KielKontrovers

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Absurde Luftreinhaltepolitik am Theodor-Heuss-Ring #Kiel #THring #NOx

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Wochenlange Vollsperrung für Fuß und Rad auf dem THR!

Die Luftreinhaltepolitik der Stadt Kiel ist nicht zu überbieten in ihrer Absurdität. 2017 hatte man mit großem Tamtam Teile des Theodor-Heuss-Rings mit einem photokatalytischen „Superasphalt“ neu asphaltiert. Ohne jeden Effekt. Zudem aus dem eher giftigen Titandioxid. Als ein zusätzlicher Schadstoff, der uns durch Abrieb belastet.

Doch dieser Reinfall hält die Stadt Kiel jetzt nicht davon ab den Radweg mit photokatalystischen Pflastersteinen neu zu machen. Nicht etwa wegen oder für die Radfahrenden, Nein damit auch der Radweg seinen Anteil an der Stickoxidreduktion hat. Besser gesagt: Just for show. Denn die Wirksamkeit ist, wie gesagt, nicht bewiesen und extrem unwahrscheinlich.

Die Vollsperrung passiert ohne jegliche Information oder Umleitung. Man muss dann zu Fuß mal eben 1-2 Häuserblocks umgehen, wenn man an sein Ziel kommen will. Aber weder Stadt noch Lokalmedien haben es für nötig befunden, auf diese Sperrungen hinzuweisen. Weil für sie Fußgänger:innen und Radfahrende minderwertig sind. Das wird ja auch durch die inzwischen bekannte Planung deutlich dann Absauganlagen auf den Radweg zu stellen.

Man baut zwar Leuchtturmprojekte wie die Veloroute 10, macht aber ansonsten deutlich, dass Räder jenseits der zugewiesenen Routen keinen Platz in Kiel haben. Die gesamte Sache mit dem Theodor-Heuss-Ring ist sinnbildlich und exemplarisch für die Haltung Kiels. Das Umweltamt hielt es für absolut unverhältnismäßig zwecks Schadstoffreduktion eine von drei Fahrspuren zu reduzieren. Nun tut man u.a. genau dies – und man sperrt eben zwei Verkehrsmittel des Umweltverbundes wochenlang aus, damit das Rad seinen Anteil zur Reduktion leistet, nicht etwa als Alternative, sondern ein Opfer der Nicht-Benutzbarkeit einer zwar ungeliebten aber nicht unwichtigen Radverbindung. Am Ende steht aber alles unter dem Vorzeichen, der Verkehrsförderung des Motorisierten Individualverkehrs!

Die einzige Möglichkeit von der Abhängigkeit vom Auto herunterzukommen ist der langsame Entzug: Weniger Parkplätze, weniger Schnellverbindungen und ein wichtiges Ziel: Weniger Autos! das geht alles nicht von heute auf morgen, aber es ist möglich. Profitieren werden sogar diejenigen, die wirklich auf das Auto angewiesen sind. Abschrecken müssen wir aber die zahlreichen überflüssigen Fahrten, die nur passieren, weil es so easy ist!

Für mich war es schon länger unbegreiflich, dass es Leute gibt, die mehrmals am Tag hintereinander mit einem Auto losfahren, um Dinge zu kaufen und ggf. auch 2-3 mal umzutauschen. Ganz selbstverständlich, ganz normal. So wie auch zum Lieblingsbäcker zu fahren für ein paar Brötchen. Da brauchts dann natürlich auch entsprechende Parkplätze oder die Toleranz fürs Zweitereiheparken. Das ist so ein Denken und Verhalten, dass die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse über alle anderen Erwägungen stellt. Oft ist das noch damit gepaart, das man einfach wohnt, wo es einem am besten gefällt. Man kann dann ja auch durch die Stadt fahren wann immer man will, am besten mit möglichst wenig Tempolimits. Autofahrer:innen sind diese Privilegien gewohnt und merken gar nicht, was sie für eine Anspruchshaltung an den Tag legen.

Wenn wir HIER ansetzen und dazu kommen, dass wirklich nur noch wirklich nötige Fahrten stattfinden, haben wir viel erreicht. Allerdings wird das mit der gegenwärtigen Kieler Verkehrspolitik nicht erreicht werden. Im Gegenteil.

Written by Thilo

21. Juni 2020 at 07:51

#Luftreinhalteplan für Kiel #LRPKiel #NOx

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Leider konnte ich bisher keinen tieferen Blick in den Luftreinhalteplan werfen, da die Stadt Kiel und das MELUND diesen scheinbar nur den etablierten Medien zugänglich macht. Da gibts noch Nachholbedarf. Ich beziehe mich jetzt also nur auf das, was bekannt ist. Von „vorgelegt“ kann man beim neuen LRP also noch nicht sprechen.

Interessant dabei: Zwar lehnt man Maßnahmen wie die Sperrung von Fahrspuren ablehnt. Gleichzeitig nennt die Stadt Kiel als „Maßnahme“ eine Baustellen im Jahr 2020, wo vermutlich eine Fahrspur gesperrt wird. Man klopft sich also für eine Maßnahme auf die eigenen Schultern, die man aus Prinzip ablehnt. Verwirrt? Zu recht!

Und dann lesen wir daraus, dass davon ausgegangen wird, dass die Luftfilter, die mit einem Fahrverbot für Fahrräder auf dem Theodor-Heuss-Ring einher gehen, zu 20 % die Stickoxide filtern sollen.

„Ich freue mich, dass die vorgelegten Gutachten der Hersteller eine ausreichende Minderungsleistung von Absauganlagen in Aussicht stellen. Nun muss es darum gehen, diese Maßnahme zügig in die Umsetzung zu bringen, um endlich für saubere Luft für Anwohnerinnen und Anwohner zu sorgen“

Umweltminister Albrecht

Vorher klang das seitens der Stadt Kiel eher so, als hätte man die Wirksamkeit bereits bewiesen. Gutachten von Herstellern? Bei Dieseln wurden offizielle Messwerte für Abgaswerte mit staatlichem Siegel. Und die stimmten nicht. Und stimmen nach wie vor nicht mit der Realität überein. Wieso nehmen wir plötzlich irgendwelche Werbeaussagen eines Herstellers ernst? Warum hat man nicht einfach die Testanlagen eine Stunde laufen lassen und nimmt die Werte des offiziellen Messgerätes? Dort wo sie liefen, gab es keine messbaren Senkungen. Angeblich soll es mit zusätzlichen Messgeräten Senkungen gemessen haben. Aber es tud mir leid: Was irgend wer woanders misst, aber nicht der staatlichen Messstelle entspricht interessiert nicht! Ausschlaggebend sind lediglich die offiziellen Messwerte!

Es könnte absurder nicht sein: Die Stadt weiß, wie sie die Abgase reduziert und nennt diese sogar als Maßnahme, auch wenn man solche Massnahmen ablehnt. Gleichzeitig setzt man auf unbewiesene Zauberkästen, die auf magische Weise die Stickoxide senken sollen. Ich kann daran nicht glauben. Und es ist absehbar, dass dieses Papier der Stadt und dem Land um die Ohren fliegt. Wie lange kann man noch über die Wirklichkeit hinwegtäuschen?

Written by Thilo

12. Januar 2020 at 09:57

Veröffentlicht in Umwelt, Verkehr

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#KielAutofrei Now?

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Autofreie Innenstädte sind in aller Munde, wie z.B. aktuell in einem Artikel im SWR. In Deutschland ist derzeit Hamburg Vorreiter beim Ausprobieren. Dort wünschen sich im Rathausquartier 90% der Befragten eine Wiederholung (Quelle: TU Hamburg) des kurzfristigen Versuchs. In Ottensen ist nicht alles so positiv. Es gab wohl Kommunikationsfehler am Projektbeginn und nicht alle Geschäfte haben vom Versuch profitiert. Es gibt eben reale Probleme, die gelöst werden müssen, wenn keine Autos mehr rein fahren können. Z.B. braucht es Lösungen für Belieferungen, wenn eine Apotheke 12 mal am Tag Ware bekommt.

Solche Versuche sind sehr wertvoll. In einer derart autoaffinen Gesellschaft wie unsere ist aber klar, dass es nicht immer einfach ist. Weil die Lösungen bisher alle auf das Vorhandensein des Autos als Transportcontainer ausgelegt sind. Statt den Autoverkehr auf wenige Straßen zu beschränken haben wir z.B. in Kiel Velorouten oder Fußwegeachsen. D.h. obwohl JEDE/R zu Fuß geht, möchte man die Fußgänger*innen gerne über bestimmte Achsen leiten. Das Auto hingegen kann über all fahren, mit wenigen Ausnahmen von Fußgänger*innenzonen. Schlimmer ist es noch bei den Fahrrädern.

Velorouten in Kiel

Velorouten sind auf wenige Routen beschränkt. Für die Veloroute 10 ließ sich die Stadt auch groß feiern und erhielt dafür auch viel Applaus seitens vieler Aktivist*innen. Aber die Lehren aus Kopenhagen und Amsterdam sind auch: der Radverkehrsanteil steigt nur dann, wenn Radwege dort entstehen, wo bisher Autos fuhren. Dort sagt man: Radwege dort bauen, wo man Autos nichts wegnimmt ist einfach! Aber genau das hat Kiel mit seinem „Leuchtturmprojekt“ Veloroute 10 gemacht. Man hat den Konflikt mit den Autofahrer*innen gescheut. Und man wird so den Radverkehrsanteil nicht erhöhen.

Besser war der Ansatz zur Holstenbrücke, auf der auch in Zukunft die Durchfahrt für Autos gesperrt sein wird. Leider hat man hier aber etwas Wichtiges vergessen: Radfahrer*innen werden gezwungen auf der Busspur zu fahren. Und das funktioniert nirgendwo in Kiel richtig. Ich persönlich wurde schon viele male fast von Busfahrer*innen umgefahren. Wie kann man 2019 einen großen Wurf machen wollen und dabei das Fahrrad (wieder ein mal) vergessen? Bereits in den 80er (?) Jahren, als die Holstenbrücke gebaut wurde vergaß man die Räder. Dabei gab es in Deutschland schon 1907 den erste Radweg und in den 80ern war das Anlegen bereits üblich. Kiel hat hier eine große Chance verpasst und man wird das wohl oder übel alles noch ein mal aufrollen müssen, denn eine derartige Einschränkung kann man im Kern einer Innenstadt nicht hinnehmen. Nicht 2019.

Natürlich ist es für manche eine Einschränkung, wenn sie entweder nicht mehr von ihrer Haustür losfahren können. Aber bei dem heutigen Parkplatzmangel ist das sowieso oft gar nicht mehr möglich. In den Innenstädten wohnen, insbesondere in Kiel gar nicht viele Menschen. Aber 60% des PKW-Verkehrs ist eh Wirtschaftsverkehr. Man muss die Verkehre z.B. für die Altstadt einfach herunter brechen auf Notwendigkeiten und dann eben auch mit Handelsketten und dem Einzelhandel reden. Auch das überall die 25-Tonner hinfahren können, kann nicht mehr die Norm sein.

Es brauchte neue Zulieferkonzepte. Z.B. auch gemeinsame Belieferungen durch Micro-Hubs. Die Verkehre wie Parksuchverkehre, Belieferungen durch Zulieferer, Paketdienste, Kund*innen, etc. funktioniert in unseren schon lange nicht mehr reibungslos. Und daher bedarf es da neuer Regeln und Ansätze, sogar im Interesse aller. Denn mancher Laden kann heute nicht mehr aufgrund der Enge beliefert werden. Es ist also nicht so, dass die aktuelle Regellosigkeit vieles ermöglicht: Im Gegenteil! Zudem sind viele Nutzungen unter einer Autolast gar nicht möglich. Außer Autowerkstätten ist außerdem fast jede Nutzung auch ohne Autos möglich. Selbst Möbel kann man ja einkaufen und hinterher bringen lassen. Dazu bedarf es keines eigenen Autos, gan abgesehen davon, dass nicht jedes Möbelstück in jedes Auto passt.

Innenstädte und innerstädtische Quartiere können eh nicht auf der Ebene vieler kostenloser Parkplätze mit Malls am Stadtrand konkurrieren. Sie müssen mit anderen Vorteilen punkten, z.B. einer angenehmen Erreichbarkeit auch OHNE Auto.

Die Stadt Kiel tut derzeit allerdings alles, dass der CITTI Markt möglichst viele Vorteile hat und sowohl per Rad als auch per Autobahn bequem erreichbar ist. Damit schneidet sie sich ins eigene Fleisch und macht die Innenstadt unattraktiver. Und erhöht gleichzeitig die Abgase, Lärm und Verkehr am belasteten Theodor-Heuß-Ring.

Die Kieler Innenstadt bräuchte flächendeckend:

  • Tempo 30 und zum Teil weniger
  • für den Autoverkehr gesperrte Straßen, z.B. Rathausstraße nur noch für Bus-, Rad- und Fußverkehr
  • breitere und sicherere Fußwege
  • mehr Fahrspuren für das Rad
  • Lücken schließen, z.b. am Exer natürlich auch einen Fußgängerüberweg auf beiden Seiten zur Rathausstraße (bisher werden Fußgänger*innen durch Metallgitter und ohne Ampel daran gehindert hier zu queren und müssen lange Umwege gehen!) und eine Lösung für das Rad auch schnell und diagonal Anschluß an den Knooper Weg/Schrevenpark und weiter zur Uni zu finden. Gerade das Quartier am Exer erscheint mir sehr schlecht entwickelt. Und nun durch zusätzliche Abbiegespuren für den Autoverkehr zum Schützenwall geht es eher in die genau falsche Richtung!
  • die Distanz zwischen Fußgängerampeln und daher die Straße müssen geringer werden. Das dient der verbesserten Barrierefreiheit, denn alte und langsame Menschen schaffen es so seltener die Ampel ganz zu überqueren und müssen auf Mittelinseln „verhungern“. Bei mehreren Ampeln summieren sich die Wartezeit, insbesondere wenn es nur kurze Grün- aber sehr lange Rotzeiten gibt!
  • Es bedarf der konsequenten Abkehr von der Ausrichtung auf die Flüssigkeit des Verkehrs hin zum Fokus: Mehr Sicherheit, weniger Abgase, weniger Lärm und mehr Lebensqualität!

Langfristig sollten wir an den Punkt kommen, dass es eher die Autos sind, die bestimmte Routen zugewiesen bekommen, wo sie noch toleriert werden. Denn zwar ist jede Autofahrer*in immer auch eine Fußgänger*in oder Rollstuhlfahrer*in, umgekehrt aber nicht. Irgend wann muss jedes Auto abgestellt werden und die letzten Meter können damit nicht zurückgelegt werden. Daher muss jeder Meter Stadt barrierefrei gedacht werden, aber nicht jeder Meter autogerecht sein. Bisher ist es umgekehrt. Und das Auto ist nicht in den Griff zu bekommen. Siehe Parkvergehen, überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Handy am Steuer, unzählige Verletzte, Schwerverletzte und Verkehrstote. Stattdessen aber nimmt sich der neue kommunale Ordnungsdienst lieber die Radler*innen vor und kontrolliert deren Beleuchtung, während jeden Tag Menschen auf unseren Straßen sterben oder für den Rest des Lebens schwerste Behinderungen davon tragen. Vision Zero in Kiel ist derzeit noch nicht in Sicht und auch keine Akteure, die das angehen. Das ist mehr als nur schade, sondern unverzeihlich!

Written by Thilo

24. November 2019 at 12:50

#LNG ist nicht sauber!

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Seit geraumer Zeit wird LNG in der deutschen Politik gepusht von der Bundes- bis zur Kommunalpolitik.

Schleswig-Holstein forciert z.B. den Bau der LNG-Terminals in Brunsbüttel. Und der Bundeswirtschaftsminister zieht kräftig mit.

In Kiel treiben Ratsversammlung, Port of Kiel und der Oberbürgermeister Kämpfer den LNG-Ausbau voran:

„Und nicht zuletzt brauchen wir rechtliche und technische Unterstützung, damit die Schifffahrt mit Landstrom und Treibstoff wie LNG (Flüssiggas) umweltfreundlicher werden kann.“

(2017 im Hamburger Abendblatt)

Doch wie sauber ist LNG nun? LNG-Importe sind vor allem aus den USA geplant. Dort wird LNG durch Fracking gewonnen. Streng genommen dürften wir in Schleswig-Holstein gar kein Fracking-Gas verwenden, da der Landtag das Fracking ablehnt. Die Begeisterung für das Fracking-Gas LNG in Schleswig-Holstein ist in dem Kontext nicht nachvollziehbar. Will man denn etwas nur im eigenen Bundesland für sicheres Trinkwasser eintreten.

Zuletzt wurde auch bekannt, dass beim Fracking Radioaktivität in nicht unerheblichem Maße zu Tage gefördert wird.

Ebenso steht die Fracking-Förderung im Verdacht als primäre Quelle des rasanten Anstiegs des Methans in der Erdatmosphäre zu sein.

auch die Kieler Ratsversammlung lehnt eigentlich Fracking ab, worauf ich im Juni schon hinwies:

Auch das in Kiel präferierte GtL (SFK-Schiffe) ist nicht so viel besser. Zwar kommt es nicht aus der USA, sondern eher aus Katar. Im Unterschied zu LNG wird hier Erdgas zu einer „echten Flüssigkeit“ und nicht durch hohen Druck zu einem zeitweise flüssigem Erdgas, das sich bei Wärme wieder in einen gasförmigen Zustand zurückverwandeln würde.

Mit dem Druck weniger billiges und unsauberes Schweröl bei Schiffen einzusetzen wird erwartet, dass die Dieselpreise weltweit ansteigen. Und dann wird GtL vermutlich bald zu einem konkurrenzfähigen Preis als Alternative interessant.

Letztlich sollte aber klar sein, dass lediglich Grüner Wasserstoff frei von fossilen Schadstoffen ist. 80 % des Wasserstoffs an Autotankstellen ist derzeit ebenfalls Wasserstoff, der aus fossilen Quellen gewonnen wird.

Wenn wir die Klimakrise richtig angehen wollen wird schnell klar, dass bei Power-to-X keine echte Alternative darstellen. Zudem die Nebenwirkungen des Frackings (Methan, Radioaktivität, Trinkwassergefährdung,…). Schleswig-Holstein und Kiel haben Fracking hier bisher aus gutem Grund gebannt. Es ist widersinnig und widerspricht dem Geist dieser Entscheidungen, wenn man es nun durch Import fördert. Und seitens der Klimabilanz steht Kiel damit kaum besser dar.

Und was Luftschadstoffe wie Einstaub und Stickoxide angeht, so haben wir bereits festgestellt, dass es doch eher die Autos am Theodor-Heuß-Ring sind. dazu kommt: Mit 30.000 Kreuzfahrpassagieren an einem Tag, die zum Teil mit Reisebussen anreisen. In Kiel kann man den Wahnsinn am Hauptbahnhof am Platz der Kieler Matrosen ganz gut verfolgen, wo MSC und Port of Kiel den Platz als Parkplatz für die Gepäckausgabe missbrauchen:

Gepäckausgabe am laufenden Band. Leih-LKWs kommen und gehen. Ein Ärgernis.

Man kann ja zeitweise auch Kompromisse eingehen. Aber dann ist die Frage welche und auf welche absehbare Zeit. 2019 groß in LNG-Infrastrukuren zu investieren wäre auf jeden Fall nicht nachhaltig. Und von der CO2-Bilanz führt es in die falsche Richtung.

Kiel hat ein Kreuzfahrt-Problem. Und das ist zum Teil auch ein Globales. Hier müsste man in Kiel ansetzen, anstatt den Kreuzfahrtboom auch noch zu befeuern und sich über jeden weiteren Rekord zu freuen. Jede Kreuzfahrerin ist eine zu viel. Und das kann nicht so weitergehen. Ob in Venedig, Barcelona oder Kiel. Es kann so nicht weitergehen. Es braucht richtige und konsequente Antworten und keine Scheinlösung durch Treibstoffe, die lediglich vor Ort sauberer sind, aber das Klima und die Umwelt weltweit genau so belasten!

Wie sauber ist die #KVG wirklich? #DUH #NOx #LRP

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Der Oberbürgermeister sprang der KVG bei: Angeblich hätte die DUH die KVG angegriffen.

Die Kieler Nachrichten zitiert so:

Wütend widerspricht die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) der Behauptung der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Kiel habe „besonders schmutzige ÖPNV-Busse“.

KVG widerspricht der Umwelthilfe

Nur: Das Wort „schmutzig“ wird von der Umwelthilfe mit keinem Wort in Bezug zur KVG genannt und auch nicht zu Bussen.

Richtig ist, dass die DUH folgendes schreibt:

6. Nachrüstung aller im ÖPNV verkehrenden Busse auf Euro VI Standard
Um die Stickoxidemissionen der Busflotte deutlich zu reduzieren, sind keine kurzfristig nicht umsetzbaren Neuanaschaffungen von E-Bussen ausreichend. Es gilt vielmehr, alle im ÖPNV und in den Regionalverkehren operierenden Busse (Verkehrsverbund, DB-Regio, beauftragte Busse von Privatunternehmen, die z.B. für den Schülertransport genutzt werden) noch im Jahr 2019 mit einer Hardware-Nachrüstung auf den Abgasstand von Euro VI zu bringen. Der überwiegende Teil der in Kiel im ÖPNV eingesetzten Busse betrifft Euro III bis Euro V/EEV Fahrzeuge mit teilweise extremen NOx-Emissionen im realen Busfahrbetrieb (bis zu 16.000 mg NOx/km)… Eine Nachrüstung aller Bestandsbusse auf den Euro VI Abgasstandard ist dank der Fördermittel des Bundes ohne Finanzierungsvorbehalt im Jahr 2019 möglich.

Die KVG verkündete im März 2019:

Die KVG Kieler Verkehrsgesellschaft kann dank einer Förderung des Bundes, 37 ihrer Dieselbusse von der Abgasnorm Euro-V auf Euro-VI umrüsten. … Mit diesem Schritt erfüllt die Flotte der KVG zu 75 Prozent der Fahrzeuganzahl die Abgasnorm gemäß Euro-VI.

Die DUH fordert hier also noch 2019 die restlichen 25% umzustellen.

Zumindest ergibt sich das aus der Eigendarstellung der KVG. Die DUH schreibt damit fälschlicher weise, dass die Mehrzahl der Kieler Busse Euro III-V sind. Aber an der Forderung 100% auf Euro VI umzustellen ist dennoch nichts verwerfliches. Entweder stimmt die Eigendarstellung der KVG nicht, oder die DUH hat was überlesen.

Hier geht es um einen Punkt von 10. Und es bis nicht der Wichtigste. Ohnehin fahren kaum Busse der KVG über den Theodor-Heuß-Ring.

Written by Thilo

17. Juli 2019 at 15:41

Veröffentlicht in Umwelt, Verkehr

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