aktiven in Bad Segeberg solidarisiert und in einem Flugblatt dazu aufruft diese über die Stadtgrenzen hinaus zu unterstützen. Es gab eine Auftaktveranstaltung in der Segeberger Innenstadt mit Straßentheater und Musik. Es gab in verschiedenen Städten Info-Veranstaltungen zur Kampagne. Geplant sind Soli- und Exilveranstaltungen in anderen Zentren, Demonstrationen, Kundgebungen und weitere Aktionen.

Kürzlich beschloss die Stadtvertreterversammlung das Urteil des Amtsgerichts, trotz ausstehender Entscheidung des Landesgerichts, zeitnah zu vollstrecken. Dem Antrag auf die sofortige Zwangsräumung und den Abriss des Gebäudes wurde mit nur einer Gegenstimme aus der SPD-Fraktion zugestimmt. In letzter Minute konnte dies durch die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung von 15.000 Euro verhindert werden. Der Prozess beginnt am 19. Juli vor dem Landgericht in Kiel um 09.30 Uhr.

Um noch einmal auf die aktuelle Situation in Bad Segeberg und die Wichtigkeit unseres Anliegens zum Erhalt eines selbstverwalteten Jugendkulturzentrums am jetzigen oder einem anderen Standort in unserer Stadt hinzuweisen, haben wir uns entschlossen am Tag der Verhandlung eine Demonstration in Kiel vom Hauptbahnhof um 08.30 Uhr zum Landgericht mit anschließender Kundgebung durchzuführen. Denn eine Stadt ohne Kulturzentrum ist eine Stadt ohne Vielfalt und Partizipation.

Kommt nach Kiel. Unterstützt das HaK.

Keine Stadt ohne Kulturzentrum!!!

– Interessengemeinschaft selbstverwaltete Jugend in Segeberg e.V. –

Written by tlow

9. Juli 2012 at 18:17

21. Juni – Infoveranstaltung zur Situation des HaK in Bad Segeberg

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STAY HAK!

Info- und Mobiveranstaltung Zur Situation des selbstverwalteten
Jugend- und Kulturzentrums Hotel am Kalkberg & zur Demonstration am
19.7. (9 Uhr Kiel Hbf) zum Landgericht Kiel anlässlich der Verhandlung
der Räumungsklage der Stadt Bad Segeberg gegen das HaK

Donnerstag | 21. Juni 2012 | 19:30 Uhr | Li(e)ber Anders | Iltisstraße 34, Kiel

Seit über 10 Jahren fungiert ein veraltertes, jahrzehntelang
leerstehendes Hotelgebäude am Bad Segeberger Kalkberg als eine
wichtige Instanz der Bad Segeberger Jugendkultur: Mit enormen
Engagement und unendlicher Klein- und Schwerstarbeit haben die Aktiven
rund um das Hotel am Kalkberg, kurz HaK, einen Ort geschaffen, der
Raum gibt für Konzerte, Theater, Workshops, abendliches Beisammensein
und politische Kultur.

Das alles geschah komplett ohne die federführende Mitwirkung eines
staatlichen Kulturdezernats oder eines profitorien-tierten
Event-Unternehmens. Unkommerziell & ehrenamtlich wurde hier
Selbstorganisation und Selbstverwirklichung über ein Jahrzehnt erprobt
und gelebt.

Seit 2008 jedoch hat das Projekt mit einer immer feindseliger
auftretenden Stadt Bad Segeberg zu kämpfen. Das Untersa-gen von so
genannten „Großveranstaltungen“, der wichtigsten finanziellen Stütze
zur Selbsterhaltung des HaK, war ein folgenschwerer Ein- und Angriff,
der einen ganzen Teufelskreis nach sich zog. Denn trotz gegenteilig
erweckter Erwartungen kompensierte die Stadt die finanziellen Ausfälle
nicht, so dass notwendige Reparaturen an dem alten Gebäude, wie etwa
der Heizungsanlage, nicht durchgeführt werden konnten; zynischer Weise
wurden solche, von der Stadt Bad Segeberg verursachten Probleme, als
Beweise eines „heruntergewirtschafteten“ Zustands des Gebäudes und der
gescheiterten Selbstorganisation herangezogen. Ein vorgeblich zur
„Lösung“ der Probleme eingesetzter Beirat, bestehend aus
AnwohnerInnen, Polizei, Stadt und Mitgliedern des HaKs, entpuppte sich
bald als regelrechtes Tribunal gegen die im HaK Aktiven, in dem aus
jeder Mücke ein Elefant gemacht wurde.

Vor allem Bürgermeister Schönfeld inszenierte sich mittels des Beirats
und der örtlichen Presse mit oberlehrerhaftem Ton als rechtschaffener
Ordnungshüter im Kampf gegen „junge Erwachsene, die nichts auf die
Reihe kriegen“, und kanzelte das Engagement der im und um das HaK
Aktiven mit den Worten ab, es sei nichts „als Zeitverschwendung, mich
mit solchen Leuten auseinanderzusetzen“. Damit bediente er gezielt
spießbürgerliche Fantasien sowie die damit einhergehenden Sehnsüchte
nach einem „starken Mann“ – ginge es hier nicht um dermaßen
folgenreiche Dinge, eine Auseinandersetzung mit solch
bürgermeisterlichen Peinlichkeiten wäre in der Tat reine
Zeitverschwendung.

Am 21.6. werden AktivistInnen des HaK in Segeberg im Li(e)ber Anders
auf die Geschichte selbstverwalteter Kultur in Segeberg sowie des HaK,
die Auseinandersetzung mit der Stadt und mögliche Perspektiven
eingehen. Zudem wird das Freiraum-SH-Plenum die Soli-Kampagne für das
HaK Segeberg vorstellen. Schließlich soll mit der Veranstaltung auch
zu der Demo am Verhandlungstag der Räumungsklage der Stadt Bad
Segeberg gegen das HaK in zweiter Instanz vor dem Kieler Landgericht
mobilisiert werden (19.7., Startpunkt Kiel Hbf um 9 Uhr,
Gerichtsverhandlung startet um 9:30 Uhr).

Weitere Infos: stayhak.blogsport.de | hak.blogsport.de |
lilagaarden.blogsport.de

(Quelle: Pressemitteilung)

Written by tlow

18. Juni 2012 at 08:46

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